RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0131856 Entscheidungsdatum16.12.2025 Geschäftszahl12Os21/17f; 12Os99/17a; 14Os124/17t; 15Os4/18d; 11Os153/17k; 15Os7/18w; 11Os13/18y; 14Os37/18z (14Os43/18g); 15Os47/18b; 12Os135/17w (12Os136/17t); 11Os23/18v; 11Os35/18h; 14Os36/18b; 12Os78/18i; 12Os82/18b; 12Os125/18a; 14Os117/18i; 13Os62/19w; 15Os10/20i; 12Os66/20b; 14Os59/20p; 14Os84/21s; 14Os73/21y; 11Os93/21t; 12Os132/21k; 14Os14/22y; 12Os17/22g; 14Os35/22m; 11Ns65/22f; 11Os84/22w; 15Os98/22h; 13Os42/23k; 15Os158/23h; 11Os60/24v; 14Os98/24d; 12Os84/25g; 11Os103/25v NormSMG §28a Abs1 RechtssatzDer zur ständigen Rechtsprechung gewordene Ansatz, welcher auf exakter Abgrenzbarkeit einzelner Grenzmengen iSd § 28b SMG zueinander beruht, ist logisch nicht mehr gültig, weil das Wort „übersteigend“ in § 28b SMG keine Begrenzung nach oben zulässt und das Wort „eine“ – anders als vor BGBl I 2007/110 – nicht mehr als Zahlwort verstanden werden kann. Da eine gesetzliche (auf exakt eine Grenzmenge bezogene) Abtrennungsregel für ihrerseits und im Verhältnis zueinander sukzessiv begangene Taten nach § 28a Abs 1 SMG im geltenden Recht nicht (mehr) aufzufinden ist, kann § 28a Abs 1 SMG so nicht mehrfach begründet werden (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO).Der zur ständigen Rechtsprechung gewordene Ansatz, welcher auf exakter Abgrenzbarkeit einzelner Grenzmengen iSd Paragraph 28 b, SMG zueinander beruht, ist logisch nicht mehr gültig, weil das Wort „übersteigend“ in Paragraph 28 b, SMG keine Begrenzung nach oben zulässt und das Wort „eine“ – anders als vor BGBl I 2007/110 – nicht mehr als Zahlwort verstanden werden kann. Da eine gesetzliche (auf exakt eine Grenzmenge bezogene) Abtrennungsregel für ihrerseits und im Verhältnis zueinander sukzessiv begangene Taten nach Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG im geltenden Recht nicht (mehr) aufzufinden ist, kann Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG so nicht mehrfach begründet werden (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO). EntscheidungstexteTE OGH 2017-11-15 12 Os 21/17f Verstärkter Senat TE OGH 2018-01-18 12 Os 99/17a TE OGH 2018-02-13 14 Os 124/17t Beisatz: Eine Zusammenfassung für sich allein die Grenzmenge nicht übersteigender Suchtgiftquanten zur Begründung von Suchtgifthandel nach § 28a Abs 1 SMG aufgrund von Additionsvorsatz bleibt weiterhin möglich. (T1)Beisatz: Eine Zusammenfassung für sich allein die Grenzmenge nicht übersteigender Suchtgiftquanten zur Begründung von Suchtgifthandel nach Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG aufgrund von Additionsvorsatz bleibt weiterhin möglich. (T1) TE OGH 2018-02-14 15 Os 4/18d Auch TE OGH 2018-03-13 11 Os 153/17k Vgl auch TE OGH 2018-03-14 15 Os 7/18w Auch TE OGH 2018-03-13 11 Os 13/18y Auch; Beisatz: Die aggravierende Wertung der mehrfachen Überschreitung der Grenzmenge verstößt daher nicht gegen das Doppelverwertungsverbot. (T2) TE OGH 2018-04-10 14 Os 37/18z Vgl auch TE OGH 2018-05-23 15 Os 47/18b Vgl auch TE OGH 2018-04-19 12 Os 135/17w TE OGH 2018-05-22 11 Os 23/18v Auch TE OGH 2018-05-22 11 Os 35/18h Auch TE OGH 2018-05-29 14 Os 36/18b Vgl auch TE OGH 2018-08-23 12 Os 78/18i Auch; Beis wie T1; Beisatz: Bezugspunkt des Suchtgifthandels nach § 28a Abs 1 SMG ist „eine die Grenzmenge (§ 28b) übersteigende Menge“. Weil das Wort „übersteigend“ keine Begrenzung nach oben zulässt und das Wort „eine“ nicht als Zahlwort verstanden werden kann, ist bei Additionsvorsatz das Überlassen über die Grenzmenge hinausgehender (geringer) Suchtgiftquanten nicht gesondert § 27 Abs 1 achter Fall, Abs 2 SMG zu subsumieren. Nach Erreichen der in § 28a Abs 2 Z 3 SMG gezogenen Grenze ist zudem ‑ wiederum bei entsprechendem Additionsvorsatz ‑ das Vergehen des Suchtgifthandels nach § 28a Abs 1 fünfter Fall, Abs 3 SMG nicht gesondert anzunehmen. (T3)Auch; Beis wie T1; Beisatz: Bezugspunkt des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG ist „eine die Grenzmenge (Paragraph 28 b,) übersteigende Menge“. Weil das Wort „übersteigend“ keine Begrenzung nach oben zulässt und das Wort „eine“ nicht als Zahlwort verstanden werden kann, ist bei Additionsvorsatz das Überlassen über die Grenzmenge hinausgehender (geringer) Suchtgiftquanten nicht gesondert Paragraph 27, Absatz eins, achter Fall, Absatz 2, SMG zu subsumieren. Nach Erreichen der in Paragraph 28 a, Absatz 2, Ziffer 3, SMG gezogenen Grenze ist zudem ‑ wiederum bei entsprechendem Additionsvorsatz ‑ das Vergehen des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall, Absatz 3, SMG nicht gesondert anzunehmen. (T3) TE OGH 2018-08-23 12 Os 82/18b Auch TE OGH 2018-11-06 12 Os 125/18a Auch; Beis wie T1 TE OGH 2018-11-13 14 Os 117/18i Auch TE OGH 2019-11-13 13 Os 62/19w Vgl TE OGH 2020-03-04 15 Os 10/20i Vgl; Beis wie T1 TE OGH 2020-09-10 12 Os 66/20b Vgl TE OGH 2020-09-29 14 Os 59/20p Vgl; Beisatz: Die Begründung mehrerer nach § 28a Abs 1 SMG strafbarer Handlungen durch sukzessive Begehung in Form tatbestandsmäßiger Manipulation (hier: Überlassen) je für sich die Grenzmenge nicht übersteigender Suchtgiftquanten kommt seit der Entscheidung eines verstärkten Senats zu AZ 12 Os 21/17f nur mehr dann in Betracht, wenn – insbesondere zufolge Fehlens insgesamt einheitlicher Tatsituation und gleicher Motivationslage – nicht eine, sondern mehrere tatbestandliche Handlungseinheiten vorliegen. Von diesem Fall abgesehen, kann die Qualifikation nach § 28a Abs 4 Z 3 SMG bei dieser Art der Delinquenz nur durch eine Tat (in Form einer tatbestandlichen Handlungseinheit) verwirklicht werden. (T4)Vgl; Beisatz: Die Begründung mehrerer nach Paragraph 28 a, Absatz eins, SMG strafbarer Handlungen durch sukzessive Begehung in Form tatbestandsmäßiger Manipulation (hier: Überlassen) je für sich die Grenzmenge nicht übersteigender Suchtgiftquanten kommt seit der Entscheidung eines verstärkten Senats zu AZ 12 Os 21/17f nur mehr dann in Betracht, wenn – insbesondere zufolge Fehlens insgesamt einheitlicher Tatsituation und gleicher Motivationslage – nicht eine, sondern mehrere tatbestandliche Handlungseinheiten vorliegen. Von diesem Fall abgesehen, kann die Qualifikation nach Paragraph 28 a, Absatz 4, Ziffer 3, SMG bei dieser Art der Delinquenz nur durch eine Tat (in Form einer tatbestandlichen Handlungseinheit) verwirklicht werden. (T4) TE OGH 2021-08-03 14 Os 84/21s Vgl; Beis wie T4 TE OGH 2021-09-14 14 Os 73/21y Vgl TE OGH 2021-11-02 11 Os 93/21t Vgl TE OGH 2022-01-27 12 Os 132/21k Vgl; Beis wie T3 TE OGH 2022-03-29 14 Os 14/22y Vgl; Beis wie T4 TE OGH 2022-03-31 12 Os 17/22g Vgl; Beis wie T1; Beis wie T4 TE OGH 2022-04-28 14 Os 35/22m Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Das gilt auch bei Begehung in unterschiedlichen Beteiligungsformen. Hier: Verfehlte Annahme eines Verbrechens nach § 12 dritter Fall StGB, § 28a Abs 1 fünfter Fall SMG und eines Vergehens nach § 27 Abs 1 achter Fall SMG. (T5)Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Das gilt auch bei Begehung in unterschiedlichen Beteiligungsformen. Hier: Verfehlte Annahme eines Verbrechens nach Paragraph 12, dritter Fall StGB, Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall SMG und eines Vergehens nach Paragraph 27, Absatz eins, achter Fall SMG. (T5) TE OGH 2022-08-17 11 Ns 65/22f Vgl; Beis wie T4 TE OGH 2022-09-27 11 Os 84/22w Vgl TE OGH 2023-01-18 15 Os 98/22h Vgl TE OGH 2023-06-28 13 Os 42/23k vgl; Beisatz nur wie T4 TE OGH 2024-05-15 15 Os 158/23h vgl; Beisatz wie T4 TE OGH 2024-06-18 11 Os 60/24v vgl; Beisatz wie T4 TE OGH 2024-11-05 14 Os 98/24d vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T4 TE OGH 2025-09-17 12 Os 84/25g vgl; Beisatz wie T4 TE OGH 2025-12-16 11 Os 103/25v vgl; Beisatz wie T4 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:2017:RS0131856
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