RIS Dokument GerichtVerwaltungsgerichtshof Entscheidungsdatum12.12.2000 Geschäftszahl98/08/0191 RechtssatzDas Fehlen einer Norm, welche den Geschäftsführern einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung - abgesehen von den Fällen der §§ 111 und 114 Abs 2 ASVG - spezifisch sozialversicherungsrechtliche Verpflichtungen der beitragsschuldnerischen Gesellschaft auferlegt, lässt sich auch nicht unter Heranziehung des Gesellschaftsrechts ausgleichen: Den Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung trifft zwar gem § 25 GmbHG auch die Verpflichtung zur Einhaltung öffentlichrechtlicher Vorschriften, deren Adressat die Gesellschaft ist, dies aber nur im Verhältnis zur Gesellschaft mit der Konsequenz, dass ein Verschulden des Geschäftsführers der (daher haftenden) Gesellschaft zuzurechnen ist (Hinweis SZ 27/118). § 25 GmbHG ist - abgesehen von § 25 Abs 3 Z 2 GmbHG (Hinweis SZ 51/88) - kein Schutzgesetz zu Gunsten Dritter (Hinweis zum vergleichbaren § 43 GesmbH-Gesetz Schneider in Scholz/Emmerich/Schmidt ua "Kommentar zum GmbH-G6", § 43 RZ 218 mwN; Hinweis Koppensteiner in: Rohwedder/Fuhrmann/Koppensteiner ua, Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, § 43 RZ 39; Hinweis zu den Voraussetzungen einer Haftung des Geschäftsführers gegenüber Dritten nach österreichischem Recht Reich-Rohrwig, GmbH-Recht I2, 354ff; Hinweis zur vergleichbaren deutschen Rechtslage Karsten Schmidt, Gesellschaftsrecht, 815ff). Soweit aber eine Verletzung von anderen Rechtsvorschriften in Betracht käme, die dem Schutz der Gläubiger (und daher - allenfalls unter Berücksichtigung von Besonderheiten des Sozialversicherungsverhältnisses - auch der Gebietskrankenkasse) dienen, wäre die Haftung der Geschäftsführer von den betroffenen Gläubigern im ordentlichen Rechtswege geltend zu machen (Hinweis OGH
- 1998, 2 Ob 268/98, betreffend den Fall einer Geschäftsführerhaftung für Sozialversicherungsbeiträge gegenüber der Gebietskrankenkasse wegen Konkursverschleppung). Dies gilt auch für den Fall eines Schadens der Gebietskrankenkasse aus einer (auch strafrechtlich relevanten: Hinweis § 158 StGB) Gläubigerbegünstigung, weil damit ein gesetzlicher Vertreter keine spezifisch sozialversicherungsrechtliche Pflicht verletzt, sondern dem Gläubigerschutz ganz allgemein zuwiderhandelt. Ebenso wenig wie das Erfordernis einer Haftung wegen Begünstigung eines Gläubigers im Wege des § 67 Abs 10 ASVG besteht in Wahrheit auch nicht die "Wahlmöglichkeit" zwischen der Inanspruchnahme des Geschäftsführers auf zivilgerichtlichem oder auf verwaltungsbehördlichem Wege aus ein und demselben Rechtsgrund, sofern nur zwischen spezifisch sozialversicherungsrechtlichen und anderen (ganz allgemein dem Gläubigerschutz dienenden) Verpflichtungen entsprechend unterschieden und daraus die Konsequenz für den jeweiligen Rechtsweg gezogen wird.Das Fehlen einer Norm, welche den Geschäftsführern einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung - abgesehen von den Fällen der Paragraphen 111 und 114 Absatz 2, ASVG - spezifisch sozialversicherungsrechtliche Verpflichtungen der beitragsschuldnerischen Gesellschaft auferlegt, lässt sich auch nicht unter Heranziehung des Gesellschaftsrechts ausgleichen: Den Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung trifft zwar gem Paragraph 25, GmbHG auch die Verpflichtung zur Einhaltung öffentlichrechtlicher Vorschriften, deren Adressat die Gesellschaft ist, dies aber nur im Verhältnis zur Gesellschaft mit der Konsequenz, dass ein Verschulden des Geschäftsführers der (daher haftenden) Gesellschaft zuzurechnen ist (Hinweis SZ 27/118). Paragraph 25, GmbHG ist - abgesehen von Paragraph 25, Absatz 3, Ziffer 2, GmbHG (Hinweis SZ 51/88) - kein Schutzgesetz zu Gunsten Dritter (Hinweis zum vergleichbaren Paragraph 43, GesmbH-Gesetz Schneider in Scholz/Emmerich/Schmidt ua "Kommentar zum GmbH-G6", Paragraph 43, RZ 218 mwN; Hinweis Koppensteiner in: Rohwedder/Fuhrmann/Koppensteiner ua, Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Paragraph 43, RZ 39; Hinweis zu den Voraussetzungen einer Haftung des Geschäftsführers gegenüber Dritten nach österreichischem Recht Reich-Rohrwig, GmbH-Recht I2, 354ff; Hinweis zur vergleichbaren deutschen Rechtslage Karsten Schmidt, Gesellschaftsrecht, 815ff). Soweit aber eine Verletzung von anderen Rechtsvorschriften in Betracht käme, die dem Schutz der Gläubiger (und daher - allenfalls unter Berücksichtigung von Besonderheiten des Sozialversicherungsverhältnisses - auch der Gebietskrankenkasse) dienen, wäre die Haftung der Geschäftsführer von den betroffenen Gläubigern im ordentlichen Rechtswege geltend zu machen (Hinweis OGH
- 1998, 2 Ob 268/98, betreffend den Fall einer Geschäftsführerhaftung für Sozialversicherungsbeiträge gegenüber der Gebietskrankenkasse wegen Konkursverschleppung). Dies gilt auch für den Fall eines Schadens der Gebietskrankenkasse aus einer (auch strafrechtlich relevanten: Hinweis Paragraph 158, StGB) Gläubigerbegünstigung, weil damit ein gesetzlicher Vertreter keine spezifisch sozialversicherungsrechtliche Pflicht verletzt, sondern dem Gläubigerschutz ganz allgemein zuwiderhandelt. Ebenso wenig wie das Erfordernis einer Haftung wegen Begünstigung eines Gläubigers im Wege des Paragraph 67, Absatz 10, ASVG besteht in Wahrheit auch nicht die "Wahlmöglichkeit" zwischen der Inanspruchnahme des Geschäftsführers auf zivilgerichtlichem oder auf verwaltungsbehördlichem Wege aus ein und demselben Rechtsgrund, sofern nur zwischen spezifisch sozialversicherungsrechtlichen und anderen (ganz allgemein dem Gläubigerschutz dienenden) Verpflichtungen entsprechend unterschieden und daraus die Konsequenz für den jeweiligen Rechtsweg gezogen wird. BeachteMiterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 98/08/0192 Serie (erledigt im gleichen Sinn): 97/08/0093 E
- Dezember 2000 97/08/0105 E
- Dezember 2000 98/08/0026 E
- Dezember 2000 99/08/0118 E
- Dezember 2000 98/08/0386 E
- Dezember 2000 2000/08/0117 E
- Dezember 2000 2000/08/0104 E
- Dezember 2000 97/08/0574 E
- Dezember 2000 98/08/0273 E
- Dezember 2000 2000/08/0098 E
- Dezember 2000 2000/08/0013 E
- Dezember 2000 98/08/0418 E
- Dezember 2000 98/08/0022 E
- Dezember 2000 98/08/0244 E
- Dezember 2000 98/08/0272 E
- Dezember 2000 97/08/0656 E
- Dezember 2000 2000/08/0035 E
- Dezember 2000 96/08/0287 E
- Dezember 2000 96/08/0328 E
- Dezember 2000 98/08/0148 E
- Dezember 2000 97/08/0006 E
- Dezember 2000 99/08/0164 E
- Dezember 2000 97/08/0644 E
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- Dezember 2000 2000/08/0143 E
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- Dezember 2000 99/08/0122 E
- Dezember 2000 98/08/0091 E
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- Dezember 2000 2000/08/0148 E
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- November 2002 2000/08/0226 E
- Juni 2001 2001/08/0013 E
- Mai 2001 Besprechung in: DRdA 2002, S 48-55; ZAS 2002, 87-94; SozSi 2001, 345-350;