Lehrpläne - Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik
Bundesrecht Bundesrecht www.ris.bka.gv.at Seite 5 von 1 www.ris.bka.gv.at Seite 1 von 1 Kurztitel Lehrpläne - Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Kundmachungsorgan BGBl. Nr. 514/1992 §/Artikel/Anlage Anl. 1 Inkrafttretensdatum 01.09.1992 Außerkrafttretensdatum 05.03.1993 Beachte Klassenweise gestaffeltes Inkrafttreten (Art. I § 3) Text Anlage -------- LEHRPLAN DER BILDUNGSANSTALT FÜR KINDERGARTENPÄDAGOGIK I. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
- Art und Gliederung des Lehrplans Der Lehrplan der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter, der unterrichtliche Ziele, Inhalte und Verfahren für die Planung und Realisierung von Lernprozessen angibt und die eigenständige und verantwortliche Unterrichtsarbeit der Lehrerin/des Lehrers gemäß den Bestimmungen des § 17 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes ermöglicht, aber zugleich in ihrem Ausmaß begrenzt. Anordnung, Gliederung und Akzentuierung des im Lehrplan der einzelnen Klassen angeführten Jahresstoffes einschließlich der Auswahl der Beispiele sind der verantwortlichen Entscheidung des Lehrers überlassen. Die angegebene Reihenfolge der Sachgebiete bedeutet, wo sie sich nicht zwingend aus dem Zusammenhang des Stoffes ergibt, eine Empfehlung. Bei der Stoffauswahl ist neben dem sachlogischen Aufbau auch die Möglichkeit und Notwendigkeit exemplarischer Behandlung zu beachten. Die Mitwirkungsrechte der Schülerinnen und Schüler sowie der Erziehungsberechtigten gemäß Schulunterrichtsgesetz sind zu beachten. Der Lehrplan umfaßt - die allgemeinen Bestimmungen, - das allgemeine Bildungsziel, - die allgemeinen didaktischen Grundsätze, - die Stundentafel und - die Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände, jeweils Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff (nach Klassen gegliedert) und didaktische Grundsätze des Unterrichtsgegenstandes. Die Zielorientiertheit des Lehrplans soll in Wechselwirkung mit der Schülerorientiertheit des Unterrichts den Bildungsauftrag der Schule sichern und Gesichtspunkte zur Orientierung der Unterrichtsarbeit bieten.
- Unterrichtsprinzipien Der Schule sind viele Bildungs- und Erziehungsaufgaben gestellt, die nicht einem Unterrichtsgegenstand oder wenigen Unterrichtsgegenständen zugeordnet werden können, sondern nur fächerübergreifend im Zusammenwirken vieler oder aller Unterrichtsgegenstände zu bewältigen sind. Kennzeichnend für diese Bildungs- und Erziehungsaufgaben ist, daß sie in besonderer Weise die allgemeinen didaktischen Grundsätze der Persönlichkeitsbildung und Wissensintegration, der Aktivierung und Motivierung sowie der Lebensbezogenheit des Unterrichts berücksichtigen; kennzeichnend für sie ist ferner, daß sie nicht durch Lehrstoffangaben allein beschrieben werden können, sondern als Kombination stofflicher, methodischer und erzieherischer Anforderungen zu verstehen sind; und schließlich, daß sie unter Wahrung ihres interdisziplinären Charakters jeweils in bestimmten Unterrichtsgegenständen oder Teilen von Unterrichtsgegenständen einen stofflichen Schwerpunkt besitzen. Als solche Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die auch „Unterrichtsprinzipien” genannt werden, sind aufzufassen: - Gesundheitserziehung - Interkulturelles Lernen - Leseerziehung - Medienerziehung - Musische Erziehung - Politische Bildung (einschließlich Staatsbürgerliche Erziehung und Friedenserziehung) - Sexualerziehung (einschließlich Erziehung zu partnerschaftlichem Verhalten zwischen den Geschlechtern) - Sprecherziehung - Umwelterziehung - Verkehrserziehung - Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt - Vorbereitung auf die Anwendung neuer Techniken, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechniken - Wirtschaftserziehung (einschließlich Sparerziehung und Konsumentenerziehung) Die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien im Schulalltag erfordert eine wirksame Koordination der Unterrichtsgegenstände und der Ausnützung ihrer Querverbindungen, den Einsatz geeigneter zusätzlicher Unterrichtsmittel und allenfalls die gelegentliche Heranziehung außerschulischer Fachleute. Für diese Umsetzung bieten sich vor allem projektorientierter Unterricht und Projekte an. Die Koordination insbesondere im Hinblick auf die Anwendung in der zukünftigen Berufsarbeit der Schülerinnen und Schüler wird schwerpunktmäßig von Didaktik, allenfalls Pädagogik, wahrzunehmen sein. Die Unterrichtsprinzipien sollen jedoch nicht eine Vermehrung des Lehrstoffes bewirken, sondern zu einer besseren Durchdringung und überlegter Auswahl des im Lehrplan beschriebenen Lehrstoffs beitragen. Unterrichtsprinzipien bleiben auch gleich bedeutend, wenn in bestimmten Schulstufen zur selben Thematik eigene Unterrichtsgegenstände geführt werden.
- Unterrichtsplanung Die Lehrerin/der Lehrer hat ihre/seine Unterrichts- und Erziehungsarbeit auf der Grundlage des Lehrplans eigenständig und verantwortlich zu planen (§ 17 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes). Die Entscheidungsfreiräume im Rahmenlehrplan erfordern von der Lehrerin/vom Lehrer - die Konkretisierung des allgemeinen Bildungsziels, der Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände und der fachübergreifenden Lernbereiche („Unterrichtsprinzipien”), - die Auswahl der Lehrstoffe, - die zeitliche Verteilung und Gewichtung der Ziele und Lehrstoffe sowie - die Festlegung der Methoden und Medien des Unterrichts. Die Unterrichtsplanung hat einerseits den Forderungen des Lehrplans bezogen auf eine Schulstufe zu entsprechen und andererseits pädagogisch und didaktisch angemessen auf die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie auf aktuelle Ereignisse einzugehen. Um diesen verschiedenen Anforderungen gerecht werden zu können, erfolgt die Planung in zwei Stufen: Jahresplanung und mittelfristige Planungen. In der Jahresplanung, die in den ersten Wochen des Schuljahres zu erstellen ist, erfolgt eine erste zeitliche Anordnung der wesentlichsten Ziele und Stoffbereiche auf der Grundlage des Lehrplans. Die Reihung geschieht nach sachlogischen bzw. lehrgangsmäßigen Gesichtspunkten. Wo dies nicht sinnvoll bzw. notwendig ist, orientiert sich die Anordnung an jahreszeitlichen Gegebenheiten, Querverbindungen der Unterrichtsgegenstände, Schulveranstaltungen, Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler und ähnlichem. Ungefähre Zeitrichtwerte sollen festgelegt werden, wobei auf genügend Freiräume für aktuelle Anlässe, Wiederholungen, Übungen, Differenzierungen und ähnliches zu achten ist. Es wird empfohlen, die Jahresplanung während des Schuljahres durch mittelfristige Planungen zu ergänzen. Nun können die in der Jahresplanung festgelegten Planungsabsichten auf die jeweiligen unterrichtlichen Gegebenheiten und Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt und konkretisiert werden. Mittelfristige Planungen enthalten neben den Zielen und Inhalten eine vorläufige Festlegung der Methoden und Medien. Bei der Jahresplanung und den mittelfristigen Planungen sind entsprechend ihren Erfordernissen zu berücksichtigen: - geographische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen einer Region bzw. Hinweise auf besondere örtliche Gegebenheiten; - die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler durch entsprechende Maßnahmen der inneren Differenzierung; - die Einplanung von Lernzeiten, die der Schülerin/dem Schüler ausreichend Raum zur Wiederholung, Festigung und Einübung sichern; - die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler in einem ihrer Reife entsprechenden Ausmaß; - die Einordnung des Lehrbuches und anderer Unterrichtsmedien. In allen Unterrichtsgegenständen können in der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden: - fachbezogener und fächerübergreifender Projektunterricht, - die Gestaltung von Festen und Feiern, - Formen der inneren Differenzierung, - Schulveranstaltungen, - die Einbeziehung von Eltern und Experten in den Unterricht. Gemeinsame Planung mit Lehrerinnen und Lehrern des eigenen Unterrichtsgegenstandes oder anderer Unterrichtsgegenstände ist wünschenswert. II. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL Die Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik haben gemäß § 94 unter Bedachtnahme auf § 2 des Schulorganisationsgesetzes die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern jene Berufsgesinnung sowie jenes Berufswissen und Berufskönnen zu vermitteln, die für die Erfüllung der Erziehungs- und Bildungsaufgaben in den Kindergärten erforderlich sind, und sie zugleich zur Hochschulreife zu führen. An diesen Bildungsanstalten können ferner auch Erzieherinnen und Erzieher an Horten ausgebildet werden. Als Experten des Erziehens für den gesamten vorschulischen (frühkindlichen) Bereich und als Mitglied einer demokratisch strukturierten Gesellschaft sollen die Kindergartenpädagogen eine Dienstleistung erbringen können, die durch Vorbild, erzieherische Entscheidungsreife und kindergartendidaktische Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Dazu bedarf es auch der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung in der Ausbildungszeit. In diesem Sinne sollen alle Unterrichtsgegenstände über die Vermittlung der fachspezifischen Lerninhalte hinaus ihren Beitrag zur Förderung der Erlebnisfähigkeit und des Problembewußtseins, des selbständigen Denkens, der allseitigen sprachlichen Bildung, der Kreativität, Emotionalität und Innovationsfähigkeit und damit der intellektuellen, sittlichen und sozialen Mündigkeit leisten. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler einerseits zur kompetenten Berufsausübung und andererseits zur Studierfähigkeit geführt. III. ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE Um das allgemeine Bildungsziel zu erreichen, sind für die Unterrichtsarbeit an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik die folgenden zehn didaktischen Grundsätze, also allgemeine Leit- bzw. Richtlinien, Normen, Anweisungen, Anleitungen und Regeln, zu berücksichtigen:
- Jugendgemäßheit - Wissenschaftsorientierung - Soziales Lernen Der Unterricht ist im dreifachen Beziehungsgefüge von Personhaftigkeit des jungen Menschen, von Sachlichkeit und von Mitmenschlichkeit zu planen und durchzuführen: Zum ersten hat er die Ansprüche der Jugend auf Verständnis und Vertrauen, auf Wohlwollen und Gerechtigkeit, auf Geltung und Anerkennung, auf Sicherheit, Zugehörigkeit und Geborgenheit, auf Wertfindung, Wertorientierung und Wertbindung sowie auf Selbständigkeit zwischen Selbständigseinwollen und Selbständigseinkönnen zu berücksichtigen. Dadurch kann vor allem auch ein gesundes Selbstwertgefühl aufgebaut bzw. vertieft werden. Dementsprechend sind den Schülerinnen und Schülern dort Möglichkeiten bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts wie bei der Gestaltung des Schullebens einzuräumen, wo dies pädagogisch sinnvoll erscheint. Zum zweiten sollen insbesondere die unmittelbar berufsrelevanten Lehrstoffe den jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnisstand berücksichtigen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Verständnis für komplexe Sachzusammenhänge erwerben sowie unterschiedliche Methoden kritisch beurteilen lernen, was vor allem auch Offenheit für die Veränderung des Erkenntnisstandes einschließt. Zum dritten geht es um die zielorientierte und kontinuierliche Weiterentwicklung und Entfaltung der sozialen Kompetenzen in einer Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und Rücksichtnahme, der Kooperation und der mitmenschlichen Verantwortung. Das Sammeln von eigenen Erfahrungen beim Aufbau einer Klassen- und Schulgemeinschaft als einer Hilfe-, Aussprache-, Arbeits-, Feier- und Spielgemeinschaft ist für jede spätere Teamarbeit wie auch für eine erfolgreiche Führung von Kindergruppen von großer Bedeutung.
- Berufsorientierung und Allgemeinbildung In allen Bereichen hat der Unterricht grundsätzlich darauf Bedacht zu nehmen, der doppelten Zielstellung der Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik gerecht zu werden: nämlich die Schülerinnen und Schüler einerseits zur kompetenten Berufsausübung und andererseits zur Studierfähigkeit zu führen. Was die Berufsorientierung betrifft, sollten bei der Auswahl und Akzentuierung der Lehrstoffe sowie bei der Bestimmung der Ziele jene Einstellungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Mittelpunkt stehen, die zu einer reflektierenden Bewältigung beruflicher Situationen befähigen. Dazu gehören vor allem eine hohe Meinung vom angestrebten Beruf und die entsprechende Professionalität im Wissen und Handeln. Hinsichtlich des Anspruches der Allgemeinbildung geht es sowohl um die Vermittlung eines soliden Basiswissens und Basiskönnens als auch um die Einführung in die wichtigsten Lern-, Arbeits- bzw. Studiertechniken als wesentlicher Grundlage für die selbständige Weiterbildung und die allfällige Aufnahme eines Studiums.
- Berufsorientierung im Theorie-Praxis-Bezug Im berufsorientierten Teil der Ausbildung ist dafür zu sorgen, daß die Veranstaltungen zur praktischen Tätigkeit theoriebezogen und die Veranstaltungen zur theoretischen Reflexion praxisbezogen erfolgen. Durch den ständigen Theoriebezug der Praxis und durch das Praktischwerden der Theorie wird das unverzichtbare Ineinandergreifen von Praxis und Theorie sichergestellt. Darüber hinaus sind den Schülerinnen und Schülern in jedem Unterrichtsgegenstand Möglichkeiten der didaktischen Aufbereitung der Lehrstoffe bewußt zu machen, um sie dadurch im Hinblick auf ihre Berufsorientierung für das Problem der Didaktisierung zu sensibilisieren.
- Persönlichkeitsbildung und Wissensintegration Die Lernangebote der Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik sollen auf eine ganzheitliche Bildungswirkung abzielen und den schöpferischen Selbstaufbau der Persönlichkeit ermöglichen, welcher Körper und Geist, Gefühl, Gemüt und Wille, Denken und Handeln, Wissen und Können gleichermaßen einschließt. Bei der Auswahl der Lehrstoffe soll im Sinne dieses Bildungsprinzips einerseits auf die Gültigkeit der Inhalte, andererseits auf deren Gegenwartsbezogenheit und Zukunftsbedeutung geachtet werden. Hinsichtlich ihrer Berufsorientierung sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, sich zunehmend auch als verantwortliche Entscheidungsträger für erzieherisches Handeln zu begreifen.
- Aktivierung und Motivierung Wo immer es möglich ist, sollen bei den Schülerinnen und Schülern die Bereitschaft zum Denken und Handeln, das Interesse an kulturellen Werken, Ereignissen und Veranstaltungen, die Freude am Erleben und Erforschen der Natur, das Bedürfnis nach Auseinandersetzung mit Menschen und Ideen auch hinsichtlich des außerschulischen Lebensbereichs aufgegriffen und geweckt, unterstützt und gefördert, erweitert und vertieft werden. Dazu eignen sich unter anderem auch vorbereitende Hausaufgaben und das Reflektieren des Unterrichts. All dies führt die jungen Menschen zum selbsttätigen Bildungserwerb in verschiedenen Arbeits- und Sozialformen und darüber hinaus zur geistigen Selbständigkeit.
- Strukturierung und Exemplarität Die Forderung nach Strukturierung bezieht sich sowohl auf die Aufbereitung der Lehrstoffe als auch auf die Gestaltung des Unterrichtsablaufs. Das vorausgehende Erfassen und Verstehen der Strukturen der Inhalte durch die Lehrenden ist die wesentlichste Voraussetzung für die einsichtige Vermittlung von Strukturwissen im Unterricht. Erst eine sorgfältige Inhaltsanalyse zeigt nämlich, ob sich ein Stoffgebiet für das exemplarische oder für das orientierende, überblicksmäßige Lehren, für entdeckendes oder für informierendes Lernen eignet. Andererseits ermöglicht erst die überlegte Anordnung der Lehr- bzw. Lernschritte erfolgreiche Lernprozesse. Systematisches Lernen ist jedenfalls sowohl auf die Tiefenwirkung des Exemplarischen wie auf die Breitenwirkung des Orientierenden angewiesen.
- Lebensbezogenheit und Veranschaulichung Im Unterricht sind Lerngelegenheiten zu arrangieren bzw. aufzugreifen, die das soziale, kulturelle und naturhafte Umfeld der Jugendlichen und der Schule, die Alltagssituationen, aktuelle Ereignisse oder Praxiserfahrungen bieten. Außerdem werden die Lehrenden versuchen, den Schülerinnen und Schülern die Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit der Bildungsaufgaben und Lehrstoffe für ihr gegenwärtiges und zukünftigtes Leben argumentativ einsichtig zu machen. Die Lebensbezogenheit drückt sich auch in der Verbundenheit der Schule und des Unterrichts mit dem Leben außerhalb der Schule aus. Veranschaulichung verlangt von den Lehrenden, daß sie die Lehrstoffe dem Erleben und Erfahren der Jugendlichen mehr bzw. vielsinnig oder durch Beispiele zugänglich machen. Lernprozesse des Erkennens und Verstehens, des Denkens und Abstrahierens werden oft durch die Auseinandersetzung mit der konkreten Wirklichkeit, oft aber auch durch Nachbildungen, Abbildungen oder Symbole ermöglicht.
- Individualisierung durch Differenzierungsmaßnahmen Individualisierung verlangt von den Lehrenden, daß sie trotz der vereinheitlichenden Tendenz jedes Klassenunterrichts die Verschiedenartigkeit der Jugendlichen und ihre Bedingtheit ernst nehmen und diesen Tatsachen zu entsprechen versuchen. Dabei werden sie die unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Individuallagen der Schülerinnen und Schüler im allgemeinen sowie den sachstrukturellen Entwicklungsstand auf einem umschriebenen Sachgebiet aufgrund bisheriger Lernerfahrungen im besonderen, also die verschiedenen Bildungsvoraussetzungen, berücksichtigen (insbesondere in der ersten Klasse). Die Unterschiedlichkeiten der Schülerinnen und Schüler betreffen im einzelnen ihr Lerntempo, ihre Lernbereitschaft und Lernfähigkeit, ihre Interessen, ihre Vorerfahrungen, ihre Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft und -fähigkeit; ihre Selbständigkeit, ihre Selbsteinschätzung, eventuell besondere individuelle Begabungen und anderes. Diesen Unterschiedlichkeiten sollen die Lehrenden durch differenzierende Maßnahmen, wie zum Beispiel unterschiedlich viele oder/und schwierige Aufgabenstellungen, verschiedene Sozialformen, Lehr-/Lernmittel, Lernzeit und Hilfestellung, entsprechen. Die zusätzliche verantwortungsbewußte Berücksichtigung der wahrgenommenen Lernfortschritte jedes einzelnen schafft die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und hilft mit, unnötige Über- bzw. Unterforderungen möglichst zu vermeiden.
- Berücksichtigung verschiedener Lehr- und Lernformen Der Unterricht ist so zu führen, daß die Schülerinnen und Schüler verschiedene Formen des Wissens- und Könnenserwerbs erfahren und erproben können: das gebundene und das freie Lernen, das informierende und experimentierende, das projektorientierte und entdeckende Lernen, das wiederholende und übende Lernen sowie das Lernen im Gespräch. Durch dieses vielfältige Angebot von Möglichkeiten der Informationsaufnahme und Informationsverarbeitung sollen auch jene grundlegenden Denk- und Arbeitsmethoden erworben werden, die sowohl für das Berufsfeld Kindergarten/Hort und für die ständige Fortbildung als auch für das erfolgreiche Aufnehmen eines Studiums von Bedeutung sind. Jedenfalls bedarf das geleitete Lernen der Ergänzung durch selbständiges Lernen.
- Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrags Um die Lern- bzw. Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu erhalten und womöglich zu steigern, werden die Lehrenden versuchen, ihnen Erfolgserlebnisse im Lernen und Leisten zu ermöglichen. Dazu werden sie trachten, den Lernertrag zu sichern und zu bewahren, und zwar einerseits durch kontinuierliches, abwechslungsreiches und sinnvolles Zusammenfassen und Üben bzw. Wiederholenlassen des Wesentlichen, andererseits durch das Anknüpfen an bereits Gelerntes, das Herstellen von Querverbindungen und durch das Anwendenlassen des Gelernten in andersartigen Aufgabenstellungen und in verschiedenen Zusammenhängen. Zur Sicherung des Lernertrags eignen sich auch mündliche und schriftliche nachbereitende Hausaufgaben. Diese sind gemäß § 17 Abs. 2 des Schulunterrichtsgesetzes so vorzubereiten, daß sie von den Schülerinnen und Schülern ohne die Hilfe anderer durchgeführt werden können. Auf die Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler ist - auch unter Berücksichtigung der anderen Unterrichtsgegenstände - besonders Bedacht zu nehmen. Die Lernkontrolle und die Beobachtung der Schülerleistungen geben den Lehrenden Hinweise auf die Wirksamkeit ihrer Unterrichtsarbeit und auf Maßnahmen zu deren Verbesserung. Die Kontrolle des Unterrichtsertrags dient aber auch der Motivation der Schülerinnen und Schüler und informiert diese und deren Erziehungsberechtigte über den Leistungsstand und über Lernfortschritte. Mit den Erziehungsberechtigten hat der Lehrer auch in dieser Hinsicht die erforderlichen Kontakte zu pflegen. IV. STUNDENTAFEL (Gesamtstundenzahl und Stundenausmaß der einzelnen Unterrichtsgegenstände) --------------------------------------------------------------------- Wochenstundenzahl zusätzlich Lehrver- Pflichtgegenstände Ausbildung zum pflich- Klasse Summe Erzieher an tungs-
- Horten gruppe
- --------------------------------------------------------------------- Religion ........... 2 2 2 2 2 10 (III) Pädagogik (einschließlich Pädagogische Psychologie, Pädagogische Soziologie, Philosophie) ..... - 2 3 3 3 11 II Pädagogik für Erzieher an Horten 1 II Heil- und Sonderpädagogik .. - - - 1 1 2 II Didaktik (insbesondere Didaktik der Kindergarten- und Vorschulerziehung) 2 3 3 3 12 II 2 III Kindergartenpraxis *1) 2 4 5 5 17 III Didaktik der Horterziehung 1 2 II 2 III Hortpraxis *1) ..... 2 2 III Deutsch (einschließlich Sprecherziehung, Kinder- und Jugendliteratur) 4 3 3 3 3 16 1 I Lebende Fremdsprache 3 3 2 2 2 12 1 (I) Geschichte und Sozialkunde ...... 2 2 2 - 2 8 (III) Geographie und Wirtschaftskunde . 2 2 2 1 - 7 (III) Rechtskunde ........ - - - - 2 2 III Mathematik ......... 3 3 2 2 - 10 1 (II) Physik ............. - 2 2 2 - 6 (III) Chemie ............. - 2 2 - - 4 (III) Biologie und Umweltkunde ...... 2 2 1 2 - 7 III Gesundheitslehre ... - - - - 1 1 (III) Musikerziehung ..... 2 2 1 2 2 9 (IVa) Instrumentalmusik Gitarre *2) ...... 2 1 1 0/1 - 4/5 V Flöte *2) ........ - 1 1 1/0 - 3/2 V Rhythmisch- musikalische Erziehung ........ - 2 - - - 2 IV Bildnerische Erziehung *2) .... 2 2 2 2 0/2 8/10 (IVa) Werkerziehung *2) .. 5 2 2 2 2/0 13/11 (IV) Leibeserziehung .... 3 2 2 2 3 12 (IVa) --------------------------------------------------------------------- Wochenstundenzahl zusätzlich Lehrver- Verbindliche Übungen Ausbildung zum pflich- Klasse Summe Erzieher an tungs-
- Horten gruppe
- --------------------------------------------------------------------- Ergänzende berufskundliche Unterrichts- veranstaltungen Hauswirtschaftlich- gesundheitlicher Bereich ........ 3 - - - - 3 V Kindergartenpraxis - - 1 - - 1 III Figurenspiel/ Verkehrserziehung - - - 1 - 1 IV Buchhaltung/ Kommunikations- techniken und Gruppendynamik ... - - - 2 - 2 III --------------------------------------------------------------------- 37 39 38 36 33 183 2 4 7
(40)
(40)
(40)
(196)
(13)--------------------------------------------------------------------- Wochenstundenzahl Lehrver- Freigegenstände Summe pflich- Klasse tungs-
- gruppe --------------------------------------------------------------------- Stenotypie *3) *4) ......
(2)
(2)
(2)- - 2 (V) Instrumentenbau *3) *4) .
(2)
(2)
(2)- - 2 (V) Früherziehungspraxis .... - - - 2 2 4 III Rhythmisch-musikalische Erziehung *3) ......... - - 1 1 1 3 IV Instrumentalmusik Gitarre ............... - - - - 1 1 V Flöte ................. - - - - 1 1 V Slowenisch .............. 2 2 2 2 2 10 I Kroatisch ............... 2 2 2 2 2 10 I Ungarisch ............... 2 2 2 2 2 10 I Französisch ............. 2 2 2 2 2 10 I Italienisch ............. 2 2 2 2 2 10 I Unverbindliche Übungen Chorgesang *3) .......... 1 1 1 1 1 5 (V) Spielmusik *3) .......... - 1 1 1 1 4 (V) Praxisanleitung *3) ..... 2 2 - - - 4 III Interkulturelle Erziehung *3) *4) ..... - - -
(2)
(2)2 III Darstellendes Spiel *3) . 2 2 2 2 - 8 V Sprecherziehung ......... - 2 - - - 2 IV Literaturpflege ......... - - - 1 1 2 (III) Biologische Übungen *3)*4)
(2)
(2)
(2)- - 2 III Informatik *3) .......... 2 2 - - - 4 II Medienkunde ............. - - - 2 2 4 III Leibeserziehung ......... 2 2 2 2 2 10 (IVa) Förderunterricht Deutsch *5) ............. 2 2 2 2 2 10 (I) Mathematik *5) .......... 2 2 2 2 - 8 (II) Lebende Fremdsprache *5). 2 2 2 2 2 10 (I) Musikerziehung *5) ...... 2 2 - - - 4 (IVa) V. LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT AN DER BILDUNGSANSTALT FÜR KINDERGARTENPÄDAGOGIK (Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes)
- a)Katholischer Religionsunterricht Das Grundkonzept des Lehrplanes Der Lehrplan baut auf Catechesi tradendae und dem Österreichischen Katechetischen Direktorium auf. In seiner Struktur stimmt er mit dem neuen Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an der allgemeinbildenden höheren Schule und berufsbildenden höheren Schule überein. Für das inhaltliche Grundkonzept ist der Lehrplan der berufsbildenden höheren Schule herangezogen worden. Die spezifischen Anliegen der Schultype - in erster Linie die berufsbezogene Ausbildung in der Schule - wurden mehrfach berücksichtigt: in der Angabe religionspädagogischer Prinzipien und Themenfelder und in der Möglichkeit jedes Unterrichtsthema einer religionspädagogischen Fragestellung zu unterziehen. Daraus ergibt sich, daß
- a)jedes Thema sowohl einem theologischen wie auch einem anthropologischen Richtziel zugeordnet wird (= Wahrung der „Treue zu Gott” und der „Treue zum Menschen”);
- b)die theologischen, religionspädagogischen, anthropologischen und schulisch-didaktischen Unterrichtsprinzipien und Erziehungsanliegen das Strukturprinzip bestimmen;
- c)der Lehrstoff in Themenfelder gegliedert ist, die je nach Situation der Klasse intensiver oder mehr kursorisch behandelt werden können;
- d)die Lehrinhalte in Kernstoff und Erweiterungsstoff differenziert werden;
- e)zentrale Anliegen des Religionsunterrichtes an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik wiederholt werden, zum Teil in jeder Klasse berücksichtigt sind;
- f)grundsätzlich jedes Unterrichtsthema für eine religionspädagogische Umsetzung fruchtbar gemacht werden kann und soll;
- g)die religionspädagogischen Themenfelder die Stoffverarbeitung für den Religionsunterricht (dh. für den Schüler und den künftigen Erwachsenen) mitbestimmen. Bildungsziele und Lehraufgaben: 1. Der Religionsunterricht hat folgende Ziele zu verfolgen: - Er hat die Frage nach Gott, Welt und Leben zu wecken, zu reflektieren und dabei die Antwort aus Offenbarung und Kirche verstehbar zu machen. - Er hat insbesondere mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrunde liegt, vertraut zu machen. - Er muß in der Auseinandersetzung mit anderen Weltanschauungen und Ideologien zur persönlichen Entscheidung befähigen und zugleich Verständnis und Toleranz wecken. - Er soll versuchen, die Schüler zu einem religiösen Leben zu motivieren und aus dem Glauben zum verantwortlichen Handeln in Kirche und Gesellschaft zu ermutigen. Der Religionsunterricht soll die unterschiedlichen Voraussetzungen und Erwartungen, die der Schüler für diesen Unterrichtsgegenstand mitbringt, berücksichtigen. Das bedeutet: Er muß dem gläubigen Schüler helfen, sich bewußter für seinen Glauben zu entscheiden; dem suchenden und im Glauben angefochtenen Schüler die Möglichkeit geben, die Antworten der Kirche auf seine Fragen kennenzulernen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen; dem sich als ungläubig betrachtenden Schüler Gelegenheit geben, den eigenen Standort klarer zu erkennen oder auch zu revidieren (vgl. dazu Österreichisches Katechetisches Direktorium, S 23). Er soll - soweit es der zeitliche Rahmen zuläßt - die berufsbezogene Qualifikation für die religionspädagogische Tätigkeit als Kindergärtner und als Erzieher an Horten gewährleisten. 2. Aus dieser allgemeinen Aufgaben- und Zielbeschreibung (Globalziele) wurden für den vorliegenden Lehrplan folgende Richtziele formuliert: Der Religionsunterricht soll den Schüler befähigen: (Theologischer Gesichtspunkt) A. Welt und Mensch (im Lichte des Glaubens und der wissenschaftlichen Erkenntnisse) zu deuten; B. das befreiende Handeln Gottes für die Menschen und mit den Menschen zu sehen und anzuerkennen; C. die Bibel als Zeugnis des befreienden Handelns Gottes für die Menschen zu sehen und anzuerkennen; D. Inkulturation als Wesensmerkmal des christlichen Glaubens erfassen und zu verwirklichen; E. aus christlicher Verantwortung heraus zu handeln. (Anthropologischer Gesichtspunkt) 1. sich selbst zu verstehen und anzunehmen; 2. sich mit allen Menschen solidarisch sehen; 3. sich im Kosmos als abhängig und mitgestaltend bejahen; 4. in den Grunderfahrungen und -bedürfnissen die Sinnfrage wahrzunehmen. Die Themen sind jeweils sowohl unter dem theologischen wie auch unter dem anthropologischen Gesichtspunkt zu behandeln. Hinweise auf die Richtziele, denen ein Inhalt schwerpunktmäßig zuzuordnen ist, geben die Klammerausdrücke nach den Themen und Inhaltsangaben. Unterrichtsprinzipien und Erziehungsanliegen: Für den Religionsunterricht haben die Unterrichtsprinzipien der Schultype Geltung wie für jeden anderen Unterrichtsgegenstand. Der Religionsunterricht dient dem Wissenserwerb im Sinne der Allgemeinbildung, der berufsvorbereitenden Ausbildung und ist den Erziehungsaufgaben der österreichischen Schule (siehe § 2 SchOG) verpflichtet. Er nimmt diese Aufgaben im besonderen durch Beachtung folgender Unterrichtsprinzipien und Erziehungsanliegen wahr. 1. Theologische Unterrichtsprinzipien: 1.1. Das Prinzip der doppelten Treue zu Gott und zum Menschen in ihrer unaufhebbaren Spannung: Es wird verwirklicht durch die Zuordnung jedes Themas sowohl zu einem theologisch wie auch zu einem anthropologisch begründeten Richtziel. 1.2. Das Prinzip der inkarnatorischen Grundstruktur des christlichen Glaubens: Im Zentrum des Religionsunterrichtes steht die Person und das Anliegen Jesu Christi (Christozentrik). Daraus ergibt sich, daß der Glaube als personale Beziehung zu sehen ist und nicht nur als die Kenntnis einer mehr oder minder großen Summe von Einzelwahrheiten (vgl. Catechesi tradendae 5-9). In Person und Werk Jesu Christi findet sich alles aufgenommen und angenommen, was gut ist im Bereich der irdischen Wirklichkeiten. Person und Werk Jesu Christi sind auch nicht nur ein der Vergangenheit angehörendes Ereignis, sondern lebendige und fortwirkende Gegenwart. Die Gemeinschaft der Glaubenden, in der diese Wirklichkeit Christi anwesend bleibt, ist somit Bezugswirklichkeit des Religionsunterrichtes (Ekklesiozentrik). Inkulturation des Christentums durch Aufnahme alles Wertvollen in den christlichen Lebensvollzug und das Einbringen des Geistes Christi in alle Lebensbereiche des einzelnen der Gemeinschaften, Völker und Kulturen zeigen sich so als Grundanliegen, für die der Schüler sensibilisiert werden soll. 1.3. Das Prinzip der eschatologischen Dimension: Die in allen menschlichen und christlichen Lebenswirklichkeiten und Wahrheiten enthaltene eschatologische Dimension ist in jedem Themenkreis enthalten. Sie darf daher auch nicht auf jene Themenfelder beschränkt werden, wo sie schwerpunktmäßig behandelt wird. 1.4. Christliche Grundhaltungen als Antwort und Nachahmung der Liebe Gottes zur Welt: Alle Themen sollen unter diesem Gesichtspunkt unterrichtet werden. Es besagt, daß Liebe Motor und Motiv christlichen Handelns ist und daß jedem menschlichen Handeln in Liebe das Liebesangebot Gottes zuvorgeht. 1.5. Das Prinzip der ökumenischen Dimension: „Die Katechese darf von dieser ökumenischen Dimension nicht absehen; denn alle Gläubigen sind aufgerufen, sich je nach ihrer Fähigkeit und Stellung in der Kirche in die Bewegung zur Einheit einzureihen.” (Catechesi tradendae 32). 1.6. Das Prinzip der Integration der Einzelthemen in eine Gesamtschau: Der Religionsunterricht soll erreichen, daß die Einzelkenntnisse, die er vermittelt, nicht unverbunden für den Schüler nebeneinanderstehen. Er soll sie in sein Leben, aber auch in eine der Hierarchie der Wahrheiten (Oek. 11.) entsprechende Gesamtschau integrieren. Nach Catechesi tradendae sind die „Glaubensbekenntnisse” (beachte: Plural) geglückte Synthesen einer solchen Gesamtschau. Die in den Glaubensbekenntnissen gegebenen Formulierungen der Glaubensinhalte sind gleichsam das „Gefäß”, in das der Schüler die Erfahrung und die Erkenntnis dieser Glaubensinhalte einbringen und festhalten kann. Die Systematik der Glaubensbekenntnisse wird dabei im Lehrplan nicht als Form der Anordnung des Lehrstoffes oder der Lehrgänge gesehen, sondern - der ursprünglichen christlichen Tradition entsprechend - als Endpunkt, in den Einzelthemen münden. 2. Religionspädagogische Unterrichtsprinzipien: 2.1. Das Prinzip der Symbolerschließung: Menschliches Leben braucht sinnvoll erfahrbare Zeichen. Sie repräsentieren Wirklichkeit und stiften Gemeinschaft. Sie stellen Entscheidendes dar und sind als Geschehen wirksam. Für die religionspädagogische Arbeit erschließen Symbole elementare Glaubensinhalte, wie die Geheimnisse des Glaubens. Der künftige Kindergärtner soll Symbole entdecken und erschließen können, für sein eigenes Leben und für die Kinder, die seiner erzieherischen Verantwortung anvertraut sind. 2.2. Das Prinzip der ganzheitlichen Erziehung: Erziehung ist das Geschehen, das den Menschen in seiner Ganzheit betrifft. Menschsein verwirklicht sich in der dauernden Bezogenheit von leiblichen, gefühlsmäßigen und geistigen Vorgängen. Das Kind nimmt sich und diese Beziehungen zu anderen Personen als Ganzheit wahr und darf deshalb nicht spezialisiert und eindimensional (zB nur Wissensvermittlung) erzogen und gebildet werden. Der künftige Kindergärtner soll diesen Ansatz einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung für sich beanspruchen und anwenden können. Er legt damit die Basis, ganzheitliche Erziehungsprozesse gestalten zu können. 2.3. Das Prinzip der Schulung religiöser Grundfähigkeiten („Kräfteschulung”): Die im Menschen grundgelegten Kräfte (im Sinne von Anlagen, Fähigkeiten, Tugenden), wie zB ehrfürchtiges Handeln, danken, staunen können, Meditationsfähigkeit usw., brauchen, damit sie wirksam werden, Entfaltung und Schulung. Dabei geht es nicht nur um das „passive” Training einer Kraft. Im Rahmen verschiedenster Begegnungen und Erlebnisse soll eigenes Verhalten aufgebaut werden und damit die Fähigkeit gefördert werden, einzelne Kräfte selbständig in Gebrauch zu nehmen. 2.4. Das Prinzip der situationsorientierten Erziehung: Lebenssituation der Lernenden und zu Erziehenden stehen im Mittelpunkt jedes Erziehungs- und Lernvorgangs. Dieser Ansatz braucht das Wissen um den Entwicklungsstand, die Kenntnis von der jeweiligen Lebenssituation des Schülers bzw. des Kindes. Tradition und erlernbare Inhalte verlieren nicht an Bedeutung. Sie werden zum „Sinn” für den Menschen, indem sie aus der und in die Situation des zu Erziehenden gedeutet und damit angemessen bewältigt werden. Vorgegebene Situationen werden interpretiert, fehlende Situationen müssen ermöglicht werden, und zwar in der Art, daß sich Schüler und Kinder darin selbst wiederfinden können („echte Situationen”). 2.5. Das Prinzip der Elternbildung aus der Sicht der erzieherischen Verantwortung: Eltern sind die ersten Erziehungsberechtigten ihres Kindes. Dieses Recht gilt auch dann, wenn das Kind anderen Erziehungsverantwortlichen (zB im Kindergarten oder in der Schule) überantwortet wird. Eltern bejahen mit ihrer Wahl einer Erziehungsstätte deren Erziehungskonzept und -ziel, dürfen aber auch von dieser Respekt vor ihrer Erziehungskompetenz erwarten. Der Religionsunterricht soll diese Kompetenzverteilung ernst nehmen, das wechselseitige Einwirken aller an der Erziehung des Kindes beteiligten Personen ansprechen, zur Kooperation und zur Lösung der damit verbundenen Probleme anregen. 2.6. Das Prinzip der Zeugnisgabe durch den Kindergärtner: Die Glaubensüberzeugung des Kindergärtners hat Vorbildfunktion. Der Religionsunterricht soll diesen Grundvorgang im erzieherischen Bemühen theologisch und pädagogisch transparent machen. Der künftige Kindergärtner soll sich bewußt werden, daß jede Qualität der Lebensdeutung auf die Handlungsmuster der Kinder Einfluß nimmt. 3. Anthropologische Unterrichtsprinzipien: 3.1. Das Prinzip der Beachtung der individuellen und sozialen Beziehungen: Die Treue zum Menschen verlangt die Beachtung der jeweiligen Reifestufe des Schülers. Noch mehr als in anderen Unterrichtsgegenständen muß dieses Prinzip die konkrete Arbeit in den einzelnen Klassen bestimmen. Es schließt nicht nur das Bemühen um einen partnerschaftlichen Unterrichtsstil ein, es ist auch Fundament für andere anthropologische (zB Schülergemäßheit) und schulisch-didaktische (zB Schülerselbsttätigkeit) Unterrichtsprinzipien. 3.2. Das Prinzip der Schülergemäßheit: Wie das gesamte katechetische Wirken der Kirche ist auch der Religionsunterricht Dienst am Menschen (Österreichisches Katechetisches Direktorium 1.1.). Die Beachtung des Schülers, seiner Anliegen, Fragen, Nöte, Sehnsüchte, seiner Bedürfnisse und seines Bedarfes müssen daher die Arbeitsweisen und das Ausmaß der Intensität einzelner Themen mitbestimmen. Die Aufmerksamkeit des Religionslehrers muß jedem einzelnen Schüler gelten. Jeder sollte sich angesprochen fühlen und seine Anliegen einbringen können. Der Schüler ist nach der Bischofssynode 1977 nicht Objekt, sondern Subjekt der Katechese. 3.3. Das Prinzip der Lehrergemäßheit: Aus der obengenannten Struktur des christlichen Glaubens und aus der Tatsache, daß Unterricht und Erziehung immer ein dialogisches Geschehen sind, darf der Lehrer sich nicht nur als Organisator von Lernprozessen sehen. Er hat das Recht und die Pflicht, seine eigene Persönlichkeit mit ihren Charismen und Begabungen in den Religionsunterricht einzubringen. Eine Grenze findet dieses Prinzip in der Tatsache, daß der Religionslehrer nicht nur seine eigene Meinung, sondern die Lehre Christi und die der Kirche zu vermitteln hat. 3.4. Das Prinzip der Erfahrungsorientierung: Bei jedem Themenfeld sind die einschlägigen Erfahrungen, die die Schüler mitbringen, aufzugreifen. Aufgabe des Religionsunterrichtes ist es, diese Erfahrungen auch zu deuten und eine kritische Reflexion zu ermöglichen. Der Religionsunterricht soll aber auch neue Erfahrungen vorbereiten und ermöglichen (vgl. dazu Religionspädagogische Prinzipien, 2.4.). 3.5. Das Prinzip der Sprachbildung: Als geschichtliche Religion wird christlicher Glaube in Worten und Sprachgestalten weitergegeben und bezeugt. Viele dieser Sprachgestalten sind nur aus dem Lebenskontext verständlich, in dem sie ihre Ausprägung erfuhren (vgl. Redegattungen in der Bibel; philosophische Fachausdrücke in dogmatischen Texten). In höheren Schulen soll der Religionsunterricht die damit verbundenen Verstehensprobleme bewußtmachen und Hilfen zum richtigen Verständnis anbieten. Der Verbalisierung eigener religiöser Erfahrungen und dem Glaubensgespräch kommen zudem immer größere Bedeutung zu, besonders im Hinblick auf den den Glauben vermittelnden Beruf eines Kindergärtners. Das Prinzip der Sprachbildung besagt, daß bei allen Themenkreisen diese Anliegen zu beachten sind. 3.6. Das Prinzip der Gesellschaftsbezogenheit: Christlicher Glaube realisiert sich nicht nur im privaten Bereich. Er nimmt auch im gesellschaftlichen Bereich einen großen Raum ein. Wo immer dies möglich ist, soll auf einschlägige Probleme und Fragen der Gesellschaft und der künftigen Verantwortung des Schülers gegenüber der Gesellschaft Bezug genommen werden. 3.7. Das Prinzip des geschichtlichen Denkens: Christentum ist eine historisch gewordene und wachsende Religion. Christliches Leben schließt darum wesentlich das Gedächtnis an das Heilswirken Gottes in der Geschichte (Ahamnese) ein. Soweit möglich, sollten die Themen aus ihrem Gewordensein heraus verständlich werden. Daher können Teilabschnitte und Anliegen der Kirchengeschichte bei anderen Themen eingebracht werden. Da Zukunft immer auch Herkunft ist (Heidegger), umfaßt das Prinzip des geschichtlichen Denkens neben dem kritischen Blick auf die Vergangenheit immer auch den planenden Blick auf die Zukunft. 3.8. Elternarbeit - Familienbezogenheit: Nach soziologischen Untersuchungen urteilen und handeln junge Menschen gerade im religiösen Bereich stark familienkonform (L. A. Vaskovics). Deshalb ist bei jedem Themenfeld auch die Familie des Schülers zu beachten. Unter Beachtung der psychischen Situation des jungen Menschen, seiner fortschreitenden Selbständigkeit und seiner Religionsmündigkeit ist eine Zusammenarbeit des Religionsunterrichtes mit den Familien und Eltern zu suchen. Dem jungen Menschen sollen sowohl Hilfen zur Selbständigkeit wie auch zur Wahrnehmung seiner Aufgaben in der eigenen gegenwärtigen Familie und in seiner zukünftigen Familie angeboten werden. Bewährt haben sich gemeinsame Veranstaltungen von Schülern und Eltern (Seminare, Feiern, Aktionen). Die Sprechstunde und der Elternsprechtag behalten als Mittel der Kooperation von Religionsunterricht und Elternhaus ihre Bedeutung und sind gewissenhaft vorzubereiten und durchzuführen. 4. Schulisch-didaktische Unterrichtsprinzipien: 4.1. Das Prinzip der Lebensnähe: Der Religionsunterricht soll „vom Leben her” und „zum Leben hin” erziehen. Dabei sind nicht nur das individuelle Leben des Schülers und die Klassengemeinschaft zu sehen, sondern die Gesamtheit des Lebens in der modernen Welt mit ihren Strukturen, Problemen, Möglichkeiten und Aufgaben (vgl. auch § 2 SchOG). 4.2. Das Prinzip der Anschaulichkeit: Im traditionellen Verständnis fordert dieses Prinzip eine konkrete Unterrichtsgestaltung, die Einbeziehung von Veranschaulichungshilfen, der Erfahrungen aus der Kindergartenpraxis und der berufsbezogenen Gegenstände. Im Religionsunterricht ist darüber hinaus zu beachten, daß es neben der äußeren Anschauung, neben sinnenhaft Faßbarem und neben der konkreten Vorstellungswelt auch das breite Gebiet der „inneren Anschauung” (Erfahrung, Meditation, Innerlichkeit), der geistig-geistlichen Anschaulichkeit und Veranschaulichung gibt. Der Schüler höherer Schulstufen ist zwar zu abstrakten Denkleistungen fähig und fordert sie auch in vielen Bereichen. Dennoch sollte das Anliegen des Konkreten und der Konkretisierung auch dort ernstgenommen werden. 4.3. Das Prinzip der Schülerselbsttätigkeit: In allen Schulstufen hat das „Lernen durch Tun” seine große Berechtigung. In der Oberstufe fordert die zunehmende Selbständigkeit und Selbstverantwortung und die Religionsmündigkeit ein spezifisches Beachten dieses Unterrichtsprinzips. Formen der Wahrung dieses Prinzips sind nicht nur die Arbeitsweisen und Methoden der Schülerselbsttätigkeit. Soweit möglich sind die Schüler auch bei der Wahl der Methoden, bei der Erarbeitung der Themenreihung und ähnlichem heranzuziehen. Das Bemühen um größtmögliche Schülerselbsttätigkeit innerhalb des Unterrichts steht im Dienst der Hilfe zu Selbständigkeit in Glaube und Leben. Vom Religionslehrer erfordert die Beachtung dieses Prinzips das Ernstnehmen der Schüler und den damit verbundenen Takt, aber auch das Bewußtsein, daß er nur bezeugen, appellieren, anbieten kann, daß die letzten religiösen und ethischen Entscheidungen aber nicht in seine Hand gegeben sind. 4.4. Das Prinzip des exemplarischen und orientierenden Lernens: Religionsunterricht kann und will nicht die gesamte Theologie vermitteln. Unbeschadet der Forderung nach einer Gesamtschau macht es die Situation der Schüler und der Klassen notwendig, das Prinzip des Exemplarischen zu beachten. Was etwa am Beispiel eines Sakramentes erschlossen wurde, kann man auf andere Sakramente beziehen. Viele Anliegen können auf Grund der zur Verfügung stehenden Zeit nur in exemplarischer Auswahl behandelt werden. Die Auswahl muß immer im Blick auf die Gesamtheit des Stoffbereiches und die Situation des Schülers erfolgen. Zu beachten ist, welche Einzelinhalte und Einzelziele in der zur Verfügung stehenden Zeit behandelt werden können. Die Auswahl ist immer auch fachspezifisch zu rechtfertigen. Orientierendes Lernen verhilft dem Schüler dazu, sich in einem Thema selbst zurechtzufinden. Es bietet Hilfen zu eigenem Weiterdenken und Weiterlernen an. 4.5. Das Prinzip der Methodenvielfalt: Grundsätzlich ist jeder Religionslehrer in der Methode frei. Die gewählte Methode muß jedoch dem Inhalt, dem Schüler, dem Ziel und dem Lehrer entsprechen. Zu beachten ist der sinnvolle Einsatz verschiedener Methoden (Abwechslung). Dies kommt vor allem den unterschiedlichen Persönlichkeiten bei den Schülern (vgl. visuelle, auditive und kinästhetische Typen) entgegen. 4.6. Das Prinzip der Fächerverbindung und der Kooperation; Wo immer es möglich ist, sollten Querverbindungen und Kontakte zu den anderen Unterrichtsgegenständen gesucht und hergestellt werden, ohne aber das eigenständige Ziel des Religionsunterrichtes aus dem Auge zu verlieren. Für den Religionsunterricht an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik ist gerade im berufsbezogenen Teil (Religionspädagogik) mit den berufsbildenden Fächern, wie zB Pädagogik, Kindergarten- bzw. Hortpraxis, Didaktik, notwendig. Die Zusammenarbeit von Vertretern verschiedener Unterrichtsgegenstände ist gerade in diesem Schultyp geboten, dh. eigentlich Anliegen aller Lehrpersonen. An möglichen Maßnahmen sind beispielhaft zu nennen: Kooperation im geplanten fächerübergreifenden Unterricht, Beratung und Ergänzung in „Grenzgebieten”, Beteiligung an Klassenkonferenzen. 4.7. Das Prinzip der Festigung des Unterrichts- und Erziehungsertrages; Neben der Motivation und der Anleitung zur eigenen außerschulischen Arbeit des Schülers dienen diesem Anliegen Wiederholungen und das Prinzip der Themenwiederkehr: Zentrale Anliegen kehren unter unterschiedlichem Aspekt in mehreren Schuljahren wieder. 5. Erziehungsanliegen: 5.1. Als integrierender Teil der österreichischen Schule hat der Religionsunterricht seine spezifischen Beiträge zu den Erziehungs- und Bildungsaufgaben der österreichischen Schule zu leisten. Vor allem trifft dies für folgende Bereiche zu: - Medienerziehung, - Politische Bildung, - Sexualerziehung, - Erziehung zur Partner- und Elternschaft, - Gewissensbildung, - Friedenserziehung, - Erziehung zu verantwortlicher Haltung im Beruf, - Erziehung zu einem integrativen Lebensstil. 5.2. Die religionspädagogische Zielsetzung erfordert ua. eine besondere Beachtung der Gebetserziehung und der liturgischen Bildung (im Sinne der Eigenerfahrung des Schülers und künftigen Kindergärtners). Lehrinhalte Verbindliches Minimum an Lehrinhalt stellen die Themenfelder der einzelnen Klassen dar. Diese Themenfelder müssen in den Klassen, wo sie vorgesehen sind, zur Sprache kommen. Das Ausmaß und die Intensität wird durch die Situation der Schüler (Vorwissen, Aufnahmebereitschaft und ähnliches) bestimmt. Es ist möglich, einzelne Aspekte eines Themas oder ein Themenfeld zur Gänze im Rahmen der übrigen Themen einzubringen. Bei begründeten Raffungen (Stundenentfall) wird der Minimallehrplan erfüllt, wenn jedes der Themen mindestens im Ausmaß einer Unterrichtseinheit zur Sprache kommt. Die in diesem Fall notwendigen Beschränkungen müssen jedoch die Grundaussage des Kernstoffes wahren. Diese Beschränkung bietet dem Religionslehrer die Möglichkeit, neben dem Verpflichtenden Lehrstoff auf andere Anliegen einzugehen, die die Schüler bewegen oder brauchen. Dabei werden in den meisten Fällen Inhalte aufgegriffen werden, die im Lehrplan an anderer Stelle oder in anderem Zusammenhang genannt sind. Die Summe des bei den Lehrinhalten angegebenen Kernstoffes und des Erweiterungsstoffes ergibt einen Maximallehrplan, der zur Gänze nicht durchgeführt werden kann. Die im Erweiterungsstoff angegebenen Inhalte sind mögliche Erweiterungen, aus denen der Religionslehrer je nach Situation der Klasse eine Auswahl treffen kann. Die beim Kernstoff angegebenen Inhalte sind nicht mit Stundenthemen identisch. Ein Teil dieser Inhalte ist für den Schüler eine Wiederholung aus früheren Schulstufen. Der Kernstoff umfaßt auch das erwartete Maturawissen im Sinne einer dem Schüler zumutbaren Gesamtschau. In der folgenden Lehrstoffangabe sind die Kapitel, die sich auf den Schüler beziehen, in Normalschrift, jene, die die Berufspraxis des Kindergärtners zum Gegenstand haben, in Kursivschrift gesetzt. 1. Klasse (2 Wochenstunden): GEMEINSAM UNTERWEGS FRAGEN AN MEIN LEBEN 1.1. Religionsunterricht und religiöse Erziehung (E 2, E 3) Kernstoff: 1. Schule: Lebens- und Arbeitsraum des Schülers (E 2). 2. Religion als Unterrichtsthema und Religion als Lebensvollzug (E 3). 3. Aufgaben und Gestaltung des Religionsunterrichtes an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (B 4). 4. Religiöse Erziehung im Kleinkindalter - Thema des Religionsunterrichtes an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (Überblick) (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Die Kirche als Bildungsträger und Träger von Erziehungseinrichtungen (D 2) (Bedeutung der Kirche für Bildungsarbeit, Leistung für Kultur, für die Erziehung, für die Schulen usw.). 1.2. Der Mensch auf der Suche nach Glück und Sinn (A 4, B 4) Kernstoff: 1. Der Jugendliche in der Umbruchsituation (B 2). 2. Die Suche des Menschen (des Kindes) nach dem Glück und Sinn (A 4). 3. Der Zusammenhang von Glück und Lebenssinn (A 4). 4. Gott - Urheber des Glücks (B 4). Erweiterungsstoff: 11. Zeichen und Symbole für das Glück (A 4). 12. Zukunftserwartungen und Sinnfrage des Menschen (A 4). 13. Scheinantworten auf die Sinnfrage (A 4). 14. Beispiele menschlicher Sinnfindung (biblische Texte, Geschichten, Märchen, Bilder ...) (A 4). 1.3. Berufung zum Leben aus dem Glauben (A 1,E 1) Kernstoff: 1. Leben als Ruf und Antwort, als Gabe und Aufgabe (A 1). 2. Vorfelder des Glaubens (Vertrauen, Zuwendung, Geborgenheit, Aufbruch, Hören, Miteinander sprechen usw.) (A 1). 3. Glaube - Glaubensschwierigkeiten - Zweifel - Unglaube (A 1/E 1). 4. Verständnis von und Beispiele für Glauben aus der Bibel (C 2). 5. Glaubenszeugnis - Glaubensfeier - Glaubenstat (E 1). Erweiterungsstoff: 11. Beispiele von gläubigen Menschen aus Geschichte und Gegenwart - Heilige (D 2, E 2). 12. Die Bedeutung des Vorbildes für die Entwicklung des Glaubens (E 2). 1.4. Leben mit Leid und Tod (A 4, C 4, E 4) Kernstoff: 1. Lebensverlust und Lebensgewinn (Erhebung von Erfahrungen) (A 4). 2. Der Umgang des heutigen Menschen mit Leid und Tod (E 4). 3. Leid und Tod im Leben eines Kindes (A 4). Erweiterungsstoff: 11. Verdrängung und Bearbeitung von Leid und Tod (A 4). 12. Eschatologie (B 4, D 4). 13. Das Sakrament der Krankensalbung (B 4). NACH GOTT FRAGEN 1.5. Der Glaube an den einen Gott (A 1, B 1, D 1) Kernstoff: 1. Gottesvorstellungen junger Menschen (A 1). 2. Möglichkeiten der Gotteserfahrung (A 1). 3. Gott im Mitmenschen begegnen - Zeugen der Gotteserfahrung (A 1). 4. Gotteserfahrungen des Kleinkindes - „Spuren Gottes” in der kindlichen Welt (A 1). Erweiterungsstoff: 11. Das Verhältnis von Glaube und Wissen (D 1). 12. Gotteserfahrungen in Kunst und Literatur (D 3). 13. Das Gottesbild in Kinderbüchern (D 3). 1.6. Gotteserfahrungen in der Bibel (C 1) Kernstoff: 1. Beispiele der Gotteserfahrung im Alten Testament (C 2). 2. Jesu Gottesbild und Gottesbeziehung (C 1). 3. Gott, der befreit und mitgeht: (Dtn. 6,20-25; Lk. 1,46-55 ...) (C 4). 4. Der nahe und der ferne Gott (zB Ps. 22) (C 1). 5. Biblische Vorstellungen über Gott für das Kleinkind (C 1). Erweiterungsstoff: 11. Die Schöpfung - der schaffende Gott (C 3). 12. Vaterbild und Gottesbild (A 1, C 1). 13. Der Monotheismus - das erste Gebot (C 4). 1.7. Glaube und Gottesbild in den Konfessionen und Religionen (A 4, B 4) Kernstoff: 1. Überblick über die wichtigsten christlichen Konfessionen (D 4). 2. Wesensmerkmale der außerchristlichen Religionen: Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Universismus (A 2). Erweiterungsstoff: 11. Verbreitung der Konfessionen und Weltreligionen (A 2). 12. Die Aussagen des 2. Vatikanums zu den Andersgläubigen (D 4). DER EINZELNE UND DIE GEMEINSCHAFT 1.8. Grundbedürfnisse des Menschen (A 1) Kernstoff: 1. Grundlegende Bedürfnisse des Menschen in materieller, geistiger, sozialer und religiöser Hinsicht (A 1, B 1). 2. Grundbedürfnisse des Kindes, wie Angenommensein, Geborgenheit, Vertrauen, Versöhnung, Gemeinschaft, Liebe ua. (A 2, B 2). 3. Leben mit christlichen Grundwerten (E 4). Erweiterungsstoff: 11. Allgemein anerkannte Werte in den Religionen (B 4). 12. Die Bedürfnisse des Schülers gegenüber der Klassengemeinschaft (E 2). 13. Werterziehung nach christlichen Grundsätzen (E 4). 1.9. Leben in Gemeinschaft (E 2) Kernstoff: 1. Bedeutung und Aufgaben von Gemeinschaften: Familie, Schule, Kirche, Staat (E 2). 2. Das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft (A 2, E 2). 3. Die Gemeinschaft der Glaubenden - Kirche (D 2). 4. Probleme, die in und durch die Gemeinschaft entstehen und deren Bewältigung (E 2). 5. Die Bedeutung und die Möglichkeiten gemeinschaftlichen Lebens im Kindergarten (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Kirchliche Jugendgemeinschaften (E 2). 12. Kirchliche Erneuerungsbewegungen (D 2). 13. Die Gemeinschaft der Heiligen (D 2). 14. Das „ausgeschlossene” Kind (E 2). VOLLZÜGE DES GLAUBENS 1.10. Gestalt des christlichen Lebens (D 1, E 1) Kernstoff: 1. Die eigene Glaubensgeschichte (E 1). 2. Ausdrucksformen und Grundzüge des katholischen Glaubenlebens (D 1, E 1). 3. Leben mit der Kirche (E 2). 4. Feste des katholischen Glaubens und das Kirchenjahr (D 4). 5. Kirchliche Feste in der Kindergartenarbeit (E 4). 6. Möglichkeiten christlichen Lebens für das Kleinkind (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Möglichkeiten religiöser Bildung (E 2). 2. Klasse (2 Wochenstunden): FREIHEIT UND SINNVOLLE BINDUNG FREI WERDEN UND FREI SEIN 2.1. Freiheit und Verantwortung (A 4, E 1) Kernstoff: 1. Freiheit als Wesensmerkmal des Menschen (A1). 2. Freiheit für und Freiheit von (A 4). 3. Freiheit und Normen (A 2, E 2). 4. Freiheit und Gewissen (E 1). 5. Menschliche Entscheidungsfreiheit (A 1, E 1). 6. Freiheit und Verantwortung (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Jesus Christus und seine Freiheit bewirkende Botschaft (C 4). 12. Das Kind und dessen persönliche Freiheit (A 4). 13. Freiheit durch Regeln geschützt (E 2). 14. Fehlformen der Freiheit (A 2). 15. Freiheitsberaubung in unserer Zeit (A 2). AUFBRÜCHE UND PROTEST 2.2. Jugend im Aufbruch (A 2) Kernstoff: 1. Jugendliche auf der Suche nach neuen Lebensformen (A 4). 2. Jugendkultur als Protest gegen Erstarrung in der Gesellschaft (A 2). 3. Aufbruch und Protest Jesu gegen verschiedene Strömungen und Verhaltensweisen seiner Zeit (C 1). 4. Flucht in die Sucht: Drogen, Alkohol, Medikamente ... (A 4). 5. Die „Eigenart” des Kindes im religiösen Verhalten (A 4, E 4). Erweiterungsstoff: 11. Jugend zwischen Aufbruch und Flucht: Alternativgruppen und Aussteiger (A 2). 12. Das Engagement der Jugend für den Frieden (E 2, A 2). 2.3. Sekten und religiöse Bewegungen (A 4) Kernstoff: 1. Sekten: Eine Herausforderung für die großen Kirchen (A 2). 2. Sekten und Neue religiöse Bewegungen (Jugendreligionen) (A 2). 3. Umgang mit Vertretern der Sekten und Jugendreligionen (E 4). 4. Gespräche mit betroffenen Eltern und Kindern, die mit diesen Gruppen in Berührung gekommen sind (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Der Unterschied zwischen kirchlichem und sektiererischem Umgang mit der Bibel (C 4). 12. Die im Bundesland/in der Diözese tätigen Sekten und Neuen religiösen Bewegungen (D 4). 13. Sekten als kirchengeschichtliches Phänomen (Längsschnitt) (D 4). 2.4. Aufbrüche im Geist Gottes (D 2, E 2) Kernstoff: 1. Berufungen, Charismen, Aufbrüche im Geiste Gottes (C 2). 2. Berufungen, Impulse, Aufbrüche in der Geschichte der Kirche: Heilige (D 2). 3. Das Pfingsereignis als Aufbruchserfahrung (B 2, C 2). 4. Umkehr und Reform als dauernder Auftrag der Kirche (D 2, E 2). 5. Veränderungen im Glaubensverhalten des Erziehers durch das Kind (E 2). 6. Neue Wege in der religiösen Erziehung im Kleinkindalter (E 4). Erweiterungsstoff: 11. Jugend in der Erwachsenenkirche (E 2). 12. Charismatische Bewegungen (D 2). 13. Basisgemeinden in der Kirche (D 4). 14. Gelebte Ökumene am Beispiel von Taize (D 2). PARTNER SEIN - GEMEINSCHAFT 2.5. Vielfalt der Berufungen durch Gott und die Antworten des Menschen (D 2, E 2) Kernstoff: 1. Gezielte Lebensgestaltung und Berufsvorbereitung als Auftrag und Aufgabe (E 2). 2. Berufung zum Dienst im Licht der Bibel (C 2). 3. Das allgemeine Priestertum als Berufung zu verschiedenen Diensten in und an der Kirche, in und an der Welt (E 2). 4. Das Weihesakrament als Berufung zum Dienst (D 2, E 2). 5. Leben nach evangelischen Räten (E 2). 6. Laientheologen - Form des kirchlichen Dienstes (E 2). Erweiterungsstoff: 12. Berufen zum Beruf eines Kindergärtners (E 2). 13. Die Aufgabe der Frau in der Kirche (E 2). 14. Berufungsgeschichten in der Bibel (C 4). 2.6. Sinn und Bedeutung von Freundschaft (A 2) Kernstoff: 1. Freundschaft als Weg der Selbstfindung und Glückserfahrung (A 1). 2. Merkmale von Freundschaft: Treue, Wahrhaftigkeit, Achtung, Rücksichtnahme, Verzicht, Hingabe (A 4). 3. Gefährdung und Fehlformen der Freundschaft (A 2). 4. Nähe und Distanz des Kindergärtners zum Kind (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Beispiele für Freundschaft in der Bibel (C 2). 12. Symbole für Freundschaft (D 4). 13. Freundschaft, Kameradschaft, Liebe (A 2). 14. Wert der Beziehungen im Kindergarten für die religiöse Entwicklung des Kindes (E 4). 2.7. Familie und Gruppe als Orte sozialen Lernens (A 2) Kernstoff: 1. Die Familie - die erste soziale Erfahrung im menschlichen Leben (A 2). 2. Vermittlung von Werten durch die Familie (A 4). 3. Familie und Gruppe als Orte der Identitätsfindung (A 1). 4. Aufgabe des Jugendlichen in der Familie und Gruppe (E 1). 5. Die Bedeutung des Kindes für die Familie (A 2). 6. Unvollständige Familien (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Gefährdung der Familie in der heutigen Zeit (A 2). 12. Kommunikationsformen in Gruppe und Familie (A 2). 13. Sicht und Ernstnahme familienbedingter Probleme im Leben eines Kindes (Hilfestellung aus christlichen Überlegungen) (E 2). 2.8. Gemeinschaftsbildung in Schule und Kirche (A 2, E 2) Kernstoff: 1. Schülererfahrungen von Gemeinschaft in Schule und Kirche (A 2, E 2). 2. Kirche als Gemeinschaft und Institution (D 2, E 2). 3. Notwendigkeit personaler Beziehungen für den Aufbau kirchlicher Gemeinschaft (B 2, E 2). Erweiterungsstoff: 11. Gemeinschaftsbildung in der Schule (Schülervertretung, Freundschaften, Interessensgruppen, Schulpartnerschaft) (A 2). 12. Außenseiter in der Schule (A 2). 13. Formen der Gemeinschaftsbildung in der Kirche (E 2). MIT JESUS IN FREIHEIT VERBUNDEN 2.9. Jesus von Nazareth in seiner Zeit und Umwelt (C 2) Kernstoff: 1. Biblische und außerbiblische Zeugnisse (C 2, D 2). 2. Jesus als historische Persönlichkeit (C 1). 3. Das Leben und das Land Jesu für das Kleinkind (C 2). 4. Gruppierungen und Parteien im Judentum zur Zeit Jesu und deren Messiaserwartungen (C 2). 5. Die Religionskritik Jesu (C 4). 6. Palästina zur Zeit Jesu (C 2). Erweiterungsstoff: 11. Unterschiedliche Vorstellungen von Jesus und Erwartungen an ihn (Geschichte und Gegenwart) (A 2, D 2). 12. Verhältnis zwischen Judentum und Christentum (E 2). 2.10. Jesus Christus - Der Erlöser (B 4, C 4, E 2) Kernstoff: 1. Jesus Christus - Gottes Sohn (B 4). 2. Menschen begegnen Jesus und finden in ihm Christus (B 2, E 2). 3. Leben, Sterben und Auferstehen als Erlösungsgeschehen (C 4, B 4). 4. Erlösungserfahrungen für das Kind (A 1, B 1). Erweiterungsstoff: 11. Christen in der Nachfolge Jesu (E 2). 12. Das Jesusbild in den Evangelien (C 4). 13. Der Christusglaube in Geschichte und Gegenwart (D 4). 2.11. Die Bibel im Leben eines Christen (C 4, E 4) Kernstoff: 1. Frohbotschaft und Zeugnis als Grundstruktur der Bibel (C 4). 2. Die Entstehung der biblischen Schriften (C 2). 3. Die Schriften des Alten und des Neuen Testaments (C 2). 4. Methodische Zugänge zu biblischen Texten (C 4). 5. Die Bedeutung der Bibel im kirchlichen Leben und im Leben einzelner Menschen (C 4, E 4). 6. Biblische Inhalte für Kinder (C 2). Erweiterungsstoff: 11. Die Bibel als Literatur (C 2). 12. Wichtige bibelwissenschaftliche Informationen: Offenbarung, Kanon, Irrtumslosigkeit, Inspiration ... (B 2). 13. Entfaltung der biblischen Wahrheit durch das Lehramt der Kirche (B 2, C 2). 14. Christen leben mit und nach der Schrift (Beispiele und Formen) (E 4). 3. Klasse (2 Wochenstunden): DEN GLAUBEN LEBEN - HANDELN AUS DEM GLAUBEN GLAUBE: URSPRUNG UND GESTALT 3.1. Zum Glauben kommen - Taufe (B 2, D 2) Kernstoff: 1. Wege zum Glauben (B 4). 2. Die religiöse Entwicklung des Kindes (E 2). 3. Vermittlungsprozesse von Glauben an das Kind (E 2). 4. Die erste Glaubensentscheidung: die Taufe (B 3). 5. Jesus Christus: Grund des Glaubens (C 2). Erweiterungsstoff: 11. Urvertrauen - Urangst (A 4). 12. Das ungetaufte Kind im Kindergarten (E 2). 13. Taufe und Ökumene (D 3). 14. Das Patenamt (E 2). 15. Die Kindertaufe (B 2, D 2). 16. Markante Glaubensgestalten für das Kleinkind (D 2). 3.2. Glaube als Haltung und Tat - Firmung (B 2, E 2) Kernstoff: 1. Gelebter Glaube (E 1). 2. Die Glaubensfähigkeit des Kindes (A 2, E 2). 3. Firmung als bewußte Entscheidung für den Glauben (B 1, E 1). 4. Leben mit dem Hl. Geist (B 2). 5. Mit Kindern Pfingsten feiern (D 2). 6. Zeichen religiöser Mündigkeit (E 4). 7. Der Glaube und Krisen des Glaubens (A 4). Erweiterungsstoff: 11. Firmung und Pfarre (E 2). 12. Symbole aus der Firmliturgie (B 4). 13. Einheit in Glaube, Hoffnung und Liebe (E 1). 14. Die Beziehung des Erwachsenenglaubens zur kindlichen Glaubensfähigkeit (A 4, E 4). GLAUBENSERFAHRUNG FÜR DAS KLEINKIND 3.3. Schulung religiöser Grundfähigkeiten (Kräfteschulung) (A 4, B 4) Kernstoff: 1. Die Bedeutung der vollen Wirklichkeitserfassung für den Glauben (D 4). 2. Die Bedeutung des Handelns für den Glauben (E 4). 3. Die Bedeutsamkeit religiöser Grundfähigkeiten (zB Ehrfurcht haben, Toleranz zeigen ...) für den Glauben (A 4,D 4). 4. Die „Kräfteschulung” als Weg zur Glaubenserfahrung (A 4). 5. Methoden der Kräfteschulung (A 4). Erweiterungsstoff: 11. Kräfte (= Grundfähigkeiten), die für Glaubensverhalten von Bedeutung sind (A 4). 3.4. Symbolerziehung (A 4) Kernstoff: 1. Die Bedeutung der Symbole im kindlichen Leben (A 4). 2. Symbole im Leben des heutigen Menschen (A 4). 3. Vorgang der Symbolentdeckung und -verarbeitung (D 4). 4. Begriffserklärung und Differenzierung: Zeichen, Symbole, Verwendungsmerkmale usw. (A 4). Erweiterungsstoff: 11. Vorsakramentale Erziehung (B 4). 12. Die Symbole in den Sakramenten (D 4). 13. Die Symbole in der katholischen Liturgie (D 4). 3.5. Jesusverkündung für das Kind (C 2) Kernstoff: 1. Der Beziehungsaufbau zwischen Kind und Jesus (E 2, C 2). 2. Kindgemäße Inhalte aus den Evangelien (Auswahl, Ausmaß und Kriterien) (C 4). 3. Möglichkeiten des persönlichen Umgangs mit der Bibel (C 1). Erweiterungsstoff: 11. Gleichnisse (Neues Testament) und Wunderberichte für die Kleinkindererziehung (C 2). 12. Gleichnisse und Wunder für den Glauben des Christen (C 1). 13. Die Herausforderung von Kreuz und Auferstehung für den Glauben (C 1). LEBEN ALS ANTWORT 3.6. Menschenwürde und Menschenrechte (A 4, C 2, E 4) Kernstoff: 1. Anthropologische Begründung: Rechte und Pflichten des Menschen (A 2). 2. Das Recht des Menschen auf Leben (A 4). 3. Die Rechte und die Würde des Kindes aus christlicher Perspektive (A 4, B 4). 4. Gefährdung der Menschenwürde (A 2). 5. Die christliche Begründung der Menschenrechte und die daraus resultierenden Verpflichtungen (B 4, C 4). 6. Das christliche Menschenbild (B 4). Erweiterungsstoff: 11. Verbriefte Menschenrechte (A 4). 12. Abtreibung und Euthanasie (E 4). 13. Das behinderte Leben (A 4). 14. Gefährdungen des Kindes durch die Gesellschaft (E 4). 15. Die Begegnung des Kindes mit dem behinderten Leben (A 2). 3.7. Das Gewissen und die Gewissensbildung des Kindes (A 4, E 4) Kernstoff: 1. Das Wesen und die Formen des Gewissens (A 4). 2. Inhalte der kindlichen Gewissensbildung (A 2). 3. Wege der Gewissensbildung beim Kind (A 2, E 2). 4. Gewissensfunktion und Gewissensentscheidung (E 4). Erweiterungstoff: 11. Gewissen und Gesetz (= soziales Gewissen). 12. Gewissen und Verantwortung (A 2, E 2). 13. Gewissenskonflikt (E 2). 14. Die Bedeutung des Vorbildes für das Kind (E 2). 15. Moralisches Lernen (Piaget - Kohlberg) (A 4). 16. Die Frage der Strafe (E 4). 3.8. Gott befreit zur Liebe - Dekalog und Bergpredigt (C 4) Kernstoff: 1. Menschliche Sehnsucht nach Befreiung und Liebe (A 4). 2. Das biblische Modell dieser Sehnsucht und deren Erfüllung (C 4). 3. Biblische Texte für das Kind, die befreiende Erlebnisse bewirken (E 4). 4. Gottes und Nächstenliebe (B 4, E 4). 5. Dekalog (C 4). 6. Bergpredigt (C 4). 7. Einübung des Kindes in christliche Gebote und Verhaltensweisen (E 2). Erweiterungstoff: 11. Möglichkeiten befreiender Erlebnisse und Schritte im Kindergarten (E 2). 12. Bibelwissenschaftliche Ergebnisse zu den Dokumenten der Bergpredigt und des Dekalogs (C 4). 13. Dekalog und Bergpredigt im Vergleich mit ähnlichen Texten aus anderen Religionen und Weltanschauungen (A 4). BEFREIENDE ERFAHRUNGEN IM GLAUBEN 3.9. Schuld und Versöhnung (A 3, D 4, E 2) Kernstoff: 1. Menschliche Erfahrungen von Heil und Unheil (A 3, B 3). 2. Heil- und Unheilserfahrungen in biblischen Texten, besonders in der Urgeschichte (C 4). 3. Texte der Urgeschichte für das Kleinkind (C 2). 4. Formen der Schuldbewältigung (A 2). 5. Bewältigung von Schuld aus dem Geist des Evangeliums (aus der Praxis Jesu und der Kirche) (C 4, D 4). 6. Das Bußsakrament (E 1). 7. Kindliche Bewältigung von „Schuld” und Fähigkeit zur Umkehr (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Die Lehre vom Teufel (D 3). 12. Die Bedeutung des Ablasses (D 4). 13. Der strafende Gott in der Erziehung (D 4). 14. Kollektivschuld (A 3). 15. Bußerziehung im Kleinkindalter (E 2). 3.10. Feste und Feiern (D 3) Kernstoff: 1. Die Fähigkeit zu feiern im Menschen (A 4). 2. Anlässe und Bedingungen für das Feiern im Kindergarten (A 4). 3. Prinzipien der religiös orientierten Festgestaltung (A 4, E 4). 4. Der kirchliche Festkalender - seine Berücksichtigung im Kindergarten (D 4). Erweiterungsstoff: 11. Der religiöse Ursprung des Festes (B 4). 12. Das Leben Jesu im Kirchenjahr (C 4, D 4). 13. Funktionen des Festes für den Glauben (B 4). 3.11. Eucharistie (B 3, D 3, E 3) Kernstoff: 1. Wesen und Verständnis der Eucharistie (B 3). 2. Aufbau und Gestaltung der Eucharistiefeier (B 4). 3. Voreucharistische Erziehung (E 4). 4. Kinderliturgie (D 4). 5. Gestaltung von Kindermessen (E 4). 6. Der Sonntag (D 3). Erweiterungsstoff: 11. Die Hinführung des Kindes zum Gemeindegottesdienst (E 2). 12. Vom Sabbat zum Sonntag (C 3, D 3). 13. Die Liturgiereform des 2. Vatikanums (D 4). 14. Leben mit der Eucharistie (E 4). 4. Klasse (2 Wochenstunden): DER EINZELNE UND DIE GESELLSCHAFT LEBEN IN PERSONALER BEZIEHUNG 4.1. Partnerschaft als christliches Anliegen (B 2, E 2) Kernstoff: 1. Charakteristika menschlicher Partnerschaft (Solidarität, Toleranz, Gleichwertigkeit, gegenseitige Anerkennung ...) (A 2, E 2). 2. Theologische Begründung von Partnerschaft (B 4, C 4). 3. Partnerschaft als christliches Anliegen im Kindergarten (E 2). 4. Partnerschaft in der Kirche (D 2). 5. Kind als „Partner” in der kirchlichen Gemeinschaft (D 2). Erweiterungsstoff: 11. Gefährdungen der Partnerschaft (E 2). 12. Ökumene als Partnerschaft (D 2). 13. Verschiedengläubige Kinder im Kindergarten (D 2, E 2). 14. Die Bedeutung des Gesprächs für die Partnerschaft (A 2). 4.2. Sinn der Geschlechtlichkeit (A 1, D 1) Kernstoff: 1. Menschliche Geschlechtlichkeit aus christlicher Sicht (A 4, E 4). 2. Achtung und Mißachtung des Menschen in seiner geschlechtlichen Rolle (A 1, E 1). 3. Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit (A 1, E 1). 4. Das sechste Gebot (E 4). 5. Christlich orientierte Geschlechtserziehung (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Aufklärungsliteratur für das Kind und deren Bewertung (A 2). 12. Mißbrauch menschlicher Sexualität (E 4). 4.3. Ehe und Familie (A 2, E 3) Kernstoff: 1. Wesen und Sinn der Ehe (E 2). 2. Das Sakrament der Ehe (B 2, C 2). 3. Die Bedeutung der Familie für die Lebensgeschichte des einzelnen (A 4, E 4). 4. Die Feier der katholischen Trauung (B 2, D 2). 5. Voreheliche Beziehungen und nichteheliche Gemeinschaften aus der Sicht christlicher Verantwortung (E 2). 6. Die Wechselwirkung zwischen Kindergarten und Familie (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Ehe und Familie im Wandel der Zeit (A 4, E 2) 12. Verantwortung für Geschiedene und Wiederverheiratete (E 4). 13. Die Verantwortung der Kirche für unvollständige Familien (A 2, E 2). 14. Das Kind in schwierigen Familienverhältnissen (E 2). AUSEINANDERSETZUNG MIT DER UMWELT 4.4. Eltern als Katecheten (E 2) Kernstoff: 1. Verantwortete Elternschaft (A 4). 2. Familie = Form der kirchlichen Gemeinschaft (D 4). 3. Die religiöse Entwicklung des Kleinkindes (B 2). 4. Die Bedeutung des elterlichen Vorbildes und der elterlichen Glaubensgeschichte für das Leben des Kindes (B 2, E 2). 5. Wesen der religiösen Erziehung in der Familie (E 2). 6. Elternarbeit in Zusammenhang mit religiöser Erziehung (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Das Kind und der elterliche Alleinerzieher (A 2). 12. Förderung der katechetischen Rolle der Eltern durch kirchliche Maßnahmen (D 2). 13. Literatur zur religiösen Erziehung (A 4). 4.5. Beruf - Arbeit - Freizeit (E 3) Kernstoff: 1. Situation und Probleme der heutigen Berufswelt (A 4, E 4). 2. Arbeit und Beruf im Lichte der katholischen Soziallehre (A 3, C 3, E 3). 3. Berufsehtos des Kindergärtners (E 2). 4. Wert der Freizeit und ihre Gestaltung (A 4). 5. Bewältigung der Situation der Arbeitslosigkeit (E 3). Erweiterungsstoff: 11. Freizeit als freie Zeit für andere (E 2). 12. Erholung des ganzen Menschen: Anliegen und Möglichkeiten (E 1). 13. Schöpfungsauftrag und Arbeit (C 4, E 3). 14. Kirchliche Berufe und Arbeitsbereiche (D 3). 15. Berufliche Fortbildung (E 4). 4.6. Die religiöse Erziehung im Pflichtschulalter (E 3) Kernstoff: 1. Die religiöse Entwicklung des Pflichtschulkindes (E 4). 2. Die Sozialisationsnormen im Pflichtschulalter (E 4). 3. Der katholische Religionsunterricht im Pflichtschulalter (B 4). 4. Formen kirchlicher Jugendarbeit (E 2, E 4). Erweiterungsstoff: 11. Zusammenarbeit Kindergarten - Volksschule (E 2). 12. Lehrplan und Arbeitshilfen im Religionsunterricht der Volksschule (B 4, E 4). 13. Angebote kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit im Pflichtschulalter (E 4). 4.7. Soziale Gerechtigkeit (D 2, E 2) Kernstoff: 1. Armut und Reichtum als Herausforderung zur sozialen Gerechtigkeit (A 2, E 2). 2. Entwicklung und Grundlage katholischer Soziallehre (D 2, E 2). 3. Sinn und Inhalt der sozialen Gerechtigkeit ( A 2, E 2). 4. Inhalt und Anliegen des 7. Gebotes (C 4, E 4). 5. Einüben sozialen Verhaltens im Kindergarten (E 3). Erweiterungsstoff: 11. Auswirkungen sozialer Gegebenheiten im Kindergarten (E 4). 12. Sozialbewegungen und -einrichtungen in der Kirche (A 2, D 2). 13. Soziale Gerechtigkeit und Dritte Welt (E 4, D 4). 14. Auseinandersetzung mit den Sozialismen dieser Zeit (A 1). 15. Caritas als Lebenshaltung (E 4). 4.8. Frieden - Grundlage menschlicher Gemeinschaft (B 3, E 4) Kernstoff: 1. Der Wille zum Frieden als persönliche Grundhaltung (A 1, E 1). 2. Das Wesen der christlichen Friedensbotschaft (B 3, C 3). 3. Christliche Konfliktlösungsvorschläge (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Persönlichkeiten - für den Frieden engagiert (A 4, E 4). 12. Aktuelle Themen, wie: Gerechter Krieg, Landesverteidigung, Atomwaffe (A 4, E 4). 13. Friedenserziehung (A 4, E 4). 4.9. Ideologien und Weltanschauungen (A 1, D 4) Kernstoff: 1. Begriffe: Weltanschauung - Weltbild - Ideologie (A 4). 2. Weltanschauliche Strömungen der Gegenwart und deren Beziehung zum Christentum (A 4, D 4). 3. Das christliche Weltbild (B 4). 4. Aufbau eines christlichen Weltbildes im Kind (E 4). Erweiterungsstoff: 11. Glaube und Wissenschaften (in Beispielen, Unterschiede, Konflikte) (B 4). 12. Verschiedene Erziehungsansätze und deren Beziehung zu Religion (zB Montessoripädagogik, emanzipatorische P ...) (A 4). 13. Der durch Weltanschauungen herausgeforderte Glaube (A 4, B 4). 4.10. Kirche - Gemeinschaft der Getauften (D 2, E 2) Kernstoff: 1. Erfahrungen mit kirchlicher Gemeinschaft (D 2). 2. Kirche als gesellschaftliche Institution (D 2). 3. Biblische und lehramtliche Aussagen zur Kirche (C 4, D 4). 4. Kindliches Erleben von Kirche (D 4). 5. Kirche und Kindergarten (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Reich-Gottes-Gleichnisse (C 4). 12. Eine Kirche - viele Kirchen (D 4). 13. Das Kirchenbild im Wandel der Geschichte (D 4). 14. Kind und Pfarrgemeinde (E 2). 15. Erleben der Kirche im Gottesdienst (D 2). 5. Klasse (2 Wochenstunden): LEBEN IN CHRISTLICHER VERANTWORTUNG RELIGIÖSE ERZIEHUNG 5.1. Religiöse Erziehung - Inhalte und Wege (E 3) Kernstoff: 1. Verständnis und Ziele der religiösen Erziehung (A 3). 2. Wesentliche Inhalte religiöser Erziehung (B 3, C 3, D 3). 3. Kennzeichen kindlicher Religiosität (A 3, B 3). 4. Entfaltung des Religiösen im Kleinkindalter (A 3). 5. Vermittlungshilfen für die religiöse Erziehung (E 3). 6. Verantwortliche für die religiöse Erziehung (E 2). Erweiterungsstoff: 11. Das Glaubenszeugnis des Erziehers (E 1). 12. Religiöse Weiterbildung (E 1). 13. Religiöse Sozialisation (A 2, B 2). 5.2. Gebetserziehung (D 1) Kernstoff: 1. Gebet als wesentlicher Ausdruck des Glaubens (B 1, D 1). 2. Begründung für die Gebetserziehung (E 3). 3. Möglichkeiten der Gebetserziehung beim Kleinkind (Formen, Gebetshaltung, Sprache, Gebetszeiten usw.) (E 2). 4. Gebet und Gottesbeziehung (B 1, D 1). 5. Gebetspraxis des Jugendlichen und des Erwachsenen (Situation, Probleme, Möglichkeiten und Beispiele) (D 1, E 2). Erweiterungsstoff: 11. Meditation (D 4). 12. Mit Kindern meditieren (E 2). 13. Das biblische Gebet (C 4). 14. Die christliche Gebetstradition (D 3). 5.3. Kind und Bibel (C 4) Kernstoff: 1. Zugänge zur Bibel (C 3). 2. Die Bibel im Kindergarten und in der religiösen Kleinkinderziehung (E 3). 3. Das biblische Gottesbild (C 4). 4. Methoden der Bibelarbeit für das Kleinkindalter (Erzählen, Elementarisieren, Spiel ...) (C 2, E 2). 5. Biblische Texte in Feiern (D 4). 6. Gottesverkündigung durch biblische Texte und Inhalte (B 3, C 3). Erweiterungsstoff: 11. Auslegungshilfen für biblische Texte (Lexika, Kommentare, Methoden) (D 4). 12. Bibelausgaben für das Kind (Auswahlkriterien, Beispiele) (C 2, E 2). 13. Elternbildung zum Thema (Bibel in der Familie) (E 2). ZUSAMMENSCHAU CHRISTLICHEN LEBENS UND GLAUBENS 5.4. Credo - Bezeugung des Glaubens im Wort (B 4) Kernstoff: 1. Grundstrukturen und -aussagen des katholischen Credo (B 4, E 1). 2. Die Bedeutung des Glaubenszeugnisses für das eigene Leben und das der Umwelt (E 1). 3. Persönlicher und kirchlicher Glaube (D 2). 4. Das Glaubensbekenntnis der großen christlichen Kirchen (D 4). 5. Möglichkeiten eines kindlichen Glaubensbekenntnisses (E 4). Erweiterungsstoff: 11. Credoformen des jungen Menschen in der heutigen Zeit (Beispiele und Einübung) (B 2). 12. Ursprung und Entwicklung christlicher Konfessionen - im Überblick (D 3). 13. Der Glaube an den Schöpfergott (C 3). 14. Die Ökumene (E 4). 15. Die Verschiedengläubigkeit im Kindergarten als erzieherische Aufgabe (E 4). 5.5. Sakramente - Bezeugung des Glaubens im Feiern (B 4) Kernstoff: 1. Sakramente als kirchlicher Lebensvollzug (D 4). 2. Der heilsanzeigende und -schaffende Charakter der Sakramente (D 4). 3. Die Symbolfähigkeit des Kindes (A 4). 4. Das Feiern von Festen (D 4, E 4). 5. Sakramentale Erziehung im Vorschulalter (E 4). 6. Inkarnatorische Grundstruktur des Heils: Christus - Kirche - Sakramente (B 2, D 4). Erweiterungsstoff: 12. Heilige Zeichen und Riten in anderen Religionen (A 4). 13. Sakramentalien (B 4). 14. Feier des christlichen Brauchtums (A 4, D 4). 5.6. Diakonie - Bezeugung des Glaubens in der Tat (E 2) Kernstoff: 1. Menschsein in Mitmenschlichkeit (A 4). 2. Christsein in brüderlich-schwesterlicher Liebe: Diakonie (E 2). 3. Die Bedeutung des in Taten gelebten Glaubens für die Berufstätigkeit des Kindergärtners (E 2). 4. Die Bezeugungsfähigkeit des Kindes im Handeln (E 2). 5. Formen und Beispiele christlicher Diakonie heute (E 2). 6. Leben nach christlichen Normen (E 4). Erweiterungsstoff: 11. Diakonie als individuelle und gemeindliche Verwirklichung von Glaube, Hoffnung und Liebe (E 2, C 4). 12. Die österreichische Caritas (E 2). 13. Beispiele für Diakonie in der kirchlichen Geschichte (D 2). 5.7. Leben auf die Zukunft hin (E 4) Kernstoff: 1. Leben aus dem Glauben (E 2). 2. Die Lehre von der Zukunft (Eschatologie) (D 4). 3. Die Verantwortung im Beruf (E 2). 4. Die politische Verantwortung des Christen (E 4). 5. Ehe und Familie (A 4, E 2). Erweiterungsstoff: 11. Ethische Verantwortung gegenüber Zukunftsproblemen der Menschheit (E 2). 12. Die Verantwortung für das Kind (E 2). 13. Persönliches Engagement in der Kirche (E 2). 14. Das Problem der Arbeitslosigkeit (E 4).
- b)Evangelischer Religionsunterricht Didaktische Grundsätze: Der Rahmenlehrplan für den evangelischen Religionsunterricht an Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik ist ein Lehrplan, der sich der theologischen Korrelationsmethode verpflichtet weiß. Insofern sind in diesem Lehrplan die spezifischen Anliegen evangelischer Theologie genauso berücksichtigt wie die unterschiedlichen möglichen religionspädagogischen Ansätze. Damit soll der Lehrplan für die Kindergartenpädagogik einen spezifischen evangelischen Beitrag in diesem Schultyp darstellen und es dem Lehrer ermöglichen, diesen spezifischen evangelischen Beitrag im Erziehungsanliegen der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik einzubringen und zu vertreten. Dabei wird in besonderer Weise darauf Bedacht genommen, daß die Schülerinnen und Schüler der Bildungsanstalten in doppelter Weise unterrichtet werden müssen, einerseits sollen sie für ihre persönliche und religiöse Entwicklung die notwendigen Impulse und Hilfestellungen erhalten, andererseits soll aber auch bedacht werden, daß die Schülerinnen und Schüler in Zukunft in Kindergärten arbeiten werden und von daher gefordert sind, christliche Vorstellungen, Lebensweisen und auch Inhalte vertreten sowie vermitteln zu können. Weiters ist der Lehrplan dadurch gekennzeichnet, daß die klassischen religionspädagogischen Disziplinen wie Bibelkunde, Kirchengeschichte und so weiter nicht als eigene Themenbereiche ausgewiesen werden, sondern daß Bibel- und Kirchengeschichte sowie die anderen klassischen Gegenstandsbereiche als didaktische Prinzipien in jedem Themenfeld und in jedem Themenvorschlag vorauszusetzen sind. Dabei wird dem korrelativen Ansatz Rechnung getragen, der besagt, daß religiöse und theologische Aussagen eingebettet sein sollen in den Lebensvollzug der Lernenden und in diesem Fall auch der später Lehrenden, um auf diese Weise sowohl Daseinserhellung als auch Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Es ist also strikt davon auszugehen, daß die angegebenen Themenfelder auf einer theologischen Folie zu sehen sind, wobei diese Folie explizit ausgewiesen werden muß, weil sie in einzelnen Themenfeldern von ihrer inneren Logik her bestimmend ist. Weiters ist als didaktischer Grundsatz zu beachten, daß der/die Lehrer/in entsprechend der vorhandenen Lerngruppe aus den Themenfeldern die einzelnen Themen auswählt und von daher die Inhalte vermittelt. Diese Freiheit des Lehrers/der Lehrerin bedeutet aber gleichzeitig die Bindung an eine verantwortete Lehrstoffverteilung, die von dem/der Lehrer/in genau zu führen ist und alle Klassen zu umfassen hat. In diesem Zusammenhang soll auch darauf aufmerksam gemacht werden, daß die einzelnen Themenfelder natürlich auf Grund entwicklungspsychologischer und schulpädagogischer sowie religionspädagogischer Vorgaben einzelnen Schulstufen zugewiesen werden, daß die Themenfelder aber von ihrer Konzeption her alle miteinander eng verknüpft sind und von daher ein Netzwerk ergeben, das die Beziehungen der einzelnen Themenfelder zueinander sichert und die Stringenz der Unterrichtsinhalte in ihren gegenseitigen Verknüpfungen immer wieder neu aufweist. Es sind also die einzelnen Themenfelder in ihrer schulstufenübergreifenden und allgemeinbildenden Perspektive zu sehen. Damit ist der evangelische Religionsunterricht in seinem Ansatz als fächerverbindender Unterricht definiert, der auf die Zusammenarbeit und die Impulse der anderen Lehrgegenstände in der Bildungsanstalt in der Kindergartenpädagogik hinweist. Gleichzeitig ist damit aber auch festgelegt, daß die Inhalte der einzelnen Schulstufen in aufbauender und, wie schon gesagt, in verknüpfender Weise zur Vorbereitung auf die Matura dienen. Insofern ist der evangelische Religionsunterricht zielgeleitet, um den Schülerinnen und Schülern die notwendigen Unterlagen für die Berufsberechtigung, die mit der Matura erworben wird, zu liefern. Die Themenfelder sind nach drei übergeordnete Gesichtspunkten geordnet nämlich nach: I. Individualen Themen, II. Sozialen Themen und III. Globalen Themen. Diese Zuordnung bedeutet für die einzelnen Themenfelder eine Schwerpunktsetzung bedeutet aber nicht, daß sie sachlich, geschweige denn theologisch auf diesen Themenbereich eingeschränkt sind, sondern natürlich weisen die individualen Themenfelder genauso soziale und globale Momente auf wie dies bei den anderen Themenfeldern umgekehrt auch der Fall ist. Es wird in der didaktischen Reflexion notwendig sein, die dauernden Querverbindungen der einzelnen Themenfelder untereinander und auch der einzelnen Themenfelderbereiche zu suchen, aufzuzeigen und für die Schüler/innen transparent zu machen. Auf diese Weise wird die Kompetenz des Lehrers im Gefüge der relevanten Themenfelder einerseits und im Gefüge der übrigen Gegenstände gesichert, andererseits wird aber durch die konsequente Verarbeitung der einzelnen Themenfelder der spezifische Beitrag des evangelischen Religionsunterrichtes in der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik festgeschrieben. Schulpraktische Prinzipien Der evangelische Religionsunterricht an Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik ist bestimmt durch die Anzahl der Schüler/innen und daher die Möglichkeit, welche die zur Verfügung stehende Zeit dem Unterrichtsverlauf gibt. Der/die Lehrer/in hat also stärker als in anderen Gegenständen aus didaktischen Prinzipien heraus, die dargestellt worden sind, auszuwählen und den Lehrstoffverteilungsplan für die einzelne Schulstufe zu erstellen. Dabei werden die didaktischen Prinzipien, die für die anderen Gegenstände im Bereich der Bildungsanstalten gelten, zB vom Einfachen zum Komplizierten, vom Anschaulichen zum Abstrakten ebenfalls für den evangelischen Religionsunterricht gelten und von daher die Vergleichbarkeit dieses Unterrichtes mit anderen Unterrichtsgegenständen und Unterrichtsformen innerhalb der Bildungsanstalt herzustellen. Die zeitliche Begrenzung des Unterrichtes bedeutet aber keine Beschränkung in der Auswahl der Themenfelder und im Angebot der zu besprechenden Einzelthemen, sondern eine Konzentration auf wesentliche Themenfelder. Diese didaktische Entscheidung hat der/die jeweilige Lehrer/in aus schulpraktischen Erwägungen, die von der pädagogischen Soziologie, Psychologie und von der Lernpsychologie her begründbar sein müssen, zu treffen. Damit soll das Prinzip der Schülerorientierung des Unterrichtes besonders noch einmal angesprochen werden, weil natürlich der evangelische Religionsunterricht stark motivierenden Charakter hat und von daher auf die intensive Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler angelegt ist. Insofern bietet sich auch als ein Bereich der didaktischen Entscheidung die Möglichkeit an, die Mitbestimmung der Schüler/innen bei der Reihung der einzelnen Themenfelder und bei der Auswahl konkreter Themen zu fördern. Gleichzeitig sind die angegebenen Themen im Rahmen der Themenfelder entsprechend der schulpädagogischen Situation zu modifizieren oder zu erweitern; allerdings unter Bedachtnahme auf die vorangestellten Lernziele. Die vorangestellten Lernziele in jedem Themenbereich nehmen das grundsätzliche didaktische Anliegen wieder auf, indem sie einerseits den daseinsauslegenden und daseinserhellenden Aspekt betonen (Lernziele 1-4) und andererseits aber auch den berufspraktischen Aspekt (Lernziel Nr. 5) jeweils aufnehmen. Praktische Unterrichtsgestaltung Die Frage nach der praktischen Unterrichtsgestaltung, die gewählte Methode und der Einsatz von Medien und anderen Lehr- und Lernmitteln richtet sich nach den oben genannten didaktischen Kriterien. Es soll also zwischen didaktischen Vorüberlegungen und deren Umsetzung in praktische Unterrichtsarbeit mit Hilfe von methodischen Hilfsmitteln unterschieden werden. Die jeweiligen methodischen Ansätze werden sich nach den didaktischen Überlegungen richten und nicht umgekehrt. Dabei ist das Prinzip der Schülerorientierung ein weiteres Mal zu beachten, damit einerseits sowohl Unter- wie auch Überforderungen vermieden werden und andererseits die Aktualität und Lebendigkeit des evangelischen Religionsunterrichtes nicht aufs Spiel gesetzt wird. An dieser Stelle wird die pädagogische Arbeit des Lehrers nach der Erstellung des verantworteten Lehrstoffverteilungsplanes ihre weitere Aufgabe erhalten, nämlich die adäquaten Unterrichtsmittel für den Unterricht zur Verfügung zu stellen, wobei Unterrichtsmittel grundsätzlich so zu wählen und einzusetzen sind, daß durch sie die zunehmende Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler gewährleistet wird. Gerade hier wird das fächerverbindende Denken, das dem evangelischen Religionsunterricht zugrunde liegt, seine besondere Bedeutung haben, weil der Lehrer bzw. die Lehrerin sich von dem methodischen Vorgaben der anderen in der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik gelernten Gegenstände inspirieren läßt. Die allgemeinen didaktischen Grundsätze für den Gesamtlehrplan der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik bieten hierfür die besten Voraussetzungen. Übersicht über die Themenfelder des Lehrplans I. Individualer Aspekt Frage nach Gott Glück und Leid Gewissen Lebensgeschichte Wahrheit und Lüge Hoffnung Glauben „lernen” II. Sozialer Aspekt Die Bedeutung der Gemeinschaft Religiöse Ausdrucksformen Beziehungen Leben in Kirchen und Konfessionen Fremde Kinder Spiele und Feste Glauben „lehren” Macht III. Globaler Aspekt Arbeit und Leben Leistung Freizeit Friede Gerechtigkeit Leben Medien Themenfelder geordnet nach Schulstufen 1. Klasse Frage nach Gott Lebensgeschichte Beziehungen Spiele und Feste 2. Klasse Glück und Leid Leben in Kirchen und Konfessionen Glauben „lernen” Leben Macht 3. Klasse Wahrheit und Lüge Religiöse Ausdrucksformen Medien Friede 4. Klasse Gewissen Bedeutung der Gemeinschaft Freizeit Glauben „lehren” Arbeit und Leben 5. Klasse Hoffnung fremde Kinder Gerechtigkeit Leistung THEMENFELDER Die Frage nach Gott 1. Gottesvorstellungen und entsprechende Anbetungsformen kennen. 2. Die Formen von Religionskritik, Atheismus und religiöse Indifferenz kennen und miteinander in Beziehung setzen können. 3. Motive für einen christlichen Gottesbegriff und eine christliche Gotteserfahrung sowie den daraus folgenden Glauben erwägen und darstellen können. 4. Eine eigene Stellung zu Gottesbildern und Glaubenserfahrungen gewinnen können. 5. Die Bedeutung von Gottesvorstellung, Glauben an Gott und der entsprechenden Sozialisation bzw. Erziehung darstellen und beurteilen können. Mögliche Themen Religion und Religionskritik (Feuerbach, Freud, Nitzsche, Marx, Sartre) Die Gottesvorstellungen in Kindergebetsbüchern Die Gottesvorstellungen und Formen des Gottesglaubens in den Veröffentlichungen zum Kindergottesdienst Die Gottesvorstellungen der kirchlichen Feste Probleme beim Erzählen von Gott Eltern - Gott und Kinder - Gott Formen der Anbetung und des kindgemäßen Gebetes Gott: der Schöpfer - der Vertraute - der Tröster - der Helfer Die Frage nach Leid, Schmerz und Ungerechtigkeit im Leben der Kinder Religiöse Stereotypen Glück und Leid 1. Persönliche Glücksvorstellungen einordnen können. 2. Den Zusammenhang zwischen Glück und Wohlbefinden und die daraus entstehende Lebensauffassung darstellen können. 3. Glück und Leid als Gegensatzpaar in Weltanschauungen erkennen und als Grundlage theologischer Anthropologie ausführen können. 4. Möglichkeiten und Grenzen des Wunsches nach dem persönlichen Glück darstellen können. 5. Weinen und Lachen bei Kindern verstehen können. Mögliche Themen Die Frage nach dem Lustgewinn Geschenke und Liebe: Quellen allen Glücks? Widerspruch und Widerstand - Ursachen für Leid Regeln, Ordnungen und Grundeinstellungen als Begrenzungen und Hilfen menschlichen Lebens Erzieherisches Handeln und Freiheitsstreben von Kindern Die Frage nach dem Tod im Leben von Kindern Familie: Glück für das Kind - keine Familie: Unglück für das Kind? Umgang mit kindlichen Vorbildern Glück in Werbung oder Spiel Glück im Leben der Kinder Gewissen 1. Die Bereiche des Guten und des Bösen benennen und nach den Begründungen für gutes Handeln und böses Handeln fragen können. 2. Die Freiheit menschlichen Handelns darstellen können. 3. Gewissen als Widerspruch zwischen Zielen und Wirklichkeit darstellen können. 4. Den christlichen Glauben als Dialektik des Handelns darstellen können. 5. Die Schuldproblematik im menschlichen Leben erkennen und akzeptieren können. 6. Unschuld und Schuld in der Gewissenserziehung bei Kindern darstellen können. Mögliche Themen Das Böse als Thema in der Literatur Das Böse als Erfahrung in der Geschichte Das Böse, ein verfehlter Begriff (Verhaltensforschung, Gesellschaftstheorien usw.) Die Frage nach dem guten Menschen (Beispiele aus der Literatur) „Das Dichten und Trachten des Menschen ist böse von Jugend an” Strafe bei Kindern Die Frage von Gut und Böse in den Märchen Gewalt in der Erziehung Gewalt in Beziehungen Mut zum Widerstand Lebensgeschichte 1. Die verschiedenen Wege der Identitäsbildung (Anm.: richtig: Identitätsbildung) aufzeigen können. 2. Lebensgeschichtliche Voraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten für Heranwachsende darstellen können. 3. Vorstellungen von unterschiedlichen Arten der Lebensgestaltung aufzählen und ihre Begründungen benennen können. 4. Die Möglichkeiten der Selbstbestimmung erkennen und deren christliche Motivation aufzeigen. 5. Die Lebensgeschichte von Kindern darstellen und die Möglichkeiten erzieherischen Einwirkens benennen können. Mögliche Themen Die Begründungen und die Folgen unterschiedlicher Erziehungsstile Lebensmöglichkeiten, Lebensinhalte und Statussymbole Der ganz normale Alltag: Lebensläufe von Kindern Die Frage nach Leistung und Belohnung Wenn Kinder einmal erwachsen werden Spiele für Kinder und die damit vermittelten sozialen Beziehungen Bücher für Mädchen, Bücher für Buben: Welche Verhaltensmuster werden vorgegeben? Bilderbücher, die Lebensläufe schildern Die Kinder und die Alten: Zwei Seiten der gleichen Sache? Spiel, Tanz und Gebet: Reservate menschlichen Handelns? Gottesdienst für Kinder: Gott für die Kleinen - Gott für die Großen Wahrheit und Lüge 1. Die Frage nach der Wahrheit als Frage nach zuverlässigen Leitlinien für das Leben verstehen. 2. Verschiedene Theorien der Wahrheit miteinander in Beziehung setzen können. 3. Glaube auf dem Hintergrund der Frage nach der Wahrheit betrachten können. 4. Die Bedeutung der Wahrheit für Glauben und Existenzfragen darstellen können. 5. Wahrheit und Lüge - Geschwister der gleichen Sache? Mögliche Themen Die Wahrheitsfrage in der Literatur Wahrheit - nur eine Frage des Standpunktes Lüge in Kinderkatechismen und religiöser Kinderliteratur Das Verhältnis von Glaube, Wahrheit und Vertrauen bei Kindern Fehler menschlichen Verhaltens und die Angst vor den Folgen „Notlüge” Wahrheit und Lüge in Märchen und Sagen Streit um die Wahrheit als Zusammenhang von Einsicht, Liebe und Vertrauen Durchsetzungswillen Die Anthropologie der Lüge Meine phantastische Welt Ich baue ein neues Paradies Hoffnung 1. Zukunftsentwürfe und deren Bedeutung für gegenwärtiges Handeln darstellen können. 2. Hoffnung als tragenden Sinn erkennen. 3. Weltprobleme und die Chancen ihrer Lösung benennen können. 4. Den christlichen Begriff Hoffnung beschreiben und auf das eigene Leben hin befragen können. 5. Den Begriff Hoffnung als Grundaussage für das Leben von Kindern benennen können. Mögliche Themen Utopien und künftige Weltvorstellungen Die Bedeutung der Offenbarung und der Apokalypse Das Prinzip Hoffnung und seine Bedeutung für die politische Diskussion Stadtplanung: Kindergärten und Spielplätze Hoffnung in Theaterstücken für Kinder Kinder als Zeichen der Hoffnung Glauben „lernen” 1. Glaubensformen kennen und unterscheiden können. 2. Glaubensbegriffe miteinander vergleichen und gegeneinander abwägen können. 3. Den evangelischen Glaubensbegriff definieren und in seinen Folgewirkungen darstellen können. 4. Den Zusammenhang von „Kopf-Herz-Hand” beschreiben können. 5. Glaubenswelten von Kindern beobachten und beschreiben können. Mögliche Themen Methoden der Bibelauslegung Offenbarungs- bzw. Buchreligionen Literatur über die Bibel Das Entstehen dogmatischer Aussagen Schrift als Bekenntnis - Bekenntnisschriften Glaube ist Mut und Vertrauen Das Lebensmodell Jesu Die Bedeutung der Gemeinschaft 1. Die Erwartungen an und die Verbindlichkeit für menschliche Beziehungen darstellen können. 2. Die Bedeutung der Gemeinschaft als Ausdruck grundsätzlicher anthropologischer Aussagen. 3. Die Ausformungen des Gemeinschaftsbegriffes und das jeweils daraus resultierende Menschenbild in religiösen Gruppierungen darstellen können. 4. Auffassungen des Gemeinschaftsbegriffes darstellen können und den eigenen Standpunkt dazu nennen können. 5. Die Bedeutung von Gemeinschaft in der Biographie von Kindern. Mögliche Themen Die Krise des Gemeinschaftsbegriffes in den verschiedenen Kulturen und in verschiedenen politischen Strukturen Freunde, Gegner und Feinde bei Kindern Spielgemeinschaften als Probe für Lebensgemeinschaften Die Anforderungen verschiedener Gemeinschaften für den Einzelnen Was will ich von der Gemeinschaft? Das Mitmachen bei Gebeten, Feiern und Festen Außenseiter und Insider Die Gemeinschaft der Glaubenden - Gemeinschaft von Kindern Die Bedeutung der Familienstrukturen für die Gemeinschaft Kindergarten, Kinderspielplätze und Wohnbau Die Frage nach dem Teilen und nach dem Eigentum Religiöse Ausdrucksformen 1. Formen religiöser Äußerungen beschreiben, einordnen und verstehen können. 2. Religiöse Transzendenzerfahrungen in der Alltagssprache und in der Alltagssprache und in der Lebenswelt hören und verstehen können. 3. Die Schwierigkeiten in der Übereinstimmung von religiösen Ausdrucksformen und christlichen Grundaussagen darstellen können. 4. Grundformen für religiöse Sprache entwickeln können. 5. Kinder in ihren religiösen Bedürfnissen verstehen und fördern können. Mögliche Themen Religiöse Ausdrucksformen und Erscheinungsformen wie zB New Age, Esoterik, Okkultismus Die Alltagssprache in ihrer religiösen Bedeutung Die religiöse Erziehung durch die Eltern Wie sind die Eltern religiös erzogen worden Die Bedeutung von Glaubensbekenntnissen, Gebeten und festen Formeln Die Frage nach der privaten und nach der öffentlichen Frömmigkeit Die Frage nach Gott im Lebenshorizont der Kinder Die Frage von Schöpfung und Umwelt im Verständnishorizont von Kindern Die Bedeutung kirchlicher bzw. religiöser Feiertage Die Frage nach der Religion als Frage nach Bindung und Freiheit Religiöse Entwicklungsstufen im Leben der Kinder Vater- und Mutterstrukturen in der heutigen Gesellschaft Die Bedeutung von Symbolen Beziehungen 1. Bekannte und neue Formen des Zusammenlebens darstellen können. 2. Die sozialen und psychologischen Voraussetzungen für neue Lebensformen darstellen können. 3. Die Option der Gesellschaft für bestimmte Gemeinschafts- und Lebensformen argumentieren können und mit dem biblischen Menschenbild in Beziehung setzen. 4. Die eigenen Beziehungswünsche und Beziehungslosigkeiten reflektieren und begründen können. 5. Die Beziehungen unter Kindern bzw. zwischen Kindern und Erwachsenen beschreiben können. Mögliche Themen Die Bedeutung der Freundschaft für das Leben Sexualität als Liebe - Leistung - Tabu? Kindliche Sexualität und deren Bedeutung für die Entwicklung Kinder und Geschwister Kinder in familiären Strukturen Die Beziehungen von Kindern zu Neugeborenen Die Eheauffassungen der christlichen Konfessionen Kraft, Stärke und Gewalt in menschlichen Beziehungen Kampfspiele und Sozialisationsspiele für Kinder Egoismus, Durchsetzungsvermögen und Verzicht als soziale Tugenden? Leben in Kirchen und Konfessionen 1. Die Ausformung religiöser Anschauungen in christlichen Konfessionen darstellen können. 2. Grundsätzliche Unterschiede der verschiedenen Konfessionen kennen. 3. Die Gemeinsamkeiten der Konfessionen darstellen können und ihren Beitrag zur Lösung von übergreifenden Sachfragen beschreiben können. 4. Den eigenen konfessionellen Standpunkt als Beitrag zu der einen Welt artikulieren können. 5. Die Konfessionsgebundenheit von Kindern und Eltern kennen und damit umgehen können. Mögliche Themen Die Entstehung der verschiedenen Konfessionen Evangelisch-Katholisch im Alltagsleben Wie erleben Kinder die unterschiedlichen Kirchen Die Wünsche von Kindern an ihre Kirchen Kinderkirche gegen Erwachsenenkirche Die Bedeutung des Sonntages Mission als Utopie der einen Weltfamilie Grundzüge für einen Katechismus der Kinder Die Frage nach der Taufe Die Rolle von Mann und Frau in den Kirchen Konfessionelles Selbstbewußtsein Fremde Kinder 1. Wahrnehmen, daß es in der Umwelt verschiedene Gruppen gibt, die selber und deren Kinder benachteiligt sind. 2. Das Einsetzen für benachteiligte Gruppen als gesellschaftliche Aufgabe erkennen. 3. Das Einsetzen für benachteiligte Gruppen als Humanitätsbeitrag des Christentums argumentieren können. 4. Bereitschaft für den Einsatz für andere Gruppen und Benachteiligte in unserer Gesellschaft entwickeln. 5. Durch den Kontakt mit fremden Kindern fremde und eigene Kulturen kennenlernen. Mögliche Themen Ausländerkinder in der Umwelt Mädchenerziehung in verschiedenen Kulturen Erziehung von Buben in verschidenen (Anm.: richtig: verschiedenen) Kulturen Rolle von Mann und Frau in verschiedenen Kulturen und Religionen Küche und Eßgewohnheiten in anderen Kulturen Wohnen und leben von Fremden in unserer Gesellschaft Freuden und Leiden von Fremden und Randgruppen in unserer Gesellschaft Gastfreundschaft als biblischer Auftrag Spiele und Feste 1. Spiele und Feste als Ausdrucksformen menschlicher Gemeinschaft beschreiben können. 2. Spiele und Feste als Entfaltung menschlicher Fähigkeiten und Lebensfreude ausdrücken können. 3. Spiele und Feste als Ausdrucksformen von Gotteserfahrungen in unserer Gesellschaft darstellen können. 4. Bereitschaft entwickeln, mit Spielen und Festen entsprechend ihren Spielregeln und ihren Formen umzugehen. 5. Spielen mit Kindern einüben und weiterführen. Mögliche Themen Die Bedeutung von Sport und Spiel für Kinder Die Bewegung für Kinder als Abbau von Aggressionen Der Einzelne und die Gemeinschaft im Spiel Erwünschte und unerwünschte Spiele Spiele und Feste als Zeichen von Sensationslust Die Vermarktung von Spielen und Festen Die Bedeutung von Spielen und Festen in der Politik Feste in der Kirche Spiele in Religion und Kirche Lebensfeste: Taufe, Geburtstag, Weihnachten, Ostern Besondere Feste im Jahr: Feste von Vereinen, Geburtstagsfeste und anderes Die Ritualisierung von christlichen Festen Tanz, Bewegung und Animation bei Spielen und Festen Feste und Spiele als Einübung in Alltagserfahrungen Spiele, Feste und Feiern in Kinderbüchern Literatur über Spiele und Feste und deren Intentionen Der Wunsch nach Harmonie und die Erfahrung des Spielverderbers Spiel, Tanz und (Anm.: richtig: Ekstase) Extase Lieder und Psalmen in der Bibel Glauben „lehren” 1. Die Problematik der Vermittlung von Religion beschreiben können. 2. Lehraussagen verschiedener Religionen zueinander in Beziehung setzen können. 3. Die Differenz von Lehraussagen und Lebensvollzug beschreiben können. 4. Lehraussagen der christlichen Kirchen sichten und beurteilen können. 5. Lehraussagen mit Lebensäußerungen von Kindern verbinden und beurteilen können. Mögliche Themen „Klassische” evangelische Pädagogik Konzepte evangelischer Religionspädagogik Der Zusammenhang von Didaktik und Methodik Die Frage des Kinderabendmahls Religiöse Sprache und Alltagssprache Das Erzählen von biblischen Geschichten Fragen und zweifeln als Wege des Glaubens Bausteine für einen Katechismus für Kinder Macht 1. Die Schüler sollen Machtstrukturen im persönlichen und im gesellschaftlichen Bereich benennen können. 2. Die Schüler sollen den biblischen Begriff der Macht und den politischen Machtbegriff diskutieren können. 3. Die Schüler sollen Ohnmachtserfahrungen in ihrer Lebenswelt benennen und darstellen können. 4. Die Schüler sollen den Zusammenhang von Macht, Autorität und Freiheit diskutieren können. 5. Die Schüler sollen Machtmißbrauch an und Ohnmacht von Kindern darstellen können. Mögliche Themen Wenn ich krank bin, dann bete ich Mein Kuscheltier versteht mich Der Umgang von Kindern mit ihren Spielsachen Sieger und Verlierer beim Spiel Geprügelte und mißbrauchte Kinder Wenn du mein Freund sein willst, dann ... „Unsere Kinder sollen es besser haben” Mein Vater ist der Stärkste Was ich alles nicht darf Wenn ich groß bin, dann werde ich Arbeit und Leben 1. Die verschiedenen Konzeptionen und Konstellationen von Arbeit kennen. 2. Erkennen, daß die Verteilung und Entlohnung von Arbeit sowie die Freizeit in gesellschaftlicher Verantwortung zu betrachten sind. 3. Den Vergleich von Vorstellungen über Arbeit und Beruf im christlichen und nichtchristlichen Bereich ziehen können. 4. Die eigene Einstellung zu Arbeit, Beruf und Freizeit kritisch argumentieren können. 5. Die Fragen von Arbeit, Freizeit und Beruf in bezug auf das Leben darstellen können. Mögliche Themen Mögliche Berufswünsche von Kindern Arbeit von Eltern - Leben in der Familie Arbeit als Last und Abhängigkeit Arbeit als Dienst in der Gemeinschaft Der Zusammenhang von Arbeit, Ruhe und Feier in Familienstrukturen „Arbeit” von Kindern und deren Bedeutung für die Erwachsenen Leben nur am Wochenende? Freizeit und Spiel Arbeitslosigkeit von Eltern in ihren Auswirkungen auf Kinder Die Bedeutung des Geldes für Kinder und für Erwachsene Die arbeitenden Eltern - die alleingelassenen Kinder Sabbatgebote Leistung 1. Formen, Motive und Auswirkungen des Leistungsdenkens aufzeigen können. 2. Arbeit und Leistung darstellen und argumentieren können. 3. Den Zusammenhang zwischen Rechtfertigungslehre und Leistungsdenken darstellen und argumentieren können. 4. Leistung im Arbeits- und Lebensbereich einsetzen lernen. 5. Die Leistungserwartung an Kinder darstellen und argumentieren können. Mögliche Themen Leistung und Leistungserwartung in Schule und Arbeitswelt Der Zusammenhang zwischen Leistung und Anerkennung bzw. Selbstbewußtsein Kindliche Leistung im Gegensatz zur Erwachsenenleistung Die Kinderwelt in Zeichnungen und Bastelergebnissen im Bezug auf Leistungsanforderungen von Eltern Kindliches Leistungsvermögen und elterliche Leistungserwartungen Der Zusammenhang zwischen Leistungszwang und Leistungsfreude Fehlformen von Leistung im religiösen Bereich Fehlformen von Leistung im sozialen Bereich Luthers Rechtfertigungslehre angewendet auf Kinder Freizeit 1. Erkennen, daß sinnvolle Freizeitgestaltung das große Problem der Zeit ist. 2. Freizeit als Möglichkeit für Selbstfindung und Selbstentfaltung des Menschen argumentieren können. 3. Die Chancen erkennen, in der Freizeit Lebensqualität und damit Lebenssinn zu gewinnen. 4. Die Arten von Freizeitgestaltung einander gegenüberstellen können. 5. Sinnvolle Freizeitangebote für Kinder nennen können. Mögliche Themen Die Bedeutung der manuellen Fähigkeiten für die Freizeitgestaltung von Kindern Spiel als Teil der Freizeit von Kindern und Erwachsenen Kinderwünsche als Wirtschaftsfaktor Die Bedeutung der Medien im Freizeitbereich Die Gestaltung von Urlaub und Ferien Freizeitverhalten der Familie und Bedürfnisse von Kindern Theater und Spiel als Freizeitangebot für Kinder Die Bedeutung von Religion im Freizeitangebot Das Verständnis von Zeit als geschenkter Zeit Die Zeit der Ruhe als Impuls für das tägliche Leben Die Bedeutung von Gesellschafts-, Familien- und Kinderspielen Die automatisierten Spielzeuge für Kinder Das Spielen von biblischen Geschichten Der Sonntag Friede 1. Die unterschiedlichen Interpretationen für Gewalt und die daraus folgende Diskussion um den Friedensbegriff kennen. 2. Die Bedingungen und Möglichkeiten der Gewaltverminderung bzw. Gewaltfreiheit in sozialen und internationalen Bezügen argumentieren können. 3. Aus der Reich-Gottes-Botschaft Maßstäbe für ein friedensgeleitetes Handeln erarbeiten können. 4. Die Bereitschaft erproben, bei Konfliktlösungen konstruktiv mitzuwirken. 5. Die Konfliktfähigkeit von Kindern kennen und die Versöhnungsbereitschaft fördern lernen. Mögliche Themen Der Unterschied zwischen sinnvollen und sinnlosen Konflikten Streiten können unter Geschwistern Streiten können in der Familie Konfliktlösungsmodelle nationaler und internationaler Art kennen Die Pflicht des Widerstandes gegen Ungerechtigkeit Gerechtigkeitsempfinden von Kindern Krieg spielen und Frieden stiften Aggressionen unter Kindern Gewalt gegen Kinder Die Bedeutung der Autorität im Leben von Kindern und Heranwachsenden Der Zusammenhang zwischen Ordnung, Disziplin und mögliche Gewalt Die Gewaltlosigkeit Jesu gegenüber seinen Feinden Der gewaltfreie Widerstand in der christlichen und hinduistischen Tradition Die Verheißung des ewigen Friedens Aggression als Grundzug der menschlichen Natur Erziehungstheorien und deren Beurteilung von Gewalt Die Rolle der Kirchen als Friedensstifter Krieg, Leid und Tod in Darstellungen von Kindern Schalom für Dorf und Stadt Gerechtigkeit 1. Die Auseinandersetzungen um die Frage der Menschenrechte darstellen können. 2. Das Eintreten für die Menschenrechte in ihrer Verbindung mit der Wahrung der Menschenwürde argumentieren können. 3. Die Aussagen der christlichen Tradition für die Diskussion um Menschenrechte und Menschenwürde darstellen können. 4. Die Bereitschaft entwickeln, sich selber für die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen. 5. Erkennen, daß die pädagogische Arbeit mit Kindern in den Bereich der Wahrung der Menschenrechte einzuordnen ist. Mögliche Themen Die Menschenrechtserklärung und die Zehn Gebote Sklaverei Das Zusammenleben und das Zusammenwirken der verschiedenen Rassen und Kulturen Die Bedeutung der Fremden in der Gesellschaft Kinder verschiedener Kulturen feiern Feste miteinander Freiheit der Religionsausübung als Grundrecht Die Arbeit von Menschenrechtsgruppen Kinder als Leidtragende von politischer Gewalt Kinder in der Dritten Welt Die Bedeutung der Vorurteile Menschenrechtserziehung in Kindergarten und Familie Der offene und der verdeckte Rassismus Leben 1. Die Umwelt als Verhältnis zwischen Natur und Mensch beschreiben können. 2. Alternative Vorstellungen zum Mensch - Naturverhältnis erarbeiten und argumentieren können. 3. Die Schöpfungstheologie als einen verantwortlichen Umgang mit der Natur erarbeiten und argumentieren können. 4. Die Bedeutung der Lebensgestaltung für Mensch, Natur und Umwelt darstellen können. 5. Das Engagement für den Schwachen in der Gesellschaft darstellen und argumentieren können. Mögliche Themen Die menschliche Ausbeutung der Natur Die Bedeutung der Natur für die Kinder Wasser, Luft und Sonne: Lebensgrundlage für die kommende Generation Fortschrittsgläubigkeit als Voraussetzung für die technologische Naturbeherrschung Die Ehrfurcht vor dem Leben Naturverständnis von Indianern, des Hinduismus und anderer Traditionen kennen Behinderte Kinder - bewahrte Kinder? Bruder und Schwester - Lebenswirklichkeit oder Begriffe Kinder bauen eine neue Welt Verantwortlicher Umgang mit Mensch und Natur Die biblische Schöpfungslehre Die Aufgabe des Menschen in der Schöpfungstheologie Der Mensch als Ebenbild und Geschöpf Gottes Der „neue Mensch” als Zeichen für die Befreiung der Schöpfung Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit Medien 1. Die Wirkungsmöglichkeiten der Massenmedien beschreiben und argumentieren können. 2. Die Einflüsse analysieren können, welche die Medien auf die Lebensführung haben. 3. Die Medienangebote auf ihre weltanschaulichen Grundhaltungen hin befragen und beurteilen können. 4. Mit den Kommunikationstechniken konstruktiv und kritisch umgehen können. 5. Die Wirkungsweise von Medien auf Kinder darstellen und beurteilen können. Mögliche Themen Die Medien in der Familie Kind und Fernsehen Kind und Buch, Kinderbuch, Kinderzeitung und Zeichnung Kind und Theater Kind und Musik Kind und Werbung, Kinder in der Werbung Gebetbücher für Kinder Bibelausgaben für Kinder Vorlesebücher für Kinder Technische Medien bei Kindern: Computer und Video sowie Kassetten und Schallplatten und CD Der Zusammenhang zwischen Unterhaltung, Information und Meinungsbildung Bedeutung und Zielrichtung von kirchlichen Medien Der Umgang mit Krankheit und Tod als Problem der Medien Gewalt und Sexualität in den Medien
- c)Altkatholischer Religionsunterricht Allgemeines Bildungsziel: Durch den altkatholischen Religionsunterricht sollen die zukünftigen Kindergärtner befähigt werden, den ihnen anvertrauten vorschulpflichtigen Kindern christliche Grundwahrheiten zu vermitteln und in ihnen Ehrfurcht und Liebe zu Gott und Jesus Christus zu wecken. Die zukünftigen Kindergärtner sollen auch befähigt werden, den vorschulpflichtigen Kindern das Leben in der Kirche und das Feiern der religiösen Feste im Kirchenjahr nahezubringen. Ziel des altkatholischen Religionsunterrichtes muß es vor allem sein, den zukünftigen Kindergärtner zu vermitteln, daß religiöser Glaube zur Sinnfindung und Selbstverwirklichung im Leben beiträgt und zu besseren mitmenschlichen Beziehungen in unserer Gesellschaft führen kann. Spezielle Lehraufgaben: 1. Klasse (2 Wochenstunden): Die biblische Geschichte des Alten Testamentes. Das Kirchenjahr (kirchliche Feste, Sitten und Gebräuche). Das Gotteshaus, der Gottesdienst. Erlernen von Liedern und Gebeten für das Vorschulkind. 2. Klasse (2 Wochenstunden): Die biblische Geschichte des Neuen Testamentes. Die Sakramente und ihre Bedeutung für das Leben des Kindes. Das Leben in der Gemeinschaft (Kindergartengruppe, Familie ...). 3. Klasse (2 Wochenstunden): Aus der Geschichte des Judentums, Palästina zur Zeit Jesu, das Leben Jesu und sein Tod. Die Urchristen, Verbreitung des Christentums. Die ersten Konzile, Kirchenspaltung. 4. Klasse (2 Wochenstunden): Die Geschichte der altkatholischen Kirche. Aufbau der altkatholischen Kirche (Gemeinde- und Synodalordnung). Wir und die anderen christlichen Kirchen (Ökumenische Bestrebungen). 5. Klasse (2 Wochenstunden): Christus lehrt uns, in Gemeinschaft zu beten. Heiliges Amt der Gemeinde - Kindergottesdienst (Erarbeiten von Liedern und Gebeten). Das Kindesalter in religionspädagogischer Sicht (Vorschulalter, Schulanfänger, Grundschüler, christliche Sexualerziehung, Gewissensbildung, Finden eigener Wertvorstellungen). Praktische Übungen zur Umsetzung biblischer Geschichten für Kinder im Vorschulalter. Didaktische Grundsätze: Die im allgemeinen geltenden didaktischen Grundsätze sind auch für die Religionspädagogik anzuwenden, soweit deren Eigenart es zuläßt. Insbesondere ist darauf zu achten, daß bei der Erarbeitung des Lehrstoffes dem Gespräch (Seminar) breiter Raum gegeben wird und der belehrende Vortrag nicht die vorherrschende Methode sein soll. VI. BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN DER EINZELNEN UNTERRICHTSGEGENSTÄNDE, AUFTEILUNG DES LEHRSTOFFES AUF DIE EINZELNEN SCHULSTUFEN (KLASSEN), DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE A. PFLICHTGEGENSTÄNDE 1. Pflichtgegenstände für alle Schülerinnen und Schüler PÄDAGOGIK (einschließlich Pädagogische Psychologie, Pädagogische Soziologie, Philosophie) Bildungs- und Lehraufgabe: Ziel des Unterrichtes ist es, die Schülerinnen und Schüler mit den pädagogischen Aussagesystemen, Begriffen und Methoden soweit vertraut zu machen, daß sie die für die Erziehung und Bildung des Kindes relevanten Problemkreise erkennen, beurteilen und handlungstheoretisch bzw. praxisbezogen bewältigen können, wobei sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte zu berücksichtigen sind. Die biologischen, psychologischen und soziologischen Grundlagen der Erziehung und Bildung (insbesondere des jungen Kindes) sind den Schülerinnen und Schülern so zu vermitteln, daß diese das individuelle Verhalten von Personen, die dynamischen Prozesse innerhalb von Gruppen und die Abhängigkeit des pädagogischen Geschehens von soziokulturellen Strukturen verstehen und daraus das eigene pädagogische Handeln verantworten lernen. Die Schülerinnen und Schüler sind in die Kulturanthropologie und in die Geschichte der Pädagogik soweit einzuführen, daß sie eigenständig und kritisch zu ihrer aktuellen beruflichen Situation Stellung nehmen und ihren Standort innerhalb der jeweils vorherrschenden pädagogischen Strömungen beziehen können. Sie sollen grundlegende Voraussetzungen für folgende Handlungsebenen erwerben: Zielsetzungs-, Begründungs- und Entscheidungskompetenz in unterschiedlichen pädagogischen Situationen; Verständnis von didaktisch-methodischen Zusammenhängen; Beurteilungskriterien für Erziehungs- und Bildungsmittel; Fähigkeit zur Reflexion über die Wirksamkeit von pädagogischen Maßnahmen, von Projekten und Programmen, insbesondere im Hinblick auf die Bewältigung der pädagogischen Situationen im Kindergarten. Im Bereich der Philosophie sind die Schülerinnen und Schüler mit wesentlichen Problemen und deren Lösungsversuchen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Relevanz für pädagogische Fragestellungen und Zielsetzungen bekannt zu machen. Sie sind zum selbständigen Denken und zur kritischen Auseinandersetzung mit Wertsystemen und Normen menschlichen Seins in verschiedenen Kulturen und Epochen hinzuführen, um zu einem eigenen Welt- und Menschenbild zu gelangen. Der gesamte Unterricht soll zur Achtung der Würde des Menschen und seiner Entwicklung, zu Toleranz, zur Wertschätzung menschlicher Leistungen führen und in der Begegnung mit dem Kind, seinen Eltern und Erziehern den entsprechenden Niederschlag finden. Er soll weiters den Zugang zu wissenschaftlichen Untersuchungen erschließen und zum selbständigen Bildungserwerb befähigen. Einblicke in humanwissenschaftliche Fachliteratur sollen die Schülerinnen und Schüler zu vertiefter Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Ergebnissen und zu selbständigem Bildungserwerb befähigen. Lehrstoff: 2. Klasse (2 Wochenstunden): Erstes Kennenlernen und Abgrenzen des Unterrichtsgegenstandes Pädagogik. Erste Einsicht in Motive und Ziele des Verhaltens, Handelns und Lernens, insbesondere in das Wirken der Leistungsmotivation als Hilfe zur Gewinnung eines angepaßten Anspruchsniveaus als Schülerin bzw. Schüler. Kennenlernen und Anwenden der Grundsätze des Lernens (schülerzentrierte Bewältigung von Lernproblemen). Erwerben von grundlegenden Kenntnissen über das Spiel (Psychologie des Spiels: Begriff, Arten, Entwicklung; Pädagogik des Spiels: Erziehung zum Spiel, Erziehung und Bildung durch das Spiel). Beobachten von Kindern (mit genau umschriebener Aufgabenstellung) als Grundlage für das Erarbeiten von pädagogisch relevanten Beobachtungskriterien. Sensibilisierung für die Bedeutung der Wechselwirkung von Erzieherverhalten und Verhalten der Kinder durch Interpretation aktueller Erlebnisse und eigener Erfahrungen. Gewinnen von ersten Einblicken in die Komplexität des Erziehungsgeschehens (konstituierende Momente, Vielfalt der im Erziehungsfeld wirkenden Kräfte). Ausdrucks- und Darstellungsmöglichkeiten des Kleinkindes. Vertrautwerden mit grundlegenden Fachausdrücken und Begriffen, ausgehend von konkreten Situationen, sowie Anbahnen des Verstehens berufsbezogener Fachsprache und der Kontakte mit berufsrelevanter Fachliteratur. Im Zusammenhang damit erste Auseinandersetzung mit logischtheoretischen Denkprozessen. Schriftliche Arbeiten: Eine einstündige Schularbeit je Semester. 3. Klasse (3 Wochenstunden): Entwicklungspsychologie des Kindes bis zum Schulalter; Verlauf und Bedeutung der Entwicklung in allen Bereichen als Voraussetzungswissen für pädagogisches Handeln und Verstehen. Biologische Grundlagen der menschlichen Entwicklung und des Verhaltens, der Erziehung und Bildung. Grundlegende Begriffe der Ethologie. Erste Hinweise auf Auffälligkeiten in der Entwicklung. Grundbegriffe und Grundprobleme der Pädagogischen Psychologie unter Einbeziehung der wichtigsten Erkenntnisse der Allgemeinen Psychologie, der Sozialpsychologie, der Motivationspsychologie, der Lernpsychologie, der Tiefenpsychologie. Grundbegriffe und Grundprobleme der Pädagogischen Soziologie: Individuum und Gruppe (Gruppenbildung, Gruppenprozesse, Gruppenstrukturen); Individuum und Gesellschaft (Individuation, Personalisation, Sozialisation, Enkulturation); soziale Rollen und soziale Schichten. Die Familie und ihre Funktionen. Institutionen (Organisation) der Erziehung und Bildung. Grundbegriffe und Grundprobleme der Pädagogik: Erziehung und Bildung, deren Motive und Ziele; Erziehungsmittel und -maßnahmen; Autorität und Erziehung; pädagogische Haltung und Einstellungen, Erziehungsstile. Pädagogische Analyse und Interpretation von Situationen, Beziehungen und Prozessen in der Familie und in Institutionen der Kleinkinderziehung sowie erstes Erarbeiten von Beurteilungsansätzen für pädagogisches Handeln. Rollenbild und Selbstverständnis des Kleinkindpädagogen. Die Eigenart philosophischer Fragestellung; Zugänge zum Philosophieren. Der Begriff vom Meschen (Anm.: richtig: Menschen) in der Philosophie; der Mensch als handelndes und erkennendes Wesen. Hinweise auf das Verhältnis der Philosophie zu anderen Phänomenen der Kultur (Religion, Kunst, Wissenschaft, Ideologie) und zu Wirtschaft und Politik. Das Problem der Wirklichkeit und ihrer Erkenntnis: Zugänge zur Wirklichkeit (rationale und nichtrationale Erkenntnisformen). Interpretationen der Wirklichkeit (Idealismus, Materialismus). Grundbegriffe der Metaphysik, Wahrheitstheorien. Intensivierung des Kontaktes mit Medien: Fachzeitschriften, einfache humanwissenschaftliche Lektüre, einschlägige Angebote im audio-visuellen Bereich. Schriftliche Arbeiten: Zwei einstündige Schularbeiten je Semester. 4. Klasse (3 Wochenstunden): Entwicklung, Erziehung, Unterricht und Bildung des Kindes im Grundschulalter; Verlauf und Bedeutung der Entwicklung in allen Bereichen; charakteristische Unterschiede zwischen Kleinkind und Schulkind. Einblick in Lehrplan und Unterrichtsmethoden der Vorschulstufe und der Grundschule, insbesondere der 1. und 2. Klasse. Überlick (Anm.: richtig: Überblick) über Entwicklung Erziehung und Bildung in Vorpubertät, Pubertät und Jugendalter. Phasen der Erwachsenenalters. Lebenslanges Reifen und Lernen. Erziehung und Bildung als kulturelles, gesellschafts- und zeitbedingtes Geschehen; Einblick in kulturanthropologisches Geschehen. Zielsetzungen des pädagogischen Handelns; Erfassen von Erziehung und Bildung im Hinblick auf die Rangordnung der Ziele; Verwirklichung von Zielen. Prinzipien des Verhaltenstrainings, der Gesprächsführung und der Teamarbeit. Aufbau des Bildungswesens in Österreich einschließlich der Erwachsenenbildung. Bedeutung und Aufgaben der Erziehung und Bildung im Kindergarten im Wandel der Zeit und der Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Erfordernisse. Aufgaben einer interkulturellen Erziehung und Bildung (Kinder von Minderheiten im Kindergarten sowie das pädagogische Problem der Mehrsprachigkeit.) Sozialpädagogische Einrichtungen. Kritische Auseinandersetzungen mit sozialen Rollen und Schichten; die gesellschaftliche Verantwortung des Erziehers und seine standespolitische Stellung. Psychohygiene, insbesondere im Hinblick auf den Beruf des Erziehers. Wesentliche Dimensionen der Sprache: Kommunikations- und Zeichensysteme bei Mensch und Tier. Repräsentationsleistung der Sprache. Sprachhandlung und Sprechakt. Funktion der Sprache für die kulture