Abkommen über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit EU und ihren Mitgliedstaaten – Kasachstan
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Bedingungen, unter denen juristische Personen aus der Europäischen Union Dienstleistungen in Kasachstan erbringen dürfen, indem sie Personal dorthin entsenden. Es legt fest, welche Qualifikationen und Arbeitsbedingungen für diese entsandten Personen gelten und welche Arten von Dienstleistungen abgedeckt sind.
Für wen: Juristische Personen der Europäischen Union, die Dienstleistungen in Kasachstan anbieten möchten; Natürliche Personen, die Bürger eines EU-Mitgliedstaats sind und von einer EU-Firma zur Dienstleistungserbringung nach Kasachstan entsandt werden.
Auf einen Blick
- Land
- Österreich
- Rechtsgebiet
- Sonstige Rechtsvorschriften
- Quelle
- ris.bka.gv.at
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Erbringung von Dienstleistungen durch EU-Firmen in Kasachstan mittels entsandter Mitarbeiter.
- Die erforderlichen Qualifikationen und Berufserfahrung für diese entsandten Mitarbeiter.
- Die Dauer des Aufenthalts und die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Bedarfsprüfung durch Kasachstan.
- Die Arten von Dienstleistungsverträgen und Tätigkeitsbereichen, die unter diese Regelung fallen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Juristische Personen der Europäischen Union, die Dienstleistungen in Kasachstan anbieten möchten.
- Natürliche Personen, die Bürger eines EU-Mitgliedstaats sind und von einer EU-Firma zur Dienstleistungserbringung nach Kasachstan entsandt werden.
Was sind die Eckpunkte?
- Entsandte Personen müssen über einen Hochschulabschluss oder gleichwertige Kenntnisse sowie gegebenenfalls eine Berufsqualifikation verfügen.
- Sie müssen vor der Einreise mindestens ein Jahr bei der EU-Firma beschäftigt gewesen sein und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im Vertragsbereich haben.
- Kasachstan kann eine wirtschaftliche Bedarfsprüfung durchführen und ein jährliches Kontingent von höchstens 800 Personen für EU-Vertragsdienstleister festlegen.
- Der Aufenthalt ist auf maximal vier Monate pro Zwölfmonatszeitraum oder die Vertragsdauer begrenzt; nach fünf Jahren WTO-Beitritt Kasachstans auf sechs Monate.
Sonstige Rechtsvorschriften
Gesetzestext
Gesetzestext
RIS Dokument KurztitelAbkommen über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit EU und ihren Mitgliedstaaten – Kasachstan KundmachungsorganBGBl. III Nr. 35/2020Bundesgesetzblatt Teil 3, Nr. 35 aus 2020, TypVertrag – Multilateral §/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/AnlageArt. 49Artikel 49 Inkrafttretensdatum01.03.2020 Index59/04 EU – EWR TextARTIKEL 49Vertragsdienstleister(1)Absatz eins,Die Republik Kasachstan gestattet unter folgenden Bedingungen die Erbringung von Dienstleistungen in ihrem Gebiet durch juristische Personen der Europäischen Union mittels der Präsenz natürlicher Personen, die Bürger eines Mitgliedstaats der Europäischen Union sind: a)Litera a Die in die Republik Kasachstan einreisenden natürlichen Personen verfügen i)Litera i über einen Hochschulabschluss oder einen gleichwertige Kenntnisse belegenden fachlichen Befähigungsnachweis und ii)Sub-Litera, i, i eine Berufsqualifikation, sofern dies nach den Gesetzen oder sonstigen Vorschriften der Republik Kasachstan für die Ausübung einer Tätigkeit in dem betreffenden Sektor erforderlich ist. b)Litera b Natürliche Personen dürfen für die Dienstleistungserbringung keine andere Vergütung erhalten als die Vergütung, die während ihres Aufenthalts in der Republik Kasachstan von der juristischen Person der Europäischen Union gezahlt wird. c)Litera c Die in die Republik Kasachstan einreisenden natürlichen Personen müssen vor dem Zeitpunkt der Einreichung des Antrags auf Einreise in die Republik Kasachstan seit mindestens einem Jahr bei der juristischen Person der Europäischen Union beschäftigt gewesen sein. Darüber hinaus müssen die natürlichen Personen zum Zeitpunkt der Einreichung des Antrags auf Einreise in die Republik Kasachstan über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in dem Tätigkeitsbereich verfügen, der Gegenstand des Vertrags ist. d)Litera d Die Republik Kasachstan darf eine wirtschaftliche Bedarfsprüfung vornehmen und ein jährliches Kontingent für Arbeitserlaubnisse festlegen, die Vertragsdienstleistern der Europäischen Union vorbehalten sind, die Zugang zum Dienstleistungsmarkt der Republik Kasachstan erhalten. Die Gesamtzahl der Vertragsdienstleister der Europäischen Union, die Zugang zum Dienstleistungsmarkt der Republik Kasachstan erhalten, ist auf höchstens 800 Personen pro Jahr begrenzt. e)Litera e Nach Ablauf einer Frist von fünf Jahren nach dem Beitritt der Republik Kasachstan zur WTO wird keine wirtschaftliche Bedarfsprüfung mehr vorgenommen1. In dem Zeitraum, in dem die Republik Kasachstan eine wirtschaftliche Bedarfsprüfung2 vornehmen darf, sind die Einreise natürlicher Personen in die Republik Kasachstan und der vorübergehende Aufenthalt dieser Personen in ihrem Gebiet zwecks Vertragserfüllung auf insgesamt höchstens vier Monate je Zwölfmonatszeitraum beziehungsweise auf die Laufzeit des Vertrags befristet, je nachdem, welcher Zeitraum kürzer ist. Nach Ablauf einer Frist von fünf Jahren nach dem Beitritt der Republik Kasachstan zur WTO ist der vorübergehende Aufenthalt auf höchstens sechs Monate je Zwölfmonatszeitraum beziehungsweise auf die Laufzeit des Vertrags befristet, je nachdem, welcher Zeitraum kürzer ist. Die juristischen Personen der Europäischen Union tragen die Verantwortung für die fristgerechte Ausreise ihrer Beschäftigten aus dem Gebiet der Republik Kasachstan.
2 Zur Klarstellung: In Bezug auf die Republik Kasachstan bezeichnet „wirtschaftliche Bedarfsprüfung“ ein Verfahren, das von einer juristischen Person der Republik Kasachstan bei der Verpflichtung von Vertragsdienstleistern durchgeführt wird und bei dem vor der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte die Bedingungen auf dem einheimischen Arbeitsmarkt berücksichtigt werden müssen. Diese Bedingungen gelten als erfüllt, wenn nach der Veröffentlichung einer Stellenausschreibung in den Massenmedien und nach einer Suche nach einer kompetenten Person in der Datenbank der zuständigen Behörde festgestellt wird, dass keine der Bewerber die in der Stellenausschreibung genannten Anforderungen erfüllt. Das Verfahren sollte nicht mehr als einen Monat in Anspruch nehmen. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens darf die juristische Person das Verfahren zur Einstellung von Vertragsdienstleistern einleiten.
3 Zur Klarstellung: Zu diesen Vorbehalten zählen auch die Vorbehalte in Bezug auf die Definitionen der verschiedenen Kategorien.
SchlagworteComputerleistung, Übersetzungsdienstleistung Zuletzt aktualisiert am31.03.2025 Gesetzesnummer20011102 DokumentnummerNOR40221997