mouvement écologique Schaffung einer neuen „Restopolis"-Verwaltung seitens des Erziehungsministeriums (Gesetzesprojekt No 7792): Öffentliche Kantinen weiterhin mangelhaft in Sachen regionale, bio, vegetarische und vegane Gerichte!? — Verletzung vom Bioaktionsplan vorgeplant Juli 2021 Contact: meco@oeko.lu Tél.:
(00352)43 90 30-1 Schaffung einer neuen „Restopolis"-Verwaltung seitens des Erziehungsministeriums (Gesetzesprojekt No 7792): Öffentliche Kantinen weiterhin mangelhaft in Sachen regionale, bio, vegetarische und vegane Gerichte!? — Verletzung vom Bioaktionsplan vorgeplant lm März diesen Jahres hat das Erziehungsministerium ein Gesetzesprojekt zur Umgestaltung von Restopolis (der Versorgungsstruktur für die öffentliche Restauration, und vor allem Schulen) in eine eigenständige Verwaltung in der Abgeordnetenkammer eingereicht. Was auf den ersten Blick vielleicht als eher „administrativ / technische Entscheidung" angesehen werden mag, ist von wesentlicher Bedeutung für die Ernährung in öffentlichen lnfrastrukturen sowie die Landwirtschafts-, Klimaschutz- und Biodiversitätspolitik in Luxemburg.
- Zum Hintergru nd Seit der Umbenennung des „Service des restaurants scolaires (SERS)" in Restopolis im Jahre 2006, agiert Restopolis als „Service du ministère" als autonome organisatorische und administrative Führungsstruktur für die Verwaltung von Schulkantinen. lm vorliegenden projet de loi heiRt es, Restopolis habe sich im La ufe der letzten Jahre zu einem „service de l'Etat à gestion séparée" mit zahlreichen zusätzlichen Funktionen weiterentwickelt. Deshalb wäre es angebracht, einen adäquaten legalen Rahmen für dieses erweiterte Aufgabenfeld von Restopolis zu schaffen. Des Weiteren wird angeführt, die Umwandlung von Restopolis in eine Verwaltung sei deshalb erforderlich, da Restopolis heutzutage einen strategischen Dienst in der nationalen Bildung übernehme. Dies insbesondere im Hinblick auf soziale, kulturelle und ökologische Themen. Restopolis müsse entsprechend - so die Ausführungen im „exposé des motifs" - nicht nur die Erwartungen der Kunden, sondern auch staatliche Anforderungen (Bio- und lokale Landwirtschaft, Karnpf gegen Lebensmittelverschwendung, nachhaltige Entwicklung, Ernährungserziehung, öffentliche Gesundheit, lnklusion und lntegration usw.) erfüllen. All jene Argumente würden für die Schaffung einer eigenständigen Verwaltung sprechen. Restopolis verzeichnete 2019, uni eine Größenordnung zu geben, Ausga ben in Höhe von über 35 Mio. Page l 1 und bewirtete gemäß „exposé des motifs" in diesem Zeitraum 72.000 Personen mit 2.682.531 „fréquentations". Der Gesetzesvorschlag soli, den Autoren nach, entsprechend nicht nur dafür sorgen, den heutigen organisatorischen und budgetàren Realitäten gerecht zu werden und das Ressourcenmanagement zu verbessern. Er zielt vielmehr ebenfalls darauf ab, den gewandelten Tätigkeitsbereich von Restopolis zu erfassen und zu verankern. Doch: die im Gesetzesprojekt gewählte Vorgehensweise zementiert die heutige Vorgehensweise von Restopolis, die de facto den Anforderungen einer zeitgernagen Restauration nicht mehr gerecht wird. Angesichts der Bedeutung der öffentlichen Restauration, hinterfragt der Mouvement Ecologique, dass nun einfach die Kompetenzen von Restopolis in dieser Weise verankert / ausgeweitet werden sollen, ohne dass eine ehrliche Debatte darüber geführt wird, ob grundsätzlicher Reformbedarf im Sektor besteht oder nicht, und falls ja, wie er behoben werden kann. Der Mouvement Ecologique tritt für eine grundsätzliche Reform des Sektors ein; entsprechend besteht ebenfalls grundsätzlicher Reformbedarf am vorliegenden Gesetzesentwurfl
- Zielsetzungen von Restopolis: Regionate und biologische, vegetarische und vegane Gerichte: kein Thema! - Artikel 3 Artikel 3 des Gesetzprojektes legt die Ziele von Restopolis fest. So wird z.B. gesetzlich vorgeschrieben, dass die Versorgung der betroffenen Strukturen sichergestellt werden muss, welche Ziele im Rahmen dieser Leistung zu respektieren sind u.a.m. Wichtige Ziele, die noch im „exposé des motifs" (Funktion von Restopolis als Bildungsstruktur, als Akteur zur Umsetzung staatlicher Ziele wie lokale Landwirtschaft, Biolandbau, nachhaltige Entwicklung...) angeführt werden, haben dabei jedoch leider keinen Niederschlag im Gesetzesprojekt gefunden! Sie werden schlichtweg ignoriert und haben somit keine wirkliche Verbindlichkeit, bzw. werden als weitaus weniger relevant eingestuft. So sucht man in Artikel 3, betreffend die Ziele von Restopolis, vergeblich nach verbindlichen Mindestvorgaben welche die obligatorische Verwendung von regionalen, biologischen und transfair gehandelten Produkten betreffen, resp. auch zum Angebot an vegetarischen und veganen Speisen. Der so dringend gebotene vorbildhafte Anspruch der alten/neuen Verwaltung bleibt beim Gesetz demnach auf der Strecke. Das Erziehungsministerium mag nun argumentieren, diese Ziele müsse man nicht im Gesetzestext selbst festschreiben, sie würden eine Selbstverständlichkeit darstellen und bereits heute würde Restopolis sein diesbezügliches Angebot systematisch verbessern. Dies solle ouch in Zukunft der Fall sein... Eine derartige Argumentation ist jedoch nach Ansicht des Mouvement Ecologique in keiner Form stichhaltig: • würde das Argument, dass derartige Vorgaben sowieso eingehalten, resp. zeitnah und graduell verbessert werden würden, zutreffen, dann müsste dies ja auch für die anderen Ziele Page I 2 gelten, die im Projekt festgehalten sind. Warum soll die „éducation au goût" gesetzlich verankert werden oder aber der „équilibre alimentaire" (der wirklich eine Selbstverständlichkeit sein müsste), nicht aber die Herkunft und die Qualität der Waren? Hier scheinen die Verfasser des Gesetzes schon bei der Ausarbeitung auf einem Auge blind zu sein. Dass die fundamentalen Fragen der Produktherstellung, der Herkunft der Produkte, resp. einer fleischreduzierten Ernährung auRen vor gelassen werden und scheinbar als weniger relevant als eine „éducation au goût" angesehen werden, ist in keiner Form akzeptabel und nachvollziehbar. • würde keine entsprechende Vorgabe im Gesetz selbst verankert, dann wäre es dem alleinigen Gutdünken der leitenden Struktur der neuen Verwaltung überlassen zu entscheiden, welchen Stellenwert sie der Regionalitöt, dem Biolandbau und dem vegetarischen und veganen Essen einräumen will. Dies ist in Zeiten des gravierenden Biodiversitätsverlustes, der Klimaveränderung, dem lmpakt verschiedener Substanzen auf die Gesundheit (Stichwort Pestizide), dem Wunsch von immer mehr Menschen nach vegetarischer Ernährung ... nicht mehr angemessen und sogar für ein Erziehungsministerium inakzeptabel. Auch zahlreiche politische Verpflichtungen (z.B. sogar auf europäischer Ebene) und Versprechen, die Produktion regionaler und biologischer Lebensmittel wüde voranzutreiben sowie den Fleischkonsum zu reduzieren, verlangen klare gesetzlich verbindliche Vorgaben. Deren Wahrung darf nicht dem alleinigen Ermessenspielraum einer Verwaltung obliegen. Die öffentliche Restauration ist ein zentraler Eckstein zur Umsetzung des Bioaktionsplanes und z.T. auch des nationalen Klima- und Energieplanes! Hier hat Luxemburg auch auf EU-Ebene verankerte Verpflichtungen, deren Respekt mit diesem Gesetzesentwurf nicht gegeben ist. lm Gegenteil! Der Mouvement Ecologique besteht deshalb mit Nachdruck darauf, dass als zentrales Ziel einer neuen Verwaltung klare Mindestvorgaben, betreffend den Anteil der obligatorischen Verwendung regionaler Qualitäts- und biologischer Produkte sowie dem Angebot an veganen und vegetarischen Speisen aufgenommen und festgeschrieben werden. Es spricht kein Argument gegen diese Verankerung, es sei denn, man möchte sich nicht festlegen wollen und die Versorgung der luxemburgischen Schulkantinen dem Gutdünken einer Verwaltung überlassen und darüber hinaus für den Weitmarkt offenhalten?l Page l 3
- Die Aufgabenbiete von Restopolis: Wo bleibt die Verantwortung in Bezug auf nachhaltig produzierte und gesunde Lebensmittel - Artikel 4 Noch weniger nachvollziehbar wird die Herangehensweise der Autoren des Gesetzesprojektes bezüglich der Festlegung der konkreten Arbeitsgebiete der neuen Verwaltung. So werden im Gesetz 17 (i) Missionen / Aufgabengebiete von Restopolis festgehalten. Von diesen 17 bezieht sich jedoch keine einzige auf die genannten Themen : Regionalibt — Biolandbau — vegetarisches / veganes Angebot. Es mutet schon fast etwas absurd an, wenn in Punkt
(4)als eines der 17 Aufgabengebiete festgehalten wird, die Verwaltung müsse ein Sättigungsgefühl und die Freude am guten Essen garantieren („garantissant une sensation de satiété" et le „plaisir de bien mangerl, die Herkunft und Quake der Produkte sowie das vegetarische / vegane Essen aber auRen vor gelassen werden. Auch hier wird wohl das Ministerium und vor allem Restopolis vielleicht anführen, diese Ziele wären in der generellen Bestimmung 4 « la contribution à l'équilibre alimentaire nutritionnel » enthalten, ebenso wie in den generellen Bestimmungen „équilibre alimentaire nutritionnel", „alimentation saine, équilibrée et durable », « le respect de l'environnement ». Jedoch: Wenn diese vagen Begriffe so zielführend wären, dann müsste auch nicht spezifisch auf die diätetischen Ansprüche von Menschen oder auf den Bedarf nach Sättigung u.a.m. verwiesen werden müssen. Diese Arbeitsgebiete werden aber sicherlich zu Recht deshalb konkretisiert, da es keine juristische Definition von „alimentation durable" gibt und jede Zweifel an den Aufgaben von Restopolis in diesen Punkten vermieden werden soll. lnsofern: der Mouvement Ecologique tritt mit aller Entschiedenheit dafür ein, dass auch die Verwendung von regionalen Qualitätsprodukten, Biolebensmitteln sowie das Angebot an vegetarischen und veganen Speisen im Gesetz als konkrete Aufgabengebiete der neuen Verwaltung verankert werdenl Weitere Aspekte, die geregelt werden sollten, wäre das Verbot der Verwendung von künstlichen Zusatzstoffen, oder aber Prinzipien wie jene des „nose to tail" (Ganztiernutzung) die von grundlegender Bedeutung sind. Page l 4 4. Zementierung einer höchst umstrittenen zentralistischen Vorgehensweise, die eine regionale Versorgung weitestgehend unmöglich macht?! - Artikel 3 Es ist aber zudem befremdlich, dass das Gesetzesprojekt zur Gestaltung von Restopolis in eine eigenständige Verwaltung ohne eigentliche Diskussion über die Herausforderungen einer zukünftigen nationalen Versorgungsstruktur erfolgen soll. Dabei stellen sich doch zahlreiche Fragen, so z.B. folgende: • lst die heutige zentralistische Vorgehensweise noch zeitgernag, wie könnte die Kooperation mit Schulen usw. verbessert werden? • Welchen Beitrag kann eine neu zu schaffende Struktur leisten, um nationale Ziele in den verschiedensten Bereichen umzusetzen (Landwirtschaft, Bildung, Klimaschutz, Biodiversität, Gesundheit...)? • Sollte die nationale Versorgungsstruktur, als herausragender Akteur in der öffentlichen Restauration, nicht viel stärker zum Aushängeschild und Motor der Entwicklung der Nachfrage nach regionalen und biologisch zertifizierten Lebensmitteln aufgeba ut werden? Fakt ist: die heutige Vorgehensweise von Restopolis wird nicht von Mien Akteuren getellt und ein offener Diskurs über die Orientierung dieser Struktur ist seit Jahren überfällig. So wird vor allem die zentralistische Vorgehensweise, bei welcher Schuldirektionen in keiner Weise eingebunden werden, von so Manchem moniert. Kommt hinzu: Neben dem Problem, dass hier einige wenige Personen über erhebliche Machtbefugnisse verfügen und ihre gesellschaftlich antiquierte Meinung den einzelnen Schulen aufzwingen, führt die zentralisierte Organisation der Kantinen, welche mittlerweile nicht nur die Schulkantinen, sondern auch die Universitätskantinen, Primärschulkantinen und einige mehr umfasst dazu, dass eine ausreichende Verwertung von lokalen und auch Biolebensmitteln z.T. de facto kaum machbar ist. Muss es im Laufe einer begrenzten Zeitspanne in allen Restopolis-Kantinen quer durchs Land Salat und Hühnerschenkel geben, dann können diese Quantitäten gleicher Produkte in einem engen Zeitrahmen nur mit erheblichem Rückgriff auf die ausländische (intensive) Landwirtschaft und die Massentierproduktion gewährleistet werden. Regionale Projekte mit Vorbildcharakter, wie jene von „Natur genéissen", sowie kleine regionale Produzenten, haben bei diesen Bestellmengen keine Chance! Auch dezentralisierte Lieferungen sind kaum möglich. Allein durch diese Bestimmung wird dem biologischen Angebot und regionalen Qualitätsprodukten quasi ein Riegel vorgeschoben. Page 5 Obwohl diese Probleme seit langem bekannt sind und von zahlreichen Akteuren kritisiert werden, soll diese Vorgehensweise nun per Gesetzestext zementiert werden. Zitat aus dem Gesetzesentwurf, betreffend die Ziele von Restopolis in Artikel 3: „ l'organisation et la gestion centralisée de la restauration collective dans le contexte des établissements et des administrations de l'Éducation nationale ». Die Majoritätsparteien der Regierung müssen hier ihre Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass im Sinne der regionalen Produktion nicht in allen Kantinen des Landes während einer kurzen Zeitspanne das gleiche Angebot gewährleistet werden muss. Die Philosophie und Handelsweise von Restopolis als „Alleinentscheider" spiegelt sich dann aber auch in weiteren Bestimmungen, wie z.B. in Artikel 6., wider. Dieser sieht vor, dass für die einzelnen Standorte ein „gérant" genannt werden soli. Explizit wird festgehalten, dass dieser von Restopolis bestimmt und unter deren Regie arbeiten soll. Artikel 7 seinerseits regelt, dass im Falle eines Standortes der unter „régie privée" exploitiert wird, dieser ebenfalls exklusiv von Restopolis bestimmt wird. Hier werden großen ausländischen „global playee Multinationalen wie DUSSMANN, EUREST u.a.m., der Weg zu einem staatlichen abgesicherten Markt geebnet, anstatt lokale und regionale lnitiativen und Strukturen zu fördern und aufzubauen. Nachhaltigkeit sieht definitiv anders aus! Dass eine nationale Struktur eine verantwortliche Rolle in der Gesamtorganisation übernehmen soll, ist nachvoliziehbar. Warum aber die Mitsprache, bzw. Zustimmung der Direktionen nicht ansatzweise vorgesehen ist, ist absolut nicht tragbar! Neu zu schaffender „comité d'accompagnement" ändert nichts an den fundamentalen Schwachstellen Die Autoren des Gesetzestextes mögen nun anführen, die vorgebrachten Probleme würden durch den neu zu schaffenden „comité d'accompagnement" (Artikel 19) aufgehoben. Dies ist jedoch aus mehreren Gründen nicht der Fall: - Dieser hat nur eine beratende Funktion! Umso wichtiger ist es, dass die angeführten Ziele der Herkunft und Qualität der Produkte bzw. des fleischlosen Angebotes gleichberechtigt zu anderen Zielen und Aufgaben im Gesetzestext selbst verankert werden. Deren Respekt darf keine Verhandlungsmasse darstellen, lediglich die Frage des „Wie die Vorgabe umgesetzt werden soll", könnte im beratenden Gremium besprochen werden; - Als rein beratende Funktion werden dem „comité" keine formalen Rechte eingeräumt Geklärt ist auch nicht, inwiefern Dokumente und Berichte des Komitees öffentlich zugänglich sind; Page 6 - Die Zusammensetzung ist zudem höchst fragwürdig, da keine Nutzer vertreten sind, wedÉr Direktionen noch Schüler*innen; Sinnvoll ware es zudem, externe Experten in dieses Gremium zu nehmen, wie z.B. Ernâhrungsberater aber auch Betroffene (u.a. Direktionen). Kommt hinzu, dass die Funktionsweise in keiner Form geregelt wird. Weder die Prâsidentschaft noch andere Aspekte sind, wie ansonsten üblich, rechtlich geklârt. Exkurs zu Vorbilder im Ausland: Kopenhagen Wie Kopenhagen durch eine zukunftsorientierte Zielsetzung und klare Zuständigkeiten zum internationalen Vorbild im Bereich der nachhaltigen öffentliche Restauration wurde. Die öffentliche Restauration der Metropole Kopenhagen mit ihren Kantinen in den Bereichen Schule, öffentliche Verwaltungen, Krankenhäuser, Pflegestrukturen usw., ist mit tâglich 70.000 servierten Mahlzeiten nicht nur in puncto Größe mit Restopolis vergleichbar, sondern auch hinsichtlich ihrer Komplexität. ln Dânemark wurde früh erkannt, dass die öffentliche Restauration ein Schlüsselfaktor in der Umsetzung des nationalen Bio-Aktionsplans („Organic Action Plan for Denmark"i) darstellt. Konkret nennt der Aktionsplan den Wissenstransfer hin zur öffentlichen Restauration - neben der Bereitstellung finanzieller Mittel - als wichtigsten Faktor bei der Umsetzung der beschlossenen nationalen Politik. Dieser nationale Aktionsplan wurde von der Stadt Kopenhagen aufgegriffen und eine umfassende Strategie unter dem Titel „The City of Copenhagen's Food Strategy"' soll die Vorgehensweise auf kommunaler Ebene bestimmen. Dies mit der übergeordneten Vision: „green, healthy and vital food city that is closely interlinked with its regional food system for the benefit of all its residents". Teil dieser Vision ist auch die aus luxemburgischer Sicht geradezu phânomenale Marke von 90% biologischer Lebensmittel in der öffentlichen Restauration, welche Stand 2019 mit 87% fast vollstândig erreicht wurdel (Restopolis liegt aktuell bei 3% und plant ein Ziel von 5% zu erreichen.3) Genau wie bereits der nationale Bioaktionsplan wurde auch in der kommunalen Strategie der Wissenstransfer unbedingt in den Mittelpunkt gesetzt, dies einerseits im Sinne der verbesserten Ausbildung des Kantinenpersonals, aber andererseits auch im Sinne der Ernährungsbildung bei Kindern und Jugendlichen (food culture & food literacy). https://en.mfvni .dk/fileadmin/user_upload/FVM.d k/Dokumenter/Landbrug/Indsatser/Oekologi/7348_FVM_OEkologiplanDanmark_A5_PIXLE nglish_Web.pdf 2 https://www.google.co m/u rl?sa.t& &q=&es rc=s&sou rce=web&cd =&cad=rja & uact=8&ved=2a h UKEwje n5zM4 rLxAh Xxg_OH Sh hAeQQFjAC egQI BRAD& u rl=https%3A%2F%2Fwww. kk.d k%2Fsites%2Fdef ult%2Ffiles%2F uploadedfiles%2Fthe_city_of_cope nhagen_food_strategy_2019.pdf& usg=A0vVaw1G.Ig3YEq9E KWnHVF M93 a_Y https //porta Led ucation .1u/restopo lis/HOSPITALITY/ENGAGEME NTS/ENG03-FR 1 Page l 7 Um die öffentliche Restauration auf ein ganzheitliches Modell umzustellen erfordert es klare Zuständigkeiten auf allen Ebenen! lm Fall Kopenhagen wurde deshalb mit dem „House of Food" ein zuständiger (temporker) Akteur etabliert. Ausgestattet mit einem Budget von 2 % des kommunalen Etats der Gemeinschaftsverpflegung für 10 Jahre, sowie mit einem interdisziplinären Team aus ProjektManager*innen, Köch*innen, Ernährungswissenschaftler*innen, Lehrpersonal und Kommunikationsexpert*innen konnte so eine erfolgreiche Umstellung garantiert werden. Das „House of Food" übernahm die Schulungen des Kantinenpersonals (von Gemeindeangestellten oder von Privatfirmen) und unterstützte die komrnunalen Dienststellen bei der Erstellung der Lieferverträge, um bei gleichbleibenden Menüpreisen eine gesündere und nachhaltigere Kochkultur zu etablieren. Kopenhagen stellt mit seinem ganzheitlichen Modell, klaren Zielsetzungen auf nationaler und kommunaler Ebene sowie dem ausdrücklichen politischen Willen die festgelegten Ziele erreichen zu müssen eine Vorbildfunktion dar. Und ebenfalls in der Entscheidung, einen Akteur mit den nötigen finanziellen und personellen Kompetenzen aufgrund der genannten Vorgaben, mit der Umsetzung zu beauftragen. Schlussfolgerungen Während alle Welt - und in der Theorie auch die luxemburgische Regierung - von Regionalisierung, Förderung des Biolandbaus, Reduktion des Pestizideinsatzes, Bekämpfung des Artenverlusts und der Biodiversitätskrise spricht, folgt dieser Gesetzesvorschlag noch immer alten Mustern! Somit unterstützt auch das Bildungsrninisterium einerseits einen Anbau, der mitverantwortlich für Biodiversitätsverlust, Artensterben, Klimaveränderung, Wasserbelastung u.a.m. ist und verpasst erneut die Chance all jene Landwirte und Akteure zu unterstützen, die sich stärker im lnteresse des Gemeinwohls einsetzen! Wenn diese Regierung: • endlich Ernst machen will, mir ihren generellen Aussagen die regionale Landwirtschaft unterstützen zu wollen, • ihr erklärtes Ziel erreichen will, bis zum Jahre 2025 die Biolandwirtschaft in Luxemburg auf 20% auszubauen, • Prinzipien des Klima- und Biodiversitätsschutzes und der gesunden Ernährung auch in die Realität umsetzen will, https://speiseraeurne.de/house-of-food-berlin-kopenhagen/ Page 8 • Schulen und deren Direktionen und Schüler*innen nicht als alleinige Erfüllungsgehilfen von Restopolis, sondern als verantwortungsvolle Partner ansehen will, so setzt dies voraus, dass • Bioprodukte in öffentlichen Kantinen einen weitaus höheren Stellenwert erhalten. Es darf dann auch keine Verwaltung geschaffen werden, welche keine Vorgaben zur Mindestquantität an Bio-Produkten einhalten muss. Dies wäre nicht nur ein Schritt zurück, sondern politisch nicht verantwortlich und stünde im Widerspruch zum Nationalen Aktionsplan zur Förderung der biologischen Landwirtschaft. (Zitat Bioaktionsplan: „Stufe 3: Entwicklung der Nachfrage. Menahme 4-5: Ziel: Bis 2025 sollen in den gemeinschaftsgastronornischen Betrieben, beginnend mit der staatlich subventionierten Gerneinschaftsgastronomie, 50 % der Produkte aus der luxemburgischen Landwirtschaft stammen, davon 2 / 5 aus der biologischen Landwirtschaft und 3 / 5 aus der lokalen Landwirtschaft, wobei Erzeugnissen aus der in Umstellung befindlichen Landwirtschaft Vorrong eingereiumt wird. In zwei Jahren soli Bilanz gezogen werden." • Mindestquoten für regionale Qualitätsprodukte verankert werden und dabei auch dezentrale lnitiativen zur Versorgung von Kantinen eine Chance erhalten (z.B. Projekte wie „Natur genéissen"); • reelle Alternativen zum Fleischkonsum angeboten werden. Dies entspricht zudem dem Wunsch zahlreicher Jugendlicher.. Denn die negativen Auswirkungen des hohen Fleischkonsums und der Massentierhaltung auf die Umwelt, das Klima, das Wohlergehen der Nutztiere aber auch die Gesundheit des Menschen sind hinlänglich bekannt. Eine zeitgernee Esskultur besteht ohne Dauerangebot von Fleischprodukten. Dieser Einsicht sollte auch und vor allem eine öffentliche Kantinenverwaltung Rechnung tragen — entsprechende Vorgaben gilt es im Gesetz zu verankern. • eine Debatte über die zukünftige Ausrichtung der nationalen Versorgungsstruktur geführt wird, nach dem Vorbild der Stadt Kopenhagen. Mouvement Ecologique asbl Luxemburg, den 20.Juli 2021 Page l 9