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Ministère dQ l'Agricu!ti1re, de la Viticulture et du Développement rural, Référence: 1 8 ~ 23 NOV. 2022 Chambre d'Agricu

Ministère dQ l'Agricu!ti1re, de la Viticulture et du Développement rural, Référence: 1 8 ~ 23 NOV. 2022 Chambre d'Agriculture B. P. 81- 261, route d'Arlon L-8001 Strassen A traiter par: J2, 0 . Copie à: .î\--. Eselborn, den

  1. November 2022 Betreff: Gesetzesentwurf N°60S0 vom
  2. August 2022 Sehr geehrter Herren, Nach Einschatzung des Generaldirektors der FAO, Dr. Qu Dongyu sollte sich der Anbau von Kartoffeln innerhalb der nachsten zehn Jahre verdoppeln, um so einen groBeren Beitrag zur globalen Ernahrungssicherheit zu leisten. Eine Verdoppelung der Speisekartoffelflâche bedarf auch einer Verdoppelung der Pflanzkartoffelflache. Allerdlngs beobachtet man zurzeit in West- und Nordeuropa einen FlachenrOckgang bei der Pflanzkartoffelerzeugung. Ohne eine wirtschaftlich rentable Pflanzguterzeugung wlrd allerdings auch der Anbau von Speisekartoffeln nicht mehr moglich sein und damit die von der FAO vorgegebenen Ziele in weite Ferne rücken. ln unseren Gegenden/ln Luxemburg betragt der Pro-Kopf-Verbrauch an Kartoffeln ca. 60 kg pro Jahr also 36.000 Tonnen für Luxemburg. Laut STATEC gab es im Jahr 2021630 ha Kartoffeln in Luxemburg, davon knapp 320 ha Pflanzkartoffeln. Selbst bei guten Speisekartoffelertrâgen von 50 Tonnen/ha vermarktbarer Ware liegt der Selbstversorgungsgrad in Luxemburg bei nur 43%. Bel einer angestrebten Einwohnerzahl von 1 Mio., fa lit die Selbstversorgung gar auf 26%. Die COVID19-Pandemie sowie alle damit verbundenen Probleme in den Lieferketten und ganz aktuell der Krieg ln der Ukraine, ha ben sehr schnell und vor allem sehr deutlich . die Schattenseiten einer unzureichenden Selbstversorgung aufgezeigt. Ziele der europalschen Agrarpolitik sind u.a. die Produktivitat in der Landwirtschaft zu verbessern, den Landwirten ein angemessenes Einkommen zu ermôglichen und vor allem die sichere Versorgung mit bezahlbaren Nahrungsmitteln zu gewahrlelsten
  3. Leider mOssen wlr feststellen, dass mit dem eingereichten Agrargesetzentwurf diese Ziele im Bereich der Kartoffelerzeugung und vor allem der vorgelagerten Pflanzkartoffelerzeugung nicht nur ganzlich ignoriert werden, sondern durch unterschiedliche MaBnahmen ln sehr weite Ferne rücken bzw. gar ganz unmôglich werden. Der Kartoffelanbau zahlt seit jeher zu jenen Kulturen, die viel Know-how erfordern, wenn ihr Anbau ertragreich und wlrtschaftlich sein soli. Besonders hach sind die Ansprüche an die Pflanzkartoffelproduktion, die sowohl pflanzenbauliche Kenntnisse ais auch die Einhaltung der einschlagigen Bestimmungen und Regelungen zur Produktion und lnverkehrbringung erfordert. 1 https://agriculture.ec.europa.eu Seite 1 von 2 Aus diesem Grund ist die Erzeugung von Pflanzkartoffeln mit sehr hohen Kosten verbunden:
  4. Hohe Arbeitskosten aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes für die Bestandspflege und
  5. hohe lnvestitionsund Maschinenkosten für die Erzeugung und Lagerung. Wie alle Unternehmer versuchen Landwirte mit môglichst geringem Aufwand elnen maximalen Erlos zu erzielen. Politische Entscheidungen führen allerdings dazu, den pflanzkartoffelanbau zusâtzlich zu verteuem: Verbot von Pflanzenschutzmitteln (v.a. Diquat und Mancozeb}, strengere Normen für Qualitât vor allem für Pflanzkartoffeln (z.B. nur noch 8 Vermehrungsstufen erlaubt, obwohl Qualltat gut ist, ... ), Verteuerung von Dünger, Kraftstoff und Strom. Alle in für die Saison 2022 liegen die Kosten mindestens 1.500-1.800 €/ha hôher ais 2021 und dies bei ca. 20 % nledrigeren Ertragen. Kartoffeln werden seit einigen hundert Jahren in Luxemburg angebaut und stellen ein wichtiges Glied in der Fruchtfolge und in der Diversifikation des landwirtschaftlichen Sektors dar. Allerdings verhindern Geologie und Topographie bel klimatlsch schwierigen Bedingungen (Trockenheit) die Bewasserung der Kartoffeln. Dies ist ein nicht unerheblicher Nachteil gegenüber Kartoffelproduzenten in Regionen, in denen Bewasserung ohne groBe Probleme môgllch ist (NL-Polder, D-Pfalz, ... ). lm Kartoffelanbau gelten also genau die gleichen negativen Bedingungen, die auch elnen Ausbau des Gemüse- und Obstbaus verhindern. Laut Wôrterbuch gehôren Kartoffeln zum Gemüse (Larousse: Légume= Plante cultivée dont on consomme, selon les espèces, les feuilles, les racines, les tubercules, les fruits, les graines; partie consommée de cette plante). Nur im Gesetzesentwurf 6080 wlrd dies zu Gunsten eines kaum vorhandenen Gemüsesektors komplett ignoriert. Oie Lagerung und Aufbereltung von Kartoffeln Jegllcher Verwendungsrlchtung benotigt spezielle Technik und Fachwissen. AuBer in Feinheiten unterscheidet ·sie sich jedoch nlcht wesentlich von der Lagerung von Zwiebeln, Karotten oder anderen lagerfahigen Gemüsesorten. Trotzdem wird in dem neuen Gesetzentwurf nur dem Gemüsesektor elne zusatzliche lnvestitlonsbeihilfe von 20% gewâhrt, jedoch nicht den Kartoffelerzeugern. Es 1st stark davon auszugehen, dass die 4%gen Flachenstilllegung sowie die angedachten ECOSCHEMES auf Kosten der Anbauflache von Pflanzkartoffeln und auch Speisekartoffeln gehen. Hohe Energiekosten sowie gute Getreideprelse führen bereits für die Saison 2023 zu elnem 30%1gem Flachenrückgang, dies obwohl die 4%ige Flachenstilllegung für diese Saison ausgesetzt wurde. Wir fordern daher mit Nachdruck, dass die Belange aller Kartoffelerzeuger (sowohl Pflanz- ais auch Speise- und Verarbeitungskartoffeln) im neuen Agrargesetz berücksichtlgt werden: Gleichstellung der Kartoffelproduktion mit der Gemüseerzeugung und dies in allen vorher erwâhnten Punkten (lnvestitionsbeihilfen, gekoppelte Prâmien). Forderung des Kartoffelanbaus durch gezielte MaBnahmen, z.B Top-Up von 300 € für Kartoffelanbau in Fruchtfolgeprogramm oder Agrar-UmweltmaBnahmen. lm Namen aller Kartoffelerzeuger Luxemburgs. Seite 2 von 2

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