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Ministère do l'Agricult•r e, de la Viticult.ure et du Développement rurai, l B Référence: VEREENEGUNG 2'l. NOV. 2022 BI

Ministère do l'Agricult•r e, de la Viticult.ure et du Développement rurai, l B Référence: VEREENEGUNG 2'l. NOV. 2022 BI OLAN DWI RTSCHAFT LËTZEBUERG ASBL J A traiter par: Copie à: /7/1 . n--a Gutachten zum Agrargesetz projet de loi n°8060 Munsbach, den 22.11.2022 Die Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg a.s.b.l. legt hiermit ihr Gutachten zum Agrargesetz projet de loi n°8060 vor. Vorab bleibt festzuhalten, dass der Konsultationsprozess zum Plan Stratégique Nationale seit Marz 2019, nach der Verëffentlichung der SWOT-Analyse seitens des Landwirtschaftsministeriums, absolut unzureichend war. Eine Zukunftsstrategie für die Ausrichtung der Luxemburger Landwirtschaft fehlt bis heute vëllig. Einziges definiertes Ziel für die Landwirtschaft, neben dem übergeordneten Ziel der Klimaneutralitat, ist die Erreichung von 20 % Biolandwirtschaft bis

  1. Die Zielformulierung 20 % Biolandwirtschaft zu erreichen, basiert auf den Fakten zu Luxemburgs schlechtem Zustand in den Bereichen Gewasserqualitat, Biodiversitat, Luft, Emissionen1, sowie den Gefahren der Bodendegradation 2 • Ebenso flieBen klima- und tierschutzrelevante Kriterien in dieses Ziel mit ein. Luxemburgs Ambitionen werden von der Farm-to-Fork- (25% Bio bis 2030), sowie der Biodiversitatsstrategie der EU unterstützt. Die Sinnhaftigkeit der Transition der Landwirtschaft Luxemburgs zur biologischen Wirtschaftsweise ist durch Wissenschaft und Praxis fundiert belegt. Die ëkologischen Systemdienstleistungen der Biolandwirtschaft sind messbar und damit auch bewertbar. 3 Dennoch fehlt nach wie vor der flachendeckende Ansatz, um in die Transition zur biologischen Landwirtschaft konsequent einzusteigen, sowohl im PSN, ais auch im vorliegenden Gesetzesvorschlag. Es darf nicht nur die Lebensmittelproduktion im Vordergrund stehen, sondern der Fokus muss auch auf die Bereitstellung ëffentlicher Güter, wie z.B. Trinkwasser, Biodiversitat etc. gelegt werden. Die ressourcenschonende, tiergerechte auf dem Kreislaufprinzip beruhende Biolandwirtschaft bietet Antworten und Losungen :
  2. Die flachengebundene Tierhaltung im Biolandbau, insbesondere in der Rinderhaltung: Ein Betrieb kann und sollte nur so viele Tiere halten, wie er aus sich selbst heraus ernahren kann. Eine Reduktion der Rindfleisch- und Milchproduktion VEREENEGUNG FIR Bl~LANDWIRTSCHAFT LETZEBUERG A.S.B.L. 1 13, rue Gabriel Lippmann L-5365 MUNSBACH R.C.s. Luxembourg F914S 1 Tel: +352 26 1S 23 74 info«!)biovereenegung.lu www.biovereenegung.lu 1 comptes bancaires: BCEE LU59 0019 3955 1816 5000 CCPL LU74 1111 0142 5997 0000 1 VEREENEGUNG BIOLANDWIRTSCHAFT LËTZEBUERG ASBL einhergehend mit einer Umstellung auf eine graslandbasierte, biologische Produktion würde die Emissionen aus der Wiederkauerhaltung um 74% reduzieren (LIST, IBLA

(2021); Tab. 2).4 Tab. 2: Reduktion der Treibhausgasemissionen basierend auf der Verringerung der Rindfleisch- und Milchproduktion einhergehend mit einer Umstellung auf eine graslandbaslerte Fütterung (Quelle: LIST, IBLA
(2021)5 Beef production (t carcass weight Beef consumption (retail kg/inhabitant) Dairy production Dalry consumption 0/inhabitant) Embodied GHG emissions Soybean import (t C02 eq.) Pesticide use on land for feed production (t C02 eq.) minera! fertilizer used on land for feed production (tC02 eq.) Direct GHG emissions from livestock (t C02 eq.) Nitrogen emissions to water from land for feed production 6590 16300 19,5 421000 694 7,89 78100 128,8 23100 0 2260 0 13000 0 952000 256000 2390 0 56 0 -59.7 % -81,4% -74% (
  1. t)Phosphorus emissions to water from land for feed production (
  2. t)2. Kein Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel: Die Versorgung der Pflanzen erfolgt über die Nutzung organischer Dünger, die aus der Tierhaltung anfallen, natürlicher Düngemittel, sowie aus dem Leguminosenanbau. Leguminosen fixieren den wichtigen Pflanzennahrstoff Stickstoff (N) mit Hilfe von Knollchenbakterien aus der Luft- klimaneutral. Die industrielle Herstellung von N-Düngemitteln mit Hilfe des Haber-BoschVerfahrens ist enorm energieaufwendig und damit klimaschadigend. Legt man den Energiebedarf von etwa 44 Gigajoule (GJ) für die Produktion (inkl. Transport und Ausbringung) eines Kilogramms Stickstoff in Form von Kalkammonsalpeter (KAS) zugrunde, so werden hierbei etwa 2,5 Kilogramm C02 ausgestofsen. Eine Düngung mit 180 kg Stickstoff aus KAS zur Produktion eines Brotweizens bedeutet fo/glich Treibhausgasemissionen in Hohe von etwa 450 kg C02. Diese Menge entspricht etwa dem Ausstofs eines Diesel-PKW mit einem Verbrauch von 6 f/100 km (entspricht 162 g C02 je
  3. km)bei einer Fahrleistung von knapp 2800 km. Die Stickstofffixierungsleistung von Leguminosen liegt je nach Baden und klimatischen Bedingungen im Bereich von knapp 100 bis 300 kg Stickstoff je Hektar und Jahr. Samit spart der Anbau von Leguminosen in der Fruchtfolge enorme Mengen an Treibhausgasen ein: Bei einer mitt!eren Fixierungsleistung von 200 kg N werden etwa 500 kg C02 eingespart was wiederrum einer Fahrleistung des beschriebenen Diesel-PKW von über 3000 km VEREENECiUNC FIR BIOLANDWIRTSCHAFT LËTZEBUERC A.5.8.L. 1 13, rue Gabriel Lippmann L-5365 MUNSBACH R.C.S. LUxembourg F914S 1 Tel: +352 261S 23 74 lnfoObiovereenegung.lu www.biovereenegung.lu 1 Comptes bancaires: BCEE LU59 0019 3955 1816 5000 CCPL LU74 1111 0142 5997 0000 2 VEREENEGUNG 1 BIOLANDWIRTSCHAFT LËTZEBUERG ASBL J entspricht. 5 3. Kein Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel: Pflanzenschutz-mittel, deren Metabolite und ihre Vermischungen finden wir weltweit in Bëden, Gewassern und in der Nahrungskette, also auch beim Menschen. 6 7 4. Die Leistungen und der Mehrwert, den die biologische Landwirtschaft für die Gesellschaft und ihre Ernahrung leistet, wurde 2020 erstmalig in der RegionalwertLeistungsrechnung für die 11 Biomilchviehbetriebe der BIOG-Molkerei berechnet und mit rund 1,35 Mio. Euro beziffert, ohne den Biobauern vergütet zu werden. 8 5. Biolandwirtschaft ist weit mehr ais regional : Über 80 % der Kollateralschaden entstehen in der landwirtschaftlichen Produktion (z.B. Pestizid-Rückstande im Trinkwasser etc.) und weniger ais 20% entstehen durch den Transportweg. 9 Würden die Kesten, die durch diese Kollateralschaden entstehen, den Lebensmittelpreisen angerechnet werden, waren Biolebensmittel wesentlich günstiger ais konventionelle Nahrungsmittel. (s . True-Cost-Accounting10 ). 6. Massive Verbesserung der Kommunikation der Vorteile der Biolandwirtschaft notwendig: Bio muss zur ,,Normalitat" erhoben werden, sowohl in der Politik, ais auch in den Këipfen der Bevôlkerung. Dazu ist eine langfristige, auf Bio ausgelegte Werbekampagne zeitnah umzusetzen, die mit ausreichenden finanziellen Mittel ausgestattet wird. 11 Für den vorliegenden Gesetzestext n°8060 hatten wir aufserdem folgende Anmerkungen und Vorschlage zu machen: ► Die ganzheitliche Erfassung und Bewertung der Ôkosystemdienstleistungen ware im Rahmen der Eco-Schemes môglich gewesen und hatte dazu führen kënnen, dass die Transition in die biologische Wirtschaftsweise für nicht-bio-Betriebe erleichtert worden ware. (s. Regionalwert-Leistungsrechnung 8 ) ► Bereits biologisch wirtschaftende Betriebe sollten in der ersten Saule ,,green-perdefinition" bleiben. ► Hëhere Pramie für biologisch wirtschaftende Betriebe im Bereich Wasserschutz, da sie mit Einhaltung der EU-Richtlinie 2018/848, bereits auf chemisch-synthetisch Betriebsmittel verzichten und dies jedes Jahr in der EU-Bio-Kontrolle belegen müssen. VEREENECUNC FIR BIOLANOWIRTSCHAFT LËTZEBUERC A.S.B.L. 1 13, rue Gabriel Lippmann L-5365 MUNSBACH R.c.s. Luxembourg F914S 1 Tel: +352 2615 23 74 info@biovereenegung.lu www.biover..enegung.lu 1 Comptes bancaires: BCEE LUS9 0019 3955 1B16 5000 CCPL LU74 1111 0142 5997 0000 3 VEREENEGUNG BI OLAN DWI RTSCHAFT LËTZEBUERG ASBL J ► Absatz für Bioprodukte muss aktiv, sowohl über die Erhëhung des Anteils an Bioprodukten in der staatlich gefërderten AuBer-Haus-Verpflegung, ais auch in der intensiven Bewerbung von Bioproduktion und -produkten (s.o. Punkt 6), gefërdert werden: ,,Für die zukünftige Entwicklung des Biolandbaus in Luxemburg wird aber ► ► letztendlich entscheidend sein, ob sich die Wettbewerbsfiihigkeit okologischer Erzeugnisse deutlich verbessern ldsst, und zwar weit über den Kostenvorteil hinaus. Zur Steigerung der Wettbewerbsfiihigkeit bedarf es stabiler Erzeugerpreise. Der Landwirt braucht bessere Gewinnaussichten auf seinen Produkten, um überhaupt in Erwiigung zu ziehen, das Risiko einer Umstellung auf sich zu nehmen. "(SER) 12 ,,Die Wettbewerbsfiihigkeit des Biolandbaus wird ebenfalls dadurch beeinflusst, ob und in we/chem Umfang die politischen Rahmenbedingungen in Bezug auf die Agrar-Umwelt-Klima MajSnahmen in Zukunft stiirker in Richtung einer okologischen Bewirtschaftungsweise ausgerichtet werden. Politische Maflnahmen, die auf eine Forderung von Produktionsweisen und Umweltbelangen abzielen, die in besonderem Ma/Se der nachhaltigen Bewirtschaftung Rechnung tragen, kommen dem ôkolandbau nur dann zugute, wenn sie mit der Bioprtimie vereinbar sind. "(SER} 12 Bei der Erstinstallierung soll die Ausbildung der Landwirte in den verschiedenen Stufen honoriert werden. Der Strukturwandel im Sektor (Hofübergabe, Familienbetriebe vs anderen Gesellschaftsformen, Hofaufgabe etc.) muss in der mittel- bis langfristigen Wirkung des Agrargesetzes berücksichtigt werden. Die Umsetzung einer flachendeckenden Biolandwirtschaft muss Ziel des PSN 2023-2027 sein und dies muss im Agrargesetz manifestiert werden und zwar in der Form, dass sowohl die bestehenden Biobetriebe wettbewerbsfahig bleiben, ais auch die bisher nicht-biologischwirtschaftenden Betriebe Anreize zur Umstellung erhalten . Ansonsten wird erneut wertvolle Zeit verloren, die wir nicht mehr haben . "Wir ktimpfen den Kampf unseres Lebens - und sind dabei zu verlieren", sagt UNGeneralsekrettir Antonio Guterres auf der Weltklimakonferenz COP27 in Sharm EI-Sheikh. VEREENEGUNG FIR BIOLANOWIRTSCHAFT LËTZEBUERG A.S.B.L 13, rue Gabriel Lippmann L-5365 MUNSBACH R.C.S. Luxembourg P.3145 Tel: +352 2615 23 74 info@biovereenegung.lu www.biovereenegung.lu Comptes bancaires: BCEE LU59 0019 3955 1816 5000 CCPL LU74 llll 0142 5997 0000 4 VEREENEGUNG BI OLAN DWI RTSCHAFT LËTZEBUERG ASBL 1 Rapport de l'Observatoire de l'environnement nature 2017-2021 2 Panagos et al.
(2017)- Rainfall erosivity in Europe & Switzerland is estimated to increase by 18% in 2050 (40 % in Luxembourg) 3 Sanders, J., Heg, J. (Eds.), 2019. Leistungen des okologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft, Thünen- Report. Johann Heinrich von Thünen-lnstitut, Braunschweig 4 LIST, IBLA
(2021): Luxembourg in Transition - Team Luxembourg 2050 - Prospects for a regenerative city landscape, Report Phase
  1. https://luxembourgintransition.lu/wp-content/uploads/2021/06/2phase_Unilu_compressed.pdf 5 Agrikultur Nr.83/84 Juli 2022 ,,Die Natur bietet uns Stickstoffdünger zum Nulltarif" von Thorsten Ruf, IBLA 6 www.lih.lu/de/bis-zu-88-verschiedene-schadstoffe-in-den-haaren-luxemburgischer-kinder-gefunden/ 7 https ://cord is.eu ropa.eu/article/id/430355-orga nic-soils-sou nd ly-beat-conventiona I-soi ls-i n-pesticide-res idue- leve I-stakes/de 8 www.biog-molkerei.lu/de/unsere-werte/nachhaltigkeit-2/messen-und-bewerten/regionalwert-1eistungen-faire- verguetung-fuer-die-bauern, 2020 9 Angervall et al, 2008 True-Cost-Accounti ng, https ://www .soi land more. corn/le istu ngen/true-cost-accou nti ng-tca/ 10 11 Budget de l'Etat-Luxembourg: https://budget.public.lu/dam-assets/lb/budget2023/links-dokumenter/budget- 2023-volumel.pdf S.283, ff 12 https://agriculture.public.lu/de/publications/lebensmittel-qualitatszeichen/biologische- landwirtschaft/biolandbau-analyse-2019.html (5.36) VEREENECUNC FIA BIOLANDWIRTSCHAFT LËTZEBUEAC A.S.B.L. 13, rue Cabrlel Lippmann L-5365 MUNSBACH R.C.
  2. Luxembourg F9145 Tel: +352 26 15 23 74 infO@lbiovereenegung.lu www.biovereenegung.lu Comptes bancaires: BCEE LU59 0019 3955 1816 5000 CCPL LU74 1111 0142 5997 0000 5

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