345 Mémorial Memorial du des Grand-Duché de Luxembourg. Großherzogtums Luxembourg. Jeudi, 16 avril 1914. N° 20. Donnerstag, 16. April 1914. Arrêté du 25 mars 1914, portant fixation du plan Beschluß vom 25. März 1914, die Festlegung eines d'études pour les écoles primaires du Grand- Lehrplanes für die Primarschulen des Großherzogtums betreffend. Duché. LE DIRETEUR GÉNÉRAL D E L'INTÉRIEUR; Vu l'art. 24 de la loi du 10 août 1912, concernant l'organisation de l'enseignement primaire; Arrête : er Der G e n e r a l - D i r e k t o r des, Innern; Nach Einsicht des Art. 24 des Gesetzes vom 10. August 1912, über die Organisation des Primärunterrichtes ; Beschließt : Art. 1 . A partir de l'année scolaire 19141915 le plan d'études faisant annexe au présent arrêté, sera introduit et suivi dans les écoles primaires du Grand-Duché. Art. 1. Der gegenwärtigem Beschluß beiliegende Lehrplan wird vom Schuljahr 1914/1915 ab in den Primärschulen des Großherzogtums eingeführt und befolgt. Art. 2. Le présent arrêté sera inséré au Mémorial et au Courrier des écoles. Art. 2. Gegenwärtiger Beschluß soll im „Memorial" und im „Schulbote" veröffentlicht werden. Luxembourg, le 25 mars 1914. Le Directeur général de l'intérieur, BRAUN. Luxemburg, den 25. März 1914. Der General-Direktor des Innern, Braun. Lehrplan für die Primärschulen des Großherzogtums Luxemburg. Art. 24. des Schulgesetzes vom 10. August 1912 sieht für jede Schulgattung einen Musterlehrplan vor, worin die Verteilung der Lehrgegenstände auf die verschiedenen Schuljahre, die jedem Unterrichtszweig in den verschiedenen Klassen zugeteilte Stundenzahl, sowie die ausführlichen Programme der einzelnen Fächer geregelt werden. Der vorliegende Lehrplan verwirklicht diese Forderungen. Er ist in erster Linie für die einklassige Primärschule bestimmt. Die mehrklassige Primärschule (zwei- und dreiklassige) hat denselben Unterrichtsstoff nach Maßgabe der geringeren Klassenzahl und der besonderen Verhältnisse im Sinne der bei den einzelnen Fächern gegebenen Winke zu vertiefen und zu erweitern. Die Verteilung des Unterrichtsstoffes innerhalb der einzelnen Stufen bezw. Jahrgänge wird vor Beginn des Schuljahres durch das Lehrpersonal, aufgestellt und dem Bezirksinspektor bei seinen Besuchen vorgelegt. Auf diese Weise wird 346 auch vermieden, daß Kinder, welche im Laufe des Schuljahres die Schule wechseln müssen, zurückgesetzt und im Steigen behindert werden. A. Unterrichts Prinzipien Der Primärunterricht bezweckt, den Kindern die zum Fortkommen im Leben unentbehrlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Zugleich soll derselbe die Entwicklung der geistigen, sittlichen und religiösen Anlagen der Kinder nach Kräften fördern. Der Zweck der Schule wird nur dann erreicht, wenn die Schüler zur Freude am Lernen, zur Selbsttätigkeit und zu möglichst selbständiger Arbeit erzogen werden. Deshalb muß der Lehrer nach Kräften bestrebt sein, einen anschaulichen und anregenden Unterricht zu erteilen und seine Lehrweise den pädagogischen Erfahrungen der Gegenwart, sowie dem geistigen Standpunkt seiner Schüler anzupassen. Ein wichtiges Mittel, um die Schüler zu selbständigem Denken anzuregen, ist zweifellos die Fragestellung des Lehrers; deshalb soll letzterer nicht müde werden, sich in der Kunst der richtigen Fragestellung immer mehr auszubilden. Doch muß vor dem ausschließlichen Wechsel von Frage und Antwort gewarnt werden, weil derselbe trotz des regelmäßigen Fortschreitens des Unterrichtes ein selbständiges, zusammenfassendes Verständnis des Lehrstoffs seitens der Kinder allzusehr' beeinträchtigt. Letztere müssen hingegen daran gewöhnt werden, durch sich selbst zu denken und ihre eigenen Gedanken ohne Scheu zum Ausdruck zu bringen, sowie gegebenenfalls dem Lehrer über unklare und mangelhaft erfaßte Punkte Frag en zu stellen. Den Schülern muß ferner möglichst oft und in allen Unterrichtsfächern die Gelegenheit geboten werden, sich in zusammenhängender Rede auszudrücken. Nichts ist der persönlichen Mitarbeit des Kindes förderlicher ; auch lehrt die Erfahrung, daß sich für den Aufsatzunterricht aus der fortgesetzten Übung in der zusammenhangenden freien mündlichen Darstellung die günstigsten Resultate ergeben. Recht oft mögen die Lehrpersonen die Kinder aller Schulstufen dazu anhalten, die beobachteten und besprochenen Gegenstände Zeichnerisch wiederzugeben. Für Schüler und Lehrer bilden diese Versuche, abgesehen von dem übrigen Nutzen, den sie bieten, ein ausgezeichnetes Mitel sich Rechenschaft über den Grad der Erfassung des durchgenommenen Lehrstoffs zu geben. Reichen Stoff zu solchen Skizzen bieten der erste Anschaungsunterricht, die Heimatkunde, die Naturkunde, die Lesestücke usw. Sehr anregend und lehrreich ist auch das Formen in Ton oder Plastilin, mit welchem in günstigen Verhältnissen Versuche unternommen werden können. Neben den unterrichtlichen Maßnahmen, welche der Darbietung und Aneignung des Lehrstoffes dienen, dürfen aber jene nicht außer acht gelassen werden, welche die Verknüpfung und Befestigung des erworbenen Wissens bezwecken. Darum hat die Schule für regelmäßige Wiederholungen des behandelten Stoffes auf allen Stufen und Jahrgangen in ausreichender Weise Sorge zu tragen. Die Schule soll in ihrem ganzen Betrieb und mit allen ihren Einrichtungen, Tag für Tag, den Eindruck gewissenhafter Ordnung auf den Schüler machen und so dessen Ordnungssinn fördern. Pünktlichkeit in allen Dingen muß das gesamte Schulleben charakterisieren. Nur wenn das Kind täglich an Pünktlichkeit gewöhnt wird, kaun ihm diese als unverlierbares Eigentum für sein ganzes Leben verbleiben. B. Unterrichtsgegenstände. Folgende Lehrfächer sind gemäß Art. 23 des Gesetzes vom 10. August 1912 für unsere Primarschulen obligatorisch: 1. Religion und Moral; 2. Deutsche Sprache; 3. Französische Sprache; 4. Rechnen; 347 5. Anfangsgründe der Naturwissenschaften; Der deutsche Sprachunterricht umfaßt: 6. Anfangsgründe der Landesgeschichte und 1. Anschauungsunterricht und Heimatkunde; Luxemburgisch; 2. Leseübungen und die Behandlung der 7. Anfangsgründe der Geographie; Lesestücke; 8. Zeichnen; 3. Orthographische und grammatische Übungen; 9. Gesang; 4. Sprech- und Aufsatzübungen. 10. Turnen und Schulspiele. 1. Anschauungsunterricht und Heimatkunde. Für die Mädchenschulen kommen hinzu : 11. Handarbeit und A. D e r Anschauungsunterricht 12. Anfangsgründe der Haushaltungskunde. a u f der U n t e r s t u f e . Außerdem steht es dem Gemeinderat mit Ge- Ziel. — DerAnschauungsunterrichtsoll die nehmigung der Regierung frei, unter besonderer Kinder in den Schulunterricht einführen, die Berücksichtigung der örtlichen Bedürfnisse noch Beobachtungsgabe wecken und die Sinne schärfen, andere Lehrfächer in dieses Programm aufzu- die vorhandenenAnschauungenberichtigen, ordnehmen. nen und erweitern und die Kinder zum sprachReligionsunterricht. richtigen Ausdruck der Gedanken anleiten und (Art. 24—27 des Schulgesetzes vom 10. August befähigen. 1912.) In der Regel sind die beiden ersten Schuljahre Deutsche Sprache. Der deutsche Sprachunterricht soll die Schüler befähigen, das in Wort und Schrift in der deutschen Sprache Ausgedrückte, soweit dessen Inhalt ihrem Gedankenkreise entspricht, zu verstehen (Sprachverständnis) und sich in dieser Sprache sowohl mündlich als schriftlich mit möglichst großer Selbständigkeit auszudrücken (Sprachvertigkeit). Zugleich soll er auf Gemüt und Willen anregend und bildend einwirken und mit Hilfe des im Lesebuch enthaltenen Stoffes dem Kinde praktische Kenntnisse für das spatere Leben beibringen. Alle Unterrichtsfächer müssen in den Dienst der Sprachpflege gestellt werden. Neu auftretende Wörter und Wendungen sind in allen Fächern durch Veranschaulichung ihres Begriffsinhaltes dem Verständnis zu erschließen. Behufs Förderung der Sprachfertigkeit sind die Schüler möglichst früh anzuhalten, in ganzen Sätzen auf die Fragen des Lehrers zu antworten. Eine ausgezeichnete Übung besteht für alle Stufen in der zusammenhängenden freien mündlichen Wiedergabe der behandelten Lehrstoffe. für diesen Unterricht kombiniert. Wenn die Verhältnisse es wünschenswert erscheinen lassen, wie z. B. in mehrklassigen Schulen, kann auch eine Trennung eintreten. Stoff. — DerAnschauungsunterrichtnimmt seinen Stoff aus der nächsten Umgebung des Kindes. Zur Besprechung gelangen folgende Gruppen : 1. Die Schule; 2. Die Wohnung; 3. Die Familie; 4. Der menschliche Körper; 5. Nahrung und Kleidung; 6. Die Haustiere; 7. Der Wohnort (Kirche und Kirchhof); 8. Die nächste Umgebung des Wohnortes: Garten, Wiese, Feld und Wald; 9. Die Gewässer und Verkehrswege; 10. Himmelserscheinungen und Zeiteinteilung. Die Jahreszeiten, wichtige Ereignisse aus dem Menschen- und Naturleben, gute Bilder, Märchen und Erzählungen werden zu geeigneter Zeit behandelt und mit den andern Gruppen verpflochten. Als Märchen sind zur Auswahl empfohlen : Der Wolf und die sieben jungen Geißlein, Rotkäppchen, Fundevogel, Frau Holle, Hähnchen und Hühnchen, Der Wolf und der Fuchs, Die Breiner Stadtmusikanten, Schnee- 348 weißchen und Rosenrot, Der süße Brei, Der Arme und der Reiche. In den mehrklassingen Schulen werden die einzelnen Stoffgruppen eingehender behandelt und weitere Gegenstände und Handlungen, die im Interessenkreise des Kindes liegen, zur Besprechung herangezogen. Auch muß hier dem malenden Zeichnen größere Sorgfalt gewidmet werden und sind einfache Versuche im Formen der besprochenen Gegenstände erwünscht. Behandlung. — Die Gegenstände werden, wo möglich, in Wirklichkeit vorgezeigt und nur, wo das nicht ratsam oder nicht tunlich ist, treten Modelle, Abbildungen, farbige Kreidezeichnungen, sowie die auf Schulspaziergängen oder durch Beobachtungsaufgaben gewonnenen Vorstellungen an ihre Stelle. Namentlich können bei der Besprechung von Gruppen, die ein Stück wirklichen Lebens vorführen, sowie bei Wiederholungen die in den Schulen vorhandenen Anschauungsbilder mit Erfolg benutzt werden. Der Unterricht wird in Form einer freien Unterredung erteilt. Durch geschickte Fragen veranlaßt der Lehrer die Kinder Zu beobachten und sich über das Angeschaute richtig auszudrücken. Die Schüler müssen in der Regel mehr sprechen als der Lehrer, der den Gang des Unterrichts nur zu leiten hat. Die Antworten werden in vollständigen Sätzen, langsam, deutlich, laut und lautrichtig gegeben. Mangelhafte Antworten werden verbessert und in der richtigen Fassung wiederholt. Einzelne Sätze von besonderer Bedeutung werden durch wiederholtes Chor- und Einzelsprechen eingeprägt. Die Überleitung aus dem Dialekt ins Hochdeutsche muß sich allmählich vollziehen. Sind beide Schuljahre der Unterstufe kombiniert, so ist der Unterricht so zu erteilen, daß er für jede der beiden Abteilungen interessant und bildend ist. An die Anfänger werden die leichteren Fragen gerichtet, die Schüler des zweiten Schuljahres hingegen beantworten die relativ schwierigeren Fragen. Auch fassen letztere den Inhalt der einzelnen Abschnitte sowie der ganzen Besprechung in kurzen kindlichen Sätzen zusawinen und schreiben nach Erörterung der Schreibweise einige Sätze aus den Unterrichtsergebnissen auf. Zur Pflege und Förderung der bildlichen Darstellungskraft soll den Schülern beider Abteilungen häufig Gelegenheit geboten werden, sich im malenden Zeichnen zu üben oder die Wandtafelskizzen des Lehrers nachzubilden. In günstigen Verhältnissen, speziell in geteilten Schulen, können sie auch im Formen der besprochenen Gegenstände oder einzelner Teile derselben unterwiesen werden. Damit bei dem beschreibenden Anschauungsunterricht die Gemütsbildung der Kinder nicht zu kurz komme, müssen Erzählungen, Märchen, Fabeln, Gedichte, Lieder, Rätsel, Sprüche und Sprichwörter an geeigneter Stelle eingeflochten werden. Ratsam ist es auch, den Anschauungsunterricht durch den in der zweiten Fibel gebotenen Lesestoff zu unterstützen und zu beleben. Bekanntlich bringt das Kind der bloßen Beschreibung des ruhenden Gegenstandes nur geringes Interesse entgegen, während die Lebensäußerungen des Anschauungsobjektes, und bei leblosen Dingen, die Erfahrung des Kindes mit ihnen seine ganze Teilnahme gefangen halten. Es soll die Beschreibung darum auch, wo es nur angeht, in ein Geschehen, ein Erlebnis, eine Erzählung umgewandelt werden. Die sittliche Belehrung, die man an einzelne Lektionen anknüpft, muß sich ganz natürlich aus der Besprechung ergeben und in einzelnen Kernsätzen zum Ausdruck gelangen. Dem gemessenen, stetigen Fortschreiten der Anschauungsübungen müssen sich in gewissen Zwischenräumen Wiederholungen anschließen. Während anfangs die Antworten in der einfachsten Form erfolgten, sucht der Lehrer hier durch seine Fragestellung mehr Wechsel und Zusammenhang in die Ausdrucksweise des Kindes zu bringen, damit dessen Sprachgefühl durch die 349 richtige Anwendung der hochdeutschen Sprachformen allmählich geläutert und weiter gebildet werde. B. Die Heimatkunde auf d e r Mittelstufe. Ziel. — Der heimatkundliche Unterricht soll die Schüler mit der engern Heimat und den heimatlichen Verhältnissen bekannt machen, um die Liebe zur Heimat in ihren Herzen zu wecken und Zu pflegen; er soll ihnen außerdem die geographischen Grundbegriffe vermitteln und die Einführung in das Kartenverständnis vorbereiten. Der Unterricht in der Heimatkunde wird in den für Heimat-und.Naturkunde festgesetzten Stunden erteilt. Das dritte und das vierte Schuljahr bilden eine Abteilung; der Lehrgang ist zweijährig. Stoff. — 1. Das Schulhaus : Die Himmelsgegenden, Orientieren im Schulzimmer. Lage der übrigen Teile des Schulhaufes. Der Zchulhof. Der Schulgarten. Das Schulviertel. 2. Der Wohnort : Das Vaterhaus. Lage des Wohnortes, Straften und öffentliche Plätze, Hauptgebäude, Verkehrseinrichtungen, Beschäftigung der Bewohner. Orientieren. Merkwürdigkeiten. 3. Die Umgebung d e s Wohno r t e s : Die Gemarkung, Bodengestaltung, Bewässerung, Verkehrswege, Erzeugnisse und gewerbliche Tätigkeit innerhalb der Gemarkung. Orientieren. Merkwürdigkeiten. 4. Die heimatliche Gemeinde: Ortschaften, die zur Gemeinde gehören. Einfache Belehrungen über die Gemeindeverwaltung. Erwerbsleben innerhalb der Gemeinde. Orientieren. Heimatliche Gebräuche, Sagen und Geschichten. Merkwürdigkeiten. 5. Einfache Beobachtungen innerhalb des Horizonts: Orientieren. Horizont. Tageszeiten, Jahreszeiten. Wind Wetter. Beobachtungen am Mond. In den mehrklassingen Schulen sind die vorgenannten Gruppen den Verhältnissen der Heimatgemeinde entsprechendzuerweitern. Behandlung. — Wie der Anschauungsunterricht auf der Unterstufe, so ist die Heimatkunde auf der Mittelstufe der Inbegriff aller sachlichen Fächer. Die Scheidung in „Heimatkunde im engern Sinn" und „Naturkunde", die aus praktischen Gründen vorgenommen werden muß, ist nur rein äußerlich zu verstehen. Unterrichtlich und inhaltlich müssen sich beide zu einein harmonischen Ganzen, der Heimatkunde im weiteren Sinn, vereinigen. Da die Heimatkunde ihrem Wesen nach nur ein erweiterter oder heimatlicher Anschauungsunterricht ist, so muß sie auch stets von der unmittelbaren Anschauung ausgehen. Diese kann bei Stoffen, welche innerhalb des täglichen Gesichtskreises der Schüler liegen, auf Grund von Beobachtungsäufgaben, bei solchen, welche außerhalb desselben in der Umgebung des Wohnortes sich befinden, durch gemeinsame Spaziergänge erworben werden. Wo die Kinder durch die tägliche Erfahrung bereits lebendige Anschauungen gewonnen haben, kann der Lehrer auch an diese anknüpfen. Die Besprechung des Gegenstandes erfolgt i n der Weise, daß die Schüler unter Leitung des Lehrers nach bestimmten Gesichtspunkten über das Angeschaute berichten. Sehr oft aber genügt das beschreibende Wort zur Wiedergabe nicht. Dann muß der Lehrer zur farbigen Kreide greifen und unter Mithilfe der Klasse in einfachen Zügen (Fanstzeichnung) das Charakteristische des Geschauten an der (erst wagerecht liegenden) Wandtafel verkleinert erstehen lassen. Am Schlusse der Besprechung wird die Wandtafelzeichnung von den Schillern gedeutet, d. h. die entsprechenden Kartenzeichen 350 wieder in die wirklichen Gegenstände umgesetzt. In mehrklassigen Schulen kann sie auch von den Schülern des 4. Schuljahres nachgebildet werden. Die gewonnenen Grundbegriffe werden zur Klärung und Befestigung unter sich und mit früher erworbenen verglichen und zu Reihen geordnet, wie z. B. Anhöhe, Hügel, Berg, Gebirge, usw. Das Ergebnis wird in einfachen Sätzen, mündlich und schriftlich, festgestellt und eingeprägt. Soweit die Fassungskraft der Schüler dieser Stufe es zuläßt, ist auch der ursächliche Zusammenhang der heimatlichen Erscheinungen aufzudecken, wie z. B. der Unterschied im PflanzenWuchs an der Nord- und an der Südseite eines Berges, die Einwirkung langer Dürre oder Regenzeit auf den Wasserstand der Bäche und Flüsse, Wiesenreichtum und Viehzucht, Erzgehalt der Berge, Bergbau und Industrie, u. m. a. Heimatliche, der Fassungskraft der Schüler angemessene Sagen, Geschichten, Legenden, Lieder und Sprichwörter wie sie der heimatkundliche Teil des Lesebuches bietet, sichern dem Unterricht das Interesse der Kinder und die gemütbildende Wirkung. 2. Lesen und Behandlung der Lesestücke. Richtiges, sinngemäßes, gefälliges Lesen und Sprechen, gründliches Verständnis des Lesestoffes ist das Ziel, das hier erreicht werden soll. 1. Schuljahr. Schreiblesen.
- a)Ziel des Schribens. — Sicheres Schreiben der Lautzeichen des deutschen Kleinund Großlphabetes. Richtiges Abschreiben aus der Fibel. Übungen im Schreiben von leichten, bekannten Wörtern und Sätzchen nach Diktat. Es werden nur solche Wörter und Sätze geschrieben, deren Aussprache und Schreibung genau übereinstimmen.
- b)Ziel d e s L e s e n s . — Richtiges Lautieren und Lesen der Schreib- und Druckschrift der ersten Fibel. Anstreben des Lesens mit rich- tiger Betonung der Haupt- und Nebensilben. Beobachtung der Satzzeichen. Stoff und Behandlung. A. Vorübungen. 1. Vorübungen zum S c h r e i b e n zur Schulung von Auge und Hand und zwar :
- a)Mündliche : Haltung des Körpers, Lage der Tafel, Arm- und Handstellung, Griffelhaltung, Hervornehmen und Weglegen des Schreib' Materials. Die Ausdrücke: Oben, unten, rechts, links, mitten, rechtsoben, usw., senkrecht, wagerecht, gerade, schief, gebogen, krumm, dick, dünn, Aufund Abstrich, Haar- und Grundstrich werdenden Kindern auf anschauliche Weise zum Verständnis gebracht.
- b)Schriftliche: Nach diesen Merkmalen werden zunächst Punkte, Striche, wage- und senkrechte, schiefe und gebogene Linien, Haarund Grundstriche geübt, welche sodann zu kleinen Figuren wie Stock, Kreuz, Peitsche, Tisch, Bank, Stuhl, Leiter, Fenster, Seil, Säge, Reif, Ball, Sonne, Ei usw. zusammengesetzt werden. 2. Vorübungenzum L e s e n zur Schulung von Gehör und Sprachwerkzeugen und zwar:
- a)Kopfanalyse : Auflösen einfacher Sätze in, Wörter, der Wörter in Silben, der Silben in Laute. Von Anfang an soll der Lehrer die etwa in der Mundart wurzelnde, falsche Ausspräche einzelner Laute zu bekämpfen suchen.
- b)Kopfsynthese: Anleitung, die einzelnen Laute zu Silben, die Silben zu Wörtern zusammenzufassen. Die Schreib- und Lesevorübungen werden vom ersten Schultag au nebeneinander betrieben und dauern in der Regel 4 Wochen. Erst nach Durchnahme der Vorübungen erhält das Kind die Fibel. B. Eigentliches Schreiblesen. Einüben der kleinen Buchstaben nach der Fibel. Verbindung derselben zu Silben, Wörtern und 351 Sätzen, Einüben der großen Buchstaben. Verbindung. Bei diesen Übungen leisten. Lesetabellen, LeseMaschinen und Lesekästchen gute Dienste. Daneben fleißiges Benutzen der Wandtafel. Auf dieser Stufe wird das Verständnis des Gelesenen schon angebahnt, aber nur durch die einfachste Erklärung, meistens durch den Hinweis auf den mundartlichen Ausdruck. Die Methode ist die Schreiblesemethode. Das Buchstabieren ist im ganzen ersten Schuljahr streng ausgeschlossen. Die Schüler werden angehalten, beim Schreiben und beim Lesen richtig nach Silben Zu trennen und auf die Satzzeichen zu merken. Beim Silbenlesen selbst ist darauf zu achten, daß sie, ohne mit der Stimme abzusetzen, die einzelnen Laute zueinander hinüberziehen. Der Leseton sei weder zu hoch noch zu niedrig; die Kinder sollen langsam, deutlich, laut und lautrichtig lesen. Vor dem Leierton kann nicht genug gewarnt werden. Das Chorlesen ist fleißig zu üben. In der Zweiten Hälfte des Schuljahres werden einige leichte, gut verstandene Lesestückchen erzählenden Inhalts unter Anleitung des Lehrers memoriert und hergesagt. jedem Fall aber möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen darf, damit das Lesen als Hauptsache nicht zu kurz komme. Lesestücke erzählenden Inhaltes werden vom Lehrer auf anschauliche Weise vorerzählt, solche beschreibenden Inhaltes durch fragendentwickelnde Lehrweise dem Verständnis der Kinder erschlossen. Alle schwierigen Wörter und Ausdrücke des Textes werden bei beiden Arten der Darbietung vom Lehrer durch Umschreibung erläutert. Der Vermittlung des Inhaltes folgt das Vorlesen des Stückes durch den Lehrer. Dieses muß scharf artikuliert, wohlbetont und langsam sein, so daß auch die schwächsten Kinder folgen können. Das Einlesen geschieht satzweise. Korrekturen werden hier wie im ersten Schuljahr sofort vorgenommen. Nach wiederholter Durcharbeitung der einzelnen Sätze folgt das Lesen im Zusammenhang, zunächst von Einzelnen, dann im Chor. An das Einlesen schließt sich bei Lesestücken erzählender Art noch eine kurze Besprechungan, bei welcher jedoch der Inhalt nicht Satz für Satz zum Abfragen, kommt, sondern mehr Ursache und Wirkung, Grund, Zweck und Folge unter reger Mitarbeit der Kinder klargestellt werden sollen. 2. Schuljahr. Die sittliche Verwertung für das Ziel. — Die Kinder sind zu befähigen, die Leben der Kinder wird nur dann aus den LeseLesestücke der zweiten Fibel mit Sicherheit und stücken gefolgert, wenn sie sich ungezwungen genauer Beachtung der Satzzeichen zu lesen. ergibt. Die sprachliche Verwertung Auch ist bereits das sinngemäße Lesen, sowie die geschieht durch das Einlesen, das gebundene oder freie, mündliche Wiedergabe des erfaßten In- fteie Nacherzählen, das Abschreiben, das Aufhalts anzustreben. Kenntnis der lateinischen Buch- schreiben aus dem Gedächtnis, das Diktatschreistaben, sowie Lesen von Stücken in dieser Schrift. ben und das Anfertigen kleiner Aufsätze. Stoff. — Den Stoff bieten die für das 2. In den zwei, ersten Schuljahren ist die Pflege Schuljahr bestimmte Fibel sowie die übrigen der Sicherheit und Geläufigkeit die Hauptsache Lehrmittel. beim Leseunterricht. Die Herbeiführung des Behandlung. — Die Behandlung, be- Verständnisses muß durch Mittel bewirkt werden, ginnt in der Regel mit der Zielangabe. welche der Leseübung wenig Zeit entziehen. Kleine, gut verstandene Lesestücke von bildenIhr folgt die Vorbereitung, die bei manchen Stücken in Wegfall kommen kann, in dem Inhalt und musterhafter Sprache, etwa 352 monatlich je 1—2, werden unter Anleitung des Lehrers memoriert und hergesagt. 3. und 4. Schuljahr. Ziel. — Auf dieser Stufe ist das geläufige, satzrichtige und sinngemäße Lesen in deutscher und lateinischer Druckschrift in höherem Grade anzustreben. Zur Erreichung dieses Zweckes wird das musterhafte Vorlesen besonders geeigneter Stücke von feiten des Lehrers, sowie das abschnitt- resp. strophenweise Einlesen von feiten der Schüler eines der wirksamsten Mittel sein. Fleißig zu üben ist auch die freie, mündliche Wiedergabe der behandelten Stoffe. Stoff. — Den Stoff bietet das Lesebuch: Einfache Beschreibungen ans der Heinrat- und Naturkunde, Märchen, Sagen, Fabeln, gemütbildende Erzählungen in prosaischer und poetischer Form, einfache lyrische Gedichte. 5. und 6. Schuljahr. Ziel. — Das richtige und geläufige Lesen soll mit Sicherheit erreicht, das sinngemäße und ausdrucksvolle Lesen in deutscher und lateinischer Druckschrift durch fortgefetzte Übung möglichst gefördert werden. Zu diesem Zwecke muß der Inhalt der Lesestücke in bezug auf Gedanken und sprachlichen Ausdruck ins rechte Licht gestellt und die zusammenhängende, freie, mündliche Wiedergabe verstandener Stoffe eifrig gepflegt werden. Stoff. — Den Stoff bilden Erzählungen, Beschreibungen, Schilderungen, Bilder aus der Natur, der Erdkunde und Geschichte, Gedichte, Rätsel und Sprichwörter, wie das Lesebuch für diese Stufe sie bietet. 7. Schuljahr. Ziel. — Weiterführung des sinngemäßen und ausdrucksvollen Lesens. Auch solche Sprachftücke, welche zuvor nicht behandelt worden sind, sollen die Schüler fließend und schön lesen können. Feststellen des Gedankenganges von Lesestücken und Gedichten. Zusammenhängende Wiedergabe der behandelten Stoffe. Stoff. — Prosaische und Poetische Sprachstücke schwierigeren Inhalts und größeren Umfanges, wie das Lesebuch der Oberstufe sie bietet. Behandlung. — Die Auswahl der L e s e s t ü c k e ist im allgemeinen so zu treffen daß sie inhaltlich zu der Jahreszeit oder den im gleichzeitigen Sachunterricht behandelten Stoffen in Beziehung stehen. Doch sind zur allseitigen Ansnutzung des Lesebuchs auch solche Stücke vorzunehmen, die einen nicht unterrichtlich behandelten Stoff enthalten. Der Gang d e r Behandlung ist im allgemeinen der der formalen Stufen : Zielangabe. Vorbereitung, Darbietung, Verknüpfung und Zusammenfassung, sittliche und sprachliche Verwertung. Auf die Zielangabe folgt die V o r bereitung, die sich nur auf das Zum Verständnis des nachfolgenden Neuen unumgänglich Notwendige erstrecken soll. Bei manchen Stücken darf sie ganz in Wegfall kommen. Die Darbietung erfolgt nach einer der vier Darbietungsformen: Lesen, Erzählen, fragend-entwickelnde, entwickelud-darstellende Lehrweise. Die Form der Darbietung richtet sich nach dem geistigen Stand der Schüler und der Beschaffenheit des Lesestoffes. Kleinere Lesestücke werden g a n z , solche größeren Umfanges abschnittweise dargeboten (behandelt). Am Schlusse jedes Abschnittes wird dessen Inhalt von den Schülern im Zusammenhang wiedergegeben und in einer Überschrift zusammengefaßt. Nach der Behandlung des Ganzen geben sie an Hand der aufgestellten Gliederungspunkte eine zusammenhängende Wiedergabe des Gesamtinhaltes. Die Erklärungen sind Wort- und Sacherklärungen; sie beschränken sich auf allen Stufen auf das zum Verständnis absolut Notwendige. Die Benutzung geeigneter Veranschaulichungsmittel kann im Interesse eines 353 lebendigen und fesselnden Unterrichtes nicht Einzel-, Gruppen- und Chorlesen mit dem Lesen genug empfohlen werden. bei verteilten Rollen abwechseln kann. G e d i c h t e sind als Kunstwerke Zu behandeln; Im Anschluß an die Behandlung können die Schüler sollen sie als Ganzes verstehen, er- kurze, biographische Notizen über fassen und nachempfinden lernen. Die Stufen die hervorragendsten Autoren gegeben werden. der Behandlung sind: Sachlich-sprachliche VorEinzelne, hinreichend erläuterte Stücke in bereitung, Einstimmung, Vortrag, ev. Bespre- Prosa oder Poesie, jährlich etwa 6—8 für die chung (nach Inhalt und Form), Vortragsübung einklassigen und 12—15 für die mehrklassigen und ev. Verwertung. Schulen, werden memoriert und hergesagt. Die Vergleichung oder Ver3. Orthographie und Grammatik knüpfung des Neuen unter sich oder mit Ziel. — A. Orthographie. — Der verwandten älteren Stoffen führt zur zusamUnterricht in der Rechtschreibung hat den Zweck, menfassenden Betrachtung des die Schüler zu befähigen, die in einfachen LebensGanzen und zur Erarbeitung des Grundverhältnissen vorkommenden schriftlichen Mitgedankens. teilungen ohne Verstöße gegen die Hauptregeln Dieser Grundgedanke wird als Lebens- oder der Orthographie ausführen zu können. Klugheitsregel gegeben und auf das sittliche VerB. Grammatik. — Der Unterricht in der halten der Kinder angewandt, wenn diese An- Sprachlehre soll die Schüler so weit fördern, w e n d u n g sich ungezwungen ergibt. Die daß sie am Schlusse der Schulzeit die zum richsprachliche Verwertung kann eine mündliche und tigen mündlichen und schriftlichen Gebrauch der schriftliche sein. Neben der verweilenden Behandlung ist eine verkürzte da am Platze, wo der Lesestoff kursorischen Lesezwecken dienen soll. Da in den für das kursorische Lesen festgeetzten Stunden die Ausbildung der Lesefertigkeit die Hauptsache ist, so dürfen die sachlich-sprachlichen Erörterungen nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch ist der Gebrauch des kursorischen, Lesens auf ein weises Maß zu beschränken, weil eine allzuhäufige Anwendung desselben die Schüler an eine mechanische Arbeitsleistung zu gewöhnen pflegt. Das Einlesen wird abschnittweise vorgenommen. Die Schüler lesen immer ein Gedaukenganzes im Anschluß au die Gliederung des Stückes; die Aufgabe dazu wird .vom Lehrer oder abwechselnd auch von einem, Schüler gestellt. Korrekturen werden erst nach Beendigung des Satzes vorgenommen. Dem Einlesen folgt das Lesen im Zusammenhang, wobei deutschen Sprache unbedingt erforderlichen grammatischen Kenntnisse besitzen. In den einklassigen Schulen wird der Unterricht in Orthographie und Grammatik wegen der beschränkten Übungszeit im engen Anschluß an die übrigen Sprachfächer, in den mehrklassigen jedoch in besonderen Unterrichtsstunden erteilt. Stoff. 1. Schuljahr. 1. Kenntnis der Laute und Schriftzeichen. Fleißige Übung im Lautieren. 2. Vlbschreiben von Wörtern und Sätzen aus der Fibel, von der Lesemaschine, usw. 3. Niederschreiben zuvor lautierter Wörter und Sätzchen der Gleichschreibung. 2. Schuljahr. 1. Kenntnis der Namen der Buchstaben: Das Alphabet. Die Selbst- und Mitlaute. Mehrfacher An- und Auslaut. Das Nötigste über den Gebrauch des Umlautes. Die leichteren Fälle 20 a 354 der Silbentrennung, der Dehnung und Schärfung. Der Punkt. Gebrauch der großen Anfangsbuchstaben beim Dingwort und nach dem Punkt. 2. Fleißige Übung im Buchstabieren und B i l den von Wörtergruppen. 3. Genaues Abschreiben aus der Fibel von Wörtern, Sätzen und geeigneten Stücken, welche vorher zum Verständnis gebracht und gelesen worden sind. 4. Aufschreiben aus dem Gedächtnis von memorierten Lesestücken. 5. Leichte Diktate mit vorangehender Behandlung des Inhaltes und der Rechtschreibung. 6. Übungen im Erkennen und Gebrauch des Dingworts in Verbindung mit dem bestimmten und unbestimmten Geschlechtswort, mündlich und schriftlich, in Einzahl und Mehrzahl. Pronomen. Das hindeutende Adjektiv und das hindeutende Pronomen. 5. Das Zahlwort: Grund- und Ordnungszahlwort- 3. und 4. Schuljahr. 5. und 6. Schuljahr. A. Orthographie. 1. Fortgesetzte Übung im Buchstabieren und Bilden von Wörtergruppen. 2. Die Andersschreibung. 3. Dehnung und Schürfung. 4. Die gebräuchlichsten Fälle der Großschreibung. 5. Die Silbentrennung. B. Wortlehre. 1. Das Dingwort (Substantiv). Geschlecht und Mehrzahlbildung mit besonderer Berücksichtigung der mundartlichen Abweichungen. Deklination. 2. Das Eigenschaftswort (Adjektiv). Regelmäßige Steigerung. 3. Das Zeitwort (Verb). Alle Zeiten des Indikativs, sowie der Imperativ der Hilfsverben und der gebräuchlicheren andern Verben in der aktiven Form. 4. Das persönliche Fürwort (Personalpronomen) in Verbindung mit dem Verb. Das besitzanzeigende Adjektiv und das besitzanzeigende C. Wortbildung mit Ableitung. 1. Bildung von Substantiven mit chenlein, heit, ung, er, in. 2. Bildung von Adjektiven mit haft, ig, lich, bar, sam. 3. Bildung von Verben mit Vorsilben: be, ge, ver, zer, emp, ent, miß. D. Die vier Formen des einfachen S a t z e s mit den darauf bezüglichen Satzzeichen: Erzähl-, Frage-, Wunsch-, und Befehlsatz. Das Komma bei Auszählungen und vor den Wörtchen daß, aber, weil u. a. Der Punkt nach den Ordnungszahlen. A. Orthographie. 1. Hervorhebung (Angabe) der charakteristischen Buchstaben von Wörtern und Wörtergruppen (tritt an die Stelle des Buchstabierens). 2. Gleich- und ähnlichlautende Wörter. 3. Gebrauch von f, v, pf, ph — d, t, dt — t, th — x, gs, ks, cks, chs — qu — s, s, ss, ß. 4. Die häufiger vorkommenden Fremdwörter. 5. die verschiedenen Fälle der Groß- und Kleinschreibung. B. Wortlehre: Wiederholung und Er« weiterung des Pensums des 3. und 4. Schuljahres. Auf das Abhängigkeitsverhältnis der Wörter ist beständig aufmerksam zu machen. 1. Die gebräuchlichsten Substantive mit doppeltem Geschlecht und doppelter Mehrzahlbildüng. 2. Deklination des Substantivs in Verbindung mit dem Adjektiv (mit und ohne Artikel oder Pronominaladjektiv). 3. Unregelmäßige Steigerung der Adjektive. 4. Vollständige Konjugation des Verbs. 355 5. Adjektive und Verben mit dem Kasus, den sie regieren. 6. Die Pronomina. 7. Die Adverbien. 8. Die Präpositionen. Kasus, den sie regieren. Abweichungen vom Dialekt. 9. Konjunktion und Interjektion. C. Wortbildung. 1. Ableitung mit Hilfe der gebräuchlichsten Vor- und Nachsilben.
- a)Substantive mittels der Vorsilbe ge und der Endsilben ei, schaft, t u m , el, n i s , e, sal, sel.
- b)Adjektive mit en, e r n , isch, icht.
- c)Verben mit den Nachsilben e r n , e l n , ieren und i g e n . 2. Zusammensetzung.
- a)Zusammengesetzte Dingwörter; Geschlecht, Mehrzahlbildung und Betonung.
- b)Zusammengesetzte Adjektive.
- c)Zusammengesetzte Verben. Trennbare und untrennbare Zusammensetzungen. 3. Bildung von Wortfamilien. D. S a t z l e h r e . 1. Der einfache nackte Satz. 2. Der einfache erweiterte Satz. 3. Direkte und indirekte Rede. 4. Die wichtigsten Regeln der Interpunktion. 7. Schuljahr. A. Orthographie. 1. Befestigung der bisher gelernten Regeln durch häufige und planmäßige Wiederholung im Anschluß an die Lesestücke, Aufsatzkorrekturen und Diktate. 2. Fortgesetzte Übungen in der Wortbildung. 3. Diktate über Wortfamilien. 4. Umänderung von Lesestücken. 5. Aufschreiben memorierten Lesestoffes mit steter Berücksichtigung der Interpunktion. B. Grammatik. 1. Wiederholung und Befestigung des durchgenommenen Stoffes. 2. Schwierigere Flexionsformen mit besonderer Berücksichtigung der Konjugation. 3. Behandlung des zusammengesetzten Satzes mit Berücksichtigung der Interpunktion. In den m e h r k l a s s i g e n Schulen wird auf die Unterschiede zwischen Dialekt und hochdeutscher Sprache, den Zusammengesetzten Satz und die Zeichensetzung, sowie ans die Wort» bildung näher eingegangen. Behandlung. — A. Orthographie. Während der ganzen Unterrichtszeit ist der Orthographie die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Auf der Unterstufe wird der Grund gelegt durch die Gewöhnung an genaues Anschauen, scharfes Hören undlauntreinesSprechen. Lautieren, Abschreiben und Niederschreiben bilden die ersten orthographischen Übungen. Das Lautieren ist im 1. Schuljahr bis zur Geläufigkeit zu üben. Die Buchstabennamen bleiben ausgeschlossen. Das Abschreiben geschieht nicht buchstaben-, sondern silben- und wortweise. Bei dem Niederschreiben nach Diktat müssen die Sätzchen zuvor in Wörter, die Wörter in Silben und diese in Laute zerlegt werden. Diktatschreiben und Lesen schreiten von der ersten Leseübung an gleichzeitig voran. Auch auf den übrigen Stufen ist mit Peinlichkeit auf laugsames, deutliches und lautes Sprechen, Antworten, Lesen und Hersagen zu halten, denn für das gesamte Gebiet der G l e i c h s c h r e i b u n g bildet die lautreine Aussprache die sichere Grundlage. Wesentlich unterstützt und gefördert wird das Rechtschreiben durch die Gewöhnung an das verständige Erfassen des Gehörten, die Einsicht in die Wortbedeutung und die Wortentstehung, denn aus beiden beruht die A n d e r s s c h r e i - 356 bung. Das Bilden von Wörtergruppen und Wortfamilien ist darum mit Fleiß zu üben. An die Stelle des Lautierens tritt vom 2. Schuljahr an das Buchstabieren, das nach den oberen Stufen hin durch die Angabe der den Wörtern und Wortfamilien eigentümlichen Schreibschwierigkeiten ersetzt wird. Das Abschreiben geschieht von der Mittelstufe an satzglied- oder satzweise. Dem Aufschreiben aus dem Gedächtnis, sowie dem Umformen der Lesestücke muß die Behandlung voraufgegangen sein. Wird für das Diktat ein Sprachgames verwandt, so muß auch dieses zunächst sachlich was den mündlichen und schriftlichen Gedankenausdruck fördern kann. Bei der Auswahl des grammatischen Übungsstoffes wird besonders aus die abweichenden Formen der Mundart Rücksicht genommen. Außerdem sollen die Schiller die zum erfolgreichen Betrieb des französischen Sprachunterrichtes notwendigen grammatischen Kenntnisse erwerben. Darum ist auch von der Mittelstufe an neben der deutschen die lateinische Benennung zu gebrauchen. Die orthographischen und grammatischen Regeln werden den Schülern nicht von vornherein gegeben, sondern von ihnen unter Anleitung des Lehrers ans Sätzen und behandelten Lesestücken gefunden. Die so erkannten Regeln werden in eine kurze, leichtfaßliche Form gebracht und durch mündliche und schriftliche Anwendung bis zur Sicherheit geübt. Für die ganze Behandlung ist zu beachten, daß nicht die Regel, sondern die Anwendung und Übung die Hauptsache ist. Auf alleu Stufen muß für ausreichende Wiederholung des früher behandelten Stoffes Sorge getragen werden. und sprachlich vorbereitet werden. Im übrigen ist der Verlauf des Diktates folgender: Der Lehrer liest das Ganze vor, damit die Schüler den Inhalt richtig auffassen können. Dann spricht er den ersten Satz einmal langsam und deutlich vor, läßt ihn von einem Schüler oder von der ganzen Klasse zur Einprägung wiederholen, und auf ein gegebenes Zeichen schreiben die Schüler ihn nieder. Längere Sätze werden zuerst ganz vorgelesen und dann in Teilen diktiert. Fragen über Schreibweise der Wörter u. dgl. dürfen während des Schreibens nicht mehr 4. Aufsatz. gestellt werden. Die Korrektur geschieht entZiel. — Der Aufsatzunterricht soll das Kind weder durch den Schüler selbst oder durch den anleiten und befähigen, seine Gedanken in einLehrer. facher, gefälliger und sprachrichtiger Form mündUm der Flüchtigkeit bei diesen Übungen zu lich und schriftlich auszudrücken. wehren, müssen alle zu langen und zu schwierigen Stoff. Arbeiten vermieden werden. 1. und 2. Schuljahr. Auf die richtige Zeichensetzung ist streng zu A. Indirekte Schulung zum Ausachten; häufig wiederkehrende Fehler sind durch satz. stetige Übung zu bekämpfen. 1. Langsames, vorstellendes Lesen. B. Grammatik. Der grammatische Un2. Auschauliches Vorerzählen durch den terricht ist auf keiner Stufe Selbstzweck, sondern Lehrer. nur Mittel zum Zweck. Er soll nicht eine syste3. Viele Übungen im zusammeuhänmatische Vollständigkeit anstreben, sondern sich genden, natürlichen Erzählen durch vielmehr auf das beschränken, was den Kindern die Kinder. faßlich, notwendig und förderlich ist. Dabei 4. Besprechung einfacher Gegenstände aus kommt es keineswegs auf Definitionen und Einteilungen an, sondern nur auf dasjenige, dem Anschauungsunterricht und z u s a m m e n - 357 hängende Wiedergabe des Besprochenen. B. Übungen im schriftlichen Gedankenaus druck (2. Schuljahr). 1. Berständiges Abschreiben von Lesestücken. 2. Aufsatzdiktate zum Erlernen des Satzschreibens. 3. Miederschreiben leichter, durch den Anschauungsunterricht gewonnener zusammenhängender Sätze und Erzählungen. meinsam gebildeten Beschreibungen und Briefen mit Auswahl des besten Ausdrucks; in den Briefen ist Zunächst die Anrede „du" anzuwenden. 5. Aufschreiben von langbekannten (aber nicht memorierten) Erzählungen. 6. Wiedergabe von neuen Erzählungen. 7. Darstellung von Ergebnissen aus dem Sachunterricht, bei Tieren und Pflanzen nach feststehendem Musterplan. 8. Anleitung zu selbständigen schriftlichen Berichten. 5. und 6. Schuljahr. A. Indirekte Schulung Zum AufA.Indirekte Schulung zum Aufsatz. satz. 1. Lesen nach der Gliederung des Inhalts. 1. Langsames, vorstellendes LeAufsuchen der Gliederung. senneben geläufigerem Lesen. Lesen nach 2. Ausmalen der Situationen des Leseder Gliederung des Lesestückes. stückes und Bereichern des Ausdrucks mit 2. Ausmalen der Situationen des Lesestückes und Bereichern abstrakter Ausdrücke Inhalt. 3. Umformungen von hierzu geeigmit konkretein Inhalt. neten Lesestücken; Übertragung in die 3. Umformungen von hierzu geeigneten Lesestücken (Geschlecht, Person, Zahl, Gesprächs- und Briefform. 4. Schlichtes, natürliches Vorerzählen Zeit). durch den Lehrer. 4. Schlichtes, natürliches Vorer5. Zusammenhängendes Erzählen und zählen durch den Lehrer. Viele Übungen Beschreiben, letzteres nach feststehender Dispoim natürlichen, s c h l i c h t e n Erzählen sition, durch den Schüler. durch die Schüler. 6. Natürliches Vortragen von auswen5. Natürliches Vortragen von dig gelernten Lesestücken und Gedichten, ev. auswendig gelernten Lesestücken und Gedichten. mit verteilten Rollen. 6. Beschreibung von Tieren und Pflan7. Lektüre von Iugendschriften in Schule zen nach feststehendem Musterplan. und Haus. B. Übungen im schriftlichen GeB. Übungen im schriftlichen Gedankenausdruck. dankenausdruck. 1. Verständiges Abschreiben von 1. Verkürzte und erweiterte Wiedergabe Lesestücken (an Hand von Fragen, welche bei der bekannter Inhalte. Behandlung des Stückes gestellt und hernach 2. Aufsatzdiktate als Musteraufsätze. an die Wandtafel geschrieben worden sind). 3. Aufschreiben längst bekannter (aber 2. Aufsatzdiktate zum Erlernen des nicht memorierter) Erzählungen. Satzschreibens und als Musteraufsatz. 4. Reproduktion von neuen Erzäh3. Umformung von Lesestücken. lungen. 4. Abschreiben von Erzählungen, ge3. und 4. Schuljahr. 358 5. Umformungen von Lesestücken, beSachunterricht an. Möglichst früh ist auf Wiesonders Übertragung in die Gesprächsdergabe von persönlich Erlebtem und Beobachund Briefform. tetem zu halten; daher es ist angezeigt, die Schüler 6. Beschreibung von Gegenständen und öfters im Schreiben kurzer Aufsätze, Berichte Ereignissen nach Natur, nach vorangegangener und Briefe, deren Inhalt dem kindlichen GeAnschauung und feststehender Disposition (Na- dankenkreis entlehnt ist, zu üben. turkunde). Die Auswahl der Themata ist dem Lehrer anheimgestellt. Nur eng begrenzte Themen sind zu stellen, damit sie vom Kinde erschöpft 8. Mitteilungen in Briefform mit der werden können. Anrede „Sie". Es ist nicht zu verkennen, daß die Vorbereitimg 9. A u f s ä t z e mit vorangehender münd- des Aufsatzes in der Klasse bei der verschiedenen licher Angabe der Disposition. Veranlagung und Begabung der Schüler eine 10. A u f s ä t z e mit selbständiger Darstellung der schwierigsten Aufgaben des Lehrers darstellt. eigener Beobachtungen und Erlebnisse. Dieser muß einerseits, besonders auf der Unterund Mittelstufe, den Schülern den Aufsatzstof in 7. Schuljahr. klarer und übersichtlicher Weise vermitteln, anderDie Übungen der vorhergehenden Stufe. Au- seits muß er sich hüten, die Selbstbetätigung der leitung zum Auffinden und Disponieren der Kinder zu beeinträchtigen. Am Lehrer ist es, Gedanken über unvorbereitete Stoffe und freie hierin die richtige Mitte zu treffen. Ausarbeitung derselben. Fortgesetzte Übung im Im allgemeinen muß hervorgehoben werden, Briefschreiben. Anfertigen einer gewissen An- daß der Lehrer eine allzu eingehende Vorbezahl postfertiger Briefe und Postkarten. reitung des Aufsatzes in der Klasse vermeiden Die für die einzelnen Stufen aufgestellten muß, namentlich auf der Oberstufe, weil er sonst Übungsreihen im mündlichen und schriftlichen Gefahr läuft, Schülerarbeiten zu erhalten, die Gedankenausdruck sind in ihrer Zahl und Folge vielleicht gute Schön- oder Rechtschreibeübungen nicht als bindend zu betrachten. Sie sollen viel- sind, den Namen Aufsatz aber nicht verdienen. mehr als Wegweiser dienen und den LehrDie Aufsätze sind auf der Mittelstufe stets und personen die Erteilung eines Planmäßigen, ziel- auf der Oberstufe vorwiegend in der Schule anbewußten Aufsatzunterrichtes erleichtern. zufertigen. Behandlung. — Die beste VorDer Gang der Behandlung bei bereitung auf den Aufsatzunterricht be- einem vorbereiteten Aufsatz ist im allgemeinen steht darin, daß der gesamte Unterricht stets da- folgender: rauf hinzielt, das Kind an selbständiges Denken 1. Stellung des Themas. und Beobachten, sowie an freies Erzählen zu 2. Besprechung zur Sammlung und Klärung gewöhnen. Wird dieses Ziel nicht ununter- der Gedanken. brochen im Auge behalten, so sind alle auf den 3. Anordnung der Hauptpunkte, die auf der Aufsatzunterricht bezüglichen Ratschlage sozu- Unter- und Mittelstufe i n der Form von Fragen sagen zwecklos. oder Stichwörtern, auf der Oberstufe meist in Der Aufsatzstoff ist dem Anschauungs-,der Form von Dispositionssätzen an die WandErfahrungs- und Umgangskreis des Kindes zu tafel geschrieben werden. entnehmen und lehnt sich an die verschiedenen 4. Mündliche Darstellung, die in den unteren Unterrichtsfächer, speziell an den Sprach- und Schuljahren meist wörtlich und übereinstimmend 7. Darstellungen ans Geographie und Geschichte. 359 sein kann, in den Oberklassen jedoch mehr selb- différents exercices, qui alors seront gradués de ständig und individuell gefärbt sein muß. sorte que les élèves puissent, dans la seconde 5. Niederschrift und Korrektur. année, revoir, approfondir et compléter ce qu'ils Bei der Korrektur des Aufsatzes ver- ont appris dans la précédente. bessert der Lehrer die stilistischen Fehler mit roter Matière. Tinte oder Korrekturbleistift, während er die 1. Exercices de langage et de rédaction. orthographischen und grammatikalischen nur un3 e et 4 e années d'études. terstreicht. Letztere werden, nachdem sie i n der Schule besprochen worden sind, von den Schülern On traitera des sujets tels que les suivants: selbst verbessert. Um den Schüler nicht einzu- 1° Le matériel scolaire; 2° Le mobilier scolaire; schüchtern, ist es ratsam, an denstilistischenFeh- 3° La salle de classe; 4° Le corps humain; 5° Les lern schonende Kritik zu üben. Bei besonders vêtements; 6° La maison et ses parties; 7° Les nachlässigen Aufsätzen ist darauf zu halten, daß meubles; 8° La famille. sie von den betreffenden Schülern noch einmal 5e et 6e années d'études. sauber abgeschrieben werden. Les matières traitées dans les deux années Der Wert der im zweckmäßigen Aufsatzunterrichtsich bekundenden Selbstbetätigung der Schüler précédentes sont reprises et développées davankann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es tage, en tenant compte, à un plus haut degré, ist daher angezeigt, daß in einklassigen de l'action exprimée par le verbe. A ces sujets Schulen wöchentlich je 1, in mehrklas- viennent s'ajouter les suivants: 1° Les dépensigen Schulen alle 14 Tage wenigstens dances de la maison; 2° Les animaux domes 3 schriftliche Aufsätze ins Heft eingetragen werden. tiques; 3° Le jardin; 4° La prairie ; 5° Les champs ; Langue française. But — L'enseignement du français a pour but de procurer aux enfants des connaissances suffisantes dans cette langue pour leur permettre de lire couramment, de comprendre des textes faciles et de s'exprimer correctement, tant oralement que par écrit, sur les objets qui les environnent et sur les faits de la vie journalière. Dans cet ordre d'idées, l'enseignement du français comprend les exercices suivants: 1° Exercices de langage et de rédaction; 2° Exercices de lecture, de récitation et d'explication; 3° Exercices d'orthographe et de grammaire. A aucune condition, l'enseignement du français ne peut commencer avant la troisième année d'études, Les élèves sont répartis en autant de divisions qu'il y a d'années d'études. Toutefois, deux années consécutives peuvent être réunies pour 6° La forêt; 7° La division du temps; 8° Les saisons. 7e année d'études. 1° Le village, la ville; 2° La nourriture; 3° Métiers et professions; 4° Notions d'hygiène; 5° Moyens de communication; 6° Conversations usuelles. A la fin de chaque entretien, les élèves en reproduisent le résumé d'abord oralement, puis par écrit. Dans les écoles à un maître, les élèves de la 5e, 6e et 7e année sont réunis pour les exercices de langage ; les matières énumérées ci-dessus sont partagées en trois séries. Dans les écoles à plusieurs maîtres, une partie du temps consacré aux exercices de langage et de rédaction doit être réservée exclusivement à la 4 e , resp. à la 6e année qui reprendront la même matière avec plus d'extension et de développement. 360 4 e année d'études. 2. Exercices de lecture,derécitation et d'explication. 3e et 4e années d'études. Répétition des matières de Tannée précéEléments de lecture. Lecture courante de dente. I . — Le substantif. 1° Emploi le plus usuel morceaux simples et faciles. Exercices de lande la préposition de au lieu de l'article après les gage sur le sujet de la leçon. adverbes de quantité, après les substantifs dée e 5 et 6 années d'études. signant le nombre, la mesure et le poids et après Lecture expressive. Explication de morceaux la négation. choisis. Exercices de traduction et de rédaction 2° Formation du pluriel des substantifs: sur le sujet de la leçon. substantifs qui prennent x au pluriel; substan7e année d'études. tifs en al, les exceptions non comprises. II — L'adjectif qualificatif. 1° Formation du Aux exercices des années précédentes vient s'ajouter la reproduction orale de récits faciles féminin des adjectifs en er. 2° Formation du pluriel des adjectifs en eau. faits de vive voix par le maître ou lus par les 3° Degrés de comparaison. élèves. III. — L'adjectif déterminatif. 1° L'adjectif Un certain nombre des morceaux expliqués, 6 à 8 par an, dans les écoles à un maître, et possessif mon, ton, son, au lieu de ma ,ta, sa. 8 à 10 dans celles à plusieurs maîtres seront Traduction de l'allemand ihr, ihre, ihr, par son, sa, ses. appris par cœur et récités. 2° Les adjectifs numéraux cardinaux et ordi3. Exercices d'orthographe et de grammaire. naux jusqu'à 60. 3e année d'études. IV. — Le verbe. Les verbes auxiliaires avoir I . — Le substantif. 1° Genre du substantif: et être et les verbes de la première, de la deuarticle défini, article indéfini, usage pratique xième et de la quatrième conjugaison à l'indide l'article partitif. catif présent, au passé indéfini, à l'imparfait, 2° Pluriel du substantif: substantifs qui restent au futur présent et à l'impératif, forme affirinvariables au pluriel; substantifs qui prennent mative, négative et interrogative. s au pluriel. 5e année d'études. 3° Substantifs employés au génitif et au datif. Répétition et développement du programme IL — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des adjectifs: adjectifs qui restent invariables; ad- des deux premières années. On y ajoutera: ' jectifs qui prennent e au féminin; adjectifs qui I. — Le substantif. 1° Emploi de la prépochangent f en ve, x en se. sition de au lieu de l'article
- a)après les noms 2° Pluriel des adjectifs: adjectifs qui restent collectifs,
- b)devant les substantifs précédés invariables; adjectifs qui prennent s au pluriel. d'un adjectif. III. — L'adjectif déterminatif. 1° Les adjectifs 2° Pluriel des substantifs en al, ail, ou, y possessifs mon, ton, son, etc. et les adjectifs compris les exceptions usitées. Le pluriel des démonstratifs ce, cet, cette, ces. substantifs aïeul, ciel, œil est indiqué par le 2° Les adjectifs numéraux cardinaux jusqu'à 20. vocabulaire. IV. — Le verbe. Le présent de l'indicatif des II — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des verbes auxiliaires avoir et être dans la forme adjectifs en et avec les exceptions. affirmative, négative et interrogative. 2° Pluriel des adjectifs en eu, ou, al. 361 3° Degrés de comparaison: les exceptions de nombre cardinaux au lieu des noms de nombon, petit, mauvais. bre ordinaux. III. — L'adjectif déterminatif. 1° Adjectif IV. — Le pronom. Pronoms personnels: deux interrogatifs quel, quelle, quels, quelles. pronoms employés comme régime. 2° Adjectifs indéfinis; signification de ces V. — Le verbe. 1° Forme passive des verbes. adjectifs; emploi de nul, aucun, avec la négation. 2° Les verbes réfléchis. 3° Adjectifs numéraux cardinaux et ordinaux 3° Les verbes 'irréguliers. Première conjugaison : jusqu'à 10G; orthographe de vingt et cent. aller, envoyer (renvoyer). IV. — Le pronom. 1° Le pronom personnel Deuxième conjugaison: mourir, courir (acemployé comme sujet et comme régime (un courir, secourir); cueillir, couvrir, offrir, ouvrir, seul pronom comme régime); sa place. souffrir; dormir, (s'endormir); mentir, partir 2° Le pronom possessif, le pronom démonstratif, (repartir), sentir (consentir), servir, sortir; le pronom relatif et le pronom interrogatif ; tenir (appartenir, contenir, retenir, soutenir); nombre et genre. venir (devenir, revenir). 3° Le pronom indéfini: emploi de personne, Troisième conjugaison: recevoir, apercevoir, rien avec la négation. devoir; falloir, pleuvoir; pouvoir; savoir; voir V. — Le verbe. 1° Les verbes auxiliaires et (revoir); s'asseoir; vouloir. les verbes de la 1 re , 2e et 4 e conjugaison réguQuatrième conjugaison: battre; rompre (interlière; temps primitifs et temps dérivés. rompre); coudre; moudre, craindre, plaindre, 2° Verbes en ger, cer, yer, eler, eter; verbes atteindre; cuire, conduire, produire, traduire, ayant un e muet ou e fermé à l'avant-dernière détruire, instruire, construire; connaître (resyllabe. connaître); dire (redire); rire (sourire) lire (relire); écrire; mettre (permettre, promettre, re6° année d'études. mettre); prendre (apprendre, comprendre); Répétition occasionnelle du programme de faire; se taire; boire, croire; suivre (poursuivre) la 5e année. vivre. I. — Le substantif. 1° Noms propres et noms Remarque: En 5e et 6e années, il conviendra communs; noms propres employés avec article; d'expliquer, sans entrer dans d'autres détails, noms propres employés sans article. les cas qui s'y présentent sur l'emploi du sub2° Les substantifs les plus usités employés jonctif et l'accord du participe passé. feulement au pluriel; les substantifs composés 7e année d'études. d'un usage journalier. Répétition générale, mais occasionnelle de 3° Formation régulière et irrégulière du féminin la matière des années précédentes. des substantifs. 1° Verbes composés se conjuguant sur les II. — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des simples qui forment le programme de adjectifs: les exceptions les plus usitées: blanc, verbes e bref, frais, public, turc, grec, doux, franc, sec, la 6 année: parcourir; accueillir, recueillir; long, beau, malin, favori. Les adjectifs en eur ; découvrir; se repentir; entretenir, obtenir, s'abstenir; parvenir, se souvenir. — s'apercevoir; demi. prévoir. — abattre, combattre; introduire, re2° Remarque sur les adjectifs: beau, nouveau, produire, reconstruire; paraître, disparaître; fou, mou, vieux. contredire, interdire, prédire, maudire; décrire, III. — L'adjectif déterminatif. Adjectifs numéprescrire, souscrire; admettre, commettre, souraux:orthographe de mille; emploi des noms 20 b 362 mettre; entreprendre, surprendre; satisfaire; cices est d'habituer l'oreille de l'enfant aux survivre. sons de la nouvelle langue et d'adapter ses 2° En outre les verbes suivants: s'en aller. — organes vocaux à la prononciation des mots acquérir, conquérir; bénir, fleurir; haïr; fuir, français. s'enfuir; bouillir; vêtir. — mouvoir, émouvoir; On choisira comme sujets de ces leçons des valoir. — peindre, teindre, éteindre; nuire: mots, de petites phrases très simples prononcées naître, croître, décroître; suffire; vaincre. par le maître d'abord et répétées ensuite par les 3° Accord du participe passé, employé seul élèves collectivement, puis individuellement. ou avec l'auxiliaire être et avoir (règle générale). Ces expressions-types devront être de telle sorte 4° Emploi du subjonctif après les verbes, ex- qu'elles puissent exprimer des idées générales pressions et conjonctions les plus usitées. se rapportant à une foule d'objets. 5° L'adverbe. Signification; formation réguLe rôle de l'instituteur sera de surveiller avec lière; adverbes de bon, mauvais, petit; degrés soin la prononciation qui devra être correcte et de comparaison. bien articulée. 6° Les principales prépositions, conjonctions Une fois le terrain ainsi préparé, on pourra et interjections s'apprennent par l'usage. entamer avec succès la première lecture, qui Remarque: La nouvelle nomenclature gram- marchera de pair avec les exercices de langage maticale n'étant pas encore généralement ad- proprement dits. mise, il n'en est pas tenu compte dans le présent Pour ces derniers, les sujets sont pris dans plan d'études. l'entourage immédiat et dans la sphère d'obDans les écoles à plusieurs maîtres, la matière servation de l'enfant. des exercices d'orthographe et de grammaire Les objets sont mis, clans la mesure du posdevra être traitée d'une manière plus approsible, sous les yeux des enfants. A défaut fondie et plus détaillée. d'objets réels, des tableaux d'enseignement Directions pédagogiques. — Le français est intuitif sont indispensables. Le maître donne le une langue vivante, c'est-à-dire un moyen d'exnom de l'objet, en dénomme les parties etc. et primer ses pensées non seulement par l'écriture, invite alors les élèves à faire la même chose en mais encore et surtout par la parole. Cette derleur posant des questions. nière faculté, qui est certainement la plus avanDès que l'intelligence des enfants le permettra, tageuse dans la vie pratique, ne peut s'acquérir on fera bien de se servir dans ces exercices et que par l'emploi fréquent de la langue parlée, tout comme la langue maternelle s'apprend les suivants exclusivement de la langue française. Néanmoins, rien ne s'oppose à ce que le avant tout par l'usage. Contrairement à la langue écrite, qui tire terme luxembourgeois ou allemand soit interpresque uniquement parti de la vue, la langue calé toutes les fois qu'on peut par ce moyen parlée réclame le concours de l'ouie, comme fa- favoriser la compréhension et réaliser une économie de temps. culté perceptive et régulatrice de la parole. Il importe de faire remarquer que, les exerCette considération nous trace la marche à suivre pour le premier apprentissage de la cices de langage ne doivent pas être répétés au point que les réponses des élèves soient à la fin langue française. L'enseignement du français commence par machinalement récitées par cœur. L'instituteur des exercices d'élocution, qui dureront environ veillera à ce que le juste milieu soit observé à les six premières semaines. Le but de ces exer- cet égard, afin que les exercices en question com- 363 portent en tout moment un effort intellectuel pour les enfants. En général, pour tous les exercices de langage, deux années consécutives sont réunies en une seule section. A ce propos, il y a lieu de faire une différence entre les écoles à plusieurs maîtres et celles à un maître. Dans les écoles à un seul maître, les élèves de la 4 e année d'études resp. ceux de la 6e et 7e, tout en répétant la matière de l'année précédente, seront mis davantage à contribution en ce sens qu'on exigera d'eux des réponses plus correctes et mieux exprimées, et qu'on fera appel à leur mémoire en les engageant à rééditer ce qu'ils ont retenu de la leçon apprise l'an passé. Cette coopération des classes supérieures à l'enseignement facilitera de beaucoup la tâche du maître et contribuera dans une large mesure à hâter les progrès des classes inférieures. Quant aux écoles à plusieurs maîtres, tout en combinant deux années consécutives, i l faudra cependant consacrer encore des leçons spéciales aux classes supérieures de chaque section, dans lesquelles on traitera le même sujet crime façon plus approfondie et plus détaillée. Pour les 6e et 7e années, on pourra remplacer la description de l'objet par un procédé plutôt narratif, en exprimant les rapports de relève à la chose par l'emploi du verbe actif. Il est fort recommandable d'habituer les élèves à fixer par écrit les résultats de la leçon dès qu'ils seront à même de faire cet exercice. La lecture élémentaire est préparée par les premiers exercices de langage, les exercices d'élocution. Pour les commençants, elle consiste dans l'étude des lettres, elle apprend à les prononcer et à réunir les sons représentés par ces éléments pour en former des syllabes, des mots et des phrases. L'essence de la lecture étant déjà connue de l'élève par suite de renseignement de la lecture allemande, l'instituteur aura à s'occuper tout spécialement de l'étude des sons étrangers à la langue allemande. Ceci s'applique surtout aux sons nasaux et mouillés. Il va sans dire que le maître attachera une importance capitale à une bonne prononciation, et qu'il relèvera et corrigera immédiatement toutes les fautes de ce genre. Ici surtout, c'est l'exemple du maître qui fera obtenir de bons résultats. La lecture collective peut être employée avec profit. La lecture courante fait suite à la lecture élémentaire. Comme son nom l'indique, elle doit rendre les élèves aptes à lire d'une manière assez rapide sans plus se heurter aux difficultés de prononciation, sans estropier ni répéter les mots. On observera les repos et les liaisons, et l'on tiendra compte des différences d'intonation réclamées par le sens de la phrase. Pour répondre à ces exigences, les morceaux de lecture devront former un tout et ne pas renfermer de simples phrases détachées qui n'ont aucun rapport entre elles. La lecture expressive et expliquée se fait d'après la méthode suivante: Avant la leçon, on écrit au tableau tous les mots et toutes les expressions qui présentent des particularités grammaticales ou orthographiques et dont le sens est inconnu aux enfants. Ces mots et ces expressions sont expliquées, les règles grammaticales qui s'y rapportent sont rappelées à la mémoire ou, s'il y a lieu, fraîchement enseignées. À cet exercice s'en rattachent d'autres, tels que recherche de synonymes simples et de familles de mots, formation de petites phrases à l'aide des expressions et des mots nouveaux, citation d'exemples où les règles reconnues se trouvent appliquées. Là-dessus, le maître lit le morceau avec une prononciation correcte et en ayant soin de bien articuler et de manquer justement l'accentuation et les variations de la voix. La lecture par les élèves vient ensuite. La compréhension du texte étant suffisamment assurée par les exercices préparatoires, on peut omettre la traduction et aborder immédia- 364 tement une petite conversation ayant pour but peuvent s'ajouter de petites lettres familières d'affermir les tournures nouvellement apprises, et des descriptions très simples d'après un de faire saisir aux enfants ce qui pourrait leur questionnaire ou un canevas donné par le être encore obscur et de formuler, le cas échéant, maître. la conclusion qui ressort de l'idée générale du Rechnen. morceau. Ziel. — Durch den Rechennnterricht sollen La matière ainsi traitée peut être l'objet de die Schüler befähigt werden, die im gewöhnnombreux exercices oraux et par écrit, tels que lichen Leben vorkommenden Rechenaufgaben permutation, transformation, reproduction, résowohl mündlich als auch schriftlich zu lösen. daction, dictée, devoir de grammaire, d'orthoAußerdem bildet der Recheunnterricht auf allen graphe et de dérivation. Stufen eine ausgezeichnete Gymnastik des Dans certains cas. où le morceau le comporte, Geistes, da durch ihn die Schüler an logisches il peut être appris par cœur et récité. Denken und an richtiges Sprechen gewöhnt L'enseignement de la grammaire doit être inwerden. ductif, c'est-à-dire procéder du concret à Für den Rechenunterricht bilden die Kinder l'abstrait, de l'exemple à la règle. Le maître soviel Abteilungen als Schuljahre vorhanden écrit au tableau noir des phrases dans lesquelles sind. Im Interesse der Wiederholung ist es jedoch la règle à apprendre se trouve appliquée. Par ratsam, gelegentlich die zwei Schuljahre deranalogie, les élèves sont amenés à reconnaître selben Stufe zu kombinieren. la règle, à la formuler d'une façon claire et précise et à la graver dans la mémoire par de nomUnterstufe. breux exercices d'application. Outre la dictée, Ziel. — Es handelt sich auf dieser Stufe dala traduction peut rendre ici d'excellents serrum, den Kindern einen klaren Begriff über die vices. Seulement, on devra choisir autant que possible des textes suivis, composés de phrases Zahlen von 1—50 und eine gewisse Gewandtheit simples, empruntées au langage usuel de la vie in den 4 Operationen innerhalb dieses Kreises, und zwar sowohl im Kopf- als im Tafeljournalière. rechnen, zu verschaffen. Außerdem wird das L'orthographe est cultivée dans les classes Schreiben und Lesen der Zahlen von 1—100 geinférieures par la copie des textes de lecture. übt. Plus tard, on peut faire transcrire de mémoire 1. Schuljahr. ou épeler par cœur et recourir à la dictée. Stoff. — Die 4 Operationen innerhalb des Celle-ci doit être préparée comme un morceau Zahlenkreises von 1—10 in benannten, reinen de lecture expliquée, naturellement d'une façon und angewandten Zahlen : bien plus succincte. Après cette préparation, le texte entier est lu par le maître, puis dicté par 1. Entstehen der Zahlen von 1—5 einschließfragments, relu à la fin et corrigé soit par le lich. maître, soit en commun. 2. Vor- und Rückwärtszählen. Stellung der Pour les 6 e et 7 e années, les exercices de rédac- Zahlen. 3. Einüben der Ziffern. tion se rattachent surtout aux leçons de langage 4. Addition, zuerst mündlich, dann schriftlich, et de lecture. Ils consistent dans la transformation de morceaux déjà lus ou dans la repro- Darstellung mit den Fingern, mit Kugeln, Stäbduction de sujets faciles, à la portée de l'intel- chen, Strichen usw., dann mit Ziffern. Anwenligence enfantine et dûment préparés. À cela düng in Aufgaben. 365 5. Subtraktion. Verfahren wie bei der Addition. Addition und Subtraktion in Verbindung. 6. Zerlegen der Zahlen an der Rechenmaschine. Zahlenbilder. 7. Erweiterung des Zahlenkreises bis 10 einschließlich. Dasselbe Verfahren wie bei 1 - 5 . 8. Zahlenreihen auf- und abwärts. 9. Zerfällen der Zahlen als Vorbereitung auf die Multiplikation. 10. Multiplikation und Division, zuerst mündlich, dann schriftlich. 11. Diesen Übungen entsprechende, kleine Aufgaben aus dein Leben. 2. Schilljahr. Das Rechnen mit benannten, reinen und augerwandten Zahlen im Zahleuraum von 1—50. Numeration bis 100. 1. Wiederholung des Pensums des 1. Schuljahres. 2. Der Zehner im Verhältnis zum Einer. 3. Erweiterung des Zahlenkreises von 10—20, von 20—50. Dasselbe Verfahren wie im 1. Schuljahr. 4. Die 4 Operationen einzeln und in Verbindung. 5. Kleine Aufgaden ans dem Leben. Mittelstufe. Ziel. — Fertigkeit im Rechnen in den vier Grundrechnungsarten, in jedem Zahleuraum mit benannten, reinen und angewandten Zahlen. 3. Schuljahr. Stoff. — Zahlenkreis von 1—1000. 1. Wiederholung des Zahlenraumes von 1 — 50 und Behandlung des Zahlenraumes von 50 — 100; von 100—1000. 2. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen. Zählen der Hunderter, der Hunderter und Zehner, der Hunderter, Zehner und Einer. 3. Die 4 Operationen. Geläufiges Kopfrechnen im ersten Hunderter. Sichere Einprä- gung des Einmaleins bis 100. Tafelrechuen bis 1000. 4. Aufgaben über die 4 Operationen. 4. Schuljahr. 1. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen in jedem gebräuchlichen Zahlenkreise. 2. Die 4 Operationen. Kopf- und Tafelrechnen. Aufgaben über die 4 Operationen in Kopf- und Tafelrechnen. 3. Die römischen Ziffern bis XII. 4. Außerdem werden die Kinder auf auschaulichem Wege bekannt gemacht mit Meter, Franken, Mark, Liter und Gramm, sowie mit den gebräuchlichsten Über- und Unterabteilungen derselben. Oberstufe. Ziel. — Auf dieser Stufe sollen die Schüler eine große Fertigkeit im Operieren mit ganzen und gebrochenen Zahlen erhalten, sowie die verschiedenen praktischen Rechenaufgaben mit Einsicht und Verständnis lösen lernen. 5. Schuljahr. Stoff. — 1. Zusammenfassende Wiederholung der ganzen Zahlen. 2. Die Dezimalzahlen:
- a)Teilung des Meters, des Liters, der Münzen und Gewichte. Wesen, Schreiben und Lesen der Dezimalzahlen ;
- b)Gleichnamigmachen und Abkürzen;
- c)Die 4 Operationen;
- d)Praktische Aufgaben. 3. Eingehende Behandlung des metrischen Maß- und Gewichtssystems. Längen-, Flächen-, Körper- und Hohlmaße, Gewichte, Münzen. Die Begriffe werden den Schülern nicht durch Definition oder an Hand von bildlichen Darstellungen gegeben; sie müssen sich dieselben vielmehr selbst durch die Betätigung mit den wirklichen Dingen erarbeiten. Geeignete Veranschaulichungsmittel sind darum unbedingt erforderlich. 4. Einfache Belehrung über die gewöhnlichen 366 Brüche; Operieren mit gleichnamigen Brüchen, meistens als Kopfrechnen. Das Entstehen der Brüche ist an wirklichen Gegenständen durch Teilung derselben zu veranschaulichen. 5. Die gebräuchlichsten römischen Ziffern. 6. Schuljahr. 1. Behandlung der Bruchlehre: Entstehen, Schreiben und Lesen der Brüche. Verwandlung ganzer und gemischter Zahlen in Brüche und umgekehrt; Erweitern, Kürzen und Gleichuamigmachen der Brüche; Verwandlung der gemeinen Brüche in Dezimalzahlen; die 4 Operationen; Anwendung in Aufgaben. Das Operieren mit großen oder unbequemen Nennern, insbesondere das Gleichnamigmachen mehrerer Brüche, deren Hauptnenner eine große Zahl und nicht ohne weiteres erkennbar ist, bleibt ausgeschlossen. 2. Die bürgerlichen Rechnungsarten in ihren einfachen Fällen: Die Dreisatzrechnung; Prozentrechnungen. Es werden nur Gewinn, Verlust, Rabatt, Skonto, Zins gesucht. Zinseszinsrechnungen werden nach Art einfacher Zinsrechnungen gelöst. Sparkasse; einfache Gesellschafts- und Teilungsrechmungen. Anwendung in Aufgaben. 3. Einführung in die geometrische Formenlehre: Linie, Winkel, Flächen. Aufsuchen und Erkennen derselben au wirklichen Gegenständen. Berechnung von Quadrat, Rechteck, Trapez, Dreieck. Körper: Würfel, Prisma. Anfertigung der vorgenannten Flächen und Körper aus Pappe u. dgl. durch die Kinder. Zeichneu derselben. Es werden in erster Linie wirkliche Flächen und Körper, wie Fußböden, Schulhof, Schulgarten, Schulzimmer, Steine usw. gemessen und berechnet. Dabei lernen die Kinder auch die Meßinstrumente handhaben. 7. Schuljahr. Weitere Aufgaben über den Stoff des 6. Schuljahres mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse des praktischen Lebens. In mehrklassigen Knabenschulen kommen außerdem zur Behandlung: 1. Prozentrechnungen, bei welchen der Ankauft» preis, bezw. das Kapital und der Zinsfuß gesucht werden; 2. Einfache Berechnungen über Versicherungswesen und Krankenkasse; 3. Wiederholung und Weiterführung der Flächen- und Körperberechnungen: Vieleck, Kreis; Walze, Kegel und Kegelstumpf, Pyramide und Pyramidenstumpf. Behandlung. — Beim Rechnen kommt es vorzugsweise auf klares Verständnis an. Dieses wird aber in der Primärschule nur auf den: Weg der Anschauung gewonnen. Daher ist vor allem für geeignete Veranschaulichung der Zahlenbegriffe, Zahlenverhältnisse und Zahlenoperationen Zu sorgen. Als Verauschaulichungsmittel sind zu empfehlen: Rechenmaschine, Stäbchen, Zahlenbilder, zeichnerische Darstellung von Gegenständen, Maße, Gewichte, geometrische Flächen und Körper, von den Unterrichtsbehörden empfohlene Sammlungen. Das Kopfrechnen ist auf allen Stufen mit größter Sorgfalt zu pflegen. Jede neue Rechnungsart wird durch Kopfrechnen eingeleitet. Ist genügendes Verständnis erzielt, so tritt das Schriftrechnen neben das Kopfrechnen und wird mit gleicher Sorgfalt behandelt. Eine sanbere, übersichtliche Darstellung der Operationen ist allenthalben geboten. Bei den grundlegenden Operationen ist bis zur völligen Beherrschung zu verweilen. Aus der richtigen Auffassung und der mündlichen Lösung einzelner Beispiele sollen die Regeln von den Schülern selbsttätig erkannt, unter Beihilfe des Lehrers in eine kurze Form gebracht und dem Gedächtnis eingeprägt werden. Die so erkannte Regel wird hierauf durch viel- 367 fache Übung dem dauernden geistigen Besitz der Stadtschulen mehr den gewerblichen und in Schüler vermittelt. Mädchenklassen mehr den hauswirtschaftlichen Das Rechnen mit benannten Zahlen geht dem Verhältnissen anzupassen. Dabei sollen die AnRechnen mit reinen Zahlen, und dieses dem an- gaben über Preise, Maße u. dgl. möglichst genau gewandten Rechnen stets vorher. Zur Erzie- der Wirklichkeit entsprechen. Auch sollen die lung größerer Rechenfertigkeit ist das Takt- Kinder möglichst früh zur Selbstbildung von Aufrechnen Zu empfehlen. gaben angeleitet werden. Bei der Niederschrift Aufgaben mit mehreren Operationen kommen der Lösungen hat die übersichtliche Aufstellung auf allen Stufen vor. der Operationen stets der sprachlichen DarstelDas Entstehen und Anschreiben der Dezimalen lung der Lösung voranzugehen. wird im Anschluß an die Numeration der ganzen Für den französischen Sprachunterricht ist es Zahlen und am Meter geübt, sowie an Münzen von großem Vorteil, wenn auf der Oberstufe und Gewichten veranschaulicht. einzelne Rechenaufgaben bei der Wiederholung Beim Tafelrechnen ist dafür zu sorgen, daß in französischer Sprache gelöst werden. die Schüler die Operationen mit unbenannten Sparsamkeit und haushälterischer Sinn sollen Zahlen nicht bloß mechanisch, sondern mit Ein- durch den Rechenunterricht gepflegt werden. sicht und Verständnis vornehmen und bei der Anfangsgründe der NaturwissenLösung von Aufgaben die Such- und Zahlenverschaften. hältnisse klar erfassen. Beim schriftlichen Rechnen A. Naturgeschichte. ist auf allen Stufen auf saubere und formenrichZiel. — Der naturgeschichtliche Unterricht tige Ausführung der Ziffern zu halten. hat einen doppelten Zweck. Er soll die Kinder Bei jeder Aufgabe muß das Erkennen der mit den, wichtigsten Lebenserscheinungen der Zach- und Zahlenverhältnisse der Auflösung und Tierund Pflanzenwelt, speziell der Heimat, diese der Zinsrechnung vorhergehen. Die Aufsowie mit dem Bau und der Pflege des menschgabe darf mithin außer dem zu lösenden Zahlenlichen Körpers bekannt machen. Zugleich soll verhältuis nichts Unbekanntes enthalten. Sind durch denselben der Beobachtungsfinn geweckt zum Verständnis sachliche Erklärungen nötig, und geschärft und das Kind zu selbständigem so werden sie vor der Lösung der Aufgabe geDenken und zu sinniger Betrachtung der Natur geben. Auch die wichtigsten Begriffe über Maß, angeleitet werden. Gewichte und Münzen müssen dort, wo sie Auf der Mittelstufe der ein- und mehrzum ersten Mal auftreten, in leicht faßlicher Form klassigen Schulen wird der naturgeschichtliche vorbereitend erklärt werden. Unterricht abwechselnd und in enger Verbindung Auf allen Stufen werden die Kinder mit den mit der Heimatkunde erteilt. Auf der OberRechenvorteilen bekannt gemacht. Zunächst ist stufe müssen das 5. und 6. Schuljahr sich mit nur das Normalverfahren zu zeigen und zu üben; dem siebenten in die für Naturkunde festgesetzte erst später gehe man auf Kürzungen und Neben- Zeit teilen. verfahren ein. Der Lehrgang ist Zweijährig. Die Auswahl der Aufgaben ist so zu treffen, Stoff. daß sie die Fassungskraft der Kinder nicht über3. und 4. Schuljahr. steigen und den Bedürfnissen des praktischen Erste Serie. — Pferd, Rind, Ziege, Lebens Rechnung tragen. Sie sind darum in Schwein. Zaushuhn. Bedeutung der HausLandschulen mehr den landwirtschaftlichen, in 368 tiere; Tierschutz. Hase. Star, Kuck d, Lerche, Saatkrähe. — Schneeglöckchen, Schlüsselblume, Maiglöckchen, Kirschbaum. Zweite Serie. — Hund, Katze, Hansmaus. Ente und Gans, Taube. Eichhörnchen. Schwalbe, Buchfink, Rotschwänzchen, Sperling. Bedeutung der Singvögel, Vogelschutz. — Tulpe, Veilchen, Klatschmohn, Apfelbaum. 5. und 6. Schuljahr. Erste Serie. — Fuchs, Reh. Specht, Nachtigall. Eidechse, Ringelnatter. Maikäfer, Kohlweißling, Biene, Stubenfliege, Heuschrecke. Flußkrebs. Einige ausländische Tiere, wie : Löwe, Bär, Elefant, Kamel, Renntier, Walfisch. Hagerose, Herbstzeitlose. Bohne, Weißkohl, Möhre. Frühlingsarbeiten im Obst- und Gemüsegarten. Flachs. Unsere Getreidearten (Roggen und Weizen). Arzneipflanzen (Linde, Holunder, Kamille, Minze). Unsere Obstbäume, Obstbaumpflege. Laub- und Nadelbäume. Eßbare und giftige Beeren im Wald. Einige ausländische Kulturpflanzen (Kaffee, Tee, Reis, Baumwolle, Tabak). Zweite Serie. — Wiesel, Fledermaus, Maulwurf, Igel. Habicht, Kohlmeise. Frosch. Forelle, Laufkäfer, Seidenspinner, Ameise. Kreuzspinne. Schnecke. Regenwurm. Einige Produkte aus dem Mineralreich (Schiefer, Sandstein, Kalk und Gips, Eisen, Steinkohle, Kochsalz, Petroleum). Taubnessel. Erbse, Kartoffel, Rübe. Frühjahrsarbeiten auf dem Feld. Futterkräuter (Klee, Wicke). Getreideunkräuter (Kornrade, Ackerwinde). Die bekanntesten Giftpflanzen (Nachtschatten, Hundspetersilie usw.). Beerensträucher im Garten. Weinstock. Einige Heckenund Waldsträucher (Haselstrauch, Weide usw.). Einige Spurenpflanzen (Pilze, Moose, Farne). Aus dem vorstehenden Stoffverzeichnis ist eine Auswahl zu treffen. In einklassigen Schulen müssen auf jeder Stuft jährlich mindestens 10, in mehrklas- sigen mindestens 15 naturkundliche Gegenstände zur Besprechung gelangen. Überall ist den Ortsverhältnissen Rechnung zu tragen. In mehrklassigen Schulen tritt darum mehr die Behandlung der für das gewerbliche Leben wichtigen Gegenstände, in Landschulen mehr der Anban der Kulturpflanzen und die Obstbaumzucht in den Vordergrund. In Mädchenschulen sind die für Küche und Haushaltung wichtigen Objekte besonders zu berücksichtigen. 7. Schuljahr. 1. Der menschliche Körper : Einfache Belehrungen über die Bewegungs-, Ernährungs- und Empfindungsorgane, sowie über die fünf Sinne. Pflege dieser Körperteile. Hygiene der Nahrung, Kleidung und Wohnung. Üble Folgen der Unmäßigkeit. Alkoholismus. Tuberkulose. 2. Das Wichtigste vom Bau und vom Leben der Pflanzen: die Wurzel, der Stamm, das Blatt, die Blüte, die Frucht, der Same. Zweck und Hauptverrichtungen dieser Organe. 3. Die Bodenarten der Gemarkung. In den einklassigen Schulen, welche von Lehrern geleitet sind, werden die hauptsächlichsten Belehrungen aus der Naturlehre, in solchen, welche von Lehrerinnen geleitet werden, die wichtigsten Unterweisungen in der Haushaltungskunde im engen Anschluß an die vorgenannten Stoffgrupften gegeben. Behandlung. — Bei der Auswahl des Stoffes kommen vor allem die Naturgegenstände der Heimat in Betracht. Ausländische Tiere und Pflanzen werden nur vergleichsweise zur Besprechung herangezogen; dabei treten diejenigen in den Vordergrund, deren Produkte bei uns im täglichen Gebrauch sind. Bei dein Bau und den Lebenserscheinungen des menschlichen Körpers ist das Hauptgewicht auf die Gesundheitslehre zu legen. Auf die 369 Gefahren, welche der Menschheit von dem Alkohol und der Tuberkulose drohen, kann nicht früh genng hingewiesen werden. Die Anordnung des Stoffes erfolgt nach natürlichen Gruppen, sog. Naturbildern oder Lebensgemeinschaften, die im Wechsel der Jahreszeiten wiederholt an das Kind herantreten. Die Behandlung geht von der Anschauung aus. Diese wird durch Lehrspaziergänge, Lösung von Beobachtungsaufgaben, Vorführung'des Naturgegenstandes und — erst in Ermangelung desselben — durch Modell, Abbildung und Zeichnung vermittelt. Jede. Lebensgemeinschaft wird zunächst als Ganzes betrachtet. Dann erfolgt die Besprechung einzelner wichtiger Glieder der Gemeinschaft, wobei folgender Gang einzuhalten ist. Im Anschluß an das Unterrichtsziel sagen die Schüler ans, was ihnen über den Gegenstand schon bekannt ist oder was sie infolge der Beobachtungsaufgaben des Lehrers daran wahrgenommen haben. Dann wird der Gegenstand oder sein Abbild vor die Augen der Schüler gestellt. Diese betrachten ihn eine Weile aufmerksam und sprechen sich in einer bestimmten Ordnung (z. B. in Form von Beschreibung) über das Wahrgenommene aus. Dabei sorgt der Lehrer, daß sie keine wesentlichen Merkmale übergehen und gibt bei falschen Ausdrücken die richtige Benennung. Nun erfolgt die eigentliche Besprechung, bei welcher der Lehrer sich der fragendentwickelnden Lehrweise bedient. Sie vollzieht sich in Einzelabschnitten, deren Gliederung durch die Eigenart des Naturgegenstandes bestimmt wird. Der ursächliche Zusammenhang zwischen Aufenthalt, Bau und Lebensweise wird nachgewiesen und die Kinder zur Gewinnung leichter biologischer Gesetze angeleitet. Auch wird ihre Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des besprochenen Geaenstandes für den Menschen, seine Verwertung im Haushalte, in der Heilkunde usw gelenkt. Die Ergebnisse des Unterrichtes werden am Schlusse eines jeden Abschnittes, sowie zu Ende der ganzen Betrachtung Zusammengefaßt und eingeprägt. Die mündliche und schriftliche Wiedergabe ist, soweit dies möglich, durch einfache Umrißreichnungen zu unterstützen. Auf die Besprechung der Hauptvertreter der Lebensgemeinschaft folgt ein R ü c k b l i c k a u f die Gruppe als Ganzes. Dabei sind die Beziehungen der Lebewesen zueinander, ihre Stellung in der Lebensgemeinschaft, ihre Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten aufzudecken und einzelne nach bestimmten Gesichtspunkten zu ordnen, ohne jedoch ein vollständiges System anstreben zu wollen. Wesentlich unterstützt wird der Unterricht durch den Schulgarten, kleine Versuche einfacher Art, naturkundliche Sammlungen und Wandtafelzeichnungen; belebt und ergänzt wird er durch die Erzählungen, Schilderungen, Gedichte, Lieder und Rätsel des naturkundlichen Teiles des Lesebuches. Ferner soll nicht vergessen werden, daß dem naturgeschichtlichen Unterricht die hohe sittliche Aufgabe zufällt, in den Herzen der Kinder das Gefühl des Mitleides mit den schwächeren Vertretern der Tier- und Pflanzenwelt zu wecken. Dem oft unüberlegten Grausamkeits- und Zerstörungssinn der Jugend kann am besten durch liebevolle Behandlung des betreffenden Lehrstoffes seitens des Lehrers gesteuert werden. B. Naturlehre. Mehrklassige Knabenschulen. Ziel. — Aufgabe des Unterrichtes in der Naturlehre ist, den Kindern die Kenntnis der wichtigsten Naturerscheinungen, die der Mensch täglich beobachten kann und die für das praktische Leben von Bedeutung sind, zu vermitteln. Der Lehrgang ist einjährig. 20 c 370 7. Schuljahr. Stoff. — Hebel und Wage, Waffer und Wasserleitung. Luft und Luftdruck, Barometer, Heber, Pumpe. Der Schall. Das Licht, Einfluß auf Tier- und Pflanzenwelt. Die Wanne und ihre Wirkungen. Thermometer. Wässerige Lufterscheimungen. Wind. Leuchtgas und Elektrizität. Gewitter, Verhaltungsmaßregeln. Blitzableiter. Behandlung. — Die induktive Methode, die allerdings eine gründliche Vorbereitung des Lehrers und einen anregenden Unterricht voraussetzt, ist die einzig richtige auf dem Gebiete der Naturlehre. Der Lehrer muß darum von den alltäglichen Vorgängen und Erscheinungen, oder von Dingen resp. Werkzeugen des gewöhnlichen Lebens ausgehen. Einfache Versuche fchließen sich an. Ihnen folgt die Besprechung der beobachteten Vorgänge und die Ableitung des Gesetzes, sowie dessen Anwendung auf die Verhältnisse des praktischen Lebens. Die Lehrweise ist die fragend-entwickelnde. Die Schüler müssen beobachten und aus ihren Beobachtungen Schlüsse ziehen, wodurch ihr Trieb zur Selbsttätigkeit in hohem Maße gefördert wird. Z u dem Ende sind sie auch anzuhalten, verwandte Erscheinungen selbst aufzusuchen, Beobachtungsaufgaben zu lösen, den Versuch mündlich und schriftlich darzustellen und diese Darstellung durch einfache Zeichnungen zu unterstützen. C. Haushaltungskunde. Mehrklassige Mädchenschulen. Ziel. — Der Unterricht in der Haushaltungskunde bezweckt, den Schülerinnen die Prinzipien der Gesundheitslehre und der Ernährung näherzubringen, ihren haushälterischen Sinn zu wecken und sie an Reinlichkeit und Ordnung in der Verrichtung der täglichen Haushaltungsarbeiten zu gewöhnen, in einem Wort, die Erziehung des heranwachsenden Mädchens zur Hansfrau anzubahnen. Die Hanshaltungskunde tritt in Mädchenschulen an die Stelle der Naturlehre. Der Lehrgang ist einjährig. 7. Schuljahr. Stoff.— 1. Das Wohnhaus :
- a)Die Wohnung. Anforderungen, innere Einrichtung, Reinhaltung und Lüftung, Zimmerpflanzen,
- b)Die Küche. Küchengeräte und Kochgeschirr, Behandlung derselben, Spülen und Putzen,
- c)Die Heizung. Der Ofen, Brennmaterial, Vorsichtsmaßregeln.
- d)Die Beleuchtung. Behandlung der Lampe, Leuchlstoffe. Vorsichtsmaßregeln. 2. Die Kleidung: Zweck, Beschaffenheit, Reinlichhalten der Kleidungsstücke und der Wäsche, Entflecken, Ausbessern. 3. Die Ernährung: Nährstoffe, Nahrungsmittel, Gewürze, Getränke, Aufbewahrung der Nahrungs- und Genußmittel, schädliche Stoffe in den Nahrungs- und Genußmitteln, Zubereiten der Nahrungsmittel, Tischdecken, Auftragen der Speisen, Verhalten bei Tisch. 4. Gesundheits - und Krankenpflege: Behandlung der Kranken, Verhütung von ansteckenden Krankheiten, erste Hilfeleistung bei Erkrankungen und Unglücksfällen. 5. Über den Beruf des Mädchens : Häusliche Tugenden, Sparsamkeit im Haushalt, Führung des Hanshaltungsbuches. Behandlung. — Die Behandlung gestaltet sich im großen ganzen wie bei den Stoffeil der Naturgeschichte oder der Naturlehre, je nachdem der Gegenstand mehr dem einen oder dem anderen Gebiete angehört. Zandesgeschichte und Luxemburgisch. Ziel. — A. Geschichte. Der Geschichts Unterricht hat die Aufgabe, die Schüler mit den hervorragendsten Persönlichkeiten und wich- 371 tigsten Ereignissen unserer Geschichte, owie mit den Kulturzuständen der Vergangenheit bekannt zumachenund in ihren Herzen Liebe zum Vaterland und zum Herrscherhanse zu wecken. Bis zu einen: gewissen Grade soll derselbe den Kindern auch das Verständnis unseres heutigen Staatswesens vermitteln. B. Luxemburgisch. Ziel dieses Unterrichtszweiges ist, die Kinder mit einigen hervorragenden, Erzengnissen unserer Nationalliteratur bekannt zu machen, ihnen Liebe zur Heimatspräche einzuflößen und Verständnis für unsere nationale Eigenart zu vermitteln. Der Stoff wird durch das Lesebuch geboten. Der Lehrgang für den Geschichtsunterricht ist zweijährig. Die drei oberen Jahrgänge werden in einer Abteilung unterrichtet; jedoch mußgleichzeitig mit dem 7. Schuljahr eine zusammenfassende Wiederholung des vorjährigen Stoffes vorgenommen werden. greß. Wilhelm I., Wilhelm II., Wilhelm III. Der Statthalter Prinz Hennich, Neutralitätserklärung, Selbständigkeit des Landes. B. D a s Land unter eigenen Fürsten : Großherzog Adolf. Großherzog Wilhelm. Die Regentschaft. Grußherzogin Maria Adelheid. In den mehrklassigen Schulen wird auf die innere Verknüpfung der geschichtlichen Ereignisse, auf das „Warum und Weil", näher eingegangen und länger bei jenen Geschichtsbildern verweilt, welche Gelegenheit bieten, die gleichzeitigen wichtigsten Begebenheiten der allgemeinen. Geschichte im Zusammenhang zu behandeln. Behandlung. — Die heimatlichen Sagen und leichten geschichtlichen Erzählungen der Mittelstufe bilden die Vorstufe zum eigentlichen Geschichtsunterricht. Jede Geschichtsstunde beginnt mit der zusammenhängenden Wiederholung des in der letzten Stunde behandelten Stoffes. Stoff. Die Überleitung zu dem neuen Stoff geschieht 5.— 7. Schuljahr. mit wenigen Sätzen; oft genügt die bloße ZielErste Serie. — 1. Alteste Zeit: angabe. Die früheren Bewohner des Landes, Kelten, Das Neue selbst wird abschnittweise dargeRömer, Franken. Die Einführung des Christenboten und zwar durch freies, anschauliches und tums, St. Willibrord. Karl der Große. lebendiges Vorerzählen. Wirksam unterstützt 2.. Das Land, eine Grafschaft: wird der Vortrag des Lehrers durch den GeUrsprung der Grafschaft, Siegfried. Ermesinde. brauch von Karten, Bildern und WandtafelHeinrich VII. Johann der Blinde. skizzen. 3. Das Land, ein Herzogtum : Jeder Abschnitt wird vom Lehrer abgefragt, Karl IV. Wenzeslaus. Sigismund. Luxemvon den Schülern zusammenhängend wiedergeburger auf dem deutschen Kaiserthron. geben und mit einer Überschrift versehen. Eine 4. Die burgundische und diespagesamte Wiedergabe und Einprägung findet am nische Herrschaft. Schlusse der Behandlung nach den aufgestellten Zweite Serie. — 5. Die österGliederungsunkten statt. reichische H e r r s c h a f t : Karl V I . Maria Der Lehrer wird darauf achten, daß die WieTheresia. Joseph II. dergabe des durchgenommenen geschichtlichen 6. Die französische Herrschaft: Stoffes seitens der Schüler nicht zu einem meDie französische Revolution. Napoleon I. chanischen Hersagen ausarte. Die Kinder sollen 7. Das Land, ein Großherzogvielmehr angehalten werden, sich in den geschichttum: A. Das Land in Personallichen Erzählungen und Beschreibungen, so weit union mit Holland. Der Wiener Kon- 372 es angeht, in freier, natürlicher Weise auszuStoff. drücken. 5. Schuljahr. Umfassendere Wiederholungen sind zur Er1. Einführung in das Kartenzielung bleibender Ergebnisse unerläßlich. Sie verständnis : Schulsaal, Schulhaus, Schulfinden regelmäßig nach der Behandlung eines viertel, Wohnort und Gemarkung werden in größeren Stoffganzen statt. Bei dieser Gelegenverjüngtem Maßstab gezeichnet und die Zeichheit wird auch auf die allmähliche Entwicklung inungen gedeutet. der Kulturzustände der besprochenen Zeitperiode 2. Die heimatliche Gemeinde: hingewiesen. Nur muß dies in einer der FasEingehendere Behandlung des in der Heimatsungskraft und dem Interesse der Schüler entkünde durchgenommenen Stoffes. Plan der sprechenden Weise geschehen. Wertvolle AnGemeinde. eigungshilfen dazu sind: die Anknüpfung an 3. Der heimatliche Kanton: Lage, Altertümer, Denkmäler, Bauten, Volksbräuche Grenzen, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung, und Volkssagen, sowie bildliche Darstellungen. Budenerzeugnifse, Industrie und Handel, Märkte, Geschichtszahlen sind auf das Nötigste zu beVerkehrswege. Gemeinschaftliche Einrichtungen. schränken. Die im Geschichtsunterricht vorkomGemeinden. Sehenswürdigkeiten. Karte des menden Ortlichkeiten werden auf der Karte festKantons. gestellt und eingeprägt. 4. Der heimatliche Distrikt. Die Die Hauptereignisse der allgemeinen Geschichte benachbarten Kantone. Der heimatliche Distrikt finden nur in dem Maße Berücksichtigung, als sie mit der vaterländischen in Verbindung stehen. als Ganzes. Verwaltung desselben. Karte des Zur Belebung und Ergänzung des Unterrichtes Distriktes. 5. Die übrigen Distrikte: Behandsind die Schilderungen, Erzählungen und Gelung der einzelnen Kantone. Kartenzeichnung. dichte geschichtlichen Inhalts, sowie verwandte 6. Das Heimatland: Lage, Grenzen, Stoffe der einheimischen Mundart an der richAusdehnung, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung, tigen Stelle zu verwerten. Klima, Bodenschätze und Bodenprodukte, AckerGeographie. bau und Viehzucht, Weinbau, Gewerbe, InZiel. — Durch den geographischen Unter- dustrie und Handel, Ein- und Ausfuhr, Verkehrsricht sollen die Kinder mit unserm Vaterland, wege, Bevölkerung. namentlich mit seiner natürlichen Beschaffenheit, 6. und 7. Schuljahr. seinen Einrichtungen, der Tätigkeit seiner Bewohner und seinen Erzeugnissen bekannt geErste Serie. — 1. Das Luxemmacht werden. Außerdem soll ihnen das Wissens- burger Land: Kurzer Überblick über die werteste über die übrigen Länder Europas und geschichtliche Entwicklung des Landes. Bürgerdie fremden Erdteile, sowie über das Verhältnis liche, gerichtliche und kirchliche Einteilung. Die der Erde zum Weltall vermittelt werden. notwendigsten Belehrungen über die verschiedenen Verwaltungszweige und die staatlichen Der Unterricht beginnt mit dem 5. Schuljahr. Fürsorgeeinrichtungen. Die Verfassung des LanDie Schüler der Oberstufe werden in zwei Abdes: Großherzog, Kammer, Regierung, Staatsrat, teilungen unterrichtet. Für die 1. Abteilung, das 2. Europa : Eingehendere Belandlung un5. Schuljahr, ist der Lehrgang einjährig, für die serer Nachbarländer. Die einzelnen Staaten 2. Abteilung, das 6. und 7. Schuljahr, aber zweiEuropas. Das Allgemeine über Europa. jährig. 373 Zweite Serie. — 1. Kurze Betrachtung des Globus: Gestalt der Erde. Verteilung von Land und Wasser, Erdteile und Ozeane, Erdachse und Pule, Längen- und Breitegrade. Die mitteleuropäische Zeit. Die Zonen. Drehungen der Erde. Tages- und Jahreszeiten. Die Mondphasen. Mond- und Sonnenfinsternisse. 2. Das Wichtigste über die außereuropäischen Erdteile. 3. Gedrängte Wiederholung der Geographie des Luxemburger Landes. In den mehrklassigen Schulen, werden die einzelnen Stoffgruppen eingehender behandelt. Behandlung. — Der heimatkundliche Unterricht der Mittelstufe bereitet den eigentlichen Geographieunterricht vor. Dieser beginnt auf der Oberstufe mit der Einführung der Schüler in das Kartenverständnis und das verständige Kartenlesen. Beiden Übungen ist von Anfang an die größte Bedeutung beizulegen. Die Behandlung der Gemeinde und des Kantons muß von der direkten-Anschauung ausgehen. Die Vorführung der entfernteren Gebiete des Heimatslandes geschieht am besten durch Schilderung in Gestalt lebensvoller Reisebeschreibungen, welche mit leichter Mühe mittels gutgewählter photographischer Bilder (Ansichtskarten) veranschaulicht werden können. Für die Behandlung der einzelnen Länder ist deren Zugehörigkeit zu den natürlichen Landschaftsgebieten maßgebend. Sie erfolgt nach einer feststehenden Gliederung wie: Lage, Größe, Bodengestaltung, Bewässerung, Klima, Erzeugnisse, Bewohner, wichtige Städte, Staatsverhältnisse. Jeder dieser Punkte wird wie eine kleine Lektion für sich behandelt: der Inhalt wird entwickelt, am Schlusse zusammeul ängend wiedergegeben und in einer Überschrift zusammengefaßt. Der Entwicklung liegt die Karte zugrunde und zwar die physikalische Karte. Alles, was die Schüler von ihr ablesen und durch eigenes Nachdenken selbständig und selbsttätig finden können, wird nicht gegeben. Nur da, wo die Karte keinen Aufschluß gibt, tritt das Wort des Lehrers ergänzend ein und läßt bei Gelegenheit die Ferne vor dein geistigen Auge der Schüler erstehen durch auschauliche Schilderungen und Vergleiche, wo möglich auch durch bildliche Darstellungen, Wandtafelskizzen und durch Vorzeigen von Rohstoffen und gewerblichen Erzeugnissen. Äuch für den Unterricht in der Himmelskunde muß die Lehrweise anschaulich-entwickelud sein. Al Ausgangspunkt dienen die Beobachtungen, der Schüler, welche durch Wandtafelzeichnungen oder Abbildungen berichtigt und ergänzt und zum geläuterten Verständnis gebracht werden. Die Unterrichtsergebnisse sind am Schlusse einer jeden methodischen Einheit durch geordnete Wiederholungen einzuprägen. Ratsam ist es, einzelne auch schriftlich niederzulegen und von einfachen Kartenskizzen zu begleiten. Um den Unterricht interessant und lebendig zu gestalten, sind die geographischen Charakterbilder des Buches, sowie Geschichte und Sage in Poesie und Prosa an geeigneter Stelle, zu verwerten. Zeichnen. Ziel. — Durch den Zeichenunterricht sollen Auge und Hand der Schüler in der Weise gebildet werden, daß sie einfache Gegenstände ihrer Hingebung und Gebilde der Natur beobachten und nach Form und Farbe selbständig darstellen lernen. Er soll zugleich die Weckung und Pflege des Schönheitssinnes anstreben und durch Wiedergabe aus dem Gedächtnis ein klares Bild der beobachteten Formen im Geiste zurücklassen, so daß dieselben zum bleibenden Eigentim werden. Die zwei ersten Schuljahre bilden die Vorschale zum eigentlichen Zeichenunterrichte. Spezielle Unterrichtsstunden werden lier nicht 374 augesetzt. Das „malende Zeichnen" wird in den decket, Türe, Reißschiene, Winkelmesser, Rechenfür denAnschauungsunterrichtbestimmten Stun- maschine u. a. hen erteilt. Gebrauchsgegenstände : BriefumIn der e i n k l ä s s i g e n S c h u l e werden schlag, Börse, Vorhängeschloß, Trichter, Brotdie fünf Jahrgänge gleichzeitig in zwei Abtei- messer, Gurkenhobel, Schlüssel, Schneeklopfer, lungen unterrichtet. Der 1. Abteilung gehören Hackmesser u. a. das 3. und 4. Schuljahr, der 2. das 5., 6.und7. Beim Handwerker: Axt, Hammer, Schuljahr au, bei welcher Kombination dem 7. Meißel, Pflanzholz, Senkblei u. a. Schuljahr jedoch erweiterte Aufgaben zu stellen 2. Serie. — Aus der Schulstube: sind. Der Lehrgang ist für beide Abtei- Schultafel, Bilderrahmen, Fenster, Winkeldreieck, lungen zweijährig. Zirkel, Pult (Vorderanficht) n. a. In der m e h r k l a s s i g e n Schule werGebrauchsgegenstände: Kaffeeden die Schüler der Mittelstufe in einer Abteilung, mühte, Brille, Faßhahn, Gießkanne, Handspiegel, die der Oberstufe in Zwei Abteilungen unter- Schlüsselschilder, Wäfcheklopfer, Löffel, Hufrichtet, wobei die Schüler des 5. und 6. Schul- eisen u. a. jahres die erste, die des 7. die 2. Abteilung bilden. Beim Handwerker: Beil, Hobel, Der Lehrgang ist zweijährig nur für die Mittel- Spaten, Wagenrad, Dachgiebel u. a. stufe, sowie die 1. Abteilung der Oberstufe. Mittelstufe. In Mädchenschulen ist vom 5. SchulDie auf der Unterstufe verzeichneten Aufgaben jahr au den, besondern Bedürfnissen, des Handwerden zum Teil wiederholt und weiter durchgearbeitsunterrichtes Rechnung zu tragen. bildet. Der Unterricht istinallen Abteilungen Massen1. Serie.— Gebrauchsgegenstände : unterricht. Schlachtmesser, Fuchsschwanzsäge, Krummhane, Das nachstehende Stoffverzeichnis ist weder Blasebalg, Schusterhammer, Sanduhr, Zifferseinem Juhalt noch der Reihenfolge der angeblatt, Schmtzeltischchen, Fahnenspitze u. a. führten Gegenstände nach als bindend zu beBeim Handwerker: Schlichthobel, trachten. Es will vielmehr einen Anhalt für die Auswahl der Lehrmittel gebenundzeigen, wie Schieferdeckerhammer, Gartenmesser, Bügel» die nächste Umgebung des Schülers sich für den eisen, Wagnerbeil, Zuschlaghammer u. a. Einfache Blattformen: Wegerich, Zeichenunterricht verwerten läßt, namentlich Oleander, Flieder, Mairöschen u. a. wie die neue Unterrichtsweise ohne besonderen Blüten im Profil: Rosenknospe, Kostenaufwand durchgeführt werden kann. Um Tulpe, Schneeglöckchen u. a. auch die Schüler dabei Zu interessieren, lade man F r ü c h t e : Pflaume, Apfel, Stachelbeere, sie ein, von Hause geeignete Gegenstände leihWalnuß u. a. weise mitzubringen.' 2. Serie. — GebrauchsgegenStoff. stände: Brotmesser, Baumsäge, Sense, KneifUnterstufe. zange, Heckenschere, Teigrolle, Rasiermesser, Rei1. Serie. — Aus der Spielstube : sestock, Bierabschäumer, Uhrpendel, Lanze u. a. Papierhelm, Fahne, Dominosteine, Flinte, Kegel Beim Handwerker: Maurerhammer, usw. Fleischersäge, Ahle, Schraubstock, Stichsäge, Feile, In der Schule: Schiefertafel, BuchGlaserspachtel u. a. 375 Einfache Blattformen: Lorbeer, nur solche Gegenstände werden ausgewählt, die Schwertlilie, Pappel, Weide u. a. das Kind lebhaft interessieren und seinen SchönBlüten im Profil: Lilie, Mairöschen, heitssiun zu bilden imstande sind. Frauenherz u. a. Die denkbar einfachste Darstellung dieser GeFrüchte: Birne, Kirsche, Bohne, Zwiebel u. a. genstände ist Haupterfordernis; größere SchwieZusammenstellen vorgenannter Gerigkeiten erlahmen den Eifer. Wie überall im genstände zu natürlichen Gruppen. Unterricht, so schreite man auch hier vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum ZusammenOberstufe. 1. Serie. — Gebrauchsgegen- gesetzten; durch methodisch geordnete Stufenfolge stände: Blasebalg, Nußknacker, ovaler Hand- soll das Formgefühl geweckt und gebildet werden. spiegel, Eierbecher, Hufeisenmagnet, Schälmesser, Nachdem der darzustellende Gegenstand im Schubkarren (Seitenansicht), Briefkasten, Wege- Anschauungsunterricht beobachtet und besprochen brett, Tabakpfeife, Gemüsehobel, Käsemesser, worden, läßt der Lehrer ihn aus dem Gedächtnis Rührspachtel u. a. auf die Schiefertafel zeichnen, um zu sehen, ob Beim Handwerker: Gradsäge, Gardas Wesentlichste der Form aufgefaßt ist. Alstenschere, Bohrer, Reißzange, Schusterzange u. a. dann werden die ersten Entwürfe vorgezeigt und Pflanzenblätter : Klee, Erdbeere, deren hauptsächlichsten Fehler unter Mittätigkeit Akazie, Eiche, Weißdorn u. a. der Schüler erörtert. Nun bespricht der Lehrer Blumen: Märzglöckchen, Feldmohn, Aron- aufs neue den Gegenstand nach seinen Hauptstab, Schlüsselblume u. a. merkmalen und zeichnet dabei den besprochenen Früchte: Möhre, Breitlauch, Gurke, Me- Teil in sicheren, sauberen Strichen an die Wandlone, Bohnenschote u. a. tafel, so daß allmählich eine mustergültige Zeich2. Serie. — Gebrauchsgegen- nung des Ganzen vor den Augen der Schüler stände: Kleiderbügel, Teppichklopfer, Sichel, entsteht. Hierauf Zeigt er den Kindern den GeWegemesser, Stuhl (Seitenansicht), Kamm, Kon- genstand in Wirklichkeit noch einmal vor und läßt servenbüchsenöffner, Schere (geöffnet und ge- ihn mit dem Tafelbild vergleichen. Dann werden schlossen), Feuerzange, Salatbesteck, Teigrad, Gegenstand und Wandtafelzeichnung beseitigt Feuerhaken u. a. und die Schüler wiederholen aus dem Gedächtnis Beim Handwerker: Kelle, Knopfdie Zeichnung auf ihrer Schiefertafel so oft, bis lochschere, Gärtnerhippe, Schraubenschlüssel, das Richtige getroffen ist. Dabei beaufsichtigt der Maurerkelle u. a. Lehrer die Schüler und sucht Fehler in der Darstellung des Gegenstandes wie in der Behandlung Pflanzellblätter: Leberblümchen, des Zeichenmaterials zu verhüten und zu beseiEfeu, Winde, Hopfen, Pfeilkraut u. a. tigen. Blumen: Stiefmütterchen, Narzisse, KalbsDie zu zeichnende Form ist möglichst rasch in zunge, Flockenblume u. a. einem Zuge auszuführen. Man lasse das VerF r ü c h t e : Rübe, Pfirsich, Eichel, Kürbis, fehlte so lange stehen, bis durch Wiederholung der Ahre u. a. Zusammenstellen vorgenannter Ge- Übung das Nichtige getroffen ist. Die Schüler des 2. Schuljahres tragen sodann die Zeichnung genstände zu natürlichen Gruppen. mit Bleistift in ein Zeichenheft mit abgetöntem Papier. Befähigtere Schüler dürfen sich auch wohl an der Wandtafel versuchen. Behandlung.— Der erste Zeichenunterricht entlehnt den Stoff ausschließlich dam Anschauungskreise des Kindes ; 376 Vorlagen jedweder Art sind hier wie überall streng ausgeschlossen. Als planmäßiges Unterrichtsfach tritt das Zeichnen erst mit Begiun des 3. Schuljahres in allen Schulen auf. Der Unterricht geht vom Zeichnen aus dem Gedächtnis zum Zeichnen nach dem Gegenstande über. Als Vorbilder dienen flache Gegenstände, insbesondere Naturformen und im 7. Schuljahre leichter darzustellende Körperfonnen. Die in den zwei ersten Schuljahren behandelten Gegenstände können zum Teil wiederholt werden, tragen aber durch weitere Durchbildung den gesteigerten Anforderungen Rechnung. Der Zeichenunterricht muß vor allem anschanlich sein. Das zu zeichnende Objekt wird in Natur vorgezeigt. Durch geeignete Fragen wird die Beobachtung der Kinder geleitet, die Grundform aufgefaßt, die Größenverhältnisse der Gesamtform in freier Weise oder mittels Visierens abgeschätzt, die Lage der einzelnen Teile zueinander erkannt und auf die Benutzung von Hilf-linien und etwa zu berücksichtigende Vorteile in der Darstellung hingewiesen. Hierauf läßt der Lehrer unter furtgesetzten Erläuterungen vor den Augen der Schüler das Gebilde als Skizze an der Wandtafel entstehen. Nachdem dieselbe ausgelöscht ist, beginnt der zeichnerische Entwurf seitens der Schüler, wobei der Gegenstand vor ihren Augen aufgestellt bleibt. Die Aufgabe wird von der ganzen Klasse ziemlich groß — im allgemeinen 16—29 cm — in gleichem Maßstabe, der auch bei alleu folgenden Zeichnungen derselbe ist, ausgeführt, was besonders in großen Abteilungen dem Lehrer die Korrektur ungemein erleichtert und bei Bewertung der Zeichnung durch Punkte ihm einen wesentlichen Anhaltspunkt zur Vergleichung gibt. Kleinere Gegenstände werden in natürlicher Größe dargestellt. Alle Zeichnungen beginnen mit dem Achsenkreuz, das, wie auch die Feststellung der jedes- maligen Größe der Zeichnung, mit dem Maßstäbe gemacht werden darf. Im übrigen sind alle mechanischen Hilfsmittel streng ausgeschlossen. Die Entwurfslinien sind möglichst schwach zu zeichnen. Falsche Linien lasse man stehen; sie dienen gleichsam als Hilfsmittel für die daneben anzubringenden richtigen Linien. Der Stift soll lange und lose gefaßt werden; nur der kleine Finger darf die Zeichenfläche berühren, damit die Hand frei bleibe. Der Arm darf, um der Steifheit vorzubeugen, nicht fest aufliegen. Die Linien sollen, nachdem Ausgangs- und Endpunkt markiert sind, möglichst in einem Zuge hergestellt werden. Das Vorbild soll zwar mit geringen Mitteln, aber getreu und wahr wiedergegeben werden, namentlich ist ans die charakteristischen Merkmale der Form ein Hauptaugenmerk zu richten. Die Schüler sind anzuleiten, ihre Fehler selbst zu erkennen. Sie sollen daher angehalten werden, die Zeichnung oft mit dem Gegenstand zu vergleichen, wobei sie dieselbe in einiger Entfernung vor sich senkrecht aufstellen. Fehler, die nicht so zum Bewußtsem kommen, werden unter Anleitung des Lehrers festgestellt und verbessert. Die Korrektur ist Massenkorrektur und Einzelkorrektur. Fehler, die bei mehrere Schulen: vorkommen, werden an der Wandtafel besprochen, Einzelkorrektur tritt meistens bei schwächeren Schülern ein. Nach vollendetem Entwurf und erneuter Korrektur erfolgt die Reinzeichnung. Dieselbe geschieht in der Weise, daß Zuerst die Zeichenfläche mit Gummi sorgfältig gereinigt, alle Hilfslinien entfernt und die noch schwach sichtbaren Entwurfslinien unter mäßigem Druck mit kurzgefaßtem Stifte bestimmt und gleichmäßig nachgezogen werden. Größtnwglichste Sanberkeit und peinliche Genauigkeit sind Haupterfordernisse. Jede Zeichnung trage unten rechts den Namen des Schülers und das Datum und links oben die laufende Nummer. Im 5. Schuljahr kann der Gebrauch des Farbenstiftes, im 6. und 7. der Gebrauch der Wasser- 377 falben hinzutreten. Dadurch wird der Unterricht lebendiger und interessanter gestaltet und die Geschmacksbildung gefördert. Nur bessere Zeichnungen dürfen mit einen: natürlichen lichten Farbton überlegt werden, so daß erst allmählich allen Schülern der Gebrauch der Farben — gleichsam als Triebfeder zu freudigem Schaffen — zu gestatten ist. Neben den Hauptaufgaben können auf allen Unterrichtsstufen noch in Betracht kommen: 1. Übungen im Gedächtniszeichnen; sie gehen entweder der Lösung der Hauptaufgabe voran, über folgen ihr zur Prüfung nach. 2. Übungen im Skizzieren; sie bezwecken, verwandte Aufgaben zu schon behandelten in kurz bemessener Zeit zu lösen. 3. Illustrieren von Aufgaben und Aufsätzen aus dem Sach- und Sprachunterricht; sie fördern die Erfmdungs- und Gestaltungskraft der Kinder und sind in besonders günstigen Verhältnissen anzustreben. Gesang. Ziel.— Aufgabe des Gesangunterrichtes ist, das musikalische Gehör und die Stimme zu üben, das Gemüt zu veredeln, das religiöse und das patriotische Gefühl zu beleben, die Freude an der Natur und edler Geselligkeit Zu Pflegen und dein Kinde einen Schatz der besten Lieder als bleibendes Eigentum ins Leben mitzugeben. Stoff. — A. Theorie. Unter- u. Mittelstufe. Auflösungszeichen, Singen der leichteren Intervalle und des Dreiklangs der ersten Tonart (c dur) und Absingen leichter Notenübungen ohne Vorzeichen. Der für die Oberstufe angeführte Stoff ist nur für die mehrklassigen Schulen bestimmt. B. Lieder. Unterstufe. Erste Serie: Nikolauslied; Winterlied Kuckuck ruft aus dem Wald; Ward ein Blümlein mir geschenket; Summ, summ, summ, Bieuchen summ; Lauerkätzchen; Fuchs, du hast die Gans gestohlen; Wollt ihr wissen, wie der Bauer; Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp; Aus den: Himmel ferne. Zweite Serie: Müde bin ich, geh zur Ruh ; Winter ade; Alles neu macht der Mai; Wer hat die Blumen nur erdacht; Wer hat die schönsten Schäfchen; Auf dem grünen Rasen; Gestern abend ging ich aus; Es klappert die Mühle am rauschenden Bach; Ein scheckiges Pferd, ein blankes Gewehr; Weißt du wieviel Sterne? Mittelstufe. Erste Serie: Bei einem Wirte wundermild; O Tannenbaum; Alle Vögel sind schon da ; Nachtigall, Nachtigall; Goldene Abendsonne; M i t dem Pfeil, dem Bogen; Wo's Dörflein dort zu Ende geht; Stille Nacht; D'Uolzecht ; O Mamm, lef Mamm do nowen. Zweite Serie: Fort, fort und fort an Bildung des Gehörs und der Stimme durch einen andern O r t ; O, wie ist es kalt geworden; autreines Nachsingen von langen und kurzen, Komm, lieber M a i und mache; Wie lieblich chwachen und starken Tönen (anfangs von re—la, schallt; Dort unten in der Mühle; Heidenröslein; päter von re—Re); Belehrungen über richtige In der Heimat ist es schön; Es geht durch alle Wund- und Körperstellung; Einübung leichter Lande; De Feierwôn ; Aus der Kanerzeit. kinderlieber. Oberstufe. Erste Serie: Seht, wie die Sonne dort sinket; Freut euch des Lebens; Freund, ich bin Liniensystem, SoI-Schlüssel, Gestalt, Wert und zufrieden; Kennt ihr das Land so wunderschön; Namen der Noten, Pausen, Takt und Taktschlagen, ßedeutung der Erhöhungs. Erniedrigungs- und Nun ade, du mein lieb Heimatland; Preisend mit Oberstufe. 20 d 378 viel schönen Neben; Ich hatt einen Kameraden; Quand tout renaît à l'espérance; D'Letzburger Land; D'Sonn blenkt rot. Zweite Serie: Guter Mond; Ein Herz, das sich mit Sorgen quält; Zufriedenheit ist mein Vergnügen; Es ist ein Ländchen mir bekannt; Von meiner Heimat muß ich scheiden; Ich weiß nicht, was soll es bedeuten; Morgenrot ; Ah,que mon pays est beau; Mir si gleicklech, mir si frei ; D'Mamm d mech gel ert b den. In der ein klassigen Schule werden jährlich mindestens 4—6, in der mehrklassigen 8—10 neue Lieder (teils religiösen, teils weltlichen Inhalts) geübt. Die religiösen Lieder sind dem Diözesangesangbuch zu entnehmen, die weltlichen werden aus dem vorstehenden Verzeichnis ausgewählt. Eine Erweiterung des Stoffes, besonders in mehrklassigen Schulen ist nicht ausgeschlossen. Die Auswahl der übrigen Lieder geschieht durch den Lehrer in den von der Unterrichtskommission genehmigten Büchern. Behandlung. — Auf der Unterstufe wird der Gesangunterricht im engen Anschluß an den Anschauungsunterricht erteilt. Leichte Lieder, die zu den behandelten Stoffen in Beziehung stehen, werden eingeübt und gesungen. Auf den übrigen Stufen werden dem Gesangunterricht besondere Stunden eingeräumt. — In der einklassigen Schule jedoch sind Mittel- und Oberstufe sowohl für die Behandlung des Textes als auch der Melodie zu einer Abteilung zu vereinigen. Der Kürze der Zeit wegen kann hier die Behandlung des Textes in die für den Sprachunterricht angesetzten Stunden verlegt werden. Die Einübung der Melodie darf erst geschehen, nachdem sämtliche Strophen des Textes erläutert worden und sie von allen Schülern mit richtiger Aussprache und Betonung auswendig vorgetragen werden können. Die Melodie wird zuerst vom Lehrer ganz vorgetragen, dann in sinngemäßen Abschnitten und zuletzt im Zusammenhang unter Benutzung der Violine eingeübt. Neben dem Chorsingen ist das Einzelsingen zu Pflegen. Das eingeübte Lied ist nicht nurstückweise,sondern stets ganz auswendig zu singen nach dem Taktschlag oder mit Violinbegleitung des Lehrers. Die Benutzung der Violine soll in der Oberklasse bisweilen zurücktreten, damit sich die Kinder auch daran gewöhnen, Lieder selbständig anzufangen. Nur durch tüchtige Übung und öftere Wiederholung werden die Lieder dauernd eingeprägt. Es ist notwendig, auf früher Eingeübtes zurück zukommen und von Zeit zu Zeit Planmäßige Wiederholungen zu veranstalten. Durch alle Klassen hindurch ist auf angemessene Körperhaltung, richtige Mundstellung, deutliche Textaussprache, rechtzeitiges Atemholen, reine Tonbildung, genaue Beobachtung des Taktes und guten Vortrag zu achten und von Anfang an darauf zu halten, daß das Singen nicht in geschmacklose Herbheit ausarte. Die Tonhöhe muß dein Stimmumfang der Kinder entsprechen. Die Weckung des Taktgefühles ist zu Pflegen. Bei den theoretischen Gesangübungen wird nur dann etwas erzielt, wenn ein geordneter Klassenunterricht an der Wandtafel erteilt wird. Beim Singen sollen die Kinder stehen oder tadellos gerade sitzen. Die in der Gesangstunde eingeübten Lieder werden auch öfters zu Anfang oder am Schluß der Schulstunden und bei andern passenden Gelegenheiten z. B. bei Festlichkeiten, Jugendspielen, Turnübungen, Spaziergängen usw. gesungen. Wenn die Verhältnisse es erlauben, können mitunter auch Zweistimmige Lieder gesungen werden. Doch müssen alle Kinder zuvor die Melodie sicher einüben. Turnen und Schulspiele. Ziel.— Die Aufgaben des Turnunterrichtes 379 sind: Förderung der Gesundheit, Entwicklung von Kraft und Gewandtheit, Gewöhnung an gute Körperhaltung, Erziehung zu Mut und Ausdauer, Besonnenheit und Selbständigkeit, Pflege des Gemeinsinnes und Weckung von Lust und Freude an Leibesübungen. Stoff. Unterstufe. In den einklassigen Schulen genügen Lauf-, Ball-, Sing- und Nachahmungsspiele. In m e h r k l a s s i g e n Schulen werden außerdem einfache Ordunngs-und Freiübungen vorgenommen. Letztere treten anfangs in zwangloser Form von Nachamungsübungen (Tätigkeiten von Handarbeitern) auf. Später kommen einfache Formen der eigentlichen Freiübungen hinzu wie Armschwingen, Armbeugen und Armstrecken, Hüftstützen, Zehenstand, Beinspreizen, Hüpfen und Hinken, Rumpfbeugen und Rumpfdrehen. Mittelstufe. 1. Ordnungsübungen: Aufstellung in Stirn- und Flankenreihe; Abzählen; Drehungen und Schwenkungen, einfache Reihungen; Öffnen und Schließen der Reihen; Aufstellen zu den Freiübungen. Ziehen der Flankenreihen; Leichte Aufmärsche. 2. Gang-, Lauf- und Hüpfübungen. Einige der bekanntesten Gangarten. Gehen mit Armtätigkeiten, mit Gesang. Freier Lauf. Wechsel von Gang und Lauf ; Dauer- und Schnelllauf. — Für Mädchen besondere Hüpfarten und Übungen am Schwingseil. 3. Freiübungen: Armhaltungen und Armübungen. Stellungen, Bein- und Fußübungen. Einfache Verbindungen von Arm- und Beinbewegungen; einige leichte Sprung Übungen; Kopf- und Schulterübungen; Rumpfübungen. 4. V o l k s t ü m l i c h e Ü b u n g e n : Wettlaufen; Wetthüpfen und Wetthinken; Wettspringen; Wurf- und Fangübungen mit dem kleinen Ball. 5. Spiele. Verschiedene, den Ortsverhältnissen, der Schülerzahl und der Jahreszeit entsprechende Lauf- und Ballspiele. Für Mädchen auch einige Singspiele. Oberstufe. 1. Ordnungsübungen: Drehungen während des Gehens an Ort; Schwenken der Viererreihen, auch im Wechsel mit Gehen an Ort; aus der Flankenlinie Nebenreihen bilden mit gleichzeitigem Offnen der Reihen; leichte Reihungen während des Gehens von Ort; Schrägzug und Ziehen zum Stern; das Viereck gehen; Frontund Flankenmarsch; Drehungen und Schwenkungen im Marsch; einige Aufmärsche und Reigen. 2.. Gang-, Lauf- und Hüpfübungen, Wie auf der Mittelstufe, aber mit Steigerung der Schwierigkeit, Dauer und Schnelligkeit. 3. Freiübungen: Schwierigere Armhaltungen, Arm-, Bein-, Kopf,- Schulter- und Rumpfübungen. Andere Haltungsübungen wie Auslage u. Ausfall; Liegestützübungen u. StandWage; besondere Gewandtheitsübungen. Verbindungen der vorbezeichneten Übungen. Atmungsübungen. Übungsgruppen, leichtere auch mit Gesang. 4. Stabübungen : Stabhaltungen ; Fassung, Vor- und Annehmen des Stabes, StabHeben, Stabschwingen, Stabwiegen; Armstrecken; Stabunterlegen, Stabsenken, Stabüberheben; Anknieen an den Stab; Steigen auf und über den Stab; Stabübungsgruppen. 5. Volkstümliche Übungen: Die Lauf-, Hüpf- und Springübungen der Mittelstufe auf größere Entfernungen; Dreisprung; Hinkkämpf; Wettkämpfe im Ziehen und Schieben. Wurf- und Fangübungen mit den: kleinen und mit dem großen Ball. 6. Spiele: Wie auf der Mittelstufe mit Berücksichtigung des Alters und Geschlechtes der Kinder. Der sür die Oberstufe bezeichnete Stoff ist nur für mehrklassige Schulen be- 380 stimmt. In einklassigen Schulen genügt der Stoff der Mittelstufe auch für die Oberstufe und ist demgemäß auf die fünf Jahre zu verteilen. — Alle mit + bezeichneten Übungen fallen beim Mädchenturnen aus. Behandlung. — Der Turnstoff ist für Knaben und Mädchen in der Hauptsache derselbe. Im Interesse einer gründlichen Ausbildung des Körpers ist eine Durcharbeitung für beide Geschechter erstrebenswert; doch sind Abweichungen geboten, wo Körperentwickelung und Kleidung es verlangen. Der Lehrplan beschränkt sich, darauf, die Ziele für die einzelnen Stufen festzulegen. Die Auswahl und Zusammenstellung der Übungen ist Sache des Lehrers. Sie muß getroffen werden mit Rücksicht auf den Übungsraum, die Jahreszeit, das Geschlecht und die Übungs- resp. Spielfertigkeit des Kindes. Neben der Einübung des Neuen geht die Wiederholung und Durcharbeitung der für die betreffenden Klassen geeigneten Übungen aus dem früher durchgenommenen Stoffe her. Die Zeit ist ziemlich gleichmäßig auf Ordnungsübungen, Freiübungen, Spiele und volkstümliche Übungen zu verteil n. Daß von dieser Anordnung auch abgewichen werden kann und zuweilen muß, ist selbstverständlich, besonders im Anfang, wo die Bewegungen erst eingeübt werden müssen. Der Unterricht dauert das ganze Schuljahr und ist soviel als möglich im Freien zu erteilen. Nur bei ganz unpassender Witterung dürfen die Übungen auch im gelüfteten Schulfaal vorgenommen werden. Das Vorturnen ist in vollkommener Weife auszuführen; es geschieht entweder durch den Lehrer oder durch einen geschickten Schüler. Die Verbesserung der Fehler darf nicht übersehen, aber auch nicht in einer Weise ausgeübt werden, daß dadurch den Kindern die Freude am Turnen verdorben wird. Bei allen Übungen ist auf Schönheit der Haltung und genaue, kraftvolle Darstellung der ein- zelnen Bewegungen zu halten. Keine Übung aber darf bis zur Erschöpfung durchgeführt werden. Der Gang für die Behandlung einer einzelnen turnerischen Übung ist kurz folgender: Die neue Übung wird zunächst genannt. Frühere Übungen oder Teilbewegungen derselben die zu der neuen Übung in Beziehung stehen, werden wiederholt. Dann wird die neue Übung durch den Lehrer oder durch den Vorturner langsam und deutlich ausgeführt; darauf unter Mithilfe der Schüler vom Lehrer in ihrer Gesamtheit, sowie in ihren einzelnen Teilen besprochen, hierauf das Ganze zuerst durch Worte und dann durch erneutes Vormachen zusammengefaßt. Nun erfolgt die Einübung der Bewegung, die so lang betrieben wird, bis die Mehrzahl der Schüler sie genau und leicht ausführen kann. Die Verbesserungen geschehen kurz und bestimmt und richten sich in der Regel an die Klasse. Die vollendete Übung wird mit andern zu einer Übungsfolge oder Übungsgruppe verbunden. Schönschreiben. Ziel. — Der Schönschreibunterricht bezweckt, bei den Kindern eine deutliche, feste, gefällige und fließende Handschrift zu erzielen und den Sinn für Sauberkeit und Ordnung zu pflegen. 1. Schuljahr. Stoff. — Das Schönschreiben tritt nicht selbständig auf; die vorzunehmenden Übungen sind durch den Schreibleseunterricht vorgezeichnet. 2. Schuljahr. Die Schrift muß allmählich nicht nur eine richtigere, sondern auch eine gefälligere Form annehmen. Die deutschen und lateinischen Buchstaben werden in genetischer Reihenfolge eingeübt, ebenso die arabischen Ziffern und die Satzzeichen. Auch in dieser Klasse fällt das Schönschreiben mit den übrigen Schreibübungen zusammen. 381 3. und 4. Schuljahr. Die deutsche Schönschrift muß an Festigkeit, Regelmäßigkeit und Gefälligkeit bedeutend zunehmen und die lateinische bis zu einer gewissen Fertigkeit geübt werden. Beide Schuljahre werden kombiniert. Stoff: Wiederholung der deutschen und lateinischen Schreibschrift, der arabischen Ziffern und der Satzzeichen. 5. bis 7. Schuljahr. Die Anforderungen an die Gefälligkeit und Geläufigkeit beider Schriftarten sind möglichst zu steigern. Ein eigener Kalligraphieunterricht wird auf dieser Stufe nicht erteilt. Die einzelnen Buchstaben und Buchstabengruppen werden gelegentlich wiederholt. Behandlung. — Aus allen Stufen muß bei dem Betrieb des Schönschreibunterrichtes auf die richtige Haltung des Körpers, insbesonders der Hand, sowie auf zweckentsprechende Lage der Schiefertafel und des Papiers gehalten werden. Der Lehrer lasse die Buchstaben in genetischer Reihenfolge vor den Augen der Schüler entstehen und gebe die notwendigen Erklärungen über Gestalt, Lage, Höhe, Breite und Entfernung der einzelnen Teile. Diese Vorschrift wird von den Schülern so lange nachgebildet, bis sie eine gewisse Fertigkeit erreicht haben. Jeder Buchstabe wird zuerst allein, dann in Verbindung mit den vorhergehenden, also in Wörtern und endlich in Sätzen geübt. Das Taktschreiben kann bei Wiederholungen in Anwendung kommen. Von besonderer Wichtigkeit für den Erfolg des Schreibunterrichtes ist eine sorgfältige Korrektur des Geschriebenen. Der Lehrer läßt die Schüler ihre Arbeit mit der Vorschrift vergleichen, macht sie auf etwaige Fehler aufmerksam und sucht durch wiederholtes Vorschreiben das Nichtige zu erzielen. So ist der Unterricht zu Beginn der Stunde Klassen-, im Verlauf derselben, Einzelunterricht. Dem Schönschreiben können Vorlagen oder Schönschreibhefte mit eingedruckten Vorschriften zugrunde gelegt werden. Zur Erreichung größerer Sicherheit und Geläufigkeit in der lateinischen Schrift empfiehlt es sich, dieselbe beim Aufgaben-, Aufsatz- und Diktatschreiben abwechselnd mit der deutschen zu gebrauchen. Auf jeder Stuse gilt der Grundsatz: Alles Schreiben sei Schönschreiben. Weibliche Handarbeit. Ziel. — Der Unterricht in den weiblichen Handarbeiten soll die Schülerinnen befähigen, die notwendigsten Wäschegegenstände selbständig und richtig anzufertigen und ihnen eine gewisse Fertigkeit in den unentbehrlichsten Flickarbeiten vermitteln. Er bezweckt, ihren Sinn für Ordnung und Reinlichkeit zu stärken und ihr Schöuheitsgefühl zu bilden, so daß sie Freude an einer gediegenen und nett ausgeführten Arbeit fi