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Arrêté du 6 septembre 1922, portant révision du plan d'études pour les écoles primaires du Grand-Duché. Beschluß vom 6. September 1922, betr. die Revi

953 Mémorial Memorial du des Grand-Duché de Luxembourg. GroßherzogtumsLuxemburg. Samedi, 9 septembre 1922. N° 64. Samstag, 9. September 1922. Arrêté du 6 septembre 1922, portant révision du plan d'études pour les écoles primaires du Grand-Duché. Beschluß vom 6. September 1922, betr. die Revision des Lehrplanes für die Primärschulen des Grotzherzogtums. L E DIRECTEUR GÉNÉRAL DE L'INTÉRIEUR Der General-Direktor des Innern ET DE L'INSTRUCTION PUBLIQUE, und des öffentlichen Unterrichts; Nach Einsicht des Art. 24 des Gesetzes vom Vu l'art. 24 de la loi du 10 août 1912, concernant l'organisation de l'enseignement pri- 10. August 1912, über die Einrichtung des Primaire; marunterrichts ; Arrête: Beschließt: er Art. 1. Der gegenwärtigem Beschluß beifolArt. 1 . A partir de l'année scolaire 1922-1923, le plan d'études faisant annexe au présent gende Lehrplan wird vom Schuljahr 1922-1923 arrêté sera suivi dans les écoles primaires du ab in den Primarschulen des Großherzogtums befolgt. Grand-Duché. Art. 2. Gegenwärtiger Beschluß soll im Art. 2. Le présent arrêté sera inséré au „Memorial" und im „Schulbote" veröffentlicht Mémorial et au Courrier des miles. werden. Luxembourg, le 6 septembre 1922. Le Directeur général de l'intérieur et de l'instruction publique, Jos. Luxemburg, den 6. September 1922. Der General-Direktor des Innern und des öffentlichen Unterrichts, Jos. Bech. BECH. Lehrplan für die Primarschulen des Großherzogtums Luxemburg. Art. 24 des Schulgesetzes vom 10. August 1912 sieht für jede Schulgattung einen Musterlehr' plan vor, worni die Verteilung der Lehrgegenstände auf die verschiedenen Schuljahre, die jedem Unterrichtszweig in den verschiedenen Klassen zugeteilte Stundenzahl, sowie die ausführlichen Programme der einzelnen Fächer geregelt werden. Der vorliegende Lehrplan ist gemäß dieser gesetzlichen Bestimmung ausgearbeitet worden. Er fußt wesentlich auf jenem vom 25. März 1914, an dessen Stelle er vom Schuljahre 1922-1923 ab treten soll. Die Hauptänderungen bezwecken die Anpassung des Primärunterrichts an die neuen wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie die Vereinfachung des aufgegebenen Gedächtnisstosses. 954 Im allgemeinen ist die Wochenstundenzahl im Winterhalbjahr aus 30 herabgesetzt worden, um es zu ermöglichen, den Fortbildungsunterricht tagsüber zu erteilen; im Sommerhalbjahr, wo die Fortbildungskurse nicht stattfinden und überdies die französische Sprache als neues. Lehrfach im zweiten Studienjahr auftritt, beträgt die wöchentliche Stundenzahl 32, wie im mittleren Unterricht. Die erhebliche Vereinfachung der Gedächtnisfächer in Stoff und Lehrverfahren hat es ermöglicht, trotz der Kürzung der Gesamtstundenzahl den Hauptfächern nicht bloß ihre bisherige Bedeutung zu belassen, sondern ihnen in viel entschiedenerem Maße als zuvor eine führende Stellung im Lehrplane zu sichern. Für den Profanunterricht sind als Hauptfächer Französisch, Deutsch und Rechnen zu betrachten; dieser Gesichtspunkt wird für den Lehrer bei der Durcharbeitung des Gesamtstoffes jederzeit maßgebend sein. Der Lehrplan ist in erster Linie für die einklassige Primärschule bestimmt. Diese insbesondere ist gebührendermaßen entlastet worden, um die Unterrichtsergebnisse in den Hauptfächern für sämtliche Schulsysteme voll und ganz zu sichern. — Die mehrklassige Primärschule (zwei- und dreiklassige) hat denselben Unterrichtsstoff nach Maßgabe der geringeren Klassenzahl und der besonderen Verhältnisse im Sinne der bei den einzelnen Fächern gegebenen Winke und in den Grenzen des LehrPlans zu vertiefen und zu erweitern. Die Verteilung des Unterrichtsstoffes innerhalb der einzelnen Stufen bezw. Jahrgänge wird vor Beginn des Schuljahres durch das Lehrpersonal aufgestellt und dem Bezirksinspektor bei seinen Besuchen vorgelegt. Im Interesse der Vereinheitlichung des Unterrichts wird in allen Fächern, wo der Stoff auf mehrere Serien verteilt werden mußte, mit dem Jahre des Inkrafttretens dieses Lehrplanes überall die erste Serie behandelt. Auf diese Weise wird auch ver- mieden, daß Kinder, die im Laufe des Schuljahres die Schule wechseln müssen, zurückgesetzt und im Steigen behindert werden. A. Unterrichtsprinzipien. Der Primärunterricht bezweckt, den Kindern die zum Fortkommen im Lebeil unentbehrlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Zugleich soll derselbe die Entwicklung der geistigen, sittlichen und religiösen Anlagen der Kinder nach Kräften fördern. Der Zweck der Schule wird nur dann erreicht, wenn die Schüler zur Freude am Lernen, zur Selbsttätigkeit und zu möglichst selbständiger Arbeit erzogen werden. Deshalb muß der Lehrer nach Kräften bestrebt sein, einen anschaulichen und anregenden Unterricht zu erteilen und seine Lehrweise den pädagogischen Erfahrungen der Gegenwart, sowie den : geistigen Standpunkt seiner Schüler anzupassen. A n wichtiges Mittel, die Schiller zu selbständigem Denken anzuregen, ist zweifellos die Fragestellung des Lehrers; deshalb soll letzterer nicht müde werden, sich in der Kunst der richtigen Fragestellung immer mehr auszubilden. Neben der Frage verwende der Lehrer häufig andere Unterrichtsmipulse. Er erteile kurze Befehle, mache Einwände, erhebe Zweifel. Durch solches aufgabenstellendes Verfahren kann die Selbsttätigkeit wesentlich erhöht werden. Jedenfalls muß vor dem ausschließlichen Wechsel von Frage und Antwort gewarnt werden, weil dieser trotz des regelmäßigen Fortschreitens des Unterrichts ein selbständiges, zusammenfassendes Verständnis des Lehrstuffs seitens der Kinder allzusehr beeinträchtigt. Letztere müssen vielmehr daran gewöhnt werden, durch sich selbst zu denken und ihre eigenen Gedanken ohne Scheu zum Ausdruck zu bringen, sowie gegebenenfalls dem Lehrer über unklare und mangelhaft erfaßte Punkte, Fragen zu stellen. 955 Den Schillern muß ferner möglichst oft und B. — Unterrichisgegenftände. in allen Unterrichtsfächern die Gelegenheit Folgende Lehrfächer sind gemäß Art. 23 des geboten werden, sich in zusammenhängender Rede anzudrücken. Nichts ist der persönlichen Gesetzes vom 10. August 1912 für unsere PrimärMitarbeit des Kindes förderlicher; auch lehrt die schulen obligatorisch: Erfahrung, daß durch fortgesetzte Übung in der 1. Religion und Moral; 2. Deutsche Sprache; zusammenhängenden freien mündlichen Darstellung die günstigsten Ergebnisse für den Auf- 3. Französische Sprache ; 4. Rechnen; satzttuterricht erzielt werden. 5. Anfangsgründe der Naturwissenschaften; Recht oft mögen die Lehrpersonen die Kinder 6. Anfangsgründe der Landesgeschichte und aller Schulstufen dazu anhalten, die beobachteLuxemburgisch; ten und besprochenen Gegenstände zeichnerisch 7. Anfangsgründe der Geographie; wiederzugeben. Für Schüler und Lehrer bilden 8. Zeichnen; diese Versuche, abgesehen von dem übrigen Nutzen, 9. Gesang; den sie bieten, ein ausgezeichnetes Mittel, sich 10. Turnen und Schulspiele ; Rechenschaft über den Grad der Erfassung des Für die Mädchenschulen kommen hinzu : durchgenommenen Lehrstoffs zu geben. Reichen 11. Handarbeit und Stoff zu solchen Skizzen bieten der erste An12. Anfangsgründe der Haushaltungskunde. schauungsunterricht, die Naturkunde, die LeseAußerdem steht es dem Gemeinderat mit Gestücke usw. Sehr anregend und lehrreich ist auch nehmigung der Negierung frei, unter besonderer das Formen in Ton oder Plastilin, womit in Berücksichtigung der örtlichen Bedürfnisse, noch günstigen Verhältnissen Versuche unternommen andere Lehrfächer in dieses Programm aufzuwerden können. nehmen. Neben den, unterrichtlichen Maßnahmen, die Religionsunterricht.*) der Darbietung und Aneignung des Lehrstoffes dienen, dürfen aber jene nicht außer acht gelassen werden, die die Verknüpfung und Befestigung I. — Ziel des religiösen Unterrichtes. des erworbenen Wissens bezwecken. Darum Der katholische R.-U. soll die Kinder durch hat die Schule für regelmäßige Wiederholungen Lehre und Übung heranbilden, daß sie mit Überdes behandelten Stoffes auf allen Stufen und zeugung die Wahrheiten der hl. Religion glauben Jahrgängen in ausreichender Weise Sorge zu und durch Gewöhnung ihre Gebote gewissenhaft tragen. erfüllen lernen. Der Katechet muß also Lehrer Die Schule soll in ihrem ganzen Betrieb und und Erzieher der Kinder sein; er bietet, ihrem mit allen ihren Einrichtungen, Tag für Tag, den Verstände angepaßt, die Lehren der Kirche dar, Eindruck gewissenhafter Ordnung auf den Schiller erwärmt ihre Herzen zu freudiger Annahme dermachen und so dessen Ordnungssinn fördern. selben, und durch allmähliche Betätigung eines Pünktlichkeit in allen Dingen muß das gesamte christlichen Lebenswandels macht er ihren Willen Schulleben auszeichnen. Nur wenn das Kind *) Le programme du cours d'instruction relitäglich au Pünktlichkeit gewöhnt wird, kann ihm gieuse et morale a été arrêté d'accord avec le diese als unverlierbares Eigentum für sein ganzes chef du culte, conformément à l'art. 24 de la loi scolaire. Leben verbleiben. 956 geneigt zu allem Guten. Der Erfolg des R.-U. zeigt sich daher in der angemessenen Kenntnis der christlichen Glaubens Wahrheiten, besonders aber in dem sittlichen Betragen und der erleuchteten Frömmigkeit der Schulkinder. II. — Lehrstoff und Behandlung. Unsere Schulen sind nach der geistigen Entwickelung des Kindes in drei Abteilungen, Stufen oder Grade genannt, eingeteilt. Auf der Unterstufe soll das Kind mit den religiösen Wahrheiten, Tatsachen und Pflichten in anschaulicher, aber zwangloser Weise bekannt werden ; auf der Mittelstufe werden diese Lehren als ein zusammenhängendes Ganzes, als ein einheitliches System durch den Katechismus und die Bibl. Geschichte dem Kinde dargeboten ; auf der Oberstufe werden dem erstarkten Verstande diese nämlichen Lehren in ihrer Begründung näher erschlossen, so die gläubige Überzeugung gefestigt und der junge Christ für das praktische Leben ausgerüstet. A. Die Unterstufe. (3. Grad). (1. u. 2. Schuljahr). 1. Von überlegtem Denken geht hier nochkaum die Rede, Sinnes- und Phantasietätigkeit bilden die eigentliche Beschäftigung der jungen Seele. Dementsprechend muß der Katechet seinen Unterricht gestalten. Im Mittelpunkte stehen daher Sachen, Tatsachen, Handlungen. Da bietet die bibl. Geschichte mit ihren ergreifenden Erzählungen das unerreicht schöne Unterrichtsbuch der Kinderwelt; bibl. Unterricht ist daher auf der untersten Stufe Führer in der Belehrung, Wegweiser in der Auffindung der Wahrheiten; er ist der Vorläufer und Wegebahner des spätern Katechismus-Unterrichtes. 2. Die Erschaffung aller Wesen durch Gott, die Geschichte der ersten Menschen, die Jugendgeschichte Josefs; Geburt, Jugendgerichte und kurzer Abriß des Lebens Jesu sind dem Kinde zu erzählen und tunlichst den kirchlichen Festzeiten und Festtagen anzugliedern. Damit werden verwoben die Hauptwahrheiten über Gott und seine Vollkommenheiten, den Schutzengel, die unsterbliche Seele des Menschen und ihre Bestimmung, den Sündenfall ; über Jesum, den Sohn Gottes und unsern Erlöser, über die Taufe, die Buße, die hl. Messe, die zehn Gebote Gottes usw. Damit hält gleichen Schritt das Erlernen und Üben der gewöhnliche Gebete: Kreuzzeichen, Vater unser, Englischer Gruß, Glaubensbekenntnis usw.; im zweiten Jahre der Engel des Herrn, Glaube, Hoffnung und Liebe, die Geheimnisse des Rosenkranzes, die sechs Hanptstücke, das Morgengebet : O Gott, du hast in dieser Nacht ; das Abendgebet: Vater, bester Vater du, usw. Die Gebete werden stückweise erlernt, durch langsames, deutliches Vorsprechen, durch gemeinsames und vereinzeltes Nachsprechen und öfters Wiederholen. Neben den Gebeten sind nach Möglichkeit religiöse Lieder einzuüben, die mit der Zeit auch als Gebet, besonders am Schluß der Kinderlehre, gebraucht werden. 3. Ferner sind den Kindern Erklärungen zu geben über die wichtigsten religiösen Gegenstände, z. B. Kreuz, Bilder Christi und der Heiligen, Weihwasser, Medaillen; dann über Gotteshaus und hier über Altar, Tabernakel, Einiges Licht, Kommunionbank, Kanzel, Taufstein, Beichtstuhl; dann folgt Gewöhnen an schönes Händefalten, Kniebeugung, ruhiges Beharren an einem Platz. Zu diesem Zweck ist es angezeigt, die Kinder gemeinsam in die Kirche zu führen, ihnen in frommer Stimmung die hl. Gegenstände zu zeigen und eine passende Haltung anzulernen. 4. Die bibl. Erzählungen werden zuerst von dem Katecheten in einfacher und anschaulicher Sprache, — anfänglich in Luxemburger Platt — in lebenswahrer, dramatischer und umstand — licher Form ganz vorerzählt, dann abschnittweise wiederholt und so von einzelnen Kindern nachgespruchen, zuerst von den begabtesten, dann den mittel- 957 mäßigen, aber auch den rückständigen; anschließend daran werden unbekannte Ausdrücke und fremde Begriffe erklärt, durch kurze Fragen die Erzählung mit den Kindern gleichsam b e s p r o c h e n und so Einsicht gewonnen, ob und wieweit sie verstanden haben. Sind die einzelnen Abschnitte so durchgenommen und steht eingutes Bild zur Verfügung, so wird dasselbe jetzt — nichteher — vorgezeigt, erklärt, betrachtet und daran die ganze Erzählung kurz wiederholt und eingeprägt. 5. Ist das Kind von dem Inhalt der biblischen Begebenheit durchdrungen ist seine Phantasie davon erfüllt, sein Gemüt angeregt und ergriffen, dann streut der Katechet mit einigen Worten in das vorbereitete Erdreich den guten Samen der Belehrung und Ermahnung und sammelt gleich die Frucht eines gutes Vorsatzes. Diesen prägt er in ein Sprichwort, einen Reimspruch, ein Lehrwort Jesu oder in eine Katechismusantwort und läßt langsam von der ganzen Klasse den Satz einige Male wiederholen. I m ersten Schuljahr haben die Kinder noch kein Lernbuch; es wird ihnen also nichts zum häuslichen Memorieren aufgegeben. Bei vorgeschrittenen Schülern des zweiten Jahres darf dies wohl geschehen. Die Lektion wird aber in der folgenden Stunde abgehört, Vergessenem oder Unverstandenem nachgeholfen. Man durchhaste nichts; zwei, drei Stunden können auf eine größere Erzählung verwandt werden. Der erfahrene Overberg schreibt: Überhäuft die Kinder mit Erzählungen nicht. Es ist besser, wenn sie zehn lernen und behalten, als wenn sie hundert hören und wieder vergessen. Wiederholungen sind bei allen Kindern notwendig, sie sollen nach jedem größern Abschnitte stattfinden; beim Untergrad, zumal im ersten Jahr, müssen sie besonders häufig sein. Die umständliche Ausmalung, der biblischen Erzählung. 6. Die etwas karge und summarische Erzählung der Tatsachen wie sie meistens die bibl. Geschichte bietet, gewährt dem Kinde nicht genügende Befriedigung. Seine lebhafte Phantasietätigkeit liebt es, die einzelnen Vorgänge der Geschehnisse, die Worte und Handlungen, selbst die seelischen Stimmungen der austretenden Personen neuerstehen und vor seinem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen. Hilft ihm der Katechet dabei, läßt er durch seine reiche und ausmalende Schilderung die Ereignisse wie ein packendes Drama vor der Kinderseele vorüberziehen, so kann er der gespanntesten Aufmerksamkeit und Ruhe seiner sonst quecksilberigen Zuhörer sicher sein. Nur lauert da eine große Gefahr. Gar leicht wird die Wahrheit der geschichtlichen Tatsachen angetastet, aus der Nebensache wird Hauptsache, die Freude an der Unterhaltung überwuchert, Erbauung und Belehrung treten zurück, und das literarische Interesse verdrängt jedes andere. Tatsächlich hat eine in jüngster Zeit gepflegte, besonders im deutschen Protestantismus beliebte Behandlung der Bibl. Geschichte sich mancher Auswüchse und Verirrungen schuldig gemacht unter dem Vorgeben kindlichster Modernisierung der Bibel. B. Die Mittelstufe. (2. Grad.) (3. u. 4. Schuljahr.) Der Katechismus. 1. Auf der Unterstufe wurden die Kinder mit den Hauptwahrheiten der kath. Religion bekannt gemacht. Mit dem Wachsen der Einsicht soll diese Kenntnis sich steigern, was der Katechet zu verwirklichen sucht durch Vertiefung und konzentrische Erweiterung des Lehrstoffes; gleichen Schritt damit soll halten ein gebetsinnigeres und werktätigeres Christenleben. Als Unterrichtsmittel nimmt jetzt der Katechismus die Führung. Er ist in vier konzentrisch sich erweiternde Kreise eingeteilt, von denen zwei auf die Unterstufen kommen, je einer auf ein Jahr. Der erste Kreis umfaßt 106 Fragen und ist für das dritte Jahr bestimmt; der zweite mit den vorigen Fragen und 116 neuen fällt dem vierten zu; so kommen 958 auf jede Lektion für das dritte Jahr ungefähr zwei, und vier für das vierte Jahr. 2. Bezüglich der Methode oder des Lehrverfahrens beim Unterricht ist der Katechet frei. Bekanntlich gibt es heute zwei Hauptmethoden, nach denen sich die Theoretiker teilen : 1. die textenwickelnde, auch synthetische, genetische oder Münchener Methode genannt (Hauptvertreter Stieglitz, gewesener Stadtpfarrer in München); 2. die texterklärende, auch analytische, exegetische Methode genannt. Der Katechet möge die wählen, die seinem Amt und der Geistesbeschaffenheit des Kindes am meisten entspricht ; persönlicher Geschmack und erfolgreiche Eingewöhnung dürfen auch in die Wagschale fallen. Die Bibl. Geschichte. 3. Im dritten Schuljahr wird das Alte, im vierten das Neue Testament behandelt; die dazu bestimmten Bibelstücke stehen im beigeschlossenen Verzeichnis. — Nach kurzer Angabe des Zusammenhanges mit dem Vorhergehenden wird die Bibl. Geschichte frei, anschaulich und eindrucksvoll erzählt, wobei die umständliche Ausmalung noch zur Geltung kommt, aber weniger reich und detailliert sein mag als auf der Unterstufe; dann folgt die kürzere Wiederholung des einzelnen Abschnittes durch den Katecheten selbst mit anschließender Wort-, Satz- und Sacherklärung; diese soll nicht zerpflückend, kleinlich und ermüdend sein; was von den Kindern selbst herausgeholt werden kann, gebe nicht der Katechet, sondern gewinne es durch geschickte Fragen. Der Abschnitt wird dann durch einen oder zwei Schüler nacherzählt. Ist das Bibelstück klein, folgt gleich Auslegung und Nutzanwendung, andernfalls werden sie auf die folgende Stunde verschoben. Die Auslegung bezweckt, die etwaige vorbildliche Bedeutung zu markieren, die Glaubensund Sittenlehren aus der Lektion zu gewinnen und in die entsprechende Katechismusfrage zu prägen. Die Nutzanwendung sei kurz, praktisch zugeschnitten auf das Kind, die Übung einer be- stimmten Tugend, das Meiden eines bestimmten Fehlers erzielend. 4. Von den Kindern muß wohl verlangt werden, daß sie das Bibelstück auswendig lernen und möglichst wörtlich wiedergeben. Die sprachliche Unfertigkeit und die geistige Unbeholfenheit des Kindes sind noch zu groß, als daß es vom Wortlaute des Buches bei der Wiedergabe absehen könnte. Wird bloß Inhaltsangabe gefordert, so geben sich die Kinder allzuleicht nach flüchtiger Überlufung des Lernstoffes der Selbsltäschung hin, sie hätten dieselbe inne, da sie oben unfähig sind, darüber sich Rechenschaft zu geben und Selbstkontrolle,zn üben, fremde aber durchschnittlich fehlt. 5. Ist der Mittelgrad mit dem Obergrad in einem Schullokal vereinigt, sollen den Schillern des ersten von schwierigen Lektionen nur die wichtigen und leichten Abschnitte auferlegt werden. Bei der Reichhaltigkeit unserer Schuster-Bibel sei es dem Ermessen des Katecheten anheirngestellt, aus einem weniger lehrreichen Bibelstück eine Auswahl von kurzen Abschnitten der genauen Einprägung zu überweisen und den Rost kursorisch zu behandeln. Es werden behandelt: Aus dem Alten Testament. 1. Die Erschaffung der Welt. 2. Die Erschaffung und der Fall der Engel, 3. Die, Erschaffung des Menschen. Das Paradies. 4. Der Sündenfall. Die Verheißung des Erlösers 5. Kain und Abel. 6. Vermehrung und Verschlimmerung der Menschen. 7. Die Sintflut. 8. Noe geht aus der Arche und opfert. 9. Die Söhne Noes. Sein Tod. 10. Der Turmbau zu Babel. Abgötterei 11. Die Berufung Abrahams. 13 Abrahams Glaube und Gastfreundschaft. 14. Die Zerstörung Sodomas und Gomorrhas. 15. Isaaks Geburt und Aufopferung. 20 — 28. Geschichte Josefs. 31. Moses Geburt. 32. Moses Flucht und Berufung (Abs. 1. und 2.) 34. Das Osterlamm und der Auszug aus Ägypten. 35. Der Durchgang durch das rote 959 Meer. 36. Die Wunder in der Wüste. 37. Gott dem Katecheten überlassen. Die textentwickelnde verkündet die zehn Gebote. 43. Die Kundschafter. leistet noch vortreffliche Dienste; doch ist auch 45. Moses und Aarons Zweifel. Die eherne die exegetische am Platz, die das Hauptgewicht Schlange. 53. Heli und Samuel. 56. Davids auf die direktere Erklärung der Fragen legt. DaKampf mit dem Niesen Goliath. 60. Absaloms bei soll jedoch nicht mechanisch Frage nach Frage Empörung und Strafe. 62. Salomons Gebet und erörtert, sondern der zu behandelnde Stoff den weises Urteil. 84. Die Jünglinge im Feuerofen. Schülern im Anfang der Lektion durch eine übersichtliche Entwicklung, am Schluß durch ein Im ganzen 36 Nummern. Aus dem Neuen Testa ment. 1.—9. zusammenraffendes Erfassen als ein homogenes Ankunft und verborgenes Leben Jesu. 11. Jesus Ganze dargeboten werden. Die Geisteskraft wird von Johannes getauft. 14. Die Hochzeit der Kinder ist gewachsen, das Denken nicht mehr zu Kana. 19. Jesus lehrt und heilt Kranke. 20. so vollends der Phantasietätigkeit unterworfen. Der reiche Fischfang. 25. Die Erweckung des Erzählung und Beispiel sind sehr nützlich ja Jünglings von Naim. 30. Der Sturm auf dem notwendig, beherrschen aber nicht mehr den LehrMeere. 34. Jesus vermehrt Brote. 36. Verhei- vortrag. Beweis und Begründung der Lehrßung der hl. Sakramentes. 38. Bekenntnis und sätze und Motivierung der sittlichen Forderungen Vorrang des Petrus. 39. Die Verklärung Jesu. treten mehr in den Vordergrund. Dem Kind 41. Jesus lehrt seine Jünger beten. (1. Teil). kann gezeigt werden, wie die christlichen Lehren 43. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. ineinandergreifen, auseinanderfolgen; wie erho51. Das Gleichnis von dem reichen Manne und bene Vorwürfe zu, widerlegen, Vorurteile zu dem armen Lazarus. 68. Das letzte Gericht. 70. berichtigen, falsche Lebensgrundsätze zu verwerfen Die Einsetzung des hl. Sakramentes. 73 — 77, sind. Katechismus und Bibel sollen auch hier 79, 80, 81,82,83. Das Leiden Jesu. 84., Die Auf- Hand in Hand gehen, ohne ihre Selbständigkeit erstehung Jesu. 88. Jesus zeigt dem Thomas die einzubüßen. Das ganze Lehrverfahren soll konWundmale. 90. Jesus überträgt den Aposteln kret, anschaulich, ohne jeden wissenschaftlichen seine Gewalten. 91. Die .Himmelfahrt Jesu. 93. Aufputz und Belastung sein. Die praktische Anwendung greift ins wirkDie Ansgießung des hl. Geistes. liche Leben der Kinder ein, schaut aber auch schon Im ganzen 39 Nummern. ins spätere Leben hinüber, deckt Gefahren auf, C. Die Oberstufe. (1. Grad). die sicher kommen, schildert Strafen der Sünde 5., 6. und. 7. Schilljahr.) und Verirrung und macht bekannt mit dem kirchlichen Leben. Der Katechismus. 1. Für die drei Jahrgänge der Oberstufe, kommt Die Biblische Geschichte. der große Katechismus in Gebrauch. Die Kinder 3. Im fünften Schuljahr wird das Alte, im des fünften Schuljahres lernen die unbesternten sechsten das Neue Testament behandelt. Ist das Fragen ; es entfallen auf jede Stunde 4—5 Fra- siebente Schuljahr für sich allein in einer Klasse, gen, von. denen 1 — 2 neue sind, da die andern auf befolgt es einen besonderen Lehrplan. Befinden der Mittelstufe behandelt wurden. Die beiden sich die Kinder der Oberstufe mit der Mittelstufe, letzten Jahrgänge nehmen die besternten Fragen oder gar noch mit dem Untergrad in einer einhinzu, was für jede Stunde 5—6 Fragen aus- klassigen Schule vereint zusammen, wie dies macht, von denen also durchschnittlich nur eine meistens auf dem Lande der Fall ist, so müssen der unbekannt ist. Einheitlichkeit des Unterrichtsbetriebes wegen 2. Die zu befolgende Methode ist auch hier 960 die von den untern Jahrgängen zu behandelnden Bibelstücke eingehend auch von den altern Schülern durchgenommen werden. Im andern Falle jedoch dürfen die leichtern und bekanntem Lektionen aus den vorigen Jahren von der Oberstufe summarisch bearbeitet werden. 4. Bei kursorisch erledigten Paragraphen ist das Vorlesen mit Einschaltung der nötigen Erklärungen gestattet, sonst ist das freie Vorerzählen notwendig, da es das Interesse der Kinder reger spannt, ihre Aufmerksamkeit wacher hält, Gemüt und Phantasie stärker ergreift und dem Gedächnis sich tiefer einprägt als das Vorlesen. Die umständliche Ausmalung soll hier nüchterner sein, an ihre Stelle tritt die psychologische Vertiefung. Diese wird ein Hineinschauen in das Seelenleben der biblischen Personen bieten, ein Miterleben der sich drängenden und bekämpfenden Gedanken, Gefühle, Absichten gestatten; so ermöglicht sie ein Verstehen der erfolgten Entschlüsse und gestattet ein Urteil zu fällen über Schuld und Verdienst der handelnden Personen. Dadurch wird die Bibelstunde zur Schule des Lebens und der Menschenkenntnis. 5. Die Erklärung darf auch hier nicht überwuchern und wissenschaftlich werden; sie mag aber kurze Einzelheiten geben über Gebräuche und Sitten des Orients und speziell des israelitischen Volkes; über naturkundliche Merkwürdigkeiten, über die Geographie der biblischen Ereignisse, wobei die Karte am Schlüsse des Buches zu gebrauchen ist. Diese Erklärungen dürfen auch der Erzählung vorausgeschickt werden. 6. Die Auslegung kann etwas tiefer schürfen zum Auffinden der reliösen Wahrheiten, der Lebensweisheit, des Heilsplanes Gottes, wie er sich aus den einzelnen Lektionen und ihrem Zusammenhang ergibt. Doch soll man ja nicht alles herauspressen noch wähnen, alle Angaben eines dicken Kommentars seien gewissenhaft bis zum letzten anzubringen. Die Nutzanwendung sei ebenfalls bündig, aber praktisch ; sie schaue auch ins spätere Leben der Kinder und in die heutige Menschheit. Manche Praktiker verlegen Auslegung und Nutzanwendung in den Anfang der folgenden Stunden nach dem Abfragen des memorierten Lernstoffs. Es ist ratsam, nach dem Grundsatz zu handeln : Schmiede das Eisen, wenn es warm ist, und sie direkt an das erzählte und erklärte Bibelstück anzuschließen, wenn das Gemüt des Kindes durch die frische Einwirkung der im Geiste geschauten Begebenheiten noch empfänglicher ist, was nach einigen Tagen nicht mehr so der Fall sein wird. Es werden behandelt: Aus dem Alten Testament. 12. Abrahams Friedfertigkeit. Das Opfer Melchiseldechs. 17. Esau und Jakob. 18. Jakob flieht zu Laban. 19. Jakobs Heimkehr. 29. Jakobs und Josephs Tod. 30. Der geduldige Job. 32. Moses Flucht und Berufung. 33. Die zehn Plagen. 38. Das goldene Kalb. 39. Das heilige Zelt. 41. Die Opfer des alten Bundes. 42. Die Feste und die heiligen Zeiten. 44. Ein Gotteslästerer. 47. Moses letzte Ermahnung und Tod. 48. Der Einzug in das gelobte Land. 51. Samson. 54. Saul, der erste König. 55. David wird zum Könige gesalbt. 57. Davids Großmut. Sauls Ende. 58. David, der fromme König. 65. Teilung des Reiches. 66. Elias. 67. Das Opfer dos Elias. 70. Elisaus. 71. Jonas. 72. Untergang des Reiches Israel. 73. Tobias. 75. Tobias und der Engel Raphael. 77. Isaias. 79. Untergang des Reiches Juda. Jeremias. 81. Der junge Daniel und seine Freunde. 84. Die drei Jünglinge im Feuerofen. 85. Valtasars Frevel und Strafe. 86. Daniel in der Läwengrube. 88. Rückkehr (kursorisch). 90. Eleazar. 91. Die makkabäischen Brüder. 92. Der Tod des Königs Antiochus. M. Judas der Makkabäer. 94. Die Fülle der Zeit. Im ganzen 41 Nummern. Aus dem Neuen Testament. 10. Johannes, der Vorläufer Jesu. 12. Jesus wird 961 vom Teufel versucht. 13. Die ersten Jünger Jesu. 15. Jesus reinigt den Tempel. 16. Nikodemus bei Jesus. 22. Die Wahl der Apostel. 23. Die Bergpredigt. 24. Der Knecht des Hauptmanns. 26. Die Büßerin Madgalena. 29. Die Seepredigt, Das Gleichnis vom Sämann, vom Unkraut unter dem Weizen. 31. Die Tochter des Jairus und das kranke Weib. 33. Enthanptung Johannes des Täufers. 40. Jesus warnt vor Ärgernis. 41. Jesus ermahnt zum beharrlichen und gemeinsamen Gebet. 42. Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht. 44. Martha und Maria. 48. Jesus der gute Hirt. 49. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. 52. Das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner. 58. Die Auferweckung des Lazarus. 59. Jesus weissagt sein Leiden. 60. Der feierliche Einzug Jesu in Jerusalem. 64. Das größte Gebot. 65. Die Weissagung vom Ende der Welt (kursorisch). 69. Die Fußwaschung. 71. Jesus sagt den Verrat des Judas, die Flucht der Apostel und die Verleugnung Petri voraus. 78. Jesus vor Pilatus und Herodes. 85. Jesus erscheint der Magdalena. 86. Jesus und die Jünger von Emmaus. 87. Jesus erscheint den Jüngern. 89. Jesus überträgt dem Petrus das oberste Hirtenamt. 92. Die Wahl des Apostels Matthias. 94. Die Heilung des Lahmgeborenen. 95. Das heilige Leben der ersten Christen. Ananias und Taphira. 96. Die Apostel vor dem hohen Rat. 97. Stephanns, der erste Martyrer. 98. Verfolgung und Ausbreitung der Kirche. Die hl. Firmung. 100. Die Bekehrung des Saulus. 103. Petrus im Gefängnis. Im ganzen 39 Nummern. Deutsche Sprache. Der deutsche Sprachunterricht soll die Schüler befähigen, das durch Wort und Schrift in deutscher Sprache Ausgedruckte, soweit dessen Inhalt ihrem Gedankenkreise entspricht, zu verstehen ( S p r a c h v e r s t ä n d n i s ) und sich in dieser Sprache mündlich und schriftlich mit möglichst großer Selbständigkeit auszudrücken ( S p r a c h - fertigkeit). Zugleich soll er auf Gemüt und Willen anregend und bildend einwirken und mit Hilfe des im Lesebuch enthaltenen Stoffes dem Kinde praktische Kenntnisse für das spätere Leben beibringen. Alle Unterrichtsfächer müssen in den Dienst der Sprachpflege gestellt werden. Neu auftretende Wörter und Wendungen sind in sämtlichen Fächern durch Veranschaulichimg ihres Begriffsinhaltes dem Verständnis zu erschließen. Zur Förderung der Sprachfertigkeit sind die Schüler möglichst früh anzuhalten, auf die Fragen des Lehrers in ganzen Sätzen zu antworten. Eine ausgezeichnete Übung besteht für alle Stufen in der zusammenhängenden freien mündlichen Wiedergabe der behandelten Lehrstoffe. Der deutsche Sprachunterricht umfaßt : 1. Anschauungsunterricht ; 2. Leseübungen und die Behandlung der Lesestücke, auch in luxemburgischer Mundart; 3. Orthographische und grammatische Übungen ; 4. Sprech- und Aufsatzübungen. 1. Anschauungsunterricht. Ziel. — Der Anschauungsunterricht soll die Kinder in den Schulunterricht einführen, die Beobachtungsgabe wecken und die Sinne schärfen, die vorhandenen Anschauungen berichtigen, ordnen und erweitern und die Kinder zum sprachrichtigen Ausdruck der Gedanken anleiten und befähigen. In der Regel sind die beiden ersten Schuljahre für diesen Unterricht vereint. Wenn die Verhältnisse es wünschenswert erscheinen lassen, wie z. B. in mehrklassigen Schulen, kann auch eine Trennung eintreten. Stoff. — Der Anschauungsunterricht nimmt seinen Stoff aus der nächsten Umgebung des Kindes. Zur Besprechung gelangen folgende Gruppen : 1. Die Schule; 2. Die Wohnung; 3. Die Familie; 64a 962 4. Der menschliche Körper; 5. Nahrung und ten und sich über das Angeschante richtig auszuKleidung; 6. Die Haustiere; 7. Der Wohnort drücken. Die Schüler müssen in der Regel mehr (Kirche und Kirchhof); 8. Die nächste Umgebung sprechen als der Lehrer, der den Gang des Unterdes Wohnortes: Garten, Wiese, Feld und Wald. richts nur zu leiten hat. Die Antworten werden Die Jahreszeiten, wichtige Ereignisse aus dem in vollständigen Sätzen langsam, deutlich, laut Menschen- und Naturleben, gute Bilder, Mär- und lautrichtig gegeben. Mangelhafte Antworchen und Erzählungen werden zu geeigneter Zeit ten werden verbessert und in der richtigen Fasbehandelt und mit den andern Gruppen ver- sung wiederholt. Einzelne Sätze von besonderer flochten. Als Märchen sind zur Auswahl em- Bedeutung werden durch wiederholtes Chorpfohlen : Der Wolf und die sieben jungen Geiß- und Einzrlsprechen eingeprägt. Die Überleilein, Rotkäppchen, Fundevogel, Frau Holle, tung aus der Mundart ins Hochdeutsche muß sich Hähnchen und Hühnchen, Der Wolf und der allmählich vollziehen. Sind beide Schuljahre der UnterFuchs, Die Bremer Stadtmusikanten, Schneeweißchen und Rosenrot, Der süße Brei, Der stufekombiniert, so ist der Unterricht so zu erteilen, daß er für jede der beiden AbteiArme und der Reiche. In den mehrklassigen Schulen wer- lungen fesselnd und bildend ist. An die Anfänden die einzelnen Stoffgruppen eingehender ger werden die leichteren Fragen gerichtet, die behandelt. Stets sind interessante Ausschnitte Schiller des zweiten Schuljahres hingegen beantaus dem Erfahrungsgebiete des Kindes vorzu- worten die schwierigeren Fragen. Auch fassen führen. Diese ermöglichen, das Bezeichnende letztere den Inhalt der einzelnen Abschnitte sowie jeder Gruppe hervorzuheben und die Ortsver- der ganzen Besprechung in kurzen kindlichen hältnisse besser zu berücksichtigen. In mehrklassi- Sätzen zusammen und schreiben nach Erörtegen Schulen muß auch dem malenden Zeichnen rung der Schreibweise einige Sätze aus den Untergrößere Sorgfalt gewidmet werden und sind richtscrgebnissrn auf. einfache Versuche im Formen der besprochenen Zur Pflege und Förderung der bildlichen Gegenstände erwünscht. Darstellungskraft soll den Schülern Behandlung. — Die Gegenstände werden, beider Abteilungen häufig Gelegenheit geboten wo möglich, in Wirklichkeit vorge- werden, sich im malenden Zeichnen zu üben z e i g t . Wo das nicht ratsam oder nicht timlich oder die Wandtafelskizzen des Lehrers nachzuist, treten Modelle, Abbildungen, farbige Kreide- bilden. In günstigen Verhältnissen, namentlich zeichnungen, sowie die auf Schulspaziergängen in geteilten Schulen, können sie auch im Formen oder durch Beobachtungsaufgaben gewonnenen der besprochenen Gegenstände oder einzelner Vorstellungen an die Stelle. Bei manchen Teile unterwiesen werden. Stoffen sind wohlvorbereitete Schulausgänge Damit bei dem beschreibenden Anschauungsunentbehrlich. Bei der Besprechung von Grup- Unterricht die Gomütsbildungder Kinpen, die ein Stück wirklichen Lebens vorführen, der nicht zu kurz komme, müssen Erzählungen, sowie bei Wiederholungen können die in den Märchen, Fabeln, Gedichte, Lieder, Rätsel, Schulen vorhandenen Anschauungsbilder mit Sprüche und Sprichwörter an geeigneter Stolle Erfolg benutzt werden. eingeflochten werden. Ratsam ist es auch, den Der Unterricht wird in F o r m e i n e r f r e i e n Anschaumlgsunterricht durch den in der zweiten Unterredung erteilt. Durch geschickte Fra- Fibel gebotenen Lesestoff zu unterstützen und gen veranlaßt der Lehrer die Kinder zu beobach- zu beleben. 963 Bekanntlich bringt das Kind der bloßen Beschreibung des ruhenden Gegenstandes nur geringe Teilnahme entgegen, wahrend die Levensäußerungen des Anschauungsobjektes, und bei leblosen Dingen, die Erfahrung des Kindes mit ihnen seine ganze Teilnahme gefangen halten. Es soll die Beschreibung darum auch, wo es nur angeht, in ein Geschehen, ein Erlebnis, eine Erzählung umgewandelt werden. Überhaupt soll der Anschauungsunterricht wie jeder andere Unterricht das s c h a f f e n d e Lernen in den Mittelpunkt stellen. Die sittliche Belehrung, die man an einzelne Lektionen anknüpft, muß sich ganz natürlich aus der Besprechung ergeben und in einzelnen Kernsätzen zum Ausdruck gelangen. Dem gemessenen, stetigen Fortschreiten der Anschauungsübungen müssen sich in gewissen Zwischenräumen Wiederholungen anschließen. Während anfangs die Antworten in der einfachsten Form erfolgten, sucht der Lehrer hier durch seine Fragestellung mehr Wechsel und Zusammenhang in die Ansdrucksweise des Kindes zu bringen, damit dessen Sprachgefühl durch die richtige Anwendung der hochdeutschen Sprachformen allmählich geläutert und weitergebildet worden. 2. Lesen und Behandlung der Lesestücke. Nichtiges, sinngemäßes, gefälliges Lesen und Sprechen, gründliches Verständnis des Lesestoffes ist das Ziel, das hier erreicht werden soll. l. Schuljahr. Schreiblesen.

  1. a)Ziel des Schreibens. — Sicheres Schreiben der Lautlichen des deutschen Klein- und Großalphabets. Nichtiges Abschreiben aus der Fibel. Übungen im Schreiben von leichten, bekannten Wörtern und Sätzchen nach Diktat. Es werden nur solche Wörter und Sätze geschrieben, deren Aussprache und Schreibung genau übereinstimmen.
  2. b)Ziel des Lesens. — Nichtiges Lautieren und Lesen der Schreib- und Druckschrift der ersten Fibel. Anstreben des Lesens mit richtiger Betonung der Haupt- und Nebensilben. Beobachtung der Satzzeichen. Stoff und Behandlung. A. Vorübungen. 1. Vorübungen zum Schreiben zwecks Schulung von Auge und Hand und zwar:
  3. a)Mündliche : Haltung des Körpers, Läge der Tafel, Arm- und Handstellung, Griffelhaltung, Hervornehmen und Weglegen des Schreibmaterials. Die Ausdrücke: oben, unten, rechts, links, mitten, rechtsoben usw., senkrecht, wagerecht, gerade, schief, gebogen, krumm, dick, dünn, Ausund Abstrich, Haar- und Grundstrich werden den Kindern auf anschauliche Weise zum Verständnis gebracht.
  4. b)Schriftliche : Nach diesen Merkmalen werden zunächst Punkte, Striche, wage- und senkrechte, schiefe und gebogene Linien, Haarund Grundstriche geübt, die sodann zu kleinen Figuren wie Stock, Kreuz, Peitsche, Tisch, Bank, Stuhl, Leiter, Fenster, Seil, Säge, Reif, Ball, Sonne, Ei usw. zusammengesetzt werden. 2. Vorübungen zum Lesen zwecks Schulung von Gehör und Sprach Werkzeugen und zwar :
  5. a)Kopfanalyse : Auflösen einfacher Sätze in Wörter, der Wörter in Silben, der Silben m Laute. Von Anfang an soll der Lehrer die etwa in der Mundart wurzelnde, falsche Aussprache einzelner Laute zu bekämpfen suchen.
  6. b)Kopfsynthese : Anleitung, die einzelnen Laute zu Silben, die Silben zu Wörtern zusammenzufassen. Die Schreib- und Lesevorübungen werden vom ersten Schultag an nebeneinander betrieben und dauern in der Regel 4 Wochen. Die Übungen im Auflösen und Zusammenfassen werden abwechselnd und in inniger Verbindung nebenein- 964 ander betrieben. Es ist zunächst hinreichend, wenn die Kinder sie mit den leichter aussprechbaren Dauerlauten ausführen können. Erst daraufhin lernen sie die ersten Schriftzeichen kennen und die ersten Wörter schreiben und lesen. Weitere Übungen dieser Art treten auf, wenn ein neuer Laut eingeführt wird, also nach dem Gange der Fibel. B. Eigentliches Schreib lesen. Einüben der kleinen Buchstaben nach der Fibel. Verbindung zu Silben, Wörtern und Sätzen. Einüben der großen Buchstaben. Verbindung. Bei diesen Übungen leisten Lesetabellen, Lesemaschinen und Lesekästchen gute Dienste. Daneben fleißiges Benutzen der Wandtafel. Auf dieser Stufe wird das Verständnis des Gelesenen schon angebahnt, aber nur durch die einfachste Erklärung, meistens durch den Hinweis auf den mundartlichen Ausdruck. Die Methode ist die Schreiblesemethode. Das Buchstabieren ist im ganzen ersten Schuljahr streng ausgeschlossen. Die Schüler werden angehalten, beim Schreiben und beim Lesen richtig nach Silbenzu trennen und auf die Satzzeichen zu merken. Beim Silbenlesen selbst ist darauf zu achten, daß sie, ohne mit der Stimme abzusehen, die einzelnen Laute zueinander hinüberziehen. Der Leseton sei weder zu hoch noch zu niedrig; die Kinder sollen langsam, deutlich, laut und lautrichtig lesen. Vor dem Leierton kann nicht genug gewarnt werden. Das Chorlesen ist fleißig zu üben. In der zweiten Hälfte des Schuljahres werden einige leichte, gut verstandene Lesestückchen erzählenden Inhalts unter Anleitung des Lehrers memoriert und hergesagt. 2. Schuljahr. Ziel. — Die Kinder sind zu befähigen, die Lesestücke der zweiten Fibel mit Sicherheit und genauer Beachtung der Satzzeichen zu lesen. Auch ist bereits das sinngemäße Lesen, sowie die freie mündliche Wiedergabe des erfaßten Inhalts anzustreben. Im Laufe des Winterhalbjahres werden die lateinischen Buchstaben als Vorbereitung auf den im Sommerhalbjahr einsetzenden Unterricht in der französischen Sprache erlernt. Lesen und Schreiben von Stücken in dieser Schrift. Stoff. — Den Stoff bieten die für das 2. Schuljahr bestimmte Fibel sowie die übrigen LehrMittel. Behandlung. — Die Behandlung beginnt in der Regel mit der Ziclangabe. Ihr folgt die Vorbereitung, die bei manchen Stückchen in Wegfall kommen kann, in jedem Fall aber möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen darf, damit das Lesen als Hauptsache nicht zu kurz komme. Lesestücke erzählenden Inhaltes werden vom Lehrer auf anschauliche Weise vorerzählt, solche beschreibenden Inhaltes durch fragendentwickelnde Lehrweise dem Verständnis der Kinder erschlossen. Alle schwierigen Wörter und Ausdrücke des Textes werden bei beiden Arten der Darbietung vom Lehrer durch Umschreibung erläutert. Der Vermittlung des Inhalts folgt das Vorlesen des Stückes durch den Lehrer. Dieses muß scharf artikuliert, wohlbetont und langsam sein, so daß auch die schwächsten Kinder folgen können. Das Einlesen geschieht satzweise. Korrekturen worden hier wie im ersten Schuljähr sofort vorgenommen. Nach wiederholter Durcharbeitung der einzelnen Säße folgt das Lesen im Zusammenhang, zunächst von einzelnen, dann im Ehor. An das Einlesen schließt sich bei Lesestücken erzählender Art noch eine kurze Besprochung, bei der jedoch der Inhalt nicht Satz für Satz zum Abfragen kommt, sondern mehr Ursache und Wirkung, Grund, Zweck und Folge unter reger Mitarbeit der Kinder klargestellt werden sollen. Die sittliche Verwertung für das Leben der Kinder wird nur dann aus den Lese- 965 stücken gefolgert, wenn sie sich ungezwungen ergibt. Die sprachliche Verwertung geschieht durch das Einlesen, das gebundene oder freie Nacherzählen, das Abschreiben, das Aufschreiben aus dem Gedächtnis, das Diktatschreiben und das Anfertigen kleiner Aufsätze. In den zwei ersten Schuljahren ist die Pflege der Sicherheit und Geläufigkeit die Hauptsache beim Leseunterricht. Die Herbeiführung des Verständnisses muß durch Mittel bewirkt werden, die der Leseübung wenig Zeit entziehen. Kleine, gut verstandene Lesestücke in Vers und Prosa von bildendem Inhalt und in musterhafter Sprache werden unter Anleitung des Lehrers ans wendig gelernt und hergesagt. 3. und 4. Schuljahr. Ziel. — Aus dieser Stufe ist das geläufige, satzrichtige und sinngemäße Lesen in deutscher und lateinischer Druckschrift in höherem Grade anzustreben. Zur Erreichung dieses Zweckes wird das musterhafte Vorlesen besonders geeigneter Stücke von selten des Lehrers, sowie das abschnittresp. strophenweise Einlesen von seiten der Schüler eines der wirksamsten Mittel sein. Fleißig zu üben ist auch die freie mündliche Wiedergabe der behandelten Stoffe. Stoff. — Den Stoff bietet das Lesebuch : Einfache Beschreibungen aus der Heimat- und Naturkunde, Märchen, Sagen, Fabeln, gemütbildende Erzählungen in Prosa und Vers, einfache lyrische Gedichte. 5., 6. und 7. Schuljahr. Ziel. — Das richtige und geläufige Lesen soll mit Sicherheit erreicht, das sinngemäße und ausdrucksvolle Lesen in deutscher und lateinischer Druckschrift durch fortgesetzte Übung möglichst gefördert worden. Zu diesem Zwecke muß der Inhalt der Lesestücke inbezug auf Gedanken und sprachlichen Ausdruck ins rechte Licht gestellt und die zusammenhängende freie mündliche Wiedergabe verstandener Stoffe eifrig gepflegt werden. Stoff. — Den Stoff bilden Erzählungen, Beschreibungen, Schilderungen, Bilder aus der Natur, der Erdkunde und Geschichte, Gedichte, Rätsel und Sprichwörter, auch in luxemburgischer Mundart, wie das Lesebuch für diese Stufe sie bietet. Bei getrenntem 7. Schuljahr und in dreiklassigen Schulen, sowie in andern Schulen bei besonders günstigen Verhältnissen, muß dem 7. Schuljahr daneben eigener, anregender Lesestoff geboten werden. Prosaische und poetische Sprachstücke schwierigen Inhalts, wertvolle, von der Schulbehörde genehmigte Jugendschriften sind als Klassenlektüre zu behandeln. Es empfiehlt sich, solche Werke in einer größern Anzahl von Exemplaren in die Schulbibliothek einzustellen und unterrichtlich zu verwerten. Behandlung. — Die Auswahlder Lesestücke ist im allgemeinen so zu treffen, daß sie inhaltlich zur engern Heimat, zu der Jahreszeit oder den im gleichzeitigen Sachunterricht behandelten Stoffen in Beziehung stehen. Doch sind zur allseitigen Ausnutzung des Lesebuches auch solche Stücke vorzunehmen, die einen nicht unterrichtlich behandelten Stoff enthalten. Die Art der Behandlung hat sich dem besondern Inhalt des Lesestückes anzupassen. Wo es sich um die Bearbeitung von Vorstellungen und Verdichtung von Begriffen handelt, folgt sie im allgemeinen den formalen Stufen : Zielangabe, Vorbereitung, Darbietung, Verknüpfung und Zusammenfassung, sittliche und sprachliche Verwertung. Auf die Zielangabe folgt die Vorbereitung, die sich nur auf das zum Verständnis des nachfolgenden Neuen unumgänglich Notwendige erstrecken soll. Bei manchen Stücken darf sie ganz in Wegfall kommen. Die Darbietung erfolgt nach einer der vier Darbietungsformen : Lesen, Erzählen, fragend-entwickelnde, entwickelnd-darstellende Lehrweise. 966 Die Formder Darbietung richtet sich nach dem geistigen Stand der Schüler und der Beschaffenheit des Lesestoffes. Kleinere Lesestücke werden g a n z , solche größeren Umfanges abschnittweise dargeboten (behandelt). Am Schlussejedes Abschnittes wird dessen Inhalt von den Schülern im Zusammenhang wiedergegeben und in einer Überschrift zusammengefaßt. Nach der Behandlung des Ganzen bieten sie an Hand der aufgestellten Gliederungspunkte eine zusammenhängende Wiedergabe des Gesamtinhaltes. Die Erklärungen sind Wort- ,und Sacherklärungen; sie beschränken sich auf allen Stufen auf das zum Verständnis durchaus Notwendige. Die Benutzung geeigneter Verauschaulichungsmittel kann zur Erzielung eines lebendigen und fesselnden Unterrichtes nicht genug empfohlen werden. Die Vergleichung oder Verknüpfung des Neuen unter sich oder mit verwandten älteren Stoffen führt zur z u s a m m e n f a s senden Betrachtung des Ganzen und zur Erarbeitung des Grundgedankens. Dieser Grundgedanke wird als Lebens- oder Klugheitsregel gegeben und auf das sittliche Verhalten der Kinder angewandt, wenn diese Anweudung sich ungezwungen ergibt. Die sprachliche Verwertung kann eine mündliche und eine schriftliche sein. Die formalen Stufen sollen keinen Zwang auferlegen und den Unterricht nicht in steife Formen pressen. Deshalb sollen die Kinder öfters auch zum selbständigen Erarbeiten des Inhaltes besunders geeigneter Lesestücke angehalten werden. Gedichte sind als Kunstwerke zu behandeln; die Schüler sollen sie als Ganzes verstehen, erfassen und nachempfinden lernen. Die Stufen der Behandlung sind : Sachlich- sprachliche Vorbereitung, Einstimmung, Vortrag, ev. Besprechung (nach Inhalt und Form), Vortragsübung und ev. Verwertung. Neben der verweilenden Behand- lung ist eine verkürzte da am Platze, wo der Stoff kursorischen Lesezwecken dienen soll. Da in den für das kursorische Lesen festgesetzten Stunden die Ausbildung der Lesefertigkeit die Hauptsache ist, so dürfen die sachlich-sprachlichen Erörterungen nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch ist der Gebrauch des kursorischen Lesens auf ein weises Maß zu beschränken, weil eine allzuhäufige Anwendung die Schüler an eine gedankenlose Arbeitsleistung zu gewöhnen pflegt. Das Einlesen wird abschnittweise vorgenommen. Die Schiller lesen immer ein Gedankenganzes im Anschluß an die Gliederung des Stückes; die Aufgabe dazu wird vom Lehrer oder abwechselnd auch von einem Schiller gestellt. Berichtigungen werden erst nach Beendigung des Satzes vorgenommen. Dem Einlesen folgt das Lesenim Zusammenhang, wobei Einzel-, Gruppen- und Ehorlesen mit dem Lesen bei verteilten Rollen abwechseln kann. Auf allen Stufen werden einzelne, hinreichend erläuterte Stücke in Vers und Prosa, jährlich etwa 6 — 8 für die eiutlassigen und 10 — 12 für die mehrklassigen Schulen, gelernt und hergesagt. 3. Rechtschreibung und Grammatik. Ziel. — A. Rechtschreibung. — Der Unterricht in der Rechtschreibung hat den Zweck, die Schüler zu befähigen, die in einfachen LebensVerhältnissen vorkommenden schriftlichen Mitteilungen ohne Verstöße gegen die Hauptregeln der Rechtschreibung ausführen zu können. B. Grammatik. — Der Unterricht in der Sprachlehre soll die Schiller so weit fördern, daß sie am Schlüsse der Schulzeit die zum richtigen mündlichen und schriftlichen Gebranch der deutschen Sprache unbedingt erforderlichen grammatischen Kenntnisse besitzen. Der Unterricht in Rechtschreibung und Grammatik wird im engen Anschluß an die übrigen 967 Sprachfächer erteilt. In mehrklassigen Schulen 4. Dehnung und Schürfung. können nach Maßgabe der zur Verfügung stehen5. Die gebräuchlichsten Fälle der Großschreiden Zeit besondere Unterrichtsstunden auf Zu- bung. sammenstellung und Übung der gewonnenen 6. Die Silbentrennung. Regeln verwandt werden. B. Wortlehre. Stoff. — Der mit + bezeichnete Stoff ist 1. Das Dingwort (Substantiv). Geschlecht nur für mehrklassige Schulen bestimmt. und Mehrzahlbildung mit besonderer Berück1. Schuljahr. sichtigung der mundartlichen Abweichungen. 1. Kenntnis der Laute und Schriftzeichen. Biegung (Deklination). 2. Das Eigenschaftswort (Adjektiv). RegelFleißige Übung im Lautieren. 2. Abschreiben von Wörtern und Sätzen aus mäßige Steigerung. 3. Das Zeitwort (Verb). Präsens, Imperfekt, der Fibel, von der Lesemaschine usw. Futurum und Imperativ der Hilfsverben und 3. Niederschreiben zuvor lautierter Wörter der gebräuchlicheren andern Verben in der Tätigund Sätzchen der Gleichschreibung. keitsform. 2. Schuljahr. + Perfekt der Hilfsverben und der gebrauch1. Kenntnis der Namen der Buchstaben : Das lichsten andern Verben. Alphabet. Die Selbst- und Mitlaute. + MehrC. Wortbildung mit Ableitung. facher An- und Auslaut. + Das Nötigste über den Gebrauch des Umlautes. Die leichteren Fälle 1. Bildung von Dingwörtern mit chen, der Silbentrennung, der Dehnung, der Schär- lein, heit, ung, er, in. fung. Der Punkt. Gebrauch der großen An2. Bildung von Eigenschaftswörtern mit h a f t , fangöbuchstaben beim Dingwort und nach dem i g , lich, b a r , sam. Punkt. 3. Bildung von Zeitwörtern mit Vorsilben : be, ge, ver, zer, emp, ent, miß. 2. Fleißige Übung im Buchstabieren. 3. Genaues Abschreiben aus der Fibel von D. Die vier Formen des einfach en Wörtern, Sätzen und geeigneten Stücken, die Satzes mit den darauf bezüglichen Satzzeichen : vorher zum, Verständnis gebracht und gelesen Erzähl-, Frage-, Wunsch- und Befehlsatz. Das worden sind. Komma bei Aufzählungen. Das Komma vor den Wörtchen daß, ab er, 4. Aufschreiben aus dem Gedächtnis von memoweilu. a. rierten Lesestücken. Der Punkt nach den Ordnungszahlen. 5. Leichte Diktate mit vorangehender Behandlung des Inhaltes und der Rechtschreibung. 5. 6. und 7. Schuljahr. 6. Übungen im Erkennen und Gebrauch des A. Rechtschreibung. Dingworts in Verbindung mit dem bestimmten 1. Hervorhebung (Angabe) der charakteristiund unbestimmten Geschlechtswort, mündlich schen Buchstaben von Wörtern und Wörtergrupund schriftlich, in Einzahl und Mehrzahl. pen (tritt an die Stelle des Buchstabierens). 3. und 4. Schuljahr. 2. Gleich- und ähnlichlautende Wörter. A. N e c h t s c h r e i b u n g . 3. Gebrauch von f, v, pf, ph — d, t, d t — t, th, — x, gs, ks, cks, chs — qu — s, s,ss, ß. 1. Fortgesetzte Übung im Buchstabieren. 4. + Die häufiger vorkommenden Fremd2. + Bilden von Wörtergruppen. 3. Die Andersschreibung. wörter. 968 5. Die verschiedenen Fälle der Groß- und Kleinschreibung. 6. Direkte und indirekte Rede. 7. Die wichtigsten Regeln der Zeichensetzung. B. Wortlehre : Wiederholung und Erweiterung der Aufgabe des 3. und 4. Schuljahres. Auf das Abhängigkeitsverhältnis der Wörter ist beständig aufmerksam zu machen. 1. Die gebräuchlichsten Dingwörter mit doppeltem Geschlecht und doppelter Mehrzahlbildung. 2. Deklination des Dingworts in Verbindung mit dem Eigenschaftswort. 3. Unregelmäßige Steigerung der Eigenschafts' Wörter. 4. Konjugation der gebräuchlichsten Zeitwörter. 5. + Die Zeit-, Eigenschafts- und VerhältnisWörter mit dem Fall, den sie regieren. Mundartliche Abweichungen. C. Wortbildung. 1. Bildung von Wortfamilien. 2. -<- Ableitung mit Hilfe der gebräuchlichsten Vor- und Nachsilben.
  7. a)Dingwörter mit der Vorsilbe ge und den Endsilbenei, schaft, tum, el, nis, e, sal, sel.
  8. d)Eigenschaftswörter mit en, ern, isch, icht.
  9. c)Zeitwörter mit den Nachsilben ern, eln , ieren und igen. 3. + Zusammensetzung.
  10. a)Zusammengesetzte Dingwörter; Geschlecht, Mehrzahlbildung und Betonung.
  11. b)Zusammengesetzte Eigenschaftswörter.
  12. c)Zusammengesetzte Zeitwörter. Trennbare und untrennbare Zusammensetzungen. In den dreiklassigen Schulen wird auf die Unterschiede zwischen Mundart und hochdeutscher Sprache, die Zeichensetzung und die Wortbildung näher eingegangen. Behandlung. — A. Rechtschreibung. Während der ganzen Unterrichtszeit ist der Rechtschreibung die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Auf der Unterstufe wird der Grund gelegt durch die Gewöhnung an genaues Anschauen, scharfes Hören und lautreines Sprechen. Lautieren, Abschreiben und Niederschreiben bilden die ersten orthographischen Übungen. Das Lautieren ist im 1. Schuljahr bis zur Geläufigkeit zu üben. Die Buchstabennamen bleiben ausgeschlossen. Das Abschreiben geschieht nicht buchstaben-, sondern silben- und wortweise. Bei dem Rieders chreibennach Diktat müssen die Sätzchen zuvor in Wörter, die Wörter in Silben und diese in Laute zerlegt werden. Diktatschreiben und Lesen schreiten von der ersten Leseübung an gleichzeitig voran. Auch auf den übrigen Stufen ist mit Peinlichkeit auf langsames, deutliches und lautes Sprechen, Antworten, Losen und Hersagen zu halten, denn für das gesamte Gebiet der Gleichschreibung bildet die lantreine Aussprache die sichere Grundlage. Wesentlich unterstützt und gefördert wird das Nechtschreiben durch die Gewöhnung an das verständige Erfassen dos Gehörten, die Einsicht in die Wortbedeutung und die Wortentstehung, denn auf beiden beruht die Andersschreibung. Das Bilden von Wörtergruppen und Wortfamilien ist darum mit Fleiß zu üben. An die Stelle des Lautierens tritt vom 2. Schuljahr an das Buchstabieren, das nach den oberen Stufen hin durch die Angabe der den Wörtern und Wortfamilien eigentümlichen Schreibschwierigkeiten ersetzt wird. Das Abschreiben geschieht von der Mittelstufe an satzglied- oder satzweise. Dem Aufschreiben aus dem Gedächmis, sowie dem Umformen der Lesestücke muß die Behandlung voraufgegangen sein. 969 Wird für das Diktat ein Sprachganzes verwandt, so muß auch dieses zunächst sachlich und sprachlich vorbereitet werden. Im übrigen ist der Verlauf des Diktates folgender: Der Lehrer liest das Ganze vor, damit die Schüler den Inhalt richtig auffassen können. Dann spricht er den ersten Satz einmal langsam und deutlich vor, läßt ihn von einem Schüler oder von der ganzen blasse zur Einprägung wiederholen, und auf ein gegebenes Zeichen schreiben die Schüler ihn nieder. Län ere Sätze werden zuerst ganz vorgelesen und dann in Teilen diktiert. Fra en über Schreibweise der Wörter und der l. dürfen während des Schreibens nicht mehr gestellt werden. Die Korrektur ceschieht entweder durch die Schiller selbst oder durch den Lehrer. Um der Flüchtigkeit bei diesen Übungen zu wehren, müssen alle zu langen und zu schwierigen Arbeiten vermieden werden. Auf die richtige Zeichensetzung ist streng zu achten; häufig wiederkehrende Fehler sind durch stetige Übung zu bekämpfen. B. Grammatik. Der grammatische Unterricht ist aufkeiner Stufe Selbelstzweck, s o n d e r n n u r Mittel z u m Zweck. Er soll nicht eine planmäßige Vollständigkeit anstreben, sondern sich vielmehr auf das beschränken, was den Kindern faßlich, notwendig und förderlich ist. Dabei kommt es keineswegs auf Definitionen und Einteilungen an, sondern nur auf das, was den mündlichen und schriftlichen Gedankennusdruck fördern kann. Bei der Auswahl des grammatischen Übungssloffes wird besonders auf die abweichenden Formen der Mundart Rücksicht genommen. Außerdem sollen die Schüler die zum erfolgreichen Betrieb des französischen Sprachunterrichtes notwendigengramin a r i s c h e n Kenntnisse erwerben. Darum ist auch von der Mittelstufe an neben der deutschen die lateinische Benennung zu gebrauchen. Die orthographischen und gram- matischen Regeln werden den Schülern nicht von vornherein gegeben, sondern von ihnen unter Anleitung des Lehrers aus Sätzen und behandelten Lesestücken gefunden. Die so erkannten Regeln werden in eine kurze, leichtfaßliche Form gebracht und durch mündliche und schriftliche Anwendung bis zur Sicherheit geübt. Für die ganze Behandlung ist zu beachten, daß nicht die Regel, sondern die Auwendung u n d Ü b u n g die Hauptsache ist. Auf allen Stufen muß für ausreichende W i e derholung des früher behandelten Stoffes Sorge getragen werden. 4. Aufsatz. Ziel. — Der Aufsatzuuterricht soll das Kind anleiten und befähigen, seine Gedanken in einfacher, gefälliger und sprachrichtiger Form mündlich und schriftlich auszudrücken. Stoff. 1. und 2. Schuljahr. A. Indirekte Schulun g zum Aufsatz. 1. Laugsames, vorstellendes Lesen. 2. A n s c h a u l i c h e s Vorerzählen durch den Lehrer. 3. Viele Übungen im z u s a m m e n h ä n genden , natürlichen Erzählen durch die Kinder. 4. Besprechung einfacher Gegenstände aus dem Anschauungsunterricht und z u s a m m e n hängende Wiedergabe des Besprochenen. B. Übungen im schriftlichen Gedankenausdruck (2. Schuljahr). 1. Verständiges Abschreiben von Lesestücken. 2. Aufsatzdiktate zum Erlernen des Satzschreibens. 3. Niederschreiben leichter, durch den Anschauungsunterricht gewonnener zusammenhängender Sätze. 64 b 970 3. und 4. Schuljahr. A. Indirekte Schulung zum Auf- satz. 1. Langsames, vorstellendes Lesen neben geläufigerem Lesen. Lesen nach der Gliederung des Lese stückes. 2. Ausmalen der Situationen des Lesestückes und Bereichern abstrakter Ausdrücke mit konkretem Inhalt. 3. Schlichtes, natürliches Vorerzählen durch den Lehrer. Viele Übungen im natürlichen, schlichten Erzählen durch die Schüler. 4. Natürliches Vortragen auswendig gelernter Lesestücke und Gedichte. B. Übungen im schriftlichen Gedankenausdruck. 1. Verständiges Abschreiben von Lesestücken (an Hand von Fragen, die bei der Behandlung des Stückes gestellt und hernach an die Wandtafel geschrieben worden sind). 2. Aufsatz diktate zum Erlernen des Satzschreibens und als Musteraufsatz. 3. Abschreiben von Erzählungen, gemeinsam gebildeten Beschreibungen und Briefen mit Auswahl des besten Ausdrucks ; in den Briefen ist zunächst die Anrede „du" anzuwenden. 4. Aufschreiben langbekanuter (aber nicht auswendig gelernter) Erzählungen. 5. Wiedergabe neiler Erzählungen. 6. Anleitung Zu selbständigen schriftlichen Berichten. 5., 6. und 7. Schuljahr. A. Indirekte Schulung zum Auf- satz. 1. Lesen nach der Gliederung des Inhalts. Aufsuchen der Gliederung. 2. Ausmalen der Situationen des Lesestückes und Bereichern des Ausdrucks mit Inhalt. 3. Übertragung hierzu geeigneter Lesestücke in die Gesprächs- und Briefform. 4. Schlichtes, natürliches Vorerzählen durch den Lehrer. 5. Zusammenhängendes Erzählen und Beschreiben, letzteres nach feststehendem Plan, durch den Schüler. 6. Natürliches Vortragen auswendig gelernter Lesestücke und Gedichte, gegebenenfalls mit verteilten Rollen. 7. Lektüre genehmigter Iugendschriften in Schule und Haus. B. Übungen im schriftlichen Gedankenansdruck. 1. Verkürzte und erweiterte Wiedergabe bekannter Inhalte. 2. Anfsatzdiktate als Musteraufsätze. 3. Aufschreiben längst bekannter (aber nicht memorierter) Erzählungen. 4. Reproduktion von neuen Erzählungen. 5. Übertragung von Lesestilcken in die Gesprächs- und Briefform. 6. Beschreibung von Gegenständen und Ereignissen nach Natur, nach vorangegangener Anschauung und feststehender Disposition (Naturkünde). 7. Darstellungen am Geographie und Geschichte. 8. Mitteilungen in Briefform mit der Anrede „Sie". Anfertigen einer gewissen Anzahl postfertiger Briefe und Karten, sowie eines Gesuches an Behörden mit Berücksichtigung der erwünschten äußern Briefform. 9. Aufsätze. nüt vorangehender mündlicher Angabe der Disposition. 10. Aufsätze mit selbständiger Darstellung eigener Beobachtungen und Erlebnisse. Die für die einzelnen Stufen aufgestellten Übungsreihen im mündlichen und schriftlichen Gedankenausdruck sind in ihrer Zahl und Folge nicht als bindend zu betrachten. Sie sollen vielmehr als Wegweiser dienen und den Lehrpersonen die Erteilung eines planmäßigen, zielbewußten Aufsatzunterrichtes erleichtern. 971 Behandlung. — Die beste Vorbereitung auf den Auffatzunterricht besteht darin, daß der gesamte Unterricht stets darauf hinzielt, das Kind an selbständiges Denken und Beobachten, sowie an freies Erzählen zu gewöhnen. Wird dieses Ziel nicht ununterbrochen im Auge behalten, so sind alle auf den Aufsatzunterricht bezüglichen Ratschläge sozusagen zwecklos. Der A n f s a t z s t o f f ist dem Anschauungs-, Erfahrungs- und Umgangskreis des Kindes zu entnehmen und lehnt sich an die verschiedenen Unterrichtsfächer, namentlich an den Sprachund Sachunterricht an. Möglichst früh ist auf Wiedergabe von persönlich Erlebtem und Beobachtetem zu halten; es ist daher angezeigt, die Schüler öfters im Schreiben kurzer Aufsätze, Berichte und Briefe, deren Inhalt dem kindlichen Gedankenkreis entlehnt ist, zu üben. Die Auswahl der Gegenstände ist dem Lehrer anheimgestellt. Nur eng begrenzte Aufgaben sind zu stellen, damit sie vom Kinde erschöpft werden können. Gelegentlich kann man die Schüler unter verwandten Stoffen wählen lassen, um jedem etwas Anregendes zu bieten. Es ist nicht zu verkennen, daß die Vorbereitung des Aufsatzes in der Klasse bei der verschiedenen Veranlagung und Begabung der Schüler eine der schwierigsten Aufgaben des Lehrers darstellt. Dieser muß einerseits, besonders auf der Unterund Unttelstufe, den Schülern den Aufsatzstoff in klarer und übersichtlicher Weise vermitteln, anderseits muß er sich hüten, die Selbstbetätigung der Kinder zu beeinträchtigen. An : Lehrer ist es, hierin die richtige Mitte zu treffen. I m allgemeinen ist hervorzuheben, daß der Lehrer eine allzu eingehende Vorbereitung des Aufsatzes in der Klasse vermeiden muß, namentlich auf der O b e r s t u f e , weil er sonst Gefahr läuft, Schülerarbeiten zu erhalten, die vielleicht gute Schön- oder Rechtschreibeübungen sind, den Namen Aufsatz aber nicht verdienen. Die Aufsätze sind auf der Mittelstufe stets und auf der Oberstufe vorwiegend in der Schule anzufertigen. Der Gang der Behandlung bei einem vorbereiteten Anfsatz ist im allgemeinen folgender: 1. Stellung des Themas. 2. Besprechung zur Sammlung und Klärimg der Gedanken. 3. Anordnung der Hauptpunkte, die auf der Unter- und Mittelstufe in der Form von Fragen oder Stichwörtern, auf der Oberstufe meist in der Form von Dispositionssätzen an die Wandtafel geschrieben werden. 4. Mündliche Darstellung, die in den unteren Schuljahren meist wörtlich und übereinstimmend sein kann, in den Oberklassen jedoch mehr selbständig und persönlich gefärbt sein muß. 5. Niederschrift und Korrektur. Vor der Rückgabe des Aufsatzes verbessert der Lehrer diestilistischenFehler mit roter Tinte oder Korrekturstift, während er die orthographischen und grammatischen nur unterstreicht. Letztere werden, nachdem sie in der Schule besprochen worden sind, von den Schülern selbst verbessert. Um den Schüler nicht einzuschüchtern, ist es ratsam, an denstilistischenFehlern schonende Kritik zu üben. Bei besonders nachlässigen Aufsätzen ist darauf zu halten, daß sie von den betreffenden Schülern noch einmal sauber abgeschrieben werden. Der Wert der im zweckmäßigen Aufsatzunterricht sich bekundenden Selbstbetätigung der Schüler kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Deshalb sind die Übungen vielseitig zu gestalten. Jede Woche ist auf allen Stufen wenigstens ein Aufsatz ins Heft einzutragen. Langue française. But. — L'enseignement du français a pour but de procurer aux enfants des connaissances suffisantes dans cette langue pour leur permettre de lire couramment, de comprendre des textes 972 faciles et de s'exprimer correctement, tant oralement que par écrit, sur les objets qui les environnent et sur les faits de la vie journalière. Bans cet ordre d'idées, renseignement du français comprend les exercices suivants : 1° exercices de langage et de rédaction ; 2° exercices de lecture, de récitation et d'explication ; 3° exercices d'orthographe et de grammaire. Les élèves sont répartis en autant de divisions qu'il y a d'années d'études. Toutefois, deux années consécutives peuvent être réunies pour différents exercices, qui alors seront gradués de sorte que les élèves puissent, dans la seconde année, revoir, approfondir et compléter ce qu'ils ont appris dans la précédente. Matière. 1. Exercices de langage et de rédaction. 2 e année d'études (semestre d'été) : Exercices préparatoires d'élocution et de langage. Sujets: 1° le matériel scolaire; 2° le mobilier scolaire; 3° la salle de classe; 4° le corps humain; 5° la famille et la vie journalière de l'enfant. 3 e et 4 e aimées d'études. Les sujets traités en 2e année d'études seront approfondis et on y ajoutera : 1° les vêtements ; 2° la maison et ses parties ; 3° les meubles ; 4° le village ou la ville (suivant la localité). 5e et 6° années d'études : Les matières traitées dans les trois années précédentes sont reprises et développées davantage, en tenant compte, à un plus haut degré, de l'action exprimée par le verbe. A ces sujets viennent s'ajouter les suivants : 1° les animaux domestiques ; 2° le jardin ; 3° la prairie; 4° les champs ; 5° la forêt ; 6° la division, du temps ; 7° les saisons. 7e année d'études: 1° le village, la ville (les deux sujets sont traités dans chaque école); 2° la nourriture; 3° métiers et professions; 4° notions d'hygiène; 5° moyens de communication; 6° conversations usuelles. A la fin de chaque entretien, les élèves, à partir de la quatrième année d'études, en reproduisent le résumé d'abord oralement, puis par écrit. Dans les écoles à un et à deux maîtres, les élèves de la 5e, 6° et 7e année sont réunis pour les exercices de langage; les matières énumérées ci-dessus sont partagées en trois séries. Dans chaque division, un sujet par quinzaine suffit. Dans les écoles à trois maîtres, on traitera la même matière avec plus d'extension et (Je développement. Un sujet par huitaine. 2. Exercices de lecture, de récitation et d'explication. e 2 année d'études (semestre d'été) : Eléments de lecture. 3e et 4e années d'études : Lecture courante de morceaux simples et faciles. Exercices de langage sur le sujet de la leçon. 5e et 6e années d'études : Lecture expressive. Explication, de morceaux choisis. Exercices de rédaction nur le sujet de la leçon. 7e année d'études. Aux exercices des années précédentes vient s'ajouter la reproduction orale de récits faciles faits de vive voix par le maître ou lus par les élèves. Un certain nombre dus morceaux expliqués, 6 à 8 par an dans les écoles à un maître, et 8 à 10 dans celles à plusieurs maîtres, seront appris par cœur et récités. 3. Exercices d'orthographe et de grammaire. 2e année d'études (semestre, d'été) : Exercices élémentaires d'orthographe combinés avec les leçons de langage. Enseignement occasionnel de certains changements d'ortho- 973 graphe dont la connaissance est indispensable III. — L'adjectif déterminatif. 1° L'adjectif (l'a marquant le pluriel, l'e du féminin.) possessif mon, ton, son, au lieu de ma, ta, sa. 2° Les adjectifs numéraux cardinaux et ordi3e année d'études : naux jusqu'à 60. I . — Le nom. 1° Genre du nom : article défini, IV. — Le verbe. Les verbes auxiliaires avoir article indéfini, usage pratique de l'article et être et les verbes de la première, de la deupartitif. xième et de la quatrième conjugaison à l'indi2° Pluriel du nom: noms qui restent invacatif présent, au passé indéfini, à l'imparfait, riables au pluriel; noms qui prennent s au pluau passé défini, au futur présent et à l'impériel. ratif, forme affirmative, négative et interro3° Noms employés au génitif et au datif. gative. II — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des 5e année d'études. adjectifs: adjectifs qui restent invariables; Répétition et développement du programme adjectifs qui prennet e au féminin. des années précédentes. On y ajoutera : 2° Pluriel des adjectifs : adjectifs qui restent I . — Le nom. 1° Emploi de la préposition de invariables, adjectifs qui prennent s au pluriel. au lieu de l'article
  13. a)après les noms collectifs, III — L'adjectif déterminalif.1° Les adjectifs
  14. b)devant les noms précédés d'un adjectif. possessifs mon, ton, son etc. et les adjectifs 2° Pluriel des noms en al, ail, ou, y compris démonstratifs ce, cet, cette, ces. les exceptions usitées. 2° Les adjectifs numéraux cardinaux jusqu'à II. — L'adjectif qualificatif. 1° Féminin des 20. adjectifs en et sans les exceptions. IV. — Le verbe. Le présent de Vindicatif des 2° Pluriel des adjectifs en al, sans les excepverbes auxiliaires avoir et être, ainsi que des tions. 3° Degrés de comparaison. Les exceptions: verbes réguliers de la première conjugaison dans la forme affirmative, négative et interrogative. bon, petit, mauvais. III. — L'adjectif déterminatif. 1° Adjectifs 4e année d'études: interrogatifs quel, quelle, quels, quelles. Répétition des matières de l'année précé2° Adjectifs indéfinis : signification de ces dente. adjectifs; emploi de nul, aucun avec la négation. 3° Adjectifs numéraux cardinaux et ordinaux I . — Le nom. 1° Emploi le plus usuel de la jusqu'à 100; orthographe de vingt et cent préposition de au lieu de l'article après les adverbes de quantité, après les noms désignant le IV. — Le pronom. 1° Le pronom personnel nombre, la mesure et le poids et après la né- employé comme sujet et comme régime (un seul pronom comme régime); sa place. gation. 2° Formation du pluriel des noms : noms qui 2° Le pronom possessif, le pronom démonsprennent x au pluriel; noms en al, les excep- tratif, le pronom relatif et le pronom interrotions non comprises. Pluriel de œil (yeux) et gatif ; nombre et genre. 3° Le pronom indéfini: emploi de personne, ciel (cieux). rien avec la négation. II. — L'adjectif qualificatif. 1° Formation V. — Le verbe. 1° Les verbes auxiliaires et les du féminin des adjectifs en f, x, er. er e e 2° Formation du pluriel des adjectifs en eau. verbes des 1 , 2 et 4 conjugaisons régulières; temps primitifs et temps dérivés; l'orme passive. 3° Degrés de comparaison. 974 Remarque : En 5e et 6e années, il conviendra 2° Verbes en ger, cer, yer, der, eter; verbes ayant un e muet ou e fermé à l'avant-dernière d'expliquer, sans entrer dans d'autres détails, les cas qui s'y présentent sur l'emploi du subsyllabe. jonctif et l'accord du participe passé. 6e année d'études : Répétition occasionnelle du programme de 7e armée d'études : la 5e année. Répétition générale, mais occasionnelle de I . — Le nom. 1° Les noms les plus usités la matière des années précédentes. employés seulement au pluriel ; les noms comI — Le verbe. — 1° Verbes composés se conposés d'un usage journalier. juguant sur les verbes simples qui forment le 2° Formation régulière et irrégulière du féminin programme de la 6e année : parcourir; accueillir, des noms. recueillir; découvrir, se repentir; entretenir, II. — L'adjectif qualificatif. Féminin des adjectifs avec les exceptions les plus usitées, obtenir, s'abstenir; parvenir, se souvenir ; — ainsi que la seconde forme du masculin de cer- s'apercevoir; prévoir; — abattre, combattre; introduire, reproduire, reconstruire ; distains adjectifs. paraître ; contredire, interdire, prédire, mauIII. — L'adjectif déterminatif.Adjectifs numédire; décrire, prescrire, souscrire; admettre, raux: orthographe de mille; emploi des noms commettre, soumettre; entreprendre, surprende nombres cardinaux au lieu des noms de nom- dre; satisfaire; survivre. bres ordinaux. En outre, pour les écoles à trois maîtres, les IV. — Le pronom. Pronoms personnels: verbes suivants: s'en aller; — acquérir, conDeux pronoms employés comme régime. quérir; bénir, fleurir; haïr; fuir, s'enfuir; V. — Le verbe. — 1° Les verbes réfléchis. bouillir; vêtir; — mouvoir, émouvoir; peindre, 2° Les verbes irréguliers. Première conjugai- teindre, éteindre; nuire; naître, croître, déson : aller, envoyer (renvoyer). croître; suffire. Deuxième conjugaison : mourir, courir (accou2° Accord du 'participe passé, employé seul rir, secourir); cueillir; couvrir, offrir, ouvrir, ou avec l'auxiliaire être et avoir (règle génésouffrir; dormir, s'endormir; mentir, partir rale), (repartir), sentir, (consentir), servir, sortir; tenir 3° Emploi du subjonctif après les verbes, (appartenir, contenir, retenir, soutenir); venir expressions et conjonctions les plus usitées. (devenir, revenir). II. — L'adverbe, Signification ; formation Troisième conjugaison : recevoir, apercevoir, régulière; adverbes de bon, mauvais, petit; s'asseoir, devoir; falloir; pleuvoir; pouvoir; degrés de comparaison. savoir; valoir; voir (revoir); vouloir. III. — Les principales prépositions, conjoncQuatrième conjugaison : battre, rompre, (intertions ei interjections s'apprennent par l'usage. rompre); coudre; moudre; craindre, plaindre, atteindre; cuire, conduire, produire, traduire, Directions pédagogiques. — Le. français est détruire, instruire, construire; connaître (recon- une langue vivant, c'est - à- dire un moyen naître, paraître); dire (redire); rire (sourire); d'exprimer ses pensées non seulement par l'écrilire (relire); écrire; mettre (permettre, pro- ture, mais encore et, surtout par la, parole. Cette mettre, remettre); prendre (apprendre, com- dernière faculté, qui est certainement la plus prendre); faire; boire; croire; suivre (pour- avantageuse dans la vie pratique, ne peut suivre); se taire; vaincre; vivre. s'acquérir que par l'emploi fréquent de la 975 langue parlée, tout comme la langue maternelle s'apprend avant tout par l'usage. Contrairement à la langue écrite, qui tire presque uniquement parti de la vue, la langue parlée réclame le concours de l'ouïe comme faculté perceptive et régulatrice de la parole. Cette considération nous trace la marche à suivre pour le premier apprentissage de la langue française. L'enseignement du français commence au second semestre de la 2 m e année d'études par des exercices alocution, qui dureront environ les six premières semaines. Le but de ces exercices est d'habituer l'oreille de l'enfant aux sons de la nouvelle langue et d'adapter ses organes vocaux à la prononciation des mots français. On choisira comme sujets de ces leçons des mots pris de préférence dans le vocabulaire français préscolaire des enfants, de petites phrases très simples prononcées par le maître d'abord et répétées ensuite par les élèves collectivement, puis individuellement. Ces expressions-types devront être de telle sorte qu'elles puissent exprimer des idées générales se rapportant à une foule d'objets. Le rôle de l'instituteur sera de surveiller avec soin la prononciation, qui devra être correcte et bien articulée. Une fois le terrain ainsi préparé, on pourra entamer avec succès la première lecture, qui marchera de pair avec, les exercices de langage proprement dits. Pour ces derniers, les sujets sont pris dans l'entourage immédiat et dans la sphère d'observation de l'enfant. Las objets sont mis, dans la mesure du possible, sous les yeux des enfants. A défaut d'objets réels, des tableaux d'enseignement intuitif sont indispensables. Le maître donne le nom de l'objet, en dénomme les parties etc. et invite alors les élèves à faire la même chose en leur posant des questions. Dès que l'intelligence des enfants le permettra, on fera bien de se servir dans ces exercices et les suivants exclusivement de la langue française. Néanmoins, rien ne s'oppose à ce que le terme luxembourgeois ou allemand soit intercalé toutes les fois qu'on peut par ce moyen favoriser la compréhension et réaliser une économie de temps. Il importe de limiter le vocabulaire du premier semestre de français aux expressions et aux tournures de phrase les plus usuelles et de le répéter sans relâche, afin que tous les élèves disposent d'une base solide et vivante de la langue nouvelle, avant d'en aborder l'étude systématique réservée aux années subséquentes. Les exercices de langage ne doivent pas être répétés au point que les réponses des élèves soient à la fin machinalement récitées par cœur. L'instituteur observera sous ce rapport le juste milieu, afin que les exercices comportent en tout moment un effort intellectuel pour les enfants. En général, pour tous les exercices de langage, deux années consécutives sont réunies en une seule section. A ce propos, il y a lieu de faire une différence entre les écoles à plusieurs maîtres et celles à un maître. Dans les écoles à un seul maître, les élèves de la 4 e année d'études resp. ceux de la 6 e et 7e, tout en répétant la matière de l'année précédente, seront mis davantage à contribution en ce sens qu'on exigera d'eux des réponses plus correctes et mieux exprimées et qu'on fera appel à leur mémoire en les engageant à reproduire ce qu'ils ont retenu de la leçon apprise l'an passé. Cette coopération des classes supérieures à l'enseignement facilitera de beaucoup la tâche du maître et contribuera dans une large mesure à hâter les progrès des classes inférieures. Il est fort recommandable d'habituer les élèves à fixer par écrit les résultats de la leçon dès qu'ils seront à même de faire cet exercice. La lecture élémentaire est préparée par les premiers exercices de langage, les exercices 976 d'élocution. Pour les commençants, elle consiste dans l'étude des lettres, elle apprend à les prononcer et à réunir les sons représentés par ces éléments pour en former des syllabes, des mots et des phrases, L'essence de la lecture étant déjà connue de l'élève par suite de l'enseignement de la lecture allemande, l'instituteur aura à s'occuper tout spécialement de l'étude des sons étrangers à la langue allemande. Ceci s'applique surtout aux sons nasaux et mouillés, mais également à certaines consonnes, telles que b, p, t. Il va sans dire que le maître attachera une importance capitale à une bonne prononciation et qu'il relèvera et corrigera immédiatement toutes les fautes de ce genre. Ici surtout, c'est l'exemple du maître qui fera obtenir de bons résultats. La lecture collective peut parfois être employée avec profit. La lecture courante fait suite à la lecture élémentaire. Comme son nom l'indique, elle doit rendre les élèves aptes à lire d'une manière assez rapide sans se heurter aux difficultés de prononciation, sans estropier ni répéter les mots. On observera les repos et les liaisons et l'on tiendra compte des différences d'intonation réclamées par le sens de Ja phrase. Pour répondre à ces exigences, les morceaux de lecture devront former un tout et ne pas renfermer de simples phrases détachées n'ayant aucun rapport entre elles. La lecture expressive et expliquée se fait d'après la méthode suivante: Avant la leçon, on écrit au tableau et, on explique tous les mots et toutes les expressions qui présentent des particularités grammaticales ou orthographiques et dont le sens est inconnu aux enfants. Là - dessus, le maître lit le morceau avec une prononciation correcte et en ayant soin de bien articuler et de marquer justement l'accentuation et les variations de la voix. La lecture par les élèves vient ensuite. La compréhension du texte étant suffisam- ment assurée par les exercices préparatoires, ont peut omettre la traduction en allemand et aborder immédiatement une, petite conversation ayant pour but d'affermir les tournures nouvellement apprises, de faire saisir aux enfants ce qui pourrait leur être encore obscur et, de formuler, le cas échéant., la conclusion qui ressort de l'idée générale du morceau. A ces exercices s'en rattachent d'autres, tels que recherche de synonymes simples et de familles de mots, formation de petites phrases à l'aide des expressions et des mots nouveaux, recherche de règles grammaticales qui se rapportent au texte expliqué, citation d'exemples où les règles reconnues se trouvent appliquées. La matière ainsi traitée peut être l'objet de nombreux exercices oraux et écrits, tels que transformation, reproduction, rédaction, dictée. Dans certains cas, où le morceau le comporte, il peut être appris par cœur et récité. Pour la lecture courante, qui constitue un des facteurs les plus importants dans l'étude d'une langue, remploi d'un petit livre de lecture français écrit dans un langage simple et renfermant des idées que les jeunes esprits saisiront facilement, est fort recommandable dans les degrés supérieurs des écoles à trois maîtres. L'enseignement de la grammaire doit être inductif, c'est-à-dire procéder du concret à l'abstrait, de l'exemple à la règle, Par la. comparaison des textes de lecture, par (Je petites phrases écrites au tableau, dans lesquelles la règle à apprendre se trouve appliquée, les élèves sont amenés à reconnaître d'eux-mêmes cette règle, à la formuler et à l'appliquer dans des exercices variés. En tout cas, le rôle de la grainmaire consiste à faire «connaître» aux enfants d'une manière raisonné ce qu'ils «savent» déjà par suite des nombreux exercices de conversation et de lecture. Elle ne prétend donc pas apprendre aux élèves la langue nouvelle, elle n'est qu'un moyen pour mieux en retenir les lois. Outre la dictée, la traduction rendra 977 d'excellents services. Seulement, on devra choisir autant que possible des textes suivis, composés de phrases simples, empruntées au langage usuel de la vie journalière. L'orthographe est cultivée dans les classes inférieures par la copie des textes de lecture. Plus tard, on peut l'aire transcrire de mémoire ou épeler par cœur et recourir à la dictée. Celleci doit être préparée comme un morceau de lecture expliquée, naturellement d'une façon bien plus succincte. Après cette préparation, le texte entier est lu par le maître, puis dicté par fragments, relu à la fin et corrigé soit par le maître, soit en commun. Pour les 6e et 7e années, les exercices de rédaction se rattachent surtout aux leçons de langage et de lecture. Ils consistent dans la transformation de morceaux déjà lus ou dans la reproduction de sujets faciles, à la portée de l'intelligence enfantine et dûment préparés. A ces exercices peuvent s'ajouter de petites lettres familières et des descriptions très simples d'après un. questionnaire ou un canevas donné par le maître. L'emploi fréquent du français étant indispensable à l'étude de cotte langue, il y a lieu d'en faire usage accessoirement dans toutes les branches d'enseignement qui s'y prêtent facilement. A partir de la 6e année d'études, certains exercices de calcul seront répétés en français. En, géométrie, les termes techniques seront indiqués en allemand et; en français: Au cours de gymnastique, les commandements seront donnés alternativement dans les deux langues. Rechnen. Ziel. — Durch den Rechenunterricht sollen die Schüler befähigt werden, die im gewöhnlichen Leben vorkommenden Rechenaufgaben sowohl mündlich als auch schriftlich zu lösen. Außerdem bildet der Rechenunterricht auf allen Stufen eine ausgezeichnete Gynmastik des Geistes, da durch ihn die Schüler an logisches Denken und an richtiges Sprechen gewöhnt werden. Beim Rechenunterricht bilden die Kinder für jedes Schuljahr eine eigene Abteilung. Nur in der einklassigen Schule werden das 6. und 7. Schuljahr gemeinsam unterrichtet. Zur Förderung der Wiederholung ist es überall ratsam, gelegentlich die zwei Schuljahre derselben Stufe zusammenzulegen. Unterstufe. Ziel.— Es handelt sich auf dieser Stufe darum, den Kindern einen klaren Begriff über die Zahlen von 1 — 50 zu vermitteln und ihnen in den 4 Operationen innerhalb dieses Kreises eine gewisse Gewandtheit im Kopfrechnen zu ver schaffen. Stoff. 1. Schuljahr. Die 4 Grundrechnungsarten innerhalb des Zahlenkreises von 1— 10 in benannten, reinen und angewandten Zahlen : 1. Entstehen der Zahlen von 1 — 5 einschließlich. 2. Vor- und Rückwärtszählen. Stellung der Zahlen. 3. Einüben der Ziffern. 4. Zuzählen (Addition), zuerst mündlich, dann schriftlich. Darstellung mit den Fingern, Kugeln, Stäbchen, Strichen usw., dann mit Ziffern. Anwendung in Aufgaben. 5. Abzählen (Subtraktion). Verfahren wie bei der Addition. Addition und Subtraktion in Verbindung. 6. Zerlegen der Zahlen an der Rechenmaschine. Zahlenbilder. 7. Erweiterung des Zahlenkreises bis 10 einschließlich. Dasselbe Verfahren wie bei 1 — 5. 8. Zahlenreihen auf- und abwärts als Vorbereitung auf die Multiplikation. 9. Vervielfachen und Teilen (Multiplikation und Division), zuerst mündlich, dann schriftlich. 10. Diesen Übungen entsprechende, kleine Aufgaben aus dem Leben. 64 c 978 2. Schuljahr. Das Rechnen mit benannten, reinen und angewandten Zahlen im Zahlemaum von 1—50. 1. Wiederholung der Aufgabe des 1. SchulWahres. 2. Der Zehner im Verhältnis zum Einer. 3. Erweiterung des Zahlenkreises von 10 — 20, von 20 — 50. Dasselbe Verfahren wie im 1. Schuljahr. 4. Die 4 Operationen einzeln und in Verbindung. 5. Kleine Aufgaben aus dem Leben. Mittelstufe. Ziel. — Fertigkeit im Rechnen in den vier Grundrechnungsarten, in jedem gebräuchlichen Zahlenraum mit benannten, reinen und angewandten Zahlen. Stoff. 3. Schuljahr. Zahlenkreis von 1 — 1000. 1. Wiederholung des Zahlenraumes von 1 — 50 und Behandlung des Zahlenraumes von 50 — 100 ; von 100 —1000. 2. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen. Zählen der Hunderter, der Hunderter und Zehner, der Hunderter, Zehner und Einer. 3. Die 4 Grundrechnungsarten. Geläufiges Kopfrechnen im ersten Hunderter. Sichere Einprägung des Einmaleins bis 100. Tafelrechnen bis 1000. 4. Aufgaben, über die 4 Operationen. 4. Schuljahr. 1. Auffassen, Schreiben und Lesen der Zahlen im Zahlenkreise bis 100.000. 2. Die 4 Grundrechnungsarten. Kopf- und Tafelrechnen. Aufgaben über die 4 Operationen in Kopf- und Tafelrechnen. 3. Die römischen Ziffern bis XII. 4. Außerdem werden die Kinder auf anschaulichem Wege bekannt gemacht mit Meter, Franken, Liter und Gramm, sowie mit den ge- bräuchlichsten Über- und Unterabteilungen derselben. Oberstufe. Ziel. — Auf dieser Stufe sollen die Schüler eine große Fertigkeit im Rechnen mit ganzen und gebrochenen Zahlen erhalten, sowie die verschiedenen praktischen Rechenaufgaben mit Einsicht und Verständnis lösen lernen. Stoff. 5. Schuljahr. 1. Zusammenfassende Wiederholung der ganzen Zahlen in jedem gebräuchlichen Zahlenkreise. 2. Die Dezimalzahlen :
  15. a)Teilung des Meters, des Liters, der Münzen und Gewichte. Wesen, Schreiben und Lesen der Dezimalzahlen ;
  16. b)Gleichnamigmachen und Abkürzen ;
  17. c)die 4 Operationen ;
  18. d)praktische Aufgaben. 3. Eingehende Behandlung des metrischen Maß- und Gewichtssystems. Längen-, Flächen-, Körper- und Hohlmaße, Gewichte. Die Begriffe werden nicht durch Definition oder an Hand von bildlichen Darstellungen gegeben, sondern die Schüler müssen sich dieselben vielmehr selbst durch die Betätigung mit wirklichen Dingen erarbeiten. Geeignete Anschauungsmittel sind darum unbedingt erforderlich. 6. Schuljahr. 1. Flächen- und Körperrechnen. Als Anwendung der bei Behandlung der metrischen Maße und Gewichte erworbenen Begrifft werden wirkliche Flächen und Körper, wie Fußboden, Wände, Schulhof, Schulgarten, Felder (Quadrat, Rechteck, Trapez, Dreieck), Schulzimmer, Steine, Mauern (Würfel, Prisma), gemessen und berechnet. Dabei lernen die Kinder auch die Meßinstrumente handhaben. 2. B e h a n d l u n g der B r u c h l e h r s . Entstehen, Schreiben und Lesen der Brüche. Verwandlung ganzer und gemischter Zahlen in Brüche und umgekehrt; Erweitern, Kürzen und Gleichnamigmachen der Brüche. Verwandlung 979 gemeiner Brüche in Dezimalbrüche. Die vier Operationen. Anwendung in Aufgaben. Das Entstehen der Brüche ist an wirklichen Gegenständen durch Teilung derselben zu veranschaulichen. Das Rechnen mit großen und unbequemen Nennern, insbesondere das Gleichnamigmachen mehrerer Brüche, deren Hauptnenner eine große Zahl und nicht ohne weiteres erkennbar ist, bleibt ausgeschlossen. 3. Die bürgerlichen Nechnungsarten. Regeldetri (einfache Fälle). Prozentrechnungen. Es werden nur Gewinn, Verlust, Rabatt, Skonto, Zins gesucht. Zinseszinsrechrechnungen werden nach Art einfacher Zinsrechnungen gelöst ; Sparkasse; einfache Gesellschafts- und Teilungsrechnungen. 7. Schuljahr.
  19. a)In der einklassigen Schule wird das 7. Schuljahr mit dem 6. gemeinsam unterrichtet. Es werden ihm weitere Aufgaben über den Stoff des 6. Schuljahres mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse des praktischen Lebens aufgegeben.
  20. b)In der mohrklassigen Schule kommen außerdem zur Behandlung : I. Bürgerliches Rechnen : 1. Prozentrechnungen, bei denen der Ankaufspreis, bezw. das Kapital und der Zinsfuß gesucht werden. 2. Mischungs- und Durchschnittsrechnungen. 3. Einfache Berechnungen über Versicherungswesen und Krankenkasse. II. Geometrische Formenlehre : Flächen, Winkel, LinienAufsuchen und Erkennen derselben an wirklichen Gegenständen. Berechnung von Quadrat, Rechteck, Trapez, Dreieck (-Wiederholung), + Vieleck, Kreis. Körper : Würfel, Prisma (-Wiederholung), Walze. + Kegel und + Kegelstumpf, + Pyramide und + Pyramidenstumpf.
  21. c)In Schulen mit getrenntem 7. Schuljahr ferner : Aufgaben aus Haus- und Volkswirtschaft über Ernährung, + Handel und Gewerbe, + Vorkehrsleben, Versicherungswesen, Steuern. Die mit + bezeichneten Stoffe kommen bloß für Knabenschulen in Betracht. Behandlung. — Beim Rechnen kommt es vorzugsweise auf Klares V e r s t ä n d n i s an. Dieses wird aber in der Primärschule nur auf dem Weg der Anschauung gewonnen. Daher ist vor allem für geeignete Veranschaulichung der Zahlenbegriffe, Zahlenverhältnisse und Zahlenoperationen zu sorgen. Als Veranschaulichungsmittel sind neben dem Fingerzählen zu empfehlen : Rechenmaschine, Stäbchen, Zahlenbilder, zeichnerische Darstellung von Gegenständen, Maße, Gewichte, geometrische Flächen und Körper, von den Unterrichtsbehörden empfohlene Sammlungen. Das Kopfrechnen ist auf allen Stufen mit größter Sorgfalt zu pflegen. Jede neue Rechnungsart wird durch Kopfrechnen eingeleitet. Ist genügendes Verständnis erzielt, so tritt das Schriftrechnen neben das Kopfrechnen und wird mit gleicher Sorgfalt behandelt. Eine saubere, übersichtliche Darstellung der Operationen ist allenthalben geboten. Bei den grundlegenden Operationen ist bis zur völligen Beherrschung zu verweilen. Aus der richtigen Auffassung und der mündlichen Lösung einzelner Beispiele sollen die Regeln von den Schülern selbsttätig erkannt, unter Beihilfe des Lehrers in eine kurze Form gebracht und dem Gedächtnis eingeprägt werden. Die so erkannte Regel wird hierauf durch vielfache Übung dem dauernden geistigen Besitz der Schüler vermittelt. Das Rechnen mit benannten Zahlen geht dem Rechnen mitreinen Zahlen, und dieses dem angewandten R e c h n e n stets vorher. Zur Erzielung größerer Rechenfertigkeit ist häufig das T a k t r e c h n e n zu üben. Aufgaben mit m e h r e r e n Operationen kommen auf allen Stufen vor. Das Entstehen und Anschreiben der Dezimalen wird im Anschluß an die Numeration der ganzen Zahlen und am Meter 980 geübt, sowie an Münzen und Gewichten ver- verschiedene Rechenaufgaben bei der Wiederholung in französischer Sprache gelöst worden. anschaulicht. Beim Taselrechnen ist dafür zu sorgen, In der Geometrie sollen die Bezeichnungen in daß die Schüler die Operationen mit unbenann- deutscher und französischer Sprache gegeben ten Zahlen nicht bloß mechanisch, sondern mit werden. Sparsamkeit und haushälterischer Sinn sollen Einsicht und Verständnis vornehmen und bei der Lösung von Aufgaben die Sach- und Zahlen- durch den Rechenunterricht gepflegt werden. verhältnisse klar erfassen. Beim schriftlichen Rechnen ist auf allen Stufen auf saubere und Anfangsgründe der Naturwissenschaften. formenrichtige Ausführung der Ziffern zu halten. A. Natursgeschichte. Bei jeder Aufgabe muß das E r k e n n e n Ziel. — Der naturgeschichtliche Unterricht hat der Sachund Zahlenverh ältnisse der Auflösung und diese der Umrechnung vor- einen doppelten Zweck. Er soll die Kinder mit hergehen. Die Aufgabe darf mithin außer dem den wichtigsten Lebenserschemungen der Tierzu lösenden Zahlenverhältnis nichts Unbekanntes und Pflanzenwelt, speziell der Heimat, sowie mit enthalten. Sind zum Verständnis sachliche Er- dem Bau und der Pflege des menschlichen Körpers klärungen nötig, so werden sie vor der Lösung bekannt machen. Insbesondere aber soll durch dender Aufgabe gegeben. Auch die wichtigsten Begriffe selben der Beobachtungesiun geweckt und geschärft über Maße, Gewichte und Münzen müssen dort, und das Kind zu selbständigem Denken und zu wo sie zum ersten Mal auftreten, in leicht faß- sinniger Betrachtung der Natur angeleitet werden. licher Form vorbereitend erklärt werden. Das 5, 7. und 7. Schuljahr worden in einer Auf allen Stufen werden die Kinder mit den Abteilung unterrichtet. Der Lehrgang ist dreiRechenvorteilen bekannt gemacht. Zu- jährig. In Schulen mit getrenntem 7. Schulnächst ist nur das Normalverfahren zu zeigen jahr bleibt der Stoff der 3. Eorie dieser Stufe und zu üben ; erst später gehe mau auf Kürzun- vorbehalten. gen und Nebenverfahren ein. Stoff. Die Auswahl der Aufgaben ist so l. Serie. zu treffen, daß sie die Fassungskraft der Ander 1. In Haus und Hof. Pferd, Rind, nicht übersteigen und den Bedürfnissen des prakSchwein, Hund, Katze, Huhn, Ente, Gans. tischen Lebens Rechnung tragen. Sie sind darum Bedeutung der Haustiere. Tierschutz. in Landschulen mehr den landwirtschaftlichen, 2. D e r G a r t e n . Echneeglöctchen, Veilchen, in Stadtschulen mehr den gelverblichen und in Stiefmütterchen, Bohne, Erbse, Möhre, Biene, Mädchenklassen mehr den hauswirtschaftlichen Maikäfer, Kohlweißling, Sperling, Schwalbe, Verhältnissen anzupassen. Dabeisullen die AugaBuchfink, Nachtigall. Bedeutung der Singvögel. ben über Preise, Maße u. dgl. möglichst genau der Wirklichkeit entsprechen. Auch sollen die Kinder Vogelschuß. 3. Das Feld. Das, Getreidefeld : Weizen, möglichst früh zur Selbstbildung von Aufgaben Roggen, Hafer, Kornrade, Komblume, Klatschangeleitet werden. Bei der Niederschrift der mohn, Ackerwinde, Kamille, Taubnessel. Lösungen hat die übersichtliche Aufstellung der Flachs, Kartoffel. Lerche, Saatkrähe, Hase. Operationen stets der sprachlichen Darstellung II. Serie. der Lösung voranzugehen. Für den französischen Sprachunterricht ist es 1. In der Erde. Schichtung der Gesteine. von großem Vorteil, wenn vom 6. Schuljahr ab Beschreibung einzelner Gestemsarten : Sand- 981 stein, Kalk, Schiefer, Eisen. Herkunft und Gewinnung der Steinkohle, des Kochsalzes, des Petroleums. mat in Betracht. Ausländische Tiere und Pfanzen werden nur vergleichsweise zur Besprechung herangezogen. Kurze, lebendige Schilderungen an passender Stelle im Geographieunterricht 2. Die Wiese. Gänseblümchen, Löwenzahn, Schlüsselblume, Knabenkraut, Wiesenschaumkraut, interessieren die Kinder mehr. Bei dem Bau und den Lebenserscheinungen Hahnenfuß, Herbstzeitlose, gefleckter Schierling, Sinnpfdotterblume, Schnecke, Regenwurm, des menschlichen Körpers ist das Hauptgewicht Maulwurf. Am Wasser: Frosch, Forelle, Fluß- auf die Gesundheitslehre zu legen. Auf die Gefahren, die der Menschheit von dem Alkohol krebs. und der Tuberkulose drohen, kann nicht früh 3. Der Wald. Maiglöckchen, Erdbeere, genug hingewiesen werden. Seidelbast, Tollkirsche, Fingerhut, Haselnußstrauch, Holunder, Laub- und Nadelhölzer Pilze, Behandlung. — Die Behandlung geht (Champignon). Moose (Das goldene Frauen- stets von der A u s c h a n u n g aus, aber nicht haar). Farne (Wurmfarn). Kuckuck, Specht Eich- bloß von der Anschauung irgendwelcher Nachhörnchen, Ringelnatter, Ameise, Eidechse, Fuchs, bildungen, sondern vor allem der lebenden Natur. Reh. Wenn keine gute Veranschaulichung möglich III. Serie. ist, darf der betreffende Gegenstand nicht behandelt Dermenschliche Körper. Gesund- werden. Wesentlich unterstützt wird deshalb heitslehre. Einfache Belehrungen über der Unterricht durch den Schulgarten, Pflanzen Bewegungsorgane (Knochen, Muskeln, Ernäh- im Schulzimmer, naturkundliche Sammlungen rungsorgane (Verdanungskanal, Blutkreislauf, und Anschauungsmaterial, kleine Versuche einAtmung), Enlpfindungsorgane (Gehirn, Nerven, fachster Art und Wandtafelzeichnungen. Auch Sinne). Pflege dieser Organe. Hygiene der Nah- sind die durch Reglement vom 30. März rung, Kleidung und Wohnung. Alkoholismus 19,15 vorgesehenen S c h u l a u s f l ü g e tunlichst und Tuberkulose. für den naturgeschichtlichen Unterricht nutzbar zu machen, weil sie es ermöglichen, die Pflanze Aus dem vorstehenden Stoffverzeichnis ist an ihrem Standorte, die Biene an der Blüte, eine Answnhl zu treffen. In ein- und den Frosch im Teiche usw. zu beobachten und zweiklassigen S c h u l e n müssen jähr- durch unmittelbare Anschauung nachzuweisen, wie lich mindestens 6, in dreiklassigen min- auch die Tiere und die Pflanzen aufeinander destens 9 naturkundliche Gegenstände zur ver- angewiesen und von ihrer Umgebung abhängig weilenden Besprechung gelangen. Überall ist sind. Die Beobachtungen auf Schulspaziergängen gewinnen zudem für die Kinder die den Ortsverhältuissen Rechnung zu tragen. In den einund zweilassigen Bedeutung anziehender Erlebnisse und erzeugen Schulen, die von Lehrern geleitet sind, deshalb tiefere und nachhaltigere Eindrücke als werden die zum Verständnis notwendigen Beleh- die Wahrnehmungen an den Anschanungsmitteln rungen aus der Naturlehre, in solchen, die im Schulzimmer. Aus diesem Grunde sollen auch von Lehrerinnein geleitet werden, die wich- die Schüler veranlaßt und angeleitet werden, tigsten Unterweisungen in der H a u s h a l t u n g s - auf allen ihren Wegen und Naturwanderungen k u n d e gelegentlich an die vorgenannten Stoff- selbständig zu beobachten. Die auf solche Art gewonnenen Eindrücke und gruppen angöschlofsen. Bei der Auswahl des Stoffes kom- Beobachtungen bilden eine wertvolle Grundlage naturgeschichtlichen Untermen vor allem die Naturgegenstände der Hei- des 982 richts. Dieser betrachtet zunächst jede Lebensgemeinschaft als natürliches Ganzes. Sodann erfolgt die Behandlung einzelner wichtiger Glieder der Gemeinschaft, deren Auswahl vom Lehrer in planmäßiger Weise, je nach den örtlichen Verhältnissen und auf Grund des Lehrplans zu treffen ist. Während der Behandlung müssen die Schüler das Anschauungsmaterial vor Augen haben. Von Pflanzen ist möglichst für jedes Kind ein Exemplar in die Klasse zu bringen. Die Schüler betrachten den Gegenstand eine Weile aufmerksam und sagen aus, was sie daran wahrnehmen oder was ihnen infolge früherer Beobachtungen bereits darüber bekannt ist. Dabei sorgt der Lehrer, daß sie keine wesentlichen Merkmale übergehen und gibt bei falschen Ausdrücken die richtige Benennung. Nun erfolgt die eigentliche Besprechung, bei welcher der Lehrer sich der fragend - entwickelnden Lehrweise bedient. Sie vollzieht sich in Einzelabschnitten, deren Gliederung durch die Eigenart des Naturgegenstandes bestimmt wird und keinesfalls ein starres Schema bilden darf. Wo das beschreibende Wort zur Erklärung nicht genügt, soll der Lehrer zur farbigen Kreide greifen und unter Mithilfe der Klasse in einfachen Zügen (Faustzeichnung) den Umriß des Geschauten an der Wandtafel erstehen lassen. Im allgemeinen ist die Besprechung auf das Wesentliche zu beschränken und darf sich nicht in Einzelheiten verlieren. — Soweit das Verständnis der Schüler es zuläßt, wird auch auf den ursächlichen Zusammenhang zwischen Aufenthalt, Bau und Lebensweise hingewiesen und kann bei passender Gelegenheit die Gewinnung leichter biologischer Sätze angestrebt werden. Auch wird die Aufmerksamkeit des Schülers auf die Bedeutung des besprochenen Gegenstandes für den Menschen, seine Verwertung im Haushalte, in der Heilkunde usw. gelenkt. — Die Hauptergebnisse des Unterrichts werden am Schlüsse eines jeden Abschnittes, sowie zu Ende der ganzen Betrachtung kurz zusammengefaßt und eingeprägt. Die mündliche und schriftliche Wiedergabe ist, soweit dies möglich, durch einfache Umrißzeichnungen zu unterstützen. Es kann nicht genug betont werden, daß der naturgeschichtliche Unterricht sorgfältig der Fassungskraft und der seelischen Eigenart des Kindes anzupassen ist. Das Streben nach wissenschaftlicher Systematik oder Gründlichkeit ist deshalb ebenso zu verwerfen wie trockenes Beschreiben und Zergliedern. Fachansdrücke sind nur in unvermeidlichen Fällen zu gebrauchen. Damit der naturkundliche Unterricht wirkliche Anregung und bleibenden Wert biete, darf er das beim Kinde so reich entwickelte Phantasie- und Gemütsleben nicht zu kurz kommen lassen. Die poetische Belebung der Natur ist der Kindesseele recht angemessen. Im allgemeinen darf der Lehrer nichts verabsäumen, was geeignet ist, den Unterricht anziehend und frisch zu gestalten, das Kind zu freudigem Naturgenusse Anzuleiten und dessen Selbsttätigkeit im Beobachten und Denken zu wecken und zu fördern. Denn letzten Endes ist dies das Hauptziel des naturkundlichen Unterrichts und nicht der zu erwerbende Wissensstoff. Daneben soll der Unterricht auf den Schönheitssinn der Kinder bildend einwirken, indem der Lehrer sie, allerdings in unanfdringlicher Weise, auf den Formenreichtum, den zweckmäßigen Ball, die. Farbenpracht usw. der Lebewesen aufmerksam macht und ihr Auge für die Wunder der Natur erschließt. Der Unterricht hat forner die hohe sittliche Aufgabe, im Herzen der Schüler Mitleid für die schwächeren Lebewesen der Tierund Pflanzenwelt zu wecken. Dem oft unüberlegten Grausamkeits- und Zerstörungssinn der Jugend kann am besten durch liebevolle Behandlung des Anschanungsmaterials seitens der Kinder sowie dos Lehrstoffes seitens des Lehrers gesteuert werden. Auch auf Schulspaziergangen ist dieses Ziel nicht aus dem Auge zu 983 verlieren. Wenn Schüler bei solchen Natur- vorausfetzt, ist die einzig richtige auf dem Gegangen prächtige Feldblumen nutzlos ausreißen, biete der Naturlehre. den Wurm im Staube herzlos zertreten und Der Lehrer muß darum von den alltägfarbenglühende Schmetterlinge zwecklos ein- lichen Vorgängen und Erscheinungen, oder fangen dürfen, hat der naturgeschichtliche Unter- von Dingen resp. Werkzeugen des gewöhnlichen richt die edelste seiner Aufgaben nicht erfüllt. Lebens ausgehen. Belebt und ergänzt wird der Unterricht durch Einfache Verfuche schließen sich an. Sie d a s L e s e b u c h oder auch durch geeignete sind unentbehrlich, wo es gilt, zwischen Fragen Iugendschriften. Die einschlägigen Lesestücke und Mutmaßungen zu entscheiden, zu denen die des Handbuches dürfen keinesfalls in wissen- Schüler durch die Beobachtung her täglich ihnen schaftlichen Darstellungen und trockenen Beschrei- gegenübertretenden Naturerscheinungen angebungen bestehen, sondern es sind dafür ausschließ- regt wurden. Ein Unterricht ohne Versuche, wenn lich lebensvolle Schilderungen und Plaudereien, auch einfachster Art, sollte lieber unterbleiben. vor allem aber fesselnde und gemütvolle Natur- Dem Experiment folgt die Besprechung erzählungen, Gedichte, Lieder und Rätsel geeignet. der beobachteten Vorgänge und die AbleiUnter dieser Voraussetzung wird der notwendige tung des Gesetzes, sowie dessen Anwendung Zusammenhang zwischen dem deutschen und auf die Verhältnisse des praktifchen Lebens. dem naturkundlichen Unterricht aufrechterhalten, Die Lehrweise ist die fragend-entwikund werden sich beide gegenseitig beleben und kelnde. Die Schüler müssen beobachten bereichern. und aus ihren Beobachtungen Schlüsse ziehen, wodurch ihr Trieb zur Selbsttätigkeit in hohem B. Natutlehre. Maße gefördert wird. Z u dem Ende sind sie Dreiklassige Knabenschulen. auch anzuhalten, verwandte Erscheinungen selbst Ziel. — Aufgabe des Unterrichts in der Natur- aufzusuchen, Beobachtungsaufgaben zu lösen, lehre ist, den Knaben leichtfaßliche und anregen- den Versuch mündlich und schriftlich darzude Belehrungen über die wichtigsten Naturer- stellen und diese Darstellung durch einfache Zeichscheinungen, die der Mensch täglich beobachten nungen und selbstgebaute Apparate zu verkann und die für das praktische Leben von Bedeu- anschaulichen. Wie der Unterricht in der Naturgeschichte, so tung sind, zu vermitteln. ist auch jener in der Naturlehre sorgfältig auf Der Lehrgang ist einjährig. die Fassungskraft der Schüler einzustellen. Er 7. Schuljahr. hat nicht zur Aufgabe, Wissenschaft zu lehren, Stoff. sondern das Verständnis für die gewöhnHebel und Wage, Wasser und Wasserleitung. lichsten und einflußreichsten Naturerscheinungen Luft und Luftdruck, Barometer, Heber, Pumpe. zu eröffnen und zu scharfem Beobachten und Der Schall. Das Licht, Einfluß auf Tier- und selbständigem Denken anzuleiten. Dieser GrundPflanzenwelt. Die Wärme und ihre Wirkungen, satz ist auch für den entsprechenden Teil des LeseThermometer. Wässerige Lufterscheinungen. buches maßgebend, der in schlichter Sprache und Wind. Leuchtgas und Elektrizität. Gewitter, anschaulicher Darstellung zu halten ist. Die betrefVerhältungsinaßreheln. Blitzableiter. fenden Lesestücke werden sich unter dieser BeBehandlung. — Dieinduktive Metho- dingung auch für den deutschen Unterricht verde, die allerdings eine gründliche Vorbereitung werten lassen, was i n jenen Schulen von besondes Lehrers und einen anregenden Unterricht derer Bedeutung ist, wo ein systematischer 984 Unterricht in der Naturlehre nicht erteilt werden kann. C. Haushaltungskunde. Dreiklassige Mädchenschulen. Ziel. — Der Unterricht in der Hamhaltungskunde bezweckt, den Schülerinnen leichtfaßliche und anregende Unterweisun, en über Gesundheitslehre und Ernährung fragen zu vermitteln, ihren haushälterischen Sinn zu weclen und sie an Reinlichkeit und Ordnung in der Verrichtung der tä lichen Hau hellun cr eienzu ewigen, in einem Vort, die Erziehun de hercnuedsenden Mädchens zur Hau tran anzulahuen. Die Haushaaltungskunde tritt in Mädchens c h u l e n an die Stelle der Naturlehre. Der Lehrgang ist einjährig. Stoff. 7. Schuljahr. 1. Das Wuhnhaus :
  22. a)Die Wohn u n g . Anforderungen, innere Einrichtung, Reinhaltung und Lüftung, Zimmerpflanzen,
  23. b)Die Küche. Küchengeräte und Kochgeschirr, Behandlung derselben, Spülen und Putzen,
  24. c)Die Heizung. Der Ofen, Brennmaterial, Vorsichtsmaßregeln.
  25. d)Die Beleuchtung. Behandlung der Lampe, Leuchtstoffe, Vorsichtsmaßregeln. 2. DieKleidung : Zweck, Beschaffenheit, Neinlichhalten der Kleidungsstücke und der Wäsche, Entflecken, Ausbessern. 3. Die Eernährung : Nährstoffe, Nahrungsmittel, Gewürze, Getränke, Aufbewahrung der Nahrungs- und Genußmittel, schädliche Stoffe in den Nahrungs- und Genutzmitteln, Tischdecken, Auftragen der Speisen, Verhalten bei Tisch. 4. Gesundheits- und Krankenpflege : Behandlung der Kranken, Verhütung von ansteckenden Krankheiten, erste Hilfeleistung bei Erkrankungen und Unglücksfällen. 5. Überden Berufdes M ä d c h e n s : Häusliche Tugenden, Sparsamkeit im Haushalt, Führung des Haushaltungsbuches. Behandlung. — Die Behandlung gestaltet sich im großen ganzen wie bei den Stoffen der Naturgeschichte oder der Naturlehre, je nachdem der Gel eustand mehr dem einen oder dem anderen Gebiete ancchört. Sie muß stets von der unmittel b a r e n Anschauung ausgehen. Für den die lezüglichen Teil des Leseluches gelten die beim Kapitel „ Behandlung der Naturlehre" auf estellten Jorderun, en. Landesgeschichte und Luxemburgisch. Ziel. — A. Geschichte. Der Geschichtsunterricht hat die Auf, abe, die Schüler mit den hervorragendsten Persönlichkeiten und wichtigsten Erei, nissen unserer Geschichte, sowie mit den wesentlichen Kulturzuständen der Vergangenheit bekannt zu machen und in ihren, Herzen Liebe zum Vaterland und zum Herrscherhause zu wecken. Bis zu einen : gewissen Grade soll derselbe den Kindern auch das Verständnis unseres heutigen Staatewesens vermitteln. B. Luxemburgisch. Ziel dieses Unterrichtszweiges ist, die Kinder mit einigen hervorragenden Erzeugnissen unserer Nationalliteratur bekannt zu machen, ihnen Liebe zur Heimatspräche einzuflößen und Verständnis für unsere nationale Eigenart zu vermitteln. Der Stoff wird durch das Handbuch über das Luxemburgische Schrifttum geboten, der Unterricht im Anschluß an den deutschen Sprachunterricht auf der Oberstufe (5., 6. und 7. Schuljahr) erteilt. Der Lehrgang für den Geschlchtsunterricht ist zweijährig. Die zwei oberen Jahrgänge werden in einer Abteilung unterrichtet; nur bei getrenntem 7. Schuljahr bleibt der Stoff der 2. Serie dieser Stufe vorbehalten. Stoff. 6. und 7. Schuljahr. Erste Serie. — 1. Älteste Zeit : Die Urbewohner des Landes. Kelten, Römer, Fran- 985 ken. Die Einführung des Christentums, St. Willibrord. Karl der Große. 2. Das Land eine Grafschaft : Ursprung der Grafschaft, Siegfried. Ermesinde. Heinrich V I I . Johann der Blinde. 3. Das Land ein Herzogtum : Karl IV. Wenzeslaus. Sigiömund. Luxemburger auf dem deutschen Kaiserthron. 4. Die burgundische und die spa- findet am Schlüsse der Behandlung eine Wiedergabe seitens der Schüler statt, wobei der Lehrer darauf zu achten hat, daß diese nicht z u e i n e m m e c h a n i s c h e n Hersagen ausarte. Die Kinder sollen vielmehr angehalten werden, sich in den geschichtlichen Erzählungen und Beschreibungen, so weit es angeht, in freier, natürlicher Weise auszudrücken. Gelegentlich wird auf die allmähliche nische Herrschaft. Entwicklung der Kulturzustände Zweite Serie. — 5. Die österreiwährend der besprochenen Zeitperiode hingechifche H e r r s c h a f t : Maria Theresia. wiesen. Nur muß dies in einer der Fassungskraft Joseph II. und dem Interesse der Schüler entsprechenden 6. Die französische H e r r s c h a f t : Weise geschehen. G e s c h i c h t s z a h l e n sind auf das Nötigste Die französische Revolution. Napoleon I. 7. Das Land ein Großherzogtum : zu beschränken. Die im Geschichtsunterricht A. Das Land in Personalunion vorkommenden Örtlichkeiten werden aus mit Holland. Der Wiener Kongreß. Wil- der Karte festgestellt und eingeprägt. Die Hauptereignisse der allgehelm I., Wilhelm II., Wilhelm III. Der StattGeschichte finden nur in dem halter Prinz Heinrich. Selbständigkeit des Lan- meinen des. B. D a s L a n d u n t e r o i g e n e n F ü r - Maße Berücksichtigung, als sie mit der vatersten : Großherzog Adolf. Großherzog Wilhelm. ländischen in engster Verbindung stehen. Das Lesebuch bietet den Stoff durch kurze Die Regentschaft. Großherzogin Maria Adelheid. Darstellungen in anziehender Erzählungssorm, Großherzogin Charlotte. Behandlung. — Heimatliche Sagen und leichte sowie durch veranschaulichende Gedichte, um geschichtliche Erzählungen der Mttelstufe bilden den Zusammenhang zwischen Geschichts- und die Vorstufe zum eigentlichen Geschichts- Sprachunterricht zu sichern und beide für einander nutzbar zu gestalten. Auch Jugendschriften unterricht. Jede Geschichtsstunde beginnt mit der zusam- und Erzählungen geschichtlichen Inhalts können menhängenden Wiederholung des an geeigneter Stelle zur Belebung und Ergänzung des Unterrichts herangezogen werden. in der letzten Lektion behandelten Stoffes. Die Ulberleitung zu dem nenen Stoff Geographie. geschieht mit wenigen Sätzen; oft genügt die Ziel. — Durch den geographischen Unterbloße Zielangabe. richt sollen die Kinder mit unserm Vaterland, Das Neue selbst wird dargeboten durch namentlich mit seiner natürlichen Beschaffenheit, freies, anschauliches und lebendiges Vorerzählen. seinen Einrichtungen, der Tätigkeit seiner BeWirtsam unterstützt wird der Vortrag des Lehwohner und seinen Erzeugnissen bekannt gemacht rers durch den Gebrauch von Karten, Bildern, werden. Außerdem soll ihnen das WissensWandtafelstizzen und gegebenenfalls durch Anwerteste über die übrigen Länder Europas und knüpfung an Altertümer, Münzen, Denkmäler, die fremden Erdteile, sowie über das VerhältBauten, Volksbräuche und Volkssagen. Nach Abfragen des dargebotenen Stoffes nis der Erde zum Weltall vermittelt werden. 64d 986 Der Unterricht beginnt mit dem 5. Schuljahr. Die Schüler der Oberstufe werden in zwei Abteilungen unterrichtet. Für die 1. Abteilung, das 5. Schuljahr, ist der Lehrgang einjährig, für die, 2. Abteilung, das 6. und 7. Schuljahr, aber zweijährig., Nur wo das 7. Schuljahr getrennt unterrichtet wird, bleibt der Stoff der 2. Serie dieser Stufe vorbehalten. Stoff. 5. Schuljahr. 1. Einführung in das Kartenverständnis : Schulsaal, Schulhaus, Schulviertel, Wohnort und Gemarkung werden in verjüngtem Maßstab gezeichnet und die Zeichnungen gedeutet. 2. Die heimatliche Gemeinde : Plan der Gemeinde. 3. Der heimatliche Kandton : Lage, Grenzen, Vodenbeschaffenheit, Bewässerung, Bodenerzeugnisse, Industrie und Handel, Märkte, Verkehrswege. Gemeinden. Sehenswürdigkeiten. Karte des Kantons. 4. Der heimatliche Distrikt. Die benachbarten Kantone. Der heimatliche Distrikt als Ganzes. Karte des Distrikts. 6. und 7. Schuljahr. Erste Serie.— 1. Das Luxemburger Land : Lage, Grenzen, Ausdehnung, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung, Klima, Bodenschätze und Bodenprodukte, Ackerbau und Viehzucht, Weinbau, Gewerbe, Industrie und Handel, Verkehrswege, Bevölkerung. Kurzer Überblick über die geschichtliche Verschiebung der Landesgrenzen. Bürgerliche, gerichtliche und kirchliche Einteilung. 2. Unsere N a c h b a r l ä n d e r : Belgien, Frankreich, Deutschland. Zweite Serie. — 1. Kurze Betrachtung des Globus : Gestalt der Erde, Verteilung von Land und Wasser, Erdteile und Ozeane, Erdachse und Pole, Längen- und Breitegrade. Die Zonen. Drehungen der Erde. Tages- und Jahreszeiten. Die Mondphasen, Mond- und Sonnenfinsternisse. 2. Die fünf Erdteile. — Allgemeines über Europa. Die einzelnen Staaten mit ihren Hauptstädten. Das Wichtigste über die außereuropäischen Erdteile. Behandlung. — Der Geographieunterricht beginnt mit der Einführung der Schüler in das Kartenvorständnis und das verständige Kartenlesen. Beiden Übungen ist von Anfang an die größte Bedeutung beizulegen. Die Behandlung der Gemeinde und des Kantons muß von der unmittelbaren Anschauung ausgehen. Die Vorführung der entfernteren Gebiete des Heimtlandes geschieht am besten durch Schilderung in Gestalt lebensvoller Neisebeschrcibungen, die mit leichter Mühe mittels gutgewählter photographischer Bilder (Ansichtskarten) veranschaulicht werden können. Die Behandlung der Nachbarländer erfolgt nach einer feststehenden Gliederung wie: Lage, Größe, Bodengestaltung, Bewässerung, Klima, Erzeugnisse, Bewohner, wichtige Städte, Staatsverhältnisse. Der Entwicklung liegt die Karte zugrunde und zwar die physikalische Karte. Alles, was die Schüler von ihr ablesen und durch eigenes Nachdenken selbständig und selbsttätig finden können, wird nicht gegeben. Nur da, wo die Karte keinen Aufschluß gibt, tritt das Wort des Lehrers ergänzend ein und läßt bei Gelegenheit die Ferne vor dem geistigen Auge der Schiller erstehen durch anschauliche Schilderungen und Vergleiche, wo möglich auch durch bildliche Darstellungen, Wandtafelskizzen und durch Vorzeigen von Rohstoffen und gewerblichen Erzeugnissen. Auch für den Unterrichtin der Himmelskunde muß die Lehrweise anschaulichentwickelnd sein. Als Ausgangspunkt dienen die Beobachtungen der Schüler, die durch Wand- 987 tafelzeichnungen oder Abbildungen berichtigt und ergänzt und zum geläuterten Verständnis gebracht werden. Die Entwicklungen sind sorgfältig auf die Fassungskraft der Schüler einzustellen. Um den Unterricht anziehend und lebendig zu gestalten, sind die landschaftlichen Charakterbilder des Buches, sowie Jugendschriften geographischen Inhalts an geeigneter Stelle zu verwerten. Zeichnen. die nächste Umgebung des Schülers sich für den Zeichenunterricht verwerten läßt, namentlich wie die nene Unterrichtsweise ohne besondern Kostenanfwand durchgeführt werden kann. Um auch die Schüler dabei zu interessieren, lade man sie ein, geeignete Gegenstände von Hause leihweise mitzubringen. Stoff. Unterstufe. 1. Serie. — Aus der Spielstube : Papierhelm, Fahne, Dominosteine, Flinte, Kegel Ziel. — Durch den Zeichenunterricht sollen usw. In der Schule : Schiefertafel, Buchdeckel, Auge und Hand der Schüler in der Weise gebildet werden, daß sie einfache Gegenstände ihrer. Türe, Reißschiene, Winkelmesser, Rechenmaschine Umgebung und Gebilde der Natur beobachten u. a. Gebrauchsgegenstände: Briefumschlag, und nach Form und Farbe selbständig darstellen lernen. Er soll zugleich die Weckung und Pflege Börse, Vorhängeschloß, Trichter, Brotmesser, des Schönheitsinnes anstreben und durch Wieder- Gurkenhobel, Schlüssel, Schneeklopfer, Hackgabe aus dem Gedächtnis ein klares Bild der messer u. a. Beim Hanwerker : Axt, Hammer, beobachteten Formen im Geiste zurücklassen, so daß diese zum bleibenden Eigentum werden. Meißel, Pflanzholz, Senkblei u. a. 2. Serie. — Aus der Schulstübe : Die zweiersten S c h u l j a h r e bilden Schultafel, Bilderrahmen, Fenster, Winkeldreidie Vorschule zum eigentlichen Zeichenuntereck, Zirkel, Pult (Vorderansicht) u. a. richt. Spezielle Unterrichtsstunden werden hier G e b r a u c h s g e g e n s t ä n d e : Kaffeemühle, nicht angesetzt. Das „ malende Zeichnen" wird Brille, Faßhahn, Gießkanne, Handspiegel, in den für den Anschauungsunterricht bestimmSchlüsselschilder, Wäscheklopfer, Löffel, Hufeisen ten Stunden erteilt. Die fünf Jahrgänge werden in zwei Abtei- u. a. Beim Handwerker: Beil, Hobel, lungen unterrichtet. Der 1. Abteilung gehören das 3. und 4. Schuljahr, der 2. das 5., 6. und 7. Spaten, Wagenrad, Dachgiebel u. a. Schuljahr an. Der Lehrgang ist zwei- resp. Mittelstufe. dreijährig. In Mädchenschnlen ist vom 5. Schuljahr an den, besondern Bedürfnissen des Handarbeitunterrichtes Rechnung zu tragen. Der Unterricht ist in allen Abteilungen Klassemmterricht. Das nachstehende Stoffverzeichnis ist weder seinem Inhalt noch der Reihenfolge der angeführten Gegenstände nach als bindend zu betrachten. Es null vielmehr einen Anhalt für die Auswahl der Gegenstände geben und zeigen, wie Die auf der Unterstufe verzeichneten Aufgaben werden zum Teil wiederholt und weiter durchgebildet. 1. Serie. — Gebrauchsgegenstände: Schlachtmesser, Fuchsschwanzsäge, Krummhaue, Blasebalg, Schusterhammer, Sanduhr, Zifferblatt, Schnitzeltischchen, Fahnenspitze u. a. Beim Handwerker : Schlichthobel, Schieferdeckerhammer, Gartenmesser, Bügeleisen, Wagnerbeil, Zuschlaghammer u. a. 988 Einfache Blattformen : Wegerich, Oleander, Flieder, Mairöschen n. a. Blütenim Profil : Rusenknospe, Tulpe, Schneeglöckchen u. a. F r ü c h t e : Pflaume, Apfel, Stachelbeere, Walnuß u. a. 2. Serie. — Gebrauchgsgegenstande : Brotmesser, Baumsäge, Sense, Kneifzange, Heckenschere, Teigrolle, Rasiermesser, Reisestock, Bierabschänmer, Uhrpendel, Lanze u. a. Beim Handwerker : Manrerhammer, Fleischersäge, Ahle, Schraubstock, Stichsäge, Feile, Glaserfpachtel u. a. Einfache Blattformen : Lorbeer, Schwertlilie, Pappel, Weide n. a. Blüten im Profil : Lilie, Mairöschen, Franenherz u. a. F r ü c h t e : Birne, Kirsche, Bohne, Zwiebel n. a. Z u s a m m e n s t e l l u n g vorgenannter Gegenstände zu natürlichen Gruppen. Oberstufe. 1. Serie. — Gebrauchsgegenstände : Blasebalg, Nußknacker, ovaler Handspiegel, Eierbecher, Hufeisenmagnet, Schälmesser, Schubkarren (Seitenansicht), Briefkasten, Wiegebrett, Tabakpfeife, Gemüsehobel, Käsemesser, Ruhrspachtel u. a. Beim Hand werker : Gradsäge, Gartenschere, Bohrer, Neißzange, Schusterzange u. a. Pflanzenblätter : Klee, Erdbeere, Akazie, Eiche, Weißdorn u. a. Blumen : Märzglöckchen, Feldmohn, Aronstab, Schlüsselblume u. a. F r ü c h t e : Möhre, Breitlauch, Gurke, Melone, Bohnenschote u. a. 2. Serie. — Gebrauchsgegenstände : Kleiderbügel, Teppichklopfer, Sichel, Wiegemesser, Stuhl (Seitenansicht), Kamm, Konservenbüchsenösfner, Schere (geöffnet und geschlossen), Feuerzange, Salatbesteck, Teigrad, Feuerhaken u. a. Beim Handwerker : Kelle, Knopflochschere, Gärtnerhippe, Schraubenschlüssel, Maurerkelle u. a. Pflanzenblätter : Leberblümchen, Efeu, Winde, Hopfen, Pfeiltraut u. a. Vlumen : Stiefmütterchen, Narzisse, Kalbszunge, Flockenblume u. a. F r ü c h t e : Rübe, Pfirsisch, Eichel, Kürbis, Ähre u. a. Zusammenstellung vorgenannter Gegenstände zu natürlichen Grilppeil. Verlvertung zu Ornamenten und Frisen. Behandlung. — Der erste Zeichenunterricht ist Gedächtniszeichnen Er entlehnt den Stoff ausschließlich dem Anschaunngskreise des Kindes; nur solche Gegenstände werden ausgewählt, die das Kind lebhaft interessieren und seinen Schönheitssinn zu bilden imstande sind. Die denkbar einfachste Darstellung dieser Gegenstände ist Haupterfordernis; größere Schwierigkeiten erlahmen den Eifer. Wie überall im Unterricht, so schreite man auch hier vom Leichten zum Schworen, von : Einfachen zum Zusammengesetzten; durch methodisch geordnete Stufenfolge soll das Formgofühl geweckt und gebildet werden. Nachdem der darzustellende Gegenstand im Anschauungsunterricht beobachtet und besprochen worden ist, läßt der Lehrer ihn aus dem G e d ä c h t n i s auf die Schiefertafel

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