897 Mémorial Memorial du des Grand-Duché de Luxembourg. Samedi, 9 août 1913. GroßherzogtumsLuxemburg. N° 55. Samstag, 9. August 1913. Ministerial-Beschluß vom 7. August 1913, betreffend die Reinigung und Desinfektion beim Viehtransport auf Eisenbahnen. Der Staatsminister, Präsident der Regierung; Nach Einsicht des Gesetzes vom 29. Juli 1912 über die Viehseuchenpolizei; Nach Einsicht des Art. 36 des Großh. Beschlusses vom 26. Juni 1913, betreffend die Ausführung des Viehseuchengesetzes; Beschließt: Die Reinigung und Desinfektion beim Viehtransport auf Eisenbahnen hat nach folgenden Vorschriften zu geschehen: Art. 1. — Eisenbahnwagen, die zur Beförderung von Pferden, Maultieren, Eseln, Rindvieh, Schafen, Ziegen, Schweinen oder lebendem Geflügel gedient haben, sind der in dieser Verordnung vorgeschriebenen Reinigung und Desinfektion zu unterwerfen und i n keinem Falle vor deren Beendigung in Benutzung zu nehmen. Zur Sicherung der Desinfektion sind die mit einer der vorstehend bezeichneten Tierarten beladenen Wagen schon auf der Versandstation (oder Umladestation) — aus dem Auslande kommende auf der Grenzübergangsstation — auf beiden Seiten sorgfältig mit Zetteln von gelber Farbe und mit der Aufschrift "Zu desinfizieren" zu bekleben. Sofern ein Wagen der verschärften Desinfektion unterzogen werden muß (vgl. Art. 5 Abf. 2), ist er mit Zetteln von gelber Farbe mit einem in der Mitte aufgedrückten senkrechten roten Streifen und der Aufschrift "Verfchärft zu desinfizieren" zu bekleben. Die Zugführer und sämtliche Übergangsstationen sowie die Empfangsstationen haben darauf zu achten, daß die Zettel an beiden Seiten vorhanden sind, und haben sie unverzüglich zu ersetzen, wenn sie fehlen. Nach der Desinfektion sind die Zettel zu entfernen und an ihrer Stelle solche mit weißer Farbe mit dem Aufdrucke: „Desinfiziert am .... Stunde .... in ...." anzubringen, die erst bei der Wiederbeladung des Wagens zu beseitigen sind. Wird festgestellt, daß Wagen nach einer früheren Benutzung zur Viehbeförderung nicht oder nicht vorschriftsmäßig gereinigt und desinfiziert wurden, so sind sie behufs nachträglicher Reinigung und Desinfektion unter denselben Sicherungsmaßnahmen wie die von Tieren entladenen Wagen der zuständigen Desinfektionsanstalt zuzuführen. 898 Art. 2. — Es ist Fürsorge zu treffen, daß die zur Beförderung der im Art. 1 Abs. 1 bezeichneten Tierarten benutzten Eisenbahnwagen nach dem Auslande, dort vorschriftsmäßig desinfiziert werden widrigenfalls dieselben zur Desinfektion leer nach derjenigen inländischen Grenzstation zurückgelangen über die sie ausgegangen sind. Art. 3. — Die Desinfektion ist an dem Orte der Entladung (oder Umladung) alsbald nach Entleerung der Wagen — im Verkehre nach dem Auslande auf der Station des Wiedereinganges alsbald nach Ankunft der Wagen — und zwar längstens binnen 24 Stunden zu bewirken. Im Interesse einer zweckmäßigen Ausführung und wirksamen Kontrolle kann jedoch die Desinfektion an einzelnen Stationen (Desinfektionsstationen) zentralisiert werden. In solchen Fällen ist für jede Eisenbahnstation eine bestimmte Desinfektionsstation ein- für allemal zu bezeichnen und die Frist zu bestimmen, innerhalb deren die entladenen Wagen desinfiziert werden müssen. Diese Frist darf 48 Stunden, von der Entladung bis zur Vollendung der Desinfektion, nicht überschreiten. Für Orte, wo sich mehrere durch Schienenstränge verbunde Eisenbahnstationen befinden, kann — auch wenn es sich um Stationen verschiedener Verwaltungen handelt — die Einrichtung einer gemeinsamen Desinfektionsanstalt angeordnet werden. Die nach den Desinfektionsstationen oder Desinfektionsanstalten überzuführenden Wagen sind, soweit ihre Bauart gestattet, zur Verhütung einer Übertragung von Ansteckungsstoffen durch Herausfallen von Gerätschaften Stroh, Dünger usw. sorgfältig geschlossen zu halten; auch sind Einrichtungen zu treffen die eine rechtzeitige Überführung sicherstellen und nachweisbar machen. Die zur Beförderung von Tieren der im Art. 1 Abs. 1 bezeichneten Arten in Einzelsendungen benutzten Gepäckwagen und Hundebehältnisse sowie die zur Aufnahme solcher Sendungen auf bestimmten Strecken in die Züge eingestellten und benutzten Güterwagen (Kurswagen, Viehsammelwagen), brauchen erst auf der inländischen Endstation des Zuges oder des Kurses, für den sie eingestellt sind, der Reinigung und Desinfektion unterzogen zu werden. Die unterwegs entladenen und leer bis zur Endstation laufenden Wagen sind zur Verhütung des Herausfallens von Stroh und Auswurfsstoffen sorgfältig geschlossen zu halten. Viehsammelwagen, die voll besetzt gewesen und vor der Endstation entleert worden sind, dürfen vor ordnungsmäßiger Reinigung und Desinfektion nicht weiter benutzt werden. Auch in die auf den Zwischenstation entladenen Teile eines Sammelwagens sind vor der Desinfektion keine Tiere mehr einzustellen. Bei Beförderung von Vieh mit Gepäckstücken oder Gütern in einem und demselben Wagenraume ist zur Vermeidung einer Infektion dafür zu sorgen, daß das Vieh mit den Gepäckstücken oder Gütern nicht in Berührung kommt und diese nicht durch tierische Entleerungsstoffe verunreinigt werden. Art. 4. — Der eigentlichen Desinfektion der Wagen muß stets eine Reinigung — Beseitigung der Streumaterialien, des Düngers, der Reste von Anbindesträngen usw. — sowie ein gründliches Abwaschen mit heißem Wasser vorangehen. Wo heißes Wasser nicht in genügender Menge zu beschaffen ist, darf auch unter Druck ausströmendes kaltes Wasser verwendet werden; jedoch muß vorher zur Aufweichung, des anhaftenden Schmutzes eine Abspülung mit heißem Wasser erfolgen. Die Reinigung ist nur dann als ausreichend anzusehen, wenn durch sie alle von dem Viehtransporte herrührenden Verunreinigungen vollständig beseitigt sind; auch die in die Fugen der Wagenböden 899 eingedrungenen Schmutzteile sind vollständig — erforderlichenfalls unter Anwendung von eisernen Geräten mit angestumpften Spitzen und Rändern — zu entfernen. Diese Reinigung ist der wichtigste Teil des Desinfektionsverfahrens. Sie muß tunlichst bald nach der Entladung vorgenommen werden, um im Sommer das Antrocknen, im Winter das Anfrieren der Entleerungen zu verhüten. Um einer Durchtränkung des Bodens auf den Bahnhöfen mit Jauche usw. vorzubeugen, ist die Reinigung und Ausspülung der Wagen möglichst auf einem mit undurchlassiger Bettung und mit Abflußvorrichtungen versehenen Gleise auszuführen. Derartige Gleise müssen jedenfalls in Desinfektionsanstalten (Art. 3 Abs. 3) Vorhanden sein. Art. 5. — Die Desinfektion selbst hat sich, und zwar auch in den Fällen, wo der Wagen nur teilweise mit Vieh beladen war, auf alle Teile des Wagens oder des benutzten Wagenabteils zu erstrecken Sie muß bewirkt werden:
- a)unter gewöhnlichen Verhältnissen durch Waschen der Fußböden, Decken und Wände mit einer auf mindestens 50 Grad C. erhitztenSodalauge, zu deren Herstellung wenigstens 2 kg Soda auf 100 Liter Wasser verwendet sind;
- b)in Fällen einer Infektion des Wagens durch Rinderpest, Milzbrand, Rauschbrand, Wild- und Rinderseuche, Maul- und Klauenseuche, Rotz, Rotlauf der Schweine oder Schweineseuche (einschließlich Schweinepest) oder des dringenden Verdachts einer solchen Infektion durch Anwendung des unter
- a)vorgeschriebenen Verfahrens und außerdem durch sorgfältiges Bepinseln der Fußböden, Decken und. Wande mit einer dreiprozentigen Lösung einer Kresolschwefelsäuremischung. Mischen von zwei Raumteilen rohem Kresol (Cresolum crudum des Arzneibuches für das deutsche Reich) und einem Raumteile roher Schwefelsaure (Acidum suIfuricum crudum des Arzneibuches für das deutsche Reich) bei gewöhnlicher Temparatur zu bereiten. Zur Herstellung der dreiprozentigen Lösung darf die Mischung frühestens 24 Stunden, spätestens drei Monate nach ihrer Bereitung benutzt werden. Die Lösung ist innerhalb 24 Stunden zu verwenden. Anstatt des Bepinselus kann auch eine Bespritzung mit einem geeigneten Desinfektionsapparat erfolgen. Die verschärfte Desinfektion ist in der Regel nur vorzunehmen wenn die Wagen zur Beförderung von Klauenvieh von verseuchten Gegenden, d. h. von solchen Stationen, in deren Umkreise von 20 Klm. die Maul- und Klauenseuche herrscht oder noch nicht für erloschen erklärt worden ist, gedient haben, oder wenn die Bahnbeamten von Umständen Kenntnis erhalten, die es zweifellos machen, daß eine Infektion des Wagens durch Rinderpest, Milzbrand, Rauschbrand, Wild- und Rinderseuche, Maul- und Klauenseuche, Rotz, Rotlauf der Schweine oder Schweineseuche (einschließlich Schweinepest) vorliegt, oder die den dringenden Verdacht der Infektion eines Wagens begründen. Der bringende Verdacht der Infektion eines Wagens durch Rinderpest, Milzbrand, Rauschbrand, Wild- und Rinderseuchen, Maul- und Klauenseuche, Rotz, Rotlauf der Schweine, oder Schweineseuche (einschließlich Schweinepest ist insbesondere dann anzunehmen, wenn ein krankes oder totes Tier, in demselben angelangt war, und nicht durch den Augenschein (z. B. bei schweren Verletzungen der Tiere) oder durch baldige sachverständige Untersuchung zweifellos erwiesen werden kann, daß die Krankheit oder der Tod des Tieres in keinem Zusammenhange mit einer der erwähnten Seuchen 900 stehen. Der Regierung bleibt vorbehalten, die verschärfte Desinfektion auch in andern Fällen anzuordnen, wenn sie es zur Verhütung der Verschleppung der bezeichneten Seuchen für unerläßlich erachtet. Das Bepinseln der Fußböden, Decken und Wände ist mit einem gewöhnlichen Mauerpinsel oder mit Lappen von grober Leiwand, welche um einen Stock gewunden werden, vorzunehmen. Nach stattgehabter Desinfektion sind alle Öffnungen des Wagens aufzumachen, damit durch den Zutritt der Luft das Innere schnell austrocknen und jeder tierische Geruch vollständig beseitigt werden kann. Wenn Wagen mit einer inneren Verschaltung der verschärften Desinfektion zu unterwerfen sind so ist die Verwaltung abzunehmen und ebenso wie der Wagen zu reinigen und zu desinfizieren. Bei gepolsterten Wagen ist die Polsterung nach Entfernung aus dem Wagen stark auszuklopfen und rein abzubürsten. Hat eine Infektion des Wagens durch eine übertragbare Seuche stattgefunden, oder liegt der dringende Verdacht einer solchen Infektion vor, so muß die Polsterung verbrannt werden. Der Wagen selbst ist in der im Art. 4 Abs. 1 und 5 Art. Abs. 1 und 2 angegebenen Weise zu behandeln. Ausländische Wagen, deren Polsterung nicht entfernbar ist, dürfen im Inlande nicht wieder beladen werden. Bei Wagen, die zur Beförderung von einzelnen Stücken Kleinvieh in Küsten oder Käfigen gedient haben und nicht durch Streu, Futter, Auswurfstoffe usw. verunreinigt wurden, gilt, vorbehaltlich der Festsetzungen im Abs. 1 b und im Abs. 2, eine Waschung der Wände, des Fußbodens und der Decke mit heißein Wasser als ausreichende Desinfektion. A r t . 6. — In gleicher Weise wie die Wagen sind die bei der Verladung und Beförderung der Tiere und, lebendem Geflügel zum Füttern, Tränken, Befestigen oder zu sonstigen Zwecken benutzten Gerätschaften der Eisenbahnverwaltungen zu reinigen und zu desinfizieren. Die beweglichen Rampen und Einladebrücken der Eisenbahnverwaltungen müssen bei Benutzung zur Viehverladung täglich mindestens einmal nach den Vorschriften in den Art. 4 und 5 gereinigt und desinfiziert werden. Der Regierung bleibt vorbehalten, eine häufigere Desinfektion anzuordnen. Art. 7. — Die festen Rampen, die Vieh-Ein- und -Ausladeplätze und die Viehhöfe (Buchten, Bausen usw.) der Eisenbahnverwaltungen sind stets von Streu, Dünger usw. gesäubert zu halten, Rampen mit undurchlässigem Boden und feste hölzerne Rampen sind bei Benutzung zur Viehverladung täglich einmal mit Wasser zu spirlen. Die Anlagen sind außerdem zu desinfizieren:
- a)in allen Fällen der Benutzung durch Tiere der im Art. 1 Abs. 1 bezeichneten Arten unter den im Art. 5 Abs. 1 b und 2 bezeichneten Voraussetzungen;
- b)auch ohne diese Voraussetzungen auf den Tränkestationen und auf solchen Eisenbahnstationen, die mit Viehmärkten in unmittelbarer örtlicher Verbindung stehen oder als regelmäßige Durchgangsstationen nach solchen Märkten dienen. Dasselbe gilt von solchen Stationen, die als Einladeplätze für die aus dem Auslande auf Landwegen eintreffenden Viehsendungen bekannt sind, sowie von solchen Grenzstationen, auf deren Rampen usw. die Untersuchung der aus dem Auslands auf der Eisenbahn eingetroffenen Viehsendungen vorgenommen wird. 901 Das Verfahren ist, vorbehaltlich etwaiger im Falle einer wirklichen Infektion oder dringenden Verdachts einer solchen, von der Polizeibehörde anzuordnenden weitergehenden Schutzmaßregeln folgendes:
- a)Reinigung. Von den Rampen usw. müssen der Dünger und die aus den Viehwagen herrührenden Streumterialien durch sorgfältiges Abkehren entfernt werden; auf durchlässigem Boden ist die Oberfläche soweit dies tunlich, durch Rechen leicht aufzulockern. Hölzerne Rampen sowie die mit undurchlässigem Boden versehenen Rampen und Verladeplätze, soweit bei der Verladung von Tieren benutzt, sind sodann mit Wasser zu spülen, bis sämtliche von der Viehbeförderung herrührenden Verunreinigungen vollständig beseitigt sind; feste anhaftende Unreinigkeiten sind mittels Wasser aufzuweichen. Hölzerne Verschlage, Buchten, Gatter, Schranken, Rampenverkleidungen usw. sind durch heißes Wasser, in Ermangelung eines ausreichende:: Vorrates desselben durch kaltes, unter Druck ausströmendes Wasser zu reinigen, wobei anhaftende Unreinigkeiten mittels heißen Wassers aufzuweichen sind. ,
- b)Desinfektion. . Rampen mit undurchlässigen Boden sowie feste hölzerne Rampen, ferner hölzerne Verschlage, Buchten, Gatter, Schranken usw. sind in der in Art. 5 Abs. 1 a und b angegebenen Weise zu desinfizieren. Anstatt des Bepinselus mit der Desinfektionsflüssigkeit kann bei Rampen mit undurchlässigem Boden auch eine Abspülung erfolgen. Bei Rampen mit durchlassigem Boden ist dieser nach der Reinigung mit einer dreiprozentigen Lösung der Kresolschwefelsäuremischung (Art. 5 Abs. 1
- b)mittels Kanne und Spritze stark zu besprengen, bis die Oberfläche durchweg feucht erscheint. Bei Frostwetter sind die Rampen usw. nicht mit Wasser abzuspülen. Zur Abspülung und Desinfektion ist vielmehr die dreiprozentige Kresolschwefelsäurelösung (Art. 5 Abs. 1
- b)mit einem Zusatz von 0.5 kg Kochsalz auf je 10 Liter Flüssigkeit zu verwenden. Reicht dieser Zusatz bei strenger Kälte zur Verhinderung der Eisbildung nicht aus, so ist er bis auf 1 kg zu erhöhen. Das Gemisch ist mit einem Holzstabe so lange durchzurühren, bis das Kochsalz sich vollständig gelöst hat. Art. 8. — Streumaterialien, Dünger usw. sind zu sammeln und so aufzubewahren, daß das Vieh damit nicht in Berührung kommen kann. Die Abfuhr des Düngers darf in Fällen von Rotz nicht durch Pferdegespanne, im Übrigen nicht durch Viehgespanne geschehen und muß i n dichten Wagen, Fässern usw. erfolgen, sodaß eine Verunreinigung der Straßen, Wege usw. durch Düngerteile augeschlossen ist. Dünger von Tieren, die an Rinderpest, Milzbrand, Rauschbraud, Wild- und Rinderseuche oder Rotz leiden oder einer dieser Seuchen verdächtig sind, muß verbrannt oder gekocht oder tief vergruben werden, daß er mit einer mindestens 1 m hohen Erdschicht bedeckt ist. Dünger von Tieren, die mit Maul- und Klauenseuche, Rotlauf der Schweine oder mit Schweineseuche (einschließlich der Schweinepest) behaftet oder einer dieser Seuchen verdächtig sind, muß entweder in derselben Weise (Abs. 3) beseitigt oder mit einer dreiprozentigen Lösung der Kresolschwefelsäuremischung (Art. 5 Abs. 1
- b)die vollständig mit dem Dünger zu durchmischen ist, desinfiziert werden. 902 Die Ausräumung des Düngers aus den Wagen hat möglichst au solchen Stellen zu erfolgen an denen der Boden mit festem Pflaster versehen oder zementiert ist. Nach der Fortschaffung des Düngers ist der Boden sogleich nach den für Rampen maßgebenden Vorschriften zu reinigen und zu desinfizieren. A r t . 9. — Bei Bemessung der von den Eisenbahnverwaltung für die Desinfektion der Eisenbahn» wagen und der dazu gehörigen Gerätschaften zu erhebenden Gebühr ist davon auszugehen, daß diele lediglich bestimmt sind, Ersatz für die durch die Desinfektion bedingten außerordentlichen AufWendungen zu gewähren. Für die Desinfektion der Rampen sowie der Vieh-Ein- und Ausladeplätze und der Viehhöfe (Buchten, Bansen usw.) der Eisenbahnverwaltungen ist eine Gebühr nicht zu erheben. Für die der eigentlichen Desinfektion vorangehende oder ohne Rücksicht auf sie vorzunehmende Reinigung (Art. 1, Art. 5 und 6, Art. 6, 7 Abs. 1) darf eine Entschädigung nicht beansprucht werden. Die Gebühr ist unabhängig von der Entfernung, die der Viehtransport durchlaufen hat, nach dem durchschnittlichen Betrage der Selbstkosten für alle Stationen im Bereich einer und derselben Eisenbahnverwaltung in gleicher Höhe, und zwar in einem Satze und lediglich für den Wagen im Tarife festzusetzen. Ausnahmen können zugelassen werden. Art. 10. — Die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen vorzunehmende Desinfektion ist unter der verantwortlichen Aufsicht eines Bahnbeamten auszuführen. Die Staatstierärzte sind befugt, jederzeit von der Ausführung der Desinfektionsarbeiten Kenntnis zu nehmen. . Im übrigen haben die Eisenbahnaufsichtsbehörden sich mit den Staatstierärzten im einzelnen über die Kontrollmaßregeln zu verständigen, die geeignet sind, die Durchführung des gegenwärtigen Beschlusses, der im „Memorial" veröffentlicht wird, sicherzustellen. Luxemburg, den 7. August 1918. Der Staatsminister, Präsident der Regierung, Eyschen. Avis, — Notariat. Par arrêté g.-d. du 6 août et. M. François Würth, notaire à Wiltz, a été nommé notaire à la résidence de Wormeleldange, en remplacement de M. Ern. Würth, démissionnaire. Bekanntmachung. — Notariat. Durch Großh. Beschluß vom 6. August ct.. ist Hr. Fr. W ü r t h , Notar in Wiltz, in derselben Eigenschaft nach Wormeldingen ernannt worden, in Ersetzung des Hrn. Ern. W ü r t h , dem die Entlassung bewilligt wurde. Luxembourg, le 7 août 1913. Le Ministre d'État, Président du Gouvernement. EYSCHEN. Luxemburg, den 7. August 1913. Der Staatsminister, Präsident der Regierung Eyschen. 903 Bekanntmachung. — Studienbörsen. Nachbenannte Studienbörsen werden vom 1. Oktober kft. ab fällig: Nombre des bourses. Avis. — Bourses d'études. Les bourses d'études ci-après spécifiées seront vacantes à partir du 1er octobre prochain, à savoir: Montant de chaque bourse. Aldringer. Le directeur général des Langues anciennes. Les parents et amis du finances sur propositions fondateur. des directeurs des trois gymnases. 3 fr. 280 . Augustin. L'évêque de Luxem- 1° Études à l'école 1° Les descendants des bourg, le président du normale ou tout au- frères et de la sœur du tribunal et le bourgmestre tre établissement fondateur; 2° ceux de la de la ville de Luxembourg. d'instruction du sœur utérine du fondaGrand-Duché ou de teur: 3° ceux du frère du l'étranger, afin d'y père et 4° ceux des frères apprendre un mé- et sœurs de la mère du tier ou toute autre fondateur. profession. 2° Études au Séminaire. 3° Études à l'université catholique de Louvain ou à une autre université catholique. 1 fr. 300 1 fr. 600 1 fr. 1000 1 fr. 240 Fondations. Collateurs. Études à l'école normale des filles. Ayants-droit. Non désignés. Berens. L'évêque bourg. Bingen. Les trois plus anciens Études à l'Athé- Les descendants directs professeurs de langues née, soit au gym- des trois sœurs de feu le anciennes à l'Athénée. nase, soit à l'école professeur Clomes. industrielle. 1 fr. 300 P. Biver. La Commission grand- Études à l'école Un élève instituteur innormale des gar- digent. ducale d'instruction. çons. Le directeur général des Études en mathé- Les élèves qui étudient finances sur l'avis des matiques. les mathématiques. directeurs du gymnase et de l'école industrielle de Luxembourg. 1 fr. 210 1 fr. 340 1 fr. 350 1 fr. 200 Nicolas Bodson. Thomas Byrne. de Luxem- Études à faire. L'administration com- Études à l'école 1° Les jeunes gens de munale de Luxembourg. normale, soit des la parenté de la fondagarçons, soit des trice. filles. Études au gym- 2° Les jeunes gens de nase ou à l'école de la ville de Luxemindustrielle et com- bourg. merciale. 904 Le chef des établisse- Études profession- 1° Les parents de feu André Duchscher. ments Duchscher et le nelles supérieures. M . André Duchscher qui président de l'autorité de ont fait leurs études à surveillance à l'école d'arl'école d'artisans; 2° les tisans; en cas de partage fils méritants des ouvriers des voix, le membre du ou employés des établisseGouvernement ayant dans ments Duchscher & Cie ; ses attributions l'école 3° tous les jeunes Luxemd'artisans, ou son délégué. bourgeois méritants qui, ayant fait des études régulières à l'école d'artisans, ont obtenu au moins la note «avec distinction» à l'examen de fin d'études. 1 fr. 340 Fonds libres. Le directeur général des Langues anciennes. Les étudiants pauvres finances sur proposition qui se distinguent par des directeurs des trois leur talent et leur congymnases. duite. 3 fr. 300 Forschler. Monsieur Mathias de Études à l'école Waha de Berbourg et ses nomale des filles à descendants en ligne di- Luxembourg. recte; en cas d'extinction de cette ligne le plus âgé des de Waha habitant le Grand-Duché. 1° Les parents de la fondatrice; 2° à leur défaut, quand le revenu aura été porté à 700 fr., les aspirantes institutrices d'Echternach, de préférence à toutes autres. 1 fr. 500 Huguenin Le directeur et l'aumô- Études à l'Athé1° Les membres de la fanée. frères. nier de l'Athénée. mille du fondateur; 2° les descendants de JacquesFriederich, vivant clerc de notaire à Luxembourg; ceux des époux. Philippe Clemen-Schreiner de Luxembourg. 1 fr. 200 Kleyr. Les bourgmestre et pre- Études gymnasiLes descendants des mier échevin de la ville ales, études en thé- frères et sœurs du fonologie, études uni- dateur. de Luxembourg. versitaires. 2 fr. 400 Lamormenil. Le membre le plus âgé Langues anciennes. Les descendants légide la famille. times de la famille du fondateur de religion catholique et aptes aux études, et, à leur défaut, les jeunes gens des. paroisses d'Amonines et de Dochamps. 1, fr. 400 Le membre du Gou- Études à l'étranFanny Les élèves ayant terL e c l e r c qui a dans ses attribu- ger dans le but de se miné avec succès leur tions l'école d'artisans. perfectionner dans apprentissage à l'école la ferronnerie ar- d'artisans. tistique ou la sculpture sur bois. 1 fr. 300 905 Le collège des bourg- Études à l'Athé- Un adolescent étudiant mestre et échevins à Lu- née. à l'Athénée. xembourg. 1 fr. 500 L'évêque de Luxem- Études gymnasi- Les élèves indigents qui Aug. ales à Diekirch. se distinguent par leur Mullendorff. bourg. application et leur conduite morale et religieuse. 1 fr. 160 L'évêque ou chef du Études gymnasi- 1° Les descendants des Michel Muller. clergé du Grand-Duché. ales à un établisse- frères et sœurs du fonment du Grand- dateur; 2° un étudiant Duché. de Berdorf ou de Larochette. 1 fr. 380 De directeur général des Études à l'Athé- 1° Les descendants des Neumann époux Hemmer-Mathieu P.-J- finances sur proposition née. des directeurs du gymde Redange; 2° ceux de nase et de l'école indusla sœur du fondateur; 3° trielle de Luxembourg et des étudiants capables et de l'administrateur des de bonne conduite. bourses d'études. 1 fr. 300 L'administration de la Études à l'uni- Les jeunes gens de la Théod. ville de Luxembourg versité. Pescatore. ville de Luxembourg. ayant fait de bonnes études à l'Athénée. 1 fr. 1350 L'abbé Nicolas Weirich Études à un des Les descendants légiet après lui l'évêque du gymnases du Grand- times des frères et sœurs diocèse de Luxembourg Duché ou au Sémi- du fondateur, à leur dénaire, ou à une faut des jeunes gens pauou son remplaçant. école industrielle ou vres originaires de Canach commerciale, ou à principalement ou de Bettembourg secondairement. l'école normale. 1 fr. 340 L'évêque de Luxem- Études quelcon- 1° Les descendants de Jacques ques à faire à un l'un et l'autre sexe des Schmit. bourg. établissement ca- frères et sœurs du fondatholique du pays teur ; 2° à leur défaut, un ou de l'étranger y étudiant pauvre et intelcompris les univer- ligent, de préférence de la paroisse de Nospelt, sités. dès que le capital de la fondation aura atteint le chiffre de 12000 fr. Une bonne conduite est de rigueur pour tous. 1 fr. 340 Tandel. Le descendant le plus Langues anciennes 1° Les descendants des âgé de chacun des frères et études supéri- frères et sœurs du fondateur; 2° les autres memet sœurs du fondateur. eures. de la parenté; 3° étudiants pauvres" 1 fr. 140 Weber. Le chef du culte catholique du Grand-Duché et le curé de Nommera. 1° Les descendants des époux Philippe Weber et Suzanne Federspiel de Nommera; 2° deux étu- 1 fr. 300 Lippmann. Rouen. Études en général. 54 a kirch 906 diants des paroisses de Nommern et de Bettborn; 3° deux élèves pauvres d'un établissement d'instruction du pays. Anne Wurth. Le chef du culte catho- Études en philo- Un étudiant se destilique à Luxembourg. sophie et en théo- nant à la prêtrise. logie. 1 fr. 260 Les prétendants à la jouissance de ces bourses sont invités à me faire parvenir leur demande pour le 1er octobre prochain au plus tard. Die Bewerber um den Genuß dieser Börsen sind gebeten, mir ihre desfallsigen Gesuche für spätestens den 1. Oktober kft. zukommen zu lassen. Les demandes contiendront : 1° la désignation Die Gesuche müssen Angaben enthalten: 1. du fondateur; 2° l'indication des noms, prénoms über den Namen des Stifters; 2. über die et domicile des postulants; 3° la mention de Namen, Vornamen und Wohnsitz der Bewerber; la qualité en laquelle ils sollicitent; 4° l'indi- 3. über die Eigenschaft, in welcher letztere aufcation des études qu'ils comptent faire et de treten; 4. über die Studien, denen sie sich l'établissement d'instruction qu'ils fréquentent widmen, sowie über die Unterrichtsanstalt, welche ou qu'ils se proposent de fréquenter. sie besuchen oder zu besuchen beabsichtigen. Les requêtes seront accompagnées de toutes Den Gesuchen müssen alle Belege beigefügt les pièces propres à établir, soit la parenté werden, die entweder die Verwandtschaft der des pétitionnaires avec l'auteur de la fonda- Bewerber mit dem Stifter dartun, oder irgend tion, soit les autres titres donnant droit à la welchen Anspruch auf den Genuß der Börsen jouissance des bourses. Les postulants à titre begründen. Die a u f G r u n d ihrer Verde parenté sont tenus de joindre aux pièces wandtschaft auftretenden Bewerber prouvant leur filiation un crayon généalogique sollen den Belegstücken ihren Stammde leur famille. baum beifügen. Luxembourg, le 4 août 1913. Luxemburg, den 4. August 1913. Le Directeur général des finances, M . MONGENAST. Avis. — Notariat. Par décision du tribunal d'arrondissement de Diekirch, en date du 30 juillet 1913, M. L. Salentiny, notaire à Ettelbruck, a été désigné comme dépositaire provisoire des minutes de feu le notaire Meyers de Diekirch. Luxembourg, le 8 août 1913. Le Ministre d'État, Président du Gouvernement, EYSCHEN. Der General-Direktor der Finanzen, M. Mongenast. Bekanntmachung. — Notariat. Durch Beschluß des Bezirksgerichtes zu Dievom 30. Juli 1913 ist Hr. L. Salentiny, Notar zu Ettelbrück, zum provisorischen Depositar der Ur unden des verstorbenen Notars Meyers aus Diekirch bestellt worden. Luxemburg, den 8. August 1913. Der Staatsminister, Präsident der Regierung, Eyschen. 907 Avis. — Vaine pâture. Dans les séances des 24 avril et 15 juin 1913, les conseils communaux de Biwer et d'Eich ont modifié les règlements du 8 février et resp. 17 mai 1874, sur la vaine pâture. — Ces modifications ont été dûment approuvées et publiées. Luxembourg, le 8 août 1913. Bekanntmachung. — Weiderecht. In den Sitzungen vom 24. April und 15. Juni 1913 haben die Gemeinderäte von Biwer und Eich die Reglemente vom 8. Februar bezw. 17. Mai 1874, über das Weiderecht, abgeändert. — Diese Abänderungen sind vorschriftsmäßig genehmigt und veröffentlicht worden. Luxemburg, den 8. August 1913. Le Ministre d'État, Président du Gouvernement, Der Staatsminister, Präsident der Regierung, EYSCHEN. Eyschen. Avis. — Association syndicale. Conformément à l'art. 10 de la loi du 28 décembre 1883, i l sera ouvert du 11 au 25 septembre 1913, dans la commune de Boulaide, une enquête sur le projet et les statuts d'une association à créer pour construction d'un chemin d'exploitation « Vor dem Syrberg» à Boulaide, Le plan de situation, le devis détaillé des travaux, un rélévé alphabétique des propriétaires intéressés, ainsi que le projet des statuts de l'association sont déposés au secrétariat communal de Boulaide, à partir du 11 septembre prochain. M. Derneden, membre de la Commission d'agriculture à Baschleiden, est nommé commissaire à l'enquête. Il donnera les explications nécessaires aux intéressés, sur le terrain, le 25 septembre prochain, de 9 à 11 heures du matin, et recevra les réclamations le même jour, de 2 à 4 heures de relevée, à l'école de Boulaide. Luxembourg, le 29 juillet 1913. Le Ministre d'État, Président du Gouvernement, EYSCHEN. Bekanntmachung. — Syndikatsgenossenschaft. Gemäß Art. 10 des Gesetzes vom 28. Dezember 1883 wird vom 11. auf den 25. September in der Gemeinde Bauschleiden eine Untersuchung abgehalten über das Projekt und die Statuten einer zu bildenden Genossenschaft für Anlage eines Feldweges "Vor dem Syrberg" zu Bauschleiden. Der Situationsplan, der Kostenanschlag, ein alphabetisches Verzeichnis der beteiligten Eigentümer, sowie das Projekt des Genossenschaftsaktes sind auf dem Gemeindesekretariat von Bauschleiden, vom 11. September ab, hinterlegt. Hr. D e r n e d e n , Mitglied der Ackerbaukommission zu Bauschleiden, ist zum Untersuchungskommissar ernannt. Die nötigen Erklärungen wird er den Interessenten, am 25. September, von 9 bis 11 Uhr morgens, an Ort und Stelle geben und am selben Tage, von 2 bis 4 Uhr nachmittags, etwaige Einspräche im Schulsaale zu Bauschleiden entgegennehmen. Luxemburg, den 29. Juli 1913. Der Staatsminister, Präsident der Regierung, Eyschen. 908 Avis.. — Association syndicale. Conformément à l'art. 10 de la loi du 28 décembre 1883, il sera ouvert du 4 au 18 septembre 1913, dans la commune de Dippach une enquête sur le projet et les statuts d'une association à créer pour la construction de chemins d'exploitation aux lieux dits «In Stackels», «Bei Theispesch», etc. à Dippach. Le plan de situation, le devis détaillé des travaux, un relevé alphabétique des propriétaires intéressés, ainsi que le projet des statuts de l'association sont déposés au secrétariat communal de Dippach, à partir du 4 septembre 1913. M. Jean-Pierre Hemmer fils, membre de la commission d'agriculture à Bascharage, est nommé commissaire à l'enquête. Il donnera les explications nécessaires aux intéressés, sur le terrain, le 18 septembre prochain, de 9 à 11 heures du matin, et recevra les réclamations le même jour, de 2 à. 4 heures de relevée, a l'école communale de Dippach. Luxembourg, le 6 août 1913. Le Ministre d'État, Président au Gouvernement, EYSCHEN. Avis. — Règlement communal. En séances des 26 janvier et 20 mai 1913 le conseil communal de Wellenstein a édicté un règlement de police sur les jeux et amusements publics. — Le dit règlement a été dûment approuvé et publié. Luxembourg, le 30 Juillet 1913. Le Directeur général de l'intérieur, BRAUN. Bekanntmachung. — Syndikatsgenossenschaft. Gemäß Art. 10 des Gesetzes vom 28. Dezember 1883 wird vom 4. auf den 18. September kft. in der Gemeinde Dippach eine Untersuchung abgehalten über das Projekt und die Statuten einer zu bildenden Genossenschaft für Anlage von Feldwegen, Orte genannt "In Stackels" " Bei Theispesch" usw. zu Dippach. Der Situationsplan, der Kostenanschlag, ein alphabetisches Verzeichnis der beteiligten Eigentümer sowie das Projekt des Genossenschaftsaktes sind auf dem Gemeindesekretariat von Dippach vom 4. September ab, hinterlegt. Hr. Joh. Peter Hemmer Sohn, Mitglied der Ackerbau-Kommission zu Niederkerschen, ist zum Untersuchungskommissar ernannt. Die nötigen Erklärungen wird er den Interessenten am 18. September kft., von 9 bis 11 Uhr morgens, an Ort und Stelle geben, und am selben Tage, von 2 bis 4 Uhr nachmittags, etwaige Einsprüche im Schulhause zu Dippach entgegennehmen. Luxemburg, den 6. August 1913. Der Staatsminister, Präsident der Regierung, Eyschen. Bekanntmachung. — Gemeindereglement. In seinen Sitzungen vom 26. Januar und 20. M a i 1913 hat der Gemeinderat von Wellenstein ein Polizeireglement über die öffentlichen Spiele und Belustigungen erlassen. — Besagtes Reglement ist vorschriftsmäßig genehmigt und veröffentlicht worden. Luxemburg, den 30. Juli 1913. Der General-Direktor des Innern, Braun.