seiner Zielsetzung , sondern auch danach zu beurteilen, ob sich die Betätigung des Vereins als "wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb" darstellt und, wenn ja, in welchem Verhältnis der "wirtschaftliche Geschäftsbetrieb" zur nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Vereins steht. (Rn.11)
dem Vorliegen eines Idealvereins ist losgelöst von den steuerrechtlichen Fragen der Anerkennung seiner Gemeinnützigkeit durch die Finanzbehörden zu beantworten. (Rn.19) Verfahrensgang vorgehend AG Charlottenburg,
einem Wert von 5.000 € zurückgewiesen. Gründe A. Randnummer 1 Der Beschwerdeführer meldete am 22. März 2012 durch den Vorsitzenden beim Amtsgericht Charlottenburg seine Gründung zur Eintragung im Vereinsregister an.
sein die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege (Nr. 1a) sowie die Förderung der Verbraucherberatung und des Verbraucherschutzes (Nr. 1b). Die Satzungszwecke sollen verwirklicht werden u.a. durch Information und Aufklärung der Bevölkerung über die Situation von Patienten, ihre Rechte und Möglichkeiten im Falle von Konflikten, Behandlungsfehlern oder verweigerten Leistungen z.B. durch die Herausgabe von Merkblättern, sonstigen Publikationen und die Einrichtung eines Internet-Forums (Nr. 2a); Organisation und Finanzierung von unentgeltlichen Fortbildungsveranstaltungen für ärztliches und nicht ärztliches Personal im Gesundheitswesen (Nr. 2b); Aufklärung über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten (Nr. 2c); Durchführung von Expertengesprächen, öffentlichen Anhörungen, Seminaren, Pressekampagnen und sonstiger Öffentlichkeitsmaßnahmen auf dem Gebiet des Vereinszwecks (Nr. 2d); Aufklärung, Beratung und Schulung von Patienten aller Altersgruppen, von Ärzten und sonstigen Vertretern des Gesundheitswesens z.B. durch die Herausgabe von Merkblättern, sonstigen Publikationen und der Einrichtung eines Internet-Forums und in Sprechstunden (Nr. 2g); Unterstützung und Hilfe der Mitglieder im Falle von Rechtsstreitigkeiten wegen ärztlicher Behandlungsfehler oder nicht erbrachter Leistungen der Kostenträger (Nr. 2h).
5 erhalten die Mitglieder keine Zuwendungen aus Vereinsmitteln. Ferner darf keine Person durch Ausgaben oder unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Laut § 2 Nr. 3 der Satzung verfolgt der Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts ”steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung. Gemäß § 12 Satz 3d kann sich der Vorstand zur Erfüllung seiner Aufgaben externer Dienstleister bedienen. Auch bestimmt der Vorstand, wer Dienstvorgesetzter der Mitarbeiter des Vereins ist (§ 12 Satz 3e). Gemäß § 13 Nr. 1 Satz 1 kann der Vorstand die Bestellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers beschließen, der gemäß § 13 Nr. 2 eine
Aufwand und Qualifikation angemessene Vergütung erhält. Der Vorstand kann die Geschäftsführung außerdem einem Dienstleister übertragen, soweit nicht organschaftliches Handeln betroffen ist (§ 13 Nr. 1 Satz 2). Gemäß § 18 Nr. 1 werden die Vereinsmittel grundsätzlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Sponsoringgeldern akquiriert. Auch kann der Verein gemäß § 18 Nr. 2 zur Verfolgung seiner satzungsgemäßen Zwecke Unternehmen gründen oder sich an solchen beteiligen oder Lizenzen vergeben, wobei eine etwa bestehende wirtschaftliche Betätigung des Vereins dessen ideellen Zwecken untergeordnet sein solle.
3 darf der Verein seine Mittel ganz oder teilweise einer Rücklage zuführen, soweit dies erforderlich ist, um seine steuerbegünstigten Zwecke
haltig erfüllen zu können; er darf höchstens ein Drittel des Überschusses der Einnahmen aus der Vermögensverwaltung zuzüglich 10 % der sonstigen
1 Nr. 5 AO zeitnah zu verwendenden Mittel einer Rücklage zuführen. Randnummer 2 In einer Zwischenverfügung vom
Mitteilung des Finanzamtes für Körperschaften I keine Bedenken bestünden, da er gemeinnützigen Zwecken diene. Randnummer 3 Das Amtsgericht Charlottenburg hat mit Beschluss vom
dem Nebenzweckprivileg zulässig seien. Randnummer 5 Das Amtsgericht Charlottenburg hat der Beschwerde nicht abgeholfen und die Angelegenheit dem Kammergericht zur Entscheidung vorgelegt. B. Randnummer 6 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. I) Randnummer 7 Die Beschwerde ist zulässig, insbesondere
FG statthaft, gemäß §§ 63, 64 FamFG form- und fristgerecht eingelegt und begründet worden. Der Beschwerdeführer ist
FG auch beschwerdebefugt,
dem sein Eintragungsantrag vom Amtsgericht Charlottenburg zurückgewiesen worden war und er dadurch in seinen Rechten betroffen ist. II) Randnummer 8 Die Beschwerde ist jedoch unbegründet. Randnummer 9 Die Anmeldung des Beschwerdeführers entspricht nicht den Voraussetzungen der §§ 58 ff. BGB. Entgegen seiner Ansicht ist mit dem Amtsgericht Charlottenburg davon auszugehen, dass kein Idealverein (§ 21 BGB) sondern ein wirtschaftlicher Verein (§ 22 BGB) vorliegt, weil er gemäß § 18 Satz 2 der Satzung Unternehmen gründen oder sich an Unternehmen beteiligen will. Randnummer 10 Maßstab für die Beurteilung der Frage, ob ein Verein ideell oder wirtschaftlich ist, ist dabei nicht nur der Wortlaut der Satzung, sondern die tatsächlich ausgeübte bzw. beabsichtigte Tätigkeit (allg. Ansicht; vgl. nur KG, NJW-RR 2005, 339, zitiert
juris, Rn. 6; OLG Hamm, Rpfleger 2008, 141 f., jeweils m.w.N.). Die Annahme eines Idealvereins ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht schon deshalb ausgeschlossen, weil der Verein irgendeine wirtschaftliche Betätigung vornimmt. Gemäß dem sog. Nebenzweckprivileg darf der Verein auch unternehmerische Tätigkeiten entfalten, soweit diese dem idealen Hauptzweck zu- und untergeordnet und Hilfsmittel zu dessen Erreichung sind (BGH, NJW 1983, 569, 571; KG, a.a.O.; OLG Hamm, a.a.O., m.w.N.). Der Sinn und Zweck der §§ 21, 22 BGB ist es
der allgemein anerkannten teleologisch-typologischen Methode (vgl. zu dieser K. Schmidt, Gesellschaftsrecht, 3. Auflage, S. 672; sowie K. Schmidt, Rpfleger 1988, 45 ff.) aus Gründen der Sicherheit des Rechtsverkehrs, insbesondere des Gläubigerschutzes, Vereinigungen mit wirtschaftlicher Zielsetzung auf die dafür zur Verfügung stehenden handelsrechtlichen Gestaltungsformen zu verweisen und eine wirtschaftliche Betätigung von Idealvereinen zu verhindern, soweit diese den Rahmen des so genannten Nebenzweckprivilegs überschreitet (vgl. BGH NJW 1986, 3201, 3202). Randnummer 11 Danach ist die Eintragungsfähigkeit eines Vereins nicht
seiner Zielsetzung, sondern danach zu beurteilen, ob sich die Betätigung des Vereins als "wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb" darstellt und, wenn ja, in welchem Verhältnis der "wirtschaftliche Geschäftsbetrieb" zur nichtwirtschaftli-chen Tätigkeit des Vereins steht (Sauter/Schweyer/Waldner, Der eingetragene Verein, 19. Aufl. 2010, Rn. 42a). Eine wirtschaftliche Betätigung i.S. des § 22 BGB liegt dabei stets dann vor, wenn der Verein am Markt gegenüber Dritten unternehmerisch tätig wird, für seine Mitglieder unterneh-merische Teilfunktionen wahrnimmt oder allein gegenüber seinen Mitgliedern unternehmerisch auftritt (KG, NJW-RR 2005, 339, zitiert
juris, Rn. 6). Ist zweifelhaft, ob die Eintragungsvoraussetzungen
BGB gegeben sind, hat der anmeldende Vorstand gegenüber dem Registergericht eine Pflicht zur Darlegung aller Umstände, welche die insgesamt nichtwirtschaftliche Betätigung des Vereins begründen sollen, da nur dieser Aussagen dazu treffen kann, was der Verein in Zukunft tun wird (BayObLGZ 1989, 126, 131; OLG Düsseldorf, NJW 1996, 989, 990; Reichert, Vereins- und Verbandsrecht, 12. Aufl. 2010, Rn. 124). Randnummer 12
diesen Grundsätzen kann hier nicht festgestellt werden, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen Idealverein handelt. Randnummer 13 Im vorliegenden Fall verfolgt der Verein laut § 2 Abs. 1 der Satzung zwar ideelle Ziele, nämlich die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege sowie der Verbraucherberatung und des Verbraucherschutzes. Dies allein reicht aber zur Bejahung eines Idealvereins nicht aus (vgl. etwa Reichert, a.a.O., Rn. 123 m.w.N.). Des Weiteren ist im jeweiligen Einzelfall für die Abgrenzung zwischen Idealverein und wirtschaftlichem Verein auf den tatsächlich verfolgten Zweck, der sich aus einer beabsichtigten oder bereits ausgeübten Tätigkeit ergeben kann (KG, Beschluss vom 26.10.2004, 1 W 295/04; Palandt/Ellenberger, BGB,
einer vom Verein zu erbringenden Gegenleistung verbietet. Randnummer 17 Erheblichen Bedenken begegnet schließlich die Regelung des § 12 Satz 3d,
der der Vorstand sich zur Erfüllung seiner Aufgaben externer entgeltlicher Dienstleister bedienen kann. Eine so weitgehende Möglichkeit, allgemeine Vorstandsbefugnisse auf einen externen Dritten zu übertragen, ist mit dem Prinzip organschaftlicher Vertretung in der Regel nicht vereinbar (vgl. Palandt/Ellenberger, BGB, 73. Aufl. 2014, § 26 Rn. 4 aE m.w.N.). Dies gilt auch für die in § 13 Nr. 1 Satz 1 vorgesehene Möglichkeit für den Vorstand, einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu bestellen. Sie kann allumfassend erfolgen, während die in § 13 Nr. 1 Satz 2 vorgesehene Beschränkung auf nicht organschaftliches Handeln ausdrücklich nur für einen mit Geschäftsführungsaufgaben betrauten externen Dienstleister gelten soll. Ob die genannten Satzungsbestimmungen unwirksam sind und eine Teilnichtigkeit der Satzung zur Nichtigkeit der gesamten Satzung führen würde, weil § 139 BGB insoweit nicht zur Anwendung kommt (vgl. nur BGHZ 47, 172, zitiert
juris, Rn. 39; Reichert, Vereins- und Verbandsrecht, 12. Aufl., Rn. 455), kann hier aber offen bleiben, weil der Beschwerdeführer bereits kein ideeller Verein ist. Randnummer 18 Vielmehr ist der Beschwerdeführer als wirtschaftlicher und nicht als ideeller Verein anzusehen, weil § 18 Satz 2 der Satzung es zulässt, dass der Verein zur Verfolgung seiner satzungsgemäßen Zwecke Unternehmen gründet oder sich an bereits gegründeten Unternehmen beteiligt. Eine darin etwa liegende wirtschaftliche Betätigung des Vereins soll
dessen Angaben zwar ausnahmslos den ideellen Zwecken des Vereins untergeordnet sein. Allerdings stellt sich die Beteiligung eines Vereins an einer gewerblich tätigen Personengesellschaft regelmäßig als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb dar (Sauter/Schweyer/Waldner, a.a.O., Rn. 587). Die Beteiligung des Vereins an einer anderen Körperschaft, wie z.B. einer GmbH oder AG, ist demgegenüber zwar so lange nicht zu beanstanden, solange nicht der Verein tatsächlich entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft nimmt und damit durch sie unmittelbar selbst am allgemeinen wirtschaftlichen Geschäftsverkehr teilnimmt (vgl. Sauter/Schweyer/Waldner, a.a.O. Rn. 585). Ergibt sich aber - wie es hier der Fall ist - aus der Satzung, dass der Verein auch die Aufnahme unternehmerischer Tätigkeit beabsichtigt, muss er dem Registergericht durch entsprechende Beschreibung seiner Betätigung die Überzeugung verschaffen, dass die beabsichtigte oder bereits aufgenommene wirtschaftliche Tätigkeit dem ideellen Hauptzweck des Vereins untergeordnet ist (Sauter/Schweyer/Waldner, a.a.O., Rn. 47). Der entsprechenden Auflage des Amtsgerichts Charlottenburg vom 10. April 2012 hat der Beschwerdeführer aber keine Folge geleistet. Der ihn
FG treffenden Mitwirkungslast hat er damit nicht genügt. Somit kann nicht zu seinen Gunsten davon ausgegangen werden, dass er einen ideellen Charakter hat. Randnummer 19 Daran ändert auch der Umstand nichts, dass das Finanzamt für Körperschaften mit Schreiben vom 21. Oktober 2010 dem Beschwerdeführer mitgeteilt hat, dass der Verein gemäß der Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolge und es an der Inanspruchnahme der Steuerbefreiung
G keine Bedenken habe. Denn
der ständigen Rechtsprechung des Kammergerichts ist die Frage
dem Vorliegen eines Idealvereins losgelöst von den steuerrechtlichen Fragen der Anerkennung seiner Gemeinnützigkeit zu beantworten (Beschluss vom
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.