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KG Berlin 2. Zivilsenat 2 U 26/16 Beschluss Verjährungshemmung duch aussichtsloses Güteverfahren § 204 Abs 1 Nr 1 BGB, § 204 Abs 1 Nr 4 BGB

Verjährungshemmung duch aussichtsloses Güteverfahren Orientierungssatz Ein von vornherein aussichtsloses Güteverfahren ist nicht geeignet, eine Verjährungshemmung nach § 204 BGB zu bewirken. Es entspricht der gesetzgeberischen Vorgabe, missbräuchlichen Rechtsverfolgungsmaßnahmen keine Hemmungswirkung zuzubilligen. (Rn.22) Verfahrensgang vorgehend KG Berlin, kein Datum verfügbar, 2 U 26/16 vorgehend LG Berlin,

  1. März 2016, 27 O 473/15 nachgehend BGH,
  2. Mai 2021, II ZR 41/20, Urteil Tenor
  3. Die Berufung des Klägers gegen das am
  4. März 2016 verkündete Urteil des Landgerichts Berlin – 27 O 473/15 – wird durch einstimmigen Beschluss zurückgewiesen.
  5. Der Kläger hat die Kosten des Berufungsverfahrens bei einem Wert von 1.325.000,00 € zu tragen.
  6. Das angefochtene Urteil ist von nun an ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar. Der Kläger darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des zu vollstreckenden Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagten vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet. Gründe I. Randnummer 1 Der Kläger macht mit seiner Klage einen Abfindungs- sowie einen Auskunftsanspruch geltend. Randnummer 2 Der Kläger und die Beklagten waren Gesellschafter der ... GbR (im Folgenden: GbR). Wegen der Einzelheiten wird auf den Gesellschaftsvertrag Bezug genommen. Die GbR war Alleinaktionärin der ... ... AG (im Folgenden: ... ). Die ... war ihrerseits wiederum Mehrheitsgesellschafterin der ... GmbH, ... GmbH und ... GmbH. Randnummer 3 Mit Gesellschafterbeschluss vom
  7. April 2009 war der Kläger gemäß § 11 Abs. 3 des Gesellschaftsvertrages (im Folgenden: GV) aus wichtigem Grund in seiner Person aus der GbR ausgeschlossen worden. Der Senat war zunächst davon ausgegangen, dass der Ausschlussbeschluss wegen Versäumung der Ladungsfristen unwirksam ist (Urteil vom
  8. Dezember 2012 – 2 U 56/09). Nachdem der BGH die Sache mit Urteil vom
  9. März 2014 an das Kammergericht zurückverwiesen hatte, stellte der Senat die Wirksamkeit des Ausschlusses durch Urteil vom
  10. Januar 2015 fest. Die hiergegen erhobene Nichtzulassungsbeschwerde wies der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom
  11. Dezember 2015 zurück. Randnummer 4 Auf den am
  12. Dezember 2014 gestellten Güteantrag des Klägers wurde mit Schreiben der Gütestelle vom
  13. Februar 2015 das Scheitern des Güteverfahrens festgestellt. Randnummer 5 Das Amtsgericht Wedding hat auf den Antrag des Klägers vom
  14. August 2015 am
  15. August 2015 einen Mahnbescheid erlassen, den Beklagten zugestellt am
  16. August
  17. Auf den Widerspruch der Beklagten vom
  18. August 2014 wurde das Verfahren am
  19. August 2015 an das Landgericht Berlin abgegeben. Randnummer 6 Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die tatsächlichen Feststellungen des erstinstanzlichen Urteils Bezug genommen. Randnummer 7 Das Landgericht hat die Klage mit Urteil vom
  20. März 2016, dem Kläger zugestellt am
  21. April 2016, abgewiesen. Ein Anspruch auf Zahlung eines Auseinandersetzungsguthabens stehe dem Kläger schon deshalb nicht zu, da dieser verjährt sei. Die Verjährung beginne nicht erst mit der Fälligkeit der Raten, sondern mit der Entstehung des Ausgleichsanspruchs. Verjährung sei damit bereits am
  22. Januar 2013 eingetreten. Randnummer 8 Hiergegen richtet sich die am
  23. April 2016 eingelegte und mit Schriftsatz vom
  24. Juni 2016 begründete Berufung des Klägers. Er ist der Auffassung, dass die Verjährung frühestens mit der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom
  25. März 2014 zu laufen begonnen habe. Mit Blick auf das Urteil des Senats vom
  26. Dezember 2012 habe er ohne grobe Fahrlässigkeit davon ausgehen dürfen, dass er nicht wirksam aus der GbR ausgeschlossen worden sei. Diese Gewissheit sei erst mit der Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofs vom
  27. März 2014, frühestens aber mit dem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom
  28. Dezember 2013, erschüttert worden. Die Verjährung beginne daher frühestens mit dem
  29. Januar 2014 zu laufen. Randnummer 9 Selbst wenn sich aber das Urteil des Kammergerichts vom
  30. Dezember 2012 nicht auf den Beginn der Verjährungsfrist auswirken sollte, seien jedenfalls die
  31. bis
  32. Abfindungsrate nicht verjährt. Voraussetzung für den Verjährungsbeginn sei die Fälligkeit des jeweiligen Anspruchs. Die
  33. Rate sei gemäß § 15 Abs. 2, 7, 8 GV am
  34. Oktober 2011 und die weiteren fünf Raten fortan im Jahresrhythmus fällig geworden. Anders als das Landgericht meine, führe die Möglichkeit zur Erhebung einer Feststellungsklage nicht dazu, dass die Anspruchsfälligkeit als Voraussetzung für den Verjährungsbeginn entfalle. Randnummer 10 Mit dem Antrag auf Einleitung des Güteverfahrens sei der Lauf der Verjährung für alle zu diesem Zeitpunkt noch nicht verjährten Abfindungsansprüche gemäß § 204 Abs. 1 Ziff. 4 BGB gehemmt worden. Insoweit habe der Kläger unstreitig vor Ablauf der sechsmonatigen Frist den Erlass eines Mahnbescheids beantragt. Randnummer 11 Der Kläger beantragt, Randnummer 12 unter Abänderung des Urteils des Landgerichts vom
  35. März 2016 Randnummer 13
  36. die Beklagten gesamtschuldnerisch zu verurteilen, an ihn wegen des Ausscheidens aus der ... GbR am
  37. April 2009 eine Abfindung in Höhe von 1.125.000,00 € nebst Zinsen in Höhe von 2 % über dem Basiszinssatz seit dem
  38. April 2009 und von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem
  39. August 2015 zu zahlen, Randnummer 14
  40. die Beklagten zu verurteilen, ihm Randnummer 15 a) ein Diagramm für die Unternehmensgruppe der ... mbH ( ... ), in welchem sämtliche Gesellschaften aufgeführt sind, an denen die ... am
  41. April 2009 beteiligt war, und zwar unter Angabe der exakten Beteiligungsverhältnisse und Randnummer 16 b) für die ... sowie für sämtliche Gesellschaften, an welchen diese am
  42. April 2009 beteiligt war, Jahresabschlüsse für die Jahre 2005 bis 2008 Randnummer 17 vorzulegen. Randnummer 18 Die Beklagten beantragen, Randnummer 19 die Berufung zurückzuweisen. Randnummer 20 Der Abfindungsanspruch sei bereits mit der Ausschließung des Klägers am
  43. April 2009 entstanden. Den daraufhin ergangenen Entscheidungen komme lediglich feststellende Wirkung zu. Dies sei dem Kläger auch bekannt gewesen. Letztlich komme es aber ohnehin nur auf die Kenntnis der zugrundeliegenden Tatsachen an. Randnummer 21 Auf die Fälligkeit der Abfindungsraten komme es indes nicht an. Für den Beginn der Verjährungsfrist genüge gemäß §§ 199 Abs. 1 Nr. 1, 200 S. 1 BGB die Entstehung des Anspruchs, weshalb § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGG auch die Erhebung einer Klage auf Feststellung genügen lasse. Randnummer 22 Das von vornherein aussichtslose Güteverfahren sei nicht geeignet, eine Verjährungshemmung nach § 204 BGB zu bewirken. Es entspreche der gesetzgeberischen Vorgabe, missbräuchlichen Rechtsverfolgungsmaßnahmen keine Hemmungswirkung zuzubilligen (BT-Drs. 14/6857, S. 8 und 44). Im Übrigen stütze der Kläger seinen Güteantrag auf seine Ausschließung, wie diese in der Gesellschafterversammlung vom
  44. April 2009 beschlossen worden sein soll. Diesen Anspruch mache der Kläger mit der hiesigen Klage aber schon nicht geltend. Randnummer 23 Soweit der Kläger sich erstmals im Berufungsverfahren auf die Mitteilung des Scheiterns des Güteverfahrens berufe, sei dieser neue Sachvortrag gemäß § 531 Abs. 2 ZPO ausgeschlossen. II. Randnummer 24 Da die Berufung des Klägers offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg hat und die sonstigen Voraussetzungen von § 522 Abs. 2 ZPO ebenfalls vorliegen, war das Rechtsmittel durch einstimmigen Beschluss zurückzuweisen. Hinsichtlich der weiteren Gründe wird Bezug genommen auf den Beschluss vom
  45. November 2019 genommen, gegen den der Kläger innerhalb der ihm gesetzten Frist inhaltlich keine Einwände vorgebracht hat. Auf den Schriftsatz des Klägers vom
  46. Januar 2020 wird verwiesen. Randnummer 25 Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO, diejenige zur vorläufigen Vollstreckbarkeit auf §§ 708 Nr. 10 S. 2, 711 ZPO. Die Festsetzung des Gebührenstreitwerts findet ihre Grundlage in § 47 Abs. 1 S. 1 GKG. Permalink Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten: https://gesetze.berlin.de/perma?d=NJRE001473449

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