Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar. Tatbestand Randnummer 1 Die Klägerin wendet sich gegen die Entziehung des akademischen Grades „Doktorin des Rechts“ (Dr. iur.). Randnummer 2 Im Oktober 2005 ließ der Fachbereich Rechtswissenschaft der Beklagten (im Folgenden: Fachbereich) die Klägerin zur Promotion zu. Im Juli 2008 beantragte die Klägerin die Einleitung des Prüfungsverfahrens ihrer Dissertation mit dem Titel „D...“ und versicherte mit einer unter dem Datum vom
formierte Herr em. Prof. Dr. B... das Dekanat des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Beklagten (im Folgenden: Dekanat) darüber, dass die Klägerin Teile aus einer Dissertation seines ehemaligen Doktoranden Dr. A...(„D...“ aus dem Jahr 2001, erschienen im Peter Lang Verlag) wörtlich übernommen habe, ohne dies kenntlich zu machen. Daraufhin leitete das Dekanat im Januar 2013 ein Verfahren zur Überprüfung der Plagiatsvorwürfe ein. Hierüber setzte die Beklagte die Klägerin mit Schreiben vom 28. März 2013
Kenntnis. Randnummer 4 Die Klägerin nahm zu den ihr gegenüber erhobenen Vorwürfen mit Schreiben vom 24. April 2013 erstmals Stellung und erklärte, dass der ihr vorgeworfene Sachverhalt
objektiver Hinsicht zutreffe. Es sei aber zu keiner Zeit ihre Absicht gewesen, die Prüfungskommission zu täuschen oder zu verbergen, dass sie sich mit Dr. H...Gedanken auseinandergesetzt und diese
ihrer Arbeit verwertet habe. Sie habe ihn
ihrer Arbeit mehrfach zitiert und seine Arbeit entsprechend im Literaturverzeichnis aufgeführt. Es sei Ausdruck einer Nachlässigkeit, die im Rahmen guten wissenschaftlichen Arbeitens nicht vorkommen dürfe.
des beruhe diese Übernahme einzig auf einem groben Versehen. Dieses sei darauf zurückzuführen, dass ihr Computer abgestürzt und die Datenrettung schwierig gewesen sei. Sie habe zuvor unter anderem Texte wortgetreu herausgeschrieben und sie den Kapiteln zugeordnet,
denen sie sie später habe verwerten wollen. Diese Passagen habe sie farbig unterlegt, um sich daran zu erinnern, dass sie noch umzuformulieren, zu kürzen und auf ihre Fußnoten hin zu überprüfen gewesen seien. Sie habe auch andere Stellen kopiert, nämlich solche Passagen, mit denen sie noch nicht zufrieden gewesen sei, und solche, bei denen sie noch die Fußnoten habe überprüfen wollen. Während sie diese Stellen gelb markiert habe, seien die Passagen, die sie wörtlich aus anderen Arbeiten kopiert habe, rosa unterlegt gewesen. Etwa ein oder zwei Monate vor Abgabe der Dissertation habe sie ihre Arbeitsdatei nicht mehr auf ihrem Computer öffnen können. Sie habe anschließend zwar mithilfe eines IT-Dienstleisters ihre Daten wiederherstellen können, der Computer selbst sei aber dauerhaft nicht mehr funktionstüchtig gewesen.
ihrer wiederhergestellten Textdatei seien sämtliche Markierungen
der Arbeit nur noch
der Farbe Gelb erschienen. Daraufhin habe sie die markierten Textteile noch einmal genau gelesen, wobei sie die Stellen, die nicht ihren Formulierungen entsprochen hätten, umformuliert, gekürzt und auf ihre Herkunft überprüft habe. Die Passagen aus der Dissertation von Dr. H...seien ihr dabei entgangen. Sie vermute, dass sie diese wegen des ähnlichen Schreibstils für einen von ihr selbst formulierten Teil gehalten habe. Sie habe angenommen, dass dieser Teil nur noch auf Fußnoten zu überprüfen gewesen sei. Zudem hätte sie es nicht nötig gehabt, bei einem derart schwierigen Thema mehrere Seiten aus einer anderen Arbeit zu übernehmen, welche sich im rein deskriptiven Teil ihrer Dissertation fänden. Außerdem habe sie Prof. Dr. A...ihre gesamte Arbeit überlassen, der damals über den europäischen Streitgegenstandsbegriff habilitiert habe und eng mit em. Prof. Dr. B..., dem Doktorvater von Dr. H...verbunden gewesen sei. Sie habe mit Prof. Dr. A...auch über die Arbeit von Dr. H...gesprochen. Wäre ihr bewusst gewesen, dass ihre Arbeit wörtlich übernommene Passagen aus Dr. H...Dissertation ohne Verweis enthielt, hätte sie dies unterlassen. Randnummer 5
weiteren Schreiben vom Mai und vom Juni 2013 teilte die Klägerin mit, dass sie sich
der Zwischenzeit bei Dr. H...entschuldigt und er ihre Entschuldigung angenommen habe. Zudem reichte sie eine Stellungnahme des Unternehmens ein, das die Textfassung ihrer Arbeit nach dem Computerzusammenbruch wiederhergestellt hat. Randnummer 6 Nachdem die Prüfungskommission dem Präsidenten der Beklagten ihren Abschlussbericht vom
seiner Sitzung vom 31. August 2016 folgte der Promotionsausschuss dieser Entscheidung und setzte für die Entziehungsentscheidung eine Prüfungskommission ein. Als Mitglieder wurden em. Prof. Dr. P..., Prof. Dr. R..., Prof. Dr. S...sowie der akademische Mitarbeiter Y...und der Student A...bestellt, wobei die nicht promovierten Mitglieder lediglich beratend mitwirkten.
der konstituierenden Sitzung am 31. Oktober 2016 wählte die Prüfungskommission Prof. Dr. S...als ihren Vorsitzenden.
der Sitzung am
der Folge aufgehoben wurde. Daraufhin übersandte Prof. Dr. S... den übrigen Kommissionsmitgliedern mit E-Mail vom 8. Mai 2018 die endgültige Fassung des Abschlussberichts, der gegenüber dem bereits
der Sitzung am
der Sache auf ihre bisherigen Ausführungen verwiesen habe. Diese seien bereits im Abschnitt III. „Untersuchung der Dissertation anhand des Prüfungsmaßstabs“ gewürdigt worden. Auf die Bitte von Prof. Dr. S...stimmten die übrigen Kommissionsmitglieder bis zum
der Sitzung vom
nerhalb von einem Monat nach Bestandskraft des Bescheides nicht nachkomme, ein Zwangsgeld
Höhe von 1.000 Euro angedroht. Zur Begründung heißt es im Wesentlichen: Die Klägerin habe den akademischen Titel Dr. iur. durch Täuschung erlangt,
dem sie vorsätzlich
großem Umfang fremde Textpassagen als selbst formulierten Text ausgegeben habe. Dabei sei auch unter Einbeziehung ihres Vortrags im ersten Verfahren zum Computerabsturz davon auszugehen, dass sie mit einem Täuschungsvorsatz gehandelt habe. Angesichts des Umstandes, dass sie
ihrer Dissertation an 74 Textstellen ohne hinreichende Kennzeichnung aus 17 verschiedenen fremden Werken zitiert habe, sei das öffentliche
teresse an der Aufrechterhaltung wissenschaftlicher Standards höher zu gewichten als ihr
teresse, ihren juristischen Doktorgrad weiter führen zu können. Für die Klägerin als Rechtsanwältin durch die Titelentziehung voraussichtlich entstehende berufliche Nachteile müssten von ihr hingenommen werden, weil sie die vorsätzliche Täuschung selbst herbeigeführt habe.
Anbetracht der Schwere des Plagiats komme ein milderes Mittel nicht
Betracht. Die Klägerin sei verpflichtet, die ihr erteilte Promotionsurkunde nach Bestandskraft der Entscheidung herauszugeben. Randnummer 10 Die Klägerin wendet sich mit ihrer am 25. Februar 2019 beim Verwaltungsgericht Berlin erhobenen Klage gegen diesen Entziehungsbescheid. Zur Begründung trägt sie im Wesentlichen vor: Das Präsidium sei für die Entziehungsentscheidung nicht zuständig gewesen. Aus dem Berliner Hochschulgesetz ergebe sich, dass der
soweit zuständige Leiter der Hochschule der Präsident der Beklagten sei. Eine im Rahmen des sogenannten Erprobungsmodells vorgenommene Übertragung der Hochschulleitung auf das Präsidium sei mit den Vorgaben des Berliner Hochschulrechts nicht vereinbar. Im Übrigen habe die Regelung
der Teilgrundordnung der Beklagten aus dem Jahr 1998, wonach das Präsidium die Hochschule leite, zum Zeitpunkt der Entziehungsentscheidung nicht mehr gegolten. Darüber hinaus fehle es an einer abschließenden Entscheidung der Prüfungskommission. Diese sei außerdem nicht ordnungsgemäß besetzt gewesen, weil mit dem akademischen Mitarbeiter Y...und dem Studenten A...zwei nicht promovierte Kommissionsmitglieder mitgewirkt hätten....Der Vorsitzende der Prüfungskommission habe selbst nicht zugestimmt, sondern nur die übrigen Mitglieder um Zustimmung gebeten. Schließlich sei der endgültige Abschlussbericht der Prüfungskommission formfehlerhaft zustande gekommen, weil der Beschluss im Umlaufverfahren ohne eigenhändige Unterschriften aller stimmberechtigten Kommissionsmitglieder gefasst worden sei. Die nicht promovierten Mitglieder der Prüfungskommission hätten auf die Entscheidungsfindung eingewirkt,
dem sie auf die E-Mail des Kommissionsvorsitzenden vom
der Teilgrundordnung festgelegte Funktionszuweisung gelte weiterhin. Die Prüfungskommission sei bei ihrer Entscheidung am 9. Mai 2018 zudem trotz der Mitwirkung von zwei nicht promovierten Mitgliedern ordnungsgemäß besetzt gewesen. Die Einsetzung von Herrn Y...sei erforderlich gewesen, da es zum Zeitpunkt der Sitzung keinen längerfristig am Fachbereich beschäftigten promovierten akademischen Mitarbeiter gegeben habe. Ferner sei nicht ausgeschlossen, dass nicht promovierte Kommissionsmitglieder
Bezug auf eine Titelentziehung beratend mitwirken dürfen. Schließlich fehle es nicht an einer abschließenden Entscheidung der Prüfungskommission. Die stimmberechtigten Mitglieder hätten bereits
der Sitzung vom
teressen der Klägerin deshalb nicht als überwiegend bewertet, weil die Weitergabe der
formationen aus ihrer Sicht zur Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis geboten gewesen sei. Jedenfalls lasse sich aus einer falschen datenschutzrechtlichen Einschätzung nicht ableiten, dass im Entziehungsverfahren Misstrauen gegen eine unparteiische Amtsausübung der damaligen Leiterin des Rechtsamtes bestünde. Randnummer 16 Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf die Streitakte, den Verwaltungsvorgang der Beklagten (Promotionsakte, Verwaltungsvorgänge des Fachbereichs und des Rechtsamtes, Aktenorder der Prüfungskommission sowie drei weitere Aktenordner bezeichnet mit Ausdruck I, II und III) sowie die beigezogene Streitakte des vormaligen Klageverfahrens – VG 12 K 423.14 – Bezug genommen, die vorgelegen haben und Gegenstand der mündlichen Verhandlung gewesen sind. Entscheidungsgründe Randnummer 17 A. Die nach § 42 Abs. 1 Alt. 1 Verwaltungsgerichtsordnung – VwGO – statthafte Anfechtungsklage ist zulässig, aber unbegründet. Der Entziehungsbescheid der Beklagten vom 3. Februar 2019 ist rechtmäßig und verletzt die Klägerin nicht
ihren Rechten (§ 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO). Randnummer 18 I. Rechtsgrundlage für die Entziehung des Doktorgrades ist § 34 Abs. 7 Nr. 1 Alt. 1 des Gesetzes über die Hochschulen im Land Berlin – Berliner Hochschulgesetz (BerlHG) –
der zum Zeitpunkt der Entziehungsentscheidung gültigen Fassung vom 2. Februar 2018 (GVBl. S. 160). Danach kann ein von einer staatlichen Hochschule verliehener akademischer Grad wieder entzogen werden, wenn sich nachträglich herausstellt, dass er durch Täuschung erworben worden ist. Über die Entziehung entscheidet gemäß § 34 Abs. 8 Satz 1 BerlHG der Leiter der Hochschule auf Vorschlag des Gremiums, das für die Entscheidung über die dem akademischen Grad zu Grunde liegenden Prüfungsleistungen zuständig ist. Da § 34 Abs. 8 BerlHG zur Bestimmung des Vorschlagsgremiums an das Verleihungsverfahren anknüpft, ist eine eigenständige Regelung des Entziehungsverfahrens
der Promotionsordnung nicht zwingend erforderlich (vgl. VG Berlin, Urteile vom
HG Abweichungen von §§ 24 bis 29, 34 bis 36 , 51 bis 58 , 60 bis 75 sowie 83 bis 121 BerlHG zulassen, soweit dies erforderlich ist, um neue Modelle der Leitung, Organisation und Finanzierung zu erproben, die dem Ziel einer Vereinfachung der Entscheidungsprozesse und einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit,
sbesondere der Erzielung eigener Einnahmen der Hochschule, dienen.
diesem Sinne hat am
HG umgesetzt und eine Teilgrundordnung – Erprobungsmodell der Freien Universität Berlin
Abweichung vom Gesetz über die Hochschulen im Land Berlin vom 27. Oktober 1998 (FU-Mitteilungen Nr. 24/1998) erlassen – im Folgenden: TeilO –.
O ist – ausdrücklich als Ausnahme zu § 52 Abs. 1 BerlHG – festgelegt, dass die Beklagte durch das Präsidium geleitet wird. Diesem gehören nach § 2 Abs. 1 Satz 2 TeilO der Präsident oder die Präsidentin, der Erste Vizepräsident oder die Erste Vizepräsidentin, bis zu drei weitere Vizepräsidenten oder Vizepräsidentinnen sowie der Kanzler oder die Kanzlerin an. Randnummer 22 Diese Abweichung
O verdrängt die Funktionszuweisung aus § 52 Abs. 1 BerlHG , die
allen Fällen Anwendung findet,
denen das Berliner Hochschulgesetz die Leitung der Hochschule anspricht. Daher tritt an die Stelle der im Berliner Hochschulgesetz vielfach genannten abstrakten Funktionsbezeichnung „Leiter oder Leiterin der Hochschule“ bei der Beklagten nicht gemäß § 52 Abs. 1 BerlHG der Präsident, sondern nach § 2 Abs. 1 Satz 1 TeilO das Präsidium (vgl. VG Berlin, Urteil vom 27. Oktober 2020 – 12 K 68.19 – juris Rn. 24 ).
diesem Sinne ist mit dem Leiter oder der Leiterin der Hochschule
HG im Fall der Beklagten das Präsidium gemeint (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12. Mai 2016 – 5 B 11.15 – juris Rn. 28 f.). Randnummer 23 Die Beklagte ist nach § 7a Satz 1 BerlHG rechtsfehlerfrei von der Regelung
HG abgewichen. Entgegen der Ansicht der Klägerin liegen die Voraussetzungen der Erprobungsklausel
Bezug auf die Leitung der Hochschule vor und die Teilgrundordnung war zum Zeitpunkt der Entziehungsentscheidung am 15. Januar 2019 weiterhin
Kraft. Randnummer 24 Die Erprobungsklausel
HG ist ein gesetzgeberischer Ausdruck universitärer Selbstverwaltung. Mit der Abweichung von dem
HG festgelegten Prinzip, wonach die Leitung der Hochschule einer einzelnen Person obliegt, hat sich die Beklagte mit der Regelung
O dazu entschieden, die Leitung der Hochschule einem Gremium, nämlich dem Präsidium, zu übertragen. Diese Abweichung ist im Sinne von § 7a Satz 1 BerlHG erforderlich, um ein neues Modell der Leitung zu erproben. Ausweislich der Beschlussvorlagen des Präsidenten an das Kuratorium vom
sbesondere den administrativen Aufwand zu senken. Nach § 2 Abs. 2 TeilO arbeitet das Präsidium nach dem Kollegialprinzip, wonach die Richtlinienkompetenz
nerhalb des Präsidiums der Präsident oder die Präsidentin
nehat.
nerhalb der Richtlinien leitet jeder Vizepräsident oder jede Vizepräsidentin und der Kanzler oder die Kanzlerin ihren Geschäftsbereich selbständig und unter eigener Verantwortung. Durch diese Verantwortungsverteilung, für die sich die Beklagte im Rahmen ihrer Satzungsautonomie
expliziter Abweichung zu § 52 BerlHG entschieden hat, können Leitungsaufgaben von mehreren Personen wahrgenommen werden.
sgesamt hat eine Aufteilung von Verantwortung im Rahmen der Selbstverwaltung der Beklagten jedenfalls das Potential, Entscheidungsprozesse
zeitlicher und
haltlicher Hinsicht zu vereinfachen. Denn einerseits können
bestimmten Bereichen Spezialkenntnisse aufgebaut bzw. genutzt werden. Andererseits kann eine Verteilung der Verantwortung auch zu einer zeitlichen Entlastung der einzelnen Leitungsorgane führen. Im Übrigen soll die Erprobungsklausel nach dem Wortlaut von § 7a Satz 1 BerlHG unter anderem dazu dienen, neue Modelle der Leitung zu erproben. Dies verdeutlicht den Willen des Gesetzgebers, Hochschulen zu ermöglichen, ihre Leitung probeweise nicht präsidial, sondern kollegial auszugestalten. Dafür hat sich die Beklagte entschieden. Im Weiteren entspricht es wiederum dem Charakter eines Erprobungsmodells, dass das Ziel – vorliegend das einer Vereinfachung der Entscheidungsprozesse – nicht
jedem Einzelfall erreicht werden muss. Randnummer 25 Gemäß §§ 3 Abs. 2 Satz 1, 63 Abs. 1 BerlHG hat mit dem Konzil der Beklagten das zuständige Organ gehandelt, als es mit Zustimmung aller beteiligten Stellen am
Kraft, sodass die
O festgelegte Funktionszuschreibung an das Präsidium zum Zeitpunkt der Entziehungsentscheidung am
Kraft. Gemäß § 19 Abs. 4 TeilO wurde die Erprobung zunächst auf eine vierjährige Erprobungsphase befristet, beginnend mit dem
Übereinstimmung mit dem Bericht der Evaluationsarbeitsgruppe, der den Vorgaben aus § 19 Abs. 5 TeilO folgend vor der Fortführung der Erprobung angefertigt worden ist, fest, dass sich das Erprobungsmodell bewährt habe und beschloss eine Verlängerung um zwei Jahre. Nachdem auch das Kuratorium der Verlängerung zugestimmt hatte, verlängerte die für Hochschulen zuständige Senatsverwaltung auf den Antrag der Beklagten vom 9. September 2002 am 12. September 2002 – und damit vor Ablauf der ersten Erprobungsphase – das
der Teilgrundordnung festgeschriebene Erprobungsmodell bis zum
O
Abweichung zu §§ 62 f. BerlHG bestimmt worden ist, dass das Konzil als eigenständiges zentrales Organ entfällt, konnte es bei der Verlängerung der Teilgrundordnung nicht mehr beteiligt werden. Auch wenn sich im Auszug des Beschlussprotokolls der Sitzung des Akademischen Senats am
HG für eine Zulassung eines Erprobungsmodells erforderliche Stellungnahme abgegeben. Die Verlängerung des Erprobungsmodells ließ am
diesem Sinne gelten die gemäß § 7a Satz 1 BerlHG zugelassenen Abweichungen sowie die darauf beruhenden Satzungen der Hochschulen auch nach § 137a BerlHG
der Fassung vom
HG festgeschriebene Verlängerung der Erprobungsmodelle bis zum Außerkrafttreten der Erprobungsklausel
HG überschreitet vorliegend entgegen der Ansicht der Klägerin nicht die Grenzen der Gesetzgebungskompetenz, weil das universitäre Selbstverwaltungsrecht der Beklagten gewahrt bleibt. Der Beklagten ist es nach wie vor möglich, die Erprobung abzubrechen. Ebenso wie der Landesgesetzgeber den Hochschulen mit § 7a BerlHG das Recht einräumen konnte, Erprobungsmodelle zu erlassen, kann er festlegen, dass diese fortgelten, solange die Hochschulen – wie die Beklagte – sie selbst noch für erforderlich halten und mit § 7a BerlHG die gesetzliche Ermächtigungsgrundlage, auf der die Erprobungsmodelle der Hochschulen fußen, weiterhin
Kraft ist. Randnummer 30 Dabei ist es unschädlich, dass vor der Einfügung bzw. Änderung von § 137a BerlHG keine Evaluation stattgefunden hat. Nach § 19 Abs. 5 Satz 1 TeilO setzt grundsätzlich jede Fortführung der Erprobung, jede Änderung sowie jeder Abbruch eine Evaluation voraus. Mit der Einfügung von § 137a BerlHG wurde aber lediglich festgestellt, dass die nach § 7a BerlHG zugelassenen Erprobungsmodelle grundsätzlich weiter fortgelten, ohne dass die Hochschulen ihre Fortführung explizit beschließen müssen.
Bezug auf die Beklagte hatte die Einfügung von § 137a BerlHG zur Folge, dass die am
denen die Beklagte – nach dem
HG festgelegten Verfahren – selbst von ihrer Satzungsautonomie Gebrauch macht und die Erprobung fortführen, ändern oder abbrechen möchte. Dieser Anwendungsbereich war im Fall der Einfügung sowie der Änderung von § 137a BerlHG durch den Gesetzgeber nicht betroffen. Randnummer 31 Der Einwand der Klägerin, dass das Verhältnis der Regelungen von § 137a BerlHG und § 7a BerlHG widersprüchlich sei, geht
s Leere. Denn aus dem Wortlaut von § 7a Satz 1 BerlHG folgt keine bestimmte zeitliche Einschränkung. Der grundsätzlich temporäre Charakter der Erprobungsklausel bleibt durch die Regelung
HG gewahrt. Bis zu welchem genauen Zeitpunkt die Regelungen der Erprobungsmodelle weiter gelten, unterliegt damit weiterhin der Satzungsautonomie der Hochschulen, die jederzeit überprüfen können, ob sie die Abweichungen von den
HG genannten Normen weiterhin für erforderlich halten.
sofern hat die Beklagte die Möglichkeit, nach einer Evaluation selbst eine Fortsetzung der Erprobung oder aber eine Änderung bzw. ihren Abbruch zu beantragen (vgl. § 19 Abs. 5 Satz 7 TeilO).
HG ist einerseits festgelegt, dass die Erprobungsmodelle weiter gelten, bis die Hochschulen sich entscheiden, die Erprobung abzubrechen. Andererseits wird klargestellt, dass die Erprobungsklausel
HG , mit der der Gesetzgeber die Erprobungsmodelle überhaupt ermöglicht hat und auf dessen Grundlage sie erlassen worden sind, weiter
Kraft sein muss. Diese Festlegung überschreitet deshalb nicht die Grenzen der Gesetzgebungskompetenz, weil damit lediglich die Verknüpfung zwischen der gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage und den Satzungen hergestellt worden ist. Die
HG festgelegte Zuständigkeit der für Hochschulen zuständigen Senatsverwaltung für die Zulassung von Erprobungsmodellen wird durch § 137a BerlHG nicht konterkariert, da
der zuletzt genannten Norm nicht die Zulassung, sondern die grundsätzliche Fortgeltung der Erprobungsmodelle bis zum Außerkrafttreten des § 7a BerlHG geregelt wird. Randnummer 32 Der Fortgeltung der Teilgrundordnung steht nicht entgegen, dass die Regelung
O, wonach die Erprobung am
den FU-Mitteilungen Nr. 26/2002 vom 17. Oktober 2002 bekannt gemacht. Vor dem Auslaufen dieser Befristung trat bereits § 137a BerlHG
Kraft. Mit § 19 Abs. 2 TeilO, wonach die Regelungen der Teilgrundordnung während der Erprobung anstelle der entgegenstehenden des Berliner Hochschulgesetzes anzuwenden sind, wurde lediglich deklaratorisch festgeschrieben, dass die Vorschriften auch im Anwendungsbereich von § 7a BerlHG wieder anzuwenden sind, wenn die Befristung der Teilgrundordnung ohne eine Verlängerung ausläuft. Dies ist aber nicht geschehen. Randnummer 33
Übereinstimmung mit § 28 Satz 1 und 2 PromO 2010 setzte sich die Prüfungskommission mit em. Prof. Dr. P..., Prof. Dr. R... und Prof. Dr. S...aus drei Hochschullehrern, wobei die beiden zuletzt genannten Personen ihr Hochschulamt hauptberuflich ausüben, sowie mit Herrn A...aus einem Studenten zusammen. Entgegen § 28 Satz 1 PromO 2010 war der akademische Mitarbeiter Y...als Gremiumsmitglied nicht promoviert. Jedoch kann gemäß § 28 Satz 4 PromO 2010 auch ein nicht promovierter akademischer Mitarbeiter Mitglied der Kommission sein. Anders als die Klägerin meint, ergibt sich aus § 28 Satz 4 PromO 2010 nicht, dass ein nicht promovierter akademischer Mitarbeiter nur dann Mitglied der Kommission sein kann, wenn zum Zeitpunkt der Einsetzungsentscheidung kein bereits promovierter akademischer Mitarbeiter am Fachbereich tätig ist. Vielmehr kommt durch die Regelung
O 2010 zum Ausdruck, dass bei der Entscheidung über die Besetzung des akademischen Mitarbeiters – wie von der Beklagten vorgetragen – neben dessen akademischen Grad auch andere Gesichtspunkte, wie etwa die zeitliche Verfügbarkeit oder die voraussichtliche Fortdauer seiner Beschäftigung am jeweiligen Lehrstuhl eine Rolle spielen können. Allein der Umstand, dass am Fachbereich auch bereits promovierte akademische Mitarbeiter tätig waren, führt vor diesem Hintergrund nicht dazu, dass die Besetzung mit Herrn Y...fehlerhaft war. Randnummer 38 Ferner greifen die Bedenken der Klägerin an der Beteiligung eines Studenten und eines nicht promovierten akademischen Mitarbeiters
folge einer möglicherweise geringeren akademischen Fachkompetenz nicht durch, weil ihre
O 2010 vorgesehene beratende Mitwirkung an Leistungsbewertungen bei Promotionen mit höherrangigem Recht vereinbar ist (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12. Mai 2016 – 5 B 11.15 – juris Rn. 52). Für das Erfordernis einer Promotion aller Mitglieder der Prüfungskommission spricht zwar der nach § 34 Abs. 8 Satz 2 BerlHG im Titelentziehungsverfahren entsprechend anzuwendende § 32 Abs. 2 BerlHG , wonach Prüfungsleistungen nur von Personen bewertet werden dürfen, die mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen.
HG wird dieser Grundsatz für Leistungsbewertungen bei Promotionen konkretisiert, an denen nur promovierte Mitglieder des zuständigen Gremiums mitwirken dürfen. Allerdings richtet sich die beratende Mitwirkung von Studenten und Studentinnen und akademischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die nicht entsprechend qualifiziert sind, gemäß § 46 Abs. 6 Satz 2 BerlHG nach der jeweiligen Ordnung. Von dieser Öffnungsklausel hat der Fachbereich Gebrauch gemacht. Nach § 28 Satz 1, 2 und 5 PromO 2010 können neben Studierenden auch nicht promovierte akademische Mitarbeiter Prüfungskommissionsmitglieder sein, solange sie nur beratend tätig werden. Dieser Regelung steht § 32 Abs. 2 BerlHG nicht entgegen, weil die nicht promovierten Mitglieder keine Bewertung der (Promotions-)leistung vornehmen, sondern im Hinblick auf die Entziehungsentscheidung beratend tätig werden. Vor dem Hintergrund, dass Studierenden und akademischen Mitarbeitern, die selbst nicht promoviert sind, nach § 46 Abs. 6 Satz 2 BerlHG i.V.m. § 28 Satz 1, 2 und 5 PromO 2010 die beratende Mitwirkung an der
haltlichen Bewertung von Promotionsleistungen offensteht, ist es ihnen erst Recht möglich, an einem Titelentziehungsverfahren beratend mitzuwirken. Denn bei einem solchen geht es nicht um die Bewertung der dem akademischen Grad zugrundeliegenden Prüfungsleistung, sondern um die Rechtsfrage der Täuschung (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12. Mai 2016 – 5 B 11.15 – juris Rn. 44 f.; VG Berlin, Urteil vom 28. Oktober 2020 – 12 K 68.19 – juris Rn. 34). Da
der Prüfungskommission zum Zeitpunkt der Einsetzung am 31. August 2016 keine Mitglieder des Dekanats mitwirkten, führte mit Prof. Dr. S...der Regelung
O 2010 folgend das am längsten dem Fachbereich als hauptberuflicher Hochschullehrer angehörende Kommissionsmitglied den Vorsitz. Randnummer 39 (b) Mit dem endgültigen Abschlussbericht der Prüfungskommission vom
dem Prof. Dr. P... und Prof. Dr. R...dem endgültigen...Abschlussbericht, der unter der Überschrift „V. Ergebnis der Untersuchung und Empfehlung an das Präsidium der Freien Universität“ zu dem Ergebnis kommt, die Titelentziehung vorzuschlagen, im Umlaufverfahren per E-Mail zugestimmt haben. Einer ordnungsgemäßen Beschlussfassung hinsichtlich dieser abschließenden Entscheidung steht der Vortrag der Klägerin, Prof. Dr. S...habe selbst nicht seine Zustimmung zum endgültigen Abschlussbericht erteilt, nicht entgegen. Denn unabhängig davon, dass er durch seine E-Mail vom
s Leere gingen. Es ist nicht ersichtlich,
wiefern diese E-Mails die Abstimmungen der übrigen Mitglieder der Prüfungskommission beeinflusst haben sollen, zumal sie ausschließlich an Prof. Dr. S... adressiert waren. Randnummer 42 Die Beschlussfassung der Prüfungskommission über den endgültigen Abschlussbericht im Umlaufverfahren per E-Mail war nach § 47 Abs. 4 Satz 3 BerlHG statthaft. Danach sind Abstimmungen im schriftlichen Verfahren zulässig, sofern kein Mitglied dem Verfahren widerspricht. Anhaltspunkte dafür, dass eines der Mitglieder der Prüfungskommission einer Beschlussfassung im Umlaufverfahren widersprochen hätte, sind weder vorgetragen noch ersichtlich. Der Einwand der Klägerin, dass die Beschlussfassung deshalb formwidrig sei, weil nicht alle stimmberechtigten Kommissionsmitglieder im Umlaufverfahren eine eigenhändige Unterschrift geleistet hätten, greift nicht durch. Denn eine Abstimmung im schriftlichen Verfahren nach § 47 Abs. 4 Satz 3 BerlHG ist nicht mit der Schriftform im Sinne von § 126 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB – gleichzusetzen. Mit § 47 Abs. 4 Satz 3 BerlHG hat der Landesgesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass der Grundsatz der Mündlichkeit zur Disposition der Gremiumsmitglieder steht. Damit soll Hochschulgremien ermöglicht werden, ohne eine gleichzeitige physische Anwesenheit von mindestens der Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder einen Beschluss fassen zu können (vgl. § 47 Abs. 1 Satz 1 BerlHG ). Ein Formerfordernis dergestalt, dass Beschlüsse von den stimmberechtigten Mitgliedern der Hochschulgremien im Sinne von § 126 Abs. 1 BGB eigenhändig unterschrieben werden müssen, ist im BerlHG nicht vorgesehen. Vor diesem Hintergrund bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass ein derart strenges Formerfordernis für Abstimmungen im schriftlichen Verfahren, bei denen – wie vorliegend – nach einer bereits erfolgten Willensbildung oftmals nur eine nochmalige Zustimmung unter vereinfachten Bedingungen erfolgen soll, einzuhalten ist. Das schriftliche Verfahren aus § 47 Abs. 4 Satz 3 BerlHG ist vielmehr als Gegensatz zur offenen oder geheimen Beschlussfassung im Sinne von § 47 Abs. 4 Satz 2 und 3 BerlHG zu verstehen, die die physische Anwesenheit der Mitglieder voraussetzen, und soll nach der gebotenen Auslegung auch die Beschlussfassung
digitalen Verfahrensformen ermöglichen, unter anderem die Zustimmung per E-Mail (zum gleichlautenden § 90 Abs. 1 Satz 2 VwVfG, vgl. Rademacher,
: Schoch/Schneider, VwVfG, Stand: Juli 2020, § 90 Rn. 23; Thiele,
: Mann/Sennekamp/Uechtritz, VwVfG, 2. Auflage 2019, § 90 Rn. 19). Randnummer 43 Darüber hinaus wäre ein etwaiger Formfehler jedenfalls nach § 46 VwVfG unbeachtlich, weil offensichtlich ist, dass dieser die Entscheidung
der Sache nicht beeinflusst hat. Die Prüfungskommission hatte bereits
ihrer Sitzung vom 16. Februar 2018 den vorläufigen Abschlussbericht,
dem die Titelentziehung vorgeschlagen worden war, vorbehaltlich des Ergebnisses der Anhörung der Klägerin, durch einstimmigen Beschluss der promovierten und daher stimmberechtigten Mitglieder angenommen. Nachdem die Klägerin mit ihrem Schreiben vom
s Leere. Randnummer 45 Denn es ist nicht verfahrensfehlerhaft, dass diese
ihrer Funktion als Leiterin des Rechtsamtes an der Präsidiumssitzung am
: Schoch/Schneider, VwVfG, Stand: Juli 2020, § 21 Rn. 24). Allerdings reicht der Umstand, dass sich die Amtsträgerin von einer fehlerhaften Rechtsauffassung leiten lässt, für sich allein nicht aus. Es müssen
diesem Fall vielmehr
dizien hinzukommen, die für eine gezielte Benachteiligung oder eine unsachliche Einstellung sprechen (vgl. BVerwG, Urteil vom
formiert hatte, dass Mitglieder der sogenannten VroniPlag Wiki-Gruppe (im Folgenden: VroniPlag)
der Dissertation der Klägerin umfangreiche Plagiate nachgewiesen hätten, teilte ihr Frau D...mit einer E-Mail vom
formationen zu beachten, und kündigte an, darüber zu
formieren, sobald das Entziehungsverfahren rechtskräftig abgeschlossen ist. Mit einer zweiten E-Mail vom 6. Februar 2019
formierte sie Prof. Dr. W...sodann, dass sich das Präsidium im Januar 2019 mit der Dissertation der Klägerin befasst und
Übereinstimmung mit dem Vorschlag des Gremiums beschlossen habe, der Klägerin den Doktorgrad zu entziehen. Ferner erklärte sie, dass mit einer Klageerhebung gerechnet werde. Randnummer 48 Die Klägerin weist zu Recht darauf hin, dass § 6a Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BerlHG vorliegend keine gesetzliche Grundlage für die Übermittlung von personenbezogenen Daten der Klägerin darstellte. Danach dürfen personenbezogene Daten an andere Hochschulen übermittelt werden, wenn dies im öffentlichen
teresse erforderlich ist und keine schutzwürdigen
teressen des oder der Betroffenen überwiegen. Vorliegend betraf die Übermittlung der personenbezogenen Daten bereits keinen Austausch zwischen Hochschulen. Vielmehr erfolgte die Datenweitergabe zu dem Zweck, Prof. Dr. W...bei ihrem Engagement bei VroniPlag und ihrem Bestreben, Plagiate zu identifizieren, zu
formieren. Der Umstand, dass die E-Mails an ihre Dienstadresse bei der HTW adressiert waren, führt zu keinem anderen Ergebnis. Denn Prof. Dr. W...handelte nicht als Vertreterin der Hochschule, sondern aufgrund ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für VroniPlag. Randnummer 49 Nichtsdestotrotz lässt sich auf diese datenschutzrechtlich fehlerhafte Einschätzung keine auf Tatsachen gründende Befürchtung stützen, Frau D...habe gegenüber der Klägerin eine ablehnende
nere Einstellung oder persönliche Vorbehalte. Denn
dem E-Mail-Verkehr finden sich weder unsachliche Äußerungen gegenüber der Klägerin noch eine
haltliche Stellungnahme zu dem noch nicht abgeschlossenen Entziehungsverfahren. Vielmehr gibt sie
sachlicher Form den derzeitigen Verfahrensstand wieder, zumal es sich bei der Bezugnahme auf die Entscheidung der Kammer vom 8. Juli 2015 und der Urteilsbegründung um öffentlich zugängliche
formationen handelte, die von Frau D...im Übrigen nicht kommentiert worden sind. Eine persönliche Voreingenommenheit ergibt sich auch nicht aus ihrer
der E-Mail vom 2. Februar 2016 geäußerten Einschätzung, dass die Klägerin gegen den Entziehungsbescheid vom Februar 2019 Klage erheben würde. Denn diese Annahme lag nahe, nachdem sich die Klägerin bereits gegen den Entziehungsbescheid vom Juli 2015 gerichtlich gewehrt hatte. Im Ergebnis bleiben die von der Klägerin vorgetragenen Anhaltspunkte für eine Besorgnis der Befangenheit Mutmaßungen. Randnummer 50 Hinzu kommt, dass keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich eine etwaige Befangenheit von Frau D...auf das Entziehungsverfahren ausgewirkt haben könnte. Denn sie hat die Entscheidung des Präsidiums
ihrer Funktion als damalige Leiterin des Rechtsamtes nur als Beraterin
Rechtsfragen begleitet. Es ist dagegen nicht ersichtlich, dass sie im Hinblick auf die Frage, ob die Klägerin den Dr. iur. durch Täuschung erworben hat, Einfluss auf die Entscheidung genommen hat. Der Vortrag der Klägerin, ihr sei eine Steuerungsverantwortung für das gesamte Verfahren zugekommen, bleibt unsubstantiiert. Randnummer 51 2. Die Entziehung des akademischen Grades Dr. iur. ist auch materiell rechtmäßig. Randnummer 52
der Dissertation verwertet werden, als solche
einer Weise zu kennzeichnen sind, dass der Leser ohne eigenen Aufwand – etwa das Nachschlagen von Zitaten oder die Suche nach Abhandlungen ähnlichen
halts –
die Lage versetzt wird, fremde geistige Hervorbringungen
der Dissertation zuverlässig von eigenen geistigen Hervorbringungen des Verfassers der Dissertation zu unterscheiden (vgl. Niedersächsisches OVG, Urteil vom
einer Gesamtschau beider Möglichkeiten prägen. Eine quantitative Prägung ist zu bejahen, wenn die Anzahl der Plagiatsstellen und deren Anteil an der Arbeit angesichts des Gesamtumfangs überhandnehmen. Derartige Passagen prägen die Arbeit qualitativ, wenn die restliche Dissertation den
haltlichen Anforderungen an eine beachtliche wissenschaftliche Leistung nicht genügt (vgl. BVerwG, a.a.O., Rn. 44). Randnummer 55 Nach diesen Maßstäben hat die Klägerin über die Eigenständigkeit ihrer erbrachten Promotionsleistung getäuscht,
dem sie dem Wortlaut nach entnommene Stellen
ihrer Arbeit nicht oder nur unzureichend kenntlich gemacht und diese somit als ihre eigene Leistung ausgegeben hat. Hinsichtlich der Textübernahme aus der Dissertation von Dr. H...mit dem Titel „D...“ (Seiten 66 bis 72) auf den Seiten 49 bis 54 ihrer Dissertation, die Anlass für das erste Entziehungsverfahren war, hat die Klägerin
ihrer Stellungnahme vom 24. April 2013 den Verstoß gegen die Vorgaben guten wissenschaftlichen Arbeitens auch eingeräumt. Obwohl sie über fünf Seiten nur geringfügige Änderungen
Bezug auf Satzbau und Wortwahl vorgenommen hat, fehlt ein Verweis auf die Quelle.
sgesamt liegt hier schon deshalb kein Bagatellverstoß vor, weil sich die teilweise wörtlichen Textübernahmen ohne Quellennennung nicht auf dieses besonders auffällige Plagiat beschränken. Ein bloßer Bagatellverstoß gegen die Maßstäbe wissenschaftlichen Arbeitens kommt bei vereinzelten fehlerhaften Zitaten
Betracht, jedoch nicht, wenn wesentliche, das heißt für die Verleihung des Doktorgrades entscheidungserhebliche Fehlleistungen vorliegen (vgl. VG Braunschweig, Urteil vom
ihren Fußnoten 219 und 221 auf den Originaltext, suggeriert aber damit, dass jeweils nur die beiden Sätze zitiert würden. Dabei markiert sie die Stellen weder als ein direktes Zitat noch macht sie deutlich, dass die Quelle nicht nur bei den zwei mit Fußnoten versehenen Sätzen, sondern über
sgesamt zwei Seiten größtenteils wörtlich eingefügt worden ist. Ebenso verfährt die Klägerin auf den Seiten 107 f. ihrer Arbeit, wenn sie
sgesamt 14 Zeilen aus dem Aufsatz H..., 279 f. übernimmt. Denn auch hier zitiert sie die Quelle zwar
ihren Fußnoten 355 und 357. Diese Kennzeichnung ist aber nicht geeignet, die fremde Urheberschaft der 14 Zeilen, die als direktes Zitat
Anführungszeichen hätten gesetzt werden müssen, zu offenbaren. Im Gegenteil wird dadurch beim Leser der Eindruck erzeugt, nur die Gedanken, die
den mit den beiden Fußnoten versehenden Sätzen
eigenen Worten wiedergegeben worden seien, stammten aus der zitierten Quelle. Keine Kennzeichnung der Quelle findet sich dagegen auf den Seiten 4 und 110 ihrer Dissertation, auf denen sie jeweils fast wortgleich 8 Zeilen von der Seite 280 des Aufsatzes übernimmt. Damit fügte sie den gleichen Abschnitt an zwei Stellen ihrer Arbeit ohne ein Zitat ein. Auf den Seiten 8 f. der Dissertation der Klägerin findet sich unter der Überschrift „Römisch-rechtliche Ursprünge der Rechtskraft“ wiederum ohne Verweis auf die Quelle ein Textabschnitt, der lediglich mit kleinen Änderungen von den Seiten 13 f. der Arbeit U..., Köln 1988, übernommen worden ist. Randnummer 58 Die Täuschungshandlung der Klägerin beschränkt sich aber nicht auf die Übernahme großer Teile aus anderen Arbeiten. So fügte sie
ihrer Dissertation zum Beispiel an
sgesamt neun Stellen jeweils kurze Passagen aus der Arbeit M..., Berlin 1993, ein, ohne dies kenntlich zu machen, wobei sich die Übernahmen zum Teil auch auf die
der Quelle verwendeten Fußnoten erstrecken. Wenn die Klägerin etwa auf der Seite 30 ihrer Dissertation beinahe wörtlich zwei Sätze von der Seite 141 einschließlich der Fußnote übernimmt, dabei aber nicht auf die Arbeit des Autors ...verweist, täuscht sie den Leser
mehrfacher Hinsicht. Zum einen suggeriert sie durch ihre Fußnote 126, den
halt der zitierten englischen Gerichtsentscheidung
eigenen Worten wiedergegeben zu haben. Zum anderen verschweigt sie die Textübernahme,
dem sie die Quelle an dieser Stelle gar nicht zitiert. Ebenso geht sie auf Seite 57 vor,
dem sie knapp acht Zeilen von der Seite 142 aus dem fremden Werk ohne einen Verweis auf diese wörtlich
ihrer Fußnote 218 übernimmt und damit
sbesondere den Eindruck erweckt, die englische Gerichtsentscheidung selbst analysiert, kontextualisiert und zusammengefasst zu haben. Randnummer 59 Auf der Seite 179 ihrer Dissertation findet sich ein besonders gravierendes Beispiel eines Plagiats, weil die Klägerin unter der Überschrift „Fazit“ beinahe wörtlich 20 Zeilen ohne Nachweis von der Seite 138 des Werks M..., Berlin 1997, einfügt. Dabei wird gerade durch die von ihr gewählte Überschrift der Eindruck erweckt, sie fasse ihre zuvor dargestellten
halte zur „Möglichkeit einer verordnungsautonomen Bestimmung der Streitgegenstandsidentität“ noch einmal zusammen.
diesem Absatz nimmt sie nur kleine Änderungen hinsichtlich Wortwahl und Satzbau vor, etwa
dem sie
ihrer ersten Zeile „vorgehende“ mit „vorrangige“ oder
ihrer vierten Zeile „Vertragsstaaten“ durch „Mitgliedstaaten“ ersetzt. Ihre einzige Fußnote unter der Überschrift „Fazit“ auf ihrer Seite 179 hat sie ebenfalls aus dem anderen Text übernommen. Randnummer 60 Der Täuschungshandlung steht nicht entgegen, dass die Quellen, aus denen ohne Verweise Textstellen übernommen worden sind, allesamt im Literaturverzeichnis aufgeführt und dass an anderen Stellen korrekt aus ihnen zitiert worden ist (vgl. VG Berlin, Urteil vom 27. Oktober 2020 – 12 K 68.19 – juris Rn. 54 ). Vielmehr setzen die Maßstäbe wissenschaftlichen Arbeitens voraus, dass der Autor Klarheit darüber schafft, welchen konkreten fremden Text er übernimmt. Dem ist mit einem bloßen Auflisten der Quellen im Literaturverzeichnis nicht Genüge getan (vgl. Gärditz, WissR 2013, 3, 5). Gerade
dem die Klägerin an den oben genannten Stellen nicht auf die im Literaturverzeichnis aufgeführten Werke verweist, erweckt sie den Eindruck, eine eigene geistige Leistung erbracht zu haben. Denn dem Leser wird vorgespiegelt, dass die ohne Fußnoten versehenen Teile eigene Textbeiträge der Klägerin seien (vgl. VG Würzburg, Urteil vom 19. Juli 2017 – W 2 K 15.668 – juris Rn. 45). Die von der Klägerin vorgenommenen gelegentlichen Zitierungen sind geeignet, den tatsächlichen Umfang oder
halt der Übernahme zu verschleiern (vgl. Gärditz, WissR 2013, 3, 6). Randnummer 61 Die Klägerin hat auch einen Irrtum erregt. Die Voraussetzung dafür ist, dass wenigstens ein Teil der Mitglieder der Prüfungskommission von der ordnungsgemäßen Zitierweise ausgegangen ist (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom
nicht unwesentlichem Umfang Textpassagen aus Werken Dritter, die sie
diesem Zusammenhang entweder überhaupt nicht oder aber nicht hinreichend zitiert hatte, sodass die Mitglieder der Prüfungskommission davon ausgehen mussten, dass diese Textteile entweder vollständig von ihr selbst formuliert wurden oder sie lediglich einige Sätze der zitierten Quelle, nicht aber ganze Absätze entnommen hat. Die Täuschung war auch ursächlich für die Verleihung des Doktorgrades. Denn es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Prüfungskommission die Dissertation trotz der Vielzahl ungekennzeichneter wörtlicher Übernahmen und trotz zahlreicher fehlender Quellenangaben angenommen und bewertet hätte. Randnummer 62 bb) Die Klägerin handelte mit Täuschungsvorsatz. Randnummer 63 Bei der Abgabe ihrer Dissertation hielt es die Klägerin zumindest für möglich und nahm billigend
Kauf, dass die Mitglieder der Prüfungskommission über die Urheberschaft wesentlicher Teile der Dissertation und über den Umfang wörtlicher Übernahmen aus anderen Quellen getäuscht wurden (zu der Voraussetzung des bedingten Vorsatzes im vorliegenden Kontext, vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 15. November 2019 – 9 S 307/19 – juris Rn. 17). Randnummer 64 Der Einwand der Klägerin
ihrer Stellungnahme vom 24. April 2013, sie sei bei der Abgabe ihrer Arbeit davon ausgegangen, dass der ohne Verweis übernommene Textteil von den Seiten 66 bis 72 aus der Arbeit A...H..., Bern 2001, von ihr selbst stamme, ist schon deshalb nicht geeignet, ihren Täuschungsvorsatz zu entkräften, weil er nicht die zahlreichen weiteren festgestellten Plagiate
ihrer Dissertation betrifft. Zu diesen ungekennzeichneten Übernahmen nimmt sie keine Stellung. Angesichts der bereits dargestellten Arbeitsweise der Klägerin und der Vielzahl an Stellen ihrer Dissertation ohne eine hinreichende Kennzeichnung der Quellen kann nicht davon ausgegangen werden, dass sie lediglich handwerklich unsauber gearbeitet und dabei
Bezug auf die Übernahme fremder Textteile die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat. Randnummer 65 Darüber hinaus sind die Ausführungen der Klägerin zu ihrem fehlenden Täuschungsvorsatz auch nicht glaubhaft. Auch wenn noch nachvollzogen werden kann, im ersten Arbeitsschritt
einer Art Textsammlung relevante Stellen aus fremden Werken
den eigenen Entwurf hineinzukopieren, um diese sichern und später mit ihnen arbeiten zu können, ist es nicht glaubhaft, dass Textübernahmen über mehrere Seiten für die eigenen gehalten werden. Dem widerspricht zum einen der den verschiedenen Autoren eigene Sprach- und Zitierstil. Zum anderen ist davon auszugehen, eine gedankliche Arbeit, jedenfalls soweit sie über mehrere Seiten ausgeführt worden ist, als die eigene wiedererkennen zu können. Zwar mögen sich einzelne Überlegungen und Gedanken mit anderen Autoren überschneiden,
sbesondere wenn sich ein anderer Wissenschaftler vor relativ kurzer Zeit einem vergleichbaren Thema angenommen hat. Es ist nicht erklärlich, dass die Klägerin
ihrer Arbeit unter der Überschrift „Die Berücksichtigung der Rechtskraft im Prozess“ auf den Seiten 49 bis 54 beinahe wortgleich den Text von Dr. H...übernimmt, wobei sie – von einigen wenigen Satzumstellungen oder Wortänderungen abgesehen – bloß die
der Quelle...verwendeten Überschriften weglässt, ohne dabei eine Täuschung der Mitglieder der Prüfungskommission über ihre eigene Leistung für möglich gehalten und billigend
Kauf genommen zu haben. Dabei hat die Klägerin an einigen Stellen auch die Verweise aus dem fremden Text übernommen, wobei sie die Fußnoten an ihre eigene Zitierweise angepasst hat. Randnummer 66 Der Umstand, dass sie einige Fußnoten aus dem fremden Text angepasst und vereinzelt auch eigene Fußnoten gesetzt hat, steht ihrem Täuschungsvorsatz nicht entgegen. Denn die punktuelle Veränderung des Originaltextes
diziert nicht zwingend, dass die Klägerin nach der Wiederherstellung ihres Arbeitsstandes davon ausgegangen ist, dieser Textteil stamme von ihr. Vielmehr ist eine Vielzahl an Motivationen dafür, den Text leicht zu verändern, denkbar, etwa der Versuch, das Plagiat zu verschleiern. Hinzu kommt, dass die Klägerin nach der Wiederherstellung des Textes Anlass dazu hatte, an der eigenen Autorenschaft dieser Passage zu zweifeln, weil sie nach wie vor farblich markiert war und sie daher – nach ihrem eigenen Vortrag – entweder wörtlich übernommen war oder noch einer Überarbeitung bedurfte. Tatsächlich hat sie den Text aus der Quelle aber kaum verändert. Dies spricht gegen ihre Vorstellung, dass die Textpassage von ihr stammte. Gegen den Vortrag der Klägerin spricht ferner, dass die aus der Dissertation von Dr. H...übernommenen Verweise allesamt ihrem eigenen Zitierstil entsprechend angepasst worden sind. Auch wenn die Klägerin
ihrer Stellungnahme angibt, im Rahmen der Datenwiederherstellung seien auch die Formatierungen verloren gegangen, hätte ihr zum Beispiel auffallen müssen, dass auf den übernommenen Seiten
den Fußnoten – entgegen ihrer sonstigen Zitierweise – die Kommata nach der Namensnennung der Autoren fehlten und auch keine „S.“ vor der Seitenangabe gesetzt worden sind. Darüber hinaus hat die Klägerin die Arbeitstitel ihrem eigenen Literaturverzeichnis entsprechend abgekürzt. Dass sie hinsichtlich dieser Textpassage davon ausgegangen ist, vor ihrer nochmaligen Überarbeitung nach dem Computerabsturz über mehrere Seiten konsequent anders zitiert zu haben, als
den übrigen Teilen ihrer Arbeit, ist nicht glaubhaft. Randnummer 67 Ihr Einwand, dass sie Prof. Dr. A...ihre Dissertation nicht überlassen hätte, wenn sie vorsätzlich plagiiert hätte, bleibt eine Spekulation. Sie
sistiert, dass sie bei einem Täuschungsvorsatz nicht den Kontakt zu Prof. Dr. A..., mit dem sie auch über die Arbeit von Dr. H...gesprochen habe und der mit dessen Doktorvater, em. Prof. Dr. B...,...eng verbunden sei, gesucht hätte. Dieser Umstand steht ihrem Täuschungsvorsatz jedoch nicht entgegen. Dafür ist – wie bereits ausgeführt – weder Absicht noch Wissentlichkeit erforderlich. Es ist auch vom Täuschungsvorsatz umfasst, wenn die Klägerin die Erfüllung der objektiven Täuschungshandlung selbst im Sinne des Eventualvorsatzes ernsthaft für möglich gehalten und billigend
Kauf genommen hat, bei der Überlassung ihrer Arbeit an Prof. Dr. A...aber dennoch darauf vertraute, dass diesem die Täuschung nicht auffallen würde. Im Gegenteil dürfte die Mehrheit der Promovenden, die vorsätzlich plagiiert haben, vor einer Abgabe ihrer Dissertation zurückschrecken, wenn sie die Gefahr, dass der Adressatenkreis die Täuschung bei einer Lektüre bemerken würde, als zu hoch einschätzten. Damit steht die Hoffnung, nicht entdeckt zu werden, einem vorsätzlichen Plagiat nicht entgegen; sie dürfte vielmehr die Regel sein. Das Argument, dass sie es bei einem derart schwierigen Thema nicht nötig gehabt hätte, die Textteile von Dr. H...im rein deskriptiven Teil zu übernehmen, geht ebenfalls
s Leere. Denn zum einen erschöpft sich ihre Übernahme fremder Textstellen ohne ausreichende Kennzeichnung – wie bereits dargestellt – nicht auf diese besonders auffällige Stelle im deskriptiven Teil der Arbeit. Zum anderen setzt der Täuschungsvorsatz nicht voraus, dass es dem Promovenden nicht auch möglich gewesen wäre, die Arbeit selbständig zu verfassen. Die grundsätzliche Befähigung der Klägerin, eine juristische Promotion zu verfassen, wurde bereits mit ihrer Zulassung zur Promotion bejaht. Der Täuschungsvorsatz ist außerdem unabhängig von dem Motiv für die Täuschung. Ebenso wenig steht dem Täuschungsvorsatz entgegen, dass sich die Klägerin bei Dr. H...entschuldigt und er ihre Entschuldigung angenommen hat. Randnummer 68 b) Es sind auch keine Ermessensfehler erkennbar (vgl. § 114 Satz 1 VwGO). Die Beklagte ist
ihrem Bescheid vom 3. Februar 2019 zu dem Ergebnis gelangt, dass das
teresse der Klägerin, den Doktorgrad weiterhin führen zu dürfen, hinter dem öffentlichen
teresse an der Aufrechterhaltung der Standards wissenschaftlicher Redlichkeit sowie der Chancengleichheit aller Doktorandinnen und Doktoranden zurücktreten müsse und hat damit das ihr
HG eröffnete Ermessen ausgeübt. Dabei hat sie auch den für die Klägerin als Rechtsanwältin durch die Entziehung des Doktorgrades voraussichtlich entstehenden beruflichen Nachteil (Art. 12 Abs. 1 GG) berücksichtigt. Zutreffend hat die Beklagte im Rahmen ihrer Ermessenserwägung darauf abgestellt, dass
der Dissertation der Klägerin nicht nur vereinzelt auftretendes und versehentlich unsauberes Arbeiten bzw. Zitieren im Sinne von bagatellhaften, handwerklichen Flüchtigkeitsfehlern oder ein Fehlverhalten
haltlich irrelevanten, hinsichtlich der Thematik der Arbeit allenfalls randständigen Teilen vorliegt. Die durchaus schwerwiegenden Folgewirkungen für die Klägerin verpflichten die Beklagte aber nicht dazu, zum Schutz der Grundrechte der Klägerin von der Entziehung ihres Doktorgrades abzusehen. Aus der Verletzung des Gebots der Eigenständigkeit folgt vielmehr, dass hier dem
3 Satz 1 GG verankerten
teresse an einer redlichen Wissenschaft der Vorrang zukommt (vgl. BVerwG, Urteil vom 21 Juni 2017 – 6 C 3.16 – juris Rn. 48). Ein milderes Mittel kommt hier im Hinblick auf den erheblichen Umfang der nicht ausreichend gekennzeichneten Übernahmen nicht
Betracht. Randnummer 69 III. Die Nebenentscheidungen der Beklagten sind ebenfalls rechtmäßig. Randnummer 70 Die Aufforderung der Herausgabe der Promotionsurkunde nach Bestandskraft der Entziehung des Doktorgrades findet ihre Rechtsgrundlage
VfG i.V.m. § 1 Abs. 1 VwVfG Berlin. Danach kann die Behörde, wenn ein Verwaltungsakt unanfechtbar widerrufen oder zurückgenommen ist, die aufgrund dieses Verwaltungsaktes erteilten Urkunden, die zum Nachweis der Rechte aus dem Verwaltungsakt oder zu deren Ausübung bestimmt sind, zurückfordern. Beanstandungsfrei hat die Beklagte angenommen, dass das eröffnete Ermessen hier auf Null reduziert ist, da kein Grund ersichtlich ist, der Klägerin die Urkunde zu belassen (vgl. VG Berlin, Urteil vom 25. Juni 2009 – 3 A 319.05 – juris Rn. 60). Randnummer 71 Die Androhung eines Zwangsgeldes für den Fall, dass die Klägerin der Herausgabepflicht nicht nachkommt, hat die Beklagte zu Recht auf § 8 Abs. 1 Satz 1 VwVfG Bln. i.V.m. § 13 Abs. 1 Verwaltungsvollstreckungsgesetz – VwVG – gestützt. Das Zwangsgeld kommt gemäß § 11 VwVG bei einer nicht vertretbaren Handlung, wie sie hier
Rede steht,
Betracht. Gegen die Höhe des Zwangsgeldes (1.000 Euro) bestehen keine Bedenken. Randnummer 72 B. Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 1 VwGO. Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus § 167 VwGO i.V.m. § 709 der Zivilprozessordnung. Randnummer 73 BESCHLUSS Randnummer 74 Der Wert des Streitgegenstandes wird gemäß §§ 39 ff., 52 f. des Gerichtskostengesetzes auf Randnummer 75 15.000,00 Euro Randnummer 76 festgesetzt. Permalink Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten: https://gesetze.berlin.de/perma?d=NJRE001484756
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