Berliner Richterbesoldung: Verfassungsmäßigkeit der familienbezogenen Bestandteile der Besoldung kinderreicher Richter im Zeitraum 2011 bis 2020 Leitsatz Die familienbezogenen Besoldungsbestandteile d
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 15.12.2008 (BGBl. I S. 2486)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 600 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 688 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 9.12.2010 (BGBl. I S. 1885)) --- Differenz: 88 Euro (688-600 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 88 Euro x (1,019 x 1,013 x 1,016 [Mietpreisindexsteigerung 2009-2011]) x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 101,52 Euro 2012 1.235,28 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 15.12.2008 (BGBl. I S. 2486)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 600 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 688 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 9.12.2010 (BGBl. I S. 1885)) --- Differenz: 88 Euro (688-600 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 88 x 1,019 x 1,013 x 1,016 x 1,014 (Mietpreisindex 2009-2012) x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 102,94 Euro 2013 1.267,44 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 15.12.2008 (BGBl. I S. 2486)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 600 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 688 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 9.12.2010 (BGBl. I S. 1885)) --- Differenz: 88 Euro (688-600 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 88 Euro x 1,019 x 1,013 x 1,016 x 1,014 x 1,026 (Mietpreisindex 2009-2013) x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 105,62 Euro 2014 1.280,04 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 15.12.2008 (BGBl. I S. 2486)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 600 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 688 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 9.12.2010 (BGBl. I S. 1885)) --- Differenz: 88 Euro (688-600 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 88 Euro x 1,019 x 1,013 x 1,016 x 1,014 x 1,026 x 1,01 (Mietpreisindex 2009-2014) x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 106,67 Euro 2015 1.281,36 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 15.12.2008 (BGBl. I S. 2486)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 600 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 688 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 9.12.2010 (BGBl. I S. 1885)) --- Differenz: 88 Euro (688-600 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 88 Euro x 1,019 x 1,013 x 1,016 x 1,014 x 1,026 x 1,01 x 1,001 (Mietpreisindex 2009-2015) x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 106,78 Euro 2016 1.372,80 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl. I S. 1610)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 730 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 834 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl. I S. 1610)) --- Differenz: 104 Euro (834-730 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 104 Euro x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 114,40 Euro 2017 1.372,80 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl I S. 1610)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 730 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 834 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl. I S. 1610)) --- Differenz: 104 Euro (834-730 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 104 x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 114,40 Euro 2018 1.372,80 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl I S. 1610)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 730 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 834 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl. I S. 1610)) --- Differenz: 104 Euro (834-730 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 104 x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 114,40 Euro 2019 1.372,80 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl I S. 1610)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 730 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 834 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.d.F. v. 2.10.2015 (BGBl. I S. 1610)) --- Differenz: 104 Euro (834-730 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 104 x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 114,40 Euro 2020 1.518,00 Für Berlin vorgesehene Mietenstufe: IV (
§ 1Abs.
3 Wohngeldverordnung i.d.F. v. 30.11.2019 (BGBl I S. 1877) und v. 6.7.2020 (BGBl I 1594)) Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine vierköpfige Familie: 803 Euro Monatlicher Höchstbetrag für Mietenstufe IV für eine fünfköpfige Familie: 918 Euro (§ 12 Abs. 1 WoGG i.V.m. Anlage 1 WoGG i.d.F. v. 30.11.2019 (BGBl. I S. 1877)) --- Differenz: 115 Euro (918-803 Euro) Monatlicher Mehrbetrag für das 3. Kind: 115 x 1,1 (Sicherheitszuschlag 10 %) = 126,50 Euro Randnummer 47 3. Kosten der Heizung Randnummer 48 Zum grundsicherungsrechtlichen Bedarf zählen nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II auch Heizkosten, sofern sie angemessen sind. Eine realitätsgerechte Methode, um diese zu ermitteln, besteht dabei entsprechend dem Ansatz des Bundessozialgerichts darin, den bundesweiten Heizspiegel, der jährlich nach Energieträger und Größe der Wohnanlage gestaffelte Vergleichswerte ausweist, heranzuziehen. Die angemessenen Heizkosten können anhand des Produkts aus der angemessenen Wohnfläche und dem Höchstbetrag des Heizspiegels pro m² – unabhängig davon, für welchen Energieträger und welche Wohnflächengröße dieser anfällt – gebildet werden (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 62f., 141; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 54, 77; BVerwG, Beschl. v. 22.9.2017 – 2 C 56.16 –, juris, Rn. 170, 174; BSG, Urt. v. 12.6.2013 – B 14 AS 60/12 R –, juris, Rn. 22ff.). Dass dabei auf bundeseinheitliche Werte abgestellt wird, steht nicht im Widerspruch zur Föderalisierung des Besoldungsrechts, weil das Grundsicherungsrecht insofern keine Regionalisierung vorsieht (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 54). Randnummer 49 Sofern in der Gesetzesbegründung zum BerlBVAnpG 2021 ein anderer Ansatz zur Ermittlung der Heizkosten bei der Bestimmung des gebotenen Familienzuschlags ab dem dritten Kind vertreten wird (Gewichtung nach berlinspezifischer Verteilung der Energieträger und Abstellen auf „typische“ Gebäudefläche von 501-1000 m², vgl. AbgH-Drs. 18/3285 v. 6.1.2021, S. 39 sowie Anlage 6 mit Fußnote 2), überzeugt dies nicht. Der Besoldungsgesetzgeber erläutert nicht, weshalb dieser Ansatz gegenüber demjenigen in der Alimentationsrechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vorzuziehen sein sollte. Insbesondere verkennt er Folgendes: Die Ermittlung des grundsicherungsrechtlichen Bedarfs soll gewährleisten, dass die Nettoalimentation in möglichst allen Fällen den gebotenen Abstand zum Grundsicherungsniveau wahrt. Dies ist bei dem vom Bundesverfassungsgericht entwickelten und hier zugrunde gelegten Ansatz – Abstellen auf den Höchstwert des Heizspiegels im Vergleich aller Energieträger und Gebäudegrößen – eher gewährleistet als bei dem Ansatz des Besoldungsgesetzgebers. Letzterer führt in keiner Weise weiter aus, inwiefern ausgeschlossen ist, dass der durch seine „berlinspezifischen“ Gewichtungen ermittelte Durchschnittsbetrag „in einer größeren Anzahl von Fällen“ zur Deckung der Heizkosten nicht ausreichen würde, was aber die realitätsgerechte Bestimmung des Grundsicherungsniveaus gerade fordert (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 41; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 52). Randnummer 50 Der bundesweite Heizspiegel wird jahresbezogen von der co2online-GmbH veröffentlicht (vgl. www.heizspiegel.de). Die angemessene Wohnfläche kann den „Ausführungsvorschriften zur Gewährung von Leistungen gemäß § 22 SGB II und §§ 35 und 36 SGB XII (AV-Wohnen)“ der Berliner Senatsverwaltung in ihrer jeweiligen Fassung entnommen werden (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 63, 141 unter Bezugnahme auf BVerwG, Beschl. v. 22.9.2017 – 2 C 56.16 –, juris, Rn. 170, 174; vgl. auch BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 54, 76). Die AV-Wohnen 2009 vom 10. Februar 2009 (ABl. S. 502) und die AV-Wohnen 2013 vom 7. August 2013 (ABl. S. 1768) enthielten noch keine Anlage mit der Bestimmung der angemessenen Wohnungsgrößen. Das Bundesverwaltungsgericht stellte bei der Prüfung des Mindestabstandsgebots im Rahmen der verfassungsrechtlichen Bewertung der Berliner R-Besoldung für die Jahre 2009 bis 2015 einheitlich auf die Werte der Anlage 1 der AV-Wohnen 2015 ab (BVerwG, Beschl. v. 22.9.2017 – 2 C 56.16 –, juris, Rn. 167; akzeptiert durch BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 63, 141), so dass dieser Ansatz hier auch für die Bestimmung der zusätzlichen Wohnfläche eines dritten und vierten Kindes in den Jahren 2011 bis 2014 zugrunde gelegt wird. Dieser Ansatz scheint auch deshalb angemessen, da auch nach 2015 durchgehend 12m² als zusätzliche Wohnfläche angesetzt werden und nicht erkennbar ist, weshalb dies für die vorangehenden Jahre anders gehandhabt werden sollte. Zudem setzte auch die zwischenzeitlich für unwirksam erklärte Wohnaufwendungenverordnung vom 3. April 2012 (GVBl. S. 99; vgl. oben) 12m² als zusätzlichen Flächenbedarf bei einem dritten Kind fest. Randnummer 51 Auf dieser Basis ergeben sich für den Zeitraum 2011 bis 2020 folgende Heizkosten als grundsicherungsrechtlicher Bedarf bei einem dritten Kind: Randnummer 52 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 259,20 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2011: 21,60 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der Ausführungsvorschriften zur Gewährung von Leistungen gemäß § 22 SGB II und §§ 35 und 36 SGB XII (AV-Wohnen 2015) v. 16.6.2015 (ABl. S. 1339): 12m² (97-85m²) 2012 235,20 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2012: 19,60 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2015: 12m² (97-85m²) 2013 262,80 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2013: 21,90 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2015: 12m² (97-85m²) 2014 282,00 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2014: 23,50 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2015: 12m² (97-85m²) 2015 267,60 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2015: 22,30 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2015: 12m² (97-85m²) 2016 276,00 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2016: 23,00 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2015: 12m² (97-85m²) 2017 270,00 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2017: 22,50 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2015: 12m² (97-85m²) 2018 264,00 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2018: 22,00 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2018 v. 27.11.2017 (ABl. S. 6507): 12m² (102-90m²) 2019 255,72 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2019: 21,31 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2018 v. 27.11.2017 (ABl. S. 6507) und AV-Wohnen 2019 v. 18.9.2019 (ABl. S. 6019): 12m² (102-90m²) 2020 271,32 Höchstpreis pro m²/Jahr auf Basis des Heizkostenspiegels für 2020: 22,61 Euro Angemessene zusätzliche Wohnfläche für drittes Kind nach Anlage 1 der AV-Wohnen 2019 v. 18.9.2019 (ABl. S. 6019): 12m² (102-90m²) Randnummer 53 4. Bedarf für Bildung und Teilhabe Randnummer 54 Zum grundsicherungsrechtlichen Bedarf für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zählen neben dem Regelbedarf (vgl. 1.) auch die in § 28 SGB II aufgeführten Bedarfe für Bildung und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft. Diese sind nur teils pauschaliert (Schulbedarf und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben), im Übrigen werden grundsätzlich die tatsächlichen Aufwendungen anerkannt (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 65; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 56). Für die Bestimmung des Grundsicherungsniveaus sind im Ausgangspunkt alle Bedarfe des § 28 SGB II relevant. Nur wenn feststeht, dass bestimmte Bedarfe auf außergewöhnliche Lebenssituationen zugeschnitten sind und deshalb tatsächlich nur in Ausnahmefällen bewilligt werden, können sie außer Ansatz bleiben. Nach Maßgabe des Bundesverfassungsgerichts sind der persönliche Schulbedarf, Aufwendungen für (eintägige) Schulausflüge/Kitaausflüge sowie (mehrtägige) Schulfahrten/Kitafahrten, die Kosten des Mittagessens in einer Gemeinschaftseinrichtung sowie die Kosten der Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten dem Grunde nach zu berücksichtigen (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 67; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 57). Auch der Berliner Besoldungsgesetzgeber legt – jedenfalls – diese Bedarfe seiner Berechnung des gebotenen Familienzuschlags ab dem dritten Kind zugrunde (AbgH-Drs. 18/3285 v. 6.1.2021, Anlage 6). Randnummer 55 Der Umkehrschluss aus den Maßgaben des Bundesverfassungsgerichts ergibt mithin, dass die Aufwendungen für Schülerbeförderung (§ 28 Abs. 4 SGB II) und Lernförderung (§ 28 Abs. 5 SGB II) nicht gezwungenermaßen einbezogen werden müssen, sofern keine Anhaltspunkte für ihren regelmäßigen Anfall vorliegen – dies ist vorliegend der Fall, da die SenASIVA keine Angaben zur tatsächlichen Inanspruchnahme dieser Leistungen machen konnte und bei beiden Bedarfen nicht von deren regelmäßigem Anfall auszugehen ist (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 67; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 57; vgl. zu der geringen Inanspruchnahme dieser Bedarfe VG Köln, Beschl. v. 3.5.2017 – 3 K 7038/15 –, juris, Rn. 75). Hinsichtlich der Schülerbeförderung dürfte der geldwerte Vorteil für Grundsicherungsempfänger zudem ohnehin zu vernachlässigen sein, da von 2011 bis Juli 2018 der Eigenanteil für Grundsicherungsempfänger den Preis für ein Abo-Monatsticket in der innerstädtischen Tarifzone ohnehin überstieg und seit August 2019 alle Schüler – unabhängig von ihrem Anspruch auf Grundsicherung – ein kostenloses Schülerticket erhalten (vgl. Auskunft der SenASIVA v.12.1.2023). Randnummer 56 Um einen realitätsgerechten Wert der berücksichtigungsfähigen Bedarfe für Bildung und Teilhabe zu ermitteln, sind ggf. die Ausgaben mit der Zahl derjenigen ins Verhältnis zu setzen, die den jeweiligen Bedarf auch tatsächlich geltend machen bzw. gewichtete Durchschnitte zu bilden, falls bestimmte Bedarfe nur in bestimmten Altersstufen anfallen (z.B. Schulbedarf oder Kosten für Klassenfahrten, BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 67; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 57). Randnummer 57 Auf Basis der Auskünfte der SenASIVA vom 7. September 2022, 11. Oktober 2022, 12. Januar 2023, 7. Februar 2023 und 12. April 2023 können folgende in die Berechnung des Grundsicherungsniveaus einzustellende Bedarfe für Bildung und Teilhabe in den Jahren 2011 bis 2020 im Land Berlin festgestellt werden: Randnummer 58
- a)Schulbedarf Randnummer 59 Der sich aus § 28 Abs. 3 SGB II i.V.m. § 34 Abs. 3 SGB XII in der jeweils anwendbaren Fassung ergebende jährliche Pauschalbetrag ist für zwölf Schuljahre anzusetzen und sodann auf einen durchschnittlichen Jahreswert für den Zeitraum von der Geburt bis zur Volljährigkeit umzurechnen (jährlicher Pauschalbetrag x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre; so der Ansatz in BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 143; der Berliner Besoldungsgesetzgeber setzt nur zehn Schuljahre an, vgl. AbgH-Drs. 18/3285 v. 6.1.2021, Anlage 4b, Anlage 6). Randnummer 60 Dies ergibt für die streitgegenständlichen Jahre folgende altersgewichtete Durchschnittsbeträge für das dritte Kind, die in die Berechnung des Grundsicherungsniveaus einzustellen sind (vgl. auch Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 11.10.2022): Randnummer 61 Jahr Gewichteter Schulbedarf für das dritte Kind (in Euro) Anmerkung 2011 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 24.3.2011 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 24.3.2011 2012 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 24.3.2011 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 24.3.2011 2013 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 24.3.2011 und 7.5.2013 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 24.3.2011 und 7.5.2013 2014 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 7.5.2013 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 7.5.2013 2015 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 7.5.2013 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 7.5.2013 2016 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 7.5.2013 und vom 26.7.2016 i.V.m. § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 21.12.2015 2017 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 22.12.2016 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 22.12.2016 2018 66,67 Bedarfspauschale 100 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 22.12.2016 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 22.12.2016 2019 86,67 Bedarfspauschale 130 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 22.12.2016 und § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 22.12.2016 für die Februarzahlung (30 Euro) und § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 29.4.2019 i.V.m. § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 29.4.2019 für die Augustzahlung (100 Euro) 2020 100,00 Bedarfspauschale 150 Euro/Jahr nach § 28 Abs. 3 SGB II i.d.F. v. 29.4.2019 i.V.m. § 34 Abs. 3 SGB XII i.d.F. v. 29.4.2019) Randnummer 62
- b)Ausflüge und Fahrten Randnummer 63 Gemäß § 28 Abs. 2 SGB II in der jeweils anwendbaren Fassung werden Aufwendungen für eintägige Schulausflüge und mehrtägige Klassenfahrten bzw. eintägige Ausflüge und mehrtägige Fahrten im Rahmen des Besuchs einer Kindertageseinrichtung berücksichtigt. Dabei ist erneut von zwölf Schuljahren auszugehen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 79; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 143). Im Übrigen erscheinen die Annahmen des Besoldungsgesetzgebers im Hinblick auf die Anzahl der mehrtägigen Schulfahrten (eine pro Schuljahr), der eintägigen Schulausflüge (einer pro Schuljahr), der mehrtägigen Kitafahrten (eine in der Kitazeit) und der eintägigen Kitaausflüge (drei in der Kitazeit) realistisch (vgl. AbgH-Drs. 18/3285 v. 6.1.2021, Anlage 4b, 6). Es ist vor dem Hintergrund dieser notwendigerweise typisierenden Annahmen zur Frequenz auch weder ersichtlich noch vorgetragen, dass die Corona-Pandemie es geböte, andere Werte ab 2020 zugrunde zu legen. Weiterhin erachtet es die Kammer für gerechtfertigt – insbesondere angesichts der Wertungen des Besoldungsgesetzgebers selbst zur Frequenz der Fahrten –, diesen Bedarf in die Bestimmung des Grundsicherungsniveaus einzubeziehen, auch wenn die SenASIVA keine exakten Angaben zum Umfang seiner tatsächlichen Inanspruchnahme, sondern nur zu den durchschnittlich anerkannten Kosten pro Fahrt machen kann. Indem das Bundesverfassungsgericht den Besoldungsgesetzgeber zudem wiederholt dazu aufgefordert hat, die für realitätsgerechte Ansätze erforderlichen Daten zu erheben (vgl. z.B. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 78), muss er sich mangels Vorlage sonstiger Daten an der eigenen legislativen Wertung festhalten lassen. Randnummer 64 Vor diesem Hintergrund ergeben sich aus den von der SenASIVA mit Auskunftsschreiben vom 7. September 2022, 11. Oktober 2022, 12. Januar 2023, 7. Februar 2023 und 12. April 2023 übermittelten Daten die nachfolgenden altersgewichteten jährlichen Beträge, die in die Berechnung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs für das dritte Kind einzustellen sind. Dabei gilt es zu beachten, dass infolge unzureichender Erhebung von Daten für Kita-/Schulausflüge bzw. -fahrten in den Jahren 2011 bis 2014 für diese Jahre teils keine belastbaren Informationen vorliegen (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 12.4.2023). Angesichts der für diese Jahre ohnehin nicht eingehaltenen verfassungsrechtlichen Vorgaben ist eine weitere Aufklärung bzw. Schätzung der Werte für diesen Zeitraum (z.B. durch rückwärtige Extrapolation) jedoch nicht erforderlich (vgl. den Ansatz in BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 78). Randnummer 65
- aa)Eintägige Schulausflüge Randnummer 66 Jahr Gewichteter Betrag für Schulausflüge für drittes Kind (in Euro) Anmerkung 2011 / Keine Angaben möglich (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v.12.4.2023) 2012 / Keine Angaben möglich (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 12.4.2023) 2013 5,66 8,49 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2014 3,64 5,46 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2015 3,65 5,47 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2016 3,84 5,76 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2017 4,03 6,04 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2018 4,67 7,00 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2019 4,08 6,12 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2020 3,73 5,60 Euro Kosten eines Schulausflugs x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre Randnummer 67
- bb)Mehrtägige Schulfahrten Randnummer 68 Jahr Gewichteter Betrag für Schulfahrten für drittes Kind (in Euro) Anmerkung 2011 / Keine Angaben möglich (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 12.4.2023) 2012 / Keine Angaben möglich (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 12.4.2023) 2013 234,09 351,14 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2014 290,34 435,51 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2015 276,15 414,22 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2016 395,77 593,66 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2017 323,70 485,55 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2018 169,37 254,05 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2019 168,53 252,79 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre 2020 112,53 168,80 Euro Kosten einer Schulfahrt x 12 Schuljahre / 18 Lebensjahre Randnummer 69
- cc)Eintägige Kitaausflüge Randnummer 70 Jahr Gewichteter Betrag für Kitaausflüge für drittes Kind (in Euro) Anmerkung 2011 / Keine Angaben möglich (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 12.4.2023) 2012 1,36 8,14 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2013 1,48 8,89 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2014 1,40 8,38 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2015 1,41 8,46 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2016 1,63 9,79 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2017 1,54 9,25 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2018 1,73 10,40 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2019 1,20 7,19 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre 2020 0,91 5,48 Euro Kosten eines Kitaausflugs x 3 Ausflüge / 18 Lebensjahre Randnummer 71
- dd)Mehrtägige Kitafahrten Randnummer 72 Jahr Gewichteter Betrag für Kitafahrten für drittes Kind (in Euro) Anmerkung 2011 / Keine Angaben möglich (vgl. Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 12.4.2023) 2012 / 2013 / 2014 / 2015 19,35 348,33 Euro Kosten einer Kitafahrt / 18 Lebensjahre 2016 21,85 393,24 Euro Kosten einer Kitafahrt / 18 Lebensjahre 2017 15,86 285,49 Euro Kosten einer Kitafahrt / 18 Lebensjahre 2018 11,10 199,78 Euro Kosten einer Kitafahrt / 18 Lebensjahre 2019 13,81 248,53 Euro Kosten einer Kitafahrt / 18 Lebensjahre 2020 7,26 130,67 Euro Kosten einer Kitafahrt / 18 Lebensjahre) Randnummer 73
- ee)Gesamtbedarf Ausflüge und Fahrten Randnummer 74 Damit sind folgende Beträge für Fahrten und Ausflüge für das dritte Kind in die Berechnung des Grundsicherungsniveaus einzustellen: Randnummer 75 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Schulausflüge / / 5,66 3,64 3,65 3,84 Schulfahrten / / 234,09 290,34 276,15 395,77 Kitaausflüge / 1,36 1,48 1,40 1,41 1,63 Kitafahrten / / / / 19,35 21,85 Gesamtaufwendungen für Ausflüge und Fahrten für das dritte Kind (in Euro) / 1,36 241,23 295,38 300,56 423,09 Randnummer 76 2017 2018 2019 2020 Schulausflüge 4,03 4,67 4,08 3,73 Schulfahrten 323,70 169,37 168,53 112,53 Kitaausflüge 1,54 1,73 1,20 0,91 Kitafahrten 15,86 11,10 13,81 7,26 Gesamtaufwendungen für Ausflüge und Fahrten für das dritte Kind (in Euro) 345,13 186,87 187,62 124,43 Randnummer 77
- c)Mittagessen in Gemeinschaftseinrichtung Randnummer 78 Nach § 28 Abs. 6 SGB II sind im Rahmen der Grundsicherung die für die Teilnahme an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung entstehenden Aufwendungen für Kinder in einer Kindertagesstätte und Schüler in der Schule zu berücksichtigen. Dabei ist anzunehmen, dass Kinder für drei Jahre in einer Tageseinrichtung, für sechs Jahre in der Grundschule und für sechs Jahre in einer Oberschule (z.B. Gymnasium/beruflichen Schule) an einer solchen Mittagsverpflegung teilnehmen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 143). Randnummer 79 Ausweislich der Auskünfte der SenASIVA mit Schreiben vom 7. September 2022, 11. Oktober 2022, 12. Januar 2023 und 7. Februar 2023 ist bei der Ermittlung der Beträge, die für das Mittagessen in Gemeinschaftseinrichtungen in die Berechnung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs einzustellen sind, Folgendes zu beachten: Randnummer 80 - Für das Mittagessen in der Kita wurden allen Eltern im streitgegenständlichen Zeitraum 23,00 Euro pro Kind/Monat in Rechnung gestellt, wobei Grundsicherungsempfänger bis Juli 2019 einen Eigenanteil von 20,00 Euro leisten mussten (also nur 3,00 Euro als Bedarf für Bildung und Teilhabe berücksichtigt wurden) und seit August 2019 gar keinen Eigenanteil mehr zahlen (also die gesamten 23,00 Euro als Bedarf im Rahmen des § 28 Abs. 6 SGB II anerkannt wurden). Randnummer 81 - Der von der SenASIVA zugrunde gelegte Bedarf für das Schulessen ergibt sich aus dem von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ermittelten pauschalierten Monatsbetrag für Mittagessen in Grundschule/Oberschule abzüglich des bis einschließlich Juli 2019 zu leistenden Eigenanteils. Randnummer 82 - Seit August 2019 ist das Schulessen für alle Schüler bis einschließlich zur 6. Klasse kostenfrei ( § 19 SchulG i.d.F. v. 9.4.2019). Ab August 2019 sind damit die Aufwendungen für das Schulessen in der Grundschule für die Bildung des altersgewichteten Durchschnitts nicht mehr zu berücksichtigen, da kein geldwerter Vorteil spezifisch für Grundsicherungsempfänger besteht und diese Bezuschussung damit hinsichtlich der Frage der Einhaltung des Abstands zum grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarf für das dritte Kind weitgehend neutral bleibt. Randnummer 83 - Für das weiterhin zu berücksichtigende Mittagessen in den Oberschulen entfiel der Eigenanteil ab August 2019, so dass der volle Mittagessenspreis als Bedarf anerkannt wurde. Randnummer 84 Infolge der geringen rechnerischen Auswirkungen werden die ab August 2019 erfolgten Veränderungen erst ab dem Jahr 2020 berücksichtigt. Zudem ist infolge der Ferienbetreuungsmöglichkeiten in Kitas und Grundschulen anzunehmen, dass der Bedarf für das Mittagessen dort jeweils ganzjährig anfällt (unter Zugrundelegung der Daten der SenASIVA für die offene und gebundene Grundschule (OGB) mit Ferienbetreuung), wohingegen infolge der Schulferienschließungen während der Oberschulzeit die Leistungen nur in neun Monaten pro Jahr abgerufen werden (vgl. auch Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 7.2.2023). Randnummer 85 Vor diesem Hintergrund ergeben sich aus den von der SenASIVA übermittelten Daten folgende altersgewichteten jährlichen Beträge für die Mittagsverpflegung eines Kindes im Zeitraum 2011 bis 2020, die in die Berechnung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs für das dritte Kind einzustellen sind: Randnummer 86
- aa)Kitaessen Randnummer 87 Jahr Gewichteter Betrag für Kitaessen für das dritte Kind (in Euro) Anmerkung 2011 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2012 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2013 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2014 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2015 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2016 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2017 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2018 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2019 6,00 3,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre 2020 46,00 23,00 Euro anerkannter Bedarf für Kitaessen im Monat x 12 Monate x 3 Kita-Jahre / 18 Lebensjahre Randnummer 88
- bb)Schulessen Randnummer 89 Jahr Gewichteter Betrag für Schulessen für drittes Kind (in Euro) Anmerkung 2011 91,40 4,10 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2012 91,40 4,10 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2013 91,40 4,10 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2014 145,80 17,70 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2015 145,80 17,70 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2016 146,60 17,90 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2017 146,60 17,90 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2018 146,60 17,90 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2019 146,60 17,90 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Grundschule im Monat x 12 Monate x 6 Grundschuljahre / 18 Lebensjahre + 25,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre 2020 135,00 45,00 Euro anerkannter Bedarf für Mittagessen in der Oberschule im Monat x 9 Monate x 6 Oberschuljahre / 18 Lebensjahre Randnummer 90
- cc)Gesamtbedarf Mittagessen in Gemeinschaftseinrichtung Randnummer 91 Damit ist folgende Summe aus den Bedarfssätzen für Mittagessen in Kita und Schule in die Berechnung des Grundsicherungsniveaus für das dritte Kind einzustellen: Randnummer 92 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Kitaessen 6,00 6,00 6,00 6,00 6,00 6,00 Schulessen 91,40 91,40 91,40 145,80 145,80 146,60 Gemeinschaftliche Mittagsverpflegung für das dritte Kind (in Euro) 97,40 97,40 97,40 151,80 151,80 152,60 Randnummer 93 2017 2018 2019 2020 Kitaessen 6,00 6,00 6,00 46,00 Schulessen 146,60 146,60 146,60 135,00 Gemeinschaftliche Mittagsverpflegung für das dritte Kind (in Euro) 152,60 152,60 152,60 181,00 Randnummer 94
- d)Kosten der Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten Randnummer 95 Aus § 28 Abs. 7 SGB II in der jeweils anwendbaren Fassung ergeben sich folgende jährlichen Bedarfe, die in die Berechnung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs für das dritte Kind einzustellen sind (wobei an dieser Stelle keine Gewichtung vorzunehmen ist, da der Betrag Kindern aller Altersstufen gleichermaßen zukommt, vgl. auch Auskunftsschreiben der SenASIVA v. 11.10.2022): Randnummer 96 Jahr Bedarf für Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten für drittes Kind (in Euro) Anmerkung 2011 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 24.3.2011 und v. 13.5.2011 2012 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 13.5.2011 2013 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 13.5.2011 und v. 7.5.2013 2014 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 7.5.2013 2015 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 7.5.2013 2016 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 7.5.2013 und v. 26.7.2016 2017 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 22.12.2016 2018 120,00 10 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 22.12.2016 2019 145,00 10 Euro pro Monat bis Juli 2019 nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 22.12.2016 und 15 Euro pro Monat ab August 2019 nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 29.4.2019 2020 180,00 15 Euro pro Monat nach § 28 Abs. 7 SGB II i.d.F. v. 29.4.2019 Randnummer 97
- e)Gesamtberechnung Bedarf für Bildung und Teilhabe Randnummer 98 Damit ist in der Summe folgender jährlicher Bedarf für Bildung und Teilhabe in die Berechnung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs für das dritte Kind in den Jahren 2011 bis 2020 einzustellen: Randnummer 99 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Schulbedarf 66,67 66,67 66,67 66,67 66,67 66,67 Ausflüge und Fahrten / 1,36 241,23 295,38 300,56 423,09 Gemeinschaftliche Mittagsverpflegung 97,40 97,40 97,40 151,80 151,80 152,60 Soziale / kulturelle Teilhabe 120,00 120,00 120,00 120,00 120,00 120,00 Gesamthöhe (in Euro) 284,07 285,43 525,30 633,85 639,03 762,36 Randnummer 100 2017 2018 2019 2020 Schulbedarf 66,67 66,67 86,67 100,00 Ausflüge und Fahrten 345,13 186,87 187,62 124,43 Gemeinschaftliche Mittagsverpflegung 152,60 152,60 152,60 181,00 Soziale / kulturelle Teilhabe 120,00 120,00 145,00 180,00 Gesamthöhe (in Euro) 684,40 526,14 571,89 585,43 Randnummer 101 5. Mehrbedarfe Randnummer 102 Bei der Bestimmung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs sind nach § 21 SGB II auch bestimmte Mehrbedarfe anzuerkennen, die auf besondere Lebensumstände zurückzuführen sind. Aus den Auskünften der Bundesagentur für Arbeit vom 12. August 2022, 1. September 2022, 23. September 2022, 21. Oktober 2022 und 17. November 2022 geht jedoch hervor, dass unabhängig von der Frage nach ihrer relevanten Höhe (vgl. zur Nichtberücksichtigung von Beträgen im Bagatellbereich BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 68; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 58) die Mehrbedarfe bereits nicht in ausreichender Häufigkeit auftreten, um im Rahmen der hier anzustellenden typisierenden Betrachtungsweise berücksichtigt zu werden. Auch der mit Abstand am häufigsten geltend gemachte Mehrbedarf „Zusammenfassung: Ernährung, Härtefall und dezentrale Warmwasserversorgung“ fällt im hier streitgegenständlichen Zeitraum durchschnittlich in maximal 22,02 % der Partner-Bedarfsgemeinschaften mit zwei Kindern (so der höchste Wert in 2019) bzw. 21,06 % der Partner-Bedarfsgemeinschaften mit drei Kindern an (so der höchste Wert in 2020); vgl. Auskünfte der Bundesagentur für Arbeit v. 1.9.2022 und 17.11.2022). Sofern der Bedarf mithin in etwa 80 % der Fälle gar nicht anfällt, würde seine Einbeziehung dem Ziel der realitätsgerechten Abbildung des Umfangs der Sozialleistungen widersprechen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass bei Einbeziehung dieses Mehrbedarfs wohl nicht der auf alle Bedarfsgemeinschaften bezogene (niedrigere) Durchschnittswert, sondern die durchschnittliche Höhe des durch die betroffenen Bedarfsgemeinschaften auch tatsächlich geltend gemachten Mehrbedarfs zugrunde zu legen wäre. Denn der Rückgriff auf einen Durchschnittswert kommt dann nicht in Betracht, wenn er in einer größeren Anzahl von Fällen erkennbar nicht ausreichen würde (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 41; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 52). Die statistische Verzerrung einer Einbeziehung wäre mithin erheblich. Zudem steht auch ohne Berücksichtigung etwaiger Mehrbedarfe fest, dass die verfassungsrechtlichen Vorgaben zur Besoldung kinderreicher Familien im Zeitraum 2011 bis 2020 deutlich verletzt werden (vgl. hierzu BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 142). Randnummer 103 6. Weitere geldwerte Vorteile für Grundsicherungsempfänger Randnummer 104 Eine realitätsgerechte Ermittlung des grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarfs für das dritte Kind erfordert grundsätzlich auch, solche geldwerten Vorteile einzubeziehen, die diesen – im Gegensatz zur Allgemeinheit – staatlicherseits über die dargestellten Positionen hinaus für die Erfüllung jedermann betreffender Grundbedürfnisse gewährt werden (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 69ff.; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 60). Dies kann insbesondere Bereiche der Daseinsvorsorge betreffen, z.B. Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr oder beim Besuch von Kultureinrichtungen. Randnummer 105 Nach Auskunft der SenASIVA vom 11. Oktober 2022 und 12. Januar 2023 besteht in Berlin seit dem 1. Januar 2009 die Möglichkeit für Grundsicherungsempfänger mittels des sogenannten „berlinpasses“, Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr sowie bei der sozialen und kulturellen Teilhabe zu erfahren. Zwar liegt es insbesondere für das Grundbedürfnis „Mobilität“ durchaus nahe, die Berechtigung zum Bezug eines vergünstigten „Sozialtickets“ der Berliner Verkehrsbetriebe als geldwerten Vorteil einzustellen (vgl. die Auskünfte der SenASIVA v. 7.2.2023 sowie der VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH v. 25.1.2023 zu den Preisen des Sozialtickets und der nicht ermäßigten regulären Monatskarte im innerstädtischen Tarifbereich ab 2016). Über Zahl und Umfang der auf Basis des „berlinpasses“ gewährten optionalen Vergünstigungen können aber seitens der Senatsverwaltung keine genauen Angaben getätigt werden. Insbesondere lassen die durch die Senatsverwaltung mitgeteilten absoluten Zahlen über die Ausgabe von Sozialtickets keinen verlässlichen Rückschluss darauf zu, in welchem Umfang diese Leistung von Grundsicherungsempfängern in Anspruch genommen wird, da diese Zahlen auch Mehrfachnutzungen durch denselben Berechtigten sowie weitere Berechtigtenkreise (z.B. Leistungsempfänger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) umfassen. Randnummer 106 Der Berliner Besoldungsgesetzgeber veranschlagt die sonstigen geldwerten Vorteile für Grundsicherungsempfänger mangels hinreichender Datengrundlage in der Gesetzesbegründung zum BerlBVAnpG 2021 in Anlehnung an die Vorgabe in § 28 Abs. 7 SGB II zu den Kosten der Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten pauschal mit demselben Betrag (15 Euro in 2021) für jedes Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft (AbgH-Drs. 18/3285 v. 6.1.2021, S. 40, Anlage 4b, Anlage 6). Dieser typisierende Ansatz erscheint sachgerecht und wird mithin für den hier streitgegenständlichen Zeitraum zugrunde gelegt. Entsprechend der dargestellten gesetzlichen Pauschalen der Bedarfe für die Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten (vgl. 4.d)) sind mithin für das dritte Kind einer Bedarfsgemeinschaft folgende Werte in die Berechnung des Grundsicherungsniveaus einzustellen: Randnummer 107 Jahr Sonstige geldwerte Vorteile für das dritte Kind (in Euro) 2011 120,00 2012 120,00 2013 120,00 2014 120,00 2015 120,00 2016 120,00 2017 120,00 2018 120,00 2019 145,00 2020 180,00 Randnummer 108 7. Gesamtberechnung Randnummer 109 Auf dieser Grundlage errechnet sich der grundsicherungsrechtliche Gesamtbedarf für das dritte Kind für die Jahre 2011 bis 2020 insgesamt wie folgt: Randnummer 110 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Regelsatz 2.964,00 2.979,96 3.026,64 3.097,32 3.165,36 3.204,00 + Kosten der Unterkunft 1.218,24 1.235,28 1.267,44 1.280,04 1.281,36 1.372,80 + Heizkosten 259,20 235,20 262,80 282,00 267,60 276,00 + Bedarfe für Bildung und Teilhabe 284,07 285,43 525,30 633,85 639,03 762,36 + Sonstige geldwerte Vorteile 120,00 120,00 120,00 120,00 120,00 120,00 Grundsicherungsrechtlicher Gesamtbedarf 4.845,51 4.855,87 5.202,18 5.413,21 5.473,35 5.735,16 Randnummer 111 2017 2018 2019 2020 Regelsatz 3.329,28 3.381,36 3.449,28 3.517,32 + Kosten der Unterkunft 1.372,80 1.372,80 1.372,80 1.518,00 + Heizkosten 270,00 264,00 255,72 271,32 + Bedarfe für Bildung und Teilhabe 684,40 526,14 571,89 585,43 + Sonstige geldwerte Vorteile 120,00 120,00 145,00 180,00 Grundsicherungsrechtlicher Gesamtbedarf 5.776,48 5.664,30 5.794,69 6.072,07 Randnummer 112 8. Berechnung des alimentationsrechtlichen Mehrbedarfs Randnummer 113 Aus diesen Werten ergibt sich folgender alimentationsrechtlicher Mehrbedarf für das dritte Kind im Zeitraum 2011 bis 2020: Randnummer 114 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Grundsicherungsrechtlicher Gesamtbedarf 4.845,51 4.855,87 5.202,18 5.413,21 5.473,35 5.735,16 Alimentationsrechtlicher Mehrbedarf (= 115 % des Grundsicherungsniveaus) 5.572,34 5.584,25 5.982,51 6.225,19 6.294,35 6.595,43 Randnummer 115 2017 2018 2019 2020 Grundsicherungsrechtlicher Gesamtbedarf 5.776,48 5.664,30 5.794,69 6.072,07 Alimentationsrechtlicher Mehrbedarf (= 115 % des Grundsicherungsniveaus) 6.642,95 6.513,95 6.663,89 6.982,88 Randnummer 116 II. Ermittlung des Mehrbetrags der Nettoalimentation mit drei Kindern im Zeitraum 2011 bis 2020 Randnummer 117 Ob die Dienstbezüge ausreichen, um den sich für das dritte Kind ergebenden alimentationsrechtlichen Mehrbedarf zu decken, beurteilt sich nach dem Nettomehrbetrag. Damit wird der Unterschied in der Besoldung beschrieben, die Richtern und Beamten dergleichen Besoldungsgruppe mit zwei Kindern einerseits und mit der fraglichen Kinderzahl – hier drei – andererseits tatsächlich zur Verfügung steht. Weil es dem Gesetzgeber freisteht, wie er das von der Verfassung vorgegebene Ziel erreicht, und hier unterschiedliche Wege denkbar sind (entsprechende Bemessung der Bruttobezüge, Höhe des Kindergelds, steuerrechtliche Berücksichtigung der durch den Kindesunterhalt verminderten Leistungsfähigkeit, Kombinationslösungen), ist das Nettoeinkommen unter Berücksichtigung des Kindergelds zu ermitteln (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 63). Randnummer 118 Die Nettoalimentation wird berechnet, indem vom Bruttogehalt, das sich aus dem Grundgehalt sowie den Bezügebestandteilen, die allen Richtern bzw. Beamten einer Besoldungsgruppe gewährt werden, zusammensetzt (vgl. 1.), zunächst die Einkommensteuer unter Berücksichtigung abzugsfähiger Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherung (vgl. 2.) sowie die Kosten für eine die Beihilfeleistungen des Dienstherrn ergänzende Krankheitskosten- und Pflegeversicherung (vgl. 3.) in Abzug gebracht werden, bevor anschließend das Kindergeld (vgl. 4.) hinzugerechnet wird (vgl. i.E. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 63ff.). Randnummer 119 1. Bruttobesoldung Randnummer 120 Bezugspunkt ist das Gehalt als Ganzes. Neben dem Grundgehalt sind daher solche Bezügebestandteile zu berücksichtigen, die allen Richtern bzw. Beamten einer Besoldungsgruppe gewährt werden, so dass auch Familienzuschlag und Sonderzahlung einzubeziehen sind. Zur Berechnung der tatsächlich erhaltenen Besoldung erfolgt zudem eine „Spitzausrechnung“, bei der Besoldungserhöhungen erst ab dem Zeitpunkt einbezogen werden, zu dem sie in Kraft treten (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 83 unter Bezugnahme auf VG Köln, Beschl. v. 3.5.2017 – 3 K 7038/15 –, juris, Rn. 145ff.). Ferner ist das Grundgehalt in der Endstufe maßgeblich, um sicherzustellen, dass der Mehrbetrag der Nettoalimentation auch bei dem höchsten für die Besoldungsgruppe relevanten Steuersatz – und damit quasi im „ungünstigsten“ Fall – den Abstand zum Grundsicherungsniveau wahrt (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 64f.; vgl. auch den Ansatz in AbgH-Drs. 18/3285 v. 6.1.2021, S. 43f.). Randnummer 121
- a)Bruttobesoldung R 1 mit zwei Kindern 2011 bis 2020 Randnummer 122
- aa)Grundgehalt Randnummer 123 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 62.020,69 01-07/2011: 5.118,67 Euro (
§ 2Absatz 1 Nr. 1 Berl
BVAnpG 2010/2011 v. 8.7.2010 (GVBl 2010, S. 362; 2011, S. 158, 328)) 08-12/2011: 5.238,00 Euro (Anlage 2 des Berliner Besoldungsneuregelungsgesetzes v. 29.6.2011 (GVBl S. 306)) 2012 63.379,80 01-07/2012: 5.238,00 Euro (vgl. oben) 08-12/2012: 5.342,76 Euro (
Artikel I § 2 Absatz 1 Nr. 1 und 2 BerlBVAnpG 2012/2013 v. 21.9.2012 (GVBl S. 291)) 2013 64.647,42 01-07/2013: 5.342,76 Euro (vgl. oben) 08-12/2013: 5.449,62 Euro (Anlage 16 zu Artikel I § 2 Absatz 3 BerlBVAnpG 2012/2013) 2014 66.212,89 01-07/2014: 5.449,62 Euro (vgl. oben) 08-12/2014: 5.613,11 Euro (
Artikel I § 2 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 BerlBVAnpG 2014/2015 v. 9.7.2014 (GVBl S. 250)) 2015 68.199,27 01-07/2015: 5.613,11 Euro (vgl. oben) 08-12/2015: 5.781,50 Euro (Anlage 15 zu Artikel I § 2 Absatz 4 BerlBVAnpG 2014/2015) 2016 70.187,40 01-07/2016: 5.781,50 Euro (vgl. oben) 08-12/2016: 5.943,38 Euro (
Artikel I § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2016 v. 17.6.2016 (GVBl S. 334)) 2017 72.093,21 01-07/2017: 5.943,38 Euro (vgl. oben) 08-12/2017: 6.097,91 (
Artikel 1§ 2 Absatz 1 Berl
BVAnpG 2017/2018 v. 20.7.2017 (GVBl S. 382)) 2018 74.540,83 01-05/2018: 6.097,91 Euro (vgl. oben) 06-12/2018: 6.293,04 Euro (vgl. Anlage 15 zu Artikel 1 § 2 Absatz 4 BerlBVAnpG 2017/2018 i.V.m. Art. 1 Nr. 1 Haushaltsumsetzungsgesetz v. 9.4.2018 (GVBl S. 202)) 2019 77.951,88 01-03/2019: 6.293,04 Euro (vgl. oben) 04-12/2019: 6.563,64 Euro (vgl.
Artikel 1§ 2 Absatz 1 Berl
BVAnpG 2019/2020 v. 5.9.2020 (GVBl S. 551)) 2020 81.868,32 01/2020: 6.563,64 Euro (vgl. oben) 02-12/2020: 6.845,88 Euro (Anlage 15 zu Artikel 1 § 3 Absatz 1 BerlBVAnpG 2019/2020) Randnummer 124
- bb)Familienzuschlag Randnummer 125 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 3.504,92 01-07/2011: 289,66 Euro/Monat (106,86 Euro (Stufe 1) + 91,40 Euro (Stufe 2) + 91,40 Euro (Stufe 3)) (Anlage 2 zu § 2 Absatz 1 Nr. 2 BerlBVAnpG 2010/2011) 08-12/2011: 295,46 Euro/Monat (109,00 Euro (Stufe 1) + 93,23 Euro (Stufe 2) + 93,23 Euro (Stufe 3)) (Anlage 16 zu § 2 Absatz 3 BerlBVAnpG 2010/2011) 2012 3.575,02 01-07/2012: 295,46 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2012: 301,36 Euro/Monat (111,18 Euro (Stufe 1) + 95,09 Euro (Stufe 2) + 95,09 Euro (Stufe 3)) (Anlage 2 zu Artikel I § 2 Absatz 1 Nr. 5 BerlBVAnpG 2012/2013) 2013 3.646,47 01-07/2013: 301,36 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2013: 307,39 Euro/Monat (113,40 Euro (Stufe 1) + 97,00 Euro (Stufe 2) + 96,99 Euro (Stufe 3)) (Anlage 17 zu Artikel I § 2 Absatz 3 BerlBVAnpG 2012/2013) 2014 3.734,73 01-07/2014: 307,39 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2014: 316,60 Euro/Monat (116,80 Euro (Stufe 1) + 99,90 Euro (Stufe 2) + 99,90 Euro (Stufe 3)) (Anlage 2 zu Artikel I § 2 Absatz 2 BerlBVAnpG 2014/2015) 2015 3.846,70 01-07/2015: 316,60 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2015: 326,10 Euro/Monat (120,30 Euro (Stufe 1) + 102,90 Euro (Stufe 2) + 102,90 Euro (Stufe 3)) (Anlage 16 zu Artikel I § 2 Absatz 4 BerlBVAnpG 2014/2015) 2016 3.958,85 01-07/2016: 326,10 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2016: 335,23 Euro/Monat (123,67 Euro (Stufe 1) + 105,78 Euro (Stufe 2) + 105,78 Euro (Stufe 3)) (Anlage 2 zu Artikel I § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2016) 2017 4.066,36 01-07/2017: 335,23 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2017: 343,95 Euro/Monat (126,89 Euro (Stufe 1) + 108,53 Euro (Stufe 2) + 108,53 Euro (Stufe 3)) (Anlage 2 zu Artikel 1 § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2017/18) 2018 4.204,40 01-05/2018: 343,95 Euro/Monat (vgl. oben) 06-12/2018: 354,95 Euro/Monat (130,95 Euro (Stufe 1) + 112,00 Euro (Stufe 2) + 112,00 Euro (Stufe 3)) (Anlage 16 zu Artikel 1 § 2 Absatz 4 BerlBVAnpG 2017/18 i.V.m. Art. 1 Nr. 1 Haushaltsumsetzungsgesetz v. 9.4.2018) 2019 4.396,83 01-03/2019: 354,95 Euro/Monat (vgl. oben) 04-12/2019: 370,22 Euro/Monat (136,58 Euro (Stufe 1) + 116,82 Euro (Stufe 2) + 116,82 Euro (Stufe 3)) (Anlage 2 zu Artikel 1 § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2019/20) 2020 4.617,65 01/2020: 370,22 Euro/Monat (vgl. oben) 02-12/2020: 386,13 Euro/Monat (142,45 Euro (Stufe 1) + 121,84 Euro (Stufe 2) + 121,84 Euro (Stufe 3)) (Anlage 16 zu Artikel 1 § 3 Absatz 1 BerlBVAnpG 2019/20) Randnummer 126
- cc)Sonderzahlung Randnummer 127 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 691,12 640 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) ( §§ 5 , 6 Abs. 1 SZG i.d.F. v. 5.11.2003 (GVBl S. 538 i.V.m. Art. I des Ersten Gesetzes zur Änderung des Sonderzahlungsgesetzes v. 1.10.2008, GVBl S. 271) 2012 691,12 640 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2013 691,12 640 Euro (Sonderzahlung)+ 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2014 691,12 640 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2015 691,12 640 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2016 691,12 640 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2017 851,12 800 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. Art. II Nr. 2 BerlBVAnpG 2017/2018) 2018 951,12 900 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. Art. II Nr. 2 BerlBVAnpG 2017/2018) 2019 951,12 900 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2020 1.000,00 900 Euro (Sonderzahlung) + 2 x 50,00 Euro (Sonderbetrag pro Kind) ( §§ 5 , 6 SZG i.d.F. v. 9.2.2021 (GVBl S. 146)) Randnummer 128
- dd)Gesamtsumme Bruttobesoldung R 1 mit zwei Kindern 2011 bis 2020 Randnummer 129 Jahr Grundgehalt Familienzuschlag Sonderzahlung Gesamtsumme 2011 62.020,69 3.504,92 691,12 66.216,73 2012 63.379,80 3.575,02 691,12 67.645,94 2013 64.647,42 3.646,47 691,12 68.985,01 2014 66.212,89 3.734,73 691,12 70.638,74 2015 68.199,27 3.846,70 691,12 72.737,09 2016 70.187,40 3.958,85 691,12 74.837,37 2017 72.093,21 4.066,36 851,12 77.010,69 2018 74.540,83 4.204,40 951,12 79.696,35 2019 77.951,88 4.396,83 951,12 83.299,83 2020 81.868,32 4.617,65 1.000,00 87.485,97 Randnummer 130
- b)Bruttobesoldung R 1 mit drei Kindern 2011 bis 2020 Randnummer 131
- aa)Grundgehalt Randnummer 132 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 62.020,69 Vgl. die Angaben zum Grundgehalt unter
- a)
- aa)2012 63.379,80 2013 64.647,42 2014 66.212,89 2015 68.199,27 2016 70.187,40 2017 72.093,21 2018 74.540,83 2019 77.951,88 2020 81.868,32 Randnummer 133
- bb)Familienzuschlag Randnummer 134 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 6.950,90 01-07/2011: 574,45 Euro/Monat (106,86 Euro (Stufe 1) + 91,40 Euro (Stufe 2) + 91,40 Euro (Stufe 3) + 284,79 Euro (Stufe 4)) (Anlage 2 zu § 2 Absatz 1 Nr. 2 BerlBVAnpG 2010/2011) 08-12/2011: 585,95 Euro/Monat (109,00 Euro (Stufe 1) + 93,23 Euro (Stufe 2) + 93,23 Euro (Stufe 3) + 290,49 Euro (Stufe 4)) (Anlage 16 zu § 2 Absatz 3 BerlBVAnpG 2010/2011) 2012 7.089,95 01-07/2012: 585,95 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2012: 597,66 Euro/Monat (111,18 Euro (Stufe 1) + 95,09 Euro (Stufe 2) + 95,09 Euro (Stufe 3) + 296,30 Euro (Stufe 4)) (Anlage 2 zu Artikel I § 2 Absatz 1 Nr. 5 BerlBVAnpG 2012/2013) 2013 7.231,72 01-07/2013: 597,66 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2013: 609,62 Euro/Monat (113,40 Euro (Stufe 1) + 97,00 Euro (Stufe 2) + 96,99 Euro (Stufe 3 + 302,23 Euro (Stufe 4)) (Anlage 17 zu Artikel I § 2 Absatz 3 BerlBVAnpG 2012/2013) 2014 7.406,84 01-07/2014: 609,62 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2014: 627,90 Euro/Monat (116,80 Euro (Stufe 1) + 99,90 Euro (Stufe 2) + 99,90 Euro (Stufe 3) + 311,30 Euro (Stufe 4)) (Anlage 2 zu Artikel I § 2 Absatz 2 BerlBVAnpG 2014/2015) 2015 7.629,00 01-07/2015: 627,90 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2015: 646,74 Euro/Monat (120,30 Euro (Stufe 1) + 102,90 Euro (Stufe 2) + 102,90 Euro (Stufe 3) + 320,64 Euro (Stufe 4)) (Anlage 16 zu Artikel I § 2 Absatz 4 BerlBVAnpG 2014/2015) 2016 7.851,43 01-07/2016: 646,74 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2016: 664,85 Euro/Monat (123,67 Euro (Stufe 1) + 105,78 Euro (Stufe 2) + 105,78 Euro (Stufe 3) + 329,62 (Stufe 4)) (Anlage 2 zu Artikel I § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2016) 2017 8.064,65 01-07/2017: 664,85 Euro/Monat (vgl. oben) 08-12/2017: 682,14 Euro/Monat (126,89 Euro (Stufe 1) + 108,53 Euro (Stufe 2) + 108,53 Euro (Stufe 3) + 338,19 (Stufe 4)) (Anlage 2 zu Artikel 1 § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2017/18) 2018 8.338,42 01-05/2018: 682,14 Euro/Monat (vgl. oben) 06-12/2018: 703,96 Euro/Monat (130,95 Euro (Stufe 1) + 112,00 Euro (Stufe 2) + 112,00 Euro (Stufe 3) + 349,01 (Stufe 4)) (Anlage 16 zu Artikel 1 § 2 Absatz 4 BerlBVAnpG 2017/18 i.V.m. Art. 1 Nr. 1 Haushaltsumsetzungsgesetz v. 9.4.2018) 2019 8.720,04 01-03/2019: 703,96 Euro/Monat (vgl. oben) 04-12/2019: 734,24 Euro/Monat (136,58 Euro (Stufe 1) + 116,82 Euro (Stufe 2) + 116,82 Euro (Stufe 3) + 364,02 Euro (Stufe 4)) (Anlage 2 zu Artikel 1 § 2 Absatz 1 BerlBVAnpG 2019/20) 2020 9.158,04 01/2020: 734,24 Euro/Monat (vgl. oben) 02-12/2020: 765,80 Euro/Monat (142,45 Euro (Stufe 1) + 121,84 Euro (Stufe 2) + 121,84 Euro (Stufe 3) + 379,67 Euro (Stufe 4)) (Anlage 16 zu Artikel 1 § 3 Absatz 1 BerlBVAnpG 2019/20) Randnummer 135
- cc)Sonderzahlung Randnummer 136 Jahr Betrag (in Euro) Anmerkung 2011 716,68 640 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) ( §§ 5 , 6 Abs. 1 SZG i.d.F. v. 5.11.2003 (GVBl S. 538 i.V.m. Art. I des Ersten Gesetzes zur Änderung des Sonderzahlungsgesetzes v. 1.10.2008, GVBl S. 271) 2012 716,68 640 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2013 716,68 640 Euro (Sonderzahlung)+ 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2014 716,68 640 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2015 716,68 640 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2016 716,68 640 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2017 876,68 800 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. Art. II Nr. 2 BerlBVAnpG 2017/2018) 2018 976,68 900 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. Art. II Nr. 2 BerlBVAnpG 2017/2018) 2019 976,68 900 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 25,56 Euro (Sonderbetrag pro Kind) (vgl. oben) 2020 1.050,00 900 Euro (Sonderzahlung) + 3 x 50,00 Euro (Sonderbetrag pro Kind) ( §§ 5 , 6 SZG i.d.F. v. 9.2.2021 (GVBl S. 146)) Randnummer 137
- dd)Gesamtsumme Bruttobesoldung R 1 mit drei Kindern 2011 bis 2020 Randnummer 138 Jahr Grundgehalt Familienzuschlag Sonderzahlung Gesamtsumme 2011 62.020,69 6.950,90 716,68 69.688,27 2012 63.379,80 7.089,95 716,68 71.186,43 2013 64.647,42 7.231,72 716,68 72.595,82 2014 66.212,89 7.406,84 716,68 74.336,41 2015 68.199,27 7.629,00 716,68 76.544,95 2016 70.187,40 7.851,43 716,68 78.755,51 2017 72.093,21 8.064,65 876,68 81.034,54 2018 74.540,83 8.338,42 976,68 83.855,93 2019 77.951,88 8.720,04 976,68 87.648,60 2020 81.868,32 9.158,04 1.050,00 92.076,36 Randnummer 139 2. Abgabenlast (Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag) Randnummer 140 Vom Bruttoeinkommen abzuziehen sind zunächst die Steuern (Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag; vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 69). Randnummer 141 Die Steuer kann mit dem vom Bundesministerium der Finanzen im Internet zur Verfügung gestellten Lohnsteuerrechner (www.bmf-steuerrechner.
- de)berechnet werden (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 148; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 84). Dieser steht jedoch nur noch für den Zeitraum ab 2019 zur Verfügung (vgl. Auskunft des Bundesministeriums der Finanzen v. 26.7.2023). Für den Zeitraum ab 2011 berechnete daher die Senatsverwaltung für Finanzen auf Anfrage der Kammer die jeweilige Abgabenlast (vgl. Auskünfte der Senatsverwaltung für Finanzen und Ausdrucke des BMF-Steuerrechners in der Beiakte „Berechnungen der Abgabenlast“). Randnummer 142 Die Kirchensteuer findet dabei keine Berücksichtigung, da nicht mehr von deren gewöhnlichem Anfall bei einer deutlichen Mehrheit der Arbeitnehmer ausgegangen werden kann (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 70). Weiter kann vereinfachend für alle Besoldungsgruppen davon ausgegangen werden, dass die steuerliche Freistellung des Einkommensbetrags in Höhe der Existenzminima der Kinder einschließlich der Bedarfe für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung durch die Auszahlung von Kindergeld bewirkt wird, das dem Einkommen hinzugerechnet wird (vgl. unten II.4.). Ob sich der Ansatz des Kinderfreibetrags als – i.d.R. zudem nur geringfügig – günstiger erweist, lässt sich wegen der Abhängigkeit von den sich jährlich verändernden besoldungs- und steuerrechtlichen Verhältnissen nur jahresbezogen und mit erheblichem Aufwand ermitteln, auch weil sich mitunter eine Kombination aus Freibetrag und Kindergeld als günstiger erweist, so dass der hiesige pauschalierende Ansatz gerechtfertigt erscheint (vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 71). Randnummer 143 Bei der Berechnung ist auch die Abzugsfähigkeit der Kosten der privaten Kranken- und Pflegeversicherung (PKV) als Sonderausgaben zu berücksichtigen (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 66). Der steuerlich absetzbare Anteil der Kosten für die private Kranken- und Pflegeversicherung (PKV) ergibt sich aus den vom Verband der Privaten Krankenversicherung (VdpKV) mit Auskunftsschreiben vom 20. Oktober 2022, 6. Dezember 2022 und 27. Juli 2023 mitgeteilten Daten zu den durchschnittlichen Kosten einer die Beihilfeleistungen nach dem Berliner Beihilferecht ergänzenden privaten Krankheitskosten- und Pflegeversicherung (bei Annahme eines Lebensalters von 30 Jahren und fünf Jahren Vorversicherungszeit hinsichtlich der Krankenversicherung; zu den in Abzug zu bringenden Kosten der Kranken- und Pflegeversicherung vgl. sogleich II.3.): Randnummer 144 Jahr Steuerlich absetzbarer Betrag (in Euro) für Kosten der privaten Kranken- und Pflegeversicherung bei Familie mit zwei Kindern Anmerkung 2011 4.116,24 324 Euro absetzbare Kosten für PKV bei vierköpfiger Familie und jeweils 9,51 Euro absetzbare Kosten für die Pflegeversicherung pro Elternteil (bei dieser beträgt der berücksichtigungsfähige Anteil laut VdpKV 100 %) im Monat 2012 4.270,08 338 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,92 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2013 4.356,96 346 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,54 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2014 4.403,04 350 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,46 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2015 4.488,24 357 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,51 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2016 4.627,92 369 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,33 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2017 5.006,64 396 Euro bzgl. PKV und 2 x 10,61 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2018 5.209,44 413 Euro bzgl. PKV und 2 x 10,56 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2019 5.425,20 429 Euro bzgl. PKV und 2 x 11,55 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2020 5.572,80 431 Euro bzgl. PKV und 2 x 16,70 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat Randnummer 145 Ausweislich der Auskunft des VdpKV vom 6. Dezember 2022 ist der steuerlich berücksichtigungsfähige Anteil für alle Personen prozentual gleich hoch, so dass der abzusetzende Betrag bei mehr als zwei Kindern auf Basis des angegebenen durchschnittlichen Kinderbeitrags zur privaten Krankenversicherung (je berücksichtigungsfähigem Kind) unter Anwendung desselben Prozentsatzes bezüglich der Abzugsfähigkeit ermittelt werden kann. Dies ergibt folgende Werte für die fünfköpfige Familie: Randnummer 146 Jahr Steuerlich absetzbarer Betrag (in Euro) für Kosten der privaten Kranken- und Pflegeversicherung bei Familie mit drei Kindern Anmerkung 2011 4.384,32 346,34 Euro absetzbare Kosten für PKV ([406 + 28] x [324:406]) bei vierköpfiger Familie und jeweils 9,51 Euro absetzbare Kosten für die Pflegeversicherung pro Elternteil (bei dieser beträgt der berücksichtigungsfähige Anteil laut VdpKV 100 %) im Monat 2012 4.548,12 361,17 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,92 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2013 4.644,00 369,92 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,54 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2014 4.690,08 373,92 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,46 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2015 4.785,36 381,76 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,51 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2016 4.943,52 395,30 Euro bzgl. PKV und 2 x 8,33 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2017 5.341,92 423,94 Euro bzgl. PKV und 2 x 10,61 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2018 5.544,36 440,91 Euro bzgl. PKV und 2 x 10,56 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2019 5.770,32 457,76 Euro bzgl. PKV und 2 x 11,55 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat 2020 5.917,56 459,73 Euro bzgl. PKV und 2 x 16,70 Euro bzgl. Pflegeversicherung im Monat Randnummer 147 Hieraus ergibt sich für die Höhe der Abgabenlast Folgendes (vgl. Auskünfte der Senatsverwaltung für Finanzen und Ausdrucke des BMF-Steuerrechners in der Beiakte „Berechnungen der Abgabenlast“): Randnummer 148
- a)Abgabenlast R 1 mit zwei Kindern (2011 bis 2020) Randnummer 149 Jahr Lohnsteuer Solidaritätszuschlag Gesamtabgabenlast 2011 11.568,00 637,23 12.205,23 2012 11.994,00 659,67 12.653,67 2013 12.350,00 679,25 13.029,25 2014 12.786,00 703,23 13.489,23 2015 13.406,00 737,33 14.143,33 2016 13.904,00 764,72 14.668,72 2017 14.398,00 791,89 15.189,89 2018 15.066,00 828,63 15.894,63 2019 16.038,00 882,09 16.920,09 2020 17.210,00 946,55 18.156,55 Randnummer 150
- b)Abgabenlast R 1 mit drei Kindern (2011 bis 2020) Randnummer 151 Jahr Lohnsteuer Solidaritätszuschlag Gesamtabgabenlast 2011 12.616,00 693,88 13.309,88 2012 13.052,00 717,86 13.769,86 2013 13.436,00 738,98 14.174,98 2014 13.916,00 765,38 14.681,38 2015 14.584,00 802,12 15.386,12 2016 15.122,00 831,71 15.953,71 2017 15.656,00 861,08 16.517,08 2018 16.382,00 901,01 17.283,01 2019 17.434,00 958,87 18.392,87 2020 18.714,00 1.029,27 19.743,27 Randnummer 152 3. Krankheitskosten- und Pflegeversicherung Randnummer 153 Bei der Ermittlung des Nettoeinkommens sind die Kosten einer die Beihilfeleistungen des Dienstherrn ergänzenden Krankheitskosten- und Pflegeversicherung in Abzug zu bringen (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 66). Rechnerische Bezugsgröße – nicht gesellschaftspolitisches Leitbild der Richter- oder Beamtenbesoldung bzw. Abbild der Realität – bei der Ermittlung der Nettoalimentation ist dabei die Alleinverdienerfamilie, wodurch sichergestellt wird, dass der am Grundsicherungsniveau orientierte Mindestmehrbetrag auch dann zur Verfügung steht, wenn – aus welchen Gründen auch immer – der andere Elternteil nichts zum Familieneinkommen beitragen kann (BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 u.a. –, juris, Rn. 37; Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 4/18 –, juris, Rn. 47). Randnummer 154 Auf Basis der Auskünfte des VdpKV vom 20. Oktober 2022, 6. Dezember 2022 und 27. Juli 2023 ergeben sich für eine beihilfeberechtigte Familie mit Eltern im Alter von 30 Jahren bei fünf Jahren Vorversicherungszeit und zwei beihilfeberechtigten Kindern folgende Durchschnittsprämien für eine die Beihilfeleistungen ergänzende Krankheitskosten- und Pflegeversicherung (diese Betrachtung entspricht den Maßgaben der Auswertung für das Verfahren 2 BvL 4/18, vgl. Auskunftsschreiben des VdpKV vom 20.10.2022): Randnummer 155 Krankheitskosten- und Pflegeversicherung bei vierköpfiger Familie Jahr Krankenversicherungskosten (in Euro) Pflegeversicherungskosten (in Euro) Gesamtbetrag (in Euro) 2011 4.872,00 228,24 5.100,24 2012 5.076,00 214,08 5.290,08 2013 5.208,00 204,96 5.412,96 2014 5.268,00 203,04 5.471,04 2015 5.364,00 204,24 5.568,24 2016 5.556,00 199,92 5.755,92 2017 5.952,00 254,64 6.206,64 2018 6.216,00 253,44 6.469,44 2019 6.444,00 277,20 6.721,20 2020 6.480,00 400,80 6.880,80 Randnummer 156 Auf Basis obiger Auskünfte ergeben sich für eine beihilfeberechtigte Familie mit Eltern im Alter von 30 Jahren bei fünf Jahren Vorversicherungszeit und drei beihilfeberechtigten Kindern folgende Durchschnittsprämien für eine die Beihilfeleistungen ergänzende Krankheitskosten- und Pflegeversicherung: Randnummer 157 Krankheitskosten- und Pflegeversicherung bei fünfköpfiger Familie Jahr Krankenversicherungskosten (in Euro) Pflegeversicherungskosten (in Euro) Gesamtbetrag (in Euro) 2011 5.208,00 228,24 5.436,24 2012 5.424,00 214,08 5.638,08 2013 5.568,00 204,96 5.772,96 2014 5.628,00 203,04 5.831,04 2015 5.736,00 204,24 5.940,24 2016 5.952,00 199,92 6.151,92 2017 6.372,00 254,64 6.626,64 2018 6.636,00 253,44 6.889,44 2019 6.876,00 277,20 7.153,20 2020 6.912,00 400,80 7.312,80 Randnummer 158 Inwiefern die zum 1. Januar 2018 wieder abgeschaffte Kostendämpfungspauschale – die die zu gewährende Beihilfe im streitgegenständlichen Zeitraum bei Angehörigen der Besoldungsgruppe R 1 (in der Endstufe) um 310 (bis 2013) bzw. 320 Euro (ab 2014) minderte –, ebenfalls zu berücksichtigten ist, kann dahingestellt bleiben, da die verfassungsrechtlichen Vorgaben bereits ohne deren Einbeziehung verletzt sind (vgl. III.; § 76 Abs. 5 Landesbeamtengesetz i.d.F. v. 19.3.2009 (GVBl S. 70) und nachfolgend i.d.F. v. 21.6.2011, 21.8.2012 und vom 9.7.2014; vgl. BVerfG, Beschl. v. 4.5.2020 – 2 BvL 6/17 –, juris, Rn. 84.). Randnummer 159 4. Kindergeld Randnummer 160 Die Höhe des Kindergeldes entwickelte sich im Zeitraum 2011 bis 2020 für Familien mit zwei Kindern wie folgt: Randnummer 161 Kindergeld bei zwei Kindern Jahr Betrag (in Euro) für zwei Kinder Anmerkung 2011 4.416,00 184,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 1 Nr. 7 des Gesetzes v. 22.12.2009 (BGBl. I S. 3950)) 2012 4.416,00 184,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 1 Nr. 7 des Gesetzes v. 22.12.2009 (BGBl. I S. 3950)) 2013 4.416,00 184,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 1 Nr. 7 des Gesetzes v. 22.12.2009 (BGBl. I S. 3950)) 2014 4.416,00 184,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 1 Nr. 7 des Gesetzes v. 22.12.2009 (BGBl. I S. 3950)) 2015 4.512,00 188,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 1 Nr. 10 des Gesetzes v. 16.7.2015 (BGBl. I S. 1202 mWv 23.7.2015) i.V.m. § 52 Abs. 49a Satz 3 EStG i.d.F. v. 16.7.2015, vgl. auch BVerwG, Beschl. v. 22.9.2015 – 2 C 56/16 u.a. –, juris, Rn. 214) 2016 4.560,00 190,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 2 Nr. 8 des Gesetzes v. 16.7.2015 (BGBl I S. 1202)) 2017 4.608,00 192,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 8 Nr. 15 des Gesetzes v. 20.12.2016 (BGBl I S. 3000)) 2018 4.656,00 194,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 9 Nr. 8 des Gesetzes v. 20.12.2016 (BGBl I S. 3000)) 2019 4.776,00 01-06/2019: 194,00 pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 9 Nr. 8 des Gesetzes v. 20.12.2016 (BGBl I S. 3000)) 07-12/2019: 204,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 2 Nr. 2 des Gesetzes v. 29.11.2018 (BGBl I S. 2210)) 2020 4.896,00 204,00 Euro pro Kind/Monat (§ 66 Abs. 1 EStG i.d.F. d. Art. 2 Nr. 2 des Gesetzes v. 29.11.2018 (BGBl. I S. 2210)) Randnummer 162 Die Höhe des Kindergeldes entwickelte sich im Zeitraum 2011 bis 2020 für Familien mit drei Kindern wie folgt (vgl. zu den Rechtsgrundlagen die Angaben bei der Darstellung des Kindergelds für zwei Kinder): Randnummer 163 Kindergeld bei drei Kindern Jahr Betrag (in Euro) für drei Kinder Anmerkung 2011 6.696,00 184,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 190,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2012 6.696,00 184,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 190,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2013 6.696,00 184,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 190,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2014 6.696,00 184,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 190,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2015 6.840,00 188,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 194,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2016 6.912,00 190,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 196,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2017 6.984,00 192,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 198,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2018 7.056,00 194,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 200,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2019 7.236,00 01-06/2019: 194,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 200,00 Euro für das 3. Kind/Monat 07-12/2019: 204,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 210,00 Euro für das 3. Kind/Monat 2020 7.416,00 204,00 Euro für das 1./2. Kind/Monat 210,00 Euro für das 3. Kind/Monat Randnummer 164 Die im Jahr 2020 erfolgten Einmalzahlungen pro Kind („Corona-Prämie“) werden hier nicht berücksichtigt, da diese Zahlungen auch an Grundsicherungsempfänger erfolgten und – anders als das regelmäßige Kindergeld – nicht auf den Regelsatz angerechnet wurden, so dass sie hinsichtlich der Frage der Einhaltung des gebotenen Abstands zum Grundsicherungsbedarf weitgehend neutral bleiben (vgl. Gesetz zur Nichtanrechnung und Nichtberücksichtigung des Kinderbonus i.d.F. v. 29.6.2020 (BGBl. I S. 1512)). Randnummer 165 5. Ergebnis Randnummer 166 Auf Basis dieser Daten ergeben sich die nachfolgenden Summen der jeweiligen Jahresnettoalimentation von Richtern und Staatsanwälten in der Besoldungsgruppe R 1 mit zwei bzw. drei Kindern (vgl.
- a)und b)) sowie der hieraus resultierende Nettomehrbetrag für das dritte Kind (vgl. c)). Randnummer 167
- a)Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern Randnummer 168 Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Bruttogehalt 66.216,73 67.645,94 68.985,01 70.638,74 72.737,09 74.837,37 - Abgabenlast 12.205,23 12.653,67 13.029,25 13.489,23 14.143,33 14.668,72 - Kosten einer ergänzenden Kranken- und Pflegeversicherung 5.100,24 5.290,08 5.412,96 5.471,04 5.568,24 5.755,92 + Kindergeld 4.416,00 4.416,00 4.416,00 4.416,00 4.512,00 4.560,00 Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern 53.327,26 54.118,19 54.958,80 56.094,47 57.537,52 58.972,73 Randnummer 169 Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern 2017 2018 2019 2020 Bruttogehalt 77.010,69 79.696,35 83.299,83 87.485,97 - Abgabenlast 15.189,89 15.894,63 16.920,09 18.156,55 - Kosten einer ergänzenden Kranken- und Pflegeversicherung 6.206,64 6.469,44 6.721,20 6.880,80 + Kindergeld 4.608,00 4.656,00 4.776,00 4.896,00 Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern 60.222,16 61.988,28 64.434,54 67.344,62 Randnummer 170
- b)Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern Randnummer 171 Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Bruttogehalt 69.688,27 71.186,43 72.595,82 74.336,41 76.544,95 78.755,51 - Abgabenlast 13.309,88 13.769,86 14.174,98 14.681,38 15.386,12 15.953,71 - Kosten einer ergänzenden Kranken- und Pflegeversicherung 5.436,24 5.638,08 5.772,96 5.831,04 5.940,24 6.151,92 + Kindergeld 6.696,00 6.696,00 6.696,00 6.696,00 6.840,00 6.912,00 Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern 57.638,15 58.474,49 59.343,88 60.519,99 62.058,59 63.561,88 Randnummer 172 Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern 2017 2018 2019 2020 Bruttogehalt 81.034,54 83.855,93 87.648,60 92.076,36 - Abgabenlast 16.517,08 17.283,01 18.392,87 19.743,27 - Kosten einer ergänzenden Kranken- und Pflegeversicherung 6.626,64 6.889,44 7.153,20 7.312,80 + Kindergeld 6.984,00 7.056,00 7.236,00 7.416,00 Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern 64.874,82 66.739,48 69.338,53 72.436,29 Randnummer 173
- c)Nettomehrbetrag für drittes Kind Randnummer 174 Daraus ergeben sich folgende Mehrbeträge der Nettoalimentation der Richter und Staatsanwälte in der Besoldungsgruppe R 1 mit drei Kindern gegenüber Kolleginnen und Kollegen in derselben Besoldungsgruppe mit zwei Kindern: Randnummer 175 Berechnung der Nettomehrbeträge 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern 53.327,26 54.118,19 54.958,80 56.094,47 57.537,52 58.972,73 Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern 57.638,15 58.474,49 59.343,88 60.519,99 62.058,59 63.561,88 Mehrbetrag bei drei Kindern 4.310,89 4.356,30 4.385,08 4.425,52 4.521,07 4.589,15 Randnummer 176 Berechnung der Nettomehrbeträge 2017 2018 2019 2020 Jahresnettoalimentation R 1 bei zwei Kindern 60.222,16 61.988,28 64.434,54 67.344,62 Jahresnettoalimentation R 1 bei drei Kindern 64.874,82 66.739,48 69.338,53 72.436,29 Mehrbetrag bei drei Kindern 4.652,66 4.751,20 4.903,99 5.091,67 Randnummer 177 III. Gesamtergebnis Randnummer 178 Der Vergleich zwischen den unter C.II. ermittelten Nettomehrbeträgen mit dem unter C.I. ermittelten alimentationsrechtlichen Mehrbedarf für das dritte Kind ergibt folgendes Bild: Randnummer 179 Vergleich alimentationsrechtlicher Mehrbedarf und besoldungsrechtlicher Mehrbetrag 2011 2012 2013 2014 2015 2016 alimentationsrechtlicher Mehrbedarf 5.572,34 5.584,25 5.982,51 6.225,19 6.294,35 6.595,43 besoldungsrechtlicher Mehrbetrag 4.310,89 4.356,30 4.385,08 4.425,52 4.521,07 4.589,15 Abstand Mehrbetrag zu Mehrbedarf - 1.261,45 - 1.227,95 - 1.597,43 - 1.799,67 - 1.773,28 - 2.006,28 Randnummer 180 Vergleich alimentationsrechtlicher Mehrbedarf und besoldungsrechtlicher Mehrbetrag 2017 2018 2019 2020 alimentationsrechtlicher Mehrbedarf 6.642,95 6.513,95 6.663,89 6.982,88 besoldungsrechtlicher Mehrbetrag 4.652,66 4.751,20 4.903,99 5.091,67 Abstand Mehrbetrag zu Mehrbedarf - 1.990,29 - 1.762,75 - 1.759,90 - 1.891,21 Randnummer 181 Diese Vergleichsberechnungen zeigen, dass die Besoldung der Richter und Staatsanwälte der Besoldungsgruppe R 1 mit drei Kindern in den Jahren 2011 bis 2020 den verfassungsgebotenen Mindestabstand von 15 % zum grundsicherungsrechtlichen Gesamtbedarf für das dritte Kind nicht eingehalten hat. Es wurde in diesem Zeitraum sogar nicht einmal der grundsicherungsrechtliche Gesamtbedarf als solcher – also ohne die Erhöhung um 15 % – für das dritte Kind durch den besoldungsrechtlichen Nettomehrbetrag ausgeglichen. Mithin hat der Gesetzgeber insofern den ihm zustehenden Spielraum bei der Ausgestaltung der Besoldung überschritten. Er ist mit den zur Prüfung vorgelegten Regelungen deutlich unterhalb der Grenze geblieben, welche die der Klägerin geschuldete familienbezogene Alimentat