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KG Berlin 25. Zivilsenat 25 U 62/23 Urteil Haushaltsführungs- und Barunterhaltsschaden nach tödlichem Verkehrsunfall unter Anwendung des DHB-Tarifvert

Haushaltsführungs- und Barunterhaltsschaden nach tödlichem Verkehrsunfall unter Anwendung des DHB-Tarifvertrags Leitsatz 1. Die Kosten einer privaten Haushaltshilfe können im Rahmen der Feststellung eines Haushaltsführungsschadens anhand des zwischen dem DHB-Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden e.V. (früher: Deutscher Hausfrauenbund) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten geschlossenen Entgelttarifvertrags geschätzt werden. (Rn.639) 2. Die Kinderbetreuung wird von der Haushaltsführung im Sinne von § 843 BGB umfasst. (Rn.642) 3. Zur Ermittlung des Barunterhaltsschadens der Ehefrau und der Kinder eines bei einem Verkehrsunfall Verstorbenen. (Rn.19) (Rn.31) (Rn.34) Orientierungssatz 1. Der Barunterhaltsschaden ist anhand des hypothetischen Einkommens des Verstorbenen, der unfallbedingten Erwerbsbeeinträchtigungen des Hinterbliebenen, der bedarfsprägenden Fixkosten sowie der anzurechnenden Vorteile - insbesondere Witwenrente und Wegfall eigener Unterhaltspflichten - zu bestimmen. (Rn.19) 2. Der Haushaltsführungsschaden ist nach den fiktiven Kosten einer Hilfskraft zu bemessen; Grundlage der Schätzung können Tarifverträge für die private Hauswirtschaft sein, wobei die Einstufung nach den erforderlichen Vorkenntnissen und der tatsächlichen Haushaltsorganisation zu erfolgen hat. (Rn.636) 3. Zitierung zu Leitsatz 2: Fortführung KG Berlin, Urteil vom 21. Oktober 2004 - 12 U 22/04. (Rn.642) Verfahrensgang vorgehend LG Berlin, 26. Mai 2023, 42 O 27/19 Tenor 1. Auf die Berufung der Kläger wird das am 26. Mai 2023 verkündete Urteil des Landgerichts Berlin unter Zurückweisung der weitergehenden Berufung teilweise abgeändert: Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt

  1. a)
  2. aa)an die Klägerin zu 1) 1752,74 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank seit dem 1. März 2019 zu zahlen;
  3. bb)an die Klägerin zu 2) 1435,39 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank seit dem 1. März 2019 zu zahlen;
  4. cc)an die Klägerin zu 3) 1435,39 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank seit dem 1. März 2019 zu zahlen;
  5. dd)an den Kläger zu 4) 593,71 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank seit dem 1. März 2019 zu zahlen;
  6. b)
  7. aa)an die Klägerin zu 1) ab dem 1. November 2018 bis 31.12.2020 monatlich 85,24 € und ab dem 1. Januar 2021 jeweils zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 92,90 € monatlich zu zahlen;
  8. bb)an die Klägerin zu 2) ab dem 1. November 2018 bis 31.12.2020 monatlich 85,24 € und ab dem 1. Januar 2021 jeweils zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 92,90 € monatlich zu zahlen;
  9. cc)an die Klägerin zu 3) ab dem 1. November 2018 bis 31.12.2020 monatlich 85,24 € und ab dem 1. Januar 2021 jeweils zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 92,90 € monatlich zu zahlen;
  10. dd)an den Kläger zu 4) ab dem 1. November 2018 bis 31.12.2020 monatlich 85,24 € und ab dem 1. Januar 2021 jeweils zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 92,90 € monatlich zu zahlen;
  11. c)die Kläger von den außergerichtlich entstandenen Gebühren der Rechtsanwaltskanzlei G in Höhe von 2613,24 € freizustellen; Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 2. Von den Kosten des Rechtsstreits beider Instanzen haben die Kläger 11 % als Gesamtschuldner, darüber hinaus die Klägerin zu 1) 33 %, die Klägerinnen zu 2) und 3) jeweils 13 % und der Kläger zu 4) 11 % sowie die Beklagten als Gesamtschuldner 19 % zu tragen. 3. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Jede Partei kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrags abwenden, wenn nicht die vollstreckende Partei vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des zu vollstreckenden Betrags leistet. Gründe I. Randnummer 1 Hinsichtlich des Tatbestandes und der in diesem getroffenen Entscheidung wird auf das Grund- und Teilurteil des Senats vom 22.01.2025 Bezug genommen. Randnummer 2 Die Kläger beantragen nunmehr noch, Randnummer 3 das Urteil des Landgerichts Berlin vom 26.05.2023 - 42 O 27/19 - aufzuheben und die Beklagten gesamtschuldnerisch haftend zu verurteilen,
  12. a)Randnummer 4
  13. aa)an die Klägerin zu 1) weitere 17.124,34 € nebst 5 % Zinsen hierauf über dem Basiszinssatz der europäischen Zentralbank gemäß § 247 BGB ab Klagezustellung zu zahlen; Randnummer 5
  14. bb)an die Klägerin zu 2) weitere 9.373,85 € nebst 5 % Zinsen hierauf über dem Basiszinssatz der europäischen Zentralbank gemäß § 247 BGB ab Klagezustellung zu zahlen; Randnummer 6
  15. cc)an die Klägerin zu 3) weitere 9.373,85 € nebst 5 % Zinsen hieraus über dem Basiszinssatz der europäischen Zentralbank gemäß § 247 BGB ab Klagezustellung zu zahlen; Randnummer 7
  16. dd)an den Kläger zu 4) weitere 5.894,41 € nebst 5 % Zinsen hieraus über dem Basiszinssatz der europäischen Zentralbank gemäß § 207 BGB ab Klagezustellung zu zahlen;
  17. b)Randnummer 8
  18. aa)an die Klägerin zu 1), beginnend mit dem 01.11.2018 und jeweils folgend zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 820,06 € zu zahlen; Randnummer 9
  19. bb)an die Klägerin zu 2), beginnend mit dem 01.11.2018 und jeweils folgend zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 333,92 € zu zahlen; Randnummer 10
  20. cc)an die Klägerin zu 3), beginnend mit dem 01.11.2018 und jeweils folgend zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 333,92 € zu zahlen; Randnummer 11
  21. dd)an den Kläger zu 4), beginnend mit dem 01.11.2018 und jeweils folgend zum Ersten des laufenden Monats eine Rente i. H. v. 317,96 € zu zahlen;
  22. c)Randnummer 12 die Kläger von den außergerichtlich entstandenen Gebühren der Rechtsanwaltskanzlei G in Höhe von 4.311,49 € freizustellen;
  23. d)Randnummer 13 den Beklagten die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen. Randnummer 14 Die Beklagten beantragen, Randnummer 15 die Berufung zurückzuweisen. II. Randnummer 16 Den Klägern stehen die aus dem Tenor ersichtlichen Ansprüche zu, im Übrigen sind die noch streitgegenständlichen Zahlungsanträge unbegründet. Randnummer 17 1. Barunterhaltsschaden der Kläger und Verdienstausfallschaden der Klägerin zu 1 Randnummer 18 Die Kläger begehren entgangenen Barunterhalt und die Klägerin zu 1 darüber hinaus Verdienstausfallschaden ab Januar 2016.
  24. a)Randnummer 19 Auszugehen ist von dem von dem Verstorbenen zuletzt unstreitig erzielten Nettoeinkommen von 1782,91 €. Gemäß § 287 ZPO ist davon auszugehen, dass sich dieses Einkommen ab März 2016 auf 2000 € erhöht hätte. Diese Einkommenserhöhung aufgrund des Erwerbs der Fahrerlaubnis durch den Verstorbenen ist zum einen von den Beklagten nicht bestritten worden und zum anderen durch die vom Landgericht vernommenen Zeugen bestätigt worden. Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Zeugen oder der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen sind von den Beklagten nicht geltend gemacht worden und auch sonst nicht ersichtlich. Randnummer 20 Von einer weiteren Erhöhung des Einkommens auf 6000 € – entsprechend dem Einkommen seines Bruders als Geschäftsführer – kann hingegen nicht ausgegangen werden. Dazu haben sich die Beklagten zu Recht gemäß § 138 Abs. 4 ZPO mit Nichtwissen erklärt. Allein die pauschale Angabe der Schwester des Verstorbenen in ihrer Zeugenvernehmung vor dem Landgericht reicht für eine diesbezügliche Überzeugungsbildung nicht aus. Es fehlt an jedem konkreten Sachvortrag der Kläger zu einer entsprechenden Qualifikation des Verstorbenen. Hinzu kommt, dass auch der Zeithorizont einer eventuellen Übernahme der Mitgeschäftsführung völlig offen ist.
  25. b)Randnummer 21 Auf dieser Grundlage steht der Klägerin zu 1 für den streitgegenständlichen Zeitraum ein restlicher Barunterhalt von 317,35 € zu.
  26. aa)Randnummer 22 Sie erzielte bis Dezember 2015 ein unstreitiges Nettoeinkommen von 913,24 €. Ab Januar 2016 hat sie ihre Erwerbstätigkeit auf 15 Stunden pro Woche reduziert und ein Einkommen von 443,56 € netto erzielt. Sie macht geltend, dies aufgrund der psychischen Belastung nach dem Tod ihres Ehemanns und aufgrund der Betreuung der beiden minderjährigen Kinder getan zu haben. Dies ist nachvollziehbar und daher gemäß § 287 ZPO der Entscheidung des Senats zugrunde zu legen. Es liegt nahe, dass sowohl die Klägerin selbst als auch ihre noch kleinen Kinder angesichts des völlig unerwarteten Verlustes eine Phase der Stabilisierung und die Kinder verstärkter Zuwendung bedurften. Ihr ist daher unfallbedingt ein Verdienstausfall in Höhe der Differenz zwischen dem zuvor und dem ab Januar 2016 erzielten Nettoeinkommen entstanden. Randnummer 23 Im September 2016 wurde der Kläger zu 4 geboren. Randnummer 24 Von August bis Oktober befand sich die Klägerin zu 1 im Mutterschutz. Ausweislich ihres Sachvortrags und der Gehaltsbelege bezog sie in dieser Zeit zum einen Erwerbseinkommen von 50,49 € (August und Oktober) bzw. 53,70 € (September). Ausweislich der Gehaltsbelege handelte es sich insoweit um einen Zuschuss ihres Arbeitgebers. Daneben bezog sie Mutterschaftsgeld, und zwar für die Zeit vom 30. Juli bis 13. November 2016 je Kalendertag 13 €. Dieses Mutterschaftsgeld hat Einkommensersatzfunktion und ist daher wie Einkommen einzusetzen. Randnummer 25 Für die Zeit des Mutterschutzes macht die Klägerin zu 1 Verdienstausfall geltend. Dies ist nicht gerechtfertigt, da dieser nicht unfallkausal ist. Das reduzierte Erwerbseinkommen während des Mutterschutzes sowie der daraus resultierende Verdienstausfall in dieser Zeit sind ersichtlich durch die Geburt des Klägers zu 4 entstanden. Für einen infolge des Unfalls zu ersetzenden Verdienstausfallschaden in dieser Zeit besteht daher keine Grundlage. Randnummer 26 Wegen der Elternzeit sind der Klägerin zu 1 ab November 2016 für ein Jahr Einkünfte von 458,90 € monatlich anzusetzen. Ausweislich der Berechnung in der Klageschrift lässt sich die Klägerin zu 1 auf der Grundlage des früheren eigenen Erwerbseinkommens ein (höheres) Elterngeld von 458,90 € zurechnen. Dies ist in der Sache gerechtfertigt, die Höhe ist von den Beklagten nicht bestritten worden und daher zugrunde zu legen. Ein unfallbedingter Verdienstausfall besteht aus vorstehenden Gründen auch während der Elternzeit nicht. Randnummer 27 In den Monaten September und Oktober 2017 erzielte sie mit Ausnahme der Witwenrente keine Einkünfte. Auch insoweit ist weder etwas dargetan noch ersichtlich, dass die erneute Arbeitsaufnahme erst im November durch den Tod ihres Ehemanns bedingt gewesen ist und nicht der auch sonst getroffenen Entscheidung nach der Geburt des Klägers zu 4 entsprochen hätte. Denn als Grund für diesen Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme hat sie den Umstand angeführt, dass der Kläger zu 4 erst im Oktober 2017 in den Kindergarten gekommen sei. Randnummer 28 Ab November 2017 war die Klägerin zu 1 in Teilzeit beschäftigt mit einem Einkommen von 510 € brutto/443,80 € netto. Sie macht geltend, dass sie ohne den Tod ihres Ehemanns ab diesem Zeitpunkt ihre Berufstätigkeit in dem Umfang von Dezember 2015 wieder aufgenommen hätte. Dies ist nachvollziehbar und daher gemäß § 287 ZPO der Entscheidung zugrunde zu legen, da sie auch die beiden anderen kleinen Kinder an einer Erwerbstätigkeit nicht gehindert haben. Randnummer 29 Seit Januar 2022 erzielt die Klägerin zu 1 durch Teilzeittätigkeit (nach ihren Angaben 30 Stunden pro Woche) Nettoeinkünfte von 1700 € monatlich. Ab diesem Zeitpunkt besteht ein Verdienstausfallschaden nicht mehr, da ihr Einkommen deutlich über dem zu Lebzeiten ihres Ehemanns bezogenen liegt und die Klägerin zu 1 nicht darlegt, dass sie ohne dessen Tod höhere Einkünfte erzielt hätte. Randnummer 30 Die Teilzeittätigkeit und ihr Umfang werden seitens der Beklagten nicht in Frage gestellt. Sie ist angesichts des Alters der Kinder auch gerechtfertigt. Dies gilt auch für die erhebliche Reduzierung im Jahr 2016. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden bereits geborenen Töchter noch im Kindergartenalter. Bei Kindern im Kindergartenalter geht selbst die unterhaltsrechtliche Rechtsprechung, die angesichts der im Unterhaltsrecht bestehenden grundsätzlichen Obliegenheit zur Sicherung des eigenen Unterhaltsbedarfs auf den weiter gehenden Anspruch aus § 844 BGB nicht unmittelbar übertragbar ist, von einer Obliegenheit nur zur Teilzeitbeschäftigung aus. Dies gilt hier erst recht bei zwei Kindern und deren erforderlicher emotionaler Begleitung nach dem Tod ihres Vaters. Nach der Geburt des Klägers zu 4 bestand auch unterhaltsrechtlich für die ersten drei Jahre überhaupt keine Erwerbsobliegenheit (vgl. § 1570 Abs. 1 Satz 1 BGB; Unterhaltsrechtliche Leitlinien der Familiensenate des Kammergerichts 2016, Nr. 17.1).
  27. bb)Randnummer 31 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist die von der Klägerin zu 1 bezogene Witwenrente entsprechend ihrer eigenen Berechnung auf den sich ergebenden Schadensersatzanspruch anzurechnen. Denn diese erhält sie allein durch das schadenverursachende Ereignis, den Tod ihres Ehemanns. Der Rentenbezug stellt auch das Surrogat zu dem ansonsten durch ihren Ehemann geschuldeten Familienunterhalt dar. Schließlich stehen auch Wertungsgesichtspunkte der Anrechnung nicht entgegen, da die Rentenzahlung nicht durch eigene Zahlungen der Klägerin zu 1 "erkauft" wurde, sondern aufgrund der Beitragszahlungen ihres Ehemanns geleistet wird. Randnummer 32 Ebenfalls ist im Wege des Vorteilsausgleichs zu berücksichtigen, dass die eigene Verpflichtung der Klägerin zum Familienunterhalt gegenüber ihrem Ehemann durch dessen Tod ebenfalls entfallen ist. Dies ist aber nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (z.B. BGH, Urteil vom 16. September 1986 – VI ZR 128/85 –, VersR 1987, 70) in dem Fall nicht in vollem Umfang gerechtfertigt, in dem – wie hier – dem Hinterbliebenen wegen einer Mithaftung des Verstorbenen der Schaden nicht vollständig ersetzt wird. Randnummer 33 Denn der in Wegfall gekommene Unterhaltsaufwand "korrespondiert hier jedoch nicht ausschließlich mit dem Schadensanteil, den bei einem anzurechnenden Mitverschulden des getöteten Ehegatten der Schädiger abzunehmen hat. Vielmehr muß insoweit zu Gunsten des geschädigten Ehegatten berücksichtigt werden, dass er die von der Haftung nicht gedeckte Quote an Unterhaltsleistung der verstorbenen Ehefrau nunmehr selbst wirtschaftlich ausgleichen muß" (BGH, Urteil vom 16. September 1986 – VI ZR 128/85 –, VersR 1987, 70). Danach ist es bei wertender Betrachtung geboten, "dass der Geschädigte den durch die weggefallene Unterhaltsverpflichtung erzielten finanziellen Vorteil zunächst zum Ausgleich dieser ungedeckten Quote - und zwar in vollem Umfang und nicht nur mit einem der Haftungsquote entsprechenden Anteil - verwenden darf" (BGH a.a.O.).
  28. cc)Randnummer 34 Von dem bedarfsprägenden Gesamteinkommen der Eheleute sind vor der Ermittlung des Barunterhalts nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die sog. Fixkosten abzusetzen. Dazu gehören alle Kosten, die weitgehend unabhängig vom Wegfall des getöteten Familienmitglieds weiterlaufen, wie z.B. Miete, Telefon, Rundfunkgebühren, ggf. Versicherungen usw. (vgl. BGH NJW 1998, 985). Danach sind zu berücksichtigen: Randnummer 35 Die Kita-Gebühren für die Klägerin zu 2 und 3 von insgesamt 46 €, nach dem Eintritt des Klägers zu 4 in den Kindergarten im Oktober 2017 weitere 23 € Kita-Gebühren sind als Fixkosten zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 2. Dezember 1997 – VI ZR 142/96 –, BGHZ 137, 237). Hinzu kommen die von der Klägerin in der Klageschrift unwidersprochen dargelegten Versicherungskosten. Insgesamt ergeben sich von Januar 2016 bis einschließlich September 2017 Fixkosten von 206,35 € und ab Oktober 2017 von 229,35 €. Randnummer 36 Die Mietkosten für die ausweislich des eingereichten Mietvertrages ab 1. September 2021 bewohnte Wohnung sind der Sache nach unzweifelhaft Fixkosten. Ihre Erforderlichkeit wird von den Beklagten nicht in Zweifel gezogen. Es kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Familie ohne den Tod des Ehemannes/Vaters dauerhaft unentgeltlich hätte wohnen können (§ 287 ZPO). Randnummer 37 Dasselbe gilt für die Anmietung eines Parkplatzes zu 50 € monatlich ab 1. Oktober 2021, da im Grundsatz auch die – vorliegend nicht geltend gemachten – laufenden festen Kosten eines Pkw als Fixkosten anzuerkennen wären. Denn die Familienverhältnisse waren bis Ende 2025 ersichtlich davon geprägt, dass der Familie ein Pkw zur Verfügung stand, nämlich der, mit dem der Verstorbene verunglückte. Es ist lebensnah davon auszugehen, dass dieses Fahrzeug auch für den Transport der übrigen Familienmitglieder, für den Einkauf usw. zur Verfügung stand. Daher ist es gerechtfertigt, nach dem Erwerb eines neuen Fahrzeugs durch die Klägerin zu 1 auch dessen feste Kosten (z.B. Steuer, Versicherung) als bedarfsprägend, somit als Abzugsposition bei der Unterhaltsberechnung einzustellen. Randnummer 38 Die mit 0,70 €/Kilometer geltend gemachten Fahrtkosten sind hingegen nicht als abzugsfähige Fixkosten zu qualifizieren. Fahrtkosten sind variable, von der jeweiligen konkreten Nutzung des Fahrzeugs und damit auch der Anzahl der Familienmitglieder abhängige Kosten. Randnummer 39 Die Stromkosten der Wohnung (mit 32 € monatlich belegt) gehören zu den Fixkosten des Haushalts (BGH, Urteil vom 2. Dezember 1997 – VI ZR 142/96 –, BGHZ 137, 237). Randnummer 40 Dasselbe gilt für die Kosten für Telekommunikation und Internet, die mit 61,97 € monatlich belegt sind. Entscheidend ist, ob die Aufwendungen entsprechend dem Zuschnitt und der Organisation des Haushalts für diesen als familientypisch anfallen und unabhängig vom Wegfall des getöteten Unterhaltsverpflichteten weiterlaufen (BGH, Urteil vom 2. Dezember 1997 – VI ZR 142/96 –, BGHZ 137, 237). Das ist u.a. für das Telefon oder die Tageszeitung anerkannt worden (BGH a.a.O.). Für den der Sache nach anstelle dieser Medien getretenen DSL-Anschluss mit Internetzugang kann nichts anderes gelten.
  29. dd)Randnummer 41 Zu dem nach diesen Grundsätzen ermittelten Bedarf sind die anteiligen Fixkosten hinzuzusetzen (vgl. BGH, Urteil vom 21. November 2006 – VI ZR 115/05, FamRZ 2007, 385). Denn diese sind bei der Ermittlung des Barunterhalts noch nicht berücksichtigt, vielmehr gerade herausgerechnet. Randnummer 42 In welchem Umfang die Hinterbliebenen an den fixen Kosten zu beteiligen sind, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab (BGH, Urteil vom 21. November 2006 – VI ZR 115/05, NJW 2007, 506; BGH, Urteil vom 31. Mai 1988 – VI ZR 116/87 -, NJW 1988, 2365, 2368). Für den Regelfall, von dem abzuweichen keine Veranlassung besteht, ist bei einem Elternteil und zwei Kindern ein Verhältnis 2:1:1 (BGH, Urteil vom 31. Mai 1988 – VI ZR 116/87 -, 1988, 2365, 2368; BGH, Urteil vom 8. Juni 1976 - VI ZR 216/74, VersR 1976, 967), bei drei Kindern in Fortschreibung dessen ein Verhältnis von 2:1:1:1 angemessen.
  30. ee)Randnummer 43 Der nach Abzug der fixen Kosten zu ermittelnde Unterhaltsbedarf der einzelnen Unterhaltsberechtigten ist nach Quoten zu bemessen. Die Kläger haben für den Zeitraum bis zur Geburt des Klägers zu 4 eine Verteilung von 35 % für die Klägerin zu 1 und jeweils 15 % für die Kinder in Ansatz gebracht. Dies ist – insbesondere angesichts des ähnlichen Alters der Kinder und daher einem bei der gebotenen pauschalen Betrachtungsweise vergleichbaren Bedarf – eine nicht zu beanstandende Aufteilung (vgl. BGH, Urteil vom 15. Oktober 1985 – VI ZR 55/84 –, FamRZ 1986, 35; weitere Nachweise bei Staudinger/Röthel/Croon-Gestefeld

(2023)BGB § 844 Rz. 126) und wird daher auch der Berechnung des Senats zugrunde gelegt. Für die Zeit nach der Geburt des Klägers zu 4 erachtet der Senat eine Aufteilung von 35 % für die Klägerin zu 1 und je 10 % pro Kind in Fortschreibung dieser Grundsätze für sachgerecht.
  1. c)Randnummer 44 Dies führt für die einzelnen Zeiträume zu folgender Berechnung: Randnummer 45 aa ) Barunterhaltsschaden und Verdienstausfallschaden der Klägerin zu 1 bis einschließlich Oktober 2018 Randnummer 46 Januar/Februar 2016 Randnummer 47 Einkommen des Verstorbenen: 1782,91 € Randnummer 48 früheres Einkommen der Klägerin zu 1: 913,24 € Randnummer 49 Gesamteinkommen 2696,24 € Randnummer 50 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 51 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 136,19 € Randnummer 52 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1646,72 € (1782,91 € - 136,19 €). Randnummer 53 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 576,35 € (35 % von 1646,72 €). Randnummer 54 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 230,54 €. Randnummer 55 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 56 Einkommen der Klägerin zu 1 913,24 € Randnummer 57 Anteil an den Fixkosten 70,16 € (34 % von 206,35 €) Randnummer 58 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 843,08 € (913,24 € -70,16 €) Randnummer 59 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 295,08 € (843,08 € × 35 %) Randnummer 60 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 61 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 345,81 € (576,35 € -230,54 €) Randnummer 62 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (295,08 € - 345,81 € =) 0 €. Randnummer 63 Verdienstausfallschaden der Klägerin (913,24 € -443,56 € =) 469,68 €. Randnummer 64 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 65 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 230,54 € Randnummer 66 Verdienstausfallschaden nach Quote 40 % 187,87 € Randnummer 67 Summe 418,41 € Randnummer 68 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 69 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 70 103,18 € (2/4 von 206,35 €), Randnummer 71 entsprechend der Quote von 40 % 41,27 € Randnummer 72 Summe 459,68 € Randnummer 73 abzüglich Witwenrente 589,80 € Randnummer 74 Zahlbetrag 0 € Randnummer 75 März bis Juli 2016 Randnummer 76 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 77 früheres Einkommen der Klägerin zu 1: 913,24 € Randnummer 78 2 Tage Mutterschaftsgeld 26 € Randnummer 79 Gesamteinkommen 2939,24 € Randnummer 80 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 81 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 140,32 € (68 %) Randnummer 82 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1859,68 € (2000 € - 140,32 €). Randnummer 83 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 650,89 € (35 % von 1859,68 €). Randnummer 84 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 260,36 €. Randnummer 85 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 86 Einkommen der Klägerin zu 1 939,24 € Randnummer 87 Anteil an den Fixkosten 66,03 € (32 % von 206,35 €) Randnummer 88 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 873,21 € (939,24 € - 66,03 €) Randnummer 89 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 305,62 € (873,21 € × 35 %) Randnummer 90 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 91 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 390,53 € (650,89 € - 260,36 €) Randnummer 92 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (305,62 € - 390,53 € =) 0 €. Randnummer 93 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 94 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 95 103,18 € (2/4 von 206,35 €), Randnummer 96 entsprechend der Quote von 40 % 41,27 € Randnummer 97 Verdienstausfallschaden der Klägerin (913,24 € -443,56 € =) 469,68 €. Randnummer 98 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 99 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 260,36 € Randnummer 100 Verdienstausfallschaden nach Quote 40 % 187,87 € Randnummer 101 Fixkosten nach Quote 40 % 41,27 € Randnummer 102 Summe 489,21 € Randnummer 103 abzüglich Witwenrente von Randnummer 104 März 588,48 €, ergibt keine offene Forderung Randnummer 105 April bis Juni je 401,96 €, sodass ein Anspruch von 87,25 € monatlich besteht Randnummer 106 Juli 419,03 €, sodass ein Anspruch von 70,18 € besteht. Randnummer 107 Insgesamt besteht daher für diesen Zeitraum ein Anspruch von 331,93 €. Randnummer 108 August 2016 Randnummer 109 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 110 Einkommen der Klägerin zu 1: 453,49 € Randnummer 111 403 € Mutterschaftsgeld Randnummer 112 50,49 € Arbeitgeber Randnummer 113 Gesamteinkommen 2.453,49 € Randnummer 114 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 115 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 169,21 € (82 %) Randnummer 116 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1830,79 € (2000 € - 169,21 €). Randnummer 117 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 640,78 € (35 % von 1830,79 €). Randnummer 118 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 256,31 €. Randnummer 119 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbsersatzeinkommen (Mutterschaftsgeld, Zuschuss des Arbeitgebers) abzusetzen: Randnummer 120 Einkommen der Klägerin zu 1 453,49 € Randnummer 121 Anteil an den Fixkosten 37,14 € (18 % von 206,35 €) Randnummer 122 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 416,35 € (453,49 € - 37,14 €) Randnummer 123 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 145,72 € (416,35 € × 35 %) Randnummer 124 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 125 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 384,47 € (640,78 € - 256,31 €) Randnummer 126 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (145,72 € - 384,47 € =) 0 €. Randnummer 127 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 128 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 129 103,18 € (2/4 von 206,35 €), Randnummer 130 entsprechend der Quote von 40 % 41,27 € Randnummer 131 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin besteht mangels Unfallkausalität des Mutterschutzes nicht. Randnummer 132 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 133 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 256,31 € Randnummer 134 abzüglich Witwenrente 419,03 €. Randnummer 135 Zahlbetrag 0 € Randnummer 136 September bis Oktober 2016 Randnummer 137 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 138 Einkommen der Klägerin zu 1: 448,60 € Randnummer 139 496,50 € Mutterschaftsgeld durchschnittl. Randnummer 140 52,10 € Arbeitgeber durchschnittl. Randnummer 141 Gesamteinkommen 2.448,60 € Randnummer 142 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 143 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 169,21 € (82 %) Randnummer 144 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen 1830,79 € (2000 € - 169,21 €). Randnummer 145 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 640,78 € (35 % von 1830,79 €). Randnummer 146 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 256,31 €. Randnummer 147 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbsersatzeinkommen (Mutterschaftsgeld, Zuschuss des Arbeitgebers) abzusetzen: Randnummer 148 Einkommen der Klägerin zu 1 448,60 € Randnummer 149 Anteil an den Fixkosten 37,14 € (18 % von 206,35 €) Randnummer 150 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 411, 46 € (448,60 € - 37,14 €) Randnummer 151 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 144,01 € (411, 46 € × 35 %) Randnummer 152 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 153 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 384,47 € (640,78 € - 256,31 €) Randnummer 154 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (144,01 € - 384,47 € =) 0 €. Randnummer 155 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin besteht mangels Unfallkausalität des Mutterschutzes nicht. Randnummer 156 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 157 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 256,31 € Randnummer 158 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 159 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 160 82,54 € (2/5 von 206,35 €), Randnummer 161 entsprechend der Quote von 40 % 33,02 € Randnummer 162 Summe 289,33 € Randnummer 163 abzüglich Witwenrente Randnummer 164 September 419,03 € Randnummer 165 Oktober 446,23 € Randnummer 166 Zahlbetrag jeweils 0 € Randnummer 167 November 2016 Randnummer 168 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 169 Einkommen der Klägerin zu 1: 627,90 € Randnummer 170 458,90 € fiktiv erhöhtes Elterngeld Randnummer 171 169 € Mutterschaftsgeld Randnummer 172 Gesamteinkommen 2.627,90 € Randnummer 173 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 174 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 156,83 € (76 %) Randnummer 175 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1843,17 € (2000 € - 156,83 €). Randnummer 176 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 645,11 € (35 % von 1843,17 €). Randnummer 177 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 258,04 €. Randnummer 178 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 179 Einkommen der Klägerin zu 1 627,90 € Randnummer 180 Anteil an den Fixkosten 49,52 € (24 % von 206,35 €) Randnummer 181 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 677,42 € (627,90 € - 49,52 €) Randnummer 182 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 237,10 € (677,42 € × 35 %) Randnummer 183 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 184 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 387,07 € (645,11 € - 258,04 €) Randnummer 185 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (237,10 € - 387,07 € =) 0 €. Randnummer 186 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin besteht während der Elternzeit aus o.g. Gründen nicht. Randnummer 187 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 188 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 258,04 € Randnummer 189 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 190 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 191 82,54 € (2/5 von 206,35 €), Randnummer 192 entsprechend der Quote von 40 % 33,02 € Randnummer 193 Summe 291,06 € Randnummer 194 abzüglich Witwenrente 446,23 € Randnummer 195 Zahlbetrag 0 € Randnummer 196 Dezember 2016 bis August 2017 Randnummer 197 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 198 Einkommen der Klägerin zu 1: 458,90 € (fiktiv erhöhtes Elterngeld) Randnummer 199 Gesamteinkommen 2458,90 € Randnummer 200 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 201 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 167,14 € (81 %) Randnummer 202 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1832,86 € (2000 € - 167,14 €). Randnummer 203 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 641,50 € (35 % von 1832,86 €). Randnummer 204 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 256,60 €. Randnummer 205 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 206 Einkommen der Klägerin zu 1 458,90 € Randnummer 207 Anteil an den Fixkosten 39,21 € (19 % von 206,35 €) Randnummer 208 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 419,69 € (458,90 € - 39,21 €) Randnummer 209 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 146,89 € (419,69 € × 35 %) Randnummer 210 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 211 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 494,61 € (641,50 € -146,89 €) Randnummer 212 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (146,89 € - 494,61 € =) 0 €. Randnummer 213 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin besteht während der Elternzeit aus o.g. Gründen nicht. Randnummer 214 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 215 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 256,60 € Randnummer 216 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 217 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 218 82,54 € (2/5 von 206,35 €), Randnummer 219 entsprechend der Quote von 40 % 33,02 € Randnummer 220 Summe 289,62 € Randnummer 221 abzüglich Witwenrente Randnummer 222 November/Dezember 2016 446,23 € Randnummer 223 Januar bis Juni 2017 445,24 € Randnummer 224 Juli/August 2017 453,70 € Randnummer 225 Zahlbetrag jeweils 0 € Randnummer 226 September 2017 Randnummer 227 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 228 Einkommen der Klägerin zu 1: 0 € Randnummer 229 Gesamteinkommen 2000 € Randnummer 230 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 231 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 206,35 € (100 %) Randnummer 232 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1793,65 € (2000 € - 206,35 €). Randnummer 233 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 627,78 € (35 % von 1793,65 €). Randnummer 234 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 251,11 €. Randnummer 235 Ein im Wege des Vorteilsausgleichs von der Klägerin ersparter anteiliger Unterhalt besteht mangels Einkommens (außer der Witwenrente) nicht. Randnummer 236 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin besteht aus o.g. Gründen nicht. Randnummer 237 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 238 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 251,11 € Randnummer 239 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 240 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 241 82,54 € (2/5 von 206,35 €), Randnummer 242 entsprechend der Quote von 40 % 33,02 € Randnummer 243 Summe 284,13 € Randnummer 244 abzüglich Witwenrente 453,70 € Randnummer 245 Zahlbetrag 0 € Randnummer 246 Oktober 2017 Randnummer 247 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 248 Einkommen der Klägerin zu 1: 0 € Randnummer 249 Gesamteinkommen 2000 € Randnummer 250 Fixkosten: 229,35 € Randnummer 251 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 229,35 € (100 %) Randnummer 252 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1770,65 € (2000 € - 229,35 €). Randnummer 253 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 619,73 € (35 % von 1770,65 €). Randnummer 254 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 247,89 €. Randnummer 255 Ein im Wege des Vorteilsausgleichs von der Klägerin ersparter anteiliger Unterhalt besteht mangels Einkommens (außer der Witwenrente) nicht. Randnummer 256 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin besteht aus o.g. Gründen nicht. Randnummer 257 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 258 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 247,89 € Randnummer 259 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 260 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 261 91,74 € (2/5 von 229,35 €), Randnummer 262 entsprechend der Quote von 40 % 36,70 € Randnummer 263 Summe 284,59 € Randnummer 264 abzüglich Witwenrente 453,70 € Randnummer 265 Zahlbetrag 0 € Randnummer 266 November 2017 bis August 2021 Randnummer 267 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 268 fiktives Einkommen der Klägerin zu 1: 913,24 € Randnummer 269 Gesamteinkommen 2913,24 € Randnummer 270 Fixkosten: 229,35 € Randnummer 271 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 158,25 € (69 %) Randnummer 272 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1841,75 € (2000 € - 158,25 €). Randnummer 273 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 644,61 € (35 % von 1841,75 €). Randnummer 274 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 257,84 €. Randnummer 275 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 276 Einkommen der Klägerin zu 1 913,24 € Randnummer 277 Anteil an den Fixkosten 71,10 € (31 % von 229,35 €) Randnummer 278 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 842,14 € (913,24 € -71,10 €) Randnummer 279 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 294,75 € (842,14 € × 35 %) Randnummer 280 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 281 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 349,86 € (644,61 € - 257,84 €) Randnummer 282 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (294,75 € - 349,86 € =) 0 €. Randnummer 283 Verdienstausfallschaden der Klägerin (913,24 € - 443,80 € =) 469,44 €. Randnummer 284 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 285 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 257,84 € Randnummer 286 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 287 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 288 91,74 € (2/5 von 229,35 €), Randnummer 289 entsprechend der Quote von 40 % 36,70 € Randnummer 290 Verdienstausfallschaden nach Quote 40 % 187,78 € Randnummer 291 Summe 482,31 € Randnummer 292 abzüglich Witwenrente Randnummer 293 für die Zeit ab November 2017 453,70 € Randnummer 294 Zahlbetrag für 8 Monate jeweils 28,61 € = 228,88 € Randnummer 295 ab Juli 2018 468,60 € Randnummer 296 Z ahlbetrag für 12 Monate jeweils 13,71 € = 164,52 € Randnummer 297 ab Juli 2019 484,06 € Randnummer 298 Zahlbetrag 0 € Randnummer 299 Auch für die Folgezeit bis August 2021 ergibt sich ausweislich der mit Schriftsatz vom 12. September 2025 eingereichten Rentenbescheide kein Anspruch der Klägerin zu 1. Die Reduzierung der Fixkosten um jeweils 23 € monatlich ab August 2019 und August 2020 wegen des Wegfalls des Kindergartenbeitrags für die Kläger zu 2 und 3 ändert im Ergebnis daran nichts. Die Summe der Forderungen der Klägerin zu 1 überschreitet den Betrag ihrer Witwenrente nicht. Randnummer 300 September 2021 Randnummer 301 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 302 fiktives Einkommen der Klägerin zu 1: 913,24 € Randnummer 303 Gesamteinkommen 2913,24 € Randnummer 304 Fixkosten: 1063,17 € Randnummer 305 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 733,59 € (69 %) Randnummer 306 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1266,41 € (2000 € - 733,59 €). Randnummer 307 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 443,24 € (35 % von 1266,41 €). Randnummer 308 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 177,30 €. Randnummer 309 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 310 Einkommen der Klägerin zu 1 913,24 € Randnummer 311 Anteil an den Fixkosten 329,58 € (31 % von 1063,17 €) Randnummer 312 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 583,66 € (913,24 € - 329,58 €) Randnummer 313 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 204,28 € (583,66 € × 35 %) Randnummer 314 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 315 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 265,94 € (443,24 € - 177,30 €) Randnummer 316 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (202,11 € - 265,94 € =) 0 €. Randnummer 317 Verdienstausfallschaden der Klägerin (913,24 € - 443,80 € =) 469,44 €. Randnummer 318 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 319 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 177,30 € Randnummer 320 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 321 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 322 425,27 € (2/5 von 1063,17 €), Randnummer 323 entsprechend der Quote von 40 % 170,11 € Randnummer 324 Verdienstausfallschaden nach Quote 40 % 187,78 € Randnummer 325 Summe 535,19 € Randnummer 326 abzüglich Witwenrente 499,36 € Randnummer 327 Zahlbetrag 35,83 € Randnummer 328 Oktober 2021 bis Dezember 2021 Randnummer 329 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 330 fiktives Einkommen der Klägerin zu 1: 913,24 € Randnummer 331 Gesamteinkommen 2913,24 € Randnummer 332 Fixkosten: 1113,17 € Randnummer 333 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 768,09 € (69 %) Randnummer 334 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1231,91 € (2000 € - 768,09 €). Randnummer 335 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 431,17 € (35 % von 1231,91 €). Randnummer 336 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 172,47 €. Randnummer 337 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 338 Einkommen der Klägerin zu 1 913,24 € Randnummer 339 Anteil an den Fixkosten 345,08 € (31 % von 1113,17 €) Randnummer 340 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 568,16 € (913,24 € - 345,08 €) Randnummer 341 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 198,86 € (568,16 € × 35 %) Randnummer 342 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 343 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 258,70 € (431,17 € - 172,47 €) Randnummer 344 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (198,86 € - 258,70 € =) 0 €. Randnummer 345 Verdienstausfallschaden der Klägerin (913,24 € - 443,80 € =) 469,44 €. Randnummer 346 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 347 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 172,47 € Randnummer 348 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 349 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 350 445,27 € (2/5 von 1113,17 €), Randnummer 351 entsprechend der Quote von 40 % 178,11 € Randnummer 352 Verdienstausfallschaden nach Quote 40 % 187,78 € Randnummer 353 Summe 538,36 € Randnummer 354 abzüglich Witwenrente 499,36 Randnummer 355 Zahlbetrag 39 € Randnummer 356 Bei 3 Monaten ergeben sich 117 € . Randnummer 357 Januar bis August 2022 Randnummer 358 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 359 Einkommen der Klägerin zu 1: 1700 € Randnummer 360 Gesamteinkommen 3700 € Randnummer 361 Fixkosten: 1113,17 € Randnummer 362 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 601,11 € (54 %) Randnummer 363 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1398,89 € (2000 € - 601,11 €). Randnummer 364 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 489,61 € (35 % von 1398,89 €). Randnummer 365 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 195,84 €. Randnummer 366 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 367 Einkommen der Klägerin zu 1 1700 € Randnummer 368 Anteil an den Fixkosten 512,06 € (46 % von 1113,17 €) Randnummer 369 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 1187,94 € (1700 € - 512,06 €) Randnummer 370 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 415,78 € (1187,94 € × 35 %) Randnummer 371 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 372 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 293,77 € (489,61 € - 195,84 €) Randnummer 373 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (415,78 € - 293,77 € =) 122,01 €. Randnummer 374 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin entfällt angesichts des höheren Einkommens Randnummer 375 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 376 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 195,84 € Randnummer 377 abzüglich ersparter Unterhalt - 122,01 € Randnummer 378 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 379 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 380 445,27 € (2/5 von 1113,17 €), Randnummer 381 entsprechend der Quote von 40 % 178,11 € Randnummer 382 Summe 251,94 € Randnummer 383 abzüglich Witwenrente 526,09 € Randnummer 384 Zahlbetrag 0 € Randnummer 385 Ab September 2022 Randnummer 386 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 387 Einkommen der Klägerin zu 1: 1700 € Randnummer 388 Gesamteinkommen 3700 € Randnummer 389 Fixkosten: 1090,17 € Randnummer 390 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 588,69 € (54 %) Randnummer 391 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1411,31 € (2000 € - 588,69 €). Randnummer 392 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 1: 493,96 € (35 % von 1411,31 €). Randnummer 393 Dieser Anspruch besteht entsprechend der Haftungsquote von 40 % in Höhe von 197,58 €. Randnummer 394 Im Wege des Vorteilsausgleichs ist der von der Klägerin ersparte anteilige Unterhalt gegenüber dem Verstorbenen aus ihrem Erwerbseinkommen abzusetzen: Randnummer 395 Einkommen der Klägerin zu 1 1700 € Randnummer 396 Anteil an den Fixkosten 501,49 € (46 % von 1090,17 €) Randnummer 397 für den Familienunterhalt zur Verfügung stehend: 1198,52 € (1700 € - 521,26 €) Randnummer 398 Unterhaltspflicht der Klägerin zu 1 419,48 € (1198,52 € × 35 %) Randnummer 399 abzgl. der vom Schädiger nicht zu ersetzenden Randnummer 400 60 % Quote des Unterhaltsschadens: 296,38 € (493,96 € - 197,58 €) Randnummer 401 Im Wege des Vorteilsausgleichs anzurechnen sind daher (419,48 € - 296,38 € =) 123,10 €. Randnummer 402 Ein Verdienstausfallschaden der Klägerin entfällt angesichts des höheren Einkommens Randnummer 403 Die Klägerin kann daher verlangen: Randnummer 404 Unterhaltsanspruch nach Quote 40 % 197,58 € Randnummer 405 abzüglich ersparter Unterhalt - 123,10 € Randnummer 406 Hinzuzusetzen sind die auf die Klägerin zu 1 Randnummer 407 entfallenden anteiligen Fixkosten von Randnummer 408 436,07 € (2/5 von 1090,17 €), Randnummer 409 entsprechend der Quote von 40 % 174,43 € Randnummer 410 Summe 248,91 € Randnummer 411 abzüglich Witwenrente 526,09 € Randnummer 412 Zahlbetrag 0 € Randnummer 413 Ergebnis: Randnummer 414 Der Klägerin zu 1 steht ein Anspruch auf Zahlung von insgesamt 878,16 € zu. Die Beklagte zu 1 hat auf die Ansprüche der Klägerin für die Zeit von Januar 2016 bis Juni 2018 2746,13 € gezahlt. Für diese Zeit sind die Ansprüche der Klägerin zu 1 in Höhe von 560,81 € daher gemäß §§ 362 Abs. 1, 366 Abs. 1 BGB erloschen. Randnummer 415 Offen sind somit noch die für die Folgezeit bestehenden Rückstände von insgesamt 317,35 €. Die Verzinsung beruht auf § 291 BGB. Randnummer 416
  2. bb)Barunterhaltsansprüche der Kläger zu 2 bis 4 bis einschließlich Oktober 2018 Randnummer 417 Den Klägern zu 2 bis 4 stehen keine Ansprüche auf Barunterhalt zu, wie sich aus den nachstehenden Berechnungen ergibt. Randnummer 418 Januar/Februar 2016 Randnummer 419 Einkommen des Verstorbenen: 1782,91 € Randnummer 420 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 421 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 136,19 € Randnummer 422 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1646,72 € (1782,91 € -136,19 €) Randnummer 423 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 424 15 % von 1646,72 €: 247,01 € Randnummer 425 Fixkostenanteil € (1/4 von 206,35 €) 51,59 € Randnummer 426 Summe 298,60 € Randnummer 427 Haftungsquote von 40 % 119,44 € Randnummer 428 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 429 Zahlbetrag 0 € Randnummer 430 März bis August 2016 Randnummer 431 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 432 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 433 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 140,32 € Randnummer 434 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1859,68 € (2000 € - 140,32 €) Randnummer 435 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3: Randnummer 436 15 % von 1859,68 €: 278,95 € Randnummer 437 Fixkostenanteil € (1/4 von 206,35 €) 51,59 € Randnummer 438 Summe 330,54 € Randnummer 439 Haftungsquote von 40 % 132,22 € Randnummer 440 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 441 Zahlbetrag 0 € Randnummer 442 September bis Oktober 2016 Randnummer 443 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 444 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 445 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 169,21 € Randnummer 446 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des 1830,79 € (2000 € - 169,21 €). Randnummer 447 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 448 10 % von 1830,79 €: 183,08 € Randnummer 449 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 450 Summe 224,35 € Randnummer 451 Haftungsquote von 40 % 89,74 € Randnummer 452 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 453 Zahlbetrag 0 € Randnummer 454 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 455 10 % von 1830,79 €: 183,08 € Randnummer 456 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 457 Summe 224,35 € Randnummer 458 Haftungsquote von 40 % 89,74 € Randnummer 459 abzüglich Waisenrente 149,68 € Randnummer 460 Zahlbetrag 0 € Randnummer 461 November 2016 Randnummer 462 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 463 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 464 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 156,83 € (76 %) Randnummer 465 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1843,17 € (2000 € - 156,83 €). Randnummer 466 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 467 10 % von 1843,17 €: 184,32 € Randnummer 468 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 469 Summe 224,35 € Randnummer 470 Haftungsquote von 40 % 89,74 € Randnummer 471 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 472 Zahlbetrag 0 € Randnummer 473 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 474 10 % von 1843,17 €: 184,32 € Randnummer 475 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 476 Summe 224,35 € Randnummer 477 Haftungsquote von 40 % 89,74 € Randnummer 478 abzüglich Waisenrente 149,68 € Randnummer 479 Zahlbetrag 0 € Randnummer 480 Dezember 2016 bis August 2017 Randnummer 481 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 482 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 483 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 167,14 € Randnummer 484 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1832,86 € (2000 € - 167,14 €) Randnummer 485 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 486 10 % von 1832,86 €: 183,29 € Randnummer 487 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 488 Summe 224,56 € Randnummer 489 Haftungsquote von 40 % 89,82 € Randnummer 490 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 491 Zahlbetrag 0 € Randnummer 492 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 493 10 % von 1832,86 €: 183,29 € Randnummer 494 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 495 Summe 224,56 € Randnummer 496 Haftungsquote von 40 % 89,82 € Randnummer 497 abzüglich Waisenrente 149,68 € Randnummer 498 Zahlbetrag 0 € Randnummer 499 September 2017 Randnummer 500 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 501 Fixkosten: 206,35 € Randnummer 502 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 206,35 € Randnummer 503 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1793,65 € (2000 € - 206,35 €) Randnummer 504 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 505 10 % von 1793,65 €: 179,37 € Randnummer 506 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 507 Summe 220,64 € Randnummer 508 Haftungsquote von 40 % 88,26 € Randnummer 509 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 510 Zahlbetrag 0 € Randnummer 511 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 512 10 % von 1793,65 €: 179,37 € Randnummer 513 Fixkostenanteil € (1/5 von 206,35 €) 41,27 € Randnummer 514 Summe 220,64 € Randnummer 515 Haftungsquote von 40 % 88,26 € Randnummer 516 abzüglich Waisenrente 49,68 € Randnummer 517 Zahlbetrag 0 € Randnummer 518 Oktober 2017 Randnummer 519 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 520 Fixkosten: 229,35 € Randnummer 521 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 229,35 € Randnummer 522 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1770,65 € (2000 € - 229,35 €) Randnummer 523 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 524 10 % von 1770,65 €: 177,07 € Randnummer 525 Fixkostenanteil € (1/5 von 229,35 €) 45,87 € Randnummer 526 Summe 229,94 € Randnummer 527 Haftungsquote von 40 % 89,18 € Randnummer 528 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 529 Zahlbetrag 0 € Randnummer 530 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 531 10 % von 1770,65 €: 177,07 € Randnummer 532 Fixkostenanteil € (1/5 von 229,35 €) 45,87 € Randnummer 533 Summe 229,94 € Randnummer 534 Haftungsquote von 40 % 89,18 € Randnummer 535 abzüglich Waisenrente 149,68 € Randnummer 536 Zahlbetrag 0 € Randnummer 537 November 2017 bis August 2021 Randnummer 538 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 539 Fixkosten: 229,35 € Randnummer 540 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 158,25 € Randnummer 541 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1841,75 € (2000 € - 158,25 €) Randnummer 542 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 543 10 % von 1841,75 €: 184,18 € Randnummer 544 Fixkostenanteil € (1/5 von 229,35 €) 45,87 € Randnummer 545 Summe 230,05 € Randnummer 546 Haftungsquote von 40 % 92,02 € Randnummer 547 abzüglich Waisenrente 133,72 € Randnummer 548 Zahlbetrag 0 € Randnummer 549 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 550 10 % von 1841,75 €: 184,18 € Randnummer 551 Fixkostenanteil € (1/5 von 229,35 €) 45,87 € Randnummer 552 Summe 230,05 € Randnummer 553 Haftungsquote von 40 % 92,02 € Randnummer 554 abzüglich Waisenrente 149,68 € Randnummer 555 Zahlbetrag 0 € Randnummer 556 September 2021 Randnummer 557 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 558 Fixkosten: 1063,17 € Randnummer 559 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 733,59 € (69 %) Randnummer 560 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1266,41 € (2000 € - 733,59 €) Randnummer 561 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 562 10 % von 1266,41 €: 126,64 € Randnummer 563 Fixkostenanteil € (1/5 von 1063,17 €) 212,63 € Randnummer 564 Summe 339,27 € Randnummer 565 Haftungsquote von 40 % 135,71 € Randnummer 566 abzüglich Waisenrente 168,04 € Randnummer 567 Zahlbetrag 0 € Randnummer 568 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 569 10 % von 1266,41 €: 126,64 € Randnummer 570 Fixkostenanteil € (1/5 von 1063,17 €) 212,63 € Randnummer 571 Summe 339,27 € Randnummer 572 Haftungsquote von 40 % 135,71 € Randnummer 573 abzüglich Waisenrente 168,06 € Randnummer 574 Zahlbetrag 0 € Randnummer 575 Oktober 2021 bis Dezember 2022 Randnummer 576 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 577 Fixkosten: 1113,17 € Randnummer 578 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 768,09 € Randnummer 579 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1231,91 € (2000 € - 768,09 €) Randnummer 580 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 581 10 % von 1231,91 €: 123,19 € Randnummer 582 Fixkostenanteil € (1/5 von 1113,17 €) 222,63 € Randnummer 583 Summe 345,83 € Randnummer 584 Haftungsquote von 40 % 138,33 € Randnummer 585 abzüglich Waisenrente 168,06 € Randnummer 586 Zahlbetrag 0 € Randnummer 587 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 588 10 % von 1231,91 €: 123,19 € Randnummer 589 Fixkostenanteil € (1/5 von 1113,17 €) 222,63 € Randnummer 590 Summe 345,83 € Randnummer 591 Haftungsquote von 40 % 138,33 € Randnummer 592 abzüglich Waisenrente 168,06 € Randnummer 593 Zahlbetrag 0 € Randnummer 594 Januar bis August 2022 Randnummer 595 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 596 Fixkosten: 1113,17 € Randnummer 597 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 601,11 € Randnummer 598 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1398,89 € (2000 € - 601,11 €). Randnummer 599 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 600 10 % von 1398,89 €: 139,89 € Randnummer 601 Fixkostenanteil € (1/5 von 1113,17 €) 222,63 € Randnummer 602 Summe 362,52 € Randnummer 603 Haftungsquote von 40 % 145,01 € Randnummer 604 abzüglich Waisenrente 168,04/177,03 € Randnummer 605 Zahlbetrag 0 € Randnummer 606 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 607 10 % von 1398,89 €: 139,89 € Randnummer 608 Fixkostenanteil € (1/5 von 1113,17 €) 222,63 € Randnummer 609 Summe 362,52 € Randnummer 610 Haftungsquote von 40 % 145,01 € Randnummer 611 abzüglich Waisenrente 168,06/177,06 € Randnummer 612 Zahlbetrag 0 € Randnummer 613 Ab September 2022 Randnummer 614 Einkommen des Verstorbenen: 2000 € Randnummer 615 Fixkosten: 1090,17 € Randnummer 616 Anteil des Verstorbenen an Fixkosten 588,69 € Randnummer 617 Für den Familienunterhalt zur Verfügung stehendes Einkommen des Verstorbenen 1411,31 € (2000 € - 588,69 €). Randnummer 618 Unterhaltsanspruch der Klägerin zu 2 und 3 : Randnummer 619 10 % von 1411,31 €: 141,13 € Randnummer 620 Fixkostenanteil € (1/5 von 1090,17 €) 218,03 € Randnummer 621 Summe 359,17 € Randnummer 622 Haftungsquote von 40 % 143,67 € Randnummer 623 abzüglich Waisenrente 177,03 € Randnummer 624 Zahlbetrag 0 € Randnummer 625 Unterhaltsanspruch des Klägers zu 4 : Randnummer 626 10 % von 1411,31 €: 141,13 € Randnummer 627 Fixkostenanteil € (1/5 von 1090,17 €) 218,03 € Randnummer 628 Summe 359,17 € Randnummer 629 Haftungsquote von 40 % 143,67 € Randnummer 630 abzüglich Waisenrente 177,06 € Randnummer 631 Zahlbetrag 0 € Randnummer 632
  3. cc)Ansprüche ab November 2018 Randnummer 633 Wie sich aus den vorstehenden Berechnungen ergibt, besteht für keinen der Kläger ab diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf Barunterhalt oder – für die Klägerin zu 1 – auf Verdienstausfallschaden. Randnummer 634 2. Naturalunterhalts-/Haushaltsführungsschaden Randnummer 635
  4. a)Rückstände bis von Januar 2016 bis Oktober 2018 Randnummer 636 Auszugehen ist von einer seitens des Verstorbenen geleisteten Hausarbeit von 21,08 Stunden pro Woche. Die Kläger tragen einen solchen unter Angabe des erforderlichen und dem vom Verstorbenen geleisteten Zeitaufwand vor, die Beklagten treten dem nicht konkret entgegen. Vielmehr hat die Beklagte zu 1 in ihrem Abrechnungsschreiben vom 6. Juni 2018 (Anlage K7) selbst diesen Zeitaufwand für den Naturalunterhaltsschaden von Januar bis August 2016 zugrunde gelegt. Randnummer 637 Für die Folgezeit hat sie ihn allerdings auf 11,72 Stunden pro Woche reduziert. Eine Begründung dafür liefert sie weder in dem Abrechnungsschreiben noch im hiesigen Verfahren. Sofern dies geschehen sein sollte, weil sich die Klägerin zu 1 ab September 2016 im Mutterschutz und dann nach der Geburt des Klägers zu 4 für ein Jahr in Elternzeit befunden hatte, rechtfertigt dies eine Reduzierung des Anteils des Verstorbenen an der Haushaltsführung nicht. Randnummer 638 Die Elternzeit soll dem sie in Anspruch nehmenden Elternteil ermöglichen, sich umfassend den Bedürfnissen des Neugeborenen zu widmen. Gemäß § 287 ZPO ist davon auszugehen, dass durch die Elternzeit angesichts des nach der Lebenserfahrung erforderlichen hohen Betreuungsaufwands für ein Kleinkind neben der Betreuung von zwei weiteren kleinen Kindern eine relevante Entlastung des anderen Elternteils von der Haushaltstätigkeit nicht eintritt. Randnummer 639 Der den Klägern durch den Ausfall des Verstorbenen entstandene Schaden ist an der Entlohnung messbar, die für die nicht mehr ausführbaren Hausarbeiten an eine Hilfskraft gezahlt wird (dann Erstattung des Bruttolohns) oder, wenn - wie hier - von der Heranziehung einer Hilfskraft abgesehen und der Haushaltsführungsschaden daher "fiktiv" zu berechnen ist, gezahlt werden müsste (dann Orientierung am Nettolohn; vgl. z.B. BGH, Urteil vom 5. November 2024 – VI ZR 12/24, MDR 2025, 166 mwN). Randnummer 640 Die Kläger setzen eine Stundenvergütung von 10,12 € an. Diese Höhe ist nicht gerechtfertigt, vielmehr ist von einem Stundensatz von 8,64 € netto pro Stunde auszugehen. Randnummer 641 Da sich die Ehegatten die Führung des Haushalts geteilt haben, bedarf es keiner Ersatzkraft, die - fiktiv - in der Lage sein müsste, den Haushalt selbständig zu führen. Vielmehr wächst in einer solchen Lage die Haushaltsregie unwillkürlich und ohne messbaren zeitlichen Mehraufwand dem hinterbliebenen Ehegatten allein zu. Er benötigt, wenn er die anfallenden Arbeiten nicht selbst übernimmt, lediglich einer Aushilfskraft, die nach seinen Vorgaben – insoweit freilich ohne ständige Beaufsichtigung – tätig wird (BGH, Urteil vom 29. März 1988 – VI ZR 87/87 –, BGHZ 104, 113). Randnummer 642 Bei der erforderlichen Qualifikation der Hilfskraft ist aber zu berücksichtigen, dass sich in dem Haushalt zunächst zwei, dann drei kleine Kinder befanden. Die Kinderbetreuung wird von der Haushaltsführung im Sinne von § 843 BGB umfasst (vgl. z.B. KG, Urteil vom 21. Oktober 2004 – 12 U 22/04 –, juris). Randnummer 643 Grundlage der Schätzung der üblichen Vergütung können einschlägige Tarifverträge sein (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 2. Dezember 1997 – VI ZR 142/96 –, BGHZ 137, 237). Eine Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst ist vorliegend aber nicht sachgerecht. Dieser ist auf die hier erforderlichen Unterstützungsarbeiten in einem privaten Haushalt als Vergleichsmaßstab weniger geeignet. Näher liegt eine Schätzung anhand eines Tarifvertrags, der (unter anderem) gerade die Vergütung für Arbeiten in privaten Haushalten regelt. Randnummer 644 Sachgerechte Grundlage für die Schätzung der Vergütung einer solchen Hilfskraft ist daher der zwischen dem DHB-Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden e.V. (früher: Deutscher Hausfrauenbund) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten geschlossene "Entgelttarifvertrag für die private Hauswirtschaft und Dienstleistungszentren in den Ländern Berlin und Brandenburg". Randnummer 645 Dieser Tarifvertrag nimmt die Einstufung in Entgeltgruppen nach Vorkenntnissen und erforderlichen Kompetenzen vor. Sachgerecht ist die Einstufung in die Entgeltgruppe III, die wie folgt beschrieben ist: "Tätigkeiten, für die keine einschlägige berufliche Ausbildung, jedoch nachgewiesene Vorkenntnisse verlangt werden. Die Arbeiten werden nach jeweiliger Anweisung selbstständig ausgeführt." Als Tätigkeitsbeispiele werden u.a. angeführt: Hilfe im Haushalt und Kinderbetreuung. Angesichts eines Haushalts mit zwei bis drei kleinen Kindern sieht der Senat eine gewisse Selbstständigkeit der Haushaltsführung als erforderlich an. Randnummer 646 Die Einstufung in die Gruppe III ergibt für den Entgelttarifvertrag 2017 bei 165 Stunden pro Monat einen Stundenlohn von 12,16 € und nach dem Entgelttarifvertrag für das Jahr 2018 für dieses Jahr bei 165 Stunden pro Monat 13,33 € pro Stunde. Für das Jahr 2016 galt noch der Tarifvertrag 2015, der für die Gruppe III einen Stundensatz von 11,54 € auswies. Randnummer 647 Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Stundenlohn von 12,34 € in der streitgegenständlichen Zeit. Da der Nettolohn durch einen pauschalen Abzug von 30 % vom Bruttolohn geschätzt werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 8. Februar 1983 – VI ZR 201/81 –, BGHZ 86, 372), ist von einem Nettolohn von 8,64 € pro Stunde auszugehen. Bei 21,08 Stunden pro Woche ergibt dies 182,13 € pro Woche, somit (x 52:12 =) 789,24 € pro Monat. Unter Berücksichtigung der Haftungsquote von 40 % ergibt sich ein Betrag von monatlich 315,70 €. Randnummer 648 Dieser Naturalunterhaltsschaden ist gleichmäßig den Angehörigen des Haushalts entstanden. Somit ist für die Zeit von Januar bis August 2016 den Klägerinnen zu 1-3 ein Schaden von jeweils 105,23 € pro Monat entstanden. Ab September 2016 ist jedem Kläger ein Schaden von 78,93 € pro Monat entstanden. Dies ergibt folgende Gesamtforderung: Randnummer 649 Klägerin zu 1 -3 jeweils Randnummer 650 Januar bis August 2016 841,84 € Randnummer 651 September 2016 bis Oktober 2018 2052,18 € Randnummer 652 2893,86 € Randnummer 653 Kläger zu 4 Randnummer 654 September 2016 bis Oktober 2018 2052,18 € Randnummer 655 Die Beklagte hat ohne konkrete Tilgungsbestimmung auf den Haushaltsführungsschaden für den Zeitraum Januar 2016 bis Juni 2018 insgesamt 5833,88 € gezahlt. Sie ist der gleichmäßigen Anrechnung dieser Zahlung auf die Forderungen der Kläger in der Klageschrift nicht entgegengetreten. Darin ist eine konkludente Verrechnungsvereinbarung zu sehen, die auch dadurch getroffen werden kann, dass der Schuldner eine Anrechnungserklärung des Gläubigers widerspruchslos hinnimmt (BGH, Urteil vom 27. Juni 1995 – XI ZR 213/94, NJW-RR 1995, 1257). Somit sind die jeweils ältesten (§ 366 Abs. 2 BGB) Teilforderungen der einzelnen Kläger in Höhe von 1458,47 € getilgt. Randnummer 656 Offen sind daher Forderungen der Klägerinnen zu 1-3 in Höhe von insgesamt jeweils 1435,39 € und des Klägers zu 4 von 593,71 €. Die Verzinsung beruht auf § 291 BGB. Randnummer 657
  5. b)Rentenzahlungen ab November 2018 Randnummer 658 Wie aus den vorstehenden Ausführungen folgt, ergibt sich nach dem Entgelttarifvertrag für das Jahr 2018 in der Gruppe III eine Vergütung von 13,33 € pro Stunde. Nach dem pauschalen Abzug von 30 % ist von einem Nettolohn von 9,33 € pro Stunde auszugehen. Bei 21,08 Stunden pro Woche ergibt dies 196,70 € pro Woche, somit (x 52:12 =) 852,37 € pro Monat, unter Berücksichtigung der Haftungsquote von 40 % monatlich 340,95. Somit steht jedem Kläger ab November 2018 eine monatliche Rentenzahlung auf den Naturalunterhalt von 85,24 € zu. Randnummer 659 Ab 1. Januar 2021 hat sich der tarifliche Entgeltbetrag für die Gruppe III auf 14,53 € erhöht. (https://www.berlin.de/sen/arbeit/beschaeftigung/tarifregister/tarifinformationen/#headline_1_11) Randnummer 660 Nach dem pauschalen Abzug von 30 % ist von einem Nettolohn von 10,17 € pro Stunde auszugehen. Bei 21,08 Stunden pro Woche ergibt dies 214,38 € pro Woche, somit (x 52:12 =) 92899,98 € pro Monat, unter Berücksichtigung der Haftungsquote von 40 % monatlich 371,59. Somit steht jedem Kläger ab 1. Januar 2021 eine monatliche Rentenzahlung auf den Naturalunterhalt von 92,90 € zu. Randnummer 661 3. Vorgerichtliche Anwaltskosten Randnummer 662 Die Kläger können Freistellung von den Kosten der vorgerichtlichen Vertretung durch ihre Prozessbevollmächtigten in Höhe von 2613,24 € verlangen. Randnummer 663 Im Rahmen von § 249 BGB grundsätzlich erstattungsfähig ist die im Verhältnis zwischen den Klägern und ihren Prozessbevollmächtigten entstandene Gebühr gemäß § 2300 VV-RVG. Diese Geschäftsgebühr weist einen Rahmen des Gebührensatzes von 0,5-2,5 aus. Der konkrete Gebührensatz bestimmt sich gemäß § 14 RVG nach allen Umständen des Einzelfalls, insbesondere dem Umfang und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, der Bedeutung der Angelegenheiten sowie der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Mandanten. Randnummer 664 Nach der ganz überwiegenden Rechtsprechung, die der Senat teilt, ist für die vorgerichtliche Tätigkeit bei der Abwicklung eines durchschnittlichen Verkehrsunfalls eine 1,3-fache Geschäftsgebühr angemessen (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 5. Februar 2013 – VI ZR 195/12 –, NJW-RR 2013, 1020; BGH, Urteil vom 31. Oktober 2006 – VI ZR 261/05 –, NJW-RR 2007, 420; OLG Saarbrücken Schaden-Praxis 2009,376; Meyer in: Gerold/Schmidt, RVG, 27. Aufl., § 14 Rz. 59 mit weiteren Nachweisen aus der Rechtsprechung). Voraussetzung für einen höheren Gebührensatz ist gemäß der amtlichen Anmerkung zu Nr. 2300 VV-RVG, dass die Tätigkeit umfangreich oder schwierig, mithin "überdurchschnittlich" (BGH, Urteil vom 11. Juli 2012 – VIII ZR 323/11 –, NJW 2012, 2813) war. Randnummer 665 Dies ist hier der Fall. Zum einen lag eine komplexe Haftungsfrage vor, da die beiderseitigen schwerwiegenden Verkehrsverstöße hinsichtlich ihrer Kausalität und ihrer Gewichtung im Rahmen der Haftungsabwägung zu beurteilen waren. Zum anderen waren der Naturalunterhaltsschaden sowie insbesondere der Barunterhaltsschaden und der Verdienstausfallschaden über einen mehrjährigen Zeitraum bei sich mehrfach ändernden Parametern umfangreich zu ermitteln und gegenüber der Beklagten zu 1 geltend zu machen. Dies rechtfertigt einen Gebührensatz von 2,0. Der von den Prozessbevollmächtigten der Kläger angesetzte Gebührensatz von 2,5 ist hingegen nicht gerechtfertigt. Dies ist der höchste Gebührensatz für die Gebühr nach Nr. 2300 VV-RVG. In diesen Bereich ist die Tätigkeit der Prozessbevollmächtigten der Kläger trotz der vorstehenden Gesichtspunkte nicht einzuordnen. Insbesondere war der Sachschaden – abgesehen von der Haftungsquote – nicht streitig und die Bearbeitung des Schmerzensgeldes ebenso nicht aufwendig. Auch die Grundlagen des Naturalunterhalts waren – mit den oben unter 2. angeführten Ausnahmen – nicht grundlegend im Streit. Randnummer 666 Zwar steht dem Anwalt dann, wenn seine Tätigkeit überdurchschnittlich schwierig und/oder umfangreich gewesen ist, grundsätzlich ein Ermessen zu, wo die Geschäftsgebühr im Bereich zwischen einem Gebührensatz von 1,3 und 2,5 einzuordnen ist. Ist die Gebühr aber – wie hier – von einem Dritten zu ersetzen, ist die von dem Rechtsanwalt getroffene Bestimmung gemäß § 14 Abs. 1 Satz 4 RVG nicht verbindlich, wenn sie unbillig ist, wobei dem Rechtsanwalt ein Ermessensspielraum von 20 % zusteht (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 5. Februar 2013 – VI ZR 195/12 –, NJW-RR 2013, 1020). Hier ist dieser Toleranzrahmen aber überschritten, sodass der Anspruch nur nach einem Gebührensatz von 2,0 besteht. Randnummer 667 Der der im Wege des Schadenersatzes zuzubilligenden Geschäftsgebühr zugrundezulegende Gegenstandswert bestimmt sich nach der berechtigten Schadensersatzforderung (vgl. z.B. BGH NJW 2017, 3588). Der Anspruch der Kläger bemisst sich daher nach einem Wert der Gebührenstufe von bis zu 45.000 €. Randnummer 668 Zugrundezulegen sind die vorgerichtlichen Zahlungen der Beklagten von 21.217,66 €, der vom Landgericht unangegriffen festgestellte Wert des Feststellungsantrags zu 40 %, die vom Senat zugesprochenen Rückstände sowie die laufenden Zahlungen ab November 2018. Letztere sind gemäß § 48 Abs. 1 Satz 1 GKG in Verbindung mit § 9 ZPO für 26 Monate mit einem Betrag von 85,24 € je Kläger und für 16 Monate mit einem Betrag von 92,90 € je Kläger zu bemessen. Randnummer 669 Die Geschäftsgebühr nach dem Gebührensatz von 2,0 beläuft sich daher auf 2176 €, zzgl. 20 € Auslagenpauschale sowie 417,24 € Mehrwertsteuer, insgesamt daher auf 2613,24 €. Gemäß § 60 Abs. 1 Satz 1 RVG ist die Anlage 2 zum RVG in der Fassung vom 23. Juli 2013 anzuwenden. 4. Randnummer 670 Die Kostenentscheidung beruht auf § 92 Abs. 1 ZPO, der Ausspruch über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf §§ 708 Nr. 10, 711 ZPO. Randnummer 671 Eine Revision ist nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen von § 543 ZPO nicht vorliegen. Die entscheidungsrelevanten Rechtsfragen sind in der Rechtsprechung geklärt, ihre Anwendung im Einzelfall obliegt den Tatsacheninstanzen. Permalink Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten: https://gesetze.berlin.de/perma?d=NJRE001631184

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