VG für die Erwerberin das am wenigsten einschränkende Mittel. Gegen diesen Bescheid hat die <Gemeinde1> mit Schreiben vom 02.05.2013, eingegangen beim Landkreis Fulda am 07.05.2013, "Widerspruch bzw. das zulässige Rechtsmittel" eingelegt. Das Rechtsmittel, das hier als Antrag der <Gemeinde1> auf gerichtliche Entscheidung
VG auszulegen ist, hat die <Gemeinde1> mit Schriftsatz vom 27.06.2013 begründet: Sie ist der Ansicht, dass eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens nicht vorliegt. Es sei auch Tatbestandsvoraussetzung, dass die Veräußerung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspreche. Die von der <Gemeinde1> käuflich erworbenen Grundstücke würden jedoch ausschließlich für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, da sie an einen Vollerwerbslandwirt verpachtet seien. Die Pachtverträge gingen auf die <Gemeinde1> über und es sei auch beabsichtigt, dass die Grundstücke in Zukunft weiterhin per Pacht landwirtschaftlich bewirtschaftet und genutzt würden. Auch bei Nichtbestehen einer Pacht sollten die Grundstücke künftig nur zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden. Der <Gemeinde1> obliege es als Gebietskörperschaft, innerhalb des Bauplanungsrechts eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung zu gewährleisten. Aus dieser Verpflichtung heraus sehe die <Gemeinde1> in diesem von Landwirtschaft, Naturschutz und dörflicher Siedlungsstruktur geprägten Raum diesen käuflichen Erwerb landwirtschaftlicher Flächen als legitimes Mittel einer Bevorratung an, die die <Gemeinde1> in die Lage versetze, Ersatzland bei der Ausweisung von Baulandflächen zur Verfügung stellen zu können. Eben diese Vorgehensweise habe der <Gemeinde1> in der Vergangenheit den benötigten Handlungsspielraum eingeräumt. Die <Gemeinde1> beantragt daher: die mit Bescheid vom 19.04.2013, Az.: <...> erteilte Genehmigung nach dem Grundstücksverkehrsgesetz für den Kaufvertrag UR-Nr. <...> ohne Auflagen zu erteilen. Die Auflage gem. § 10 Abs. 1 Nr. 2 GrdstVG wird aufgehoben. Hilfsweise wird beantragt: den Bescheid vom 19.04.2013, Az.: <...> dahingehend abzuändern, dass die landwirtschaftliche Genehmigung unter der Auflage § 10 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG erteilt wird. II. Die Anträge der <Gemeinde1> sind zulässig, jedoch nicht begründet. Dennoch war der Bescheid des Landkreises Fulda vom 19.04.2013, Az. <...>, abzuändern.
3 des Gesetzes über die Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur und zur Sicherung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe (GrdstVG) kann das Gericht die Entscheidungen treffen, die auch die Genehmigungsbehörde treffen kann.
VG darf die Genehmigung der rechtsgeschäftlichen Veräußerung landwirtschaftlicher Grundstücke nur versagt oder durch Auflagen oder Bedingungen eingeschränkt werden, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen sich ergibt, dass die Veräußerung eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens bedeutet.
VG liegt eine ungesunde Verteilung des Grund und Bodens im Sinne des Absatzes 1 Nummer 1 in der Regel dann vor, wenn die Veräußerung Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur widerspricht. Wie der Landkreis Fulda in seinem Bescheid vom 19.04.2013 zutreffend ausführt, liegt eine ungesunde Bodenverteilung im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG vor, wenn ein Nichtlandwirt ein landwirtschaftliches Grundstück erwirbt und ihm ein leistungsfähiger Landwirt gegenübersteht, der
VG ein Genehmigungszwang, wenn eine Gemeinde oder ein Gemeindeverband Ersatzland erwirbt und dieses zur alsbaldigen Verpachtung oder Veräußerung an einen bestimmten von ihr oder von ihm verdrängten Landwirt benötigt. Der Versagungsgrund der ungesunden Bodenverteilung liegt beim Erwerb durch eine Gemeinde jedoch insbesondere dann vor, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine künftige Bebauungsplanung fehlen (Netz, aaO, Seite 501). Es genügt also grundsätzlich nicht, wenn eine Gemeinde Grundstücke als Vorratsland erwirbt und beabsichtigt zu halten, wenn keine konkrete Zweckbindung gegeben ist. Die Gemeinde darf nicht bloß vage, sondern muss bereits konkretisierte Vorstellungen haben, so dass die Durchführung eines konkreten Tauschgeschäfts als gesichert erscheint, weil im Allgemeinen erst bei Kenntnis des konkreten Vorhabens beurteilt werden kann, ob gerade dieser Verwendung Bedenken im Sinne des § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrdstVG entgegenstehen (Netz, aaO, Seite 502). Eine Verpachtungsauflage
VG kommt jedoch nur dann in Betracht, wenn dadurch eine absehbare Übergangszeit bis zum bevorstehenden Wegfall des Versagungsgrundes der ungesunden Bodenverteilung überbrückt werden kann (Netz, aaO, Seite 585 mit weiteren Nachweisen). Eine solche absehbare Übergangszeit liegt hier nicht vor. Die <Gemeinde1> kann derzeit nicht ausreichend konkret darlegen, wann die Grundstücke in das Eigentum eines Landwirts überführt werden sollen. Vielmehr möchte die <Gemeinde1> die Grundstücke im Sinne einer allgemeinen Vorratshaltung als zukünftige Tauschflächen bei der Ausweisung von Baulandflächen vorhalten. Konkrete Vorhaben in dieser Art, für die sie Tauschflächen in absehbarer Zeit benötigen würde, kann die <Gemeinde1> jedoch nicht benennen. Der Landkreis Fulda hat hier auch zulässigerweise ein milderes Mittel als die Versagung des Verkaufs der Grundstücke gewählt, indem er den Grundstücksverkauf genehmigt und der Stadt die Auflage erteilt hat die Grundstücke binnen einer Frist von 12 Monaten weiterzuveräußern. Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage kommt das Gericht jedoch zu dem Schluss, dass die Frist für die Veräußerung mit 12 Monaten zu kurz bemessen ist. Grundsätzlich sollte dem Erwerber zur Erfüllung der Veräußerungsauflage eine angemessene Frist gesetzt werden. Eine Veräußerungsauflage verspricht nur dann Erfolg, wenn die Veräußerung binnen einer nicht allzu langen Frist vorzunehmen ist. Hierbei sollte der Zweck des Erwerbs der Grundstücke durch die <Gemeinde1> berücksichtigt werden (Netz, aaO, Seite 590). Die <Gemeinde1> hat die Flächen zur Erfüllung einer ihr obliegenden öffentlichen Aufgabe erworben, nämlich um ihre gesetzliche Verpflichtung, bei der Ausweisung von landwirtschaftlichen Flächen als Bauland entsprechende Tauschflächen zur Verfügung zu stellen, zu erfüllen. Zwar kann die <Gemeinde1> diesbezüglich noch keine hinreichend konkretisierten Vorhaben nennen und grundsätzlich erkennt das Grundstückverkehrsgesetz das Interesse von Gemeinden, nicht spezifiziertes Vorratsland vorzuhalten, nicht an. Jedoch erscheint es als angemessen, der <Gemeinde1> mehr Zeit zu geben, die Vorhaben, für die sie möglicherweise Tauschflächen benötigt, zu konkretisieren. Das Gericht hat daher die Frist zur Veräußerung der Grundstücke von 12 auf 36 Monate verlängert. Dieser Zeitraum erscheint als angemessen, um der <Gemeinde1> die Möglichkeit zu geben, die Grundstücke dem von ihr beabsichtigten Zweck zuzuführen. Sollte ihr dies in dem genannten Zeitraum nicht gelingen, hat sie die Grundstücke an einen Landwirt zu veräußern. Die Kostenentscheidung beruht auf § 34 des Gesetzes über das gerichtliche Verfahren in Landwirtschaftssachen (LwVG), § 22 Abs. 1 des Gesetzes über Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (GNotKG). Permalink Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten: https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/perma?d=LARE190000300
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