(23)(Rechnung P. Deutschland II) vom 29.12.2017 bzw. 13.10.2017, betreffen also auch eine Nutzung deutlich nach dem hier maßgebenden Verletzungszeitpunkt 25.10.2016. Auch die Anlagenkonvolute K 22 und K 23 weisen zu den Jahren 2015 und 2016 nur zwei Lizenzierungen aus, die jedoch keinen konkreten Bezug zu einer Internetnutzung erkennen lassen. Spezifizierter Vortrag fehlt insoweit. Randnummer 51 Die Anlage 1 aus der Anlage K 22 betrifft u.a. Internetrechte, stammt aber bereits aus dem Jahr 2001. Hinsichtlich der Anlage 6 aus der Anlage K 22 gilt, dass diese bereits aus dem Jahr 2006 stammt. Der Kläger hat für die Jahre 2007 bis 2015 jedoch keine weiteren Rechnungen vorgelegt, die eine seitdem durchgängige Lizenzierungspraxis im Bereich der streitgegenständlichen Nutzungsart darlegen, zumal auch die Rechnung aus dem Jahr 2001 lediglich eine Tagespauschale und die Rechnung aus dem Jahr 2006 Tagessätze und besonderen Aufwand ausweist, nicht aber eine genaue Lizenz erkennen lassen. Mithin sind auch diese beiden alten Rechnungen aufgrund der nicht erkennbaren Lizenzierungspraxis zum Zeitpunkt der Verletzungshandlung unbeachtlich. Randnummer 52 Die Bemessung des Schadensersatzanspruchs im Wege der Lizenzanalogie stellt auf den objektiven Wert der angemaßten Nutzung ab; darüber geben Verträge über andere Benutzungsformen, wie vorstehend ausgeführt, keine Auskunft. Dies betrifft hier neben diversen Belegen in den Sammelkonvoluten K 22 und K 23 insbesondere die Rechnungen in den Anlagen K 8, K 9, K 11, K 12, K 13, K 15 und K 16, die jeweils keinen Bezug zu einer Fotonutzung zu werblichen Zwecken („Referenzen“) auf einer Homepage im Internet erkennen lassen. Die Anlage K 8 betrifft eine redaktionelle Nutzung von Fotos, auch wenn eine Downloadmöglichkeit als PDF gestattet wurde, die Anlage K 9 eine Nutzung „Presseversand und Broschüre“, die Anlage K 11 eine Nutzung „Kalender“ und „Imagebroschüre“, die Anlage K 12 eine Nutzung für eine Broschüre, die Anlage K 13 die Veröffentlichungsrechte für eine Einladungskarte, die Anlage K 15 eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift und die Anlage K 16 eine Nutzung zu Pressezwecken. Nur einzelne Rechnungen (Anlage K 14 = Anlage 17 aus der Anlage K 22, Anlage K 19 = Anlage 20 aus der Anlage K 22, Anlage K 20 = Anlage 21 aus der Anlage K 22, Anlagen 1 und 6 aus der Anlage K 22 und Anlage 23 aus der Anlage K 26) betreffen überhaupt Online-Nutzungen, sind indes, wie ausgeführt, aus anderen Gründen ebenfalls nicht geeignet, im konkreten Fall eine bestimmte Lizenzierungspraxis zum maßgeblichen Zeitpunkt aufzuzeigen. Randnummer 53 Danach verbleibt es hier dabei, dass der Kläger, belegt durch die Anlagen K 7 (Fritz H. A/S, 5 Fotografien „Print and Web-use“ ohne zeitliche Limitierung insgesamt € 900,00) und B 1 (N. Systems GmbH, 6 Fotografien „Vergütung für zusätzlichen Presseeinsatz und zeitlich unbeschränkte Nutzung, inklusive der Nutzung für Website und Broschüre“ pauschal á € 250,00, insgesamt € 1.500,00), gerade für die Fotoserie „Gymnasium Grünwald“ deutlich niedrigere Lizenzhonorare vereinbart hat, als er sie jetzt von der Beklagten verlangt. Die Berechnung des insoweit erteilten Ausgangsauftrags zum „Gymnasium Grünwald“ durch das Architekturbüro B. K. S. und Partner legt der Kläger gar nicht offen, so dass hier kein Lizenzhonorar als Vergleichsgröße zur Verfügung steht. Hierauf hat auch die Beklagte ausdrücklich hingewiesen. Sie macht unwidersprochen geltend, dass bisher niemand für eine zeitlich unbegrenzte Online-Nutzung eines Fotos der Serie „Gymnasium Grünwald“ mehr als € 180,00 gezahlt habe. Die Nora S. GmbH habe für € 250,00 pro Foto noch zusätzliche Rechte erworben. Eine durchgesetzte eigene Lizenzierungspraxis in der vom Kläger geltend gemachten Höhe ergibt sich danach nicht. Randnummer 54 (
- b)Fehlt es danach an einer feststellbaren eigenen am Markt durchgesetzten Lizenzierungspraxis des Klägers, liegt es für die Festsetzung einer angemessenen Lizenzgebühr, wie vorstehend ausgeführt, nahe, branchenübliche Vergütungssätze und Tarife als Maßstab heranzuziehen, wenn sich in dem maßgeblichen Zeitraum eine solche Übung herausgebildet hat (BGH GRUR 2020, 990, 993 Rn. 30 – Nachlizenzierung; BGB GRUR 2019, 292, 293 Rn. 19 – Sportwagenfoto, m.w.N.; Senat GRUR-RS 2021, 4474 Rn. 62). Allerdings ist auch unter diesem Gesichtspunkt nicht zu erkennen, dass die mit der Berufung verlangten Lizenzgebühren für die streitige Benutzungshandlung üblich und angemessen sind. Denn der Kläger hat auch eine solche Übung bereits nicht hinreichend dargelegt. Randnummer 55 Eine Heranziehung der Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) kommt vorliegend nicht in Betracht. Weder ist von einer generellen Branchenüblichkeit der in den MFM-Empfehlungen genannten Werte auszugehen (vgl. BGH GRUR 2006, 136, 138 Rn. 27 ff. – Pressefotos; BGH GRUR 2010, 623, 626 Rn. 36 – Restwertbörse I) noch konnte der Kläger – etwa durch Vorlage einer hinreichenden Anzahl von Rechnungen – belegen, dass er Nutzungen wie die hier in Rede stehende Internetnutzung im relevanten Zeitraum regelmäßig nach den Honoraren der jeweiligen MFM-Übersicht abrechnete. Gerade die zum „Gymnasium Grünwald“ und zur Nutzung von Fotografien im Internet auf einer Homepage vorgelegten Nachweise orientieren sich nicht klar und durchgängig an den Sätzen der MFM-Übersichten, wenngleich nicht zu verkennen ist, dass der Kläger Fotografien in anderem Kontext häufig durchaus unter Bezugnahme auf die MFM-Übersichten berechnet hat. Dies genügt allerdings nicht. Randnummer 56 (
- c)Mangels substantiierter Darlegung einer bestimmten eigenen Vertragspraxis und einer Branchenübung ist die Höhe der als Schadensersatz zu zahlenden Lizenzgebühr hier auch nicht gemäß § 287 ZPO unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls auf den geltend gemachten Ausgangsbetrag von € 930,00 je Fotografie zu bemessen (vgl. zur Schätzung BGH GRUR 2020, 990, 994 Rn. 37 ff. – Nachlizenzierung). Denn die verfügbaren Anknüpfungstatsachen tragen eine Schätzung in dieser Höhe nicht. Randnummer 57 Insbesondere die vom Kläger angeführten Sätze der MFM-Honorarempfehlungen taugen hier nicht als verlässliche Schätzgrundlage, auch wenn der Kläger als Berufsfotograf tätig ist und die streitgegenständlichen Fotografien grundsätzlich in den Anwendungsbereich der MFM-Honorarübersichten fallen. Denn gerade die in Bezug auf das „Gymnasium Grünwald“ konkret verhandelten Preise weisen in eine andere Größenordnung. Der Kläger hat hier die MFM-Honorarempfehlungen nicht einmal ansatzweise durchzusetzen versucht. Zudem ist zu beachten, dass auch die MFM-Honorarempfehlungen eine langjährige Nutzung, wie sie hier gegeben ist, abweichend von den Vorstellungen des Klägers einordnen. Die Beklagte hat bereits im erstinstanzlichen Verfahren unwidersprochen darauf hingewiesen, dass diese Honorarempfehlungen pro Foto für eine Nutzungszeit von 3 Jahren eine Lizenz in Höhe von insgesamt € 465,00 vorsehen. Hinzu käme gegebenenfalls ein Zuschlag für ein zusätzliches Zeitintervall. Indes sind vom Kläger Nutzungsrechte, wie sich auch aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, gerade in Bezug auf das Projekt „Gymnasium Grünwald“ jeweils ohne zeitliche Begrenzung eingeräumt worden. Darüber hinaus geht es hier um eine wiederholte Auswertung von speziell angefertigten Fotografien. Derartige Auswertungen verursachen auf Seiten des Klägers nur wenig zusätzlichen Aufwand, mag der Kläger auch, wie er in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat geltend gemacht hat, Folgelizenzen grundsätzlich nicht günstiger vergeben. So zeigt sich etwa in der der Nora S. GmbH erteilten Rechnung in Höhe von insgesamt € 1.500,00 netto bezüglich 6 Fotografien des „Gymnasiums Grünwald“ zur zeitlich unbeschränkten Nutzung für „zusätzlichen Presseeinsatz“ „inklusive der Nutzung für Website und Broschüre“ (Anlage B 1) ein durch Angebot und Nachfrage bestimmter Marktpreis für eine freihändige Lizenzierung der streitgegenständlichen Lichtbildwerke, mag insoweit bei der Preisgestaltung auch ein besonderes Entgegenkommen des Klägers eine Rolle gespielt haben. Jedenfalls ist ein Anspruch auf einen höheren als den vom Landgericht in der angefochtenen Entscheidung zuerkannten Zahlungsbetrag nicht zu erkennen. Randnummer 58 (
- d)Zwar kommt grundsätzlich auch die Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Feststellung der „freihändigen“ Durchsetzbarkeit bestimmter Tarife am Markt in Betracht (vgl. BGH GRUR 2020, 990, 994 Rn. 33 – Nachlizenzierung). Jedoch vermag ein solches Gutachten dem Senat im vorliegenden Fall angesichts der hier konkret gegebenen Verhandlungssituation keinen Aufschluss über die Angemessenheit eines bestimmten (abweichenden) Lizenzbetrages zu verschaffen. Zusätzliche Erkenntnisse sind dadurch nicht zu erwarten, da es hierfür an hinreichenden Anknüpfungstatsachen fehlt und der Senat eine Würdigung der vorgetragenen Einzelfallumstände selbst vornehmen kann. So hat auch der Kläger die Einholung eines Sachverständigengutachtens nicht beantragt. Randnummer 59 ccc. Soweit im vorliegenden Fall im Rahmen des Lizenzschadensersatzes gemäß § 97 Abs. 2 UrhG ein Zuschlag wegen fehlender Urhebernennung nach § 13 UrhG vorzunehmen ist, hat das Landgericht diesen Zuschlag bereits in der begehrten Höhe von 100 % gewährt. Mangels eines zu erhöhenden Ausgangsbetrages ergibt sich auch kein höherer Zuschlag. Randnummer 60 e. Demgegenüber berücksichtigt der Zinsausspruch des Landgerichts tatsächlich nicht vollen Umfangs die gegebene Rechtslage. Es ist dem Kläger auf seine Berufung ein weitergehender Zinsanspruch bezogen auf die letztlich zuzuerkennende Hauptforderung in Höhe von € 1.800,00 zuzusprechen. Zur Bestimmung dieser Hauptforderung wird auf die nachfolgenden Ausführungen zur Anschlussberufung verwiesen. Ein Anspruch auf eine mit der Berufung geltend gemachte Hauptforderung, die den vom Landgericht zuerkannten Betrag von € 5.400,00 erreicht oder gar übersteigt, besteht, wie vorstehend ausgeführt, nicht. Randnummer 61 aa. Das Landgericht hat den Zinsanspruch aus § 288 Abs. 1 BGB zuerkannt und einen Eintritt des Verzugs der Beklagten mit dem Zugang des die klägerischen Ansprüche zurückweisenden Schreibens der Beklagten vom 06.10.2021 (Anlage K 6) angenommen. Demgegenüber kann der Verletzte allerdings grundsätzlich schon früher, nämlich für die Zeit zwischen eingetretener Rechtsverletzung und Vergütungszahlung, Zinsen verlangen (BGH GRUR 1982, 301; Specht-Riemenschneider in Dreier/Schulze, UrhG, 7. Aufl., § 97 Rn. 85). Randnummer 62 Der Verletzer ist nicht schlechter, aber auch nicht besser zu stellen als ein vertraglicher Benutzer eines geschützten Rechts; der Verletzer muss sich so behandeln lassen, als habe er eine vertragliche Lizenz zu angemessenen Bedingungen am geschützten Recht erworben (BGH GRUR 1982, 301, 304 – Kunststoffhohlprofil II). Träfe daher den vertraglichen Lizenznehmer bei verzögerlicher Lizenzzahlung eine gesetzlich oder vertraglich begründete Verzinsungspflicht, so muss diese Zinspflicht auch für den Verletzer gelten (BGH GRUR 1982, 301, 304 – Kunststoffhohlprofil II). Hier wäre die Beklagte bei vertraglicher Lizenznahme auch einer vertraglichen Zinspflicht gemäß §§ 286, 288 BGB ausgesetzt gewesen. Hierbei handelt es sich um eine rechtliche Einordnung, nicht um Tatsachenvortrag, der als verspätet zurückgewiesen werden könnte. Randnummer 63 Da Einzelheiten zur vertraglichen Zinspflicht im vorliegenden Fall mangels tatsächlicher Rechnungstellung nicht verlässlich festzustellen sind, kommt § 286 Abs. 3 S. 2 BGB zur entsprechenden Anwendung: Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug. Danach setzt die Verzinsungspflicht der Beklagten hier jedenfalls am 24.11.2016 ein. Die streitgegenständliche Nutzung begann am 25.10.2016. Mangels anderer Anhaltspunkte ist damit gemäß § 271 Abs. 1 BGB spätestens mit diesem Datum auch die Fälligkeit der Forderung des Klägers eingetreten. Randnummer 64 bb. Der Höhe nach kann der Kläger die geltend gemachten Zinsen von 9 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz beanspruchen. Auch insoweit ist die Beklagte dem vertraglichen Lizenznehmer gleichzustellen. Insoweit läge in Bezug auf den vertraglichen Lizenznehmer eine Entgeltforderung im Sinne des § 288 Abs. 2 BGB vor. Randnummer 65 cc. Die Zahlungspflicht endet mit der Leistungsbewirkung (§ 362 Abs. 1 BGB), also mit Bezahlung der berechtigten Forderung. Die Beklagte hat den vom Landgericht ausgeurteilten Betrag nach ihrem unbestrittenen Vortrag unter Vorbehalt bereits an den Kläger gezahlt. Da das genaue Zahlungsdatum und die nähere Ausgestaltung des Zahlungsvorbehalts trotz des im Verhandlungstermin am 10.04.2024 erteilten Hinweises nicht mitgeteilt worden sind, ist das Ende der Verzinsungspflicht hier noch nicht festzustellen. Randnummer 66 2. Die Anschlussberufung der Beklagten ist hinsichtlich des vom Kläger verlangten und vom Landgericht Hamburg zuerkannten Lizenzschadens sowie bezüglich eines Teils der vom Kläger verlangten und vom Landgericht zuerkannten Nebenforderungen begründet. Randnummer 67 a. Die Beklagte wendet sich mit ihrer Anschlussberufung in erster Linie gegen die Höhe des vom Landgericht zuerkannten Lizenzschadens von insgesamt € 5.400,00. Insoweit ist die Anschlussberufung erfolgreich. Entsprechendes gilt für die noch im Streit befindlichen vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten. Demgegenüber bleibt die Anschlussberufung erfolglos, soweit sich die Beklagte gegen die Verurteilung zur Zahlung der Dokumentationskosten in Höhe von € 330,00 wendet. Randnummer 68 b. Hinsichtlich des klägerischen Anspruchs auf Ersatz seines Lizenzschadens ist im Ausgangspunkt vollen Umfangs auf die vorstehenden Ausführungen zur Berufung des Klägers Bezug zu nehmen. Fehlt es an einer am Markt durchgesetzten eigenen Lizenzierungspraxis der Rechtsinhaberin und gibt es auch keine branchenüblichen Vergütungssätze und Tarife, ist die Höhe der als Schadensersatz zu zahlenden Lizenzgebühr vom Tatgericht gemäß § 287 ZPO unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls nach seiner freien Überzeugung zu bemessen. Dabei sind an Art und Umfang der von der Rechtsinhaberin beizubringenden Schätzgrundlagen nur geringe Anforderungen zu stellen; dem Tatgericht kommt zudem in den Grenzen eines freien Ermessens ein großer Spielraum zu (BGH GRUR 2020, 990, 993 Rn. 37 – Nachlizenzierung). Randnummer 69 aa. Im vorliegenden Fall hat das Landgericht das ihm bei der Schadensermittlung eingeräumte Ermessen nicht rechtsfehlerfrei angewendet. Davon gehen im Übrigen auch beide Parteien aus, ziehen hieraus allerdings unterschiedliche, nämlich für die jeweils eigene Position günstige Schlüsse. Randnummer 70 bb. Der Senat vermag an dieser Stelle nicht zu erkennen, dass die vom Landgericht festgesetzte Lizenz in Höhe von € 270,00 pro Foto sowie ein jährlicher Aufschlag von 25 % pro weiterem Nutzungsjahr einer Vergütung entspricht, die vernünftige Vertragsparteien in der konkreten Situation vereinbart hätten. Vielmehr bleibt es, wie sich auch aus den Ausführungen zur Berufung des Klägers ergibt, bei einer Lizenz in Höhe von pauschal € 180,00 je Foto. Die Beklagte hat unwidersprochen geltend gemacht, dass bisher niemand für eine zeitlich unbegrenzte Online-Nutzung eines Fotos der Serie „Gymnasium Grünwald“ mehr als € 180,00 gezahlt habe. Randnummer 71 aaa. Das Landgericht hat die Anwendbarkeit der MFM-Honorarübersicht (nicht: „gültige MFM-Tarife“) zwar im Ergebnis zurecht, jedoch mit einer auch den Senat nicht überzeugenden Begründung abgelehnt (vgl. S. 9 des angefochtenen Urteils des Landgerichts). Ein einmaliges Unterschreiten der dortigen Sätze um 0,8 % wäre mit dem Kläger sicher nicht geeignet, eine Anwendbarkeit zu verneinen. Es gelten insoweit vielmehr die vorstehenden Ausführungen. Randnummer 72 Sodann zieht das Landgericht maßgeblich Rechnungen in Gestalt der Anlagen K 14, K 19 und K 20 als Beleg heran, die nicht den zutreffenden Zeitpunkt, nämlich eine Lizenzierung im Jahre 2016, betreffen, sondern aus dem Dezember 2017, dem Jahr 2020 und dem Jahr 2021 stammen. Dies ist, wie vorstehend ausgeführt, hier unzulässig. Randnummer 73 Die daneben vom Landgericht herangezogenen „Folgeaufträge“ als Begründung für die niedrigere Vergütung gemäß den Anlagen K 7 und B 1 sind bestritten, ohne dass sich das Landgericht hiermit auseinandergesetzt hat. Randnummer 74 Danach vermag der Senat nicht zu erkennen, weshalb ein Lizenzwert von € 270,00 pro Fotografie angemessen sein sollte. Die Regelungen zur Nutzungsverlängerung sind ohnehin immer von den jeweiligen Bedürfnissen abhängig. Die Argumentation des Landgerichts zum „Traffic“ und zum „nach hinten drängen“ der älteren Einträge passt nach Auffassung des Senats in der vorliegenden Konstellation kaum. Andererseits hat der Kläger auch zeitlich unbeschränkte Lizenzen vergeben, womit sich das Landgericht nicht weiter auseinandergesetzt hat. Randnummer 75 bbb. Vielmehr spricht nach Auffassung des Senats alles dafür, dass sich die Bemessung der Lizenz unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände an den Preisen einer Nutzungsrechtseinräumung gemäß den Rechnungen Anlagen K 7 und B 1 zu orientieren hat. In diesen Rechnungen hat sich bereits die Lizenzierungspraxis des Klägers konkret betreffend das Projekt „Gymnasium Grünwald“ jedenfalls im Falle der – wie hier – wiederholten Auswertung der Fotografien gezeigt. Dies gilt umso mehr, als der Kläger zu den Konditionen des Hauptauftrages, wie bereits ausgeführt, nichts mitteilt. So hat sich der Kläger noch in der Klageschrift selbst für eine repräsentative Verwertungspraxis ausdrücklich speziell auch auf die Anlage K 7 berufen. Randnummer 76 Dass sich ein relevanter Preisnachlass konkret aus einer „in Aussicht gestellten“ erneuten Beauftragung ergeben haben könnte, ist wie ausgeführt streitig. Der Kläger beruft sich insoweit ohne weitere Substantiierung des Vortrags lediglich auf seine eigene Vernehmung als Partei. Dieser Beweis ist unabhängig vom unzureichenden Vortrag des Klägers in keinem Fall zu erheben. Die Beklagte hat ihr Einverständnis mit einer Parteivernehmung des Klägers nicht gemäß § 447 ZPO erklärt. Die Voraussetzungen des § 448 ZPO, insbesondere eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der streitigen Behauptung (Greger in Zöller, ZPO, 35. Aufl., § 448 Rn. 3), liegen gleichfalls nicht vor. Aus den vorgelegten Rechnungen ergibt sich insoweit nichts. Der Kläger teilt auch nicht mit, dass Folgeaufträge tatsächlich erteilt worden wären. Randnummer 77 Jedenfalls müssen diese Rechnungen zum Projekt „Gymnasium Grünwald“ aber im Wege der Schadenschätzung deutlich höher gewichtet werden, als es das Landgericht getan hat. Es ergibt sich nichts dafür, dass die Beklagte vertraglich für eine zeitlich unbeschränkte Lizenz mehr als eben die Nora S. GmbH und die Fritz H. A/S zu zahlen gehabt hätte. Der Kläger hatte durch eine Lizenzierung der streitgegenständlichen 5 Fotos praktisch keinen zusätzlichen Aufwand. Dabei spricht der geringere Rechteumfang, den die Beklagte benötigte, für eine angemessene Lizenz lediglich in Höhe der Lizenz der Fritz H. A/S. Dann ergibt sich eine Lizenz von 5 x € 180,00, wie mit der Entscheidung des Landgerichts Hamburg inzwischen rechtskräftig ausgeurteilt. Randnummer 78 cc. Der sich danach ergebende Betrag ist wegen der geschuldeten, hier aber fehlenden Urheberbenennung um 100 % zu erhöhen. Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die unstreitig fehlende Urhebernennung zu einem Vermögensschaden des Klägers im Hinblick auf entgehende Folgeaufträge geführt hat. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird zunächst vollen Umfangs auf die vorstehenden Ausführungen Bezug genommen. Randnummer 79 Die fehlende Benennung des Urhebers führt regelhaft zu einem Vermögensschaden. Bei Lichtbildwerken ist eine Pflicht zur Urhebernennung nicht nur gesetzlich in § 13 UrhG geregelt, sondern auch als üblich anzusehen. Dies zeigt auch der Internetauftritt der Beklagten, der in Bezug auf diverse andere Fotografien den Urheber ausweist (Anlage K 2.1 „Impressum Fotoquellen /Bildnachweis). Derartige Fotografien sind, wie den Mitgliedern des ständig mit Urheberrechtssachen befassten Senats bekannt ist, regelmäßig mit einem Urhebervermerk versehen. Dies dient gerade auch der Generierung von Folgeaufträgen. Anderenfalls, etwa bei einer reinen Werbefotografie, kommt ein von den Vertragsparteien bereits vereinbarter Zuschlag auf die vertragliche Vergütung in Betracht. Randnummer 80 Danach ist das Fehlen der Urheberbenennung durch einen Zuschlag zu vergüten. Die vom Kläger insoweit angesetzten 100 % erachtet der Senat als angemessen. Hiergegen wendet sich die Beklagte, wie ausgeführt, mit ihrer Anschlussberufung auch nicht. Allerdings kann dieser Zuschlag nur auf die tatsächlich zuzuerkennende Lizenz erhoben werden. Randnummer 81 dd. Unter dem Gesichtspunkt des bereicherungsrechtlichen Ausgleichs ergibt sich kein abweichender Betrag. Randnummer 82 ee. Der sich danach lediglich ergebende Betrag von insgesamt € 1.800,00 ist vom Landgericht Hamburg bereits rechtskräftig ausgeurteilt worden. Randnummer 83 c. Die Dokumentationskosten in Höhe von € 330,00 netto hat das Landgericht zutreffend gemäß § 97 Abs. 2 UrhG zuerkannt. Insoweit muss die Anschlussberufung erfolglos bleiben. Randnummer 84 Auch nach § 97a Abs. 3 S. 1 UrhG können die erforderlichen Aufwendungen ersetzt verlangt werden. Das beinhaltet vor allem Rechtsanwaltskosten, daneben aber auch solche, die mit der Ermittlung der Rechtsverletzung verbunden sind, etwa Detektivkosten, Kosten von technischen Dienstleistern, Gutachterkosten, Kosten für den Testkauf, Reisekosten usw. (BeckOK UrhR/Reber, 41. Ed. 15.02.2024, UrhG § 97a Rn. 23). Diesen Kosten sind die Kosten, die hier durch die Inanspruchnahme der Dienste der Visier UG gemäß Rechnung vom 22.07.2021 (Anlage K 21) entstanden sind, gleichzusetzen. Dass der Kläger die Dokumentation auch selbst hätte vornehmen können, ist nicht bedeutsam. Dies ist von ihm nicht mit Erfolg zu verlangen. Randnummer 85 Der Kläger kann auch Zahlung und nicht lediglich Freistellung beanspruchen. Da die Beklagte hier eine Leistung ernsthaft und endgültig verweigert hat, ist ein gegebener Freistellungsanspruch gemäß § 250 S. 2 BGB in einen Zahlungsanspruch übergegangen (vgl. BGH NJW 2012, 1573, 1574 Rn. 25; Grüneberg in Grüneberg, BGB, 83. Aufl., § 250 Rn. 2, m.w.N.). Randnummer 86 d. Das Landgericht hat dem Kläger dem Grunde nach rechtsfehlerfrei gemäß § 97a Abs. 3 S. 1 UrhG einen Anspruch auf Ersatz der Kosten der berechtigten Abmahnung zugesprochen. Der Höhe nach beläuft sich dieser Anspruch bei einem Gegenstandswert bis € 2.000,00 bei einer 1,3 Gebühr nach Nr. 2300 VV RVG zuzüglich der Pauschale für Entgelte für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen gemäß Nr. 7002 VV RVG lediglich auf den bereits rechtskräftig ausgeurteilten Betrag in Höhe von insgesamt € 235,80. Randnummer 87 e. Zum Zinsanspruch ist einerseits, nämlich zur Verzinsung der Hauptforderung, auf die vorstehenden Ausführungen zu verweisen. Andererseits, nämlich bezüglich der Verzinsung der Nebenforderungen, bestehen Ansprüche nur in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 07.10.2021. Randnummer 88 3. Der vom Kläger nach dem Schluss der mündlichen Verhandlung zur Akte gereichte Schriftsatz vom 11.04.2024 hat keinen Anlass zur Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung gegeben (§§ 296a, 156 ZPO). Lediglich ergänzend ist insoweit festzuhalten, dass die in diesem Schriftsatz gemachten Angaben zur Anlage K 18 nicht mit den vor dem Schluss der mündlichen Verhandlung zur Akte gereichten Belegen übereinstimmen. Die Anlage K 18 datiert vom 07.10.2019 und betrifft den Rechnungsempfänger Optik G.. Die L. GmbH erhielt die Rechnung vom 05.06.2020 (Anlage K 19). Entscheidungsrelevanz kommt dem nicht zu. Randnummer 89 4. Die Kostenentscheidung folgt für die erste Instanz aus § 92 Abs. 1 ZPO und für die zweite Instanz aus §§ 92 Abs. 2 Nr. 1, 97 Abs. 1 ZPO. Randnummer 90 5. Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus §§ 708 Nr. 10, 711, 713 ZPO. Hinsichtlich des Hauptausspruchs zu I.1. und eines Teilbetrages der zuerkannten vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten ist die Verurteilung mangels eines Berufungsangriffs bereits rechtskräftig. Randnummer 91 6. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision nach § 543 Abs. 2 ZPO liegen nicht vor. Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordern die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts. Es handelt sich vorliegend um eine Entscheidung, welche vollen Umfangs die bekannte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, insbesondere die Entscheidung „Nachlizenzierung“, beachtet.