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Landessozialgericht Hamburg 4. Senat L 4 AS 201/23 D Urteil Die Beteiligten streiten über die Rücknahme und Erstattung von Leistungen für den Zeitraum

Verfahrensgang vorgehend SG Hamburg,

  1. Juni 2023, S 32 AS 2874/17, Gerichtsbescheid Tenor Die Berufung wird zurückgewiesen. Außergerichtliche Kosten sind nicht zu erstatten. Die Revision wird nicht zugelassen. Tatbestand Randnummer 1 Die Beteiligten streiten über die Rücknahme und Erstattung von Leistungen für den Zeitraum vom
  2. März 2014 bis zum
  3. März
  4. Randnummer 2 Die Klägerin zu
  5. bezog in den Jahren 2009-2010 Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) vom Beklagten. Im Jahr 2012 bestellte sie einen BMW Cabrio zum Preis von 42.500 Euro. Randnummer 3 Am
  6. März 2014 beantragte sie Leistungen nach dem SGB II für sich, ihren Lebensgefährten – den Kläger zu
  7. - und die zwei gemeinsamen Kinder, die Kläger zu 2.-
  8. Vermögen gab sie nicht an. Der Beklagte bewilligte der Familie daraufhin mit Bescheid vom
  9. Mai 2014 Leistungen für den Zeitraum vom
  10. März 2014 bis zum
  11. August 2014, für den Kläger zu
  12. zuzüglich eines Zuschusses für die private Kranken- und Pflegeversicherung. Randnummer 4 Auf den Weiterbewilligungsantrag vom
  13. Juli 2014 bewilligte der Beklagte mit Bescheid vom
  14. August 2014 in der Gestalt der Änderungsbescheide vom
  15. November 2014,
  16. November 2014 und
  17. Dezember 2014 den Klägern Leistungen nach dem SGB II für die Zeit vom
  18. September 2014 bis zum
  19. Februar 2015, für den Kläger zu
  20. zuzüglich eines Zuschusses für die private Kranken- und Pflegeversicherung. Randnummer 5 Auf den Weiterbewilligungsantrag vom
  21. Januar 2015 bewilligte der Beklagten den Klägern mit Bescheid vom
  22. Februar 2015 Leistungen nach dem SGB II für den Zeitraum vom
  23. März 2015 bis zum
  24. Juni 2015, für den Kläger zu
  25. zuzüglich eines Zuschusses für die private Kranken- und Pflegeversicherung. Randnummer 6 Auf den Weiterbewilligungsantrag vom
  26. Mai 2015 bewilligte der Beklagte den Klägern mit Bescheid vom
  27. Juni 2015 in der Gestalt der Änderungsbescheide vom
  28. November 2015,
  29. Dezember 2015 und
  30. Mai 2016 Leistungen nach dem SGB II für den Zeitraum vom
  31. Juli 2015 bis zum
  32. Juni 2016, für den Kläger zu
  33. zuzüglich eines Zuschusses für die private Kranken- und Pflegeversicherung. Randnummer 7 Im März 2016 informierte die Polizei H. den Beklagten über ein anhängiges Strafverfahren gegen den Kläger zu
  34. Sie teilte mit, dass der Kläger zu
  35. verantwortlich für die Sisha-Bar „xxx“ sei, Inhaber der Bar sei sein Bruder, weiter habe die Klägerin zu
  36. im Jahr 2015 das xxx Cabrio verkauft. Randnummer 8 Der Beklagte hob daraufhin mit Bescheid vom
  37. März 2016 die Leistungsbewilligung ab dem
  38. April 2016 auf und hörte die Kläger mit acht Schreiben vom
  39. März 2016 zu einer Entscheidung über die Rücknahme der Bewilligungen und Erstattung für die Bewilligungszeiträume vom
  40. März 2014 bis zum
  41. März 2016 an. Zur Begründung führte er an, die Klägerin zu
  42. habe bei der Antragstellung über ein Kraftfahrzeug verfügt, das als verwertbares Vermögen hätte eingesetzt werde können. Die Klägerin zu
  43. nahm mit Schreiben vom
  44. April 2016 Stellung und teilte mit, dass das Fahrzeug faktisch dem Bruder des Klägers zu
  45. gehört habe, sie habe es gekauft, da seine SCHUFA-Auskunft negativ gewesen sei. Randnummer 9 Daraufhin nahm der Beklagte die Leistungsbewilligungen zurück und forderte Erstattung mit folgenden Bescheiden: Randnummer 10 • Bescheid vom
  46. Mai 2016 für den Zeitraum März-August 2014 für die Kläger zu 1.-
  47. Randnummer 11 • Bescheid vom
  48. Mai 2016 für den Zeitraum September 2014-Februar 2015 für die Kläger zu 1.-
  49. Randnummer 12 • Bescheid vom
  50. Mai 2016 für den Zeitraum März-Juni 2015 für die Kläger zu 1.-
  51. Randnummer 13 • Bescheid vom
  52. Mai 2016 für den Zeitraum Juli 2015-März 2016 für die Kläger zu 1.-
  53. Randnummer 14 • Bescheid vom
  54. Mai 2016 für den Zeitraum März-August 2014 für die Klägerin zu
  55. Randnummer 15 • Bescheid vom
  56. Mai 2016 für den Zeitraum September 2014-Februar 2015 für die Klägerin zu
  57. Randnummer 16 • Bescheid vom
  58. Mai 2016 für den Zeitraum März-Juni 2015 für die Klägerin zu
  59. Randnummer 17 • Bescheid vom
  60. Mai 2016 für den Zeitraum Juli 2015-März 2016 für die Klägerin zu
  61. Randnummer 18 Die Kläger legten gegen die acht Bescheide durch ihren Prozessbevollmächtigten mit Schreiben vom
  62. Juni 2016 und
  63. Juni 2016 Widerspruch ein. Zur Begründung führten sie aus, dass der PKW zwar auf die Klägerin zugelassen gewesen sei, der Fahrzeugbrief sei aber bei Bank verblieben. Die Klägerin habe den Wagen gar nicht veräußern können. Randnummer 19 Mit Beschluss vom
  64. November 2016 (Aktenzeichen 68g IK 608/16) eröffnete das Amtsgericht Hamburg das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Klägerin zu
  65. Randnummer 20 Der Beklagte wies die Widersprüche mit folgenden Bescheiden zurück und verlangte jeweils Erstattung in folgender Höhe: Randnummer 21 Widerspruchsbescheid Zeitraum Erstattung
  66. Juli 2017 März-August 2014 Kläger zu 1.: 2.809,33 Euro Klägerin zu 2.: 921,49 Euro Kläger zu 3.: 921,49 Euro
  67. Juli 2017 März-August 2014 Klägerin zu 4.: 2.211,79 Euro
  68. Juli 2017 September 2014-Februar 2015 Kläger zu 1.: 2.478,05 Euro Klägerin zu 2.: 1.036,27 Euro Kläger zu 3.: 1.036,27 Euro
  69. Juli 2017 September 2014-Februar 2015 Klägerin zu 4.: 2.478,05 Euro
  70. Juli 2017 März-Juni 2015 Kläger zu 1.: 2369,28 Euro Klägerin zu 2.: 828,84 Euro Kläger zu 3.: 828,24 Euro
  71. Juli 2017 März-Juni 2015 Klägerin zu 4.: 1.702,80 Euro
  72. Juli 2017 Juli 2015-März 2016 Kläger zu 1.: 5.325,45 Euro Klägerin zu 2.: 2.470,08 Euro Kläger zu 3.: 2.470,08 Euro
  73. Juli 2017 Juli 2015-März 2016 Klägerin zu 4.: 4.445,79 Euro Randnummer 22 Der Prozessbevollmächtigte hat daraufhin folgende Klagen beim Sozialgericht erhoben: Randnummer 23 Klageerhebung gegen Widerspruchsbescheid Kläger Aktenzeichen beim Sozialgericht
  74. August 2017
  75. Juli 2017 Kläger zu 1.-
  76. S 29 AS 2874/17
  77. August 2017
  78. Juli 2017 Klägerin zu
  79. S 39 AS 2887/17
  80. August 2017
  81. Juli 2017 Kläger zu 1.-
  82. S 29 AS 2875/17
  83. August 2017
  84. Juli 2017 Klägerin zu
  85. S 39 AS 3072/17
  86. August 2017
  87. Juli 2017 Kläger zu 1.-
  88. S 29 AS 2876/17
  89. August 2017
  90. Juli 2017 Klägerin zu
  91. S 39 AS 3116/17
  92. August 2017
  93. Juli 2017 Kläger zu 1.-
  94. S 29 AS 2877/17
  95. August 2017
  96. Juli 2017 Klägerin zu
  97. S 39 AS 2924/17 Randnummer 24 Zur Begründung der Klagen hat der Prozessbevollmächtigte der Kläger ausgeführt, dass das Auto durch die Bank finanziert worden sei und der Kläger zu
  98. im streitgegenständlichen Zeitraum nicht selbständig gewesen sei. Die Shisha-Bar sei vom Bruder betrieben worden. Randnummer 25 Das Sozialgericht hat mit Beschlüssen vom
  99. März 2018 folgende Verfahren zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung miteinander verbunden: Randnummer 26 verbundene Verfahren führendes Verfahren nach Verbindung S 29 AS 2874/17 und S 39 AS 2887/17 S 29 AS 2874/17 S 29 AS 2875/17 und S 39 AS 3072/17 S 29 AS 2875/17 S 29 AS 2876/17 und S 39 AS 3116/17 S 29 AS 2876/17 S 29 AS 2877/17 und S 39 AS 2924/17 S 29 AS 2877/17 Randnummer 27 Mit weiterem Beschluss vom
  100. Dezember 2021 hat das Sozialgericht die Verfahren Aktenzeichen S 29 AS 2874/17, S 29 AS 2875/17, S 29 AS 2876/17 und S 29 AS 2877/17 zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbunden, führendes Aktenzeichen ist gewesen S 29 AS 2874/
  101. Im Juli 2022 ist das Verfahren S 29 AS 2874/17 in den Bestand der Kammer 32 übergegangen und ist unter dem Aktenzeichen S 32 AS 2874/17 geführt worden. Randnummer 28 Das Sozialgericht hat die Kläger aufgefordert, für den streitgegenständlichen Zeitraum eine Liste aller Konten, über die die Kläger in den streitgegenständlichen Zeiträumen verfügt haben, sowie lückenlose Kontoauszüge für alle Konten zu übersenden. Die Klägerin zu
  102. hat Kontoauszüge für das Konto bei der Commerzbank für den Zeitraum vom
  103. August 2015 bis zum
  104. April 2016 eingereicht. Weiter hat das Sozialgericht den Prozessbevollmächtigten der Kläger aufgefordert, die ladungsfähige Anschrift des Klägers zu
  105. mitzuteilen. Randnummer 29 Mit Beschluss vom
  106. Januar 2023 hat das Amtsgericht Hamburg der Klägerin zu
  107. die Restschuldbefreiung in dem Insolvenzverfahren erteilt. Randnummer 30 Die Kläger haben vor dem Sozialgericht beantragt, Randnummer 31 die Bescheide vom
  108. Mai 2016 in der Gestalt der Widerspruchsbescheide vom
  109. Juli 2017,
  110. Juli 2017,
  111. Juli 2017 und
  112. Juli 2017 aufzuheben. Randnummer 32 Der Beklagte hat beantragt, Randnummer 33 die Klage abzuweisen. Randnummer 34 Das Gericht hat die Klagen nach Anhörung mit Gerichtsbescheid vom
  113. Juni 2023, zugestellt am
  114. Juni 2013 an den Prozessbevollmächtigen der Kläger, abgewiesen. Randnummer 35 Zur Begründung hat das Sozialgericht ausgeführt, bezüglich des Klägers zu
  115. seien die Klagen bereits unzulässig. Wechsele der Kläger während des gerichtlichen Verfahrens seinen Wohnsitz, ohne dass er dem Gericht eine neue ladungsfähige Anschrift mitteile, so werde die Klage jedenfalls dann wegen Fehlens einer Sachurteilsvoraussetzung unzulässig, wenn die neue ladungsfähige Anschrift für das Gericht nicht ermittelbar sei. So liege es hier. Der Kläger sei nach der Auskunft des Einwohnermeldeamtes unter der bisher bekannten Anschrift nicht mehr gemeldet. Der Prozessbevollmächtigte der Kläger sei aufgefordert worden, eine aktuelle ladungsfähige Anschrift mitzuteilen, dies habe er nicht getan. Randnummer 36 Bezüglich der Kläger zu 2.-
  116. seien die Klagen unbegründet. Die Bescheide seien rechtmäßig und verletzten die Kläger nicht in ihren Rechten. Die Voraussetzungen für die Rücknahmeentscheidung lägen vor. Die Bewilligungsbescheide seien von Anfang an rechtswidrig gewesen, denn die Kläger seien von Anfang an nicht hilfebedürftig gewesen. Zwar hätten im gerichtlichen Verfahren die genauen Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Kläger nicht geklärt werden können, weil sie an der Aufklärung des Sachverhalts nicht mitgewirkt hätten, dies gehe jedoch zu ihren Lasten. Kontoauszüge der Kläger zu 1.-
  117. lägen überhaupt nicht vor, die Klägerin zu
  118. habe keine vollständigen Angaben gemacht. Leistungsberechtigte seien zur Mitwirkung bei der Sachverhaltsaufklärung verpflichtet. Dies beinhalte auch die Verpflichtung, alle Kontoauszüge vorzulegen. Auch die Erstattungsforderungen seien nicht zu beanstanden. Randnummer 37 Die Kläger haben am
  119. Juli 2023 Berufung eingelegt. Zur Begründung haben sie ausgeführt, dass die Klagen bzgl. des Klägers zu
  120. nicht mangels Meldeadresse unzulässig geworden seien. Die Anschrift müsse vom Kläger nicht angegeben oder wiederholt werden, wenn sie sich bereits aus den von der Behörde vorzulegenden Akten ergäbe, sonstwie bekannt sei oder sich auf andere Weise ohne Schwierigkeiten ermitteln lasse. Es bedürfe eines Hinweises des Gerichts, um den Kläger zu verpflichten, seine Anschrift nachzureichen. Hätte das Sozialgericht geplant, eine mündliche Verhandlung durchzuführen, so hätte der Kläger zu
  121. jederzeit über den Prozessbevollmächtigten oder über die Kläger zu 2.-
  122. geladen werden können. Nur weil der Kläger zu
  123. zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung keine Meldeadresse gehabt habe, könne die Klage nicht unzulässig geworden sein. Auch in der Sache überzeuge die Entscheidung des Sozialgerichts nicht. Der Kläger zu
  124. habe den denkbar schlechtesten Schufa-Score. Der Kläger zu
  125. habe zwar in der Vergangenheit „auf dicke Hose gemacht“, er habe aber kein Einkommen oder Vermögen. Randnummer 38 Die Kläger beantragen, Randnummer 39 den Gerichtsbescheid des Sozialgerichts Hamburg vom
  126. Juni 2023 und die Bescheide vom
  127. Mai 2016 in der Gestalt der Widerspruchsbescheide vom
  128. Juli 2017,
  129. Juli 2017,
  130. Juli 2017 und
  131. Juli 2017 aufzuheben. Randnummer 40 Der Beklagte beantragt, Randnummer 41 die Berufung zurückzuweisen. Randnummer 42 Nach Anhörung der Beteiligten hat der Senat das Berufungsverfahren mit Beschluss vom
  132. Mai 2024 auf die Berichterstatterin übertragen, die zusammen mit den ehrenamtlichen Richtern entscheidet. Randnummer 43 Der Senat hat den Prozessbevollmächtigen der Kläger mit Schreiben vom
  133. Mai 2025,
  134. Juni 2025,
  135. Juli 2025 und
  136. September 2025 aufgefordert, die aktuellen ladungsfähigen Anschriften der Kläger mitzuteilen. Entscheidungsgründe Randnummer 44 I. Die Berufung, über die der Senat in der Besetzung mit der Berichterstatterin und den ehrenamtlichen Richtern entscheiden kann, weil die Sache übertragen worden ist (§ 153 Abs. 5 Sozialgerichtsgesetz - SGG), ist zulässig, aber unbegründet. Randnummer 45 Die Klagen sind zum Zeitpunkt der Entscheidung im Berufungsverfahren unzulässig, da für die Kläger keine ladungsfähigen Anschriften vorliegen. Randnummer 46 Gemäß § 92 Abs. 1 S. 1 SGG ist eine ladungsfähige Anschrift Bestandteil einer wirksamen Klage (BSG, Beschluss v. 18.11.2003 – B 1 KR 1/02 S; BSG, Beschluss v. 6.2.2024 – B 4 AS 248/23 BH u.a.). Auch ein Wohnsitz im Ausland ist anzugeben (vgl. BFH, Beschluss v. 13.5.2025 – VIII B 31/24, Rn. 5). Die Pflicht zur Angabe einer ladungsfähigen Anschrift besteht nicht nur im Zeitpunkt der Klageerhebung, sondern erstreckt sich auf das gesamte Verfahren; eine ladungsfähige Anschrift muss zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung vorliegen (BSG, Beschluss v. 22.1.2025 – B 4 AS 119/24 BH, Rn. 5; LSG NRW, Urteil v. 14.2.2019 – L 19 AS 1398/18; LSG Sachsen-Anhalt, Urteil v. 9.9.2020 – L 2 AS 306/16, Rn. 28; BVerfG, Beschluss v. 6.11.2009 – 2 BvL 4/07, Rn. 27; BVerwG, Urteil v. 15.8.2019 – 1 A 2/19; BFH, Beschluss v. 10.3.2022 – VII B 174/20, Rn. 15; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 13.1.2021 – L 14 AS 1869/17 unter Bezugnahme auf fehlendes Rechtsschutzbedürfnis; a.A. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss v. 8.9.2017 – L 32 AS 416/17 NZB, Rn. 29). Die Angabe der ladungsfähigen Anschrift ist auch nicht entbehrlich, wenn ein Prozessbevollmächtigter bestellt ist (BSG, Beschluss v. 6.2.2024 – B 4 AS 248/23 BH u.a.; LSG NRW, Urteil v. 14.2.2019 – L 19 AS 1398/18; BVerwG, Urteil v. 13.4.1999 – 1 C 24/97, Rn. 39; BFH, Beschluss v. 10.3.2022 – VII B 174/20, Rn. 14). Es bedarf in der Regel eines Hinweises des Gerichts, um den Kläger zu verpflichten, seine Anschrift nachzureichen (LSG NRW, Urteil v. 14.2.2019 – L 19 AS 1398/18; BVerwG, Urteil v. 13.4.1999 – 1 C 24/97, Rn. 39). Die Anschrift muss vom Kläger nicht angegeben oder wiederholt werden, wenn sie sich bereits durch die von der Behörde vorzulegenden Akten ergibt oder sonstwie bekannt ist oder sich auf andere Weise ohne Schwierigkeiten ermitteln lässt (LSG NRW, Urteil v. 14.2.2019 – L 19 AS 1398/18; BVerwG, Urteil v. 13.4.1999 – 1 C 24/97, Rn. 39). Ausnahmsweise entfällt die Pflicht zur Angabe der Anschrift, wenn es dem Betroffenen aus schwerwiegenden beachtenswerten Gründen unzumutbar ist (zum Beispiel besonderes schützenswertes Geheimhaltungsinteresse, vgl. BSG, Beschluss v. 18.11.2003 – B 1 KR 1/02 S, Rn. 4; BVerwG, Urteil v. 13.4.1999 – 1 C 24/97, Rn. 40) oder wenn der Kläger glaubhaft über eine Anschrift nicht verfügt, d.h. wohnungslos ist (LSG NRW, Urteil v. 14.2.2019 – L 19 AS 1398/18). Randnummer 47 Diese Maßgaben zugrunde gelegt sind die Klagen vorliegend mangels bekannter ladungsfähiger Anschrift zum Zeitpunkt der Entscheidung unzulässig. Der Kläger zu
  137. ist nach der Auskunft des Einwohnermeldeamtes von Amts wegen nach unbekannt abgemeldet. Die Kläger zu
  138. bis
  139. sind nach der Auskunft des Einwohnermeldeamtes unbekannt ins Ausland verzogen. Der Prozessbevollmächtigte der Kläger konnte auf die mehrfachen schriftlichen Aufforderungen des Gerichts keine aktuellen ladungsfähigen Anschriften der Kläger nennen. Auch das Gericht konnte die Anschriften nicht von Amts wegen ermitteln. Ein Ausnahmetatbestand für die Pflicht zur Nennung einer ladungsfähigen Anschrift ist hier nicht ersichtlich und wurde auch nicht vorgetragen. Randnummer 48 II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG. Randnummer 49 III. Gründe, die Revision nach § 160 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 SGG zuzulassen, liegen nicht vor.

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KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.