Besuch eines Vorbereitungslehrgangs für Ausbildungsabbrecher zur Vorbereitung auf die berufliche Abschlussprüfung begründet einen Anspruch auf eine Weiterbildungsprämie für das Bestehen einer Zwischenprüfung, wenn eine
SGB 3 geförderte berufliche Weiterbildung, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf (hier: Fachkraft für Metalltechnik) führt, vorliegt. (Rn.48) Verfahrensgang vorgehend SG Neubrandenburg,
bestandener Zwischenprüfung in Höhe von 1.000,00 € gemäß § 131a Abs. 3 Nummer 1 SGB III. Randnummer 2 Der 1992 geborene Kläger erlernte von 2010 bis 2013 den Beruf des Gießereimechanikers und von 2014 bis 2016 den Beruf des Anlagenmechanikers. In beiden Berufen legte er keine Abschlussprüfung ab. Vom
Rücksprache mit der zuständigen Kammer, I. A-Stadt, könne der Kläger unter Anerkennung der bisherigen Lehrzeiten und dem Ableisten einer weiteren Ausbildungszeit von 12 Monaten den Berufsabschluss als Fachkraft für Metalltechnik erlangen. Über die Maßnahme „Berufsabschluss für Ausbildungsabbrecher beim Bildungszentrum N.“ in Verbindung mit einem Bildungsgutschein über 12 Monate und einem Einstieg in die Ausbildung im Januar 2017 könne der Kläger zum Berufsabschluss im Beruf Fachkraft für Metalltechnik geführt werden. Aktuell seien noch keine genauen Prüfungstermine bekannt, diese würden aber voraussichtlich im November mit der Kenntnisprüfung beginnen und im Dezember 2017/Januar 2018 mit der Fertigkeitsprüfung enden. Randnummer 3 Mit Bescheid vom
dem beigefügten Maßnahmebogen sei das Ziel der Maßnahme der Berufsabschluss für Ausbildungsabbrecher mit Assessment Center und Praktika. Als Maßnahmeziel sei die Gesellen-, Facharbeiter-, Gehilfenprüfung vorgesehen. Unter den Zugangsvoraussetzungen hieß es, die Verweildauer werde
Abstimmung mit der VFK und Kammerzustimmung festgelegt, weiter sei der Abbruch einer Berufsausbildung Voraussetzung; möglichst Teilnahme an einer Zwischenprüfung; Gesundheitszeugnis für Berufe, die das vorschreiben; Ausbildungsnachweise. Randnummer 5 In einem allgemeinen Vermerk der Beklagten vom 9. Februar 2016 hieß es unter anderem, ob eine Weiterbildungsprämie gezahlt werden könne, müsse noch über die Teamleitung geklärt werden, …, deshalb solle vorerst eine vorläufige Bewilligung erfolgen. Randnummer 6 In der Stellungnahme und Entscheidung zur Übernahme von Weiterbildungskosten wurde die Notwendigkeit der Teilnahme des Klägers an der Maßnahme bestätigt, die Beratung vor Teilnahme sei erfolgt, es handele sich um die wirtschaftlichste und am besten geeignete Leistung der aktiven Arbeitsförderung, auch die sonstigen Voraussetzungen für die Förderung der Teilnahme seien erfüllt. Die Maßnahme und der Träger seien für die Förderung zugelassen. Die Maßnahme entspräche den Konditionen des Bildungsgutscheins, dem Kläger sei Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung zu gewähren. Die Weiterbildungskosten würden
Der Kläger gehöre zum Personenkreis der Geringqualifizierten/Berufsrückkehrenden (§ 81 Abs. 1 bis 2 SGB III).
dem die Beklagte den Punkt 10 der Stellungnahme (Weiterbildungsprämie
3 SGB III – Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer nimmt an einer Umschulung in einem Beruf teil, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist) zunächst offen gelassen hatte, wurde diese Voraussetzung unter dem 23. Mai 2017
träglich bejaht. Randnummer 7 Mit Bescheid vom
Randnummer 8 Unter dem 30. Januar 2017 hatte der Kläger mit dem Bildungszentrum N. auf dem hierfür vorgesehenen Vordruck der I. zu A-Stadt einen Berufsausbildungsvertrag (§§ 10,11 Berufsbildungsgesetz – BBiG) für den Ausbildungsberuf „Fachkraft für Metalltechnik – Konstruktion“ abgeschlossen. Die Ausbildungszeit betrage
der Ausbildungsordnung 24 Monate. Aufgrund der abgebrochenen betrieblichen Berufsausbildung als Gießereimechaniker und Anlagenmechaniker SHK würden auf die Ausbildungsdauer 12 Monate angerechnet und es werde eine entsprechende Verkürzung beantragt. Das Berufsausbildungsverhältnis beginne am
weis über die Eintragung ist unter anderem angegeben, der voraussichtliche Prüfungstermin der Zwischenprüfung sei im Herbst 2017, der der Abschlussprüfung im Winter
3 Nummer 1 SGB III. Mit Schreiben vom
geförderten beruflichen Weiterbildung erfolge, für die eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt sei. Die Weiterbildungsdauer der Maßnahme, an der der Kläger teilnehme, umfasse ein Jahr, sodass die Vorschrift des § 131a Abs. 3 Nummer 1 SGB III nicht zur Anwendung komme. Randnummer 13
dem der Kläger am
3 Nummer 1 SGB III Anspruch auf eine Prämie in Höhe von 1.000,00 € für die bestandene Zwischenprüfung. Die Bildungsmaßnahme stelle eine
Diese führe auch zu einem Abschluss im Ausbildungsberuf Fachkraft für Metalltechnik, für welche eine Ausbildungsdauer von zwei Jahren vorgesehen sei. Die 2-jährige Ausbildungsdauer ergebe sich zweifelsfrei aus dem vorliegenden Ausbildungsvertrag. Allein die Tatsache, dass die Maßnahme des Klägers derzeit nur ein Jahr andauere, führe vorliegend zu keiner anderen Bewertung. Vorliegend sei grundsätzlich eine 2-jährige Dauer vorgesehen, welche sich lediglich durch die Anrechnung einer vorangegangenen Ausbildung auf ein Jahr reduziere. Entgegen der Ansicht der Beklagten handele es sich bei der Weiterbildung des Klägers nicht lediglich um eine Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang zur Externenprüfung. Der Kläger habe ausdrücklich einen von der I. genehmigten und registrierten Berufsausbildungsvertrag
dem BBiG geschlossen und innerhalb dieser Ausbildung auch die Berufsschule besucht. Dabei seien die regulären für die Ausbildung und deren Abschluss notwendigen Inhalte vermittelt worden. Die von der Beklagten dargestellten Gründe, dass bei bestimmten Maßnahmen Zwischenprüfungen nicht prämiert würden und dieses hier beim Kläger so anzunehmen sei, sei
dem Gesetz nicht gerechtfertigt. Gemäß § 6 Abs. 1 der Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik sei eine Zwischenprüfung vorgeschrieben und damit wie in § 131a Abs. 3 Nummer 1 SGB III gesetzlich geregelt. Es seien keine Gründe ersichtlich, welche den Anspruch des Klägers ausschlössen. Randnummer 15 Die Prozessbevollmächtigte des Klägers hat beantragt, Randnummer 16 den Bescheid der Beklagten vom
den fachlichen Weisungen könnten lediglich bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen bei Umschulungen und bestandene Externenprüfungen (
Besuch eines entsprechenden Vorbereitungslehrgangs oder von Teilqualifikationen) prämiert werden. Teilnehmende an Vorbereitungslehrgängen zur Externenprüfung könnten nur eine Prämie für das erfolgreiche Bestehen dieser (Abschluss) Prüfung erhalten, auch wenn die Prüfung in einem Beruf stattfinde, bei der die Abschlussprüfung in zwei Teilen erfolge. Der Kläger habe an einer Fortbildungsmaßnahme teilgenommen, die als Vorbereitungsmaßnahme auf eine Externenprüfung anerkannt sei. Bei der vom Kläger besuchten Maßnahme habe es sich nicht um eine Umschulung im Sinne des § 180 Abs. 4 SGB III gehandelt. Randnummer 20 Zur Untermauerung dieses Vorbringens hat die Beklagte auszugsweise Ausdrucke der fachlichen Weisungen FbW Stand
Randnummer 24 - Diese berufliche Weiterbildung müsse zu einem Abschluss in einem Ausbildungs-beruf führen, für den
bundes- und landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt sei. Randnummer 25 - Die Maßnahme müsse vor dem 31. Dezember 2020 begonnen werden. Randnummer 26 - Die
den bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften geregelte Zwischen-prüfung müsse bestanden werden. Randnummer 27 Der Kläger habe an einer
SGB III geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führe, für die
der Ausbildungsordnung eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren vorgesehen sei. In der entsprechenden Berufsausbildungsordnung sei auch das Ablegen einer Zwischenprüfung vorgesehen. Dennoch könne der Kläger die streitige Weiterbildungsprämie nicht verlangen, weil er keine Umschulung mit Zwischen- und Abschlussprüfung absolviert habe, sondern entsprechend der ausdrücklichen Bezeichnung der geförderten Bildungsmaßnahme einen Vorbereitungslehrgang für Ausbildungsabbrecher zur Vorbereitung auf die berufliche Abschlussprüfung bei der I. als externer Prüfling. Allein dieser Gegenstand der
Dieser Gegenstand ergebe sich eindeutig aus den oben bezeichneten Maßnahmeunterlagen der Beklagten. Der Kläger sei Ausbildungsabbrecher gewesen und habe auf die berufliche Abschlussprüfung vorbereitet werden sollen. Für derartige Bildungsmaßnahmen gelte die
der Ausbildungsverordnung geforderte Zwischenprüfung vor der IKH gerade nicht. Der Kläger habe keine Ausbildung absolviert. Der Umstand, dass der Kläger mit dem Bildungsträger zusätzlich formal einen (in der Sache aber nicht zutreffenden) Ausbildungsvertrag abgeschlossen habe, welcher im Übrigen auch keine Ausbildungsvergütung vorgesehen habe, sei irrelevant und könne jedenfalls die von der Beklagten geförderte Maßnahmeart inhaltlich nicht ändern. Randnummer 28 Dem Kläger sei auch keine Zahlung der Prämie zugesichert worden. Der Bildungsgutschein vom
dem Besuch der hierauf vorbereitenden Weiterbildung) prämiert werde. Randnummer 29 Gegen das dem Kläger am
dem Wortlaut des § 131a Abs. 3 SGB III werde lediglich eine
Dabei werde keine Unterscheidung zwischen betrieblichen und außerbetrieblichen Weiterbildungen vorgenommen, sodass beide als gleichwertig anzusehen seien. Aus dem Bildungsgutschein vom 25. Januar 2017 ergebe sich jedenfalls ausdrücklich, dass sich dieser auf eine
Unbeachtlich sei dabei, wie diese Maßnahme durch die Beklagte oder den Maßnahmeträger bezeichnet werde, da allein auf das Maßnahmeziel, hier Erwerb eines Berufsabschlusses in einem Ausbildungsberuf, abzustellen sei. Das Gesetz fordere entgegen der Ansicht des SG weder eine Umschulung mit Zwischen- und Abschlussprüfung noch eine reguläre Ausbildung, sondern lediglich eine Maßnahme
Soweit die Beklagte auf ihre fachlichen Weisungen verweise, könne sie damit nicht gehört werden, da Gerichte an diese Weisungen nicht gebunden seien, zumal diese hier auch nicht durch das Gesetz gestützt würden. Die Zwischenprüfung sei für den Kläger von der I. auch gefordert worden, da nur bei Bestehen dieser Zwischenprüfung vor der I. den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Berufsausbildung Rechnung zu tragen gewesen sei. Die Entscheidung, ob eine Zwischenprüfung notwendig sei, habe die I. als für die Prüfung zuständige Stelle zu treffen gehabt. Um den Berufsabschluss als Fachkraft für Metalltechnik zu erlangen, habe die I. daher die Einhaltung der Anforderungen der entsprechenden Ausbildungsverordnung und damit auch die Zwischenprüfung fordern können. Die Weisungsgebundenheit bezüglich der Prüfungen ergebe sich gerade aus dem Umstand, dass die I. das Berufsausbildungsverhältnis in ihrem Verzeichnis ordnungsgemäß als Berufsausbildungsverhältnis registriert habe und diesbezüglich auch sowohl Zwischenprüfung und Abschlussprüfung als notwendig mitgeteilt habe. Dies werde dadurch unterstützt, dass der Kläger mit dem Maßnahmeträger auch tatsächlich einen Berufsausbildungsvertrag (§§ 10,11 BBiG) geschlossen habe. Nichts anderes ergebe sich aus der Begründung zum Gesetzentwurf (Drucksache 18/8042). Der Gesetzgeber gehe davon aus, dass zwar Umschüler
dem BBiG bzw. der Handwerksordnung nicht zur Teilnahme an einer Zwischenprüfung verpflichtet seien, dass die Teilnahme an einer solchen Prüfung jedoch gleichwohl Bestandteil des Weiterbildungs- bzw. Umschulungsvertrages sein könne. Der Gesetzgeber schließe lediglich Träger interner Leistungsüberprüfungen von der Prämiengewährung aus. Daraus ergebe sich jedoch im Umkehrschluss, dass Leistungsprüfungen durch eine Zwischenprüfung, welche nicht der Träger, sondern hier die I. als für die Ausbildung und Prüfung zuständige Stelle abnehme, ebenfalls honoriert werden sollen. Der vom SG angenommene Ausschluss der Prämiengewährung für die Zwischenprüfung finde damit auch keine Stütze in der Begründung zum Gesetzentwurf. Auch eine Auslegung
Sinn und Zweck der Vorschrift führe zu keiner anderen Bewertung. Randnummer 30 Die Prozessbevollmächtigte des Klägers beantragt, Randnummer 31 das Urteil des SG Neubrandenburg vom
dieser Vorschrift erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an einer
SGB III geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führt, für den
bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist,
Bestehen einer in diesen Vorschriften geregelten Zwischenprüfung eine Prämie von 1.000,00 €, wenn die Maßnahme vor Ablauf des 31. Dezember 2020 beginnt.
G vom 18. Juli 2016) gilt der Anspruch auf Zahlung einer Weiterbildungsprämie
3 SGB III für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an einer
SGB III geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen, die
dem 31. Juli 2016 beginnt. Randnummer 39 Diese gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzungen für die Gewährung einer Zwischenprüfungsprämie erfüllt der Kläger vollständig: Randnummer 40 Der Kläger hat an einer
Mit Bescheid vom
bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist. Randnummer 42
der Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik in der hier anzuwendenden Fassung vom 2. April 2013 (BGBl I, 628) dauert die Ausbildung zwei Jahre. Auch die Beklagte hat diese Tatbestandsvoraussetzung letztlich bejaht. Hierbei ist allgemein anerkannt, dass nicht entscheidend ist, wie lange die tatsächlich absolvierte und geförderte Weiterbildung gedauert hat, entscheidend ist allein die grundsätzliche Ausbildungsdauer. Randnummer 43 Der Kläger hat auch eine „in diesen Vorschriften geregelte Zwischenprüfung“ im September 2017 vor der I. bestanden.
1 der genannten Ausbildungsordnung ist zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll zum Anfang des 2. Ausbildungsjahres stattfinden. Randnummer 44 Diese Vorschrift korrespondiert mit § 48 Berufsbildungsgesetz (BBiG),
dem während der Berufsausbildung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung entsprechend der Ausbildungsordnung durchzuführen ist, für die die §§ 37-39 BBiG entsprechend gelten. Randnummer 45 Dass § 45 Abs. 1 und 2 BBiG Ausnahmen von der grundsätzlich vorgesehenen Zwischenprüfung vorsieht, ändert nichts daran, dass im Falle der vom Kläger absolvierten Bildungsmaßnahme mit dem Abschluss als Fachkraft für Metalltechnik die bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Zwischenprüfung regeln. Eine „geregelte“ Zwischenprüfung bedeutet nicht „zwingend erforderlich“. Randnummer 46 Dies sieht grundsätzlich auch die Beklagte so, wie den jeweiligen Fassungen der fachlichen Weisungen FbW entnommen werden kann. So heißt es beispielsweise in der aktuellen Fassung vom 18. August 2023 zu § 87a SGB III unter Ziffer 1.1 Abs. 5, dass es für die Auszahlung unerheblich sei, dass weder BBiG noch HwO für Umzuschulende eine obligatorische Teilnahme an einer Zwischenprüfung vorsehen.
3 SGB III sei entscheidend, dass die ausbildungsrechtlichen Vorschriften eine solche Prüfung vorsehen und eine erfolgreiche Teilnahme attestiert werde. Randnummer 47 Dieser Auffassung tritt der Senat bei. Sie wird auch dadurch unterstützt, dass der Gesetzgeber durch Gesetz vom 12. Dezember 2019 (BGBl I, 2522) § 48 BBiG mit Wirkung vom 1. Januar 2020 um einen Abs. 3 ergänzt hat,
dem Umzuschulende auf ihren Antrag zur Zwischenprüfung zuzulassen sind. Hierdurch wurde es Umschülern ermöglicht, auch wenn im Rahmen ihrer Umschulung eine förmliche Zwischenprüfung nicht vorgesehen und auch rechtlich nicht zwingend geboten war, eine solche Zwischenprüfung auf ihren Antrag durchzuführen, um hiermit auch die Voraussetzungen für die Auszahlung der Zwischenprüfungsprämie
ab dem 1. Juli 2023 § 87a SGB III zu erfüllen. Randnummer 48 Schließlich hat die geförderte berufliche Weiterbildung des Klägers
dem
bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften vorgesehene bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen prämiert werden können, hingegen bei bestandenen Externenprüfungen (
Besuch eines entsprechenden Vorbereitungslehrgangs oder von Teilqualifikationen im Sinne der BA) nur eine Abschlussprüfungsprämie gezahlt werden kann (vgl. so die fachlichen Weisungen FbW zu § 87a SGB III Ziffer 1 Abs. 2 in der Fassung vom 18. August 2023). Zutreffend stellen auch die fachlichen Weisungen der Beklagten fest, dass die Prämienzahlung voraussetzt, dass die Prüfung im Zusammenhang mit der Teilnahme an
SGB III bzw.
in Verbindung mit § 81 SGB III geförderten abschlussorientierten Weiterbildungen (Umschulungen, Teilqualifizierungen, Vorbereitungslehrgänge auf die Externenprüfung) bestanden wurde.
dem klaren Wortlaut des Gesetzes sind damit alle
SGB III geförderten Weiterbildungsmaßnahmen gleichermaßen prämienberechtigt sowohl für bestandene Zwischen- als auch Abschlussprüfungen. Auch der vom Kläger besuchte Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung fällt eindeutig hierunter. Randnummer 50 Die von der Beklagten offenbar vorgenommene teleologische Reduktion des § 131a Abs. 3 SGB III erachtet der Senat für nicht zulässig. Die Grenze jeder Gesetzesauslegung bildet der Wortlaut einer Vorschrift. Hierbei ist vorliegend auch zu beachten, dass es sich um sozialrechtliche Leistungsansprüche handelt.
2 SGB I hat die Beklagte hierbei sicherzustellen, dass die sozialen Rechte möglichst weitgehend verwirklicht werden. Randnummer 51 Letztlich entscheidend muss sein, was der Gesetzgeber tatsächlich geregelt hat, nicht was er möglicherweise regeln wollte. Ein abweichendes Ergebnis ergibt sich damit zur Überzeugung des Senats weder aus der Gesetzesbegründung noch aus der höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts: Randnummer 52 Bei der zum 1. August 2016 in Kraft getretenen Vorschrift des § 131a Abs. 3 SGB III handelt es sich um eine vergleichsweise junge Vorschrift, die im AFG oder SGB III keinen direkten Vorläufer hatte. In der Bundestagsdrucksache 18/8024, Seite 27 heißt es hierzu unter anderem: Randnummer 53 „Die Teilnahme an einer mehrjährigen, abschlussbezogenen Weiterbildung stellt für erwachsene Teilnehmerinnen und Teilnehmer hohe Anforderungen an Motivation und Durchhaltevermögen. Dies gilt für Arbeitslose, aber insbesondere auch für beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Betreuungs- und Familienpflichten. Mit der Einführung von Erfolgsprämien für das Bestehen einer durch Gesetz oder Verordnung geregelten Zwischenprüfung und der Abschlussprüfung soll die Motivation erhöht werden, eine von Agenturen für Arbeit geförderte abschlussbezogene berufliche Weiterbildung aufzunehmen, durchzuhalten und erfolgreich abzuschließen. Die Prämienzahlung honoriert damit Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen der Teilnehmenden. … Zwar sind Umschülerinnen und Umschüler
dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung nicht verpflichtet, an einer Zwischenprüfung teilzunehmen. Die Teilnahme kann aber gleichwohl Bestandteil des Weiterbildungs- bzw. Umschulungsvertrages sein und damit den bisherigen Leistungsstand dokumentieren. Für trägerinterne Leistungsüberprüfungen finden die Prämienregelungen keine Anwendung. Bei Ausbildungsberufen mit gestreckter Abschlussprüfung wird der erste Teil der Abschlussprüfung der Zwischenprüfung gleichgestellt. Die Regelung gilt
Absatz 2 für abschlussbezogene berufliche Weiterbildungen, die
dem
der Gesetzesbegründung als auch in der genannten höchstrichterlichen Rechtsprechung, der Mehrjährigkeit einer Umschulungsmaßnahme im Hinblick auf die Förderung nicht nur der Abschlussprüfung, sondern auch der Zwischenprüfung besonderes Gewicht beigemessen worden ist. Da dieses Kriterium jedoch in keiner Weise im Gesetzeswortlaut Niederschlag gefunden hat, sieht sich der Senat nicht in der Lage, dem Kläger, der sämtliche gesetzlich geregelten Anspruchsvoraussetzungen unzweifelhaft erfüllt hat, den Anspruch vorzuenthalten. Zu einer entsprechenden Änderung des Gesetzes ist allein der Gesetzgeber berufen. Randnummer 57 Jedenfalls ist es der Beklagten verwehrt, den Gesetzeswortlaut durch fachliche Weisungen, Antragsvordrucke oder Hinweisschreiben zu verkürzen. Randnummer 58 Die Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG; sie entspricht dem Ergebnis in der Hauptsache. Randnummer 59 Gründe für eine Revisionszulassung im Sinne von § 160 SGG waren für den Senat nicht gegeben. Insbesondere weicht der Senat nicht von der höchstrichterlichen Rechtsprechung ab. Auch eine grundsätzliche Bedeutung ist nicht (mehr) gegeben,
dem sich inzwischen die Bildungsträger auf die Verwaltungspraxis der Beklagten eingestellt haben und es kaum mehr zu Fallgestaltungen wie der Vorliegenden kommen dürfte.
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.