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Oberverwaltungsgericht des Saarlandes 1. Senat 1 A 3/15 Urteil Schließung einer Spielhalle - zur Verfassungsmäßigkeit des neuen Spielhallenrechts § 15

gesetz ist formell verfassungsmäßig. (Rn.39) 2. Das Mindestabstandsgebot (500 m) in Verbindung mit der Übergangsregelung des § 29 Abs. 4 GlüStV (juris: GlüStVtr SL 2012) entfaltet keine unzulässige Rü

§ 35Rdnr.

19 Landmann/Rohmer, a.a.O., § 15 Rdnr.

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19 Randnummer 96 Zudem spielen die durch die Schließung ausgelösten Betroffenheiten in Grundrechten im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfung keine maßgebliche Rolle mehr. Denn den Schutz der Grundrechte kann nur derjenige für sich in Anspruch nehmen, der seinen Beruf bzw. sein Gewebe in Einklang mit den verfassungsrechtlich nicht zu beanstandenden gesetzlichen Vorschriften ausüben will und diesen Vorschriften genügt. 46 Heß in Friauf, a.a.O., § 15 Rdnr. 82 m.w.N. Heß in Friauf, a.a.O., § 15 Rdnr. 82 m.w.N. Randnummer 97 Schließlich hat das Bundesverwaltungsgericht erst kürzlich hervorgehoben, die von Stichtagsregelungen typischerweise ausgehenden Härten könnten allein durch vom Gesetz- oder Verordnungsgeber zu schaffendes Übergangsrecht abgemildert, nicht aber in einem gerichtlichen Verfahren beseitigt werden. 47 BVerwG, Urteil vom 10.12.2015, a.a.O., Rdnr. 12 a.E. BVerwG, Urteil vom 10.12.2015, a.a.O., Rdnr. 12 a.E. Demzufolge ist es nicht originäre Aufgabe der Behörde, jede Härte, die trotz einer vom Gesetzgeber geschaffenen verfassungsrechtlich unbedenklichen Übergangsregelung verbleibt, im Rahmen der Rechtsanwendung auszuräumen oder abzumildern. Randnummer 98 Mithin konnte der Beklagte seine Entscheidung über das Ob und das Wie eines Einschreitens daran ausrichten, dass das neue Spielhallenrecht verfassungsmäßig ist, die Klägerin seit dem 1.7.2013 über keine spielhallenrechtliche Erlaubnis mehr verfügte und eine solche wegen der Vorgabe eines Mindestabstands von 500 m Luftlinie zur nächsten Spielhalle nicht erhalten konnte. Er durfte davon ausgehen, dass durch das neue Recht keine Grundrechtsgarantien verletzt werden. Die im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfung relevanten Überlegungen mussten sich daher auf die Abwägung zwischen einem zeitnahen Einschreiten und einer vorübergehenden Duldung des Spielhallenbetriebs konzentrieren. Insoweit standen sich die gewerblichen Interessen der Klägerin - einschließlich des Interesses ihrer Beschäftigten an einer zumindest zeitweisen weiteren Aufrechterhaltung des Betriebs - und das Gemeinwohlinteresse an einer effektiven Bekämpfung der Spielsucht durch eine zeitnahe Umsetzung der diesem Zweck dienenden Regelungen des neuen Spielhallenrechts gegenüber. Randnummer 99 Dass der Beklagte sich in dieser Situation für ein Einschreiten entschieden hat, setzt die grundlegende Entscheidung des Gesetzgebers, die mit den Neuregelungen verfolgten Ziele möglichst schnell zu verwirklichen, die insbesondere in der ein Vorverfahren und die aufschiebende Wirkung einer Klage ausschließenden Vorschrift des § 9 Abs. 3 SSpielhG zum Ausdruck kommt, konsequent um. Nach dem Willen des Gesetzgebers ist dem Ziel der Suchtbekämpfung aus Gründen des Gemeinwohls überragende Bedeutung beizumessen und die Schließung einer am 1.7.2013 nicht erlaubnisfähigen Spielhalle auch dann vorgesehen, wenn die gegenläufigen privaten Interessen im Einzelfall von beachtlichem Gewicht sind. Dass der Beklagte sein Eingreifen an dieser Leitlinie orientiert hat, ergibt sich aus der im Schriftsatz vom 1.3.2016 beschriebenen Verfahrensweise. Randnummer 100 Nach alldem spricht nichts dafür, dass der Beklagte den Umfang und spiegelbildlich die Grenzen des durch § 15 Abs. 2 GewO eröffneten Ermessens verkannt und sein Ermessen fehlerhaft ausgeübt haben könnte. Randnummer 101 Die Berufung ist daher mit der Kostenfolge aus § 154 Abs. 2 VwGO zurückzuweisen. Randnummer 102 Der Ausspruch über die vorläufige Vollstreckbarkeit der Kostenentscheidung beruht auf den §§ 167 VwGO, 708 Nr. 10 ZPO. Randnummer 103 Die Voraussetzungen des § 132 Abs. 2 VwGO für die Zulassung der Revision sind nicht erfüllt. Randnummer 104 Beschluss Randnummer 105 Der Streitwert wird auch für das Berufungsverfahren auf 15.000,-- Euro festgesetzt (§§ 63 Abs. 2, 52 Abs. 1, 47 Abs. 1 GKG i.V.m. Nr. 54.2.1 der Empfehlungen des Streitwertkataloges für die Verwaltungsgerichtsbarkeit). Randnummer 106 Dieser Beschluss ist nicht anfechtbar. Fußnoten 1) Beschlüsse des Senats vom 8.3.2016 - 1 B 213/15 -, vom 29.2.2016 - 1 B 201/15 -, vom 8.12.2015 - 1 B 160/15 -, vom 16.1.2015 - 1 B 370/14 -, jeweils juris und jeweils m.w.N. 2) OVG Hamburg, Beschluss vom 24.6.2014 - 4 Bs 279/13 -, juris Rdnr. 8 3) OVG Hamburg, Beschluss vom 20.1.2004 - 1 Bs 387/03 - juris Rdnrn. 6 f. 4) Hahn in Friauf, Kommentar zur Gewerbeordnung,

  1. Erg.lief. Juli 2015, § 33 c Rdnr. 24; HessVGH., Beschluss vom 5.9.2014 - 8 B 1036/14 -, juris Rdnr. 14 5) OVG des Saarlandes, Beschlüsse vom 10.2.2014 - 1 B 470 und 476/13 -, juris jew. Rdnr. 64 6) aus neuerer Zeit ausführlich zur Problematik: VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 13.7.2015 - 6 S 679/15 -, juris Rdnrn. 15 ff., und OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.6.2015 - 1 B 5.13 -, juris Rdnrn. 98 ff. m.w.N., 114 ff. 7) Beaukamp, Verfassungsrechtsfragen des Spielhallenrechts der Länder, DVBl. 2015, 1473, 1474 ff. 8) vgl. hierzu bereits: BayVerfGH, Entscheidung vom 28.6.2013 - u.a. Vf 10-VII-12 -, juris Rdnr. 79 ff., und StGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.6.2014 - 15/13, 1 BV 15/13 -, juris Rdnrn. 351 ff. 9) OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.6.2015, a.a.O., Rdnr. 134 m.w.N. 10) StGH BW, a.a.O., Rdnr. 353 11) StGH Baden-Württemberg, a.a.O., Rdnr. 434 12) BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 31.3.2016 - 2 BvR 929/14 -, juris 13) vgl. etwa den dem Vergleichsvorschlag des OVG Nordrhein-Westfalen zugrundeliegenden Sachverhalt, Beschluss vom 27.8.2015 - 4 B 407/15 -, juris 14) OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.6.2015, a.a.O., Rdnrn. 143 ff.; StGH Baden-Württemberg, a.a.O., Rdnrn. 355 ff.; BayVerfGH, a.a.O., Rdnrn. 85 ff. 15) StGH Baden-Württemberg, a.a.O., Rdnrn. 435, 439 ff., 457 ff. 16) OVG des Saarlandes, Beschluss vom 20.8.2013 - 3 B 387/13 -, juris 17) OVG des Saarlandes, Beschluss vom 5.2.2014 - 1 B 489/13 -, juris 18) OVG des Saarlandes, grundlegend: Beschlüsse vom 3.2.2014 - 1 B 479/13 -, vom 10.2.2014 - 1 B 470 und 476/13 -, vom 14.3.2014 - 1 B 102/14 -, vom 27.3.2014 - 1 B 216/14 - (Zwischenentscheidung), vom 24.6.2014 - 1 B 216/14 -, jew. juris 19) BVerwG, Urteil vom 10.12.2015 - 2 C 46.13 - Rdnr. 12 m.w.N. 20) HessVGH; Beschluss vom 5.9.2014, a.a.O., Rdnr. 20 21) in diesem Sinn bereits: BayVerfGH, a.a.O., Rdnr. 96, und seither die obergerichtliche Rechtsprechung, ausführlich u.a.: Beschluss des Senats vom 3.2.2014, a.a.O., Rdnrn. 27 ff. 22) VerfGH des Saarlandes, Beschluss vom 8.10.2012 - Lv 1/13 -, juris Rdnr. 60 m.w.N. 23) Guckelberger, Das neue saarländische Spielhallengesetz, LKRZ 2012, 393 m.w.N. 24) OVG des Saarlandes, Beschluss vom 5.2.2014 - 1 B 489/13 -, amtl. Abdr. S. 5 ff. 25) Landtagsdrucksache 15/15, Seite 76 26) Landtagsdrucksache 15/15, Seite 77 27) Landtagsdrucksache 15/15, Seite 142 28) BVerwG, Urteil vom 20.3.2014 4 C 11/13 -, juris Rdnr. 21 29) Bayerischer Landtag, Drs. 16/12192, S. 2, 14 30) Abgeordnetenhaus Berlin, Drs. 16/4027, S. 12 31) Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, Drs. 20/5877, S. 31 32) Hessischer Landtag, Drs.18/5847, S. 3 33) OVG Thüringen, Beschluss vom 8.4.2015, a.a.O., Rdnr. 7 34) HessVGH, Beschluss vom 5.9.2014, a.a.O., Rdnrn. 24 und 39 35) OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 27.8.2015, a.a.O. 36) OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 24.7.2015 - 4 B 13/15 -, juris Rdnrn. 9 ff. 37) vgl. z.B. den im Eilrechtsschutzverfahren der Klägerin ergangenen Beschluss des Senats vom 5.2.2014, amtl. Abdr. S. 6 ff.; ferner Beschlüsse vom 10.2.2014, a.a.O., Rdnrn. 9-38 38) LT-Drs. 15/
  2. S. 142 39) EuGH, Urteil vom 4.2.2016 - C - 336/14 -, juris Rdnrn. 68 und 76 40) OVG Thüringen, Beschluss vom 8.4.2015, a.a.O., Rdnr. 7 a.E. 41) OVG des Saarlandes, Urteil vom 1.12.2015 - 1A 393/14 -, juris Rdnrn. 42 ff.; vgl. ferner die Rechtsprechung zu den Anforderungen an die Ermessensbetätigung beim bauaufsichtlichen Einschreiten, wenn eine Vielzahl von Schwarzbauten abzuarbeiten ist: BVerwG, Beschluss vom 23.11.1998 - 4 B 99/98 -, juris Rdnr. 4; OVG des Saarlandes, Urteil vom 18.6.2002 - 2 R 9/01 -, juris Rdnr. 37 42) Landmann/Rohmer, Gewerbeordnung, Kommentar, Bd. 1, Stand
  3. Erg.lief. Juni 2015, § 15 Rdnr. 14 ff. 43) Heß in Friauf, Kommentar zur Gewerbeordnung, a.a.O., § 15 Rdnrn. 83 ff. 44) BVerwG, Urteil vom 9.3.2005 - 6 C 11/04 -, juris Rdnr. 31 45) Landmann/Rohmer, a.a.O., § 15 Rdnr.

§ 35Rdnr. 19 46) Heß in Friauf, a.a.O., § 15 Rdnr. 82 m.w.N. 47) BVerw

G, Urteil vom 10.12.2015, a.a.O., Rdnr. 12 a.E.

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