GO i.V.m. § 920 Abs.
ZPO Randnummer 28 Ein Anordnungsgrund liegt darin, dass im Falle der Geländemodellierung und Herstellung der Erschließungsstraße ein Zustand geschaffen würde, der nur schwer wieder rückgängig zu machen wäre. Randnummer 29 Der Antrag ist nicht wegen einer – wenn auch nur zeitlich befristeten – Vorwegnahme der Hauptsache unzulässig. Randnummer 30 Denn vorliegend begehren die Antragsteller den Erlass einer Sicherungsanordnung, die allein der Sicherung des rechtlichen und/oder tatsächlichen status quo gegenüber öffentlich-rechtlichen Maßnahmen dient, die keine Verwaltungsakte sind. Inhalt einer Sicherungsanordnung ist daher in der Regel ein Unterlassungsgebot. 6 Funke-Kaiser in Bader, VwGO, § 123 Rdnr. 8 Funke-Kaiser in Bader, VwGO, § 123 Rdnr. 8 Ein typischer Anwendungsfall ist die Unterlassung öffentlicher Bauarbeiten, wenn keine Baugenehmigung vorliegt. 7 Funke-Kaiser in Bader, VwGO, § 123 Rdnr. 9 unter Hinweis auf BVerwG, Beschluss vom 21.01.1994 – 7 VR 12.93 -, NVwZ 1994, 370; OVG Schleswig, Beschluss vom 30.12.1993 – 4 M 129/93 -, NVwZ 1994, 590; und VGH Kassel, Beschluss vom 23.11.1987 – 2 TG 3079/87 -, NVwZ 1989, 171 Funke-Kaiser in Bader, VwGO, § 123 Rdnr. 9 unter Hinweis auf BVerwG, Beschluss vom 21.01.1994 – 7 VR 12.93 -, NVwZ 1994, 370; OVG Schleswig, Beschluss vom 30.12.1993 – 4 M 129/93 -, NVwZ 1994, 590; und VGH Kassel, Beschluss vom 23.11.1987 – 2 TG 3079/87 -, NVwZ 1989, 171 Randnummer 31 Den Antragstellern steht indes kein Anordnungsanspruch zu. Randnummer 32 Zwar muss ein Grundeigentümer Beeinträchtigungen, die eine Straße durch ihre bestimmungsmäßige Nutzung auslöst, nur dann hinnehmen, wenn für die Herstellung der Straße und die bestimmungsgemäße Nutzung eine ausreichende Rechtsgrundlage gegeben ist, 8 BVerwG, Urteil vom 26.08.1993 – 4 C 24.91 -, BVerwGE 94, 100 = BRS 55 Nr. 17 BVerwG, Urteil vom 26.08.1993 – 4 C 24.91 -, BVerwGE 94, 100 = BRS 55 Nr. 17 sodass ihm anderenfalls ein entsprechender Abwehranspruch zusteht. Randnummer 33 Insoweit machen die Antragsteller zunächst zutreffend geltend, der Bebauungsplan, der nach § 39 Abs. 3 SaarlStrG Rechtsgrundlage für den Straßenbau sei, enthalte für Aufschüttungen im Bereich ihres Grundstücks keine Festsetzung für Aufschüttungen im Bereich ihres Grundstücks. Ebenfalls zutreffend ist ihr rechtlicher Ansatz, für die Festsetzung einer Aufschüttung bedürfe es im Planaufstellungsverfahren einer Abwägung gemäß § 1 Abs. 7 BauGB, die vorliegend nicht erfolgt sei. Randnummer 34 Nach § 9 Abs. 1 Nr. 26 BauGB können im Bebauungsplan aus städtebaulichen Gründen die Flächen für Aufschüttungen, Abgrabungen und Stützmauern festgesetzt werden, soweit sie zur Herstellung des Straßenkörpers erforderlich sind. Diese Bestimmung greift für die Herstellung des Straßenkörpers und ist deshalb spezieller als § 9 Abs. 1 Nr. 17 BauGB, der Flächen für Aufschüttungen und Abgrabungen oder für die Gewinnung von Steinen, Erden und anderen Bodenschätzen betrifft. Randnummer 35 Es kann einen Fehler darstellen, wenn, obwohl geboten, von der Festsetzung nach Nummer 26 abgesehen wird. So kann ein Bebauungsplan unwirksam sein, wenn die festgesetzte Verbreiterung einer Erschließungsanlage wegen des hängigen Geländes die Herstellung von Böschungen oder Stützmauern erfordert, ohne dass die dafür erforderlichen Flächen im Bebauungsplan zeichnerisch oder schriftlich mit hinreichender Bestimmtheit festgesetzt sind. 9 VGH Mannheim, Beschluss vom 02.03.1977 – III 1819.76 -, BRS 32 Nr. 6; Urteil vom 03.03.1980 – III 3370.80 -, ZKF 1981, 95; Beschluss vom 24.03.1080 – III 1980.79 -, BRS 36 Nr. 10 VGH Mannheim, Beschluss vom 02.03.1977 – III 1819.76 -, BRS 32 Nr. 6; Urteil vom 03.03.1980 – III 3370.80 -, ZKF 1981, 95; Beschluss vom 24.03.1080 – III 1980.79 -, BRS 36 Nr. 10 Ebenso verhält es sich, wenn für die Erschließungsstraße eine Höhenfestsetzung getroffen worden ist und die anliegenden Grundstücke wegen eines topografisch bewegten Geländes an die Höhenlage der Straße durch Böschungen und Stützmauern angepasst werden müssen, die dazu notwendigen Festsetzungen nach Nummer 26 jedoch unterbleiben. 10 OVG Münster, Urteil vom 13.02.1997 – 7a D 115/94.NE, BRS 59 Nr. 47 OVG Münster, Urteil vom 13.02.1997 – 7a D 115/94.NE, BRS 59 Nr. 47 Randnummer 36 Soweit die in Nummer 26 bezeichneten Maßnahmen jedoch innerhalb der Flächen durchgeführt werden, die als Verkehrsflächen (§ 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB) festgesetzt sind, bedarf es keiner zusätzlichen Festsetzung nach Nummer 26 . Die Maßnahmen nach dieser Vorschrift betreffen Eingriffe in die den Verkehrsflächen benachbarten Grundstücke. 11 Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9 Rdnr. 229 (Stand: Juni 2012) Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9 Rdnr. 229 (Stand: Juni 2012) Böschungsfestsetzungen nach Nummer 26 haben nicht so weitreichende Folgen wie die Festsetzungen für Verkehrsflächen nach Nummer 11, durch die jede private bauliche Nutzung ausgeschlossen wird. 12 BVerwG, Urteil vom 27.08.2009 – 4 CN 5.08 -, BRS 74 Nr. 19 BVerwG, Urteil vom 27.08.2009 – 4 CN 5.08 -, BRS 74 Nr. 19 Festsetzungen nach Nummer 26 haben nur eine Beschränkung der Nutzungsmöglichkeiten des betroffenen (Nachbar-) Grundstücks oder Grundstücksteils zur Folge, als die betroffenen Flächen (des der Straße benachbarten) Grundstücks für die Zwecke der Herstellung und Sicherung des Straßenkörpers durch Maßnahmen für Böschungen und Stützmauern und deren Unterhaltung planungsrechtlich vorgesehen und dem entgegenstehende Nutzungen dieser Flächen ausgeschlossen sind. 13 Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9 Rdnr. 229a (Stand: Juni 2012) Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9 Rdnr. 229a (Stand: Juni 2012) Randnummer 37 Vorliegend soll das Grundstück der Antragsteller mit keiner Maßnahme im Sinne von § 9 Abs. 1 Nr. 26 BauGB in Anspruch genommen werden. Vielmehr ist die Errichtung einer Stützmauer auf der im Bebauungsplan ausgewiesenen Verkehrsfläche vorgesehen. Bedarf es dafür aber keiner Festsetzung nach § 9 Abs. 1 Nr. 26 BauGB, kann insoweit auch kein Abwägungsdefizit im Rahmen der Planaufstellung festgestellt werden. Randnummer 38 Dementsprechend kommt es nicht (mehr) darauf an, ob die Antragsteller mit ihrem Vorbringen nach den §§ 214 ff. BauGB präkludiert sind oder aber der Straßenbau auch im Falle der Nichtigkeit des Bebauungsplans von den Antragstellern nicht verhindert werden könnte. Randnummer 39 Damit ist der Antrag mit der Kostenfolge aus § 154 Abs. 1 VwGO zurückzuweisen. Randnummer 40 Die Streitwertfestsetzung folgt aus den §§ 63 Abs. 2, 53 Abs. 3 Nr. 1 i.V.m. § 52 Abs. 2 GKG. Fußnoten 1) BVerwG, Beschluss vom 28.11.1995 – 11 VR 38.95 -, NVwZ 1996, 389 2) BVerwG, Beschluss vom 21.01.1999 – 11 VR 8.98 -, NVwZ 1999, 650 3) VGH Mannheim, Beschluss vom 01.10.1999 – 5 S 1921/99 – NVwZ-RR 2000, 470 4) Eilbedürftigkeit = Unzumutbarkeit, die Hauptsacheentscheidung abzuwarten 5) § 123 Abs. 3 VwGO i.V.m. § 920 Abs.
GO, § 123 Rdnr. 8 7) Funke-Kaiser in Bader, VwGO, § 123 Rdnr. 9 unter Hinweis auf BVerwG, Beschluss vom 21.01.1994 – 7 VR 12.93 -, NVwZ 1994, 370; OVG Schleswig, Beschluss vom 30.12.1993 – 4 M 129/93 -, NVwZ 1994, 590; und VGH Kassel, Beschluss vom 23.11.1987 – 2 TG 3079/87 -, NVwZ 1989, 171 8) BVerwG, Urteil vom 26.08.1993 – 4 C 24.91 -, BVerwGE 94, 100 = BRS 55 Nr. 17 9) VGH Mannheim, Beschluss vom 02.03.1977 – III 1819.76 -, BRS 32 Nr. 6; Urteil vom 03.03.1980 – III 3370.80 -, ZKF 1981, 95; Beschluss vom 24.03.1080 – III 1980.79 -, BRS 36 Nr. 10 10) OVG Münster, Urteil vom 13.02.1997 – 7a D 115/94.NE, BRS 59 Nr. 47 11) Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9 Rdnr. 229 (Stand: Juni 2012) 12) BVerwG, Urteil vom 27.08.2009 – 4 CN 5.08 -, BRS 74 Nr. 19 13) Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9 Rdnr. 229a (Stand: Juni 2012)
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