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Verwaltungsgericht des Saarlandes 3. Kammer 3 K 2299/16 Urteil Kostenerstattungsstreit zwischen Sozialhilfe- und Jugendhilfeträger; Vorliegen einer Te

Kostenerstattungsstreit zwischen Sozialhilfe- und Jugendhilfeträger; Vorliegen einer Teilhabebeeinträchtigung i.S.d. § 35a SGB VIII Tenor Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des Verfahrens trägt der

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SGB VIII verweist, kann als Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII auch Hilfe zur angemessenen Schulbildung in Gestalt der Begleitung durch einen Integrationshelfer erbracht werden. Eingehend zu den von § 35a SGB VIII erfassten Hilfen: Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB VIII, Stand 05/15, § 35a SGB VIII, Rn. 44 ff. Da § 35a Abs.

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SGB VIII verweist, kann als Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII auch Hilfe zur angemessenen Schulbildung in Gestalt der Begleitung durch einen Integrationshelfer erbracht werden. Eingehend zu den von § 35a SGB VIII erfassten Hilfen: Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB VIII, Stand 05/15, § 35a SGB VIII, Rn. 44 ff. Randnummer 39 Die Voraussetzungen der Eingliederungshilfe gemäß § 35a SGB VIII waren jedoch in der Person des Leistungsempfängers im streitigen Bewilligungszeitraum nicht erfüllt. Randnummer 40 § 35a Abs. 1 S. 1 SGB VIII knüpft an den Behinderungsbegriff aus § 2 SGB IX a.F. 14 Das Neunte Sozialgesetzbuch wurde durch das Bundesteilhabegesetz vom 23.12.2012 umfassend reformiert. Die geänderte Fassung trat zum 01.01.2018 (in Teilen) in Kraft (BGBl. 2016 I, S. 3234), vgl. hierzu: BT-Drs. 18/

  1. Das Neunte Sozialgesetzbuch wurde durch das Bundesteilhabegesetz vom 23.12.2012 umfassend reformiert. Die geänderte Fassung trat zum 01.01.2018 (in Teilen) in Kraft (BGBl. 2016 I, S. 3234), vgl. hierzu: BT-Drs. 18/
  2. an und spaltet diesen in die zwei Voraussetzungen „Abweichung von der alterstypischen seelischen Gesundheit“ (Nr.1) und die daraus resultierende „Teilhabebeeinträchtigung“ (Nr. 2) auf. Beide Voraussetzungen, die kumulativ vorliegen müssen, sind kausal miteinander verknüpft, d.h. die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft muss auf dem Abweichen von der alterstypischen seelischen Gesundheit beruhen. 15 Vgl. v. Koppenfels-Spies, in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  3. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  4. Vgl. v. Koppenfels-Spies, in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  5. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  6. Randnummer 41 a. Bei dem Leistungsempfänger lag im Schuljahr 2010/2011 eine Abweichung der seelischen Gesundheit von dem für sein Lebensalter typischen Zustand vor (§ 35a Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII). Hierunter ist das Fehlen bzw. der Verlust oder die Beeinträchtigung von Funktionen oder Fähigkeiten zu verstehen, die mit einem normalerweise vorhandenen Zustand seelischer Gesundheit verbunden sind. 16 Ausführlich hierzu: VG des Saarlandes, Gerichtsbescheid vom 03.04.2017, 3 K 2311/16, n.v. sowie Gerichtsbescheid vom 11.04.2017 – 3 K 1205/16 –, Rn. 35, juris. Ausführlich hierzu: VG des Saarlandes, Gerichtsbescheid vom 03.04.2017, 3 K 2311/16, n.v. sowie Gerichtsbescheid vom 11.04.2017 – 3 K 1205/16 –, Rn. 35, juris. Randnummer 42 Die Beurteilung, ob eine Abweichung der seelischen Gesundheit i. S. v. § 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VIII vorliegt, ist Aufgabe von spezialisierten Ärzten oder Psychotherapeuten. 17 Vgl. OVG Sachsen, Beschluss vom 20.02.2015 – 4 A 128/14 –, Rn. 5, juris Vgl. OVG Sachsen, Beschluss vom 20.02.2015 – 4 A 128/14 –, Rn. 5, juris Die Abweichung der seelischen Gesundheit ist gemäß § 35a Abs. 1a S. 2 SGB VIII auf der Grundlage der aktuellsten Fassung des Internationalen Klassifikation der Krankheiten (kurz: ICD) zu ermitteln. 18 Vgl. v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  7. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  8. Vgl. v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  9. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  10. Dabei ist nach § 35a Abs. 1a S. 3 SGB VIII auch darzulegen, ob die Abweichung Krankheitswert hat oder auf einer Krankheit beruht. Randnummer 43 Vorliegend haben Fachärzte der Abteilung Kinder- Jugendmedizin der ... Klinik K in dem Bericht vom 14.10.2010 unter Anwendung der ICD u.a. Störungen des Sozialverhaltens im familiären Rahmen (F91.0), Einzelsymptome einer Aufmerksamkeitsstörung (F90.8), eine emotionale Störung mit Selbstunsicherheit (F93.8), eine expressive Sprachentwicklungsverzögerung (F80.1), eine rezeptive Sprachentwicklungsverzögerung (in Besserung) (F80.2) sowie eine Entwicklungsstörung schulischer Fähigkeiten bei non verbaler Intelligenz im unteren Normbereich bei gleichzeitigem Entwicklungstiefpunkt in der Sprache (F81.8) diagnostiziert. Ferner bestand der Verdacht auf eine Lernbehinderung (F81.9). Diese Diagnosen unterfallen dem
  11. Kapitel des ICD, das psychische Störungen und Verhaltensstörungen klassifiziert (F00- F99). 19 Vgl. im Einzelnen: v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  12. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  13. Vgl. im Einzelnen: v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  14. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  15. Zwar führt nicht jede psychische Störung i.S.d. des ICD zu einer Abweichung von der seelischen Gesundheit im Sinne von § 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VIII, 20 Zur Diagnose einer einfachen ADHS (F 90.0): OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 14, juris. Zur Diagnose einer einfachen ADHS (F 90.0): OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 14, juris. allerdings lagen bei dem Leistungsempfänger nicht nur vereinzelte Auffälligkeiten, sondern eine Vielzahl psychischer Leiden vor, sodass eine erhebliche Abweichung der seelischen Gesundheit i. S. v. § 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VIII mit Krankheitswert vorlag. Randnummer 44 Zum jeweiligen Zeitpunkt der Hilfebewilligung war auf Basis der fachärztlichen Feststellungen überdies davon auszugehen, dass diese Abweichung der seelischen Gesundheit vom alterstypischen Entwicklungsstand nicht lediglich eine vorrübergehende Störung, sondern eine voraussichtlich länger als 6 Monate andauernde Störung war (§ 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VIII). 21 Vgl. v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  16. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  17. Vgl. v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  18. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  19. Randnummer 45 b. Allerdings setzt die Hilfe nach § 35a SGB VIII neben einer Abweichung von der seelischen Gesundheit gemäß § 35a Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SGB VIII voraus, dass die Teilhabe des Leistungsempfängers am Leben in der Gesellschaft in Folge der Abweichung von der seelischen Gesundheit beeinträchtigt oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Diese Hilfevoraussetzung war im hier maßgeblichen Zeitraum nicht gegeben. Randnummer 46 Bei der Überprüfung des Vorliegens einer Teilhabebeeinträchtigung i.S.d. § 35a Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SGB VIII sind die Auswirkungen der seelischen Störungen auf die Teilhabe an dem Leben in der Gemeinschaft zu betrachten. 22 Vgl. OVG Thüringen, Urteil vom 19.01.2017 – 3 KO 656/16 –, Rn. 40, juris. Vgl. OVG Thüringen, Urteil vom 19.01.2017 – 3 KO 656/16 –, Rn. 40, juris. In die Gesellschaft eingegliedert ist, wer aktiv, selbstbestimmt und altersgemäß soziale Funktionen und Rollen in den betreffenden Lebensbereichen wie Familie, Freundeskreis, Schule und Freizeit noch auszuüben imstande ist. 23 Vgl. VG Cottbus, Urteil vom 23.06.2016 - 1 K 1738/14 – juris sowie Fegert , in Wiesner, SGB VIII,
  20. Aufl., § 35a SGB VIII, Rn.
  21. Vgl. VG Cottbus, Urteil vom 23.06.2016 - 1 K 1738/14 – juris sowie Fegert , in Wiesner, SGB VIII,
  22. Aufl., § 35a SGB VIII, Rn.
  23. Demnach geht es um den individuellen Umgang des jeweils Betroffenen mit seiner seelischen Störung in den einzelnen Lebensbereichen – hier in der Schule –, wobei die persönlichen Ressourcen und der persönliche Leidensdruck zu betrachten sind. 24 Vgl. Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn.
  24. Vgl. Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn.
  25. Randnummer 47 Eine Teilhabebeeinträchtigung liegt vor bzw. droht, wenn die seelische Störung nach Breite, Tiefe und Dauer so intensiv ist, dass sie die Fähigkeit des Betroffenen zur Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt oder eine solche Beeinträchtigung erwarten lässt. 25 Vgl. BVerwG, Urteile vom 11.08.2005 – 5 C 18.04 –, Rn. 31, juris sowie vom 28.09.2000 – 5 C 29/99 –, Rn. 19, juris; OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 17, juris. Vgl. BVerwG, Urteile vom 11.08.2005 – 5 C 18.04 –, Rn. 31, juris sowie vom 28.09.2000 – 5 C 29/99 –, Rn. 19, juris; OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 17, juris. Erforderlich ist daher, dass eine nachhaltige Einschränkung der sozialen Funktionstüchtigkeit des Betreffenden vorliegt oder eine solche droht. Dies ist beispielsweise bei einer auf Versagensängsten beruhenden Schulphobie, bei einer totalen Schul- und Lernverweigerung, bei einem Rückzug aus jedem sozialen Kontakt oder bei einer Vereinzelung in der Schule anzunehmen, nicht aber bereits bei bloßen Schulproblemen und Schulängsten, wie sie auch andere Kinder teilen. 26 Vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1998 – 5 C 38.97 –, juris; OVG NRW, Beschuss vom 14.11.2007 – 12 A 457/06 –, juris; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26.03.2007 – 7 E 10212/07 –, Rn. 7, juris. Vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1998 – 5 C 38.97 –, juris; OVG NRW, Beschuss vom 14.11.2007 – 12 A 457/06 –, juris; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26.03.2007 – 7 E 10212/07 –, Rn. 7, juris. Die Einbindung in die genannten Lebensbereiche muss so erschwert sein, dass der Betroffene nur noch bedingt die Fähigkeit hat, sich in diesen Bereichen altersangemessen selbst zu verwirklichen und das benötigte Maß an Wertschätzung und Anerkennung zu erfahren. 27 Vgl. VG Arnsberg, Urteil vom 13.12.2005 – 11 K 910/05 –, Rn. 28, juris sowie Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn.
  26. Vgl. VG Arnsberg, Urteil vom 13.12.2005 – 11 K 910/05 –, Rn. 28, juris sowie Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn.
  27. Randnummer 48 Das Gericht ist bei der Entscheidung, ob eine Teilhabebeeinträchtigung nach § 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB VIII gegeben ist, nicht an ein fachärztliches Gutachten gebunden, sondern kann hierzu eigene Feststellungen treffen. 28 Vgl. OVG Sachsen, Beschluss vom 20.02.2015 – 4 A 128/14 –, Rn. 5, juris. Vgl. OVG Sachsen, Beschluss vom 20.02.2015 – 4 A 128/14 –, Rn. 5, juris. Randnummer 49 Vorliegend ist nicht davon auszugehen, dass der Leistungsempfänger in der Zeit vom 14.02.2011 bis 30.06.2011 in seiner Teilhabe am Leben der Gesellschaft – hier in der Schule – im vorbeschriebenen Sinne beeinträchtigt war. Aus dem Gutachten vom 14.10.2010 folgt, dass weder die Mutter noch die Lehrerin von einer sozialen Ausgrenzung berichteten. 29 Vgl. hierzu: OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 23, juris. Vgl. hierzu: OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 23, juris. Vielmehr war der Junge in den Klassenverband integriert, zeigte dort keine Probleme im Sozialverhalten und fand in der Pause Spielpartner. Die Lehrerin hatte gegenüber den behandelnden Ärzten lediglich die Ablenkbarkeit im Unterricht und einen Hilfebedarf bei umfangreichen Arbeiten bestätigt. 30 Bl. 20 – 21 der Verwaltungsakte. Bl. 20 – 21 der Verwaltungsakte. Entsprechendes berichtete auch die Mutter gegenüber dem medizinischen Dienst des Klägers. Danach ist nicht davon auszugehen, dass die im schulischen Umfeld zu Tage tretende Aufmerksamkeitsstörung beim Leistungsempfänger zu einer nachhaltigen Teilhabebeeinträchtigung i.S.d. § 35a Abs. 1 Nr. 2 SGB VIII führte. Die beschriebenen Probleme sind vielmehr solche, die auch viele andere Kinder im schulischen Alltag teilen. 31 Vgl. zu einer Beeinträchtigung durch ADHS: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 44, juris. Vgl. zu einer Beeinträchtigung durch ADHS: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 44, juris. Randnummer 50 Zwar kam die seelische Störung des Leistungsempfängers im familiären Bereich intensiv zum Vorschein, so war er gegenüber dem eigenen Bruder zu dieser Zeit vermehrt verbal aggressiv und gewalttätig sowie gegenüber der Mutter oppositionell. Demgegenüber zeigte der Leistungsempfänger dieses Verhalten nicht im schulischen Umfeld. Für eine soziale Ausgrenzung in der Schule und damit eine gesellschaftliche Beeinträchtigung in diesem Lebensbereich, der mit der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII begegnet werden soll, gab es keine Anzeichen. Randnummer 51 Dem steht das Gutachten des ärztlichen Dienstes des Klägers nicht entgegen. Der ärztliche Dienst hat selbst festgehalten, dass der Leistungsempfänger wegen seiner Ablenkbarkeit im Unterricht in der Nähe der Lehrerin saß, jedoch gut in die Klassengemeinschaft integriert war und dort kaum Verhaltensauffälligkeiten zeigte. Aus dem Vorliegen einer bloßen Aufmerksamkeitsstörung ohne weitere Auffälligkeiten kann nicht ohne weiteres eine Teilhabebeeinträchtigung abgeleitet werden. 32 Hierzu eingehend: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 44 ff., juris. Hierzu eingehend: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 44 ff., juris. Aus dem Gutachten des ärztlichen Dienstes des Klägers folgt auch nicht, dass im vorliegenden Einzelfall aus der Aufmerksamkeitsschwäche eine ernsthafte Teilhabebeeinträchtigung im schulischen Umfeld resultierte. Randnummer 52 Etwas anderes folgt überdies nicht aus der Stellungnahme des Ministeriums für Bildung vom 20.08.
  28. Dieses hat gegenüber dem Kläger lediglich mitgeteilt, dass der Leistungsempfänger ausweislich der Feststellungen des Förderausschusses eine Person benötige, die ihn während des Schulbesuchs individuell betreue. Aus dem Protokoll über die Förderausschusssitzung vom 25.06.2010 geht aber nicht hervor, dass der Leistungsempfänger im schulischen Bereich sozial auffällig gewesen wäre. Vielmehr hat sich der Förderausschuss – seiner Aufgabe entsprechend – mit der Frage des Förderbedarfs, demnach mit der Notwendigkeit von Förderstunden durch einen Förderschullehrer befasst. Basierend hierauf stellte das Ministerium für Bildung in der Folge einen Förderbedarf im Bereich Lernen fest, sodass der Leistungsempfänger Förderstunden erhielt und damit integrativ unterrichtet wurde. Von diesem sonderpädagogischen Förderbedarf, der den Kernbereich der pädagogischen Arbeit und damit den Pflichtenkreis des Schulträgers betrifft, ist aber der Bedarf nach § 35a SGB VIII, hier in Gestalt der Begleitung durch einen Integrationshelfer, zu unterscheiden. 33 Vgl. zur Abgrenzung der Jugendhilfe von der sonderpädagogischen Förderung: Luthe , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  29. Aufl. 2014, § 10 SGB VIII, Rn. 50 ff. sowie Bieritz-Harder , in: Hauck/Noftz, SGB VIII, 12/15, § 10 SGB VIII, Rn. 8 ff. Vgl. zur Abgrenzung der Jugendhilfe von der sonderpädagogischen Förderung: Luthe , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  30. Aufl. 2014, § 10 SGB VIII, Rn. 50 ff. sowie Bieritz-Harder , in: Hauck/Noftz, SGB VIII, 12/15, § 10 SGB VIII, Rn. 8 ff. Feststellungen zu einer Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, hier in der Schule, enthalten weder das Schreiben des Ministeriums noch das Protokoll über die Sitzung des Förderausschusses. Randnummer 53 Ferner gab es auch keine Anzeichen, dass eine Teilhabebeeinträchtigung in der Schule drohte. Nach § 35 Abs. 1 S. 2 SGB VIII sind Kinder oder Jugendliche von einer seelischen Behinderung bedroht, wenn bei ihnen eine Beeinträchtigung ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nach fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Im Falle einer bisher noch nicht eingetretenen Behinderung ist eine Prognosebeurteilung darüber vorzunehmen, ob und gegebenenfalls wann beziehungsweise mit welcher Wahrscheinlichkeit der Eintritt einer Behinderung zu erwarten ist. Hierbei ist nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eine Wahrscheinlichkeit von wesentlich mehr als 50 Prozent erforderlich. 34 Vgl. hierzu: BVerwG, Urteil vom 26.11.1998 – 5 C 38/97 –, Rn. 16, juris. Vgl. hierzu: BVerwG, Urteil vom 26.11.1998 – 5 C 38/97 –, Rn. 16, juris. Randnummer 54 Angesichts der guten Einbindung des Leistungsempfängers in den Klassenverband und unter Berücksichtigung der unterstützenden pädagogischen Förderstunden gab es keinen Anlass von einem alsbald bevorstehenden Schulversagen mit nachfolgender sozialer Ausgrenzung auszugehen. 35 Vgl. zu dieser Thematik: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 60, juris. Vgl. zu dieser Thematik: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 60, juris. Randnummer 55 Fehlte es aber im hier maßgeblichen Zeitraum an einer der Voraussetzungen des § 35a SGB VIII, war der Beklagte nicht zur Leistung verpflichtet und scheidet damit als vorrangig Verpflichteter i.S.d. § 104 SGB X aus. Daher kann auch dahinstehen, ob der Leistungsempfänger zusätzlich zu der seelischen Störung noch an einer wesentlichen geistigen oder körperlichen Behinderung – etwa ausgelöst durch eine Chromosomenanomalie – litt, die ggf. eine vorrangige Verpflichtung des Klägers hätte begründen können. II. Randnummer 56 Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 1 VwGO und auf § 173 S. 1 VwGO i.V.m. § 17b Abs. 2 S. 1 GVG. Randnummer 57 Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit hinsichtlich der Kosten ergibt sich aus § 167 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 708 Nr. 11, § 711 ZPO. Randnummer 58 Eine Beiladung des Leistungsempfängers war hier nicht geboten. Die Position des Leistungsberechtigten wird im Rahmen eines Erstattungsstreits grundsätzlich nicht berührt. 36 Vgl. hierzu: BSG, Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R –, Rn. 10, juris und – B 8 SO 12/12 R –, Rn. 9, juris; LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 29.10.2015 – L 8 SO 122/12 –, Rn. 20, juris. Vgl. hierzu: BSG, Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R –, Rn. 10, juris und – B 8 SO 12/12 R –, Rn. 9, juris; LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 29.10.2015 – L 8 SO 122/12 –, Rn. 20, juris. Randnummer 59 Die Festsetzung des Streitwertes beruht auf § 52 Abs. 3 S. 1 GKG. Gerichtskostenfreiheit besteht nach § 188 S. 2
  31. Halbs. VwGO im Kostenerstattungsrechtstreit nicht. Randnummer 60 Für eine Zulassung der Berufung gemäß § 124 a Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 124 Abs. 2 Nr. 3 und Nr. 4 VwGO besteht kein Anlass. Fußnoten 1) Vgl. BVerwG, Urteil vom 13.06.2013 – 5 C 30/12 –, Rn. 30, juris; BSG, Urteil vom 25.09.2014 – B 8 SO 7/13 R –, Rn. 22, juris; Weber , in: BeckOK Sozialrecht, Rolfs/Giesen/Kreikebohm/Udsching,
  32. Edition, Stand 01.09.2017, § 102 SGB X, Rn.
  33. 2) Bl. 36 der Verwaltungsakte. 3) Vgl. BVerwG, Urteil vom 09.02.2012 – 5 C 3/11 –, Rn. 15, juris. 4) Vgl. BVerwG, Urteil vom 02.03.2006 – 5 C 15/05 –, Rn.16, juris; BVerwG, Urteil vom 09.02.2012 – 5 C 3/11 –, Rn. 16, juris. 5) Vgl. BVerwG, Urteil vom 02.03.2006 – 5 C 15/05 –, Rn.18, juris; BVerwG, Urteil vom 09.02.2012 – 5 C 3/11 –, Rn. 16, juris. 6) Vgl. VGH Bayern, Beschluss vom 24.02.2014 – 12 ZB 12.715 –, Rn. 25, juris. 7) Vgl. VGH Bayern, Beschluss vom 24.02.2014 – 12 ZB 12.715 –, Rn. 26, juris; so auch: LSG NRW, Urteil vom 28.01.2013 – L 20 SO 170/11 –, Rn. 40, juris sowie bereits VG des Saarlandes, Gerichtsbescheid vom 11.04.2017 – 3 K 1205/16 –, Rn. 31, juris. 8) Ein Erstattungsanspruch nach § 103 SGB X setzt u.a. voraus, dass der Anspruch auf die ursprüngliche Leistung (ganz oder teilweise) durch das Hinzutreten einer weiteren Sozialleistung kraft Gesetzes entfällt (z.B. § 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V), vgl.: Prange , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB X,
  34. Auflage 2017, § 103 SGB X, Rn.
  35. Ein solcher nachträglicher Wegfall der Leistungspflicht war hier nicht gegeben. 9) Vgl. BVerwG, Urteil vom 13.06.2013 – 5 C 30/12 –, Rn. 23, juris; OVG des Saarlandes, Urteil vom 28.10.2011 – 3 A 301/11 –, Rn. 24, juris; VG Augsburg, Urteil vom 28.07.2015 – Au 3 K 15.687 –, Rn. 30, juris. 10) Vgl. BVerwG, Urteil vom 13.06.2013 – 5 C 30/12 –, Rn. 31, juris; BVerwG, Urteil vom 09.02.2012 – 5 C 3/11 –, Rn. 26, juris; BVerwG, Urteil vom 19.10.2011 – 5 C 6/11 –, Rn 7, juris. 11) Ständige Rspr. des Bundesverwaltungsgerichts, zuletzt: BVerwG, Urteil vom 22.06.2017 – 5 C 3/16 –, Rn. 23, juris. 12) In der hier maßgeblichen Fassung vom 14.12.2006 (BGBl. I 2006, Bl. 3134); diese Fassung trat zum 31.12.2011 außer Kraft und wurde durch eine wortgleiche Fassung ersetzt (BGBl. I 2012, Bl. 2022). 13) Da § 35a Abs.

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SGB VIII verweist, kann als Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII auch Hilfe zur angemessenen Schulbildung in Gestalt der Begleitung durch einen Integrationshelfer erbracht werden. Eingehend zu den von § 35a SGB VIII erfassten Hilfen: Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB VIII, Stand 05/15, § 35a SGB VIII, Rn. 44 ff. 14) Das Neunte Sozialgesetzbuch wurde durch das Bundesteilhabegesetz vom 23.12.2012 umfassend reformiert. Die geänderte Fassung trat zum 01.01.2018 (in Teilen) in Kraft (BGBl. 2016 I, S. 3234), vgl. hierzu: BT-Drs. 18/

  1. 15) Vgl. v. Koppenfels-Spies, in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  2. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  3. 16) Ausführlich hierzu: VG des Saarlandes, Gerichtsbescheid vom 03.04.2017, 3 K 2311/16, n.v. sowie Gerichtsbescheid vom 11.04.2017 – 3 K 1205/16 –, Rn. 35, juris. 17) Vgl. OVG Sachsen, Beschluss vom 20.02.2015 – 4 A 128/14 –, Rn. 5, juris 18) Vgl. v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  4. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  5. 19) Vgl. im Einzelnen: v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  6. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  7. 20) Zur Diagnose einer einfachen ADHS (F 90.0): OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 14, juris. 21) Vgl. v. Koppenfels-Spies , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  8. Aufl. 2014, § 35a SGB VIII, Rn.
  9. 22) Vgl. OVG Thüringen, Urteil vom 19.01.2017 – 3 KO 656/16 –, Rn. 40, juris. 23) Vgl. VG Cottbus, Urteil vom 23.06.2016 - 1 K 1738/14 – juris sowie Fegert , in Wiesner, SGB VIII,
  10. Aufl., § 35a SGB VIII, Rn.
  11. 24) Vgl. Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn.
  12. 25) Vgl. BVerwG, Urteile vom 11.08.2005 – 5 C 18.04 –, Rn. 31, juris sowie vom 28.09.2000 – 5 C 29/99 –, Rn. 19, juris; OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 17, juris. 26) Vgl. BVerwG, Urteil vom 26.11.1998 – 5 C 38.97 –, juris; OVG NRW, Beschuss vom 14.11.2007 – 12 A 457/06 –, juris; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26.03.2007 – 7 E 10212/07 –, Rn. 7, juris. 27) Vgl. VG Arnsberg, Urteil vom 13.12.2005 – 11 K 910/05 –, Rn. 28, juris sowie Stähr , in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn.
  13. 28) Vgl. OVG Sachsen, Beschluss vom 20.02.2015 – 4 A 128/14 –, Rn. 5, juris. 29) Vgl. hierzu: OVG NRW, Beschluss vom 10.08.2017 – 12 B 745/17 –, Rn. 23, juris. 30) Bl. 20 – 21 der Verwaltungsakte. 31) Vgl. zu einer Beeinträchtigung durch ADHS: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 44, juris. 32) Hierzu eingehend: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 44 ff., juris. 33) Vgl. zur Abgrenzung der Jugendhilfe von der sonderpädagogischen Förderung: Luthe , in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII,
  14. Aufl. 2014, § 10 SGB VIII, Rn. 50 ff. sowie Bieritz-Harder , in: Hauck/Noftz, SGB VIII, 12/15, § 10 SGB VIII, Rn. 8 ff. 34) Vgl. hierzu: BVerwG, Urteil vom 26.11.1998 – 5 C 38/97 –, Rn. 16, juris. 35) Vgl. zu dieser Thematik: VG Köln, Urteil vom 01.02.2017 – 26 K 5134/16 –, Rn. 60, juris. 36) Vgl. hierzu: BSG, Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R –, Rn. 10, juris und – B 8 SO 12/12 R –, Rn. 9, juris; LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 29.10.2015 – L 8 SO 122/12 –, Rn. 20, juris.

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