BAG, Urteil vom 22.09.2020 – 3 AZR 303/18 – Doppeltreuhand - Insolvenz - Rentenanpassungsbedarf Eine Doppeltreuhand kann nicht nur der Sicherung und Erfüllung, sondern auch…
KARE600060847 ECLI:DE:BAG:2020:220920.U.3AZR303.18.0 BAG 3. Senat 20200922 3 AZR 303/18 Urteil § 9 Abs 2 S 1 BetrAVG, § 412 BGB, § 401 Abs 1 BGB, § 9 Abs 2 S 2 BetrAVG, § 16 BetrAVG, § 675 BGB vorgehend ArbG Offenbach, 13. Januar 2017, Az: 8 Ca 216/16, Urteilvorgehend Hessisches Landesarbeitsgericht, 13. Dezember 2017, Az: 6 Sa 463/17, Urteil DEU Bundesrepublik Deutschland Doppeltreuhand - Insolvenz - Rentenanpassungsbedarf Eine Doppeltreuhand kann nicht nur der Sicherung und Erfüllung, sondern auch der Begründung und ergänzenden Insolvenzsicherung der gesetzlich nicht insolvenzgeschützten Ansprüche auf betriebliche Altersversorgung dienen. Der Pensions-Sicherungs-Verein wird dadurch keinen weitergehenden Ansprüchen ausgesetzt. Ihm werden auch keine Sicherheiten rechtswidrig entzogen.
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 13. Dezember 2017 - 6 Sa 463/17 - wird zurückgewiesen.
Der Kläger hat die Kosten der Revision sowie der Nebenintervenienten zu tragen.
1 Die Parteien streiten darüber, ob der Kläger - Träger der gesetzlichen Insolvenzsicherung für Betriebsrenten - Ansprüche auf ein vom Beklagten gehaltenes Treuhandvermögen erheben kann.
2 Der Beklagte ist Treuhänder eines Rahmentreuhandvertrags. Diesen Vertrag hat mit ihm die m AG (im Folgenden Arbeitgeberin), bzw. ihre Rechtsvorgängerin, die M Druckmaschinen AG, zur ergänzenden vertraglichen Insolvenzsicherung der arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung vereinbart.
3 Die Arbeitgeberin erteilte ihren Beschäftigten Direktzusagen auf Leistungen betrieblicher Altersversorgung. Bis zum 15. Mai 2006 gehörte sie dem M-Konzern an. Dort bestand seit dem 3. November 2005 eine Konzernbetriebsvereinbarung zur ergänzenden vertraglichen Sicherung der Versorgungsverpflichtungen der Unternehmen des M-Konzerns durch eine doppelseitige Treuhand (KBV). Den Konzernunternehmen blieb es überlassen, an dieser ergänzenden Sicherung teilzunehmen.
4 Die KBV hat folgenden Inhalt: „Konzernbetriebsvereinbarung zum Outside Funding zwischen ...
Präambel A.
Anwartschaften und Ansprüche auf arbeitgeber-/arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersversorgung im Sinne von § 7 BetrAVG (zusammen ‚betriebliche Versorgungsleistungen‘) sind entsprechend den geltenden gesetzlichen Regelungen gegen die Folgen einer etwaigen Insolvenz des Arbeitgebers geschützt. Der Arbeitgeber entrichtet hierfür Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (‚PSVaG‘).
B.
Zur ergänzenden vertraglichen Insolvenzsicherung sowie zur Sicherstellung der Erfüllung der Versorgungsverpflichtungen können die Unternehmen der M-Gruppe für alle Mitarbeiter und ehemaligen Mitarbeiter im Geltungsbereich der in der Anlage aufgeführten Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung in deren jeweiliger Fassung bzw. sonstiger Direktzusagen des jeweiligen Unternehmens auf Basis dieser Konzernbetriebsvereinbarung zum Outside Funding (‚KBV‘) eine doppelseitige Treuhand unter Beteiligung des Unternehmens, eines Vermögenstreuhänders und eines Mitarbeitertreuhänders durchführen (‚ergänzende Sicherung‘).
C.
Diese KBV sowie die von den Unternehmen vertraglich vereinbarte ergänzende Sicherung gilt ausschließlich nur insoweit und nur solange, als die die ergänzende Sicherung einführenden Unternehmen, deren Betriebe oder deren Betriebsteile Gesellschaften, Betriebe oder Betriebsteile der M-Gruppe sind bzw. ...
D.
Wird die Ergänzende Sicherung durchgeführt, so stehen den Mitarbeitern sowie deren Hinterbliebenen im Sicherungsfall nach Maßgabe der im Rahmen der ergänzenden Sicherung abgeschlossenen Treuhandvereinbarungen eigene Forderungsrechte gegenüber dem Vermögenstreuhänder zu, soweit und solange die jeweiligen Unternehmen Gesellschaften der M Gruppe sind. ... § 2 Vermögenstreuhänder 2.1 Zum Zwecke der ergänzenden Sicherung für die betrieblichen Versorgungsverpflichtungen (einschließlich einer ggf. erdienten Anwartschaftsdynamik und des Rentenanpassungsbedarfs im Sinne des § 16 BetrAVG, die vom gesetzlichen Insolvenzschutz des PSVaG nicht erfasst werden) kann das Unternehmen nach näherer Maßgabe der im Rahmen der ergänzenden Sicherung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen Deckungsmittel auf den Vermögenstreuhänder im Sinne des § 2.3 übertragen.
2.2 Für das jeweilige Unternehmen besteht keine Verpflichtung, Deckungsmittel bereitzustellen oder vorhandene Deckungsmittel zu erhöhen. Allerdings kann das Unternehmen geleistete Deckungsmittel ausschließlich nach Maßgabe der im Rahmen der ergänzenden Sicherung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen zurückfordern und/oder aus der ergänzenden Sicherung ausscheiden.
2.3 Der ‚Vermögenstreuhänder‘ ist der ‚M Trust e.V.‘, Sitz M, der nach näherer Maßgabe seiner Satzung sowie nach den im Rahmen der ergänzenden Sicherung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen ihm nach § 2.1 übertragene Deckungsmittel ausschließlich zum Zwecke der ergänzenden Sicherung verwendet (‚Treuhandvermögen‘). …“ 5 Die Arbeitgeberin nahm an der ergänzenden Sicherung für die betrieblichen Versorgungsverpflichtungen auf der Grundlage der KBV teil. Durch Rahmen-Treuhandvereinbarung vom 9. Dezember 2005 (RTV 2005) übertrug sie hierfür Vermögen auf den Treuhänder, den M Trust e.V. Der Treuhänder stellte nach der RTV 2005 die vereinbarungsgemäße Verwaltung und Abwicklung des Treuhandvermögens sicher. Im Fall der Insolvenz der Arbeitgeberin sollte den Arbeitnehmern und ihren Hinterbliebenen nach der RTV 2005 für ihre Betriebsrentenansprüche ein eigenes Forderungsrecht gegen den Treuhänder zustehen. Die RTV 2005 hat in Auszügen folgenden Wortlaut: „Rahmen-Treuhandvereinbarung zur Sicherung arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersversorgung zwischen 1. der M Druckmaschinen AG,
Präambel A.
Die Gesellschaft hat gemäß der Konzernbetriebsvereinbarung zum Outside Funding vom 03.11.2005 (‚KBV‘) den Mitarbeitern zugesagt, dass ein ergänzender vertraglicher Insolvenzschutz ihrer Anwartschaften und Ansprüche auf Leistungen der arbeitgeber-/arbeitnehmerfinanzierten betrieblichen Altersversorgung im Sinne von § 7 BetrAVG der sog. ‚doppelten Treuhand’ eingeführt werden kann (‚ergänzende Sicherung‘).
B.
Im Rahmen der Ergänzenden Sicherung soll Vermögen der Gesellschaft auf den Vermögenstreuhänder übertragen und von diesem nach den Vorgaben eines Anlageausschusses der Gesellschaft angelegt werden. Zur Sicherstellung der Verwaltung und der Abwicklung der ergänzenden Sicherung ist zudem ein Mitarbeitertreuhänder bestellt, der die Interessen der Gesamtheit der in den Geltungsbereich der ergänzenden Sicherung einbezogenen Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebenen als deren bevollmächtigter Vertreter wahrnimmt und gegenüber der Gesellschaft sowie gegenüber dem Vermögenstreuhänder vertritt und für deren Wahrung Sorge trägt.
In dieser Funktion wird der Mitarbeitertreuhänder auch für die ehemaligen Mitarbeiter der Gesellschaft sowie deren Hinterbliebenen, die Anwartschaftsrechte oder Ansprüche aus der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung erworben haben, oder bereits eine entsprechende Rente erhalten, für leitende Angestellte sowie für Mitglieder der Geschäftsleitung der Gesellschaft sowie deren Hinterbliebene im Sinne der jeweiligen Versorgungszusage (die Vorgenannten zusammen ‚Mitarbeiter‘) als deren bevollmächtigter Vertreter tätig.
C.
Neben der Vereinbarung nach B. begründet der Vermögenstreuhänder mit dieser Treuhandvereinbarung gegenüber der Gesellschaft einen echten berechtigenden Vertrag zu Gunsten der Mitarbeiter (echter berechtigender Vertrag zu Gunsten Dritter), so dass die Mitarbeiter und deren Hinterbliebenen nach näherer Maßgabe der Treuhandvereinbarungen aufgrund dessen eigenständige Forderungsrechte gegenüber dem Vermögenstreuhänder haben. Die Sicherungsrechte werden unmittelbar mit Abschluss dieses Treuhandvertrages begründet.
Vor diesem Hintergrund und zum Vollzug der ergänzenden Sicherung gemäß der KBV vereinbaren die Gesellschaft, der Vermögenstreuhänder sowie der Mitarbeitertreuhänder, dieser handelnd als Vertreter der Mitarbeiter der Gesellschaft und im eigenen Namen, was folgt: § 1 Geltungsbereich Diese Rahmen-Treuhandvereinbarung gilt für die Gesellschaft, den Vermögenstreuhänder, den Mitarbeitertreuhänder sowie für alle Mitarbeiter der Gesellschaft. Ihr Geltungsbereich umfasst ausschließlich die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung der Mitarbeiter der Gesellschaft. § 2 Doppelseitige Treuhand, Sicherungsabrede durch echten Vertrag zugunsten Dritter 2.1 Zur Umsetzung der ergänzenden Sicherung im Sinne dieses Rahmen-Treuhandvertrages werden nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen mit dem Vermögenstreuhänder zwei verschiedene Treuhandverhältnisse vereinbart, durch die der Vermögenstreuhänder sowohl gegenüber der Gesellschaft (Verwaltungs-Treuhand) als auch gegenüber den Mitarbeitern (Sicherungs-Treuhand) treuhänderisch gebunden wird (‚doppelte Treuhand‘). Die doppelte Treuhand wird unmittelbar mit Abschluss dieses Vertrages begründet.
2.2 Auf der Grundlage der KBV kann das zur Erfüllung der Verpflichtungen aus arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgungszusagen der Gesellschaft erforderliche Vermögen von der Gesellschaft auf einen Vermögenstreuhänder übertragen werden. Aktien der M Aktiengesellschaft oder eigene Anteile des jeweiligen Trägerunternehmens dürfen allerdings nicht von der Gesellschaft auf den Vermögenstreuhänder übertragen werden. Übertragenes Vermögen einschließlich des daraus Erlangten (‚Treuhandvermögen‘) wird vom Vermögenstreuhänder als Treuhandvermögen für arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgungsleistungen der Gesellschaft a) für die Gesellschaft und b) für die Mitarbeiter, vertreten durch den Mitarbeitertreuhänder, zur Sicherung und Erfüllung der Versorgungsansprüche der Mitarbeiter gehalten und angelegt. In diesem Rahmen wird der Vermögenstreuhänder Eigentümer des übertragenen Vermögens. Der Vermögenstreuhänder kann sich bei seiner Tätigkeit der Hilfe des Mitarbeitertreuhänders oder Dritter bedienen. Die Treuhandbeziehungen zwischen Gesellschaft und Vermögenstreuhänder (‚Verwaltungs-Treuhand‘) richten sich im Übrigen nach den Bestimmungen des § 3.
2.3 Der Mitarbeitertreuhänder vertritt die Mitarbeiter als bevollmächtigter Vertreter nach Maßgabe der KBV oder aufgrund einer entsprechenden Duldungsvollmacht und nimmt die ihm im Rahmen der ergänzenden Sicherung zugedachten Verwaltungsaufgaben für die Mitarbeiter wahr. Bei der Durchführung der Verwaltungsaufgaben kann sich der Mitarbeitertreuhänder der Hilfe der Gesellschaft oder der Hilfe Dritter bedienen. Die Treuhandbeziehungen zwischen Vermögenstreuhänder und Mitarbeitertreuhänder (‚Sicherungs-Treuhand‘) richten sich im Übrigen nach den Bestimmungen des § 4.
2.4 Der Mitarbeitertreuhänder und der Vermögenstreuhänder verpflichten sich hiermit gegenüber der Gesellschaft, im Wege eines echten Vertrages zugunsten Dritter im Sinne des § 328 BGB, zu folgenden Maßnahmen zugunsten der Mitarbeiter: a) Der Mitarbeitertreuhänder wird die ihm im Rahmen der ergänzenden Sicherung zugunsten der Mitarbeiter zugedachten Aufgaben wahrnehmen. b) Der Vermögenstreuhänder wird in dem in § 5.1 definierten Sicherungsfall nach näherer Maßgabe der Bestimmungen des § 5 zusammen mit dem Mitarbeitertreuhänder sicherstellen, dass das vorhandene Treuhandvermögen ausschließlich zur Sicherung und Erfüllung der Ansprüche der Mitarbeiter gegen die Gesellschaft aus der für den Mitarbeiter jeweils gültigen Regelung zur arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung verwertet und eingesetzt wird (echter Vertrag zugunsten der Mitarbeiter im Sinne des § 328 BGB). c) Die ergänzende Sicherung für die Erfüllung der Versorgungsanwartschaften und -ansprüche der Mitarbeiter gemäß § 2.4 a) und b) ist in jedem Fall auf das beim Vermögenstreuhänder für die Gesellschaft jeweils vorhandene Treuhandvermögen beschränkt und greift ausschließlich soweit und solange wie die Gesellschaft ein Unternehmen der M Gruppe ist bzw. nur soweit und nur solange die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter des die ergänzende Sicherung einführenden Unternehmens nicht aufgrund von Maßnahmen im Sinne des § 613a BGB auf einen anderen Arbeitgeber übergegangen sind. § 3 Verwaltungs-Treuhand Die Verwaltungs-Treuhand, d.h. die Rechtsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und dem Vermögenstreuhänder sind in der als Anlage 1 dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung beigefügten, gesonderten Verwaltungs-Treuhandvereinbarung im Einzelnen geregelt. § 4 Sicherungs-Treuhand 4.1 Die Sicherungs-Treuhand, d.h. die Rechtsbeziehungen zwischen dem Vermögenstreuhänder und den Mitarbeitern sowie dem Mitarbeitertreuhänder sind in der als Anlage 2 dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung beigefügten, gesonderten Sicherungs-Treuhandvereinbarung im Einzelnen geregelt.
4.2 In diesem Zusammenhang sind sich die Parteien darin einig und stellen hiermit klar, dass die Sicherungs-Treuhand fortbesteht, wenn und soweit die Verwaltungs-Treuhand, insbesondere im Falle der Insolvenz der Gesellschaft, erlöschen sollte. Des Weiteren sind sich die Parteien darin einig, dass der § 334 BGB im Rahmen der Sicherungs-Treuhand ausgeschlossen ist. § 5 Sicherungsfall, Umsetzung der ergänzenden Sicherung im Sicherungsfall 5.1 Eintritt des Sicherungsfalls Der Sicherungsfall im Sinne dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung liegt vor, wenn und soweit die Voraussetzungen der in § 7 Abs. (1) BetrAVG geregelten Fälle erfüllt sind, unbeschadet einer Einstandspflicht des Pensions-Sicherungs-Verein a.G. (‚PSV‘), auch dann, wenn die Grenzen des § 7 Abs. (3) BetrAVG überschritten sind, oder in vergleichbaren Fällen der Nichtleistung durch die Gesellschaft (‚Sicherungsfall‘). Ein vergleichbarer Fall der Nichtleistung im Sinne von Satz 1 liegt vor, wenn die Gesellschaft außerhalb der Fälle des § 7 Abs. (1) BetrAVG nach rechtskräftiger Feststellung der Zahlungspflicht aus einer nach dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung gesicherten Versorgungszusage und Ablauf einer Frist von drei (3) Monaten nach Zustellung der betreffenden Entscheidung nicht leistet (‚Nichtleistungsfall‘). Im Übrigen wird die Ergänzende Sicherung im Sicherungsfall nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen umgesetzt.
5.2 Fortbestehen der Sicherungs-Treuhand im Insolvenzfall Für die aufgrund der Verwaltungs-Treuhand im Sinne des § 3 begründeten Auftrags- und Geschäftsbesorgungsverhältnisse gelten die gesetzlichen Bestimmungen der §§ 115 ff. lnsO. Danach erlöschen zwar mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens kraft Gesetzes etwaige Auftrags- und Geschäftsbesorgungsverhältnisse. Von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens an bleiben jedoch die nach § 2.2 b) und § 2.3 in Verbindung mit § 4 aufgrund der Sicherungs-Treuhand begründeten Auftrags- und Geschäftsbesorgungsverhältnisse einschließlich etwaiger Vollmachtsregelungen unberührt und bestehen mit Wirkung gegenüber der Gesellschaft bzw. dem Insolvenzverwalter fort.
5.3 Pflichten des Vermögenstreuhänders, Rangfolge Im Rahmen der gemäß § 4 getroffenen Sicherungs-Treuhandvereinbarung ist der Vermögenstreuhänder gegenüber dem Mitarbeitertreuhänder und gegenüber den Mitarbeitern verpflichtet, a) vorrangig die Erfüllung der nicht gesetzlich insolvenzgesicherten Anwartschaften und Ansprüche auf Leistungen der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung sowie b) nachrangig die Erfüllung der übrigen Versorgungsverpflichtungen der Gesellschaft aus der für den Mitarbeiter jeweils gültigen arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgungsregelung sicherzustellen.
5.4 Eigenständiges Sicherungsrecht des Mitarbeiters aufgrund echten Vertrags zugunsten Dritter Im Rahmen von § 5.2, 5.3 in Verbindung mit der Sicherungsabrede gemäß § 2.4 stehen den Mitarbeitern aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen bzw. des echten Vertrags zugunsten Dritter zudem eigene vertragliche Rechte auf Durchführung der ergänzenden Sicherung gegenüber dem Vermögenstreuhänder zu. Die Mitarbeiter können insoweit vom Vermögenstreuhänder bei Eintritt des Sicherungsfalles, die Verwertung des Treuhandvermögens der Gesellschaft und dessen Auszahlung ausschließlich nach Maßgabe der §§ 5.5 bis 5.10 verlangen, sofern dem keine gesetzlichen Vorschriften entgegenstehen.
5.5 Sicherungsvermögen, Kosten Die Parteien sind sich darin einig, dass zur Sicherstellung der Abwicklung im Sicherungsfall aus dem Treuhandvermögen vorrangig die Kosten des Vermögens und Mitarbeitertreuhänders sowie etwaige gesetzliche Abgaben zu decken sind. Der danach verbleibende Restbetrag des Treuhandvermögens ist das Sicherungsvermögen der Gesellschaft (‚Sicherungsvermögen‘), das nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen an die Mitarbeiter ausgezahlt wird. Soweit das Sicherungsvermögen der Gesellschaft nicht ausreicht, um sämtliche Ansprüche der Mitarbeiter aus Versorgungszusagen der Gesellschaft zu erfüllen, erfolgt eine anteilige Erfüllung gemäß der in § 5.3 festgelegten Rangfolge. Tritt der Sicherungsfall als Nichtleistungsfall (§ 5.1 Satz 2) ein, so erbringt der Vermögenstreuhänder abweichend von den nachstehenden Absätzen aus dem Sicherungsvermögen die rechtskräftig festgestellte Leistung solange, bis die Leistung wieder von der Gesellschaft erbracht wird; diese gesonderte Leistungserbringung auf den Nichtleistungsfall durch den Vermögenstreuhänder endet mit Wegfall bzw. der Erfüllung der zu sichernden Versorgungsverpflichtung, spätestens jedoch, wenn bei der Gesellschaft ein Sicherungsfall im Sinne von § 7 Abs. (1) BetrAVG eintritt. Im Übrigen finden für die Durchführung der Sicherung im Sicherungsfall die nachstehenden Absätze Anwendung.
5.6 Sicherungsquote, Berechnung des Sicherungskapitals der gesicherten Mitarbeiter Die - ggf. anteilige - Sicherung der Mitarbeiter im Sinne des § 5.3 wird jeweils wie folgt berechnet: a) Der Betrag der zu sichernden Verpflichtungen der Gesellschaft ist die zum Zeitpunkt des Eintritts des Sicherungsfalls bei der Gesellschaft nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (‚IFRS‘) für die arbeitgeberfinanzierten Direktzusagen ermittelte Defined Benefit Obligation (‚DBO‘) im Sinne von IFRS, z.Zt. International Accounting Standards (‚IAS‘) 19.63 ff. Bei der Ermittlung der DBO ist von den hierfür zum letzten Ermittlungsstichtag bei der Gesellschaft (derzeit: 31. Dezember) maßgeblichen Rechenprämissen und Annahmen auszugehen. b) Zur Ermittlung der Sicherungsquote der Mitarbeiter wird das Sicherungsvermögen der Gesellschaft der Summe der vor- bzw. nachrangig zu sichernden Verpflichtungen gegenübergestellt und daraus eine Sicherungsquote zunächst für die vorrangig, anschließend für die nachrangig zu sichernden Verpflichtungen ermittelt (jeweils ‚Sicherungsquote der Mitarbeiter‘). c) Die Anteile des einzelnen Mitarbeiters am Sicherungsvermögen der Gesellschaft ergeben sich jeweils durch Multiplikation der Sicherungsquoten mit der DBO der ihm gegenüber bestehenden vor- bzw. nachrangigen Verpflichtungen der Gesellschaft (‚Sicherungskapital‘).
5.7 Verwendung und Auszahlung des vorhandenen Sicherungskapitals a) Das Sicherungsvermögen der Gesellschaft wird grundsätzlich nach der hierfür im Insolvenzplan vorgesehenen Verwendung eingesetzt. b) Sofern keine diesbezüglichen Regelungen vorhanden sind, erhält der Mitarbeiter bei Eintritt der Fälligkeit seiner Ansprüche aus der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung (‚Versorgungsfall‘) als Insolvenzsicherungsleistung aus dem Sicherungskapital, dieses erhöht oder vermindert in dem Verhältnis, in dem sich das Sicherungsvermögen aufgrund der vertragsgemäßen Anlage zwischen dem Sicherungsfall und dem Versorgungsfall erhöht oder vermindert hat (‚vorhandenes Sicherungskapital‘), Zahlungen nach einem vom Vermögenstreuhänder aufzustellenden Auszahlungsplan. c) Dem Mitarbeiter kann im Versorgungsfall anstelle der Auszahlung des vorhandenen Sicherungskapitals nach § 5.7 b) auf seinen Antrag eine Einmalzahlung in Höhe des vorhandenen Sicherungskapitals angeboten werden; das Entscheidungsrecht bezüglich der Einmalzahlung liegt ausschließlich beim Vermögenstreuhänder.
5.8 Verwendungsalternativen für das Sicherungskapital Der Vermögenstreuhänder ist in jedem Einzelfall berechtigt, anstelle der Verwendung des vorhandenen Sicherungskapitals im Sinne des § 5.7 die ergänzende Sicherung im Sicherungsfall wie folgt durchzuführen: a) Der Mitarbeiter erhält bei Eintritt eines Versorgungsfalles im Sinne der für den Mitarbeiter jeweils gültigen arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgungsregelung als Insolvenzsicherungsleistung die Leistungen, die sich ergeben würden, wenn bei Eintritt des Sicherungsfalles bei der Gesellschaft auf sein Leben eine Rentenversicherung gegen Einmalprämie in Höhe des Sicherungskapitals abgeschlossen worden wäre. Der Vermögenstreuhänder ist in diesem Fall berechtigt, zur Rückdeckung der Sicherungsleistung entsprechende Rentenversicherungen bei einer Versicherungsgesellschaft abzuschließen; aus abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen ist ausschließlich der Vermögenstreuhänder verpflichtet und berechtigt. Die Auswahl der Rentenversicherungen erfolgt durch den Vermögenstreuhänder im Einvernehmen mit dem Mitarbeitertreuhänder. b) Dem Mitarbeiter kann bei Insolvenz der Gesellschaft auf Antrag eine Einmalzahlung in Höhe des vorhandenen Sicherungskapitals angeboten werden. Das Entscheidungsrecht bezüglich der Einmalzahlung liegt ausschließlich beim Vermögenstreuhänder.
5.9 Übertragung des Treuhandvermögens auf den PSV, Pensionsfonds, Hinterlegung Die Übertragung des Treuhandvermögens auf den PSV oder einen Pensionsfonds oder die Hinterlegung des Treuhandvermögens ist in den nachfolgend aufgeführten Fällen zulässig: a) l1Im Rahmen der ergänzenden Sicherung nach den §§ 5.1 bis 5.8 ist der Vermögenstreuhänder berechtigt, das Treuhandvermögen für die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung der Gesellschaft auf den PSV zu übertragen, soweit dieser nach den gesetzlichen Bestimmungen Versorgungsansprüche und Versorgungsanwartschaften sichert und deswegen nach den Regeln des BetrAVG ein Übertragungsanspruch des PSV besteht. b) § 5.9 a) gilt entsprechend für die Übertragung von Treuhandvermögen auf einen Pensionsfonds (§ 112 VAG), soweit dieser schuldbefreiend die Versorgungsverpflichtungen der Gesellschaft übernimmt. c) Im Rahmen der ergänzenden Sicherung nach § 5.9 a) und b) bestehen Zahlungspflichten des Vermögenstreuhänders gegenüber den Mitarbeitern nicht, soweit das Vermögen auf den PSV oder einen Pensionsfonds übertragen wurde. d) Soweit nach den vorstehenden Bestimmungen Übertragungen des Sicherungsvermögens erfolgen bzw. vom Vermögenstreuhänder eine Hinterlegung des Sicherungsvermögens vorgenommen wird, wird der Vermögenstreuhänder von seiner Verpflichtung zur Sicherung gegenüber den betroffenen Mitarbeitern frei.“ 6 Am 16. Mai 2006 erwarb die A GmbH die Mehrheit der Aktien der Arbeitgeberin, wodurch sie aus dem M-Konzern ausschied. Am 14. Juli 2006 schloss die Arbeitgeberin mit dem bei ihr gebildeten Gesamtbetriebsrat eine Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) mit folgendem Inhalt ab: „Gesamtbetriebsvereinbarung zum Outside Funding zwischen der M Druckmaschinen AG (nachfolgend MR) und dem Gesamtbetriebsrat der M Druckmaschinen AG (nachfolgend GBR) A.
Anwartschaften und Ansprüche auf arbeitgeber-/arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersversorgung im Sinne von § 7 BetrAVG sind entsprechend den geltenden gesetzlichen Regelungen gegen die Folgen einer etwaigen Insolvenz des Arbeitgebers geschützt. MR entrichtet hierfür Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein, VVaG (PSVaG).
B.
Für alle Unternehmen der M Gruppe wurde auf Grundlage der Konzernbetriebsvereinbarung zum Outside Funding vom 3. November 2005 die Möglichkeit eingeführt, Pensionsverpflichtungen gegenüber ihren Mitarbeitern mit Kapital zu unterlegen und damit insbesondere auch für den Fall der Insolvenz des Unternehmens ergänzend abzusichern (ergänzende Sicherung).
Dieser ergänzenden Sicherung innerhalb der M Gruppe, die im Wege der so genannten doppelseitigen Treuhand verwirklicht wurde, ist MR Ende 2005 als Trägerunternehmen beigetreten und hat hierzu bereits Vermögenswerte auf den eigens zu diesem Zweck gegründeten M Trust e. V. übertragen.
C.
MR ist kürzlich mehrheitlich durch ein Tochterunternehmen der A Gruppe erworben worden. Mit Vollzug dieser Transaktion scheidet die MR daher aus dem Geltungsbereich der vorstehend genannten Konzernbetriebsvereinbarung zum Outside Funding vom 3. November 2005 aus. Dies ändert aber nichts an der Entscheidung von MR, die ergänzende Sicherung im Wege der doppelseitigen Treuhand im Interesse seiner aktiven und ehemaligen Mitarbeiter beziehungsweise deren Hinterbliebenen, welchen Anwartschaften oder Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung gegenüber MR auf der Grundlage der in der Anlage aufgeführten Regelungen beziehungsweise sonstigen Direktzusagen (Pensionsansprüche) zustehen (gemeinsam: Versorgungsberechtigte), fortzuführen. Auf Basis der nachfolgenden Gesamtbetriebsvereinbarung zum Outside Funding (GBV) kann MR daher zur ergänzenden vertraglichen Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche für die Versorgungsberechtigten eine doppelseitige Treuhand unter Beteiligung eines Vermögenstreuhänders und eines Mitarbeitertreuhänders durchführen (Ergänzende Sicherung).
D.
Wird die Ergänzende Sicherung durchgeführt, so stehen den Versorgungsberechtigten im Sicherungsfall nach Maßgabe der im Rahmen der Ergänzenden Sicherung abgeschlossenen Treuhandvereinbarungen eigene Forderungsrechte gegenüber dem Vermögenstreuhänder zu.
1.
Geltungsbereich Diese GBV gilt ausschließlich für MR, ihre Betriebe und Betriebsteile sowie die Versorgungsberechtigten. Für die aktiven Mitarbeiter von MR gilt die GBV nur soweit und solange als deren Arbeitsverhältnisse nicht aufgrund von Maßnahmen i.S.d. UmwG oder aufgrund von Einzelübertragungen gemäß § 613 a BGB von MR auf einen anderen Arbeitgeber übergegangen sind.
2.
Vermögenstreuhänder 2.1.
Zum Zwecke der Ergänzenden Sicherung für die Pensionsansprüche der Versorgungsberechtigten kann MR nach Maßgabe der im Rahmen der Ergänzenden Sicherung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen Deckungsmittel auf den Vermögenstreuhänder im Sinne von Ziffer 2.3 übertragen.
2.2.
Für MR besteht keine Verpflichtung, Deckungsmittel bereitzustellen oder vorhandene Deckungsmittel zu erhöhen. Allerdings kann MR geleistete Deckungsmittel ausschließlich nach Maßgabe der im Rahmen der Ergänzenden Sicherung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen zurückfordern und/oder aus der Ergänzenden Sicherung ausscheiden.
Vor diesem Hintergrund ist es beabsichtigt, dass die bislang durch MR auf den M Trust e.V. übertragenen Vermögenswerte auf den Vermögenstreuhänder überführt werden, so dass diese Vermögenswerte zukünftig weiterhin ausschließlich der Sicherung der den Versorgungsberechtigten gegenüber MR zustehenden Pensionsansprüche dienen.
2.3.
Der Vermögenstreuhänder ist der M R Trust e.V. mit Sitz in M, der nach näherer Maßgabe seiner Satzung sowie nach den im Rahmen der Ergänzenden Sicherung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen ihm nach Ziffer 2.1 übertragene Deckungsmittel ausschließlich zum Zwecke der Ergänzenden Sicherung verwendet (Treuhandvermögen).
3.
Mitarbeitertreuhänder 3.1.
Der Mitarbeitertreuhänder stellt im Rahmen der Ergänzenden Sicherung nach näherer Maßgabe eines weiteren Treuhandvertrages sowie einer gesonderten Verwaltungsvereinbarung mit MR die vereinbarungsgemäße Verwaltung und Abwicklung sicher, wobei - außer im Fall der Insolvenz - in diesem Rahmen auch MR die Verwaltung übernehmen kann. Aufwendungen des Mitarbeitertreuhänders trägt MR, im Insolvenzfall der Vermögenstreuhänder aus dem Treuhandvermögen.
3.2.
Mitarbeitertreuhänder ist die D GmbH mit Sitz in R. Jeder Versorgungsberechtigte erteilt dem Mitarbeitertreuhänder bzw. dem neuen Mitarbeitertreuhänder im Sinne der Ziffer 3.5 hiermit die Vollmacht, ihn im Rahmen der Ergänzenden Sicherung in den Geltungsbereich der zum Vollzug der doppelseitigen Treuhand geschlossenen Treuhandvereinbarungen einzubeziehen sowie alle im Rahmen dieser Treuhandverhältnisse erforderlichen Handlungen vorzunehmen bzw. Erklärungen abzugeben sowie ggf. ergänzend die Bestellung rechtsgeschäftlicher Pfandrechte mit MR vereinbaren zu können.
3.3.
Die Zustimmung zur Vollmachtserteilung sowie - bei einer Änderung des Mitarbeitertreuhänders - einer etwaigen Übertragung der Vollmacht auf einen anderen Mitarbeitertreuhänder nach Ziffer 3.2 gilt als erteilt, wenn der Versorgungsberechtigte nicht unverzüglich widerspricht, sobald er zum Kreis der Versorgungsberechtigten zählt.
3.4.
Dem Mitarbeitertreuhänder sind von den Versorgungsberechtigten und von MR alle Angaben zu machen und Nachweise beizubringen, die für die Prüfung und Abwicklung eines Pensionsanspruchs erforderlich sind.
3.5.
MR kann den jeweiligen Mitarbeitertreuhänder durch eine andere Gesellschaft ersetzen. Die dem bisherigen Mitarbeitertreuhänder nach Ziffer 3.2 erteilte Vollmacht wird in diesem Fall auf den neuen Mitarbeitertreuhänder übertragen.
4.
Schlussvorschriften 4.1.
Diese GBV tritt zu dem Zeitpunkt in Kraft, an dem MR nicht mehr ein Tochterunternehmen der M Aktiengesellschaft ist. MR und GBR sind sich darin einig, dass diese Betriebsvereinbarung jedoch nicht vor dem 23. Juni 2006 in Kraft treten soll. Zum Zwecke der Klarstellung werden die Parteien im Rahmen einer Protokollnotiz den konkreten Zeitpunkt des Inkrafttretens der Betriebsvereinbarung bestätigen. …“ 7 Die Umsetzung der GBV erfolgte durch die „Rahmen-Treuhandvereinbarung zur Sicherung arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersversorgung“ vom 13./17. Juli 2006 (RTV) mit folgendem Inhalt: „Rahmen-Treuhandvereinbarung zur Sicherung arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersversorgung zwischen 1. der M Druckmaschinen Aktiengesellschaft,
Präambel A.
Die Gesellschaft hat gemäß der Gesamtbetriebsvereinbarung zum Outside Funding vom 14. Juli 2006 (‚GBV‘) den aktiven und ehemaligen Mitarbeitern (einschließlich Organmitgliedern) bzw. deren Hinterbliebenen zugesagt, dass ein ergänzender vertraglicher Insolvenzschutz ihrer Anwartschaften und Ansprüche auf Leistungen der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung in Form der sog. ‚Doppelten Treuhand‘ (wie in § 2.1 definiert) eingeführt werden kann (‚Ergänzende Sicherung‘).
B.
Im Rahmen der Ergänzenden Sicherung soll Vermögen der Gesellschaft auf den Vermögenstreuhänder übertragen und von diesem nach den Vorgaben eines Anlageausschusses der Gesellschaft angelegt werden. Zur Sicherstellung der Verwaltung und der Abwicklung der Ergänzenden Sicherung ist zudem ein Mitarbeitertreuhänder bestellt, der die Interessen der Gesamtheit der in den Geltungsbereich der Ergänzenden Sicherung einbezogenen aktiven und ehemaligen Mitarbeiter (einschließlich Organmitglieder) bzw. deren Hinterbliebenen, die Anwartschaften oder Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung gegenüber der Gesellschaft auf der Grundlage der in Anlage 1 aufgeführten Regelungen bzw. sonstigen Direktzusagen (‚Pensionsansprüche‘) erworben haben (die Vorgenannten zusammen ‚Versorgungsberechtigte‘) als deren bevollmächtigter Vertreter wahrnimmt und gegenüber der Gesellschaft sowie gegenüber dem Vermögenstreuhänder vertritt und für deren Wahrung Sorge trägt.
C.
Neben der Vereinbarung nach B. begründet der Vermögenstreuhänder mit dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung gegenüber der Gesellschaft einen echten berechtigenden Vertrag zu Gunsten der Versorgungsberechtigten (echter berechtigender Vertrag zu Gunsten Dritter), so dass die Versorgungsberechtigten nach näherer Maßgabe der nach dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung abzuschließenden Treuhandvereinbarungen aufgrund dessen eigenständige Forderungsrechte gegenüber dem Vermögenstreuhänder haben. Die Sicherungsrechte werden unmittelbar mit Abschluss dieses Treuhandvertrages begründet.
Vor diesem Hintergrund und zum Vollzug der Ergänzenden Sicherung gemäß der GBV vereinbaren die Gesellschaft, der Vermögenstreuhänder sowie der Mitarbeitertreuhänder, dieser handelnd als Vertreter der Versorgungsberechtigten der Gesellschaft und im eigenen Namen, was folgt: § 1 Geltungsbereich Diese Rahmen-Treuhandvereinbarung gilt für die Gesellschaft, den Vermögenstreuhänder, den Mitarbeitertreuhänder sowie für alle Versorgungsberechtigten der Gesellschaft. Ihr Geltungsbereich umfasst ausschließlich die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung der Versorgungsberechtigten der Gesellschaft. § 2 Doppelseitige Treuhand, Sicherungsabrede durch echten Vertrag zu Gunsten Dritter 2.1 Zur Umsetzung der Ergänzenden Sicherung im Sinne dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung werden nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen mit dem Vermögenstreuhänder zwei verschiedene Treuhandverhältnisse vereinbart, durch die der Vermögenstreuhänder sowohl gegenüber der Gesellschaft (Verwaltungs-Treuhand) als auch gegenüber den Versorgungsberechtigten und dem Mitarbeitertreuhänder (Sicherungs-Treuhand) treuhänderisch gebunden wird (‚Doppelte Treuhand‘). Die Doppelte Treuhand wird unmittelbar mit Abschluss dieses Vertrages begründet.
2.2 Auf der Grundlage der GBV kann das zur Erfüllung der Verpflichtungen aus arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgungszusagen der Gesellschaft erforderliche Vermögen von der Gesellschaft auf einen Vermögenstreuhänder übertragen werden. Aktien der Gesellschaft dürfen allerdings nicht von der Gesellschaft auf den Vermögenstreuhänder übertragen werden. Übertragenes Vermögen einschließlich des daraus Erlangten (‚Treuhandvermögen‘) wird vom Vermögenstreuhänder als Treuhandvermögen für arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgungsleistungen der Gesellschaft a) für die Gesellschaft und b) für die Versorgungsberechtigten vertreten durch den Mitarbeitertreuhänder, zur Sicherung und Erfüllung der Versorgungsansprüche und Versorgungsanwartschaften der Versorgungsberechtigten gehalten und angelegt. In diesem Rahmen wird der Vermögenstreuhänder Eigentümer des übertragenen Vermögens. Der Vermögenstreuhänder kann sich bei seiner Tätigkeit der Hilfe des Mitarbeitertreuhänders oder Dritter bedienen. Die Treuhandbeziehungen zwischen Gesellschaft und Vermögenstreuhänder (‚Verwaltungs-Treuhand‘) richten sich im Übrigen nach den Bestimmungen des § 3.
2.3 Der Mitarbeitertreuhänder vertritt die Versorgungsberechtigten als bevollmächtigter Vertreter nach Maßgabe der GBV oder aufgrund einer entsprechenden Duldungsvollmacht und nimmt die ihm im Rahmen der Ergänzenden Sicherung zugedachten Verwaltungsaufgaben für die Versorgungsberechtigten wahr. Bei der Durchführung der Verwaltungsaufgaben kann sich der Mitarbeitertreuhänder der Hilfe der Gesellschaft oder der Hilfe Dritter bedienen. Die Treuhandbeziehungen zwischen dem Vermögenstreuhänder und dem Mitarbeitertreuhänder (im eigenen Namen und als Vertreter der Versorgungsberechtigten) (‚Sicherungs-Treuhand‘) richten sich im Übrigen nach den Bestimmungen des § 4.
2.4 Der Mitarbeitertreuhänder und der Vermögenstreuhänder verpflichten sich hiermit gegenüber der Gesellschaft, im Wege eines echten Vertrages zu Gunsten Dritter im Sinne des § 328 BGB, zu folgenden Maßnahmen zu Gunsten der Versorgungsberechtigten: a) Der Mitarbeitertreuhänder wird die ihm im Rahmen der Ergänzenden Sicherung zu Gunsten der Versorgungsberechtigten zugedachten Aufgaben wahrnehmen. b) Der Vermögenstreuhänder wird in dem in § 5.1 definierten Sicherungsfall nach näherer Maßgabe der Bestimmungen des § 5 zusammen mit dem Mitarbeitertreuhänder sicherstellen, dass das vorhandene Treuhandvermögen ausschließlich zur Sicherung und Erfüllung der Ansprüche der Versorgungsberechtigten gegen die Gesellschaft aus der für den Versorgungsberechtigten jeweils gültigen Regelung zur arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung verwertet und eingesetzt wird (echter Vertrag zu Gunsten der Versorgungsberechtigten im Sinne des § 328 BGB). c) Die Ergänzende Sicherung für die Erfüllung der Versorgungsanwartschaften und -ansprüche der Versorgungsberechtigten gemäß § 2.4 a) und b) ist in jedem Fall auf das beim Vermögenstreuhänder für die Gesellschaft jeweils vorhandene Treuhandvermögen beschränkt und greift nach Maßgabe der Regelungen in § 8 ausschließlich soweit und solange wie die Gesellschaft ein Konzernunternehmen der M Druckmaschinen Aktiengesellschaft im Sinne von § 18 AktG ist (sämtliche Konzernunternehmen (‚M Gruppe‘) bzw. nur soweit und nur solange die Arbeitsverhältnisse der aktiven Mitarbeiter des die Ergänzende Sicherung einführenden Unternehmens nicht aufgrund von Maßnahmen im Sinne des § 613a BGB auf einen anderen Arbeitgeber übergegangen sind. § 3 Verwaltungs-Treuhand Die Verwaltungs-Treuhand, d.h. die Rechtsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und dem Vermögenstreuhänder sind in der als Anlage 2 dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung beigefügten, gesonderten Verwaltungs-Treuhandvereinbarung im Einzelnen geregelt. § 4 Sicherungs-Treuhand 4.1 Die Sicherungs-Treuhand, d.h. die Rechtsbeziehungen zwischen dem Vermögenstreuhänder und den Versorgungsberechtigten sowie dem Mitarbeitertreuhänder sind in der als Anlage 3 dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung beigefügten, gesonderten Sicherungs-Treuhandvereinbarung im Einzelnen geregelt.
4.2 In diesem Zusammenhang sind sich die Parteien darin einig und stellen hiermit klar, dass die Sicherungs-Treuhand fortbesteht, wenn und soweit die Verwaltungs-Treuhand, insbesondere im Falle der Insolvenz der Gesellschaft, erlöschen sollte. Des Weiteren sind sich die Parteien darin einig, dass der § 334 BGB im Rahmen der Sicherungs-Treuhand ausgeschlossen ist. § 5 Sicherungsfall, Umsetzung der Ergänzenden Sicherung im Sicherungsfall 5.1 Eintritt des Sicherungsfalls Der Sicherungsfall im Sinne dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung liegt vor, wenn und soweit die Voraussetzungen der in § 7 Abs. (1) BetrAVG geregelten Fälle erfüllt sind, unbeschadet einer Einstandspflicht des Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (‚PSV‘), auch dann, wenn die Grenzen des § 7 Abs. (3) BetrAVG überschritten sind, oder in vergleichbaren Fällen der Nichtleistung durch die Gesellschaft (‚Sicherungsfall‘). Ein vergleichbarer Fall der Nichtleistung im Sinne von Satz 1 liegt vor, wenn die Gesellschaft außerhalb der Fälle des § 7 Abs. (1) BetrAVG nach rechtskräftiger Feststellung der Zahlungspflicht aus einer nach dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung gesicherten Versorgungszusage und Ablauf einer Frist von drei (3) Monaten nach Zustellung der betreffenden Entscheidung nicht leistet (‚Nichtleistungsfall‘). Im Übrigen wird die Ergänzende Sicherung im Sicherungsfall nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen umgesetzt.
5.2 Fortbestehen der Sicherungs-Treuhand im Insolvenzfall Für die aufgrund der Verwaltungs-Treuhand im Sinne des § 3 begründeten Auftrags- und Geschäftsbesorgungsverhältnisse gelten die gesetzlichen Bestimmungen der §§ 115 ff. lnsO. Danach erlöschen zwar mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens kraft Gesetzes etwaige Auftrags- und Geschäftsbesorgungsverhältnisse zwischen dem Vermögenstreuhänder und der Gesellschaft.
Von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bleiben jedoch die nach § 2.2b) und § 2.3 in Verbindung mit § 4 aufgrund der Sicherungs-Treuhand begründeten Auftrags- und Geschäftsbesorgungsverhältnisse zwischen dem Vermögenstreuhänder und den Versorgungsberechtigten sowie dem Mitarbeitertreuhänder einschließlich etwaiger Vollmachtsregelungen unberührt und bestehen mit Wirkung gegenüber der Gesellschaft bzw. dem Insolvenzverwalter fort.
5.3 Pflichten des Vermögenstreuhänders, Rangfolge Im Rahmen der gemäß § 4 getroffenen Sicherungs-Treuhandvereinbarung ist der Vermögenstreuhänder gegenüber dem Mitarbeitertreuhänder und gegenüber den Versorgungsberechtigten nach Maßgabe von § 5.5 verpflichtet, a) vorrangig die Erfüllung der nicht gesetzlich insolvenzgesicherten Anwartschaften und Ansprüche auf Leistungen der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung sowie b) nachrangig die Erfüllung der übrigen Versorgungsverpflichtungen der Gesellschaft aus der für die Versorgungsberechtigten jeweils gültigen arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgungsregelung sicherzustellen.
5.4 Eigenständiges Sicherungsrecht der Versorgungsberechtigten aufgrund echten Vertrags zu Gunsten Dritter Im Rahmen von §§ 5.2 und 5.3 in Verbindung mit der Sicherungsabrede gemäß § 2.4 stehen den Versorgungsberechtigten aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen bzw. des in dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung geregelten echten Vertrags zu Gunsten Dritter im Sinne des § 328 BGB zudem eigene vertragliche Rechte auf Durchführung der Ergänzenden Sicherung gegenüber dem Vermögenstreuhänder zu. Die Versorgungsberechtigten können insoweit vom Vermögenstreuhänder bei Eintritt des Sicherungsfalles die Verwertung des Treuhandvermögens der Gesellschaft und dessen Auszahlung ausschließlich nach Maßgabe der §§ 5.5 bis 5.10 verlangen, sofern dem keine gesetzlichen Vorschriften entgegenstehen.
5.5 Sicherungsvermögen, Kosten Die Parteien sind sich darin einig, dass zur Sicherstellung der Abwicklung im Sicherungsfall aus dem Treuhandvermögen vorrangig die Kosten des Vermögens- und Mitarbeitertreuhänders sowie etwaige gesetzliche Abgaben zu decken sind. Der danach verbleibende Restbetrag des Treuhandvermögens ist das Sicherungsvermögen der Gesellschaft (‚Sicherungsvermögen‘), das nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen an die Versorgungsberechtigten ausgezahlt wird. Soweit das Sicherungsvermögen der Gesellschaft nicht ausreicht, um sämtliche Ansprüche der Versorgungsberechtigten aus Versorgungszusagen der Gesellschaft zu erfüllen, erfolgt eine anteilige Erfüllung gemäß der in § 5.3 festgelegten Rangfolge. Tritt der Sicherungsfall als Nichtleistungsfall (§ 5.1 Satz 2) ein, so erbringt der Vermögenstreuhänder abweichend von den nachstehenden Absätzen aus dem Sicherungsvermögen die rechtskräftig festgestellte Leistung solange, bis die Leistung wieder von der Gesellschaft erbracht wird; diese gesonderte Leistungserbringung auf den Nichtleistungsfall durch den Vermögenstreuhänder endet mit Wegfall bzw. der Erfüllung der zu sichernden Versorgungsverpflichtung, spätestens jedoch, wenn bei der Gesellschaft ein Sicherungsfall im Sinne von § 7 Abs. (1) BetrAVG eintritt. Im Übrigen finden für die Durchführung der Sicherung im Sicherungsfall die nachstehenden Absätze Anwendung.
5.6 Sicherungsquote, Berechnung des Sicherungskapitals der gesicherten Versorgungsberechtigten Die - ggf. anteilige - Sicherung der Versorgungsberechtigten im Sinne des § 5.3 wird jeweils wie folgt berechnet: a) Der Betrag der zu sichernden Verpflichtungen der Gesellschaft ist die zum Zeitpunkt des Eintritts des Sicherungsfalls bei der Gesellschaft nach den Vorschriften der International Accounting Standards (‚IAS‘)/International Financial Reporting Standards (gemeinsam ‚IFRS‘) für die arbeitgeberfinanzierten Pensionsansprüche ermittelte Defined Benefit Obligation (‚DBO‘) im Sinne von IFRS; z.Zt. IAS 19.63 ff. Bei der Ermittlung der DBO ist von den hierfür zum letzten Ermittlungsstichtag bei der Gesellschaft (derzeit: 31. Dezember) maßgeblichen Rechenprämissen und Annahmen auszugehen. b) Zur Ermittlung der Sicherungsquote der Versorgungsberechtigten wird das Sicherungsvermögen der Gesellschaft der Summe der vor- bzw. nachrangig zu sichernden Verpflichtungen gegenübergestellt und daraus eine Sicherungsquote zunächst für die vorrangig, anschließend für die nachrangig zu sichernden Verpflichtungen ermittelt (jeweils ‚Sicherungsquote der Versorgungsberechtigten‘). c) Die Anteile des einzelnen Versorgungsberechtigten am Sicherungsvermögen der Gesellschaft ergeben sich jeweils durch Multiplikation der Sicherungsquoten mit der DBO der ihm gegenüber bestehenden vor- bzw. nachrangigen Verpflichtungen der Gesellschaft (‚Sicherungskapital‘).
5.7 Verwendung und Auszahlung des Vorhandenen Sicherungskapitals a) Das Sicherungsvermögen der Gesellschaft wird grundsätzlich nach der hierfür in einem etwaigen Insolvenzplan vorgesehenen Verwendung eingesetzt. b) Sofern keine diesbezüglichen Regelungen vorhanden sind, erhält der Versorgungsberechtigte bei Eintritt der Fälligkeit seiner Ansprüche aus der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung (‚Versorgungsfall‘) als Insolvenzsicherungsleistung aus dem Sicherungskapital, dieses erhöht oder vermindert in dem Verhältnis, in dem sich das Sicherungsvermögen aufgrund der vertragsgemäßen Anlage zwischen dem Sicherungsfall und dem Versorgungsfall erhöht oder vermindert hat (‚Vorhandenes Sicherungskapital‘), Zahlungen nach einem vom Vermögenstreuhänder aufzustellenden Auszahlungsplan. c) Dem Versorgungsberechtigten kann im Versorgungsfall anstelle der Auszahlung des Vorhandenen Sicherungskapitals nach § 5.7 b) auf seinen Antrag eine Einmalzahlung in Höhe des Vorhandenen Sicherungskapitals angeboten werden; das Entscheidungsrecht bezüglich der Einmalzahlung liegt ausschließlich beim Vermögenstreuhänder.
5.8 Verwendungsalternativen für das Sicherungskapital Der Vermögenstreuhänder ist in jedem Einzelfall berechtigt, anstelle der Verwendung des Vorhandenen Sicherungskapitals im Sinne des § 5.7 die Ergänzende Sicherung im Sicherungsfall wie folgt durchzuführen: a) Der Versorgungsberechtigte erhält bei Eintritt eines Versorgungsfalles im Sinne der für den Versorgungsberechtigten jeweils gültigen arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgungsregelung als Insolvenzsicherungsleistung die Leistungen, die sich ergeben würden, wenn bei Eintritt des Sicherungsfalles bei der Gesellschaft auf sein Leben eine Rentenversicherung gegen Einmalprämie in Höhe des Sicherungskapitals abgeschlossen worden wäre. Der Vermögenstreuhänder ist in diesem Fall berechtigt, zur Rückdeckung der Sicherungsleistung entsprechende Rentenversicherungen bei einer Versicherungsgesellschaft abzuschließen; aus abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen ist ausschließlich der Vermögenstreuhänder verpflichtet und berechtigt. Die Auswahl der Rentenversicherungen erfolgt durch den Vermögenstreuhänder im Einvernehmen mit dem Mitarbeitertreuhänder. b) Dem Versorgungsberechtigten kann bei Insolvenz der Gesellschaft auf Antrag eine Einmalzahlung in Höhe des Vorhandenen Sicherungskapitals angeboten werden. Das Entscheidungsrecht bezüglich der Einmalzahlung liegt ausschließlich beim Vermögenstreuhänder.
5.9 Übertragung des Treuhandvermögens auf den PSV, Pensionsfonds, Hinterlegung Die Übertragung des Treuhandvermögens auf den PSV oder einen Pensionsfonds oder die Hinterlegung des Treuhandvermögens ist in den nachfolgend aufgeführten Fällen zulässig: a) l1Im Rahmen der Ergänzenden Sicherung nach den §§ 5.1 bis 5.8 ist der Vermögenstreuhänder berechtigt, das Treuhandvermögen für die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung der Gesellschaft auf den PSV zu übertragen, soweit dieser nach den gesetzlichen Bestimmungen Versorgungsansprüche und Versorgungsanwartschaften sichert und deswegen nach den Regeln des BetrAVG ein Übertragungsanspruch des PSV besteht. b) § 5.9 a) gilt entsprechend für die Übertragung von Treuhandvermögen auf einen Pensionsfonds (§ 112 VAG), soweit dieser schuldbefreiend die Versorgungsverpflichtungen der Gesellschaft übernimmt. c) Im Rahmen der Ergänzenden Sicherung nach § 5.9 a) und b) bestehen Zahlungspflichten des Vermögenstreuhänders gegenüber den Versorgungsberechtigten nicht, soweit das Vermögen auf den PSV oder einen Pensionsfonds übertragen wurde. d) Soweit nach den vorstehenden Bestimmungen Übertragungen des Sicherungsvermögens erfolgen bzw. vom Vermögenstreuhänder eine Hinterlegung des Sicherungsvermögens vorgenommen wird, wird der Vermögenstreuhänder von seiner Verpflichtung zur Sicherung gegenüber den betroffenen Versorgungsberechtigten frei. … § 8 Laufzeit, Kündigung bzw. Vertragsaufhebung 8.1 Diese Rahmen-Treuhandvereinbarung wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.
8.2 Eine ordentliche Kündigung sowie die einvernehmliche Aufhebung dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung sind jeweils nur nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen zulässig. Das Recht der außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt mit der Maßgabe unberührt, dass die Insolvenz der Gesellschaft nicht als wichtiger Grund gilt.
8.3 Sowohl die ordentliche Kündigung von Seiten der Gesellschaft mit einer Frist von sechs (6) Monaten zum Ende des Kalenderjahres als auch eine einvernehmliche Aufhebung dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung ist nur zulässig, wenn a) bei der Gesellschaft bezüglich der Ergänzenden Sicherung eine gleichwertige, anderweitige Insolvenzschutzregelung im Sinne der IFRS und, solange und soweit die Gesellschaft auch nach den United States Generally Accounting Principles (‚US-GAAP‘) berichtet, nach den US-GAAP, vereinbart wurde, oder b) die Gesellschaft keine Versorgungsberechtigten mehr hat, gegenüber denen Verpflichtungen zur Gewährung Ergänzender Sicherung bestehen.
Eine ‚gleichwertige anderweitige lnsolvenzschutzregelung‘ im Sinne von § 8.3 a) liegt nur dann vor, wenn den Versorgungsberechtigten ein Sicherungsrecht gewährt wird, das ihnen für ihre Versorgungsansprüche aus der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung in wirtschaftlich vergleichbarem Umfang eine vertragliche Sicherung verschafft, die der Sicherung durch die doppelseitige Treuhand im Sinne dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung entspricht. Die Gleichwertigkeit im vorstehenden Sinne setzt weiterhin voraus, dass das andere Sicherungsrecht die Anforderungen erfüllt, die die IFRS und, solange und soweit die Gesellschaft auch nach den US-GAAP berichtet, die US-GAAP, an ihre Qualifikation von ausgelagerten Vermögensgegenständen als sog. ‚Plan Assets‘ stellen.
8.4 Mit der Kündigungserklärung bzw. dem Wunsch nach dem Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung im Sinne von § 8.3 von Seiten der Gesellschaft ist dem Mitarbeiter- und dem Vermögenstreuhänder von der Gesellschaft ein Nachweis über die Erfüllung der Bedingungen im Sinne von § 8.3 vorzulegen. Hierfür ist eine schriftliche Erklärung des Wirtschaftsprüfers der Gesellschaft erforderlich, der den Eintritt der Bedingungen im Sinne des § 8.3a) und/oder 8.3b) bescheinigt (‚Bescheinigung‘). Mitarbeitertreuhänder und Vermögenstreuhänder sind nicht verpflichtet, die Bescheinigung des Wirtschaftsprüfers inhaltlich zu überprüfen.
8.5 Eine ordentliche Kündigung gegenüber der Gesellschaft von Seiten des Vermögenstreuhänders oder des Mitarbeitertreuhänders mit Einwilligung des Vermögenstreuhänders ist nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen zulässig: a) Der Vermögenstreuhänder oder der Mitarbeitertreuhänder mit Zustimmung des Vermögenstreuhänders kann diese Rahmen-Treuhandvereinbarung mit einer Frist von einem (1) Jahr zum Ende eines Kalenderjahres ordentlich kündigen, insbesondere wenn die Gesellschaft nicht mehr zu den Unternehmen der M Gruppe zählt. b) Sollte die Gesellschaft in den Fällen des § 8.5 a) bis zum Ablauf der Kündigungsfrist im Sinne des § 8.5 a) die Bescheinigung gemäß § 8.4 nicht vorgelegt haben, verlängert sich die einjährige Kündigungsfrist im Sinne des § 8.5 a) um ein (1) weiteres Jahr (‚Nachfrist‘); in dieser Nachfrist verdoppeln sich die von der Gesellschaft dem Vermögenstreuhänder gemäß § 7 der Anlage 2 zu dieser Rahmen-Treuhandvereinbarung zu ersetzenden Vergütungen bzw. Aufwendungen. Sollte auch nach Ablauf der Nachfrist gemäß § 8.5 b) die Gesellschaft keine Bescheinigung gemäß § 8.4 vorgelegt haben, wird die ordentliche Kündigung unwirksam und werden der Vermögenstreuhänder und der Mitarbeitertreuhänder das zu diesem Zeitpunkt für die Ergänzende Sicherung eingestellte Treuhandvermögen weiterführen, Inanspruchnahmen und Rückerstattungen vornehmen, jedoch keine Beitragsdotierungen (weder für bereits einbezogene Versorgungsberechtigte noch für neue Versorgungsberechtigte) mehr entgegen nehmen. Die von der Gesellschaft zu ersetzenden Aufwendungen berechnen sich gemäß § 8.5 b) Satz 1, 2. Halbsatz. c) Der Vermögenstreuhänder oder der Mitarbeitertreuhänder mit Zustimmung des Vermögenstreuhänders kann diese Rahmen-Treuhandvereinbarung mit einer Frist von drei (3) Monaten zum Ende eines Quartals kündigen, wenn die Gesellschaft aus der M Gruppe im Wege des ‚share deal‘ ausscheidet und der Vermögenstreuhänder ab dem Zeitpunkt des Ausscheidens der Gesellschaft aus der M Gruppe das von der Gesellschaft auf den Vermögenstreuhänder übertragene Treuhandvermögen nicht mehr treuhänderisch für die Gesellschaft, sondern treuhänderisch für ein anderes Unternehmen der M Gruppe im Rahmen dessen Ergänzender Sicherung hält, so dass das Treuhandvermögen insoweit zwar wirtschaftlich dem anderen Unternehmen zugeordnet wird, es jedoch weiterhin der Ergänzenden Sicherung von aktiven und ehemaligen Mitarbeitern (einschließlich Organmitgliedern) bzw. deren Hinterbliebenen eines Unternehmens der M Gruppe dient und deshalb die Erfüllung der Voraussetzungen von ‚Plan Assets‘ im Sinne der IFRS und, solange und soweit die Gesellschaft auch nach den US-GAAP berichtet, nach den US-GAAP weiterhin gewahrt bleiben. Im Übrigen darf das anteilig auf die ausscheidende Gesellschaft entfallende Treuhandvermögen nur in den gemäß der IFRS und, solange und soweit die Gesellschaft auch nach den US-GAAP berichtet, nach den US-GAAP als unschädlich bezüglich der ‚Plan Asset Eigenschaft‘ klassifizierten Fällen auf das andere, in der M Gruppe verbleibende Trägerunternehmen zurück übertragen werden.
9 Auf dieser Grundlage und aufgrund eines nach der RTV 2005 erforderlichen Gutachtens zur Gleichwertigkeit der Sicherung auf der Grundlage der RTV, das am 10. Juli 2006 erstellt wurde, wurde die Arbeitgeberin mit einem Aufhebungsvertrag vom 17. Juli 2006 aus der RTV 2005 mit Zustimmung der Mitarbeitertreuhänderin - der D GmbH - entlassen. Das zu Gunsten der Arbeitgeberin gebildete Vermögen iHv. 1.500.000 Anteilsscheinen an einem durch die H Kapitalanlagegesellschaft mbH für den Vermögenstreuhänder verwalteten Treuhandvermögen wurde auf den Beklagten als neuen Treuhänder übertragen. Die Mitarbeiter wurden über den Wechsel unterrichtet.
10 Für das Geschäftsjahr 2010 wurden am 7. Februar 2011 und für das Geschäftsjahr 2011 am 28. Oktober 2011 versicherungsmathematische Gutachten erstellt, die eine Rentendynamik von 1,75 vH zum 31. Dezember des Jahres auswiesen.
11 Am 25. November 2011 stellte die Arbeitgeberin einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen, das am 1. Februar 2012 eröffnet wurde. Der Beklagte begann in der Folge, die gesicherten Ansprüche der Versorgungsberechtigten zu berechnen und Auszahlungen vorzubereiten. In konkreten Auszahlungsplänen wurde festgelegt, welcher Betriebsrentner und welcher Betriebsrentenanwärter welche Leistung erhalten sollte. Dabei bestimmte der Beklagte zunächst die Höhe der vorrangig zu sichernden Verpflichtungen, stellte dann die Summe aller zu sichernden Verpflichtungen dem Sicherungsvermögen gegenüber und bestimmte so die Sicherungsquote sowohl der vorrangig als auch der nachrangig zu sichernden Verpflichtungen. Schließlich wurde das Sicherungsvermögen nach dem Verhältnis der Sicherungsquoten den einzelnen Betriebsrentnern zugeordnet und so das Sicherungskapital bestimmt. Der Beklagte plante, den einzelnen Versorgungsberechtigten unabhängig vom Eintritt des Versorgungsfalls eine Einmalzahlung gemäß § 5.8 Buchst. b RTV zu gewähren.
12 Der Kläger hat vom Beklagten Unterlassung der Auszahlung des entsprechend berechneten und angepassten Sicherungskapitals an die Versorgungsberechtigten verlangt. Er hat geltend gemacht, der Sicherungszweck der RTV sei darauf gerichtet, die bestehenden Versorgungsverpflichtungen der Arbeitgeberin zu sichern und diese entsprechend abzubilden. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Beklagten sei in der RTV nicht geregelt. Der Beklagte überschreite den Sicherungszweck der RTV in unzulässiger Weise, wenn er eine Dynamik „sichern“ wolle, die die Arbeitgeberin selbst nicht zugesagt habe. Die Arbeitgeberin habe nur der allgemeinen Anpassung nach § 16 BetrAVG unterlegen und hätte diese wegen ihrer Insolvenz mit wirtschaftlichen Gründen nach § 16 Abs. 4 BetrAVG verweigern dürfen. Der Beklagte widerspreche sich selbst, wenn er auf der einen Seite anerkenne, dass das Unternehmen keine Dynamik zugesagt habe, dann aber meine, eine solche Dynamik „sichern“ zu müssen. Es handle sich damit nicht um eine Sicherung, sondern um eine zusätzliche Leistung, die außerhalb des Sicherungszwecks liege.
13 Die KBV definiere den Begriff der ergänzenden Sicherung in der Präambel (B) und in § 2.1. Eine eigenständige Definition der ergänzenden Sicherung, die einen zusätzlichen Verpflichtungsumfang des Treuhänders begründen könne, gebe es nicht. Der Beklagte interpretiere den Klammerzusatz in § 2.1 KBV unzutreffend, wenn die ergänzende Sicherung immer auch eine Dynamik gewährleisten müsse. Nach der KBV sei den Konzernunternehmen nicht verbindlich vorgeschrieben gewesen, überhaupt eine ergänzende Sicherung vorzunehmen. Die Parteien der KBV hätten nicht den Abschluss einer bestimmten Rahmentreuhandvereinbarung vorgeschrieben. Es gebe eine relevante Fallgruppe, in der zwar das Unternehmen eine Anpassung nach § 16 BetrAVG gewähre und auch entsprechend zur Leistung daraus verpflichtet sei, der Kläger als Träger der gesetzlichen Insolvenzsicherung diese Anpassungsverpflichtung aber nicht sichere.
Das sei der Fall, wenn Anpassungsentscheidungen im Zwei-Jahres-Zeitraum vor Insolvenzeröffnung getroffen oder erst in diesem Zwei-Jahres-Zeitraum gerichtliche Gestaltungsentscheidungen fallen würden. Diese Anpassungen, die ein Arbeitgeber zu leisten verpflichtet sei, seien nach § 7 Abs. 5 Satz 3 Nr. 1 BetrAVG nicht vom gesetzlichen Insolvenzschutz erfasst. Hier sei eine ergänzende Sicherung sinnvoll, da der gesetzliche Insolvenzschutz trotz einer Verpflichtung der Arbeitgeberin nicht greife. Diese „Lücke im Insolvenzschutz“ sei im Klammerzusatz des § 2.1 KBV gemeint. Für diese Fälle habe der Beklagte als Treuhänder auch für die Anpassung, die das Unternehmen bereits gewährt habe, einzustehen.
Nicht gemeint sei hingegen eine generelle Verpflichtung des Treuhänders, einen allgemeinen Teuerungsausgleich nach § 16 BetrAVG vollkommen unabhängig von der Verpflichtung des Arbeitgebers zu gewährleisten und über eine ergänzende Sicherung abzubilden. § 2.1 KBV sehe keine ergänzende Sicherung einer Anpassung nach § 16 BetrAVG für die Zeit nach dem Insolvenzfall vor, wenn das betreffende Unternehmen selbst gemäß § 16 Abs. 4 BetrAVG berechtigt sei, Anpassungen aus wirtschaftlichen Gründen schon weit vor und unabhängig von einer späteren Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu verweigern, ohne dass der Treuhänder dafür gemäß § 5.1 Satz 2 RTV („Nichtleistungsfall“) hätte eintreten müssen. Diese Besserstellung der Versorgungsberechtigten in der Insolvenz des Unternehmens sei sachlich nicht begründet.
Dieser Wille der Konzernbetriebsparteien sei zudem in der RTV 2005 nicht umgesetzt worden. In der RTV 2005 und der RTV befinde sich keinerlei Hinweis auf die Sicherung einer Dynamik. § 2.4 Buchst. b RTV 2005 zeige klar und deutlich, dass die Sicherung und Erfüllung der Ansprüche der Versorgungsberechtigten der für den Versorgungsberechtigten „jeweils gültigen Regelung zur arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung“ - also der Versorgungszusage - folge. Diese Sicherung beziehe sich auf die Versorgungszusage und regele keine zusätzliche Anpassungsverpflichtung, die in der Konzernbetriebsvereinbarung festgelegt worden sei. Die KBV werde damit künstlich zum Bestandteil der Versorgungszusage.
14 Der Beklagte wolle an die Dynamik nach § 5.6 Buchst. a Satz 2 RTV anknüpfen und auf den „letzten Ermittlungsstichtag“ abstellen. Die Beteiligten hätten die Sicherung einer Dynamik jedoch nicht von dem Zufall abhängig machen wollen, ob die Arbeitgeberin zum „letzten Ermittlungsstichtag“ im Sinne von § 5.6 Buchst. a Satz 2 RTV noch eine Dynamik in Ansatz gebracht habe. Es wäre äußerst ungewöhnlich, wenn die Beteiligten eine Dynamik im Sinne eines Teuerungsausgleichs garantierten und diese dann dem Zufall überließen. Es habe keinen Übertragungswillen der KBV in die GBV oder die RTV gegeben. Die RTV nehme nicht auf die KBV Bezug, sondern auf die GBV.
15 Mit der GBV sei eine neue ergänzende Sicherung etabliert worden, die nicht in einem rechtlichen Nachfolgeverhältnis zur KBV und der RTV 2005 stehe. Letztere bildeten lediglich einen „historischen“ Hintergrund und könnten als solche allenfalls eine mittelbare Auslegungshilfe sein. Es müsse sich aus der RTV selbst positiv begründen lassen, dass die Sicherung einer Dynamik bezweckt sei. Die GBV unterscheide sich vom Wortlaut von der KBV. Dies zeige auch § 2.1 GBV, der den Klammerzusatz des § 2.1 KBV nicht enthalte. Die RTV bezwecke nicht nur keine Sicherung einer Dynamik, die das Unternehmen selbst nicht schulde, sondern schließe diese ausdrücklich aus. § 2.4 RTV, der den echten Vertrag zu Gunsten Dritter regele, verweise ausschließlich auf die „Sicherung und Erfüllung der Ansprüche der Versorgungsberechtigten gegen die Gesellschaft aus der für den Versorgungsberechtigten jeweils gültigen Regelung zur arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung“.
Dies setze einen korrespondierenden Anspruch des Versorgungsberechtigten gegen das Unternehmen voraus, der für die hier streitgegenständliche Dynamik unstreitig nicht gegeben sei. Der Hinweis auf die Erfüllung der Verpflichtungen aus den Altersversorgungszusagen oder auf die „Sicherung und Erfüllung der Versorgungsansprüche und Versorgungsanwartschaften der Versorgungsberechtigten“ ergebe sich aus zahlreichen Stellen der RTV sowie den Regelungen der Verwaltungs- und der Sicherungstreuhandvereinbarung. Mit der auf diese Weise wiederholt formulierten Maßgeblichkeit des Verpflichtungsumfangs der Arbeitgeberin und dem Hinweis auf die Erfüllung von Versorgungsansprüchen und Versorgungsanwartschaften sei eine Auslegung, die der Beklagte zur Sicherung einer von der Arbeitgeberin selbst nicht geschuldeten Dynamik vertrete, versperrt.
16 Um die zusätzliche Sicherung einer Dynamik durch die RTV zu gewährleisten, habe es neben den allgemeinen Regelungen wie in § 2.4 RTV einer zusätzlichen Regelung bedurft, die die Sicherung der von der Arbeitgeberin selbst nicht geschuldeten Dynamik etabliert und dafür eine Grundlage geschaffen hätte. Versorgungsansprüche aus der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung seien nur Ansprüche aus der Versorgungszusage. Es fehle an einem selbständigen Anspruch der Versorgungsberechtigten, der als vorrangiger Anspruch im Sinne von § 5.3 Buchst. a RTV gesichert und an die Versorgungsberechtigten ausgeschüttet werden könne. Die RTV sehe keinen Mechanismus vor, um die vorrangige Sicherung der Dynamik umzusetzen.
Der Beklagte meine zwar, mit seinen Berechnungen im Rahmen des § 5.6 RTV einen Weg gefunden zu haben, eine Dynamik zu berechnen. Die Berechnung dieser Dynamik liege dann aber ausschließlich in den Regeln der Barwertberechnung begründet, wie sie nach § 5.6 Buchst. a der RTV zu erfolgen habe, ohne dass damit ein vorrangiger Sicherungsanspruch gegen den Beklagten korrespondiere. Die so berechnete Dynamik sei ein unselbständiges Element der Berechnung des Sicherungskapitals und teile damit das Schicksal der Ansprüche aus der Versorgungszusage, auf die sich die Dynamik beziehe. Nur wenn die Ansprüche aus der Versorgungszusage selbst „vorrangig“ im Sinne von § 5.3 Buchst. a RTV zu qualifizieren seien, etwa weil der Kläger als Träger der gesetzlichen Insolvenzsicherung dafür nicht eintrete (zB wegen einer Begrenzung nach § 7 Abs. 3 BetrAVG), wäre auch die Dynamik mit dem Anspruch zusammen als vorrangig an den Versorgungsberechtigten auszuschütten.
17 Der Kläger hat beantragt, 1a. den Beklagten zu verurteilen, es zu unterlassen, Zahlungen an Versorgungsberechtigte vorzunehmen, soweit diese darauf beruhen, dass bei der Berechnung des „Betrags der zu sichernden Verpflichtungen“ nach § 5.6 Buchst. a des Rahmentreuhandvertrags vom 13./17.07.2006 zwischen M Druckmaschinen AG, dem Beklagten und der Nebenintervenientin zu 3. (Anlage 2 zur Klage) auch die Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassungen (sog. „Dynamik“) wertsteigernd berücksichtigt worden ist und unter Berücksichtigung des einschließlich der Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassungen (sog. „Dynamik“) berechneten „Betrags der zu sichernden Verpflichtungen“ die Sicherungsquoten (§ 5.6 Buchst. b Rahmentreuhandvertrag) sowie der Anteil des einzelnen Versorgungsberechtigten am Sicherungsvermögen (Sicherungskapital, nach § 5.6 Buchst. c Rahmentreuhandvertrag) bestimmt worden ist, es sei denn, dass und soweit die Zahlung darauf beruht, dass der Arbeitgeber einem Versorgungsberechtigten eine Betriebsrentenanpassung in der Versorgungszusage konkret beziffert vertraglich zugesagt hat;
1b. hilfsweise den Beklagten zu verurteilen, es zu unterlassen, den Teil des Sicherungskapitals nach § 5.6 Buchst. c des Rahmentreuhandvertrags vom 13./17.07.2006 zwischen der M Druckmaschinen AG, dem Beklagten und der Nebenintervenientin zu 3. (Anlage 2 zur Klage), der infolge der Berechnung des „Betrags der zu sichernden Verpflichtungen“ nach § 5.6 Buchst. a Rahmentreuhandvertrag, der Sicherungsquoten nach § 5.6 Buchst. b Rahmentreuhandvertrag und daraus abgeleitet des Sicherungskapitals nach § 5.6 Buchst. c Rahmentreuhandvertrag auf die Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassungen (sog. „Dynamik“) entfällt, an andere Berechtigte als den Kläger zu zahlen, es sei denn, dass und soweit sich die Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassung auf eine von dem Beklagten nach dem Rahmentreuhandvertrag zu sichernde arbeitgeberfinanzierte Versorgungsverpflichtung bezieht, für die der Kläger als Träger der gesetzlichen Insolvenzsicherung nicht nach § 7 BetrAVG einsteht (Fall des § 5.3 Buchst. a Rahmentreuhandvertrag);
2a. festzustellen, dass weder bei der Berechnung des „Betrags der zu sichernden Verpflichtungen“ nach § 5.6 Buchst. a des Rahmentreuhandvertrags vom 13./17.07.2006 zwischen M Druckmaschinen AG, dem Beklagten und der Nebenintervenientin zu 3. (Anlage 2 zur Klage), noch bei der Berechnung der Sicherungsquote nach § 5.6 Buchst. b Rahmentreuhandvertrag und des Sicherungskapitals nach § 5.6 Buchst. c Rahmentreuhandvertrag sowie bei der Auszahlung an Versorgungsberechtigte die Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassungen als wertsteigernd zu berücksichtigen ist, es sei denn, dass und soweit der Arbeitgeber einem Versorgungsberechtigten eine Betriebsrentenanpassung in der Versorgungszusage konkret beziffert vertraglich zugesagt hat;
2b. hilfsweise festzustellen, dass der Teil des Sicherungskapitals eines Versorgungsberechtigten nach § 5.6 Buchst. c des Rahmentreuhandvertrags vom 13./17.07.2006 zwischen der M Druckmaschinen AG, dem Beklagten und der Nebenintervenientin zu 3. (Anlage 2 zur Klage), der infolge der Berechnung des „Betrags der zu sichernden Verpflichtungen“ nach § 5.6 Buchst. a Rahmentreuhandvertrag, der Sicherungsquote nach § 5.6 Buchst. b Rahmentreuhandvertrag und daraus abgeleitet des Sicherungskapitals des Versorgungsberechtigten nach § 5.6 Buchst. c Rahmentreuhandvertrag auf die Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassungen entfällt, nicht an andere Berechtigte als den Kläger gezahlt werden darf, es sei denn, dass und soweit sich die Erwartung künftiger Betriebsrentenanpassung auf eine von dem Beklagten nach dem Rahmentreuhandvertrag zu sichernde arbeitgeberfinanzierte Versorgungsverpflichtung bezieht, für die der Kläger als Träger der gesetzlichen Insolvenzsicherung nicht nach § 7 BetrAVG einsteht (Fall des § 5.3 Buchst. a Rahmentreuhandvertrag).
18 Der Beklagte sowie die Nebenintervenienten haben beantragt, die Klage abzuweisen. Sie haben geltend gemacht, auch Anpassungen nach § 16 BetrAVG gehörten zu den Versorgungsansprüchen und entsprechend zu den Versorgungsverpflichtungen der Arbeitgeberin und seien grundsätzlich sicherungsfähig. Ihr Wert belaufe sich auf 24,5 Mio. Euro. Zur Höhe des Sicherungskapitals gebe es eine eigenständige Regelung: § 5.6 Buchst. a Satz 2 RTV sei keine bloße Hilfsvorschrift. Es entspreche dem Willen der Vertragsparteien in Fortführung der Regelungen der RTV 2005 und des Zwecks der KBV auch die Rentendynamik bei der Berechnung der Sicherheitsleistung einzubeziehen. § 5.6 Buchst. a Satz 2 RTV regele eine eindeutige und bewusste Abweichung vom Prinzip, dass die Verhältnisse am Stichtag des Eintritts des Sicherungsfalls maßgeblich seien.
19 Stelle man auf die Parameter beim Trägerunternehmen bei Eintritt des Versicherungsfalls ab, so sei eine der IFRS immanente „going concern“-Annahme nicht mehr ohne weiteres möglich. Es hätte der Regelung in § 5.6 Buchst. a Satz 2 RTV nicht bedurft. Berechnungsparameter solle die letzte „going concern“-Bewertung des Unternehmens sein und eben gerade nicht die Abwicklungsperspektive. In den Geschäftsjahren 2010 und 2011 sei bei der Berechnung der Verpflichtung aus der betrieblichen Altersversorgung jeweils ein Rechenparameter in Höhe von 1,75 vH für den Rentenanpassungsbedarf zu Grunde gelegt worden. Die entsprechenden Rechenparameter seien zuletzt im Rahmen der Erstellung des versicherungsmathematischen Gutachtens für den Ermittlungsstichtag 31. Dezember 2011 im Oktober 2011 festgelegt worden. Nach § 5.6 RTV sei er verpflichtet, im Rahmen der DBO-Ermittlung die zuletzt festgelegten Parameter zu verwenden; einen Ermessensspielraum habe er nicht. Unerheblich für die Berechnung der DBO sei es, wenn an einem Stichtag eine Rentenanpassung aus wirtschaftlichen Gründen hätte unterbleiben können. Wenn am 31. Dezember 2011 eine Situation bestanden hätte, die es der Arbeitgeberin erlaubt hätte, eine Rentenanpassung nicht durchzuführen, hätte dies für die bilanzrechtliche Betrachtung keine Bedeutung. Eine Rentendynamik sei bei der Berechnung des Barwerts zu berücksichtigen, solange das Unternehmen noch aktiv am Markt tätig sei.
20 Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Mit seiner Revision verfolgt der Kläger seine Anträge weiter. Der Beklagte und die Nebenintervenienten begehren die Zurückweisung der Revision.
21 Die Revision des Klägers ist unbegründet. Das Berufungsgericht hat die Berufung des Klägers im Ergebnis zu Recht zurückgewiesen. Die Klage ist mit ihren Anträgen zu 1a. und 1b. zulässig, aber unbegründet. Die Anträge zu 2a. und 2b. sind unzulässig.
22 A. Die Zulässigkeit der Nebenintervention und des Rechtswegs sind nicht zu überprüfen.
23 I. Die Zulässigkeit der Nebeninterventionen auf Seiten des Beklagten wurde von keiner der Parteien gerügt. Ein Antrag auf Zurückweisung einer Nebenintervention nach § 71 ZPO wurde nicht gestellt (vgl. BAG 22. Januar 2019 - 3 AZR 9/18 - Rn. 29).
24 II. Der Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitssachen ist in der Revisionsinstanz nach § 73 Abs. 2, § 65 ArbGG ebenso nicht mehr zu prüfen; eine entsprechende Rüge ist nicht erhoben worden (vgl. BAG 23. Januar 2007 - 3 AZR 398/05 - Rn. 24 f. mwN, BAGE 121, 36).
25 1. Der Rechtsweg ist ohnehin eröffnet, soweit es um den streitigen Anpassungsbedarf gegenüber Arbeitnehmern und ggf. ihren Hinterbliebenen geht. Der Beklagte ist eine von der Arbeitgeberin errichtete Einrichtung, deren Leistungen - hier die Absicherung von Rechten aus betrieblicher Altersversorgung als soziale Leistung - der Arbeitgeberin zuzurechnen sind und in unmittelbarem rechtlichen Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen. Es geht also um eine Sozialeinrichtung iSv. § 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b ArbGG (vgl. BGH 3. April 2019 - IV ZB 17/18 - Rn. 14; BAG 5. Dezember 2013 - 10 AZB 25/13 - Rn. 18). Der Kläger macht Ansprüche als Rechtsnachfolger der Arbeitnehmer und Hinterbliebenen geltend. Insoweit genügt es nach § 3 ArbGG, dass der Kläger behauptet, Rechtsnachfolger der Versorgungsberechtigten nach § 9 Abs. 2 Satz 1 BetrAVG iVm. §§ 412, 401 Abs. 1 BGB geworden zu sein und hieraus Unterlassungsansprüche und Rechtsverhältnisse ableiten zu können (vgl. BAG 11. November 1986 - 3 AZR 228/86 - zu I 2 b der Gründe; vgl. auch GMP/Schlewing 9. Aufl. § 3 Rn. 4).
26 2. § 73 Abs. 2, § 65 ArbGG greifen aber auch ein, soweit es um die streitige Anpassung der Ansprüche von versorgungsberechtigten Organen der Arbeitgeberin geht, die auf den Kläger übergegangen sein könnten und von seinen Anträgen erfasst sein könnten, für die die Arbeitsgerichtsbarkeit nach § 5 Abs. 1 Satz 3 ArbGG wohl auch nicht aufgrund von § 2 Abs. 3 ArbGG zuständig wäre (vgl. BAG 11. Juni 2003 - 5 AZB 43/02 - BAGE 106, 273). Dass insoweit eine - nach § 2 Abs. 4 ArbGG zulässige - Vereinbarung der Parteien über den Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitssachen vorläge, ist nicht ersichtlich. Dies alles kann aber letztlich wegen der fehlenden Überprüfungsmöglichkeit offenbleiben.
27 B. Die Unterlassungsanträge zu 1a. und 1b. sind zulässig, aber unbegründet.
28 I. Nach einer Auslegung sind die Anträge zu 1a. und zu 1b. hinreichend bestimmt (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO). Ein zulässiges Rechtsschutzbegehren ist ebenfalls gegeben.
29 1. Für die Bestimmtheit von Unterlassungsanträgen gelten besondere Anforderungen. Sie müssen aus rechtsstaatlichen Gründen für den in Anspruch Genommenen eindeutig erkennen lassen, welcher Handlungen er sich enthalten soll und in welchen Fällen gegen ihn als Sanktion ein Ordnungsgeld verhängt werden kann. Nur wenn die danach gebotenen Verhaltensweisen hinreichend erkennbar sind, kann eine der materiellen Rechtskraft zugängliche Sachentscheidung ergehen. Eine Entscheidung, die eine Handlungs- oder Unterlassungspflicht ausspricht, muss grundsätzlich zur Zwangsvollstreckung geeignet sein. Die Prüfung, welche Verhaltensweisen der Schuldner unterlassen soll, darf nicht durch eine ungenaue Antragsformulierung und einen dem entsprechenden gerichtlichen Titel aus dem Erkenntnis- in das Zwangsvollstreckungsverfahren verlagert werden.
Genügt ein Antrag - ggf. nach einer vom Gericht vorzunehmenden Auslegung - diesen Anforderungen nicht, ist er als unzulässig abzuweisen (BAG 14. September 2010 - 1 ABR 32/09 - Rn. 14). Enthalten Unterlassungsanträge auslegungsbedürftige Formulierungen, ohne die Charakteristik des gerügten Verstoßes durch eine Bezugnahme auf die konkrete Verletzungsform klarzustellen, sind sie regelmäßig unbestimmt, weil der gesamte Streit über die Reichweite des Verbots in das Vollstreckungsverfahren verlagert wird (BGH 21. September 2017 - I ZR 53/16 - Rn. 12). Jedoch ist auch das aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende Gebot effektiven Rechtsschutzes für den Anspruchsteller zu beachten. Das kann es rechtfertigen, eine möglicherweise schwierige Klärung der Frage im Vollstreckungsverfahren herbeizuführen, ob gegen die aus einem Titel folgende Verpflichtung verstoßen wurde (BAG 15. April 2009 - 3 AZB 93/08 - Rn. 17, BAGE 130, 195).
30 2. Nach diesen Grundsätzen lässt sich der Antrag zu 1a. - nach einer entsprechenden Auslegung - hinreichend bestimmen.
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35 3. Ebenso ist der Antrag zu 1b. - auch in Bezug auf seine Bedingtheit - hinreichend bestimmt (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO).
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38 4. Den entsprechend ausgelegten Unterlassungsanträgen zu 1a. und 1b. fehlt nicht das Rechtsschutzbedürfnis, auch wenn der Kläger ggf. Zahlung aufgrund von § 9 Abs. 2 Satz 1 BetrAVG iVm. §§ 412, 401 Abs. 1 BGB vom Beklagten an sich verlangen könnte.
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42 II. Der Antrag zu 1a. ist als Globalantrag unbegründet.
43 1. Ein Globalantrag, der eine Vielzahl von Fallgestaltungen erfasst, ist in vollem Umfang als unbegründet abzuweisen, wenn es darunter Fallgestaltungen gibt, in denen sich der Antrag als unbegründet erweist. Das Gericht darf nicht dahin erkennen, dass der geltend gemachte Anspruch unter einschränkenden Voraussetzungen gegeben ist, die nicht zum Inhalt des Anspruchs erhoben worden sind. Eine solche Tenorierung würde sich nicht mehr im Rahmen des Antrags halten (§ 308 ZPO). Es würde nicht weniger als beantragt zugesprochen, sondern etwas Anderes (BAG 17. Januar 2019 - 6 AZR 17/18 - Rn. 29, BAGE 165, 48).
44 2. In dem Antrag zu 1a. ist eine nicht unerhebliche Anzahl von Fällen enthalten, in denen der Kläger keine Unterlassung verlangen kann, insbesondere, wenn er seinen Antrag - wie bei der Auslegung dargelegt - bewusst nicht auf bestimmte Fälle begrenzt. Unterlassung kann er allenfalls in den Fällen verlangen, in denen er auch eintrittspflichtig ist und Ansprüche auf ihn übergehen können. So hat der Kläger etwa keinen Unterlassungsanspruch in den Fällen von bestimmten Organen als Nichtarbeitnehmern, soweit er nach § 17 Abs. 1 Satz 2 BetrAVG nicht zur Leistung verpflichtet ist (vgl. BGH 1. Oktober 2019 - II ZR 386/17 - Rn. 19 ff.; ausf. H-BetrAV/Berenz/Zmudzinski Stand September 2017 Teil I 100 Rn. 31 ff.).
Er hat ebenso wenig einen Anspruch in den Fällen des § 7 Abs. 3 und Abs. 5 BetrAVG, in denen er ebenfalls nicht eintrittspflichtig ist (vgl. hierzu H-BetrAV/Berenz/Zmudzinski Stand September 2017 Teil I 100 Rn. 50 ff.). Ansprüche und Anwartschaften der Versorgungsberechtigten gegen den Arbeitgeber verbleiben daher beim Versorgungsberechtigten, wenn er zwar grundsätzlich zum Personenkreis gehört, der dem gesetzlichen Insolvenzschutz der §§ 7 ff. BetrAVG unterfällt, die Höhe der Leistungen des Klägers hingegen hinter seiner Anwartschaft zurückbleibt. Im Grunde kann der Kläger - wenn überhaupt - Unterlassung nur in den Fällen verlangen, in denen er nach § 7 Abs. 1 BetrAVG ohne Leistungsausschluss einzutreten hat und damit ein Forderungsübergang gemäß § 9 Abs. 2 Satz 1 BetrAVG stattfinden kann.
45 III. Der Unterlassungsantrag zu 1b. ist ebenfalls unbegründet. Zwar sind der Beklagte passiv- und der Kläger aktivlegitimiert. Das Berufungsgericht hat auch im Ergebnis rechtsfehlerfrei ein Forderungsrecht des Klägers aus § 9 Abs. 2 Satz 1 BetrAVG iVm. §§ 412, 401 Abs. 1 BGB analog abgeleitet. Dem Antrag des Klägers zu 1b. steht auch § 9 Abs. 2 Satz 2 BetrAVG nicht entgegen. Die Auslegung der KBV, der RTV 2005, der GBV und der RTV ergibt allerdings, dass der Anspruch des Klägers nicht besteht, weil Rechte wirksam gesichert sind, für die der Kläger nicht einzutreten hat und dem Kläger auch nicht rechtswidrig Sicherheiten entzogen werden.
46 1. Der Beklagte ist trotz Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Arbeitgeberin weiter passivlegitimiert. Zwar fällt das Treuhandvermögen, auch soweit es nach § 9 Abs. 2 Satz 1 BetrAVG iVm. §§ 412, 401 Abs. 1 BGB analog auf den Kläger übergegangen ist, mit der Insolvenzeröffnung zunächst in die Insolvenzmasse. Allerdings hat der Treuhänder ein Absonderungsrecht nach § 51 Nr. 1 InsO am Treuhandvermögen gegen die Insolvenzmasse. Solange der Insolvenzverwalter das treuhänderisch gebundene Vermögen nicht verwertet, verbleibt es beim Treuhänder, der wegen seines grundsätzlich bestehenden Absonderungsrechts mit dem Treuhandvermögen nach dem treuhänderischen Zweck - auch in der Insolvenz - verfahren darf.
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60 (a) Wird die Betriebstätigkeit eingestellt und das Unternehmen liquidiert, kann danach eine Zusage von einer Pensionskasse oder einem Unternehmen der Lebensversicherung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers oder Versorgungsempfängers übernommen werden, wenn sichergestellt ist, dass die Überschussanteile ab Rentenbeginn entsprechend § 16 Abs. 3 Nr. 2 BetrAVG verwendet werden. Nach dieser Bestimmung entfällt die Verpflichtung zur gesetzlichen Anpassung nach § 16 Abs. 1 BetrAVG, wenn die betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung im Sinne des § 1b Abs. 2 BetrAVG oder über eine Pensionskasse im Sinne des § 1b Abs. 3 BetrAVG durchgeführt wird und ab Rentenbeginn sämtliche auf den Rentenbestand entfallende Überschussanteile zur Erhöhung der laufenden Leistungen verwendet werden.
61 (b) Als Rechtsfolge sind die bestehenden unverfallbaren Versorgungsanwartschaften und die Leistungsansprüche unabhängig von einer Zustimmung der Arbeitnehmer auf einen Lebensversicherer oder eine Pensionskasse zu übertragen. Diese übernehmen die Versorgungszusage (Rolfs in Blomeyer/Rolfs/Otto BetrAVG 7. Aufl. § 4 Rn. 144; Kemper FS Höfer 2011 S. 97, 99 f.). Zudem muss sichergestellt sein, dass die Überschussanteile ab Rentenbeginn entsprechend § 16 Abs. 3 Nr. 2 BetrAVG verwendet werden (Rolfs in Blomeyer/Rolfs/Otto BetrAVG 7. Aufl. § 4 Rn. 146) - und dass obwohl das Unternehmen liquidiert wird, seine wirtschaftliche Lage eine Betriebsrentensteigerung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 BetrAVG also nicht mehr zulässt.
62 (c) Der Gesetzgeber hat damit ein legitimes Interesse der Versorgungsberechtigten anerkannt, gegen das Risiko abgesichert zu werden, dass der Arbeitgeber nicht mehr existiert und „eigentlich“ - aus wirtschaftlichen Gründen - eine Anpassung nicht mehr in Frage kommt. Denn die Regelung gilt auch, wenn die Fortführung des Unternehmens unwirtschaftlich wäre. Indem der Gesetzgeber in diesen Fällen die Übernahme der Versorgungszusage durch eine Pensionskasse oder eine Lebensversicherung verlangt und zudem vorschreibt, dass die Überschussanteile entsprechend § 16 Abs. 3 Nr. 2 BetrAVG verwandt werden, verlangt er eine Absicherung der Renten gegen Auszehrung, die er als mit der Anpassung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 BetrAVG gleichwertig ansieht.
63 (d) Diese Wertung ist auf den Insolvenzfall übertragbar. Zwar sind im Fall der erfolgreichen Liquidation die wirtschaftlichen Interessen der Gläubiger gesichert. Maßgeblich ist jedoch, dass der Gesetzgeber das Interesse der Betriebsrentner an einer Steigerung der Betriebsrenten auch in Fällen anerkannt hat, in denen die wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers dies nicht mehr hergibt. Soweit eine solche Steigerung für den Insolvenzfall abgesichert wird und sich der Höhe nach - wie hier - einer nachvollziehbaren Methode der Absicherung bedient, ist das deshalb nicht zu beanstanden, soweit der Insolvenzfall zum Zeitpunkt der Schaffung der entsprechenden Regelung nicht absehbar war. Ob dadurch eine Absicherung der Insolvenzgläubiger tatsächlich absehbar gefährdet ist, ist eine Frage des Einzelfalls. Hierfür gibt es im Streitfall keinen Anhaltspunkt.
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66 2. Der Kläger ist aktivlegitimiert. Er ist grundsätzlich aus der RTV als Rechtsnachfolger der Versorgungsberechtigten gegenüber der Arbeitgeberin und Schuldnerin und damit - kraft Gesetzes - wegen übergegangener Rechte als Gläubiger aus der RTV gegenüber dem Beklagten forderungsberechtigt und damit aktivlegitimiert, soweit er selbst zur Leistung nach § 7 Abs. 1 BetrAVG verpflichtet ist. Er ist nach § 9 Abs. 2 Satz 1 BetrAVG iVm. §§ 412, 401 Abs. 1 BGB analog mit der Insolvenzeröffnung (§ 9 Abs. 2 Satz 3 BetrAVG) in die Gläubigerstellung gegenüber dem Beklagten eingerückt, soweit er Ansprüche gegenüber den Versorgungsberechtigten zu erfüllen hat.
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68 Wie der Senat mit Urteil vom selben Tag entschieden hat (BAG 22. September 2020 - 3 AZR 304/18 - Rn. 37 ff.), ist diese Aufzählung indes nicht abschließend. Sie ist nach ihrer Entstehungsgeschichte und Systematik der analogen, also entsprechenden Anwendung zugänglich. Daher gehen zunächst solche Sicherungsrechte über, die zur Sicherung der Forderung eingeräumt und mit ihr akzessorisch verbunden sind und nur der Sicherung der Forderung dienen. Nicht mit über gehen dagegen solche Rechte, auf die die Vorschrift nicht passt. Das sind zB Rechte, die - wie die Sicherungsabtretung, die Sicherungsübereignung oder der Eigentumsvorbehalt - eigenen Regeln unterliegen, sowie solche, die - wie die Sicherungsgrundschuld - aufgrund gesetzlicher Vorschrift ausdrücklich als nicht-akzessorisch ausgestaltet sind. Maßgeblich ist damit, ob das in Rede stehende Recht ein Nebenrecht, das der Sicherung der Forderung dient, darstellt und kein eigenständiges am Wirtschaftsverkehr teilnehmendes Sicherungsmittel ist. Beim gesetzlichen Forderungsübergang gehen Nebenrechte dann nicht über, wenn nach dem jeweiligen rechtssystematischen Zusammenhang das Leistungsrisiko gerade beim Neugläubiger verbleiben soll.
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71 Dagegen wird eingewandt, die Sicherungstreuhand sei nicht mit dem Schuldbeitritt gleichzusetzen (Birkel/Obenberger BB 2011, 2051, 2052). Die Haftung des Treuhänders sei auf das Treuhandvermögen beschränkt. Er hafte nicht mit seinem eigenen Vermögen. Wie beim Sicherungseigentum sei der zusätzliche Anspruch gegen den Treuhänder nicht von § 401 Abs. 1 BGB analog erfasst. Das Sicherungsrecht des Berechtigten sei nicht das Treuhandvermögen selbst, da der Einzelne hieran keine unmittelbaren Rechte besitze. Das Forderungsrecht der Gesicherten sei nur Teil der Sicherung (Birkel/Obenberger BB 2011, 2051, 2053).
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Dafür spricht auch, dass die Sicherungstreuhand gerade im Fall der Insolvenz der Arbeitgeberin fortbesteht, § 4.2 und § 5.2 RTV, während die Verwaltungstreuhand zur Arbeitgeberin erlischt. Auch § 5.3 RTV regelt genau die Pflicht zur Erfüllung der Versorgungsverpflichtungen. Nach § 5.4 RTV stehen im Rahmen von § 5.2 und § 5.3 RTV in Verbindung mit der Sicherungsabrede gemäß § 2.4 RTV den Versorgungsberechtigten aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen bzw. des in der RTV geregelten echten Vertrags zu Gunsten Dritter im Sinne des § 328 BGB eigene vertragliche Rechte auf Durchführung der ergänzenden Sicherung gegenüber dem Vermögenstreuhänder zu. Die Versorgungsberechtigten können insoweit vom Vermögenstreuhänder bei Eintritt des Sicherungsfalls die Verwertung des Treuhandvermögens der Gesellschaft und dessen Auszahlung ausschließlich nach Maßgabe der §§ 5.5 ff.
RTV verlangen, sofern dem keine gesetzlichen Vorschriften entgegenstehen. Das Sicherungsvermögen soll nach § 5.5 RTV an die Berechtigten ausgezahlt werden. Dafür sprechen letztlich auch die differenzierten Auszahlungsregeln der §§ 5.7 bis 5.8 RTV. Auch wenn der Beklagte nicht ausdrücklich der Schuld beigetreten ist, handelt es sich doch bei der Vertragsgestaltung um nichts Anderes.
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84 3. Der Kläger hat keinen Anspruch gegen den Beklagten aus § 241 Abs. 2, § 280 Abs. 1 BGB auf die im Antrag zu 1b. geltend gemachte Unterlassung der Auszahlung. Auch wenn das Nachteilsverbot für die Berechtigten aus § 9 Abs. 2 Satz 2 BetrAVG der Berechnung des Beklagten nicht entgegensteht, ergibt doch die Auslegung der KBV, GBV, RTV 2005 und RTV, dass die vom Beklagten vorgenommene Berechnung nach den getroffenen Vereinbarungen - entgegen der Annahme des Klägers - vorgesehen ist. Das ist auch zulässig.
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