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BGH, Beschluss vom 14.07.2020 – 4 StR 611/19 – Parteiverrat durch Rechtsanwalt: Strafmilderung durch Täter-Opfer-Ausgleich Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des…

KORE626182020 ECLI:DE:BGH:2020:140720B4STR611.19.0 BGH 4. Strafsenat 20200714 4 StR 611/19 Beschluss § 46a Nr 1 StGB, § 356 StGB vorgehend LG Münster, 11. April 2019, Az: 9 KLs 1/19nachgehend BGH, 12. August 2020, Az: 4 StR 611/19, Beschluss DEU Bundesrepublik Deutschland Parteiverrat durch Rechtsanwalt: Strafmilderung durch Täter-Opfer-Ausgleich Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Münster (Westf.) vom 11. April 2019 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Der Senat merkt an:

Wie der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift zutreffend ausgeführt hat, findet die Regelung des § 46a Nr. 1 StGB nach der vom Senat zur Unanwendbarkeit dieser Vorschrift auf „opferlose“ Delikte entwickelten Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 2014 ‒ 4 StR 213/14, BGHSt 60, 84; Schneider in LK-StGB, 13. Aufl., § 46a Rn. 12 ff.) auf Taten nach § 356 StGB keine Anwendung. Denn die Strafvorschrift des Parteiverrats schützt keine Individualrechtsgüter, sondern das Vertrauen der Allgemeinheit in die Zuverlässigkeit und Integrität der Anwalt- und Rechtsbeistandschaft (vgl. BGH, Urteile vom 21. Juli 1999 ‒ 2 StR 24/99, BGHSt 45, 148, 153; vom 24. Juni 1960 ‒ 2 StR 621/59, BGHSt 15, 332, 336; BVerfG, NJW 2001, 3180, 3181; HansOLG Hamburg, StV 2017, 184).

Quentin Bender Bartel Sturm Rommel http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jb-KORE626182020&psml=bsjrsprod.psml&max=true Deutschland deutsch BMJV public

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