KORE649832021 ECLI:DE:BGH:2021:191021BXIZR622.20.0 BGH
- Zivilsenat 20211019 XI ZR 622/20 Beschluss Art 27 EGRL 48/2008, Art 30 EGRL 48/2008, Art 31 EGRL 48/2008, § 242 BGB, § 355 BGB vom 29.07.2009, § 357 BGB vom 29.07.2009, § 495 BGB vom 29.07.2009, Art 29 BGBEG, § 286 ZPO vorgehend OLG Düsseldorf,
- Oktober 2020, Az: I-14 U 124/20vorgehend LG Mönchengladbach,
- Mai 2020, Az: 6 O 218/19 DEU Bundesrepublik Deutschland Widerruf eines Verbraucherdarlehensvertrags in einem Altfall: Zeitlicher Anwendungsbereich der Verbraucherkreditrichtlinie; Verstoß gegen Treu und Glauben Die Nichtzulassungsbeschwerde der Kläger gegen den Beschluss des
- Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom
- Oktober 2020 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Die Annahme des Berufungsgerichts, dem Widerrufsrecht der Kläger stehe § 242 BGB entgegen, gibt keinen Anlass, die Revision zuzulassen. Die Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
- April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates - wie durch den Gerichtshof der Europäischen Union mit Urteil vom
- September 2021 (C-33/20, Volkswagen Bank, WM 2021, 1986 ff.) ausgelegt - findet auf den vor dem
- Juni 2010 geschlossenen Darlehensvertrag keine Anwendung (vgl. Senatsbeschluss vom
- April 2019 - XI ZR 454/18, juris Rn. 6). Die tatrichterliche Bewertung eines Verstoßes gegen Treu und Glauben richtet sich allein nach nationalem Recht. Bei dem Institut der Verwirkung handelt es sich um einen Unterfall der unzulässigen Rechtsausübung (Senatsurteil vom
- Juli 2016 - XI ZR 501/15, BGHZ 211, 105 Rn. 40). Die Würdigung des Berufungsgerichts, das Handeln der Kläger stelle eine unzulässige Rechtsausübung dar und verstoße gegen § 242 BGB, folgt im Ergebnis den vom Senat aufgestellten Grundsätzen (vgl. Senatsurteil vom
- November 2017 - XI ZR 369/16, WM 2018, 45 Rn. 17; Senatsbeschlüsse vom
- März 2017 - XI ZR 160/16, juris und vom
- Juli 2021 - XI ZR 205/21, juris mwN zur Rechtsprechung des BVerfG). Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen. Die Kläger tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO). Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt bis 65.000 €. Ellenberger Grüneberg Menges Derstadt Ettl http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jb-KORE649832021&psml=bsjrsprod.psml&max=true Deutschland deutsch BMJV public
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