BGH, Beschluss vom 30.10.2024 – AK 86/24
KORE708822024 ECLI:DE:BGH:2024:301024BAK86.24.0 BGH 3. Strafsenat 20241030 AK 86/24 Beschluss DEU Bundesrepublik Deutschland Die Untersuchungshaft hat fortzudauern.
Eine etwa erforderliche weitere Haftprüfung durch den Bundesgerichtshof findet in drei Monaten statt.
Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Haftprüfung dem Oberlandesgericht München übertragen.
I.
1 Der Angeschuldigte wurde in dieser Sache aufgrund des Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 11. April 2024 (2 BGs 85/24) am 17. April 2024 festgenommen und befindet sich seither ununterbrochen in Untersuchungshaft, zunächst in anderer Sache auf der Grundlage des Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 9. April 2024 (1 BGs 161/24), seit dem 29. August 2024 in dieser Sache aufgrund des Beschlusses des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom selben Tag (5 BGs 227/24).
2 Gegenstand des Haftbefehls ist der Vorwurf, der Angeschuldigte habe sich in dem Zeitraum von Dezember 2014 bis 30. September 2016 durch dieselbe Handlung als Mitglied an einer Vereinigung im Ausland beteiligt, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet gewesen seien, Mord (§ 211 StGB) oder Totschlag (§ 212 StGB) zu begehen, und habe zudem eine schwere staatsgefährdende Gewalttat begangen, nämlich eine Straftat gegen das Leben in den Fällen des § 211 StGB oder des § 212 StGB vorbereitet, die nach den Umständen bestimmt und geeignet ist, die Sicherheit eines Staates zu beeinträchtigen, indem er eine Schusswaffe verwahrte, strafbar gemäß § 129a Abs. 1 Nr. 1, § 129b Abs. 1 Satz 1 und 2, § 89a Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. § 89a Abs. 1 und Abs. 3 Satz 1 und 2, § 52 StGB.
II.
3 Die Voraussetzungen für die Fortdauer der Untersuchungshaft über sechs Monate hinaus liegen vor.
4 1. Der Angeschuldigte ist der ihm im Haftbefehl angelasteten Tat dringend verdächtig.
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8 Russland annektierte daraufhin im März 2014 die ukrainische Halbinsel Krim. Im März und April 2014 folgten zudem auf russische Initiative im Osten und Süden der Ukraine prorussische Demonstrationen und Unruhen, die sich von Odessa über Mariupol bis nach Donezk und Luhansk zogen. Es formierten sich paramilitärische Milizen, die dort gegen ukrainische Sicherheitskräfte kämpften. Zunächst gelang es den Milizen, Regierungsgebäude, Verkehrsknotenpunkte und Grenzübergänge zur Russischen Föderation zu besetzen, jedoch mussten sie diese alsbald wieder räumen.
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10 Während die politischen Proteste zwischenzeitlich abzuflauen schienen, wurden die militanten Aktionen der Milizen im Laufe des April 2014 zielgerichteter und systematischer. Sie begannen, Gebäude der Staatsverwaltung und von Sicherheitsdiensten dauerhaft zu besetzen und sich mit dort aufgefundenen Waffen auszurüsten. Zwar scheiterten sie an der Eroberung größerer Städte wie Charkiw, Mariupol oder Odessa; in anderen westlich von Donezk gelegenen Städten wie Kramatorsk oder Slowjansk gelang es ihnen hingegen, sich festzusetzen. Dabei führte die VRD militärische Operationen unter Einsatz von schweren Waffen auch in von Zivilisten bewohnten Gebieten durch. Auf beiden Seiten kamen neben Kämpfern zahlreiche Zivilisten ums Leben.
11 Im Laufe des Monats Juni 2014 erzielte eine gegen die VRD gerichtete Anti-Terror-Operation der ukrainischen Regierung ihrerseits erste Erfolge. Die ukrainischen Truppen befreiten Kramatorsk und Slowjansk und brachten ihre Gegner zudem in Donezk und anderen Orten in Bedrängnis. Vor diesem Hintergrund griffen in der zweiten Augusthälfte 2014 reguläre russische Truppen erstmals auf Seiten der Milizen direkt in die militärischen Auseinandersetzungen ein. Die ukrainischen Truppen wurden eingeschlossen und erlitten in der Schlacht um Ilowajsk große Verluste. In der Folge mussten sie sich aus dem Osten und Südosten von Donezk zurückziehen.
12 Im „Minsker Protokoll“ vom 5. September 2014 wurde unter anderem ein sofortiger Waffenstillstand vereinbart, wobei die ukrainische Regierung die Kontrolle über die besetzten Gebiete nicht wiedererlangte. Bereits Ende 2014 kam es wieder zu Kampfhandlungen. Im Januar 2015 griffen Kampfeinheiten der VRD, der „Volksrepublik Luhansk“ und Söldner der „Gruppe Wagner“ den wichtigen Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt Debalzewe zwischen Donezk und Luhansk an, der zuvor im Juli 2014 durch ukrainische Truppen befreit worden war. Am 12. Februar 2015 wurde in Minsk erneut ein Waffenstillstand vereinbart, Einheiten der VRD setzten allerdings ihren Angriff auf Debalzewe fort, bis sie etwa zehn Tage später durch das ukrainische Militär verdrängt wurden. Dieser ersten offenen Kriegsphase folgte eine lange Periode, in der sich der Konflikt im Donbass auf niedrigem militärischen Niveau fortsetzte. Kleineren und größeren Eskalationen schlossen sich neue temporäre Waffenstillstände an, die in der Folge jedoch wieder gebrochen wurden.
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15 Nach der Waffenstillstandsvereinbarung vom 5. September 2014 wurden die Milizen der Aufständischen in die militärischen Strukturen der VRD eingegliedert und dem Sicherheitsministerium unterstellt. Im Winter 2014/2015 vereinte Sachartschenko zudem mehrere Bataillone und Brigaden in einer Republikgarde, die er sich selbst unterstellte, darunter auch die „Pyatnashka-Brigade“.
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17 Am 21. Februar 2022 erklärte die Russische Föderation, die VRD als unabhängigen Staat anzuerkennen. Seit Herbst 2022 betrachtet die Russische Föderation die VRD offiziell als Teil ihres eigenen Staatsgebiets.
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20 Der Angeschuldigte und seine Einheit kämpften auf dem Gebiet des ukrainischen Verwaltungsbezirks (Oblast) Donezk, unter anderem zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt zwischen dem 16. Dezember 2014 und dem 5. Februar 2015 am Flughafen in Donezk sowie Anfang Juni 2015 in Marinka. Bei seinen Einsätzen führte er jeweils eine Schusswaffe mit sich, um mit dieser gegebenenfalls ukrainische Soldaten zu töten. Darüber hinaus waren der Angeschuldigte sowie die Angehörigen der „Pyatnashka Brigade“ mit Sturmgewehren, Panzerfäusten und Nachtsichtgeräten ausgerüstet. Untergebracht waren sie etwa in einem alten Universitätsgebäude in einer Stadt in der Oblast Donezk, die von der VRD kontrolliert wurde.
21 Zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt, frühestens am 11. August 2016, verließ der Angeschuldigte die „Pyatnashka Brigade“ und die Ukraine, reiste - nach derzeitigem Erkenntnisstand - am 1. September 2016 aus der Russischen Föderation aus und kehrte nach Deutschland zurück.
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23 Der dringende Tatverdacht ergibt sich aus Folgendem:
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26 Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf den Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 11. April 2024 sowie die Anklageschrift des Generalbundesanwalts vom 15. Oktober 2024 (S. 15 bis 48) und die dort jeweils angeführten Nachweise aus der Sachakte Bezug genommen.
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30 Hieran gemessen erfüllte die VRD im Tatzeitraum die Merkmale des von der Rechtsprechung geprägten Vereinigungsbegriffs ebenso wie die Voraussetzungen des § 129 Abs. 2 StGB. Sie verfügte über eine ausgeprägte Organisationsstruktur (organisatorisches Element), ist auf Dauer angelegt (zeitliches Element), hat eine große Zahl von Mitgliedern (personelles Element) und verfolgt das übergeordnete gemeinsame Interesse, das Gebiet um Donezk dauerhaft der Kontrolle der ukrainischen Regierung zu entziehen, dort selbst die Herrschaft auszuüben und eigene quasi-staatliche Strukturen zu schaffen (interessenbezogenes Element). Die VRD war zumindest damals ein aus einer Vielzahl von Personen zusammengesetztes quasistaatliches Gebilde mit einem „Premierminister“, einer „Regierung“ und militärischen Verbänden, zu denen unter anderem die „Pyatnashka Brigade“ gehörte.
31 Die VRD erfüllte auch die Voraussetzungen des Vereinigungsbegriffs nach neuem Recht (siehe dazu nur BGH, Beschluss vom 26. Juni 2024 - AK 53-55/24, NStZ-RR 2024, 275 mwN).
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33 Eine Vereinigung ist auf die Begehung von Straftaten gerichtet, sofern sie auf strafbares Handeln durch Vereinigungsmitglieder hin konzipiert ist, also der übereinstimmende Wille der Mitglieder und der verbindlich festgelegte Zweck der Vereinigung dahingehen, gemeinschaftlich Straftaten zu verüben (vgl. BGH, Beschlüsse vom 11. Juli 2023 - AK 35/23, BGHSt 68, 1 Rn. 33; vom 30. März 2023 - StB 58/22, NStZ-RR 2023, 182, 183). Das bloße Bewusstsein, dass es in Verfolgung der Vereinigungsziele zur Begehung von Straftaten kommen könnte, genügt nicht (vgl. BGH, Beschluss vom 11. Juli 2023 - AK 35/23, BGHSt 68, 1 Rn. 33; Urteil vom 22. Januar 2015 - 3 StR 233/14, BGHSt 60, 166 Rn. 30). Die Begehung von Straftaten braucht aber nicht das Endziel oder der Hauptzweck der Vereinigung zu sein (LK/Krauß, StGB, 13. Aufl., § 129 Rn. 65; MüKoStGB/Schäfer/Anstötz, 4. Aufl., § 129 Rn. 48).
34 Diese Voraussetzungen sind bei der VRD hochwahrscheinlich erfüllt. Denn zur Erreichung ihrer politischen Ziele bediente die Vereinigung sich militanter Mittel. Die Mitglieder des VRD gingen mit Waffengewalt gegen die ukrainischen Streitkräfte vor und waren demgemäß darauf gerichtet, Mord oder Totschlag zu begehen.
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37 Die Ukraine - einschließlich der Krim und der Ostukraine - hatte im Jahr 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Unabhängigkeit erlangt. Im Jahr 1997 waren die Grenzen der Ukraine, welche die genannten Gebiete einschließen, auch von Russland in einem Vertrag über Freundschaft und Kooperation völkerrechtlich anerkannt worden (vgl. Vertrag über Freundschaft, Kooperation und Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation vom 31. Mai 1997, UN-Reg. 52240).
38 Bei der in diesem Verfahrensstadium gebotenen vorläufigen Betrachtung ist davon auszugehen, dass der VRD im Tatzeitraum keine eigene Staatlichkeit zukam (vgl. Luchterhandt, AVR 2019, 428, 441). Demgemäß wurde die VRD - mit Ausnahme von Russland - auch nicht allgemein völkerrechtlich als Staat angesehen (siehe dazu Ipsen/Heintze, Völkerrecht, 8. Aufl., § 10 Rn. 88). Anderes ergibt sich auch nicht aus dem - im Grundsatz völkergewohnheitsrechtlich anerkannten - Selbstbestimmungsrecht der Völker. Unabhängig von dessen näherer Konturierung liegen nach den gegenwärtig maßgebenden Umständen (siehe dazu etwa Ipsen/Heintze, Völkerrecht, 8. Aufl., § 10 Rn. 47 ff.), die Voraussetzungen für eine Sezession aus dem Staatsverband der Ukraine durch das Referendum vom 11. Mai 2014 nicht vor. Ein Sezessionsrecht wird - außerhalb von Dekolonisierungsprozessen - überwiegend abgelehnt und allenfalls dann anerkannt, wenn es zu schweren Diskriminierungen kommt und gravierende Verletzungen von Menschen- und Minderheitsrechten vorangegangen sind, welche die Existenz des Volkes insgesamt bedrohen (vgl. Ipsen/Heintze, Völkerrecht, 8. Aufl., § 10 Rn. 81; Peters/Petrig, Völkerrecht, Allgemeiner Teil, 6. Aufl., Kapitel 4 Rn. 12 f.; Proelß/Kau, Völkerrecht, 9. Aufl., 3. Abschnitt Rn. 162, 164 mwN). Eine solche Situation bestand für die Bevölkerung in der Ostukraine jedoch nicht.
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41 Eine relevante Beteiligungshandlung des Mitglieds kann darin bestehen, unmittelbar zur Durchsetzung der Ziele der Vereinigung beizutragen; sie kann auch darauf gerichtet sein, lediglich die Grundlagen für die Aktivitäten der Vereinigung zu schaffen oder zu erhalten. Ausreichend ist deshalb die Förderung von Aufbau, Zusammenhalt oder Tätigkeit der Organisation. In Betracht kommt etwa ein organisationsförderndes oder ansonsten vereinigungstypisches Verhalten von entsprechendem Gewicht. In Abgrenzung hierzu fehlt es in Fällen einer bloß formalen oder passiven, für das Wirken der Vereinigung bedeutungslosen Mitgliedschaft grundsätzlich an einem aktiven mitgliedschaftlichen Beteiligungsakt (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 23. Januar 2024 - AK 108/23, NStZ-RR 2024, 111, 112; vom 15. Mai 2019 - AK 22/19, BGHR StGB § 129a Abs. 1 Mitgliedschaft 5 Rn. 24 mwN).
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43 Der Angeschuldigte führte bei den Kämpfen regelmäßig eine Schusswaffe mit sich und hielt sich dafür bereit, erforderlichenfalls in das Kampfgeschehen einzugreifen und damit Straftaten nach §§ 211, 212 StGB zu begehen. Dieser Sachverhalt begründet zudem den dringenden Tatverdacht des Vorbereitens einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nach § 89a Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 StGB.
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45 Die nach § 129b Abs. 1 Satz 3 StGB und § 89a Abs. 4 Satz 1 StGB erforderliche Strafverfolgungsermächtigung liegen vor.
46 2. Es bestehen die Haftgründe der Fluchtgefahr und der Schwerkriminalität.
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48 Zwar ist der Angeschuldigte seit dem 7. Dezember 2017 verheiratet. Das Ehepaar hat zwei gemeinsame Kinder im Alter von sieben und fünf Jahren. Ferner hat der Angeschuldigte eine 16-jährige Tochter aus einer früheren Beziehung, was ihn aber 2014 nicht davon abhielt, in die Ostukraine auszureisen. Zudem belegt die Teilnahme des Angeschuldigten an Kampfhandlungen auf Seiten einer pro-russischen terroristischen Vereinigung in der Ostukraine seine intensive Identifikation mit seinem Geburtsland Russland, dessen Staatsangehörigkeit er (auch) besitzt und dessen Sprache er spricht. Aus Äußerungen im Zusammenhang mit dem ukrainischen Freund seiner Tochter wird deutlich, dass er sich weiterhin mit der VRD identifiziert. Dafür sprechen zudem die Bilder von seinem Aufenthalt in der Ostukraine, die weiterhin auf seinen Profilen in sozialen Medien zu sehen sind.
49 Diese Umstände lassen erwarten, dass der Angeschuldigte sich trotz seiner familiären Verbindungen einem drohenden Strafverfahren in Deutschland entziehen und sich hierfür etwaige Kontakte nach Russland zu Nutze machen wird.
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51 3. Eine - bei verfassungskonformer Auslegung auch im Rahmen des § 112 Abs. 3 StPO mögliche - Außervollzugsetzung des Haftbefehls (§ 116 StPO) ist nicht erfolgversprechend. Angesichts der Einbindung des Angeschuldigten in das Netzwerk einer terroristischen Vereinigung, das ihm ein Untertauchen wesentlich erleichtern könnte, kann der Zweck der Untersuchungshaft hier nicht durch weniger einschneidende Maßnahmen als deren Vollzug erreicht werden (§ 116 Abs. 1 StPO).
52 4. Die Voraussetzungen des § 121 Abs. 1 StPO für die Fortdauer der Untersuchungshaft über sechs Monate hinaus liegen vor. Die besondere Schwierigkeit und der besondere Umfang der Ermittlungen mit der Auswertung einer Vielzahl von Chat-, Audio-, Video- und Bilddateien sowie zahlreicher verdeckter Ermittlungsmaßnahmen haben ein Urteil noch nicht zugelassen und rechtfertigen den weiteren Vollzug der Untersuchungshaft. Das Ermittlungsverfahren ist mit der in Haftsachen gebotenen Beschleunigung geführt worden. Die Anklage ist unter dem 15. Oktober 2024 bei dem Oberlandesgericht München erhoben worden.
53 5. Der weitere Vollzug der Untersuchungshaft steht nicht außer Verhältnis zur Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe (§ 120 Abs. 1 Satz 1 StPO).
Schäfer Hohoff Anstötz http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jb-KORE708822024&psml=bsjrsprod.psml&max=true Deutschland deutsch BMJV public