Nr 30 f; BSGE 117, 1 =
Nr 12; BSG Urteil vom 11.7.2017 - B 1 KR 30/16 R - Juris RdNr 9, für BSGE und SozR vorgesehen). 9 Die Klägerin legt zudem nicht dar, unter welchen Voraussetzungen die bestehenden gesetzlichen Vorschriften sowie die hierzu ergangene Rspr des BSG bereits eine Leistungserbringung durch nicht zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassene Ärzte vorsehen. Sie geht insbesondere nicht auf die bei Wahl der Kostenerstattung nach § 13 Abs 2 SGB V eröffnete Möglichkeit ein, nach vorheriger Zustimmung der KK nicht im Vierten Kapitel genannte Leistungserbringer in Anspruch zu nehmen (§ 13 Abs 2 S 5 bis 7 SGB V idF durch Art 1 Nr 3a Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung <GKV-Finanzierungsgesetz - GKV-FinG> vom 22.10.2010, BGBl I 2309). Die Klägerin hat nach den Feststellungen des LSG diese Wahlmöglichkeit nicht wahrgenommen. Sollte sie mit ihrem Vortrag, "nach § 13 Abs. 3 SGB II soll der Kassenpatient jedes Mal, wenn er den Arzt seines Vertrauens, der nicht Vertragsarzt ist, beauftragen will, bei der Kasse deren (schriftliche) Zustimmung einholen", tatsächlich auf § 13 Abs 2 S 5 und 6 SGB V Bezug nehmen, so hätte sie näher zu dessen Voraussetzungen (vgl zB Hauck in Peters, Handbuch der Krankenversicherung, Teil II, Bd 1, Stand Juni 2017, § 13 SGB V RdNr 145 ff unter Hinweis auf die Begründung des Gesetzentwurfs der Fraktionen SPD, CDU/CSU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eines Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung - GKV-Modernisierungsgesetz <GMG>, BT-Drucks 15/1525 S 80 zu Art 1 Nr 4 Buchst a Doppelbuchst aa) sowie zu ihrer persönlichen Situation Stellung nehmen müssen. Der bloße Verweis darauf, dass ihr der zeitliche und finanzielle Aufwand bei rund zwanzig Behandlungen in einem Zeitraum von fast vier Jahren (1.1.2011 bis 2.12.2014) nicht zumutbar sei, sowie allgemeine Ausführungen dergestalt, dass der Kassenpatient "wie auf Kohlen" sitze und "Gesundheitsschäden wegen Verzögerung der Heilbehandlung gewärtigen" müsse, genügen den Darlegungsanforderungen nicht. So hätte die Klägerin sich unter dem Aspekt der eventuellen Verzögerung einer Behandlung mit der Regelung des § 13 Abs 3 S 1 Fall 1 SGB V (unaufschiebbare Leistung) sowie mit § 13 Abs 3a SGB V (idF durch Art 2 Nr 1 Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten <PatRVerbG> vom 20.2.2013, BGBl I 277, eingeführt mit Wirkung vom 26.2.2013), der den KKn enge zeitliche Grenzen für die Entscheidung über einen Leistungsantrag setzt, auseinandersetzen müssen. 10 Die Klägerin benennt zur einfachrechtlichen Lage darüber hinaus lediglich zwei Entscheidungen des BSG ("BSG NJW 1976, 807"; BSG Urteil vom 10.5.1995 - 1 RK 14/94 - BSGE 76, 101 = SozR 3-2500 § 13 Nr 7), wobei es sich bei ersterer um ein Fehlzitat handelt. Auf die Rspr des BSG zu § 13 Abs 3 SGB V, dessen Zweck es gerade ist, Lücken in dem durch das Sachleistungssystem der GKV garantierten Versicherungsschutz zu schließen (BSGE 96, 161 =
Nr 23; BSGE 117, 10 =
Nr 16), geht die Klägerin mit keinem Wort ein (vgl nur BSGE 77, 227, 228 ff = SozR 3-2500 § 29 Nr 3 S 11 ff zur Fortsetzung einer kieferorthopädischen Behandlung nach Zulassungsverzicht; BSGE 97, 6 =
Nr 33 ff mwN zur Inanspruchnahme nicht zugelassener Psychotherapeuten; BSG SozR 3-2500 § 13 Nr 22 S 105; zum damaligen § 13 Abs 2 SGB V vgl BSGE 73, 271, 285 f = SozR 3-2500 § 13 Nr 4 S 25 f; vgl auch BSG
Nr 12 ff zum Erfordernis der vorherigen Befassung der KK mit dem Leistungsanliegen). 11 Eine Auseinandersetzung mit der Rspr des BSG oder des BVerfG zur verfassungsrechtlichen Problematik (vgl etwa BSG SozR 3-1300 § 39 Nr 7 S 15 f zur Verfassungsmäßigkeit der Einschränkung der freien Arztwahl auf zugelassene Leistungserbringer bei Ersatzkassenversicherten; BSGE 98, 294 =
Nr 33 f zur Verfassungsmäßigkeit der Regelungen beim kollektiven Zulassungsverzicht; grundlegend zum Leistungsanspruch des GKV-Versicherten: BVerfGE 115, 25, 41 ff =
Nr 17 ff - Nikolausbeschluss, insbesondere RdNr 26: Entscheidung des Gesetzgebers, die nähere Konkretisierung der Leistungsverpflichtung der KKn im Einzelfall im Rahmen der kassenärztlichen Vorgaben vor allem den an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten vorzubehalten, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden; vgl auch zur Finanzstabilität der GKV als überragend wichtigem Gemeinschaftsgut BVerfGE 68, 193, 218 = SozR 5495 Art 5 Nr 1 S 3; 70, 1, 26, 30 = SozR 2200 § 376d Nr 1 S 8, 10 ff; 77, 84, 107 = SozR 4100 § 12a Nr 1 S 7; 114, 196, 244, 248 =
Nr 131, 139; BVerfG <Kammer> Beschluss vom 7.5.2014 - 1 BvR 3571/13, 1 BvR 3572/13 - Juris RdNr 34 mwN = NZS 2014, 661, RdNr 43) fehlt vollständig. Die Klägerin geht insbesondere nicht auf die Rspr des BVerfG ein, dass sich aus Art 2 Abs 2 S 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip (Art 20 Abs 1, 28 Abs 1 S 1 GG) kein verfassungsrechtlicher Anspruch darauf ergibt, dass ein bestimmter, im SGB V nicht vorgesehener Leistungserbringer im Rahmen der GKV tätig werden darf (BVerfG Nichtannahmebeschluss vom 15.12.1997 - 1 BvR 1953/97 - Juris RdNr 8 = NJW 1998, 1775, 1776; vgl auch BVerfGE 78, 165, 174 = SozR 2200 § 122 Nr 10 S 9 noch zum Recht der RVO). 12 Für die Frage der Diskriminierung von GKV-Versicherten gegenüber privaten krankenversicherten Personen ist Klärungsbedarf ebenfalls nicht dargelegt. Die Beschwerde setzt sich auch hier weder mit der Rspr des BSG noch des BVerfG auseinander. Die Ungleichbehandlung von Personen, die privat versichert sind, gegenüber den gesetzlich Versicherten ist Folge der Entscheidung des Gesetzgebers für zwei Systeme der Krankenversicherung. Das BVerfG hat bereits entschieden, dass der Gesetzgeber trotz seiner Bindung an Art 3 Abs 1 GG weitgehend frei ist, Versicherungspflicht und Versicherungsberechtigung in der GKV festzulegen, soweit er nicht gleichheitswidrig bestimmte Gruppen ausschließt (BVerfGE 18, 38, 45 f; 18, 257, 265 ff; 18, 366 = SozR Nr 54, 55, 56 zu Art 3 GG). Wie das BSG wiederholt ausgeführt hat, steht es unter Geltung des Sozialstaatsprinzips im Ermessen des Gesetzgebers, sich für verschiedene Leistungssysteme zu entscheiden, in denen sich der Gleichheitssatz unterschiedlich auswirkt (vgl BSGE 38, 149, 150 = SozR 2200 § 1267 Nr 3 S 10; BSGE 41, 157, 158 f = SozR 5420 § 2 Nr 2 S 2; BSGE 47, 259, 260 f = SozR 3100 § 40a Nr 6 S 16). Die unterschiedliche Behandlung in gesetzlicher und privater Krankenversicherung verstößt nach dieser Rspr nicht gegen Art 3 Abs 1 GG (vgl zum Ganzen BSG Beschluss vom 2.11.2006 - B 1 KR 111/06 B - Juris RdNr 9; BSG Beschluss vom 14.5.2007 - B 1 KR 21/07 B - Juris RdNr 14). 13
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.