← Deutschland

BVerfG 1 BvR 1764/20, 1 BvR 1765/20, 1 BvR 1859/20, 1 BvR 1860/20, 1 BvR 1868/20, 1 BvR 1874/20

KVRE441572101 ECLI:DE:BVerfG:2020:rk20201210.1bvr176420 BVerfG

  1. Senat
  2. Kammer 20201210 1 BvR 1764/20, 1 BvR 1765/20, 1 BvR 1859/20, 1 BvR 1860/20, 1 BvR 1868/20, 1 BvR 1874/20 Nichtannahmebeschluss vorgehend Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg,
  3. Juni 2020, Az: OVG 9 N 61.18, Beschlussvorgehend Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg,
  4. Juni 2020, Az: OVG 9 N 60.18, Beschlussvorgehend Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg,
  5. Juli 2020, Az: OVG 9 N 15.19, Beschlussvorgehend Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg,
  6. Juli 2020, Az: OVG 9 N 18.19, Beschlussvorgehend Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg,
  7. Juli 2020, Az: OVG 9 N 20.19, Beschlussvorgehend Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg,
  8. Juli 2020, Az: OVG 9 N 21.19, Beschluss DEU Bundesrepublik Deutschland Nichtannahmebeschluss: Parallelentscheidung Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen. 1 Die Verfassungsbeschwerden sind insgesamt unzulässig, da sie den gesetzlichen Begründungsanforderungen der §§ 92, 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 BVerfGG nicht genügen. Sie haben keine Aussicht auf Erfolg. 2
  9. Insbesondere setzt sich der Beschwerdeführer mit der einfach-rechtlichen Lage und ihrem verfassungsrechtlichen Kontext nur unzureichend auseinander, soweit er geltend macht, das Oberverwaltungsgericht hätte in allen Verfahren die Berufung zulassen müssen, um eine Klärung durch das Bundesverwaltungsgericht und gegebenenfalls eine Befassung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes zu ermöglichen. 3 Die Auffassung des Beschwerdeführers, wegen der ausdrücklichen Verweisung in § 12 Abs. 1 Nr. 4 Buchstabe b KAG Bbg auf die bundesrechtlichen Normen der §§ 169 ff. Abgabenordnung (AO) könne das Bundesverwaltungsgericht zur Auslegung von § 8 Abs. 7 Satz 2 KAG Bbg a.F. Stellung nehmen, ist unzutreffend. Gemäß § 137 Abs. 1 Nr. 1 VwGO ist dem Bundesverwaltungsgericht als Revisionsgericht eine Prüfung des Kommunalabgabengesetzes des Landes Brandenburg als Landesrecht entzogen (vgl. BVerfG, Beschluss der
  10. Kammer des Ersten Senats vom
  11. Juli 2020 - 1 BvR 2838/19 -, Rn. 22). Zugleich ist das Bundesverwaltungsgericht an die Auslegung des Landesrechts durch das Oberverwaltungsgericht gemäß § 173 VwGO in Verbindung mit § 560 ZPO gebunden (zu § 8 Abs. 7 Satz 2 KAG Bbg a.F. vgl. BVerwG, Urteil vom
  12. Januar 2019 - 9 C 3.18 -, Rn. 21 f.). Folglich ist auch eine Befassung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes nicht möglich (vgl. § 2 Abs. 1 RsprEinhG). 4
  13. Das Oberverwaltungsgericht hat auch angesichts des Urteils des Bundesgerichtshofs vom
  14. Juni 2019 - III ZR 93/18 - an der bisherigen verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zur Auslegung von § 8 Abs. 7 Satz 2 KAG Bbg a.F. festgehalten (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom
  15. September 2019 - OVG 9 S 18.18 -, Rn. 17; Beschluss vom
  16. November 2019 - OVG 9 N 50.19 -, Rn. 11; Beschluss vom
  17. September 2020 - OVG 9 A 6.17 -, Rn. 61). Hierzu war das Oberverwaltungsgericht auch berechtigt, da die Entscheidung des Bundesgerichtshofs für die Verwaltungsgerichte keine Bindungswirkung entfaltet. 5 Die verfassungsrechtliche Notwendigkeit einer Berufungszulassung ergibt sich daraus nicht. 6 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen. 7 Diese Entscheidung ist unanfechtbar. http://www.rechtsprechung-im-internet.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jb-KVRE441572101&psml=bsjrsprod.psml&max=true Deutschland deutsch BMJV public

🔗 Zur amtlichen Quelle

KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.