Genossenschaftsanteilen ist nicht davon abhängig, dass mehr als 2/3 des Geschäftsguthabens der Genossenschaft zu wohnungswirtschaftlichen Zwecken verwandt werden und dass die neu angeschafften und errichteten Wohnungen überwiegend an Genossenschaftsmitglieder zu eigenen Wohnzwecken überlassen werden. Tatbestand I. Die Kläger und Revisionsbeklagten (Kläger) sind Mitglieder einer Genossenschaft zur Förderung des Wohnungsbaus e.G. (eG), deren satzungsmäßiger Zweck die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder ist, insbesondere durch die Wohnungsversorgung im Rahmen des genossenschaftlichen Wohnraums sowie die Möglichkeit des Eigentumserwerbs. Mitglieder können natürliche und juristische Personen sein. Sie haben laut Satzung, sofern sie die Förderung nach § 17 des Eigenheimzulagengesetzes (EigZulG) erhalten, unwiderruflich das vererbliche Recht auf Erwerb
Eigentum an der
ihnen zu Wohnzwecken genutzten Wohnung für den Fall, dass die Mehrheit der in einem Objekt wohnenden Genossenschaftsmitglieder der Begründung
Wohnungseigentum und der Veräußerung der Wohnungen schriftlich zustimmt. Seit ihrer Gründung traten neben den Klägern und Beigeladenen weitere rd. 3 300 im gesamten Bundesgebiet wohnhafte Personen der eG bei. Der Geschäftsanteil an der Genossenschaft betrug 10 000 DM, ab März 1998 1 000 DM, wobei sich jedes Mitglied mit mindestens 10 Geschäftsanteilen beteiligen musste. Bei ihrer Gründung verfügte die eG über keine Wohnungen. Sie erwarb Wohngebäude in fünf deutschen Städten mit insgesamt 196 Wohneinheiten. 75 Wohnungen nebst Gemeinschaftsräumen und gewerblichen Räumen in einer Anlage in B vermietete die eG mit Wirkung vom 30. November 2002 an das Genossenschaftsmitglied X, welche für jede Wohnung einen Genossenschaftsanteil übernahm und die Wohnungen zu Zwecken des betreuten Wohnens weiter vermietete. In den Gebäuden in B wohnten 26, in zwei weiteren Städten acht und drei Genossenschaftsmitglieder. Die Bilanzen der eG für 1996 bis 2003 wiesen folgende Werte auf: 31.12.1996 31.12.1997 31.12.1998 31.12.1999 (DM) (DM) (DM) (DM) Geschäftsguthaben 230 000,00 18 740 000,00 32 680 000,00 32 670 000,00 Nach Minderung um Bilanzverluste 225 880,00 14 667 732,00 26 237 479,00 26 678 923,00 Sachanlagen 3 912 975,00 8 174 228,00 9 521 919,00 Davon Wohnbauten 3 909 299,00 8 095 522,00 8 382 249,00 Davon im Bau befindlichen Gebäude 883 081,00 Finanzanlagen 2 500 000,00 14 268 750,00 14 569 442,00 Kassenbestand, Guthaben, Kreditinstitute 152 400,00 14 283 356,00 6 472 454,00 5 715 770,00 31.12.2000 31.12.2001 31.12.2002 31.12.2003 (DM) (DM) (DM) (DM) Geschäftsguthaben 32 470 000,00 32 330 000,00 18 289 201,00 17 151 047,00 Nach Minderung um Bilanzverluste 26 789 108,00 25 300 470,00 13 934 061,00 8 589 959,00 Sachanlagen 13 471 572,00 14 404 699,00 14 475 145,00 13 313 177,46 Davon Wohnbauten 13 237 062,00 13 320 277,00 14 373 772,00 13 222 367,74 Davon im Bau befindliche Gebäude 131 758,00 995 807,00 Finanzanlagen 14 666 779,00 13 154 001,00 4 565 777,00 15 770,00 Kassenbestand, Guthaben, Kreditinstitute 3 375 530,00 4 549 592,00 5 408 742,00 4 589 126,00 Mit Bescheid vom Dezember 2002 stellte das damals zuständige Finanzamt ... gegenüber den Klägern, den Beigeladenen und den weiteren Genossenschaftsmitgliedern fest, dass die eG seit ihrer Gründung nicht die Anforderungen an eine begünstigte Genossenschaft i.S.
ZulG erfülle, da die neu angeschafften und errichteten Wohnungen nicht überwiegend an Genossenschaftsmitglieder überlassen worden seien. Die dagegen eingelegten Einsprüche der Kläger wies das damals zuständige Finanzamt ... mit der Begründung zurück, die eG habe nicht mehr als 2/3 ihres Geschäftsguthabens für wohnungswirtschaftliche Zwecke verwendet und die neu errichteten Wohnungen seien nicht überwiegend an Genossenschaftsmitglieder überlassen. Die hiergegen gerichtete Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, die eG erfülle die Anforderungen an eine Genossenschaft i.S.
ZulG. Insbesondere habe sie in ihrer Satzung den Genossenschaftsmitgliedern das in § 17 EigZulG bestimmte Recht eingeräumt. Sie habe auch entsprechend ihrem Satzungszweck gehandelt. Nicht erforderlich sei, dass die Wohnungen überwiegend Genossenschaftsmitgliedern überlassen würden und das Geschäftsguthaben vollständig oder zu mehr als 2/3 zu wohnungswirtschaftlichen Zwecken verwandt werde. Nicht erforderlich sei auch, dass ein erheblicher Teil der Genossenschaftsmitglieder in den Wohnungen wohne. Der Genossenschaft bleibe es insbesondere unbenommen, für künftige Wohnungsbauprojekte Rücklagen zu bilden. Hiergegen richtet sich die Revision des Beklagten und Revisionsklägers (Finanzamt --FA--), die sich maßgeblich darauf stützt, dass sich über den Wortlaut
ZulG hinaus vor dem Hintergrund des mit der Förderung verfolgten Ziels eine Reihe
weiteren Anforderungen an die Geschäftstätigkeit der Genossenschaft ergebe. Es müsse sich um eine eigentumsorientierte Wohnungsbaugenossenschaft i.S. des § 1 Abs. 1 Nr. 7 des Genossenschaftsgesetzes handeln. Dies folge aus § 17 Satz 2 EigZulG. Die sich hieraus ergebenden Voraussetzungen erfülle die eG nicht. Die geringe wohnwirtschaftliche Betätigung in Bezug auf die Anzahl der Mitglieder laufe dem Förderzweck zuwider. Das Geschäftsguthaben werde nicht zu mehr als 2/3 zu wohnungswirtschaftlichen Zwecken verwandt. Vertriebskosten, Provisionszahlungen, Werbe- und Repräsentationskosten könnten dem wohnungswirtschaftlichen Zweck nicht zugerechnet werden. Die eG verwende das Geschäftsguthaben nicht einmal zur Hälfte für wohnungswirtschaftliche Zwecke. Ein erheblicher Teil sei in Finanzanlagen und Guthaben bei Kreditinstituten angelegt. Der Hauptzweck einer Wohnungsgenossenschaft sowie der satzungsmäßige Zweck würden nicht verfolgt. Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen. Die Kläger zu 2 und 3 beantragen, die Revision zurückzuweisen. Gründe II. Die Revision ist unbegründet und deshalb zurückzuweisen (§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Zu Recht hat das FG die eG als Genossenschaft i.S.
ZulG angesehen. Nach § 17 Satz 2 EigZulG ist Voraussetzung für die Eigenheimzulage bei Anschaffung
Genossenschaftsanteilen, dass die Satzung der Genossenschaft unwiderruflich den Genossenschaftsmitgliedern, die eine Förderung erhalten, das vererbliche Recht auf Erwerb des Eigentums an der
ihnen zu Wohnzwecken genutzten Wohnung für den Fall einräumt, dass die Mehrheit der in einem Objekt wohnenden Genossenschaftsmitglieder der Begründung
Wohnungseigentum und Veräußerung der Wohnung schriftlich zugestimmt hat. Es muss sich um eine Genossenschaft handeln, die
ihr errichtete Wohnungen ihren Mitgliedern unbeschadet eines entsprechenden Gesellschaftszwecks tatsächlich zum Wohnen überlässt. Der Genossenschaft muss es um genossenschaftliches Wohnen gehen, sie darf nicht wie ein Bauträger Wohnungen errichten und sofort wieder veräußern (vgl. im Einzelnen Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom
Wohnungen an Genossen beabsichtigt sein und stattgefunden haben (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 2007, 1635 ). Denn die Begünstigung der Genossenschaft i.S.
ZulG ist durch den mitgliedernützigen Zweck dieser Vereinigungsform gerechtfertigt (BFH-Urteil in BFHE 197, 507 , BStBl II 2002, 274 ). Das Gesetz setzt aber nicht voraus, dass mehr als 2/3 des Geschäftsguthabens der Genossen und der aufgenommenen Kreditmittel zu wohnungswirtschaftlichen Zwecken verwandt werden (vgl. BFH-Beschlüsse vom 25. Juni 2007 IX B 55/07 , BFH/NV 2007, 1637 ; vom 31. Juli 2007 IX B 36/06 , BFH/NV 2007, 2081 ; kritisch insbesondere hinsichtlich des Erfordernisses der wohnungswirtschaftlichen Verwendung
mehr als 2/3 des Geschäftsguthabens Wacker, EigZulG,
der Verwaltung befürworteten Begrenzung des Anwendungsbereichs
ZulG nicht, um einer verfassungsrechtlich bedenklichen Ungleichbehandlung (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes) mit Bauträgern zu begegnen. Insoweit muss es sich lediglich um eine Genossenschaft handeln, die
ihr errichtete Wohnungen ihren Mitgliedern unbeschadet eines entsprechenden Gesellschaftszwecks tatsächlich zum Wohnen überlässt (BFH-Urteil in BFH/NV 2007, 1635 ). Dieses Erfordernis ergibt sich schon aus dem Wortlaut des § 17 EigZulG. Permalink: https://openjur.de/u/157777.html ( https://oj.is/157777 ) Volltext Druckansicht Zitate 5 Zitiert 12 Referenzen 0 Themenverwandt Schlagworte Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Über openJur English openJur e.V.
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