G (hier offengelassen).
VG Minden, Beschluss vom
GO als auch einer
GO bleiben ohne Erfolg, denn die Antragsgegnerin hat dem Antragsteller zu Recht eine Duldung als Person mit ungeklärter Identität erteilt (II.). I.
der Konzeption des Gesetzgebers spricht Vieles dafür, dass einstweiliger Rechtsschutz in der vorliegenden Fallkonstellation nicht durch den Erlass einer einstweiligen Anordnung
GO, sondern in dem gemäß § 123 Abs. 5 VwGO vorrangigen Verfahren
GO zu gewähren ist. § 60b Abs. 6 AufenthG, der - wie die gesamte Vorschrift des § 60b AufenthG zur Duldung für Personen mit ungeklärter Identität - durch das Zweite Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht vom
G haben Widerspruch und Klage gegen die Änderung oder Aufhebung einer Nebenbestimmung, die die Ausübung einer Erwerbstätigkeit betrifft, keine aufschiebende Wirkung. Aufgrund der damit gesetzlich angeordneten sofortigen Vollziehung (§ 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 VwGO) spricht Vieles für die Statthaftigkeit eines Antrags
GO auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung einer - hier noch zu erhebenden - Anfechtungsklage gegen die Erteilung einer Duldung für Personen mit ungeklärter Identität. Vgl. Wittmann/Röder: Aktuelle Rechtsfragen der Duldung für Personen mit ungeklärter Identität gem. § 60 b AufenthG, ZAR 2019, 362 (367 f.). Die Kammer hat jedoch Zweifel, ob dem Antragsteller mit dieser Konzeption effektiver einstweiliger Rechtsschutz im Sinne des Art 19 Abs. 4 GG gewährt wird. Sofern der Antrag
GO aufgrund offensichtlicher Rechtswidrigkeit der Erteilung einer Duldung
G erfolgreich wäre, wäre dies für den Betroffenen nämlich nicht von Nutzen. § 60b Abs. 6 AufenthG verweist auch auf § 84 Abs. 2 Satz 1 AufenthG, wonach Widerspruch und Klage unbeschadet ihrer aufschiebenden Wirkung die Wirksamkeit der Ausweisung und eines sonstigen Verwaltungsaktes, der die Rechtmäßigkeit des Aufenthalts beendet, unberührt lassen. Der Gesetzgeber ist
der Gesetzesbegründung der Ansicht, diese Regelung sei auch für eine Duldung
G passend. Vgl. BT-Drs. 19/10706, S. 14 . Anders als bei dem originären Anwendungsbereich der Regelung des § 84 Abs. 2 Satz 1 AufenthG, der bei einer aufschiebenden Wirkung des Rechtsbehelfs gegen eine Ausweisung oder einen sonstigen die Rechtmäßigkeit des Aufenthalts beendenden Verwaltungsakt aufenthaltsbeendende Maßnahmen gegenüber dem Ausländer nicht zulässt, gereicht die aufschiebende Wirkung dem Ausländer allerdings hier überhaupt nicht zum Vorteil. Denn die Wirkungen des § 60b AufenthG treten
der Verweisung unabhängig von einer aufschiebenden Wirkung des Rechtsbehelfs ein. So dürfte der Verweis auf § 84 Abs. 2 Satz 1 AufenthG zu verstehen sein. Insbesondere soll
den Vorstellungen des Gesetzgebers die Ausübung einer Erwerbstätigkeit während des laufenden Gerichtsverfahrens unabhängig von der aufschiebenden Wirkung des Rechtsbehelfs ausgeschlossen sein. Dies wird durch den Umstand deutlich, dass der Verweis des § 60b Abs. 6 AufenthG zunächst den gesamten § 84 Abs. 2 AufenthG erfassen sollte. Vgl. BT-Drs. 19/10047, S. 40 . Jedoch wurde die Anwendung des § 84 Abs. 2 Satz 2 AufenthG, der im Ergebnis zu einer weiteren Ermöglichung der Erwerbstätigkeit trotz der Wirkungen des § 84 Abs. 2 Satz 1 AufenthG geführt hätte, im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens auf Anregung des Ausschusses für Inneres und Heimat explizit ausgeschlossen. Vgl. BT-Drs. 19/10706, S. 14 Mithin wird davon auszugehen sein, dass durch den Verweis auf die Regelung des § 84 Abs. 2 Satz 1 AufenthG sämtliche Wirkungen einer Duldung
G (siehe insbesondere § 60b Abs. 5 AufenthG bezüglich der nicht möglichen Anrechnung als Vorduldungszeiten, des Erwerbstätigkeitsverbots sowie der Wohnsitzauflage) unabhängig von der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsbehelfs eintreten. Die Anordnung der aufschiebenden Wirkung durch eine gerichtliche Entscheidung ist daher zur Abwendung unmittelbar eintretender
teile - wie dem Erwerbstätigkeitsverbot - auch dann nicht geeignet, wenn die Rechtswidrigkeit der Entscheidung
G offensichtlich ist. Der ebenfalls in § 60b AufenthG enthaltene Verweis auf § 84 Abs. 2 Satz 3 AufenthG, wonach eine Unterbrechung der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts nicht eintritt, wenn der Verwaltungsakt durch eine behördliche oder unanfechtbare gerichtliche Entscheidung aufgehoben wird, vermag dieses Ergebnis nicht zu ändern, da diese Regelung nur eine gerichtliche Entscheidung in der Hauptsache betrifft. Vgl. Kluth, in: BeckOK Ausländerrecht, Kluth/Heusch, 24. Edition Stand: 01.08.2019, AufenthG, § 84 Rn. 40; Samel, in: Bergmann/Dienelt, Ausländerrecht, 12. Auflage 2018, AufenthG, § 84 Rn. 24 f. II. Letztendlich kommt es im vorliegenden Fall jedoch nicht darauf an, ob aufgrund der vorstehenden Ausführungen auch die Statthaftigkeit eines Antrages
GO anzunehmen ist, da sämtliche Anträge jedenfalls unbegründet sind. Dem Antragsteller ist zu Recht eine Duldung für Personen mit ungeklärter Identität
G erteilt worden. Daher fehlt es hinsichtlich des primär geltend gemachten Antrages
GO - unabhängig von der Frage der Vorwegnahme der Hauptsache - jedenfalls an einem Anordnungsgrund dafür, die Duldung ohne den Vermerk "Person mit ungeklärter Identität" zu erteilen bzw. den Zusatz aufzuheben. Auch eine Interessenabwägung zwischen dem öffentlichen Vollzugsinteresse und dem privaten Aussetzungsinteresse des Antragstellers im Rahmen des Antrags
GO geht zu Lasten des Antragstellers aus, da die Erteilung der Duldung für Personen mit ungeklärter Identität offensichtlich rechtmäßig erfolgt ist.
G wird einem vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer die Duldung im Sinne des § 60a AufenthG als Duldung für Personen mit ungeklärter Identität erteilt, wenn die Abschiebung aus von ihm selbst zu vertretenden Gründen nicht vollzogen werden kann, weil er das Abschiebungshindernis durch eigene Täuschung über seine Identität oder Staatsangehörigkeit oder durch eigene falsche Angaben selbst herbeiführt oder er zumutbare Handlungen zur Erfüllung der besonderen Passbeschaffungspflicht
Absatz 2 Satz 1 und Absatz 3 Satz 1 nicht vornimmt.
2 Satz 1 ist der vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer, wenn er keinen gültigen Pass oder Passersatz besitzt, unbeschadet des § 3 AufenthG verpflichtet, alle ihm unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zumutbaren Handlungen zur Beschaffung eines Passes oder Passersatzes selbst vorzunehmen. Dies gilt gemäß § 60b Abs. 2 Satz 2 AufenthG nicht für Ausländer ab der Stellung eines Asylantrages (§ 13 des Asylgesetzes) oder eines Asylgesuches (§ 18 des Asylgesetzes) bis zur rechtskräftigen Ablehnung des Asylantrages sowie für Ausländer, wenn ein Abschiebungsverbot
Absatz 5 oder 7 vorliegt, es sei denn, das Abschiebungsverbot
Das Kriterium der zumutbaren Handlungen wird in § 60b Abs. 3 Satz 1 AufenthG präzisiert. Im Sinne des § 60b Abs. 2 Satz 1 AufenthG ist dem Ausländer regelmäßig zumutbar, 1. in der den Bestimmungen des deutschen Passrechts, insbesondere den §§ 6 und 15 des Passgesetzes in der jeweils geltenden Fassung, entsprechenden Weise an der Ausstellung oder Verlängerung mitzuwirken und die Behandlung eines Antrages durch die Behörden des Herkunftsstaates
dem Recht des Herkunftsstaates zu dulden, sofern dies nicht zu einer unzumutbaren Härte führt, 2. bei Behörden des Herkunftsstaates persönlich vorzusprechen, an Anhörungen teilzunehmen, Lichtbilder
Anforderung anzufertigen und Fingerabdrücke abzugeben,
der Rechts- und Verwaltungspraxis des Herkunftsstaates erforderliche Angaben oder Erklärungen abzugeben oder sonstige
der dortigen Rechts- und Verwaltungspraxis erforderliche Handlungen vorzunehmen, soweit dies nicht unzumutbar ist, 3. eine Erklärung gegenüber den Behörden des Herkunftsstaates, aus dem Bundesgebiet freiwillig im Rahmen seiner rechtlichen Verpflichtung
dem deutschen Recht auszureisen, abzugeben, sofern hiervon die Ausstellung des Reisedokumentes abhängig gemacht wird,
zusuchen und die Handlungen
den Nummern 1 bis 5 vorzunehmen, sofern auf Grund einer Änderung der Sach- und Rechtslage mit der Ausstellung des Passes oder Passersatzes durch die Behörden des Herkunftsstaates mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gerechnet werden kann und die Ausländerbehörde ihn zur erneuten Vornahme der Handlungen auffordert. Der Ausländer ist auf diese Pflichten hinzuweisen (§ 60b Abs. 3 Satz 2 AufenthG). a) Die besondere Passbeschaffungspflicht des § 60b Abs. 2 Satz 1 AufenthG ist auf den Antragsteller anwendbar. Einen Asylantrag hat der Antragsteller nicht gestellt. Zudem liegt auch kein Abschiebungsverbot
G vor. Einen entsprechenden Antrag des Antragstellers auf Feststellung eines solchen Abschiebungsverbotes hat die Antragsgegnerin
Stellungnahme des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit Bescheid vom 22. August 2019 abgelehnt. Zwar hat der Antragsteller unter dem Aktenzeichen 7 K 3019/19 vor dem erkennenden Gericht Klage gegen diesen Bescheid erhoben. Dies führt jedoch nicht dazu, zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung ein Abschiebungsverbot anzunehmen. Soweit angezeigt sein könnte, das Vorliegen eines nationalen Abschiebungsverbotes inzident zu prüfen, vgl. Wittmann/Röder, a.a.O., S. 366, liegen hier keine Anhaltspunkte dafür vor, für den Antragsteller ein Abschiebungsverbot
G anzunehmen. Unabhängig von seiner möglicherweise bestehenden Minderjährigkeit wird es dem Antragsteller in Guinea voraussichtlich gelingen, sein Existenzminimum durch eine legale Tätigkeit auch ohne familiäre Unterstützung sicherzustellen. Der Antragsteller ist ein gesunder, junger und arbeitsfähiger Mann. Anhaltspunkte für eine allgemeine Erwerbsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen liegen - schon mit Blick auf den Gegenstand des vorliegenden Verfahrens - nicht vor. Zudem hat der Antragsteller durch seine Reise
Europa, bei der er noch deutlich jünger war als zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt, unter Beweis gestellt, dass er sich in für ihn ungekannten Ländern und Umgebungen durchschlagen kann und dass er in der Lage ist, seine Existenz beispielsweise als Tagelöhner zu sichern. Vgl. VG Minden, Urteil vom 25. April 2019 - 12 K 9388/17.A -. Unabhängig von der Frage, ob eine Verletzung der Hinweispflicht in § 60b Abs. 3 Satz 2 AufenthG dazu führt, dass eine Duldung für Personen mit ungeklärter Identität ausscheidet, vgl. Wittmann/Röder, a.a.O., S. 367, ist dieser Hinweis hier jedenfalls gegeben worden (vgl. Bl. 137 BA 001 zu 7 K 3019/19). b) Der Antragsteller hat auch die besondere Passbeschaffungspflicht des § 60b Abs. 2 Satz 1 AufenthG verletzt. Zwar ist hier nicht ersichtlich, dass der Antragsteller eine der ihm
G regelmäßig zumutbaren Mitwirkungshandlungen unterlassen hat. Insbesondere hat er bei der guineischen Botschaft vorgesprochen, um ein Personaldokument zu erhalten. Da der Antragsteller jedoch keinerlei Unterlagen zu seiner Identität vorlegen konnte, konnte ihm die Botschaft kein Dokument ausstellen (vgl. Bl. 13 GA). Allein mit diesem erfolglosen Versuch hat der Antragsteller der besonderen Passbeschaffungspflicht jedoch nicht genügt. Die Liste des § 60b Abs. 3 Satz 1 AufenthG ist nicht abschließend. Sie enthält lediglich eine vom Gesetzgeber als zumutbar erachtete typisierende Aufzählung von Mitwirkungshandlungen. Entscheidend für die Zumutbarkeit der Passbeschaffungshandlungen sind
G alle Umstände des Einzelfalles. Vgl. Wittmann/Röder, a.a.O., S.
der vorliegenden Erkenntnislage möglich ist. Vgl. Auswärtiges Amt, Bericht über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage in Guinea (Stand: Mai 2019), S. 14. Auch ist es dem Antragsteller im vorliegenden Einzelfall nicht wegen einer persönlichen Gefährdung unzumutbar, sich zur Identitätsklärung mit Personen in seinem Herkunftsstaat in Verbindung zu setzen. Seinen Antrag auf Feststellung eines Abschiebungsverbotes begründet er nur mit einer fehlenden Existenzsicherung. Dass der Antragsteller bei einer Kontaktaufnahme
Guinea persönlich gefährdet sein könnte, ist auch unter Berücksichtigung des Vortrages zu der Gewalttätigkeit des Onkels bzw. Stiefvaters nicht ersichtlich. Soweit dem Antragsteller möglicherweise keine ausreichenden finanziellen Mittel zur wirksamen Kontaktaufnahme mit Personen in seinen Herkunftsstaat zur Verfügung stehen, obliegt es ihm, eine entsprechende sozialrechtliche Finanzierung zu organisieren. Vgl. VG Minden, Urteil vom
den obigen Ausführungen ebenfalls in jedem Falle unbegründet. Der Antragsteller hat jedenfalls den erforderlichen Anordnungsanspruch nicht glaubhaft gemacht. Da dem Antragsteller zu Recht eine Duldung für Personen mit ungeklärter Identität erteilt wurde, steht der Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis für die Einstiegsqualifizierung jedenfalls § 60b Abs. 5 Satz 2 AufenthG entgegen, wonach dem Inhaber einer Duldung mit dem Zusatz "für Personen mit ungeklärter Identität" die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht erlaubt werden darf. Darunter fällt auch die hier begehrte Aufnahme einer Einstiegsqualifizierung
GO. Die Streitwertfestsetzung folgt aus §§ 39 Abs. 1, 43 , 52 Abs. 1, 53 Abs. 2 Nr. 1 GKG. Die Hilfsanträge zum Antrag zu 1. wirken sich nicht streitwerterhöhend aus, da alle Anträge denselben Gegenstand betreffen. Der sich für den Rechtsschutz gegen die Erteilung der Duldung für Personen mit ungeklärter Identität ergebende Streitwert, den die Kammer mit 1.250 € veranschlagt, ist mit dem für die begehrte Beschäftigungserlaubnis zusammenzurechnen, wobei ebenfalls ein Streitwert von 1.250 € anzunehmen ist. Permalink: https://openjur.de/u/2194251.html ( https://oj.is/2194251 ) Volltext Druckansicht PDF Download Zitate 3 Zitiert 5 Referenzen 0 Schlagworte Problem melden Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Über openJur English openJur e.V.
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