Zur Streitwertfestsetzung von Verfügungsverfahren in auf Unterlassung gerichteten Wettbewerbssachen Tenor Auf die Beschwerde des Antragsgegners wird der Beschluss der 18. Zivilkammer des Landgerichts Hannover vom 19. März 2010 abgeändert: Der Wert des erstinstanzlichen Verfahrens beträgt bis zu 7.000 €. Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet. Gründe I. Der Antragsteller hat im Wege der einstweiligen Verfügung beantragt, dem Antragsgegner zu untersagen, im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs anzugeben oder durch Skizzen, Standortangaben oder Telefonrufnummern den Eindruck hervorzurufen, es bestünde eine Zweigstelle der Kanzlei in H., wenn eine solche tatsächlich nicht bestehe. Das Landgericht hat den Streitwert für dieses Verfahren auf 10.000 € festgesetzt. Zur Begründung hat es ausgeführt, dass der Streitwert unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Interesses des Antragstellers an der vorläufigen Unterlassung bestimmt worden sei. Ergänzend hat es im Nichtabhilfebeschluss vom 26. April 2010 darauf hingewiesen, dass es für das wirtschaftliche Interesse unerheblich sei, ob es sich bei der streitgegenständlichen Schaltung auf der Homepage des Antragsgegners um ein Versehen handele. Gegen diese Festsetzung wendet sich der Antragsgegner mit seiner Streitwertbeschwerde. Er hält einen Gegenstandswert von nicht mehr als 3.000 € für angemessen. II. Die vom Antragsgegner als Partei eingelegte Streitwertbeschwerde ist nach § 68 Abs. 1 GKG statthaft und auch im Übrigen zulässig. Die Beschwerde hat auch in der Sache zum Teil Erfolg. Im Einzelnen: 51. Der Streitwert ist gemäß § 53 Abs. 1 Nr. 1 GKG, § 3 ZPO nach freiem Ermessen im Wege der Schätzung zu bestimmen. In Verfahren, in denen es - wie hier - um die Unterlassung von Wettbewerbsverstößen geht, ist für diese Schätzung das Interesse maßgeblich, dass der Kläger/Antragsteller an der Unterbindung weiterer gleichartiger Verstöße hat. Kriterien zur Bestimmung dieses Interesses sind vor allem die Art des Verstoßes, insbesondere seine Gefährlichkeit für den Wettbewerber im Hinblick auf den ihm drohenden Schaden (z. B. Umsatzeinbußen, Marktverwirrungs- und Rufschaden), die Unternehmensverhältnisse beim Verletzer und Verletzten (Umsätze, Größe, Wirtschaftskraft, Marktstellung und deren voraussichtliche Entwicklung), die Intensität des Wettbewerbs zwischen beiden Parteien in räumlicher, sachlicher und zeitlicher Hinsicht, die Auswirkungen zukünftiger Verletzungshandlungen (Ausmaß, Intensität und Häufigkeit, indiziert durch die bereits begangene Verletzungshandlung, die Intensität der Wiederholungsgefahr, Verschuldensgrad, späteres Verhalten (vgl. OLG Celle, Beschluss vom 4. Dezember 2009, 13 W 95/09 , zitiert nach juris, Rdnr. 4 m. w. N.; so auch Teplitzky, Wettbewerbsrechtliche Ansprüche und Verfahren, 9. Aufl., Kap. 49, Rdnr. 11 f.). 2. Unter Zugrundelegung dieser Maßstäbe hält der Senat in Fällen, in denen die Unterlassung einer Werbung mit einem unzutreffenden Kanzleistandort begehrt wird, im Grundsatz einen Streitwert von 15.000 € für das Hauptsacheverfahren für angemessen. Dies korrespondiert auch mit der im Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zum Ausdruck gebrachten vorläufigen Schätzung des Antragstellers, der für das Eilverfahren einen Wert von 10.000 € vorgeschlagen und somit - wovon mangels gegenteiliger Anhaltspunkte auszugehen ist - offenbar bereits Abschläge im Hinblick auf den vorläufigen Charakter des Verfahrens vorgenommen hat. Indes sind hier nicht nur im Hinblick darauf, dass es sich hier lediglich um ein auf den Erlass einer einstweiligen Verfügung gerichtetes Verfahren handelt, Abzüge vorzunehmen (siehe hierzu b), sondern auch deshalb, weil der Rechtsstreit zudem in der Sache einfach gelagert war (siehe nachfolgend a).
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.