Tenor I. Die Beklagte wird verurteilt, es bei Vermeidung eines vomGericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzendenOrdnungsgeldes und, für den Fall, dass dieses nicht beigetriebenwerden kann, einer Ordnungshaft oder einer Ordnungshaft bis zusechs Monaten (Ordnungsgeld im Einzelfall höchstens € 250.000;Ordnungshaft insgesamt höchstens 2 Jahre) zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr in der Bundesrepublik Deutschland zuWettbewerbszwecken Allgemeine Geschäftsbedingungen zur Überlassungund Pflege von Standardsoftware wie folgt zu verwenden: 1. „Die Weitergabe der S... Software bedarf in jedem Fallder schriftlichen Zustimmung von S... S... wird die Zustimmungerteilen, wenn der Auftraggeber eine schriftliche Erklärung desneuen Nutzers vorlegt, in der sich dieser gegenüber S... zurEinhaltung der für die S... Software vereinbarten Regeln zurEinräumung des Nutzungsrechts verpflichtet, und wenn derAuftraggeber gegenüber S... schriftlich versichert, dass er alleS... Software Originalkopien dem Dritten weitergegeben hat und alleselbst erstellten Kopien gelöscht hat. S... kann die Zustimmungverweigern, wenn die Nutzung der S... Software durch den neuenNutzer ihren berechtigten Interessen widerspricht.“; 2. „Jede Nutzung der S... Software, die über dievertraglichen Vereinbarungen hinausgeht, ist S... im Vorausschriftlich anzuzeigen. Sie bedarf eines gesonderten Vertrages mitS... über den zusätzlichen Nutzungsumfang (Zukauf)“. II. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. III. Von den Kosten des Verfahrens hat die Klägerin 1/3 und dieBeklagte 2/3 zu tragen. IV. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar nach Maßgabe dernachfolgenden Sicherheitsleistung: - wegen Ziffer I. 1. und I. 2 jeweils gegen Sicherheitsleistungvon EUR 30.000,00; - wegen der Kosten in Höhe von 110 % des jeweils zuvollstreckenden Betrages. Tatbestand Die Klägerin verlangt von der Beklagten aus Wettbewerbsrecht undaus Kartellrecht die Unterlassung der Verwendung bestimmterAllgemeiner Geschäftsbedingungen (im Folgenden: AGB). Die Klägerin ist spezialisiert auf den deutschlandweiten Ankaufund Verkauf von gebrauchten Software-Lizenzen, insbesondere vonS...-Software. Die Beklagte ist einer der größten Softwarehersteller Europasund weltweit. Die Beklagte unterhält eine Niederlassung in Hamburg.Die Beklagte vertreibt die von ihr hergestellten Softwareprogrammeauch über das Internet. Die hier in Frage stehende „Standardsoftware“ wirdden Kunden der Beklagten mit der Maßgabe überlassen, dass dieSoftware für eine vertraglich bestimmte Anzahl von Nutzern an derenArbeitsplatzrechnern genutzt werden darf. Nach Installation derSoftware ist der Kunde der Beklagten jedoch technisch in der Lage,die Software für eine über das vertraglich vereinbarte Ausmaßhinausgehende Anzahl von Nutzern zu nutzen. Die Beklagte verwendet für die Überlassung und Pflege dieser„Standardsoftware“ in der Fassung vom 15.07.2011(Anlage K 7) die nachfolgenden AGB-Klauseln, die die Klägerin fürunwirksam hält: Ziffer 2.4.2:„Die Weitergabe der S... Software bedarf in jedem Fall derschriftlichen Zustimmung von S... S... wird die Zustimmungerteilen, wenn der Auftraggeber eine schriftliche Erklärung desneuen Nutzers vorlegt, in der sich dieser gegenüber S... zurEinhaltung der für die S... Software vereinbarten Regeln zurEinräumung des Nutzungsrechts verpflichtet, und wenn derAuftraggeber gegenüber S... schriftlich versichert, dass er alleS... Software Originalkopien dem Dritten weitergegeben hat und alleselbst erstellten Kopien gelöscht hat. S... kann die Zustimmungverweigern, wenn die Nutzung der S... Software durch den neuenNutzer ihren berechtigten Interessen widerspricht.“;Ziffer 3:„Jede Nutzung der S... Software, die über dievertraglichen Vereinbarungen hinausgeht, ist S... im Vorausschriftlich anzuzeigen. Sie bedarf eines gesonderten Vertrages mitS... über den zusätzlichen Nutzungsumfang (Zukauf)“.Ziffer 10.6:„Die Pflege bezieht sich stets auf den gesamten Bestanddes Auftraggebers an S... Software, soweit S... hierfür Pflegeanbietet. Der Auftraggeber muss stets alle Installationen der S...Software, für die S... Pflege anbietet, (einschließlich durcheventuelle spätere Zukäufe oder im Rahmen der Pflege erworbenerS... Software) vollständig bei S... in Pflege halten oder diePflege insgesamt kündigen. Diese Regelung umfasst auch S...Software, die der Auftraggeber von Dritten bezogen hat, und für dieS... Pflege anbietet. Zukäufe verpflichten den Auftraggeber zurErweiterung der Pflege auf Basis gesonderte Pflegeverträge mitS...“.Die Klägerin trägt vor: Nach dem Lizenzmodell der Beklagten werde für jeden Nutzerjeweils einzeln die gesamte S... Software lizenziert, es werde alsogerade kein einheitliches Nutzungsrecht im Sinne einesClient-Server-Systems gewährt. Der Anwender kaufe eine gewisseAnzahl von Nutzern und sei mangels anderweitiger Regelunggrundsätzlich berechtigt, für Nutzer jeweils einen Client und einenServer zu installieren. Jedes einzelne Lizenzpaket enthalte dahereine bestimmte Anzahl an einzelnen Nutzungsrechten für jeden Nutzerund kein einheitliches Nutzungsrecht. Der Anspruch betreffend die AGB-Klausel zu Ziffer 2.4.2 ergebesich aus §§ 4 Nr. 11, § 307 BGB, § 69 c Nr. 3 S. 2 UrhG. DieAGB-Klausel sei unwirksam, da die Verknüpfung der Weiterveräußerungder Software mit der Zustimmung der Beklagten dem kaufrechtlichenEigentumsverschaffungsgrundsatz sowie dem urheberrechtlichenErschöpfungsgrundsatz widerspreche und damit den Grundgedankendieser gesetzlichen Regelungen. Erst kürzlich habe der EuGHentschieden, dass in Bezug auf Client-Server-Software (=einheitliches Recht an der Gesamtzahl der Lizenzen) unterbestimmten Umständen Erschöpfung eintreten könne und derWeiterverkauf des einheitlichen Rechts (nicht dagegen dieAufspaltung und der isolierte Weiterverkauf) in diesem Fall auchdurch vertragliche Regelungen nicht eingeschränkt werde dürfe. InBezug auf Softwarelizenzen aus reinen Volumenlizenz-Verträgen habedas OLG Frankfurt klargestellt, dass diese aufgespalten und einzelnweiterverkauft werden könnten. Im Übrigen sei die Formulierung„berechtigte Interessen“ in Satz der 3 der Klausel auchzu unbestimmt und überlasse es vollständig der Beklagten, diesenBegriff auszufüllen. Durch die AGB-Klausel zu Ziffer 3 behindere die Beklagte dieKlägerin zielgerichtet, § 4 Nr. 10 UWG. Die Klausel werde vomangesprochenen Verkehr dahingehend verstanden, dass derNachkauf/Zukauf von Lizenzen nur bei der Beklagten erfolgen dürfe.Dadurch werde die Klägerin an ihrer wettbewerblichen Entfaltunggehindert, da kein Grund ersichtlich sei, warum die Kundenzusätzliche Lizenzen (Nachlizenzierung) nicht bei der Klägerin alsdritter Partei erwerben dürften, solange in Bezug auf diegebrauchten Lizenzen nach der dargestellten RechtsprechungErschöpfung eingetreten sei. Durch die Klausel schotte die Beklagteden Markt ab und mache den Handel mit Gebrauchtsoftware unmöglich.Außerdem liege hierin ein Verstoß gegen § 4 Nr. 11 i.V.m. § 307BGB, da in der Verwendung der Klausel eine unangemesseneBenachteiligung der Kunden der Beklagten liege. Sie etabliere einenKontrahierungszwang mit der Beklagten, der in Widerspruch zu demPrinzip der Privatautonomie stehe. Dem (berechtigen) Interesse derBeklagten an der Vermeidung eines vertragsüberschreitendenMissbrauchs der Software durch die Erwerber könne durch technischeSchutzmaßnahmen Rechnung getragen werden. Die Klausel zu Ziffer 10.6 sei nach § 4 Nr. 11 i.V.m. § 307 BGBunwirksam, da sie eine unangemessene Benachteiligung desVertragspartners enthalte, und behindere die Klägerin gemäß § 4 Nr.10 UWG. Es bestehe ein Wettbewerbsverhältnis zwischen den Parteienin Bezug auf Software-Pflegeleistungen. Die Klägerin bieteebenfalls Pflegedienstleistungen an, allerdings nur in Form vonFehlerbehebung. Indem die Beklagte jeglichen S...-Softwarezukaufihrer Kunden an einen neuen Pflegevertrag mit ihr koppele, hättendie Kunden kein Interesse mehr daran, bei anderen AnbieternS...-Software zu erwerben. Auch insoweit etabliere die Klägerinalso einen Kontrahierungszwang, der in die Vertragsfreiheit und indie Privatautonomie der Nutzer eingreife. Es werde bestritten, dassdie Pflegedienstleistungen der Beklagten aus sachlich-technischenGründen nicht aufgespalten werden könnten. Die Klausel sei auchdeshalb problematisch, weil sie Kunden dauerhaft zur Zahlung vonPflegeleistungen für die gesamte Software verpflichte, auch wennder Kunde möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt nur noch einegeringere Anzahl von Nutzern benötige, da dem Kunden keineMöglichkeit zur Kündigung der Pflege für derartige überschüssigeLizenzen gegeben werde. Ferner rechtfertigten sich die geltend gemachtenUnterlassungsansprüche aus dem Kartellrecht, §§ 33 , 19 , 20 GWB. DieBeklagte habe gegenüber der Klägerin eine marktbeherrschendeStellung auf dem Markt von Anwendungssoftware zurbetriebswirtschaftlichen Planung in einem Unternehmen (EnterpriseResource Planning (ERP)), da sie für ERP-Software in Deutschlandund Europa über einen Marktanteil von mindestens 30% verfüge.Außerdem stehe sie im Verhältnis zur Klägerin als Herstellerin derSoftware und Inhaberin der Verwertungsrechte in einem vertikalenÜberordnungsverhältnis zu der Klägerin als abhängiger Händlerin, dasie den Zugang zum Markt beherrsche und kontrolliere. Durch dieangegriffenen AGB-Regelungen beeinträchtige sie dieWettbewerbsmöglichkeiten der Klägerin unangemessen und missbraucheihre Marktmacht. Die Klägerin beantragt, die Beklagte zu verurteilen, es bei Meidung der gesetzlichenOrdnungsmittel zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr in der Bundesrepublik Deutschland zuWettbewerbszwecken Allgemeine Geschäftsbedingungen zur Überlassungund Pflege von Standardsoftware wie folgt zu verwenden: 1. wie erkannt; 2. wie erkannt; 3. „Die Pflege bezieht sich stets auf den gesamten Bestanddes Auftraggebers an S... Software, soweit S... hierfür Pflegeanbietet. Der Auftraggeber muss stets alle Installationen der S...Software, für die S... Pflege anbietet, (einschließlich durcheventuelle spätere Zukäufe oder im Rahmen der Pflege erworbenerS... Software) vollständig bei S... in Pflege halten oder diePflege insgesamt kündigen. Diese Regelung umfasst auch S...Software, die der Auftraggeber von Dritten bezogen hat, und für dieS... Pflege anbietet. Zukäufe verpflichten den Auftraggeber zurErweiterung der Pflege auf Basis gesonderte Pflegeverträge mitS...“. Die Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen. Die Beklagte trägt vor, Die Beklagte verwende eine Client-Server-Architektur, die einenNetzwerkbetrieb in der Weise ermögliche, dass die Nutzer von ihrenArbeitsplatzterminals auf die Funktionen der auf einemApplikationsserver gespeicherten Softwareanwendung zugriffen. Umdie Software nutzen zu können, müsse der Softwarekunde eine Kopieder gesamten Softwareanwendung auf die Festplatte desApplikationsservers installieren, nicht etwa auf denArbeitsplatzrechnern. Auf diese Kopie der Software auf demApplikationsserver griffen dann die einzelnen User von ihrenArbeitsplatzterminals zu. Es handele sich damit um eineinheitliches Nutzungsrecht, nicht etwa um ein Bündel vonEinzelplatzlizenzen. Die beanstandeten AGB-Klauseln der Klägerin seien, sofern sie– wie hier – ausschließlich gegenüber Unternehmenverwendet würden, bereits keine allgemeinenMarktverhaltensregelungen im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG. Sie seienaber auch inhaltlich unbedenklich. Die Klausel zu Ziffer 2.4.2benachteilige den Kunden der Beklagten nicht unangemessen, sondernstelle einen angemessenen Interessenausgleich zwischen denVertragspartnern dar. Leitbild eines Softwarevertrages sei nichtetwa ein Kaufvertrag mit der Eigentumsverschaffungspflicht, sondernein Nutzungsüberlassungsvertrag. Die Klausel verstoße dabei nichtgegen den Erschöpfungsgrundsatz, da sie dessen wesentlicheGrundgedanken in seiner Auslegung durch den EuGH unangetastetlasse. Der EuGH habe sich lediglich zu der dinglichenErschöpfungswirkung geäußert, nicht aber zu der Wirksamkeitschuldrechtlicher Verwendungsbeschränkungen zwischen dem Urheberund dem Ersterwerber, die weiterhin zulässig blieben. Die in derKlausel enthaltene Verpflichtung zur Löschung der eigenenSoftwarekopien bei Weiterveräußerung stehe im Übrigen inÜbereinstimmung mit den Vorgaben des EuGH. Auch die danachnotwendige Erklärung des Erwerbers zur Einhaltung derursprünglichen Nutzungsbedingungen mit Blick auf die obendargestellten bestehenden technischen Missbrauchsmöglichkeitenseien nicht zu beanstanden. Technische Sicherungsmaßnamen seiensehr aufwändig, könnten die Leistungsfähigkeit der Softwarebeeinträchtigen und seien daher mit höheren Kosten verbunden. ImÜbrigen könne die Beklagte insoweit nicht auf technischeSicherungsmaßnahmen beschränkt werden, sondern müsse dieseSicherungsinteressen ebenso gut vertraglich absichern können.Soweit die Beklagte ihre Zustimmung davon abhängig mache, ob dieWeiterveräußerung berechtigten Interessen widerspreche, so sei auchdies nicht zu beanstanden, da die Beklagte ein anerkennenswertesInteresse daran habe, in Ausnahmefällen der Weitergabe zuwidersprechen. Es sei angesichts der Vielzahl möglicher Fälle eineAbstrahierung durch Verwendung eines unbestimmten Rechtsbegriffszulässig. Die Klausel zu Ziffer 3.1 sei ebenfalls wirksam. Die Klauselregele den Fall, dass ein Kunde der Beklagten ein von der Beklagtenlizenziertes Client-Server-System über den vertraglich vereinbartenUmfang hinaus nutzen wolle, also für zusätzliche Clients. Dies seitechnisch – wie oben dargestellt – ohne weiteresmöglich und könne von der Beklagten nur nachträglich durch eineKontrolle festgestellt werden. Daher benötige die Beklagte die inder Klausel vorgesehene vorherige Anzeigepflicht und die in Ziffer3.2 geregelten Kontrollrechte und –möglichkeiten hinsichtlichdes tatsächlichen Nutzungsumfangs durch den Kunden. Eine solcheLeistungs- und Vertragserweiterung bedürfe einer vertraglichenGrundlage, wie es in der Klausel vorgesehen sei. Diese Regelungstehe in Einklang mit der UsedSoft-Entscheidung. Die Klägerinübertrage dem Kunden ein einheitliches Recht zur Nutzung einermehrplatzfähigen Software für eine bestimmte Anzahl an Nutzern.Dieses Recht könne nicht ohne vertragliche Einigung mit derBeklagten durch Zukauf erweitert werden. Eine Aufspaltung undisolierte Übertragung von Nutzungsrechten in einemClient-Server-System (ohne Verbindung mit einem konkretenVervielfältigungsstück) sei auch nach der Entscheidung des EuGHnicht zulässig. Genau dies passiere aber bei Aufstockung einesbestehenden Client-Server-Netzwerks durch Hinzukauf isolierterNutzungsrechte von Dritten, weil der Kunde eben nicht eine von demDritten überlassene Programmkopie nutze. Die Klausel verhinderedamit zu Recht einen unzulässigen Zukauf isolierter Nutzungsrechtevon dritter Seite und benachteilige die Kunden damit geradenicht. Die Klausel zu Ziffer 10.6 („gesamthafte Pflege“)sei ebenso unbedenklich, da die Beklagte ein rechtlichanerkennenswertes Interesse an dieser gesamthaften Pflege habe. Esbestehe schon kein Wettbewerbsverhältnis zwischen den Parteien, daauch die Klägerin zugestehe, dass sie sich auf die Fehlerbehebungbeschränke und die Pflegedienstleistungen der Parteien damit nichtaustauschbar seien. Außerdem begründe die Klausel auch keineunangemessene Benachteiligung. Zum Einen bestehe keinKontrahierungszwang, da gerade die Möglichkeit der Kündigunggegeben sei und es zudem auch Ausdruck der Vertragsfreiheit derBeklagten sei, entweder die gesamte Pflege oder überhaupt keinePflege zu übernehmen. Zum anderen sei diese „gesamthaftePflege“ auch gerechtfertigt, da die Pflegedienstleistungender Beklagten aus sachlich-technischen Gründen nicht aufgespaltenwerden könnten. Zum Einen profitierten stets alle Nutzer desApplikationsservers von Korrekturständen zur Behebung von Fehlern,neuen Programmständen, neuen Releases/Upgrades etc. und zum Anderenwürden bei doppelter Betreuung Anpassungs-, Zuordnungs- undZuständigkeitsschwierigkeiten auftauchen. Bereits aus Gründen derVergütungsgerechtigkeit müsse es die Beklagte nicht hinnehmen, dassein Kunde auch für seinen „pflegefreien“ Softwareteildie Pflege der Beklagten nutze. Es bestehe auch keinWettbewerbsverhältnis mit Blick auf die Pflege von Software, da dieKlägerin lediglich „Customizing“ anbiete und keineumfassende Pflegeleistungen wie die Beklagte. Ansprüche wegen Behinderung aus § 4 Nr. 10 UWG seien darüberhinaus schon deshalb nicht gegeben, weil es sich bei AGB umwettbewerbseigene geschäftliche Maßnahmen der Beklagten imVerhältnis zu ihren Kunden handele. Auch kartellrechtliche Ansprüche bestünden nicht. Die Klägerinhabe bereits nicht substantiiert dargetan, dass die Beklagte einebeherrschende Stellung auf dem relevanten Markt habe. Dies werdeauch bestritten. Der relevante Markt müsse sich aber jedenfallssachlich auf EAS (Enterprise Application Software) und räumlichzumindest auf Europa erstrecken. Ein Missbrauch oder eineBehinderung lägen ebenfalls nicht vor, da für das Verhalten derBeklagten sachliche Gründe vorlägen. Ergänzend wird für den Tatbestand auf die wechselseitigenSchriftsätze nebst Anlagen sowie das Protokoll der mündlichenVerhandlung vom 28.08.2013 verwiesen. Gründe Die Klage ist zulässig, jedoch nur teilweise begründet. I. A. Der Klägerin steht hinsichtlich der beanstandeten AGB-Klausel zuZiffer I. 1 des Tenors ein Unterlassungsanspruch aus §§ 3 , 4 Nr.11, 8 UWG, § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB zu. Die angegriffeneKlausel verstößt gegen einen wesentlichen Grundgedanken dergesetzlichen Regelung des urheberrechtlichenErschöpfungsgedankens. 1. Die Klägerin stützt ihre Unterlassungsansprüche aufWettbewerbsrecht und auf Kartellrecht. Da § 4 Nr. 11 UWG und §§ 19 ,20 GWB nebeneinander anwendbar sind, ist die erkennende Kammernicht an eine bestimmte Prüfungsreihenfolge gebunden, solange dieKlägerin - wie hier - eine solche nicht vorgibt. 2. Die Verwendung von AGB ist zunächst als geschäftlicheHandlung im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG anzusehen(Köhler/Bornkamm, Wettbewerbsrecht, 31. Auflage, § 4 Rn. 11.156dm.w.N.). Die Beklagte handelt mit dem Ziel, zu ihren Gunsten denAbsatz von Waren zu fördern, ohne dass es darauf ankommt, ob sichdieses Verhalten vor, bei oder nach Geschäftsabschluss auswirkt.Die Vereinbarung einer Beschränkung des Rechts zur Weitergabe vonSoftware ist jedenfalls geeignet, den Absatz der Software derBeklagten zu fördern, da hierdurch die Kunden der Beklagten davonabgehalten werden können, die von ihnen erworbene Software auf demMarkt der gebrauchten Software anzubieten 3. Die Verbote nachteiliger Allgemeiner Geschäftsbedingungen (§§ 307 – 310 BGB) sind auch als Marktverhaltensregeln im Sinnedes § 4 Nr. 11 UWG anzusehen. Denn der Verwender unwirksamer AGBverschafft sich gegenüber den rechtstreuen Mitbewerbern einenVorteil (BGH GRUR 2010, 1117 – Gewährleistungsausschlussim Internet) und damit einen unzulässigen Wettbewerbsvorsprung(Köhler/Bornkamm, a.a.O., § 4 Rn. 11.156cff m.w.N.). Es ist nichtersichtlich, dass dies anders zu beurteilen wäre, wenn derartigeKlauseln gegenüber Unternehmern verwendet werden. 4. Die angegriffene Klausel verstößt gegen § 307 Abs. 1, Abs. 2Nr. 1 BGB, denn sie benachteiligt die Vertragspartner der Beklagtenentgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen, indem sievon der gesetzlichen Regelung des § 69c Nr. 3, S. 2 UrhG abweichtund mit deren Grundgedanken nicht vereinbar ist.
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.