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Abschnitt 2 EuStSRdErl - Aufgaben und Ziele der Europastudienseminare in Niedersachsen

Die Europastudienseminare in Niedersachsen haben das Ziel, in besonderem Maße Kenntnisse über Europa und europäische Institutionen zu fördern, die aktive Teilhabe an der Unionsbürgerschaft sowie die Mehrsprachigkeit zu stärken und die Entwicklung interkultureller Kompetenzen und der Demokratiebildung fächerübergreifend zu ermöglichen und zu unterstützen. Dabei sorgen Europastudienseminare dafür, dass insbesondere die im Bereich interkultureller Bildung erworbenen Kompetenzen schulpraktisch erweitert und vertieft werden. Sie richten ihr Seminarprogramm an diesem Europaprofil aus. Entsprechende Ausbildungsformate werden fester Bestandteil der Ausbildungspraxis. 2.1 Verankerung im Seminarprogramm Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, u. a. dazu zu befähigen, den Gedanken des toleranten und solidarischen Miteinanders aller Menschen in Europa sowie die Achtung, Anerkennung und Wertschätzung für die kulturelle Vielfalt Europas zu entwickeln, insbesondere den Wert der Idee einer gemeinsamen Zukunft aller Europäerinnen und Europäer in Frieden und Freiheit schätzen zu lernen, das Interesse an der Europäischen Union zu fördern, Wissen über die Europäische Union zu vermitteln und das Verständnis für europäische Fragen zu vertiefen, die erforderlichen Kompetenzen aufzubauen, um künftige Schülerinnen und Schüler auf ein demokratisches, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Leben in Europa vorzuzubereiten. Ziel ist es dabei insbesondere, dass konkrete Handlungsansätze entwickelt werden, mit denen künftigen Schülerinnen und Schülern ein verantwortungsbewusstes Handeln für ein friedliches und geeintes Europa, zum Schutz der Umwelt, für eine bestandsfähige Wirtschaft und eine global nachhaltige gerechte Gesellschaft für aktuelle und zukünftige Generationen nähergebracht werden kann. 2.2 Integration europäischer Themen in Lehrpläne der Seminarveranstaltungen ("Europa-Curriculum") Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, ein fächerübergreifendes "Europa-Curriculum" zu entwickeln und fortlaufend umzusetzen. Es findet seinen Niederschlag in einzelnen Seminarveranstaltungen sowie in geeigneten weiteren - auch lehramts- und fächerübergreifenden - Ausbildungsformaten. 2.3 Förderung der Mehrsprachigkeit Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, u. a. die Vielfalt der Sprachen und Kulturen in der Studienseminarkultur sichtbar und durch entsprechende Ausbildungsformate möglichst vielfältig am Studienseminar erfahrbar zu machen. Ziel ist es, dafür eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung zu entwickeln. vorhandenes sprachliches und fremdsprachliches Potenzial in Zweit- und Bildungssprachen nach Möglichkeit einzubeziehen. 2.4 Entwicklung und Stärkung interkultureller Kompetenzen Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, die interkulturelle Öffnung von Seminarinhalten und der Studienseminarkultur weiterzuentwickeln, z. B. durch die Einbeziehung von Kompetenzen, die sich aus der sprachlichen, kulturellen und sozialen Heterogenität der Lerngruppen in den Schulen ergeben; lebensweltlich erworbene interkulturelle Erfahrungen werden in Seminarangebote einbezogen und Unterricht wird mehrperspektivisch gestaltet, eine Zusatzqualifikation für interkulturelle Kompetenzen, die dazu beiträgt, eigene Wertvorstellungen und Handlungen zu reflektieren und Neugier und Offenheit soziokultureller Vielfalt gegenüber zu entwickeln, die Bereitschaft, auf der Grundlage einer Wertschätzung für das Leben in anderen europäischen Ländern das Lernen voneinander zu entwickeln, regelmäßige fakultative Austauschangebote zur persönlichen Begegnung und deren Auswertung, internetbasierte Austausche sowie virtuelle Projekte, z. B. mit eTwinning, kontinuierlich angebotene länderübergreifende Aktivitäten, wie dauerhaft aktive Partnerschaften mit Institutionen der Lehrkräfteausbildung sowie anderen geeigneten Partnerinnen und Partnern im europäischen Ausland; die Projekte und Begegnungen werden nach Möglichkeit inhaltlich in entsprechenden Ausbildungsformaten am Studienseminar integriert, Nutzung von EU-Programmen, insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten von Erasmus+, die Kooperation mit weiteren Institutionen (z. B. Stiftungen, Jugendwerken), die sich die Förderung des europäischen Gedankens zu ihrer Aufgabe gemacht haben, fakultative Fortbildungs- und Hospitationsaufenthalte im Ausland. 2.5 Teilnahme an europäischen Projekten, Aktionen, Wettbewerben und sonstigen geeigneten Veranstaltungen Europastudienseminare in Niedersachsen beteiligen sich an europäischen Projekten, Aktionen, Wettbewerben sowie Veranstaltungen, die der Förderung der europäischen Orientierung dienen und diese vertiefen. 2.6 Vernetzung Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, als Multiplikatorinnen der europäischen Idee zu wirken und sich deshalb insbesondere mit regionalen, außerschulischen Partnerinnen und Partnern zu vernetzen. 2.7 Personalentwicklung und -qualifizierung Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, die Personalentwicklung und -qualifizierung in den Themenbereichen Europa, Demokratiebildung und interkulturelle Kompetenzen besonders zu forcieren; seminarinterne Fortbildungen sind darauf auszurichten. 2.8 Qualitätssicherung Europastudienseminare in Niedersachsen machen es sich zur Aufgabe, die Aktivitäten des Studienseminars im Hinblick auf den europäischen Schwerpunkt in der Gesamtplanung angemessen zu berücksichtigen und intern zu evaluieren, die Digitalisierung mit ihren Möglichkeiten zur Förderung der europaweiten Kommunikation zu nutzen. Red. Hinweis zur Geltungsdauer Außer Kraft am 1. August 2030 durch Nummer 6 des RdErl. vom 14. Juli 2025 (SVBl. S. 502)

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