Mithilfe des Geoinformationssystems des MU wurden Flächenpotenziale für die Windenergienutzung für Niedersachsen und für die einzelnen Regionalplanungsräume ermittelt. Die jeweilige Fläche ergibt sich zunächst durch Abzug der sogenannten harten Tabuzonen (vgl. Anlage 2) von der Gesamtfläche des jeweiligen Planungsraumes. Ferner sind Industrie- und Gewerbegebietsflächen, sämtliche FFH-Gebiete sowie waldbelegte Flächen - obwohl diese nicht zwingend zu den harten Tabuzonen zählen - nicht in den ermittelten Flächen enthalten. Eine Windenergienutzung auf diesen Flächen ist unter gewissen Konstellationen zwar möglich, aber nicht vollumfänglich. Vorranggebiete Rohstoffgewinnung/-sicherung Torf sind bei der Bestimmung der Flächenpotenziale nicht generell ausgeschlossen. Da der Torfabbau im Vergleich mit anderen Rohstoffabbauten in geringerer Mächtigkeit erfolgt und auch vom Flächenzuschnitt her eher flexibler ist als z. B. eine Nassauskiesung, steht er einer Nutzung durch Windenergie grundsätzlich nicht im gleichen Maße entgegen. Insbesondere wenn bzw. soweit der Rohstoff vollständig ausgebeutet wurde. Die verschiedenen Gebietskategorien sind entsprechend der in der Tabelle Flächenpotenzialanalyse dargestellten Datenquellen berücksichtigt. Auf dieser Grundlage ergeben sich landesweite Flächenpotenziale in einer Größenordnung von 19,91 % der Landesfläche (949.911
- ha)12) . Angesichts unterschiedlicher regionaler Gegebenheiten sind die Flächenpotenziale nicht gleichmäßig über sämtliche Regionalplanungsräume verteilt. Auf den errechneten Flächen werden regelmäßig weitere konkurrierende Nutzungs- oder Schutzbelange bestehen, die im Rahmen der Planung - ggf. in Form geeigneter weicher Tabuzonen - zu berücksichtigen sind. Stellen die Planungsträger insgesamt mindestens 7,05 % der errechneten Flächen für die Windenergienutzung bereit, würde der für die Realisierung des energiepolitischen Landeszieles bis 2030 insgesamt erforderliche Flächenbedarf von mindestens 1,4 % der Landesfläche (vgl. Nummer 1.2 sowie 2.13) erreicht. Es ist nicht von vornherein ausgeschlossen, dass lokal spezifischere oder aktuellere Informationen zu bestehenden harten Tabuzonen vorhanden sind. Tabelle - Flächenpotenzialanalyse Gebietskategorien Quelle Abzug von Planungsraumfläche Pufferbreite (
- m)(Abzug von Planungsraumfläche) Natur und Landschaft, Umwelt Nationalpark Kartenserver ja Naturschutzgebiet Kartenserver ja Biosphärenreservatsgebiet Kartenserver ja Natura 2000 Gebiete Kartenserver ja Vogelschutzgebiete Kartenserver ja FFH-Gebiet Kartenserver ja Wald ATKIS ja stehende Gewässer w 1 ha ATKIS ja 50 Gewässer 1. Ordnung ATKIS ja 50 Hochwasserdeiche NLWKN ja 50 Heilquellenschutzgebiete, Trinkwasserschutzgebiete (Zonen 1 und 2) Kartenserver ja Infrastruktur BAB (fiktive Fläche 40
- m)ATKIS ja 40 Bundesstraßen, Landes- und Kreisstraßen (fiktive Fläche 20
- m)ATKIS ja 20 Truppenübungsplätze ATKIS ja Flächen des Flugverkehrs ATKIS ja Freileitungen ATKIS ja Bundeswasserstraßen (siehe Gewässer I. Ordnung) ATKIS ja 50 Schienenverkehr (fiktive Fläche 10
- m)ATKIS ja nein Siedlung Allgemeine und reine Wohngebiete ATKIS ja 400 13) Einzelwohngebäude und Splittersiedlungen ALKIS /ATKIS Campingplätze ATKIS Gewerbe- und Industriegebiete ATKIS ja Rohstoffgewinnungs-/-sicherungsgebiete ohne Torf LROP ja 12) Stand der Berechnung: März 2020. 13) Bei der Berechnung wurde von WEA mit 200 m Gesamthöhe ausgegangen. Red. Hinweis zur Geltungsdauer Außer Kraft am 1. Januar 2027 durch Nummer 2 Absatz 1 des RdErl. vom 20. Juli 2021 (Nds. MBl. S. 1398)