Verordnung über die Pflichtversicherung von Schlachttieren vom
Eingangsformel § 1 Schlachttiere saarländischer Züchtung der Gattung Rinder, Kälber, Schweine und Schafe, die im Saarland geschlachtet werden, sind von den Tierhaltern zu versichern. Ausgenommen von der Versicherungspflicht sind diejenigen Schlachttiere, die auf seuchenpolizeiliche Anordnung hin zur Schlachtung kommen und für die eine Entschädigung aus der Tierseuchenkasse gewährt wird. Unter die Versicherungspflicht fallen auch Schweine, die durch Hausschlachtung dem Eigenverbrauch zugeführt werden, sowie Not- oder Krankschlachtungen von Schweinen. Als saarländische Züchtung gelten solche Schlachttiere, die mindestens 42 Tage Eigentum saarländischer Schlachtviehhalter sind.
§ 2 Die Versicherung muss den Schaden decken, der infolge der Beanstandung des Fleisches durch die amtliche Schlachttier- und Fleischuntersuchung entsteht, jedoch nur, wenn es sich um einen gesetzlichen Gewährsmangel im Sinne der Verordnung betreffend die Hauptmängel und Gewährsfristen beim Vieh [1] vom
§ 3 Die Entschädigung umfasst den vollen Marktpreis, höchstens jedoch den vollen nachgewiesenen Kaufpreis. Als Marktpreis wird der in der Tageszeitung am Schlachttag amtlich notierte Preis angesehen. Die durch die Schlachtung entstehenden Unkosten werden ebenfalls durch die Versicherung gedeckt. Im Fall der Hausschlachtung berechnet sich die zu gewährende Entschädigung nach dem vollen Fleischwert, der sich aus dem Gewicht und dem Marktpreis ergibt. Bei der Not- oder Krankschlachtung werden 85 v.H. des vollen Fleischpreises vergütet. Jedoch wird bei durch Rotlauf verursachten Not- oder Krankschlachtungen bei Nachweis rechtzeitiger Schutzimpfung der Schaden voll ersetzt.
§ 4 Die Landwirtschaftskammer für das Saarland erlässt die erforderlichen Bestimmungen zur Durchführung der Schlachttierversicherung, insbesondere über die Art der Beitragszahlung.
§ 5 Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Vorschriften dieser Verordnung verstößt, handelt ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 500 Euro geahndet werden. Ferner können Gegenstände, auf die sich die Ordnungswidrigkeit bezieht, eingezogen werden. §§ 22 und 23 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten finden Anwendung.
Oktober 1953 in Kraft. Regierung des Saarlandes Der Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft [3] Fußnoten [3]) Jetzt: Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales gem. Nr. 7.08 der Bekanntmachung - BS- Nr. 1101- 5.
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.