Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz
Kurz gesagt
Diese Verordnung regelt die Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz, um eine schadlose Nutzung und Entsorgung sicherzustellen. Sie legt fest, wie Altholz je nach seiner Beschaffenheit und möglichen Schadstoffbelastung behandelt werden muss.
Was es regelt
- Die stoffliche Verwertung von Altholz.
- Die energetische Verwertung von Altholz.
- Die Beseitigung von Altholz.
- Die Zuordnung von Altholz zu verschiedenen Kategorien (A I bis A IV) basierend auf seiner Behandlung und Schadstoffbelastung.
Wen es betrifft
- Erzeuger und Besitzer von Altholz.
- Betreiber von Anlagen, die Altholz verwerten oder beseitigen.
- Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger.
- Dritte, Verbände und Selbstverwaltungskörperschaften der Wirtschaft, denen Pflichten zur Verwertung oder Beseitigung von Altholz übertragen wurden.
Eckpunkte
- Altholz wird in Kategorien (A I, A II, A III, A IV) eingeteilt, je nachdem, ob es naturbelassen, behandelt, mit halogenorganischen Verbindungen oder Holzschutzmitteln belastet ist.
- Für die stoffliche Verwertung von Altholz zur Holzwerkstoffherstellung dürfen bestimmte Grenzwerte für Schadstoffe nicht überschritten werden.
- Betreiber von Altholzbehandlungsanlagen müssen eine Eigenüberwachung und regelmäßige Fremdüberwachung durchführen, um die Einhaltung der Anforderungen zu prüfen.
- Bei der energetischen Verwertung von Altholz darf der Anteil von Altholz höherer Kategorien 2 Prozent pro Probe nicht überschreiten, es sei denn, es erfolgt eine erneute Zuordnung.
Gesetzestext
Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von AltholzStand
(+++ Textnachweis ab: 1.3.2003 +++)
§ 1Anwendungsbereich
§ 2Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser Verordnung bedeuten die Begriffe 1.Altholz:Industrierestholz und Gebrauchtholz, soweit diese Abfall im Sinne des § 3 Absatz 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sind;2.Industrierestholz:die in Betrieben der Holzbe- oder -verarbeitung anfallenden Holzreste einschließlich der in Betrieben der Holzwerkstoffindustrie anfallenden Holzwerkstoffreste sowie anfallende Verbundstoffe mit überwiegendem Holzanteil (mehr als 50 Masseprozent);3.Gebrauchtholz:gebrauchte Erzeugnisse aus Massivholz, Holzwerkstoffen oder aus Verbundstoffen mit überwiegendem Holzanteil (mehr als 50 Masseprozent);4.Altholzkategorie:a)Altholzkategorie A I:naturbelassenes oder lediglich mechanisch bearbeitetes Altholz, das bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt wurde,b)Altholzkategorie A II:verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel,c)Altholzkategorie A III:Altholz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung ohne Holzschutzmittel,d)Altholzkategorie A IV:mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, Rebpfähle, sowie sonstiges Altholz, das aufgrund seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien A I, A II oder A III zugeordnet werden kann, ausgenommen PCB-Altholz;5.PCB-Altholz:Altholz, das PCB im Sinne der PCB/PCT-Abfallverordnung ist und nach deren Vorschriften zu entsorgen ist, insbesondere Dämm- und Schallschutzplatten, die mit Mitteln behandelt wurden, die polychlorierte Biphenyle enthalten;6.Holzschutzmittel:bei der Be- und Verarbeitung des Holzes eingesetzte Stoffe mit biozider Wirkung gegen Holz zerstörende Insekten oder Pilze sowie Holz verfärbende Pilze, ferner Stoffe zur Herabsetzung der Entflammbarkeit von Holz;7.stoffliche Verwertung von Altholz:a)Aufbereitung von Altholz zu Holzhackschnitzeln und Holzspänen für die Herstellung von Holzwerkstoffen,b)Gewinnung von Synthesegas zur weiteren chemischen Nutzung undc)Herstellung von Aktivkohle/Industrieholzkohle;8.energetische Verwertung von Altholz:Verwertung von Altholz im Sinne des § 3 Absatz 23 in Verbindung mit dem Verfahren R 1 der Anlage 2 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes;9.Altholzbehandlungsanlage:Anlage zur stofflichen oder energetischen Verwertung von Altholz sowie Anlagen zur Sortierung oder sonstigen Behandlung von Altholz einschließlich jeweils zugehöriger Lagerung;10.Störstoffe:anorganische oder organische holzfremde Stoffe, insbesondere Bodenmaterial, Steine, Beton, Metallteile, Papier, Pappe, Textilien, Kunststoffe oder Folien, die dem Altholz anhaften, beigemengt oder mit diesem verbunden sind, soweit diese die Verwertung behindern.
§ 3Anforderungen an die Verwertung
§ 4Hochwertigkeit der Verwertung
Die Verfahren zur stofflichen Verwertung von Altholz sind hochwertig. Satz 1 gilt entsprechend für die Verfahren zur energetischen Verwertung von Altholz.
§ 5Zuordnung zu Altholzkategorien
§ 6Kontrolle von Altholz zur Holzwerkstoffherstellung
§ 7Kontrolle von Altholz zur energetischen Verwertung
§ 8Inverkehrbringen von Altholz
Altholz darf zum Zwecke der stofflichen und energetischen Verwertung nur in den Verkehr gebracht werden, um es einer Altholzbehandlungsanlage zuzuführen, in der die Anforderungen nach den §§ 3, 5 bis 7 und 12 eingehalten werden.
§ 9Beseitigung von Altholz
Die nach § 1 Abs. 2 Verpflichteten haben Altholz, das nicht verwertet wird, zum Zwecke der Beseitigung einer dafür zugelassenen thermischen Behandlungsanlage zuzuführen.
§ 10Pflichten der Erzeuger und Besitzer zur Getrennthaltung von Altholz
Die nach § 1 Abs. 2 Verpflichteten haben Altholz, das in Mengen von insgesamt mehr als 1 Kubikmeter loses Schüttvolumen oder 0,3 Tonnen pro Tag anfällt, sowie PCB-Altholz, kyanisiertes oder mit Teeröl behandeltes Altholz an der Anfallstelle nach Herkunft und Sortiment gemäß Anhang III oder nach Altholzkategorien getrennt zu erfassen sowie getrennt zu sammeln, bereitzustellen, zu überlassen, einzusammeln, zu befördern und zu lagern, soweit dies zur Erfüllung der Anforderungen nach den §§ 3, 8 und 9 erforderlich ist.
§ 11Hinweis- und Kennzeichnungspflichten
§ 12Betriebstagebuch
§ 13Ordnungswidrigkeiten
Anhang I(zu § 3 Abs. 1) Verfahren für die stoffliche Verwertung von Altholz Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2002, 3306 Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Nr. Verwertungsverfahren Zugelassene Altholzkategorien Besondere Anforderungen A I A II A III A IV 1 Aufbereitung von Altholz zu Holzhackschnitzeln und Holzspänen für die Herstellung von Holzwerkstoffen ja ja (ja) Die Aufbereitung von Altholz der Altholzkategorie A III ist nur zulässig, wenn Lackierungen und Beschichtungen durch eine Vorbehandlung weitgehend entfernt wurden oder im Rahmen des Aufbereitungsprozesses entfernt werden. 2 Gewinnung von Synthesegas zur weiteren chemischen Nutzung ja ja ja ja Eine Verwertung ist nur in hierfür nach § 4 des Bundesimmissionsschutzgesetzes genehmigten Anlagen zulässig. 3 Herstellung von Aktivkohle/Industrieholzkohle ja ja ja ja Eine Verwertung ist nur in hierfür nach § 4 des Bundesimmissionsschutzgesetzes genehmigten Anlagen zulässig.
Anhang II(zu § 3 Abs. 1) Grenzwerte für Holzhackschnitzel und Holzspäne zur Herstellung von Holzwerkstoffen Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2002, 3306 Spalte 1 Spalte 2 Element/Verbindung Konzentration (Milligramm je Kilogramm Trockenmasse) Arsen 2 Blei 30 Cadmium 2 Chrom 30 Kupfer 20 Quecksilber 0,4 Chlor 600 Fluor 100 Pentachlorphenol 3 Polychlorierte Biphenyle 5
Anhang III(zu § 5 Abs. 1) Zuordnung gängiger Altholzsortimente im Regelfall Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2002, 3307 - 3308 Gängige Altholzsortimente Zuordnung im Regelfall Abfallschlüssel Holzabfälle aus der Holzbe- und -verarbeitung Verschnitt, Abschnitte, Späne von naturbelassenem Vollholz A I 03 01 05 Verschnitt, Abschnitte, Späne von Holzwerkstoffen und sonstigen behandeltem Holz (ohne schädliche Verunreinigungen) A II 03 01 05 Verpackungen Paletten Paletten aus Vollholz, wie z. B.: Europaletten, Industriepaletten aus Vollholz A I 15 01 03 Paletten aus Holzwerkstoffen A II 15 01 03 Sonstige Paletten, mit Verbundmaterialien A III 15 01 03 Transportkisten, Verschläge aus Vollholz A I 15 01 03 Transportkisten aus Holzwerkstoffen A II 15 01 03 Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenkisten sowie ähnliche Kisten aus Vollholz A I 15 01 03 Munitionskisten A IV 15 01 10 * Kabeltrommeln aus Vollholz (Herstellung vor 1989) A IV 15 01 10 * Kabeltrommeln aus Vollholz (Herstellung nach 1989) A I 15 01 03 Altholz aus dem Baubereich Baustellensortimente naturbelassenes Vollholz A I 17 02 01 Holzwerkstoffe, Schalhölzer, behandeltes Vollholz (ohne schädliche Verunreinigungen) A II 17 02 01 Altholz aus dem Abbruch und Rückbau Dielen, Fehlböden, Bretterschalungen aus dem Innenausbau (ohne schädliche Verunreinigungen) A II 17 02 01 Türblätter und Zargen von Innentüren (ohne schädliche Verunreinigungen) A II 17 02 01 Profilblätter für die Raumausstattung, Deckenpaneele, Zierbalken usw. (ohne schädliche Verunreinigungen) A II 17 02 01 Altholz aus dem Baubereich (Fortsetzung) Altholz aus dem Abbruch und Rückbau (Fortsetzung) Dämm- und Schallschutzplatten, die mit Mitteln behandelt wurden, die polychlorierte Biphenyle enthalten Beseitigung 17 06 03 * Bauspanplatten A II 17 02 01 Konstruktionshölzer für tragende Teile A IV 17 02 04 * Holzfachwerk und Dachsparren A IV 17 02 04 * Fenster, Fensterstöcke, Außentüren A IV 17 02 04 * Imprägnierte Bauhölzer aus dem Außenbereich A IV 17 02 04 * Bau- und Abbruchholz mit schädlichen Verunreinigungen A IV 17 02 04 * Imprägniertes Altholz aus dem Außenbereich Bahnschwellen A IV 17 02 04 * Leitungsmasten A IV 17 02 04 * Sortimente aus dem Garten- und Landschaftsbau, imprägnierte Gartenmöbel A IV 17 02 04 * Sortimente aus der Landwirtschaft A IV 17 02 04 * Möbel Möbel, naturbelassenes Vollholz A I 20 01 38 Möbel, ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung A II 20 01 38 Möbel, mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung A III 20 01 38 Altholz aus dem Sperrmüll (Mischsortiment) A III 20 03 07 Altholz aus industrieller Anwendung (z. B. Industriefußböden, Kühltürme) A IV 17 02 04 * Altholz aus dem Wasserbau A IV 17 02 04 * Altholz von abgewrackten Schiffen und Waggons A IV 17 02 04 * Altholz aus Schadensfällen (z. B. Brandholz) A IV 17 02 04 * Feinfraktion aus der Aufarbeitung von Altholz zu Holzwerkstoffen A IV 19 12 06 *
Anhang IV(zu § 6)Vorgaben zur Analytik für Holzhackschnitzel und Holzspäne zur Herstellung von Holzwerkstoffen(Fundstelle: BGBl. I 2002, 3309 - 3313; bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote) 1Untersuchung von Holzhackschnitzeln und Holzspänen1.1ProbenahmeDie Probenahme nach § 6 ist von Personen durchzuführen, die über die für die Durchführung der Probenahme erforderliche Fachkunde verfügen. Die zu untersuchenden Proben sind aus der laufenden Produktion zu entnehmen. Aus dem Materialstrom ist wenigstens alle 10 t eine Einzelprobe von mindestens 2 l zu entnehmen, zum Beispiel mit einem Gefäß mit Stiel, das in den Abwurf des Förderbandes gehalten wird. Die Probenahme ist schriftlich oder elektronisch zu dokumentieren. Die Dokumentation enthält mindestens das Datum der Probenahme, die Angabe der beprobten Charge sowie den Namen des Probenehmers. Probentransport und Probenlagerung haben so zu erfolgen, dass eine Beeinflussung der chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit des Probenmaterials soweit wie möglich ausgeschlossen wird.1.2Herstellung der LaborprobeJe zu untersuchender Charge ist eine Laborprobe für die analytischen Untersuchungen zu erstellen. Dazu werden die Einzelproben auf einer sauberen, glatten Unterlage zu einer Mischprobe vereinigt und durch wiederholtes Umsetzen homogenisiert. Aus der Mischprobe ist eine Laborprobe von 500 g mit geeigneten Probenteilern oder durch Aufkegeln und Vierteln nach DIN 51701, Teil 3 (Ausgabe August 1985) zu entnehmen. Die Laborprobe ist nach Trocknung zu teilen. Eine Hälfte der Laborprobe ist als Rückstellprobe zu verwenden. Diese ist mit Datum und Analysennummer zu kennzeichnen und mindestens sechs Monate aufzubewahren.1.3ProbenvorbereitungDie für die Analyse aufzubereitende Laborprobe soll lufttrocken sein. Feuchtes Material ist vor der Aufbereitung an einem gut belüfteten Platz oder in einem Labortrockenschrank (Trocknungstemperatur maximal 40 Grad C) zu trocknen. Die Laborprobe wird in einer geeigneten Mühle (Kreuzschlag- oder Schneidmühle) gegebenenfalls unter Kühlung mit flüssigem Stickstoff auf eine Korngröße von < 2 mm gemahlen.1.4Durchführung der UntersuchungenFür jeden Untersuchungsparameter sind mindestens zwei parallele Bestimmungen durchzuführen.1.4.1Bestimmung des FeuchtigkeitsgehaltesDie Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes erfolgt nach DIN 52183 (Ausgabe November 1977). Die Ergebnisse sind in Gewichtsprozent anzugeben.1.4.2Bestimmung des Chlor- und FluorgehaltesDie lufttrockenen, gemahlenen Altholzproben werden nach DIN 51727 (Ausgabe Juni 2001) oxidativ aufgeschlossen. Die Chlorid- und Fluoridgehalte in der Aufschlusslösung werden mit Ionenchromatographie gemäß DIN EN ISO 10304, Teil 1 (Ausgabe April 1995) bestimmt. Die Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben.1.4.3Bestimmung der Elemente Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer und QuecksilberDie lufttrockenen, gemahlenen Altholzproben werden nach DIN EN 13657 (Entwurf Oktober 1999) mit Königswasser aufgeschlossen. Die Messung der Elementkonzentrationen in der Aufschlusslösung erfolgt nach einer der folgenden Untersuchungsmethoden:ElementUntersuchungsmethode(n)ArsenDIN EN ISO 11969 (Ausgabe November 1996)BleiDIN 38406, Teil 6 (Ausgabe Juli 1998)DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 1998)CadmiumDIN EN ISO 5961 (Ausgabe Mai 1995)DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)DIN ISO 11047 (Ausgabe Juni 1995)ChromDIN EN 1233 (Ausgabe August 1996)DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)DIN ISO 11047 (Ausgabe Juni 1995)KupferDIN 38406, Teil 7 (Ausgabe September 1991)DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)DIN ISO 11047 (Ausgabe Juni 1995)QuecksilberDIN EN 1483 (Ausgabe August 1997)DIN EN ISO 12338 (Ausgabe Oktober 1998).Die Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben. 1.4.4Bestimmung von Pentachlorphenol (PCP)1.4.4.1VerfahrensprinzipPentachlorphenol und seine Salze werden mit Methanol im Ultraschallbad extrahiert und nach Acetylierung mittels Gaschromatographie mit Elektroneneinfangdetektion (GC-ECD) quantifiziert. Dieses Verfahren ist anwendbar für die Bestimmung von PCP in zerkleinertem Holz im Konzentrationsbereich von 0,1 mg/kg bis 100 mg/kg.1.4.4.2Geräte-Ultraschallbad mit Thermostat-Gaschromatograph mit Elektroneneinfangdetektor und Autosampler1.4.4.3Chemikalien und Standards-Methanol zur Rückstandsanalyse-Cyclohexan und n-Hexan zur Rückstandsanalyse-Na(tief)2SO(tief)4, wasserfrei, granuliert-PCP als Standard in methanolischer Lösung-2,4,6-Tribromphenol (TBP) in methanolischer Lösung als interner Standard 1 (ISTD 1)-PCB 52 als Standard in Cyclohexan als interner Standard 2 (ISTD 2)-Essigsäureanhydrid zur Analyse-K(tief)2CO(tief)3-Lösung (0,1 mol/l)-Seesand, gereinigt1.4.4.4Maßnahmen zur Probenvorbereitung1.4.4.4.1Reinigung der GeräteDie Reinigung der Glasgeräte erfolgt durch Waschen mit reinigungsmittelhaltigem Wasser und destilliertem Wasser sowie anschließendes Spülen mit Aceton und n-Hexan.1.4.4.4.2Herstellung der KalibrierlösungenDie Stammlösungen werden durch Einwaage fester Substanzen höchster Reinheit hergestellt und bei -20 Grad C im Dunkeln aufbewahrt.Konzentrationen der Stammlösungen:PCP in Methanol0,5 mg/mlTBP in Methanol0,5 mg/mlPCB 52 in Cyclohexan0,5 mg/ml.Aus den Stammlösungen werden durch Verdünnen (1:10)Standardlösungen mit der Konzentration von 0,05 mg/ml hergestellt. 1.4.4.4.3KalibrierungDie Kalibrierung erfolgt über das gesamte Verfahren. Dazu werden 20 myl, 50 myl, 100 myl, 200 myl und 500 myl der PCP-Standardlösung jeweils mit 250 myl der TBP-Standardlösung auf 5 g Seesand gegeben und wie nachfolgend für die Durchführung der Analyse beschrieben aufgearbeitet (das heißt, statt Holz wird Seesand verwendet).Beispiel einer Kalibrierung:KalibrierlösungPCP (ng/ml)TBP (ng/
- ml)ISTD 1PCB 52 (ng/
- ml)ISTD 211,010,020,022,010,020,035,010,020,0410,010,020,0520,010,020,0 1.4.4.5Probenvorbereitung1.4.4.5.1ExtraktionEs werden je nach der zu erwartenden Konzentration 1 g, 3 g oder 4 g Holz jeweils in einen Erlenmeyerkolben eingewogen. Auf das Holz werden 250 myl TBP-Lösung (ISTD 1) gegeben. Diese Lösung lässt man 30 Minuten einwirken. Nun wird das Holz mit 50 ml Methanol versetzt und zwei Stunden bei 40 Grad C einer Ultraschallbehandlung unterworfen. Nach dem Absetzen der Feststoffe wird der Extrakt (cirka 25
- ml)vorsichtig mit einer Pasteurpipette abgenommen, in ein verschließbares Glasgefäß überführt und für die Weiteraufarbeitung aufbewahrt.1.4.4.5.2AcetylierungIn einem 150 ml Schütteltrichter werden 30 ml einer 0,1 molaren K(tief)2CO(tief)3-Lösung vorgelegt, mit einem Aliquot des Extraktes (zum Beispiel 1
- ml)versetzt und fünf Minuten geschüttelt. Auf die Zugabe von 2 ml Essigsäureanhydrid erfolgt zweiminütiges Schütteln. Dann sind 20 ml Cyclohexan hinzuzufügen und zehn Minuten zu schütteln. Die wässrige Phase wird verworfen; die organische Phase wird über eine mit Na(tief)2SO(tief)4 gefüllte Glassäule in einen 25 ml Messkolben filtriert. Nach Zugabe von 10 myl der Lösung des ISTD 2 wird auf 25 ml genau aufgefüllt. Diese Lösung wird für die GC-ECD-Analyse verwendet. Die PCP-Konzentration im Extrakt muss innerhalb des von den Kalibrierlösungen abgedeckten Bereiches liegen.1.4.4.6Analyse mittels GC-ECDGC-Bedingungen (Beispiel):Säule: HP-5 30 m; 0,25 mym; 0,32 mm ID 20 Grad C/minOfentemperatur:50 Grad C (1 min)................ 160 Grad C (0 min) 8 Grad C/min ...............310 Grad C (5 min)Detektor-Temperatur:350 Grad CInjektor-Temperatur:250 Grad CInjektionsmodus:split/splitlessTrägergas:H(tief)2-Säulenvordruck (35 kPa)Make up - Gas:N(tief)2 (60 ml/min)Folgende Messungen sind durchzuführen:-Blindwerte:Geräteblindwert (reines Cyclohexan) *Chemikalienblindwert (Durchführung des gesamten Verfahrens ohne Holzprobe) *Analyse eines kontaminationsfreien Holzes-Kalibrierlösungen-Probenextrakte nach beschriebener Aufarbeitung. Für die Qualitätssicherung der Analysenergebnisse sollen die Wiederfindungsraten des acetylierten internen Standards 1 (Tribromphenol) ständig gegen die des internen Standards 2 (PCB 52) überprüft werden.1.4.4.7Auswertung1.4.4.7.1PrinzipZunächst erfolgt die Erstellung einer Kalibriergeraden mit den Standardlösungen (siehe Abschnitt 1.4.4.7.2), nachfolgend schließt sich die Bestimmung des PCP-Gehaltes in einem Probenextrakt mittels dieser Kalibriergeraden an (siehe Abschnitt 1.4.4.7.3).1.4.4.7.2Kalibrierung über das gesamte VerfahrenZur Erstellung der Kalibriergeraden wird das Peakflächenverhältnis von acetyliertem PCP-Standard zu acetyliertem TBP gegen das entsprechende Konzentrationsverhältnis gemäß folgender Gleichung aufgetragen: a(tief)PCP c(tief)PCP-----------= s x--------------- + ba(tief)TBP c(tief)TBPwobei:a(tief)PCPgemessene Anzeige des acetylierten PCP-Standards (zum Beispiel Peakfläche)a(tief)TBPgemessene Anzeige des acetylierten TBP-Standards (zum Beispiel Peakfläche)sdie Steigung der Kalibriergeradenc(tief)PCPdie Massenkonzentration des acetylierten PCP in den Kalibrierlösungen in ng/mlc(tief)TBPdie Massenkonzentration des acetylierten TBP in den Kalibrierlösungen in ng/mlbder Ordinatenabschnitt der Kalibriergeradenbedeuten.Berechnung des PCP-Gehaltes:Der PCP-Gehalt in der Holzprobe kann nach folgender Gleichung aus der Mehrpunktkalibriergeraden ermittelt werden:Gehalt (tief)PCP =a(tief)PCP/aTBP-bc(tief)TBP x f x v: 1000------------------- xs x mwobei:Gehalt (tief)PCPGehalt an PCP in der Probe in mg/kgc(tief)TBPdie Massenkonzentration des TBP in dem Probenextrakt in ng/mlmdie Masse des eingesetzten Holzes für die Extraktion in ga(tief)TBPgemessene Anzeige des TBP-Standards im Probenextrakt (zum Beispiel Peakfläche)a(tief)PCPgemessene Anzeige des analysierten PCP im Probenextrakt (zum Beispiel Peakfläche)fdas Verhältnis des gesamten Volumens des Extraktes zu dem Volumen des Aliquots zur Derivatisierung (zum Beispiel 50 ml/2 ml = 25)vdas Volumen der Endlösung zur Analyse in ml (zum Beispiel 25 ml)sdie Steigung der Kalibriergeradenbder Ordinatenabschnitt der Kalibriergeradenbedeuten. 1.4.4.7.3Angabe der ErgebnisseDie Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben.1.4.5Bestimmung von polychlorierten Biphenylen (PCB)Die lufttrockene, gemahlene Altholzprobe wird nach Zugabe eines internen Standards mit n-Hexan im Soxhlet oder durch ein vergleichbares Extraktionsverfahren extrahiert. Im Extrakt enthaltene PCB-Kongenere werden durch geeignete Reinigungsschritte, insbesondere eine Kombination einer Benzolsulfonsäure-Trennsäule mit einer Silicagel-Säule, von störenden Begleitstoffen weitgehend befreit. Die Bestimmung der PCB-Kongenere (Ballschmiter Nr. 28, 52, 101, 138, 153, 180) erfolgt durch Kapillargaschromatographie mit Elektroneneinfangdetektor (ECD) in Anwendung von DIN 38414, Teil 20 (Ausgabe Januar 1996). Der Gesamtgehalt an PCB ergibt sich aus der Summe des für jedes der PCB-Kongenere ermittelten Massenanteils, bezogen auf die Trockenmasse der Altholzprobe, multipliziert mit dem Faktor fünf und auf 0,1 mg/kg gerundet.Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit kann für die Bestimmung von polychlorierten Biphenylen andere wissenschaftlich anerkannte Prüfverfahren im Bundesanzeiger bekannt geben, wenn entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.1.5Andere MethodenDie zuständige Behörde soll andere Methoden zulassen, wenn deren Gleichwertigkeit nachgewiesen wird.2Angabe und Berechnung der ErgebnisseDie Ergebnisse der jeweiligen zwei parallelen Bestimmungen und ihr arithmetischer Mittelwert sind anzugeben. Zur Prüfung der Einhaltung der in Anhang II genannten Grenzwerte ist auf den arithmetischen Mittelwert abzustellen. Die Mittelwertbildung ist nur zulässig, wenn die Differenz der beiden Einzelwerte die methodenübliche Wiederholbarkeit nach DIN ISO 5725, Teil 1 (Ausgabe November 1997) nicht überschreitet. Im Falle einer derartigen Überschreitung sind eine Überprüfung auf mögliche Ursachen der überhöhten Differenz und eine dritte Messung erforderlich. Sofern die Überprüfung der überhöhten Differenz keine eindeutige Ursache erbracht hat, ist für die Prüfung der Einhaltung der in Anhang II genannten Grenzwerte der mittlere der drei der Größe nach geordneten Einzelwerte (Median) heranzuziehen.3Qualitätssicherung und -kontrolleDie Untersuchungsstellen sind verpflichtet, die Analysenergebnisse durch geeignete Maßnahmen zur internen und externen Qualitätssicherung nach DIN EN ISO/IEC 17025 (Ausgabe April 2000) abzusichern. Dazu gehören unter anderem die Führung von Qualitätsregelkarten, der Einsatz von Referenzmaterialien und die erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen.4Bekanntmachungen sachverständiger StellenISO-Normen, EN-Normen und DIN-Normen, auf die in diesem Anhang verwiesen wird, sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin und Köln, erschienen und beim Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.
Anhang V(zu § 7) Untersuchung von Altholz zur energetischen VerwertungDie Probenahme nach § 7 ist von Personen durchzuführen, die über die für die Durchführung der Probenahme erforderliche Fachkunde verfügen. Die zu untersuchenden Proben sind aus dem laufenden Altholzdurchsatz von vorgebrochenem Altholz zu entnehmen. Je höchstens 10 t der zu beprobenden Charge ist aus dem Materialstrom jeweils mindestens 20 kg Altholz über eine Abwurfeinrichtung zu entnehmen. Aus der so entnommenen Altholzprobe sind Altholzanteile nicht zugelassener Altholzkategorien entsprechend den Vorgaben nach § 5 auszusortieren und deren Masse festzustellen.
Anhang VI(zu § 11) Anlieferungsschein für Altholz Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2002, 3314 - 3315 ------------------------------------------------------------------------------- Anlieferungsschein für Altholz------------------------------------------------------------------------------- Anlieferer Datum: (Firma/Ansprechpartner): Straße: PLZ und Ort: Telefon:------------------------------------------------------------------------------- Herkunft des Materials:------------------------------------------------------------------------------- Gängige Altholzsortimente I Zuordnung I Altholz- I Menge I im Regelfall I kategorie I I zu Altholz- I des an- I I kategorie I gelieferten I I I I Altholzes I (t) (cbm)------------------------------------------------------------------------------- Verschnitt, Abschnitte, Späne von I A I I I I naturbelassenem Vollholz I I I I------------------------------------------------------------------------------- Verschnitt, Abschnitte, Späne von I A II I I I Holzwerkstoffen und sonstigem I I I I behandeltem Holz (ohne schädliche I I I I Verunreinigungen) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Paletten aus Vollholz, wie z. B.: I A I I I I Europaletten, Industriepaletten I I I I aus Vollholz I I I I------------------------------------------------------------------------------- Paletten aus Holzwerkstoffen I A II I I I------------------------------------------------------------------------------- Sonstige Paletten, mit I A III I I I Verbundmaterialien I I I I------------------------------------------------------------------------------- Transportkisten, Verschläge aus I A I I I I Vollholz I I I I------------------------------------------------------------------------------- Transportkisten aus Holzwerkstoffen A II I I I------------------------------------------------------------------------------- Obst-, Gemüse- und Zierpflanzen- I A I I I I kisten sowie ähnliche Kisten aus I I I I Vollholz I I I I------------------------------------------------------------------------------- Munitionskisten I A IV I I I------------------------------------------------------------------------------- Kabeltrommeln aus Vollholz I A IV I I I (Herstellung vor 1989) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Kabeltrommeln aus Vollholz I A I I I I (Herstellung nach 1989) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Baustellensortimente aus I A I I I I naturbelassenem Vollholz I I I I------------------------------------------------------------------------------- Baustellensortimente aus Holz- I A II I I I werkstoffen, Schalhölzern, I I I I behandeltem Vollholz (ohne I I I I schädliche Verunreinigungen) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Dielen, Fehlböden, Bretter- I A II I I I schalungen aus dem Innenausbau I I I I (ohne schädliche Verunreinigungen) I I I------------------------------------------------------------------------------- Türblätter und Zargen von I A II I I I Innentüren (ohne schädliche I I I I Verunreinigungen) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Profilbretter für die Raum- I A II I I I ausstattung, Deckenpaneele, I I I I Zierbalken usw. (ohne schädliche I I I I Verunreinigungen) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Dämm- und Schallschutzplatten, I Beseitigung I I I die mit Mitteln behandelt wurden, I I I I die polychlorierte Biphenyle I I I I enthalten I I I I------------------------------------------------------------------------------- Bauspanplatten I A II I I I------------------------------------------------------------------------------- Konstruktionshölzer für tragende I A IV I I I Teile I I I I------------------------------------------------------------------------------- Holzfachwerk und Dachsparren I A IV I I I------------------------------------------------------------------------------- Fenster, Fensterstöcke, I A IV I I I Außentüren I I I I------------------------------------------------------------------------------- Imprägnierte Bauhölzer aus dem I A IV I I I Außenbereich I I I I------------------------------------------------------------------------------- Bau- und Abbruchholz mit I A IV I I I schädlichen Verunreinigungen I I I I------------------------------------------------------------------------------- Bahnschwellen I A IV I I I------------------------------------------------------------------------------- Leitungsmasten I A IV I I I------------------------------------------------------------------------------- Sortimente aus dem Garten- und I A IV I I I Landschaftsbau, imprägnierte I I I I Gartenmöbel I I I I------------------------------------------------------------------------------- Sortimente aus der Landwirtschaft I A IV I I I------------------------------------------------------------------------------- Möbel, naturbelassenes Vollholz I A I I I I------------------------------------------------------------------------------- Möbel, ohne halogenorganische I A II I I I Verbindungen in der Beschichtung I I I I------------------------------------------------------------------------------- Möbel, mit halogenorganischen I A III I I I Verbindungen in der Beschichtung I I I I------------------------------------------------------------------------------- Altholz aus Sperrmüll I A III I I I (Mischsortiment) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Altholz aus industrieller I A IV I I I Anwendung (z. B. Industrie- I I I I fußböden, Kühltürme) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Altholz aus dem Wasserbau I A IV I I I------------------------------------------------------------------------------- Altholz von abgewrackten Schiffen I A IV I I I und Waggons I I I I------------------------------------------------------------------------------- Altholz aus Schadensfällen I A IV I I I (z. B. Brandholz) I I I I------------------------------------------------------------------------------- Feinfraktion aus der Aufarbeitung I A IV I I I von Altholz zu Holzwerkstoffen I I I I------------------------------------------------------------------------------- Holzhackschnitzel, Holzspäne I I I I------------------------------------------------------------------------------- Sonstige (nähere Bezeichnung I I I I nachfolgend) I I I I I I I I ................................. I I I I------------------------------------------------------------------------------- Zusätzliche Informationen für den Betreiber der Altholzbehandlungs- anlage (soweit erforderlich):------------------------------------------------------------------------------- Empfänger Straße: (Firma/Ansprechpartner): PLZ und Ort: Telefon:------------------------------------------------------------------------------- ................................ (Unterschrift des Anlieferers)-------------------------------------------------------------------------------