Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens
Kurz gesagt
Dieses Gesetz regelt die Schätzung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen in Deutschland, um eine einheitliche Grundlage für die Besteuerung zu schaffen und auch für andere Zwecke wie Agrarordnung und Bodenschutz zu dienen. Es legt fest, wie die Ertragsfähigkeit des Bodens bewertet und dokumentiert wird.
Was es regelt
- Die Untersuchung und Beschreibung der Beschaffenheit des Bodens.
- Die Feststellung der Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen.
- Die Erstellung von Schätzungsbüchern und -karten.
- Verfahren zur Offenlegung der Schätzungsergebnisse und deren Übernahme in das Liegenschaftskataster.
Wen es betrifft
- Eigentümer und Nutzungsberechtigte von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen.
- Behörden, die für die Besteuerung, Agrarordnung, Bodenschutz und das Liegenschaftskataster zuständig sind.
Eckpunkte
- Die Bodenschätzung dient der Besteuerung und nichtsteuerlichen Zwecken wie Agrarordnung und Bodenschutz.
- Landwirtschaftlich nutzbare Flächen umfassen Ackerland und Grünland.
- Die Ertragsfähigkeit wird anhand von Schätzungsrahmen (Ackerschätzungsrahmen, Grünlandschätzungsrahmen) und Wertzahlen (Bodenzahl, Ackerzahl, Grünlandgrundzahl, Grünlandzahl) bestimmt.
- Die Ergebnisse der Bodenschätzung werden den Eigentümern und Nutzungsberechtigten durch Offenlegung bekannt gegeben und in das Liegenschaftskataster übernommen.
Gesetzestext
Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen KulturbodensStand
(+++ Textnachweis ab: 1.1.2008 +++)
InhaltsübersichtAbschnitt 1Allgemeines§ 1Umfang und Zweck§ 2Begriffsbestimmungen Abschnitt 2Besondere Schätzungsvorschriften§ 3Schätzungsrahmen§ 4Wertzahlen§ 5Klassen-, Klassenabschnitts- und Sonderflächen der Bodenschätzung§ 6Musterstücke§ 7Vergleichsstücke§ 8Bodenprofile§ 9Ertragsmesszahl§ 10Schätzungsbücher und -karten§ 11Nachschätzung Abschnitt 3Verfahrensvorschriften§ 12Anwendung der Abgabenordnung§ 13Offenlegung der Bodenschätzungsergebnisse§ 14Übernahme in das Liegenschaftskataster§ 15Betreten von Grundstücken§ 16Aufgaben anderer Behörden Abschnitt 4Schätzungsbeirat, Schätzungsausschüsse§ 17Schätzungsbeirat§ 18Schätzungsausschüsse Abschnitt 5Schlussvorschriften§ 19Nutzung der Ergebnisse der Bodenschätzung durch andere Behörden§ 20Fortgeltung bisherigen Rechts Anlage 1AckerschätzungsrahmenAnlage 2Grünlandschätzungsrahmen
010Abschnitt 1
Allgemeines
§ 1Umfang und Zweck
§ 2Begriffsbestimmungen
020Abschnitt 2
Besondere Schätzungsvorschriften
§ 3Schätzungsrahmen
Grundlage für eine einheitliche Beurteilung der natürlichen Ertragsfähigkeit der Böden im Bundesgebiet ist 1.für Ackerland der Ackerschätzungsrahmen (Anlage 1) und2.für Grünland der Grünlandschätzungsrahmen (Anlage 2).Die Schätzungsrahmen weisen Wertzahlen aus, die als Verhältniszahlen die Unterschiede im Reinertrag bei gemeinüblicher und ordnungsgemäßer Bewirtschaftung zum Ausdruck bringen.
§ 4Wertzahlen
§ 5Klassen-, Klassenabschnitts- und Sonderflächen der Bodenschätzung
Flächen, die sich in Bodenbeschaffenheit, Geländegestaltung, klimatischen Verhältnissen und Wasserverhältnissen wesentlich unterscheiden, sind als Klassenflächen voneinander abzugrenzen. Innerhalb der Klassenflächen können bei Abweichungen der Bodenbeschaffenheit oder der Wasserverhältnisse Klassenabschnittsflächen gebildet werden. Wesentliche Abweichungen der übrigen natürlichen Ertragsbedingungen werden durch die Abgrenzung von Sonderflächen berücksichtigt.
§ 6Musterstücke
§ 7Vergleichsstücke
In jeder Gemarkung sind für die wichtigsten und besonders typischen Böden Vergleichsstücke auszuwählen und zu beschreiben. Die Schätzung der Vergleichsstücke ist in Anlehnung an die Bewertung der Musterstücke durchzuführen.
§ 8Bodenprofile
Die Bodenbeschaffenheit der Klassen- und Klassenabschnittsflächen ist anhand eines für die jeweilige Klasse und den jeweiligen Klassenabschnitt typischen Bodenprofils – bestimmendes Grabloch – zu beschreiben. Ihre Ertragsfähigkeit ist in Anlehnung an Musterstücke und Vergleichsstücke zu schätzen.
§ 9Ertragsmesszahl
§ 10Schätzungsbücher und -karten
§ 11Nachschätzung
030Abschnitt 3
Verfahrensvorschriften
§ 12Anwendung der Abgabenordnung
Sofern dieses Gesetz keine andere Regelung trifft, finden der Dritte Abschnitt des Ersten Teils (§§ 16 bis 29), der Dritte Teil (§§ 78 bis 133) und der Siebente Teil (§§ 347 bis 368) der Abgabenordnung Anwendung. Die Vorschriften über die gesonderte Feststellung von Grundsteuerwerten (§§ 180 bis 183a der Abgabenordnung) sind entsprechend anzuwenden.
§ 13Offenlegung der Bodenschätzungsergebnisse
§ 14Übernahme in das Liegenschaftskataster
§ 15Betreten von Grundstücken
Die Eigentümer und Nutzungsberechtigten der Grundstücke sind verpflichtet, den mit der Durchführung dieses Gesetzes Beauftragten jederzeit das Betreten der Grundstücke zu gestatten und die erforderlichen Maßnahmen, insbesondere Aufgrabungen, zu dulden. Für nicht vorsätzlich verursachte Schäden besteht kein Anspruch auf Schadensersatz. Die Durchführung von Bodenschätzungsarbeiten in einer Gemarkung ist in ortsüblicher Weise bekannt zu geben.
§ 16Aufgaben anderer Behörden
Zur Durchführung der Bodenschätzung sind die nach Landesrecht zuständigen Behörden verpflichtet, die erforderlichen Grundlagen bereitzustellen.
040Abschnitt 4
Schätzungsbeirat, Schätzungsausschüsse
§ 17Schätzungsbeirat
§ 18Schätzungsausschüsse
050Abschnitt 5
Schlussvorschriften
§ 19Nutzung der Ergebnisse der Bodenschätzung durch andere Behörden
Die Ergebnisse und Daten der Bodenschätzung können anderen Behörden zur Erfüllung ihrer Aufgaben übermittelt und von ihnen genutzt werden. Die Weitergabe an andere Nutzer erfolgt nach landesrechtlichen Bestimmungen.
§ 20Fortgeltung bisherigen Rechts
Die in der Anlage zu § 1 der Verordnung vom
- April 2000 (BGBl. I S. 642) aufgeführten Musterstücke behalten bis zum Erlass einer Rechtsverordnung nach § 6 Abs. 3 und der Bekanntgabe neuer Musterstücke auf diesem Weg auch nach dem
- Januar 2008 ihre Gültigkeit.
Anlage 1Ackerschätzungsrahmen(Fundstelle: BGBl. I 2007, 3180 - 3181) Die Bewertung des Ackerlandes erfolgt nach der Bodenart, der Entstehung und der Zustandsstufe.BodenartEntstehungZustandsstufe1234567SD41 – 3433 – 2726 – 2120 – 1615 – 1211 – 7SandAl44 – 3736 – 3029 – 2423 – 1918 – 1413 – 9V41 – 3433 – 2726 – 2120 – 1615 – 1211 – 7Sl (S/lS)D51 – 4342 – 3534 – 2827 – 2221 – 1716 – 11anlehmigerAl53 – 4645 – 3837 – 3130 – 2423 – 1918 – 13SandV49 – 4342 – 3635 – 2928 – 2322 – 1817 – 12D68 – 6059 – 5150 – 4443 – 3736 – 3029 – 2322 – 16lSLö71 – 6362 – 5453 – 4645 – 3938 – 3231 – 2524 – 18lehmigerAl71 – 6362 – 5453 – 4645 – 3938 – 3231 – 2524 – 18SandV57 – 5150 – 4443 – 3736 – 3029 – 2423 – 17Vg47 – 4140 – 3433 – 2726 – 2019 – 12SLD75 – 6867 – 6059 – 5251 – 4544 – 3837 – 3130 – 23(lS/sL)Lö81 – 7372 – 6463 – 5554 – 4746 – 4039 – 3332 – 25starkAl80 – 7271 – 6362 – 5554 – 4746 – 4039 – 3332 – 25lehmigerV75 – 6867 – 6059 – 5251 – 4443 – 3736 – 3029 – 22SandVg55 – 4847 – 4039 – 3231 – 2423 – 16D84 – 7675 – 6867 – 6059 – 5352 – 4645 – 3938 – 30sLLö92 – 8382 – 7473 – 6564 – 5655 – 4847 – 4140 – 32sandigerAl90 – 8180 – 7271 – 6463 – 5655 – 4847 – 4140 – 32LehmV85 – 7776 – 6867 – 5958 – 5150 – 4443 – 3635 – 27Vg64 – 5554 – 4544 – 3635 – 2726 – 18D 90 – 8281 – 7473 – 6665 – 5857 – 5049 – 4342 – 34Lö100 – 9291 – 8382 – 7473 – 6564 – 5655 – 4645 – 36LAl100 – 9089 – 8079 – 7170 – 6261 – 5453 – 4544 – 35LehmV 91 – 8382 – 7473 – 6564 – 5655 – 4746 – 3938 – 30Vg70 – 6160 – 5150 – 4140 – 3029 – 19LTD87 – 7978 – 7069 – 6261 – 5453 – 4645 – 3837 – 28schwererAl91 – 8382 – 7473 – 6564 – 5756 – 4948 – 4039 – 29LehmV87 – 7978 – 7069 – 6160 – 5251 – 4342 – 3433 – 24Vg67 – 5857 – 4847 – 3837 – 2827 – 17D71 – 6463 – 5655 – 4847 – 4039 – 3029 – 18TAl74 – 6665 – 5857 – 5049 – 4140 – 3130 – 18TonV71 – 6362 – 5453 – 4544 – 3635 – 2625 – 14Vg59 – 5150 – 4241 – 3332 – 2423 – 14MoMoor54 – 4645 – 3736 – 2928 – 2221 – 1615 – 10 BodenartFür die Bestimmung der Bodenart ist die Korngrößenzusammensetzung des Profils von der Ackerkrume bis zu einer Tiefe maßgebend, die für das Pflanzenwachstum von Bedeutung ist. Die Einordnung der Böden nach der Bodenart erfolgt bei der Bodenschätzung nach dem Anteil der abschlämmbaren Teilchen (< 0,01 mm), wobei in der Regel bei wechselnden Bodenarten im Gesamtprofil eine mittlere Bodenart angegeben wird. Es werden acht mineralische Bodenarten und eine Moorgruppe unterschieden:Sand (S), anlehmiger Sand (Sl), lehmiger Sand (lS), stark lehmiger Sand (SL), sandiger Lehm (sL), Lehm (L), schwerer Lehm (LT), Ton (T) und Moor (Mo).ZustandsstufeBei der Definition der Zustandsstufe ist von der Vorstellung ausgegangen worden, dass sich der Boden entwickelt und verschiedene Stadien durchläuft. Von einem Zustand niedrigster Ertragsfähigkeit wird über eine zunehmende Bodenbildung und eine daraus resultierende zunehmende Durchwurzelungstiefe schließlich eine Stufe höchster Ertragsfähigkeit erreicht.Dieser optimale Entwicklungsgrad des Bodens erfährt jedoch durch Entkalkung, Bleichung, Versauerung und Verdichtung sowie abnehmende Durchwurzelungstiefe eine Alterung oder Degradierung. Bei der Einordnung in die Zustandsstufe sind die Mächtigkeit und Beschaffenheit der Ackerkrume sowie die Gründigkeit, das heißt die Durchwurzelbarkeit des Bodens, entscheidend.Es werden sieben Zustandsstufen unterschieden, wobei die Stufe 1 den günstigsten Zustand, Stufe 7 den ungünstigsten Zustand, also die geringste Entwicklung oder stärkste Verarmung kennzeichnet. Der Bewertung der Moorböden liegen nur fünf Stufen zugrunde, wichtig für die Einstufung sind hier in erster Linie der Grad der Zersetzung der organischen Substanz, der Umfang der mineralischen Beimischung sowie der Grundwasserstand.EntstehungDie Entstehungsart als weiteres Kriterium bei der Einstufung der Ackerböden durch die Bodenschätzung ist eine stark vereinfachte geologische Differenzierung des Ausgangsgesteins. Je nach Alter und Lagerung des Ausgangsgesteins werden folgende Entstehungsarten unterschieden: AlAlluvium (nacheiszeitliche Lockersedimente aus Abschwemmmassen und Ablagerungen von Fließgewässern),LöLöß (Lockersediment aus Windablagerung),DDiluvium (Lockersediment und -gestein eiszeitlichen und tertiären Ausgangsmaterials),VVerwitterung (Bodenentwicklung aus anstehendem Festgestein),Vgstark steinige Verwitterungs- und Gesteinsböden,gZusatz bei hohem Grobbodenanteil von D- und Al-Böden (führt zur Wertminderung).Treten in einem Bodenprofil zwei Entstehungsarten auf (Mischentstehung), so werden bei entsprechend starker Ausprägung beide Symbole angegeben, zum Beispiel LöD oder DV.BodenzahlJe nach Bodenart, Zustandsstufe und Entstehungsart erhalten die Böden im Ackerschätzungsrahmen bestimmte Wertzahlen (Bodenzahlen) mit mehr oder weniger großen Spannen. Diese Bodenzahlen sind Verhältniszahlen; sie bringen die Reinertragsunterschiede zum Ausdruck, die unter sonst gleichen Verhältnissen bei gemeinüblicher und ordnungsgemäßer Bewirtschaftung allein durch die Bodenbeschaffenheit bedingt sind. Der beste Boden erhält die Bodenzahl 100. Als Bezugsgrößen bei der Aufstellung des Schätzungsrahmens wurden die folgenden Klima- und Geländeverhältnisse sowie betriebswirtschaftlichen Bedingungen festgelegt:8 °C mittlere Jahrestemperatur, 600 mm Jahresniederschlag, ebene bis schwach geneigte Lage, annähernd optimaler Grundwasserstand und die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse mittelbäuerlicher Betriebe Mitteldeutschlands.AckerzahlDurch Zu- oder Abschläge bei günstigeren oder weniger günstigen natürlichen Ertragsbedingungen, wie Klima, Geländegestaltung und anderem, ergibt sich die Ackerzahl. Die Ackerzahl ist somit Maßstab für die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens am jeweiligen Standort. Die Höhe der Zu- und Abschläge ist auch abhängig von der Bodenart. So wirken sich starke Niederschläge auf schwere Böden negativ, auf leichtere Böden eher positiv aus. Das gesamte Schätzungsergebnis eines Ackerbodens lautet zum Beispiel L 4 Al 65/70, das heißt, es handelt sich um einen Lehmboden, Zustandsstufe 4, Entstehungsart Alluvium, Bodenzahl 65, Ackerzahl 70.
Anlage 2Grünlandschätzungsrahmen(Fundstelle: BGBl. I 2007, 3182 - 3183) Für die Bewertung des Grünlandes ist ein besonderer Grünlandschätzungsrahmen maßgebend, der hinsichtlich der für die Wertfindung notwendigen Faktoren vom Ackerschätzungsrahmen abweicht.Für die Ertragsleistung des Grünlandes sind Temperatur und Wasserverhältnisse entscheidender als das Ausgangsmaterial. Die Bodenart und die Zustandsstufe – im Grünlandschätzungsrahmen als Bodenstufe bezeichnet – werden daher weniger differenziert als im Ackerschätzungsrahmen. Die Temperatur- und Wasserverhältnisse sind unmittelbar in den Grünlandschätzungsrahmen einbezogen.Boden-WasserverhältnisseArtStufeKlima12345Ia60 – 5150 – 4342 – 3534 – 2827 – 20(45 – 40)b52 – 4443 – 3635 – 2928 – 2322 – 16c45 – 3837 – 3029 – 2423 – 1918 – 13SIIa50 – 4342 – 3635 – 2928 – 2322 – 16Sand(30 – 25)b43 – 3736 – 3029 – 2423 – 1918 – 13c37 – 3231 – 2625 – 2120 – 1615 – 10IIIa41 – 3433 – 2827 – 2322 – 1817 – 12(20 – 15)b36 – 3029 – 2423 – 1918 – 1514 – 10c31 – 2625 – 2120 – 1615 – 1211 – 7Ia73 – 6463 – 5453 – 4544 – 3736 – 28(60 – 55)b65 – 5655 – 4746 – 3938 – 3130 – 23c57 – 4948 – 4140 – 3433 – 2726 – 19lSIIa62 – 5453 – 4544 – 3736 – 3029 – 22lehmiger(45 – 40)b55 – 4746 – 3938 – 3231 – 2625 – 19Sandc48 – 4140 – 3433 – 2827 – 2322 – 16IIIa52 – 4544 – 3736 – 3029 – 2423 – 17(30 – 25)b46 – 3938 – 3231 – 2625 – 2120 – 14c40 – 3433 – 2827 – 2322 – 1817 – 11Ia88 – 7776 – 6665 – 5554 – 4443 – 33(75 – 70)b80 – 7069 – 5958 – 4948 – 4039 – 30c70 – 6160 – 5251 – 4342 – 3534 – 26LIIa75 – 6564 – 5554 – 4645 – 3837 – 28Lehm(60 – 55)b68 – 5958 – 5049 – 4140 – 3332 – 24c60 – 5251 – 4443 – 3635 – 2928 – 20IIIa64 – 5554 – 4645 – 3837 – 3029 – 22(45 – 40)b58 – 5049 – 4241 – 3433 – 2726 – 18c51 – 4443 – 3736 – 3029 – 2322 – 14Ia88 – 7776 – 6665 – 5554 – 4443 – 33(70 – 65)b80 – 7069 – 5958 – 4847 – 3938 – 28c70 – 6160 – 5251 – 4342 – 3433 – 23TIIa74 – 6463 – 5453 – 4544 – 3635 – 26Ton(55 – 50)b66 – 5756 – 4847 – 3938 – 3029 – 21c57 – 4948 – 4140 – 3332 – 2524 – 17IIIa61 – 5251 – 4342 – 3534 – 2827 – 20(40 – 35)b54 – 4645 – 3837 – 3130 – 2423 – 16c46 – 3938 – 3231 – 2524 – 1918 – 12Ia60 – 5150 – 4241 – 3433 – 2726 – 19(45 – 40)b57 – 4948 – 4039 – 3231 – 2524 – 17c54 – 4645 – 3837 – 3029 – 2322 – 15MoIIa53 – 4544 – 3736 – 3029 – 2322 – 16Moor(30 – 25)b50 – 4342 – 3534 – 2827 – 2120 – 14c47 – 4039 – 3332 – 2625 – 1918 – 12IIIa45 – 3837 – 3130 – 2524 – 1918 – 13(20 – 15)b41 – 3534 – 2827 – 2221 – 1615 – 10c37 – 3130 – 2524 – 1918 – 1312 – 7 BodenartAls Bodenarten sind im Grünlandschätzungsrahmen vorgesehen: Sand (S), lehmiger Sand (lS), Lehm (L) und Ton (T); hinzu kommt Moor (Mo). Die genannten Bodenarten stellen eine Zusammenfassung jeweils benachbarter Bodenarten des Ackerschätzungsrahmens dar.BodenstufeDie Bodenstufen des Grünlandes werden mit I, II und III bezeichnet. Die Stufe I steht für den günstigsten Bodenzustand (günstige Basenverhältnisse, durchlässig), die Stufe III für den ungünstigsten Zustand (sauer, dicht). Verglichen mit den Zustandsstufen des Ackerlandes entspricht etwa die Stufe I den Zustandsstufen 2 und 3, die Stufe II den Zustandsstufen 4 und 5 und die Stufe III den Zustandsstufen 6 und 7.KlimaStellvertretend für die klimatischen Verhältnisse wird beim Grünland nur die durchschnittliche Jahrestemperatur berücksichtigt. Für die Temperatur sind im Grünlandschätzungsrahmen drei Gruppen vorgesehen: a> 7,9 °C,b7,9 – 7,0 °C,c6,9 – 5,7 °C.Bei besonders ungünstigen klimatischen Verhältnissen in Gebirgslagen mit einer Jahresdurchschnittstemperatur unter 5,7 °C kann eine weitere Klimastufe d gebildet werden, die eine entsprechend geringere Bewertung zulässt.WasserverhältnisseBei der Schätzung des Grünlandes wird der Faktor Wasser nach seiner Wirkung auf den Grünlandbestand in die Wasserverhältnisse der Stufenskala 1 bis 5 festgelegt. Die Stufe 1 kennzeichnet besonders günstige, die Stufe 5 besonders ungünstige Wasserverhältnisse für den Aufwuchs. Dabei kann die nachteilige Wirkung sowohl in unzureichender Wasserversorgung als auch in einem Überangebot an Wasser bestehen. Für besonders trockene Lagen ist bei den Wasserstufen 4 und 5 über die Angabe der Wasserstufe ein Minuszeichen zu setzen.GrünlandgrundzahlAus den Faktoren Bodenart, Bodenstufe, Klima und Wasserverhältnisse wird anhand des Grünlandschätzungsrahmens die Grünlandgrundzahl ermittelt. Grünlandgrundzahlen stellen ebenfalls Verhältniszahlen dar, die bei durchschnittlicher Bewirtschaftung standortunabhängige Unterschiede im Reinertrag darstellen. Sie sind den Bodenzahlen der Ackerschätzung vergleichbar.GrünlandzahlEinflüsse, die davon abweichend Ertrag und Qualität mindern (Hangneigung, Exposition, Nässe, kürzere Vegetationszeit, Schattenlage) werden durch Abschläge berücksichtigt und ergeben die Grünlandzahl. Ein Beispiel für das gesamte Schätzungsergebnis eines Grünlandbodens ist L II b 2 – 55/53, das heißt, es handelt sich um einen Lehmboden, Bodenstufe II, Klima b, Wasserstufe 2, Grünlandgrundzahl 55, Grünlandzahl 53.