Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasmacher/zur Glasmacherin
Kurz gesagt
Diese Verordnung regelt die Berufsausbildung zum Glasmacher/zur Glasmacherin in Deutschland. Sie legt fest, wie lange die Ausbildung dauert, welche Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden müssen und wie die Prüfungen ablaufen.
Was es regelt
- Die staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufs Glasmacher/Glasmacherin.
- Die Dauer der Ausbildung.
- Die Inhalte der Berufsausbildung, einschließlich Fertigkeiten und Kenntnisse.
- Die Durchführung von Zwischen- und Abschlussprüfungen.
Wen es betrifft
- Auszubildende zum Glasmacher/zur Glasmacherin.
- Ausbildende Betriebe, die Glasmacher/Glasmacherinnen ausbilden.
Eckpunkte
- Die Ausbildung dauert **drei Jahre**.
- Es muss ein **Berichtsheft** als Ausbildungsnachweis geführt werden.
- Eine **Zwischenprüfung** findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und umfasst praktische Arbeitsproben (höchstens 7 Stunden für 8 Arbeitsproben und 3 Prüfungsstücke) und eine schriftliche Prüfung (höchstens 180 Minuten).
- Die **Abschlussprüfung** umfasst ebenfalls praktische Arbeitsproben (höchstens 8 Stunden für 5 Arbeitsproben und 4 Prüfungsstücke) und eine schriftliche Kenntnisprüfung in den Fächern Technologie (120 Minuten), Technische Mathematik (90 Minuten), Technisches Zeichnen (90 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten).
Gesetzestext
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasmacher/zur Glasmacherin Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 25 des Berufsbildungsgesetzes. Die Ausbildungsordnung und der dam
(+++ Textnachweis ab: 1. 8.1986 +++)
Anhang EV +++)
EingangsformelAuf Grund des § 25 des Berufsbildungsgesetzes vom
- August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch § 24 Nr. 1 des Gesetzes vom
- August 1976 (BGBl. I S. 2525) geändert worden ist, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft verordnet:
§ 1Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufs
Der Ausbildungsberuf Glasmacher/Glasmacherin wird staatlich anerkannt.
§ 2Ausbildungsdauer
Die Ausbildung dauert drei Jahre.
§ 3Ausbildungsberufsbild
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse: 1.Berufsbildung, 2.Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs, 3.Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz, 4.Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung, 5.Handhaben und Pflegen von Maschinen für die Handglasformung, von Arbeitsgeräten und von Einrichtungen, 6.Kenntnisse der Glasschmelze und der wichtigsten Eigenschaften des Glases, 7.Anfertigen und Umsetzen von Entwurfsskizzen, 8.Anfangen einer Glasmenge, Anfertigen eines Kölbels, 9.Vorformen des Glaspostens sowie Formen durch Gießen, 10.Glasmenge über Kölbel oder Nabel verarbeiten, 11.Fertigformen vorgeformter Glasposten, 12.Freiformen von Glasposten, 13.Verformen von Glasgegenständen nach Wiedererwärmen, 14.Wiedererwärmen und Formen geblasener Glasgegenstände, 15.Überfangen von Glasposten, 16.Formen und Ansetzen von Glasrohlingen, 17.Qualitätssicherung.
§ 4Ausbildungsrahmenplan
Die Fertigkeiten und Kenntnisse nach § 3 sollen nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine vom Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhalts ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
§ 5Ausbildungsplan
Der Ausbildende hat unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für den Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.
§ 6Berichtsheft
Der Auszubildende hat ein Berichtsheft in Form eines Ausbildungsnachweises zu führen. Ihm ist Gelegenheit zu geben, das Berichtsheft während der Ausbildungszeit zu führen. Der Ausbildende hat das Berichtsheft regelmäßig durchzusehen.
§ 7Zwischenprüfung
§ 8Abschlußprüfung
- im Prüfungsfach Technologie 120 Minuten,
- im Prüfungsfach Technische Mathematik 90 Minuten,
- im Prüfungsfach Technisches Zeichnen 90 Minuten,
- im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten.
§ 9Aufhebung von Vorschriften
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für Lehrberufe, Anlernberufe und vergleichbar geregelten Ausbildungsberufe, insbesondere für den Ausbildungsberuf Hohl- und Kelchglasmacher, die in dieser Rechtsverordnung geregelt sind, sind vorbehaltlich des § 10 nicht mehr anzuwenden.
§ 10Übergangsregelung
Auf Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bestehen, sind die bisherigen Vorschriften weiter anzuwenden, es sei denn, die Vertragsparteien vereinbaren die Anwendung der Vorschriften dieser Verordnung.
§ 11Berlin-Klausel
Diese Verordnung gilt nach § 14 des Dritten Überleitungsgesetzes in Verbindung mit § 112 des Berufsbildungsgesetzes auch im Land Berlin.
§ 12Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. August 1986 in Kraft.
SchlußformelDer Bundesminister für Wirtschaft
Anlage(zu § 4) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Glasmacher/zur Glasmacherin(Fundstelle: BGBl. I 1985, 1527 - 1531)Lfd. Nr.Teil des Ausbildungsberufsbildszu vermittelnde Fertigkeiten und Kenntnissezeitliche Richtwerte in Wochen im Ausbildungsjahr12312341Berufsbildung (§ 3 Nr. 1)a)Bedeutung des Ausbildungsvertrags, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklärenwährend der gesamten Ausbildung zu vermittelnb)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennenc)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen2Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs (§ 3 Nr. 2)a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebs erläuternb)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebs wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erklärenc)Beziehungen des ausbildenden Betriebs und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennend)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebs beschreiben3Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz (§ 3 Nr. 3)a)wesentliche Teile des Arbeitsvertrags nennenb)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennenc)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläuternd)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen4Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung (§ 3 Nr. 4)a)berufsbezogene Arbeitsschutzvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwendenb)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben und Maßnahmen der Ersten Hilfe einleitenc)wesentliche Vorschriften der Feuerverhütung nennen und Brandschutzeinrichtungen sowie Brandbekämpfungsgeräte bedienend)Gefahren, die von Giften, Dämpfen, Gasen, Säuren sowie leicht entzündbaren Stoffen ausgehen, beachtene)für den ausbildenden Betrieb geltende wesentliche Vorschriften über den Immissions- und Gewässerschutz sowie über die Reinhaltung der Luft nennenf)die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich erläutern5Handhaben und Pflegen von Maschinen für die Handglasformung, von Arbeitsgeräten und von Einrichtungen (§ 3 Nr. 5)a)Funktion und Einsatz von Arbeitsgeräten, Maschinen und Einrichtungen der Hohlglasproduktion, insbesondere Schmelz- und Nebenöfen, Kühlöfen, einfache Maschinen der Glasformung, Glasmacherpfeifen und Formen, erläuternb)Arbeitsgeräte und Maschinen für die Handglasformung, insbesondere Kölbelmaschinen, Umdrehhilfen und Stielpressen, handhabenc)Arbeitsgeräte, Maschinen und Einrichtungen pflegen6Kenntnisse der Glasschmelze und der wichtigsten Eigenschaften des Glases(§ 3 Nr. 6)a)Eigenschaften unterschiedlicher Glassorten, insbesondere von Kristall-, Farb- und Antikglas, bei Herstellung, Verarbeitung und Gebrauch gegenüberstellen2 b)Zusammensetzung des Glasgemenges einschließlich Recyclingglas für die unterschiedlichen Glasarten begründenc)Vorbereitung des Hafens für die Schmelze durch Tempern und Glasieren beschreiben4 d)Schmelzführung, Läuterung und manuelle Heißverarbeitung des Glases beschreibene)Zweck und Vorgang des thermischen Entspannens durch Kühlen beschreiben7Anfertigen und Umsetzen von Entwurfsskizzen (§ 3 Nr. 7)a)Glasprodukte skizzieren6 b)Entwürfe in Werkzeichnungen, insbesondere in Schnittzeichnungen, umsetzenc)Grundbegriffe der Normung nennen und technische Zeichnungen lesen8Anfangen einer Glasmenge, Anfertigen eines Kölbels (§ 3 Nr. 8)a)Oberfläche der Glasschmelze abfehmen6 b)Glasmacherpfeife und sonstige Werkzeuge vorbereitenc)Glasmenge, insbesondere für Stiel- und Bodenglas sowie Kölbel, anfangen6 d)Glasportionen durch Wälzen vorformen6 e)Kölbel gleichmäßig aufblasen und vorstreichen6 9Vorformen des Glaspostens sowie Formen durch Gießen (§ 3 Nr. 9)a)unterschiedliche Möglichkeiten des Vorformens durch Gebrauch von Löffel, Wulgerholz oder Wälzplatte gegenüberstellen6 b)Glasposten vorstreichen 4 c)Glasposten mit Hilfe des Löffels bearbeiten 8 d)Glasmasse durch Gießen formen 4 10Glasmenge über Kölbel oder Nabel verarbeiten (§ 3 Nr. 10)a)erforderliche Glasmenge über Kölbel, Nabel oder Kugel anfangen 5 b)Glasposten wulgern, wälzen, formen, auf- und einblasen 17 c)Regeln für die Zusammensetzung mehrerer Glassorten nennen 5 d)Glasposten an einen vorgeblasenen Glasrohling ansetzen 4 11Fertigformen vorgeformter Glasposten (§ 3 Nr. 11)a)gestellten, vorgeformten Glasposten in die Fertigform einführen und in der geforderten Wandstärke unter Drehen ein- oder festblasen 8b)Beschaffenheit und verschiedene Arten von Optikformen beschreiben 6c)Glasposten in die Optikform eindrücken oder einblasend)Eintraggeräte beschreiben4 e)Entspannungsprozeß und Kühlanlagen erläuternf)fertigen Glasartikel abschlagen und zur Kühlung überführen12Freiformen von Glasposten (§ 3 Nr. 12)a)Gestaltungsmöglichkeiten durch Freiformen von Glasposten an Beispielen beschreiben4 b)Glasposten ausschwenken, ausziehen, ausschneiden und schleudern 4c)Heißveredelungen durch Spinnen, Reißen und Nuppen auflegen, anwenden 413Verformen von Glasposten nach Wiedererwärmen (§ 3 Nr. 13)a)Beispiele für die Verformung wiedererwärmter Glasposten nennen 2b)Glasposten wiedererwärmenc)Glasposten durch Ausschwenken, Ausziehen, Ausschneiden, Auftreiben oder Andrücken verformen 4d)fertiggeformte Glasgegenstände von der Pfeife oder dem Hefteisen abschlagen14Wiedererwärmen und Formen geblasener Glasgegenstände (§ 3 Nr. 14)a)geblasenen Glasgegenstand an ein Nabeleisen anheften oder in die Zange nehmen 4b)Glasgegenstand im Schmelzofen oder in der Auftreibtrommel wiedererwärmenc)wiedererwärmten Glasgegenstand ausschneiden und auftreiben15Überfangen von Glasposten (§ 3 Nr. 15)a)Glasposten mit Farbglas aus dem Hafen überfangen 2b)Glasposten durch Farbzapfen überfangen 2c)Glasposten durch Überfangmäntel oder Trichter überfangen 216Formen und Ansetzen von Glasrohlingen (§ 3 Nr. 16)a)Glasmasse für Stiel- und Bodenglas aufsetzen und abschneiden 10b)Stielglas mit verschiedenen Scheren zum Stiel formen und ziehen oder pressenc)Bodenglas mit der Schere zur Bodenplatte ausformen oder pressen17Qualitätssicherung (§ 3 Nr. 17)a)Qualitätsmerkmale sowie typische Material- und Verarbeitungsfehler einschließlich deren Ursachen nennen2 b)Produkte nach Qualitätsmerkmalen prüfen und sortieren 5 c)Ursachen von Glas- und Arbeitsfehlern beseitigen oder deren Beseitigung veranlassend)Zusammenhänge zwischen Fehlermöglichkeiten bei der Glasherstellung, Weiterverarbeitung und Veredelung aufzeigen 4
Anhang EVAuszug aus EinigVtr Anlage I Kapitel XVI Sachgebiet C Abschnitt III (BGBl. II 1990, 889, 1135) Bundesrecht tritt in dem in Artikel 3 des Vertrages genannten Gebiet mit folgenden Maßgaben in Kraft: 1.Berufsbildungsgesetz vom
- August 1969 (BGBl. I S. 1112), zuletzt geändert durch § 19 des Gesetzes vom
- Dezember 1981 (BGBl. I S. 1692), und auf Grund § 21 Abs. 1 und 2, §§ 25, 29 Abs. 1, § 43 Abs. 1 und 2, § 46 Abs. 2, § 47 Abs. 3, § 76 Abs. 2, § 77 Abs. 5, § 80 Abs. 2, § 81 Abs. 4, § 82 Abs. 2, §§ 93, 95 Abs. 4, § 96 Abs. 2 erlassene Rechtsverordnungenmit folgenden Maßgaben:a)Rechtsverordnungen nach § 21 Abs. 1 des Gesetzes bedürfen der gesonderten Inkraftsetzung durch den Bundesminister für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf. Rechtsverordnungen nach § 29 Abs. 1 und § 43 des Gesetzes bedürfen der gesonderten Inkraftsetzung durch den Bundesminister für Wirtschaft oder den sonst zuständigen Fachminister im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf. b)Die zuständige Stelle kann bis zum
- Dezember 1995 Ausnahmen von den Ausbildungsverordnungen nach § 25 des Gesetzes zulassen, wenn die durch technische Regeln gesetzten Anforderungen noch nicht erfüllt werden können. Die Ausnahmen sind zu befristen. Der Bundesminister für Wirtschaft oder der sonst zuständige Fachminister kann im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, die Befugnis nach Satz 1 einschränken oder aufheben. c)Die Regelungen in Ausbildungsverordnungen nach § 25 des Gesetzes über die Ausbildung in überbetrieblichen Ausbildungsstätten (§ 27 des Gesetzes) werden nicht angewendet, wenn die zuständige Stelle feststellt, daß eine solche Ausbildung nicht möglich ist. d)Bei Inkrafttreten des Gesetzes über die Inkraftsetzung des Berufsbildungsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland in der Deutschen Demokratischen Republik - IGBBiG - vom
- Juli 1990 (GBl. I Nr. 50 S. 907) bestehende Ausbildungsverhältnisse werden nach den neuen Vorschriften zu Ende geführt, es sei denn, daß eine Ausbildung nach den neuen Vorschriften nicht möglich ist oder der Lehrling eine Fortsetzung nach den bisherigen Vorschriften ausdrücklich wünscht. Sofern die Beendigung des Lehrverhältnisses nach den neuen Ausbildungsverordnungen im bisherigen Betrieb nicht möglich ist, sind das zuständige Arbeitsamt und die zuständige Stelle verpflichtet, den Lehrling zu unterstützen, einen neuen Ausbildungsbetrieb zu finden, der die Ausbildung nach den neuen Ausbildungsverordnungen fortsetzt. e)Die Ausbildungszeit soll nach § 29 Abs. 3 des Gesetzes verlängert werden, soweit eine Berufsausbildung mit Abitur durchgeführt wird. f)Die Anwendung der §§ 76, 77, 80 bis 82, 86, 88, 90, 92 bis 96 des Gesetzes und der auf Grund dieser Bestimmungen erlassenen Verordnungen bestimmt der Bundesminister für Wirtschaft oder der sonst zuständige Fachminister im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf. g)Die Betriebe sind verpflichtet, die praktische Berufsausbildung zweckentsprechend aufrecht zu erhalten, soweit dies zur Erfüllung von Lehrverträgen erforderlich ist, die vor Inkrafttreten des Gesetzes über die Inkraftsetzung des Berufsbildungsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland in der Deutschen Demokratischen Republik - JGBBiG - vom
- Juli 1990 (GBl. I Nr. 50 S. 907) abgeschlossen worden sind. Für Betriebsakademien und andere der beruflichen Bildung dienende Einrichtungen ist dies mindestens bis zum
- Dezember 1990 zu gewährleisten. Auf Antrag der Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammern ist durch die Betriebe zu prüfen, inwieweit vorhandene Kapazitäten der praktischen Berufsausbildung (insbesondere Lehrwerkstätten) als überbetriebliche Ausbildungsstätten genutzt werden oder als Treuhandvermögen an die vorgenannten Kammern zur Nutzung übertragen werden können. h)Solange die in §§ 79, 87, 89 und 91 des Gesetzes genannten zuständigen Stellen nicht bestehen, bestimmt das Land die zuständige Stelle. i)Lehrlinge, die gemäß der Systematik der Facharbeiterberufe ausgebildet werden, werden nach den bisherigen Rechtsvorschriften geprüft, soweit nicht der Bundesminister für Wirtschaft oder der sonst zuständige Fachminister im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, Übergangsvorschriften für Verfahren und Zuständigkeiten erläßt. k)Die am Tage des Wirksamwerdens des Beitritts laufenden Prüfungsverfahren in der beruflichen Fortbildung und beruflichen Umschulung werden nach den bisherigen Vorschriften zu Ende geführt.