Gesetz zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in Europa
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Zuständigkeiten deutscher Sozialversicherungsträger und Behörden bei der Anwendung und Durchführung europäischer Verordnungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit. Es stellt sicher, dass die Regeln für soziale Sicherheit in grenzüberschreitenden Fällen innerhalb Europas koordiniert werden.
Für wen: Deutsche Sozialversicherungsträger und andere für die soziale Sicherheit zuständige Träger und Behörden; Personen, die in grenzüberschreitenden Sachverhalten von den europäischen Verordnungen zur sozialen Sicherheit betroffen sind, insbesondere bei Entsendung oder selbstständiger Tätigkeit in anderen Mitgliedstaaten.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Rechtsgebiet
- Steuerrecht
- Quelle
- gesetze-im-internet.de
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Zuständigkeit deutscher Sozialversicherungsträger und anderer Behörden für die soziale Sicherheit.
- Die Anwendung und Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit.
- Die Anwendung und Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004.
- Die Aufgaben von Verbindungsstellen und Zugangsstellen für den Datenaustausch und die Verwaltungshilfe in grenzüberschreitenden Fällen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Deutsche Sozialversicherungsträger und andere für die soziale Sicherheit zuständige Träger und Behörden.
- Personen, die in grenzüberschreitenden Sachverhalten von den europäischen Verordnungen zur sozialen Sicherheit betroffen sind, insbesondere bei Entsendung oder selbstständiger Tätigkeit in anderen Mitgliedstaaten.
Was sind die Eckpunkte?
- Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist die zuständige Behörde nach Artikel 1 Buchstabe m der Verordnung (EG) Nr. 883/2004.
- Die Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen ist die Verbindungsstelle für berufsständische Versorgungseinrichtungen und prüft die Anwendbarkeit deutscher Rechtsvorschriften für entsandte oder selbstständig tätige Personen, die nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind.
- Die Bundesagentur für Arbeit, Familienkasse Direktion, ist die Verbindungsstelle für Familienleistungen wie Kindergeld und Elterngeld in grenzüberschreitenden Fällen.
- Verschiedene Stellen, darunter der Spitzenverband Bund der Krankenkassen und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V., sind Zugangsstellen für den elektronischen Datenaustausch in spezifischen Bereichen der sozialen Sicherheit.
Steuerrecht
Gesetzestext
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SozSichEUG2011-06-22BGBl I2011, 1202Gesetz zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in EuropaStandZuletzt geändert durch Art. 5 G v. 15.2.2021 I 239 (+++ Textnachweis ab: 29.6.2011 +++) (+++ Amtliche Hinweise des Normgebers auf EG-Recht: Durchführung der EGV 883/2004 (CELEX Nr: 32004R0883) EGV 987/2009 (CELEX Nr: 32009R0987) vgl. § 1 +++)Das G wurde als Artikel 1 des G v. 22.6.2011 I 1202 vom Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen. Es ist gem. Art. 13 Abs. 1 dieses G am 29.6.2011 in Kraft getreten.
SozSichEUG§ 1AnwendungsbereichDieses Gesetz regelt die Zuständigkeit der deutschen Sozialversicherungsträger und anderer für die soziale Sicherheit zuständiger Träger und Behörden bei der Anwendung und Durchführung folgender Verordnungen in ihrer jeweils geltenden Fassung: 1.der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (ABl. L 166 vom 30.4.2004, S. 1, L 200 vom 7.6.2004, S. 1), die zuletzt durch die Verordnung (EG) Nr. 988/2009 (ABl. L 284 vom 30.10.2009, S. 43) geändert worden ist, und2.der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (ABl. L 284 vom 30.10.2009, S. 1).
SozSichEUG§ 2Zuständige BehördeDas Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist zuständige Behörde nach Artikel 1 Buchstabe m der Verordnung (EG) Nr. 883/2004.
SozSichEUG§ 3Verbindungsstelle für die berufsständischen Versorgungseinrichtungen(1) Die Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen nimmt die Funktion einer Verbindungsstelle nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 für den Bereich der berufsständischen Versorgungseinrichtungen wahr. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere 1.die Koordinierung der Verwaltungshilfe und des Datenaustauschs für den Bereich der berufsständischen Versorgungseinrichtungen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten,2.Aufklärung, Beratung und Information.
SozSichEUG§ 4Verbindungsstelle für FamilienleistungenDie Bundesagentur für Arbeit, Familienkasse Direktion, nimmt die Funktion der Verbindungsstelle nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 für die Familienleistungen nach Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe j der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (Kindergeld nach dem Abschnitt X des Einkommensteuergesetzes, Kindergeld und Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz, Elterngeld nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz sowie Landeserziehungsgeld nach den Rechtsvorschriften der Länder betreffend Erziehungsgeld) wahr. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere 1.die Koordinierung der Verwaltungshilfe und des Datenaustauschs für den Bereich der Familienleistungen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten,2.Aufklärung, Beratung und Information.
SozSichEUG§ 5Koordinierungsstelle für die Systeme der BeamtenversorgungDie Generalzolldirektion nimmt im Zusammenwirken mit der Deutschen Rentenversicherung Bund (§ 127a Absatz 2 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch) die Funktion einer Koordinierungsstelle für die deutschen Systeme der Beamtenversorgung wahr. Zu den Aufgaben der Generalzolldirektion in diesem Bereich gehören insbesondere die Koordinierung der Verwaltungshilfe und der Datenaustausch mit anderen Mitgliedstaaten bei grenzüberschreitenden Sachverhalten. Sie darf personenbezogene Daten erheben, verarbeiten und nutzen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach den Sätzen 1 und 2 erforderlich ist. Diese Daten gelten als Sozialdaten, auf welche die Bestimmungen zum Sozialgeheimnis nach § 35 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch und zum Schutz der Sozialdaten nach dem Zweiten Kapitel des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch Anwendung finden.
SozSichEUG§ 6Zugangsstellen(1) Zugangsstellen für den elektronischen Datenaustausch nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 sind 1.der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland, a)für den Bereich der Leistungen bei Krankheit sowie der Leistungen bei Mutterschaft und gleichgestellter Leistungen bei Vaterschaft (Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a und b der Verordnung (EG) Nr. 883/2004),b)für den Bereich des anwendbaren Rechts in den Fällen aa)des Artikels 15 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009,bb)des Artikels 16 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009, wenn der Wohnort der betreffenden Person in Deutschland liegt,cc)des Artikels 17 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009,dd)des Artikels 18 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009;2.die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.
V., Deutsche Verbindungsstelle Unfallversicherung – Ausland, für den Bereich der Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie des Sterbegeldes (Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe f und g der Verordnung (EG) Nr. 883/2004);3.die Datenstelle der Rentenversicherung a)für den Bereich der Leistungen bei Invalidität, bei Alter und an Hinterbliebene sowie der Vorruhestandsleistungen (Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c bis e und i der Verordnung (EG) Nr. 883/2004),b)für den Bereich des anwendbaren Rechts in den Fällen aa)des Artikels 15 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009,bb)des Artikels 16 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009, wenn der Wohnort der betreffenden Person außerhalb Deutschlands liegt;4.die Bundesagentur für Arbeit für den Bereich der Leistungen bei Arbeitslosigkeit (Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung (EG) Nr. 883/2004);5.die Bundesagentur für Arbeit, Familienkasse Direktion, für den Bereich der Familienleistungen (Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe j der Verordnung (EG) Nr. 883/2004).
SozSichEUG§ 7Verordnungsermächtigungen(1) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates folgende Vereinbarungen mit anderen Mitgliedstaaten in Kraft zu setzen: 1.Vereinbarungen nach Artikel 84 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Einzelheiten der Durchführung des Beitragseinzugsverfahrens und des Zwangsbeitreibungsverfahrens und2.Vereinbarungen nach Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 zur Festlegung von abweichenden Verfahren über die verwaltungsmäßige Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004, soweit sie Familienleistungen der Länder betreffen.