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Verordnung über das Arbeiten mit Tierseuchenerregern

Kurz gesagt

Diese Verordnung regelt das Arbeiten mit Erregern von Tierseuchen und anderen übertragbaren Krankheiten bei Haustieren oder Süßwasserfischen, um deren Ausbreitung zu verhindern. Sie legt fest, wann eine Erlaubnis für solche Tätigkeiten erforderlich ist und welche Ausnahmen es gibt.

Was es regelt

  • Das Arbeiten, Erwerben und Abgeben von Tierseuchenerregern.
  • Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Erlaubnis für diese Tätigkeiten.
  • Fälle, in denen keine Erlaubnis erforderlich ist, aber Anzeigepflichten bestehen können.
  • Die Führung von Aufzeichnungen über den Umgang mit Tierseuchenerregern.

Wen es betrifft

  • Personen und Einrichtungen, die mit Tierseuchenerregern arbeiten, diese erwerben oder abgeben wollen.
  • Tierärzte, Ärzte, Tierkliniken, Krankenhäuser und bestimmte staatliche oder kommunale Untersuchungsämter und Forschungsinstitute.

Eckpunkte

  • Wer mit Tierseuchenerregern arbeiten, Versuche durchführen, Untersuchungen vornehmen oder diese Erreger erwerben oder abgeben will, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis der zuständigen Behörde (§ 2 Abs. 1).
  • Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn der Antragsteller nicht die erforderliche Sachkenntnis hat, unzuverlässig ist, geeignete Räume oder Einrichtungen fehlen oder Belange der Tierseuchenbekämpfung entgegenstehen (§ 4 Abs. 1).
  • Bestimmte Tätigkeiten, wie Sterilitätsprüfungen oder die bakteriologische Fleischuntersuchung, sind erlaubnisfrei (§ 3 Abs. 1).
  • Tierärzte und Ärzte benötigen für diagnostische oder therapeutische Maßnahmen im Rahmen ihrer Praxis keine Erlaubnis für bestimmte Tierseuchenerreger (§ 3 Abs. 2 Nr. 1).
  • Über alle Tätigkeiten mit Tierseuchenerregern müssen Bücher geführt werden, die Art, Datum, beteiligte Personen/Einrichtungen und Anschriften festhalten und fünf Jahre aufzubewahren sind (§ 9).
Gesetzestext
Gesetzestext
Obsah (11)§ 1§ 2§ 3§ 4§ 5§ 6§ 7§ 8§ 9§ 10§ 11

Verordnung über das Arbeiten mit TierseuchenerregernStand

(+++ Textnachweis ab: 4.12.1985 +++)

EingangsformelAuf Grund des § 79 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 17 Abs. 1 Nr. 16 des Tierseuchengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom

  1. März 1980 (BGBl. I S. 386) verordnet der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und auf Grund des § 29 des Bundes-Seuchengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom
  2. Dezember 1979 (BGBl. I S. 2262) verordnet der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit im Einvernehmen mit den Bundesministern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und für Arbeit und Sozialordnung mit Zustimmung des Bundesrates:

§ 1Begriffsbestimmung

Diese Verordnung gilt für vermehrungsfähige Erreger oder vermehrungsfähige Teile von Erregern 1.anzeigepflichtiger Tierseuchen und2.anderer auf Haustiere oder Süßwasserfische übertragbarer Krankheiten(Tierseuchenerreger).

§ 2Erlaubnis

(1)Wer 1.mit Tierseuchenerregern arbeiten, insbesonderea)Versuche, b)mikrobiologische oder serologische Untersuchungen zur Feststellung übertragbarer Tierkrankheiten oder c)Fortzüchtung vornehmen will oder 2.Tierseuchenerreger erwerben oder abgeben will, bedarf einer Erlaubnis der zuständigen Behörde.
(2)Eine nach den bisherigen Vorschriften erteilte Erlaubnis für eine Tätigkeit nach Absatz 1 gilt als Erlaubnis im Sinne dieser Verordnung.

§ 3Erlaubnisfreies Arbeiten, Erwerben oder Abgeben

(1)Der Erlaubnis bedarf nicht, wer 1.Sterilitätsprüfungen und Bestimmungen der Koloniezahla)im Zusammenhang mit der Herstellung und bei der Prüfung von Arzneimitteln,b)bei der Herstellung und der Prüfung von Lebensmitteln einschließlich Trinkwasser, Tabakerzeugnissen, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen sowiec)bei der Untersuchung von Wasser, das zum Schwimmen oder Baden genutzt wird, oder2.nach einer mindestens dreimonatigen hierfür vorgeschriebenen Ausbildung die bakteriologische Fleischuntersuchung in tierärztlich geleiteten amtlichen Untersuchungsstellenvornimmt.
(2)Der Erlaubnis zum Arbeiten mit den in § 1 Nr. 2 bezeichneten Tierseuchenerregern oder zum Erwerben oder Abgeben dieser Tierseuchenerreger bedürfen nicht 1.Tierärzte und Ärzte für diagnostische Untersuchungen oder therapeutische Maßnahmen im Rahmen ihrer Praxis,2.Tierkliniken und Krankenhäuser für diagnostische Untersuchungen oder therapeutische Maßnahmen in ihrem Arbeitsbereich unter tierärztlicher oder ärztlicher Leitung,3.tierärztlich oder ärztlich geleitete staatliche oder kommunale Veterinärämter, Veterinäruntersuchungsämter, Medizinaluntersuchungsämter, Hygiene-Institute, Gesundheitsämter und Tiergesundheitsämter sowie öffentliche Forschungsinstitute oder Laboratorien, deren Aufgabe das Arbeiten mit Tierseuchenerregern erfordert.
(3)Der Erlaubnis bedarf nicht, wer unter Aufsicht des Inhabers einer Erlaubnis oder desjenigen tätig ist, der nach Absatz 1 oder 2 keiner Erlaubnis bedarf.
(4)Der Erlaubnis bedarf nicht, wer Tierseuchenerreger oder Material, das Tierseuchenerreger enthält, zur Untersuchung an eine Person oder Einrichtung abgibt, die eine Erlaubnis nach § 2 hat oder nach Absatz 1 oder 2 einer solchen Erlaubnis nicht bedarf.
(5)Der Erlaubnis bedarf nicht, wer eine Zulassung nach § 33a Absatz 2 der MKS-Verordnung besitzt.

§ 4Versagen der Erlaubnis

(1)Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn 1.der Antragstellera)die erforderliche Sachkenntnis nicht hat, b)sich als unzuverlässig in bezug auf die Tätigkeiten erwiesen hat, für deren Ausübung die Erlaubnis begehrt wird, 2.geeignete Räume oder Einrichtungen nicht vorhanden sind oder 3.Belange der Tierseuchenbekämpfung entgegenstehen.
(2)Die erforderliche Sachkenntnis wird nachgewiesen durch 1.die Approbation als Tierarzt, Arzt oder Apotheker oder den Abschluß eines Hochschulstudiums der Biologie, der Lebensmittelchemie und 2.eine mindestens dreijährige Tätigkeit auf allen in § 2 Abs. 1 Nr. 1 genannten Gebieten oder auf dem Gebiet, für das eine Erlaubnis beantragt worden ist.
(3)Wenn der Antragsteller nicht selbst die Leitung der Tätigkeiten übernimmt, so darf bei ihm der Versagungsgrund nach Absatz 1 Nr. 1 Buchstabe b und dürfen bei der von ihm mit der Leitung beauftragten Person die Versagungsgründe nach Absatz 1 Nr. 1 nicht vorliegen. Bei juristischen Personen und Handelsgesellschaften darf der Versagungsgrund nach Absatz 1 Nr. 1 Buchstabe b bei den nach Gesetz, Satzung oder Gesellschaftsvertrag zur Vertretung berufenen Personen nicht vorliegen.

§ 5Anzeigepflichten des Erlaubnisinhabers

Der Inhaber einer Erlaubnis hat jeden Wechsel der mit der Leitung der Tätigkeit beauftragten Person sowie jede wesentliche Änderung der Räume oder Einrichtungen und im Falle einer juristischen Person oder einer Handelsgesellschaft jeden Wechsel eines Vertretungsberechtigten unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen.

§ 6Anzeigepflichtige Tätigkeiten

Wer eine Tätigkeit nach § 3 Abs. 1 oder 2 aufnehmen will, hat dies der zuständigen Behörde unter Angabe der Art und des Umfangs der Tätigkeit spätestens zwei Wochen vor deren Aufnahme anzuzeigen. Ändert sich Art oder Umfang der Tätigkeit, so ist dies der zuständigen Behörde innerhalb von zwei Wochen anzuzeigen.

§ 7Verbot von Tätigkeiten, Beschränkung

(1)Die zuständige Behörde kann Tätigkeiten nach § 3 Abs. 1 oder 2 untersagen, wenn 1.eine Person, die die Tätigkeiten ausführt oder zu leiten hat, sich als unzuverlässig oder ungeeignet in bezug auf das Arbeiten mit Tierseuchenerregern erwiesen hat, 2.geeignete Räume oder Einrichtungen fehlen.
(2)Die zuständige Behörde kann ferner Tätigkeiten nach § 3 Abs. 1 oder 2 beschränken oder verbieten, wenn sie die Gefahr für gegeben hält, daß sich auf Grund dieser Tätigkeiten eine Tierseuche ausbreitet.

§ 8Abgabe von Tierseuchenerregern

Tierseuchenerreger sowie Material, das Tierseuchenerreger enthält, dürfen nur an eine Person oder Einrichtung abgegeben werden, die eine Erlaubnis nach § 2 hat oder nach § 3 einer solchen Erlaubnis nicht bedarf.

§ 9Aufzeichnungen

Wer auf Grund des § 2 oder des § 3 Abs. 1 oder 2 mit Tierseuchenerregern arbeitet oder Tierseuchenerreger erwirbt oder abgibt, hat über diese Tätigkeiten Buch zu führen. Aufzuzeichnen sind die Art der Tierseuchenerreger, der Tag und die Art der Arbeiten (§ 2 Nr. 1, § 3 Abs. 1 und 2) sowie die Person oder Einrichtung, an die die Erreger abgegeben oder von der sie erworben werden, deren Anschrift und der Tag des Erwerbs und der Abgabe. Die Bücher müssen gebunden und mit Seitenzahlen versehen sein; als Bücher gelten auch Loseblatt-Durchschreibesysteme oder andere zuverlässig nachprüfbare systematische Aufzeichnungen. Die Bücher sind fünf Jahre lang aufzubewahren. Die Frist beginnt mit dem Schluß des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung gemacht worden ist. Sie sind der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.

§ 10Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 32 Absatz 2 Nummer 4 Buchstabe a des Tiergesundheitsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig 1.ohne Erlaubnis nach § 2 Absatz 1 mit einem Tierseuchenerreger arbeitet oder einen Tierseuchenerreger erwirbt oder abgibt,2.einer mit einer Erlaubnis nach § 2 Absatz 1 verbundenen vollziehbaren Auflage zuwiderhandelt,3.entgegen § 5 oder § 6 eine Anzeige nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet,4.einer vollziehbaren Anordnung nach § 7 zuwiderhandelt,5.entgegen § 8 einen Tierseuchenerreger oder dort genanntes Material abgibt,6.entgegen § 9 Satz 1 nicht, nicht richtig oder nicht vollständig Buch führt oder7.entgegen § 9 Satz 4 ein Buch nicht oder nicht mindestens fünf Jahre aufbewahrt.

§ 11Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.

SchlußformelDer Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit

KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.