Gesetz über die Erstattung von Gebühren der beigeordneten Vertretung in Patent-, Gebrauchsmuster-, Marken-, Design-, Topographieschutz- und Sortenschutzsachen
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Erstattung von Gebühren und Auslagen für beigeordnete Vertretungen in bestimmten Schutzrechtssachen, wenn Verfahrenskostenhilfe bewilligt wurde. Es legt fest, wie diese Vertretungen für ihre Tätigkeit in verschiedenen Verfahrensarten vergütet werden.
Für wen: Beigeordnete Vertretungen (z.B. Patentanwälte oder Rechtsanwälte), die in Schutzrechtssachen tätig sind; Personen, denen Verfahrenskostenhilfe in Patent-, Gebrauchsmuster-, Marken-, Design-, Topographieschutz- und Sortenschutzsachen bewilligt wurde.
Auf einen Blick
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Erstattung von Gebühren und Auslagen für beigeordnete Vertretungen.
- Die Höhe der Gebührensätze in verschiedenen Verfahrensarten (z.B. Patent-, Marken-, Designsachen).
- Die Bedingungen, unter denen die Gebühren zustehen, auch bei vorzeitiger Erledigung oder beschränkter Tätigkeit.
- Die Anwendung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes in bestimmten Fällen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Beigeordnete Vertretungen (z.B. Patentanwälte oder Rechtsanwälte), die in Schutzrechtssachen tätig sind.
- Personen, denen Verfahrenskostenhilfe in Patent-, Gebrauchsmuster-, Marken-, Design-, Topographieschutz- und Sortenschutzsachen bewilligt wurde.
Was sind die Eckpunkte?
- Der Gebührensatz beträgt in Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt und dem Bundespatentgericht grundsätzlich 360 Euro.
- Die Gebühren umfassen die gesamte Tätigkeit der Vertretung von der Beiordnung bis zur Beendigung des Rechtszuges.
- Die Vertretung kann jede Gebühr in jedem Rechtszug nur einmal beanspruchen.
- Bei vorzeitiger Erledigung der Beiordnung oder beschränkter Tätigkeit auf bestimmte Termine erhält die Vertretung die Verfahrensgebühr zur Hälfte.
Rechtsprechung zu dieser Vorschrift
Geistiges Eigentum
Gesetzestext
Gesetzestext
Inhaltsübersicht (14)
- § 1 Gegenstand des Gesetzes
- § 2 Gebührensatz
- § 3 Patentsachen
- § 4 Gebrauchsmustersachen
- § 5 Markensachen
- § 6 Designsachen
- § 7 Topographieschutzsachen
- § 8 Sortenschutzsachen
- § 9 Gegenstand der Gebühren
- § 10 Erledigung der Beiordnung
- § 11 Vertretung bei bestimmten Terminen
- § 12 Geltung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes
- § 13 Verfahren über die Erklärung der Nichtigkeit von Patenten und über Zwa
- § 14 Verfahren vor dem Bundesgerichtshof
§ 1Gegenstand des Gesetzes
Im Fall der Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe werden der beigeordneten Vertretung in den folgenden Sachen die Gebühren und Auslagen nach Maßgabe dieses Gesetzes erstattet: 1.in Patentsachen,2.in Gebrauchsmustersachen,3.in Markensachen,4.in Designsachen,5.in Topographieschutzsachen und6.in Sortenschutzsachen.
§ 2Gebührensatz
In Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt und dem Bundespatentgericht beträgt der Gebührensatz 360 Euro. Dieser steht der beigeordneten Vertretung nach Maßgabe der §§ 3 bis 11 als Verfahrensgebühr zu.
§ 3Patentsachen
In Patentsachen steht der Gebührensatz wie folgt zu: 1.für die Anmeldung eines Patents oder im Verfahren nach § 42 des Patentgesetzes: zu 13/10,2.im Prüfungsverfahren: zu 7/10,3.im Einspruchsverfahren: zu 10/10,4.im Verfahren wegen Beschränkung des Patents: zu 10/10,5.im Beschwerdeverfahren gegen eine Entscheidung über den Widerruf oder die Beschränkung des Patents: zu 13/10,6.in anderen Beschwerdeverfahren: zu 3/10.
§ 4Gebrauchsmustersachen
In Gebrauchsmustersachen steht der Gebührensatz wie folgt zu: 1.im Eintragungsverfahren: zu 10/10,2.im Beschwerdeverfahren gegen die Versagung der Eintragung: zu 13/10,3.im Löschungsverfahren: zu 15/10,4.im Beschwerdeverfahren gegen eine Entscheidung über den Löschungsantrag: zu 20/10,5.in anderen Beschwerdeverfahren: zu 3/10.
§ 5Markensachen
In Markensachen steht der Gebührensatz wie folgt zu: 1.im Beschwerdeverfahren gegen die Versagung der Eintragung: zu 13/10,2.im Beschwerdeverfahren gegen eine Entscheidung über einen Antrag auf Erklärung des Verfalls oder der Nichtigkeit: zu 20/10,3.in anderen Beschwerdeverfahren: zu 3/10.
§ 6Designsachen
In Designsachen steht der Gebührensatz wie folgt zu: 1.im Eintragungsverfahren: zu 10/10,2.im Beschwerdeverfahren gegen die Versagung der Eintragung: zu 13/10,3.im Nichtigkeitsverfahren: zu 15/10,4.im Beschwerdeverfahren gegen eine Entscheidung über den Antrag auf Feststellung oder Erklärung der Nichtigkeit: zu 20/10,5.in anderen Beschwerdeverfahren: zu 3/10.
§ 7Topographieschutzsachen
In Topographieschutzsachen steht der Gebührensatz wie folgt zu: 1.im Eintragungsverfahren: zu 10/10,2.im Beschwerdeverfahren gegen die Versagung der Eintragung: zu 13/10,3.im Löschungsverfahren: zu 15/10,4.im Beschwerdeverfahren gegen eine Entscheidung über den Löschungsantrag: zu 20/10,5.in anderen Beschwerdeverfahren: zu 3/10.
§ 8Sortenschutzsachen
In Sortenschutzsachen steht der Gebührensatz im Beschwerdeverfahren zu 13/10 zu.
§ 9Gegenstand der Gebühren
Die in den §§ 3 bis 8 genannten Gebühren umfassen die gesamte Tätigkeit der Vertretung von der Beiordnung bis zur Beendigung des Rechtszuges. Die Vertretung kann jede der Gebühren in jedem Rechtszug nur einmal beanspruchen.
§ 10Erledigung der Beiordnung
Wenn sich die Beiordnung erledigt, ohne dass die Vertretung eine Anmeldung oder einen die Sache betreffenden Schriftsatz eingereicht hat, erhält sie die Verfahrensgebühr für den Verfahrensabschnitt, in dem die Erledigung eingetreten ist, zur Hälfte.
§ 11Vertretung bei bestimmten Terminen
Die Vertretung, deren Tätigkeit sich auf die Vertretung in einem nur zur Beweisaufnahme bestimmten Termin oder auf die Wahrnehmung eines anberaumten Termins zur Anhörung eines Beteiligten beschränkt, erhält die Verfahrensgebühr für den Verfahrensabschnitt, in dem die Wahrnehmung des Termins erfolgte, zur Hälfte.
§ 12Geltung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes
Auf die Erstattung der Gebühren und Auslagen der Vertretung in Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt und dem Bundespatentgericht sind im Übrigen die Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, die für die Vergütung bei Prozesskostenhilfe gelten, sinngemäß mit folgenden Maßgaben anzuwenden: 1.im Prüfungsverfahren entsteht eine Verfahrensgebühr mit einem Gebührensatz von 0,5, im Übrigen mit einem Gebührensatz von 1,0;2.im Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt sind an Stelle der §§ 55 und 56 des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes § 62 Absatz 2 Satz 2 und 4 des Patentgesetzes sowie § 104 Absatz 2 der Zivilprozessordnung entsprechend anzuwenden.
§ 13Verfahren über die Erklärung der Nichtigkeit von Patenten und über Zwangslizenzen
Abweichend von den §§ 2 bis 12 werden der beigeordneten Vertretung in Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt und dem Bundespatentgericht über die Erklärung der Nichtigkeit von Patenten und über Zwangslizenzen Gebühren und Auslagen in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, die für die Vergütung bei Prozesskostenhilfe gelten, erstattet.
§ 14Verfahren vor dem Bundesgerichtshof
In Verfahren vor dem Bundesgerichtshof werden der beigeordneten Vertretung Gebühren und Auslagen in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, die für die Vergütung bei Prozesskostenhilfe gelten, erstattet.