1. COVID-19-Justiz-Begleitgesetz
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Durchführung von Gerichtsverhandlungen, Anhörungen und Beweisaufnahmen mittels Video- und Tonübertragung bis zum 31. Dezember 2020, um persönliche Anwesenheit zu reduzieren. Es ermöglicht die Nutzung digitaler Kommunikationsmittel in Gerichtsverfahren unter bestimmten Bedingungen.
Für wen: Gerichte und alle an Gerichtsverfahren beteiligten Personen (Parteien, Vertreter, Zeugen, Sachverständige, Dolmetscher); Personen in Unterbringungs-, Heimaufenthalts- und Erwachsenenschutzsachen sowie Verfahren nach dem Tuberkulosegesetz und Epidemiegesetz 1950.
Auf einen Blick
- Land
- Österreich
- Rechtsgebiet
- Prozessrecht
- Quelle
- ris.bka.gv.at
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Durchführung von mündlichen Verhandlungen und Anhörungen ohne persönliche Anwesenheit der Parteien mittels Wort- und Bildübertragung.
- Die Aufnahme von Beweisen und die Teilnahme weiterer Personen an Verhandlungen über technische Kommunikationsmittel.
- Die Möglichkeit für Verfahrensbeteiligte, Zeugen, Sachverständige und Dolmetscher, die Teilnahme per Video- und Tonübertragung zu beantragen, wenn eine erhöhte Gesundheitsgefährdung durch COVID-19 bescheinigt wird.
- Spezielle Regelungen für Verhandlungen in Exekutions- und Insolvenzverfahren, die ebenfalls digital durchgeführt werden können.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Gerichte und alle an Gerichtsverfahren beteiligten Personen (Parteien, Vertreter, Zeugen, Sachverständige, Dolmetscher).
- Personen in Unterbringungs-, Heimaufenthalts- und Erwachsenenschutzsachen sowie Verfahren nach dem Tuberkulosegesetz und Epidemiegesetz 1950.
Was sind die Eckpunkte?
- Gerichte können bis zum 31. Dezember 2020 mündliche Verhandlungen und Anhörungen mit Einverständnis der Parteien digital durchführen.
- Das Einverständnis der Parteien gilt als erteilt, wenn sie sich nicht innerhalb einer angemessenen Frist dagegen aussprechen.
- In bestimmten Fällen (z.B. Unterbringungssachen) kann das Gericht Anhörungen und Verhandlungen auch ohne Einverständnis der Parteien digital durchführen.
- Verfahrensbeteiligte können die digitale Teilnahme beantragen, wenn sie eine erhöhte Gesundheitsgefährdung durch COVID-19 bescheinigen.
Prozessrecht
Gesetzestext
Gesetzestext
RIS Dokument Kurztitel1. COVID-19-Justiz-Begleitgesetz KundmachungsorganBGBl. I Nr. 16/2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 30/2020Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 16 aus 2020, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 30 aus 2020, TypBG §/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage§ 3Paragraph 3 Inkrafttretensdatum06.05.2020 Außerkrafttretensdatum23.12.2020 Abkürzung1. COVID-19-JuBG Index22/04 Sonstiges Zivilprozess, Außerstreitiges Verfahren Beachtezum Bezugszeitraum vgl. § 12. Abs. 3zum Bezugszeitraum vergleiche Paragraph 12, Absatz 3 TextAnhörungen, mündliche Verhandlungen und Beweisaufnahmen§ 3.Paragraph 3,
2.Ziffer 2 ohne Einverständnis der Parteien Anhörungen und mündliche Verhandlungen in Unterbringungs-, Heimaufenthalts- und Erwachsenenschutzsachen sowie in Verfahren nach dem Tuberkulosegesetz und dem Epidemiegesetz 1950, wenn sie außerhalb der von der Justizverwaltung zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten durchzuführen wären, unter Verwendung geeigneter technischer Kommunikationsmittel zur Wort- und Bildübertragung durchführen, auf diese Weise Beweise in der mündlichen Verhandlung oder außerhalb dieser aufnehmen und sonst der Verhandlung beizuziehende Personen teilnehmen lassen.
Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist derartigen Anträgen stattzugeben. Gegen stattgebende Entscheidungen ist ein Rechtsmittel nicht zulässig. Der Rekurs gegen eine abweisende Entscheidung hat aufschiebende Wirkung.Während des in Absatz eins, genannten Zeitraums kann jede als Verfahrensbeteiligte, Zeuge, Sachverständiger, Dolmetscher und sonst dem Verfahren beizuziehende Person beantragen, unter Verwendung geeigneter technischer Kommunikationsmittel zur Wort- und Bildübertragung an der mündlichen Verhandlung teilzunehmen, vernommen zu werden, Gutachten zu erstatten oder Übersetzungsleistungen zu erbringen, wenn sie eine erhöhte Gesundheitsgefährdung durch COVID-19 für sich oder für Personen, mit denen sie in notwendigem privaten oder beruflichen Kontakt steht, bescheinigt.
Stehen einer Partei oder einem Zeugen die hiefür geeigneten technischen Kommunikationsmittel nicht zur Verfügung, so kann die unvertretene Partei die Vertagung der Verhandlung, die vertretene Partei und der Zeuge die vorläufige Abstandnahme von der Vernehmung beantragen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist derartigen Anträgen stattzugeben. Gegen stattgebende Entscheidungen ist ein Rechtsmittel nicht zulässig. Der Rekurs gegen eine abweisende Entscheidung hat aufschiebende Wirkung.
Jede Partei hat ihren Willen, diesen gerichtlichen Vergleich abzuschließen, klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen. Gleiches gilt für den Abschluss eines prätorischen Vergleichs unter Verwendung geeigneter technischer Kommunikationsmittel zur Wort- und Bildübertragung.Wird eine Verhandlung unter Verwendung geeigneter technischer Kommunikationsmittel zur Wort- und Bildübertragung durchgeführt, so ist eine Unterschrift der Parteien unter das Verhandlungsprotokoll nicht erforderlich. Das bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung vorzulegende Kostenverzeichnis gilt als rechtzeitig vorgelegt, wenn es spätestens bis zum Ablauf des auf die mündliche Verhandlung folgenden Werktages im Elektronischen Rechtsverkehr oder mit E-Mail an die vom Entscheidungsorgan bekanntgegebene Adresse übersendet wird.
Die Frist des Paragraph 54, Absatz eins a, ZPO beginnt diesfalls mit der Zustellung des Kostenverzeichnisses durch das Gericht an den Gegner. Wollen die Parteien einen Vergleich schließen, so hat das Gericht entweder den Text des Vergleichs den Parteien auf dem Bildschirm sichtbar zu machen oder den Vergleichstext laut und deutlich vorzulesen beziehungsweise den auf einem Tonträger aufgenommenen Vergleichstext für alle deutlich hörbar abzuspielen. Jede Partei hat ihren Willen, diesen gerichtlichen Vergleich abzuschließen, klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen. Gleiches gilt für den Abschluss eines prätorischen Vergleichs unter Verwendung geeigneter technischer Kommunikationsmittel zur Wort- und Bildübertragung.
SchlagworteWortübertragung, Unterbringungsschutzsache, Heimaufenthaltsschutzsache Zuletzt aktualisiert am05.01.2021 Gesetzesnummer20011087 DokumentnummerNOR40222996