Gesetz zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz, bekannt als Pflege-Versicherungsgesetz, regelt die soziale Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit in Deutschland. Es führt die soziale Pflegeversicherung ein und ändert bestehende Sozialgesetze, um diese neue Absicherung zu integrieren.
Für wen: Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind oder waren; Personen mit bestehenden privaten Pflegeversicherungsverträgen.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Rechtsgebiet
- Familienrecht
- Gerichtsentscheidungen
- 2
- Quelle
- gesetze-im-internet.de
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Einführung des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI) zur Sozialen Pflegeversicherung.
- Änderungen an verschiedenen anderen Sozialgesetzbüchern (SGB I, SGB IV, SGB V, SGB VI).
- Anpassungen weiterer Gesetze, wie das Einkommensteuergesetz und das Bundessozialhilfegesetz.
- Übergangsregelungen für die Einführung der Pflegeversicherung, insbesondere für bestehende private Pflegeversicherungsverträge und Bezieher von Pflegeleistungen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind oder waren.
- Personen mit bestehenden privaten Pflegeversicherungsverträgen.
- Behinderte Personen und Bezieher von Pflegeleistungen nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch.
Was sind die Eckpunkte?
- Das Gesetz tritt grundsätzlich am 1. Januar 1995 in Kraft.
- Freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte können sich bis zum 30. Juni 1995 von der Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung befreien lassen.
- Bestehende private Pflegeversicherungsverträge, die vor dem 23. Juni 1993 abgeschlossen wurden, können zur Befreiung von der Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung führen, wenn sie bis zum 31. Dezember 1995 an den Leistungsumfang der sozialen Pflegeversicherung angepasst werden.
- Pflegebedürftige, die bis zum 31. März 1995 Leistungen bei Schwerpflegebedürftigkeit nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch erhielten, werden ab dem 1. April 1995 ohne Antrag in Pflegestufe II eingestuft.
Rechtsprechung zu dieser Vorschrift
Familienrecht
Gesetzestext
Gesetzestext
PflegeVGPflegeVG1994-05-26BGBl I1994, 1014 (2797)Pflege-VersicherungsgesetzGesetz zur sozialen Absicherung des Risikos der PflegebedürftigkeitStandZuletzt geändert durch Art. 57 Abs. 33 G v. 12.12.2019 I 2652 (+++ Textnachweis ab: 1.6.1994 +++)Art. 1: SGB 11 860-11 Art. 2 bis 21: Änderungsvorschriften Art. 23 bis 38: Änderungsvorschriften Art. 39: Rückkehr zum einheitlichen Verordnungsrang Art. 40 bis 52: Überleitungsvorschriften Art. 53: EntgFG 800-19-3 Art. 54 bis 61: Änderungsvorschriften Art. 62: Aufhebungsvorschrift Art. 63 bis 65: Änderungsvorschriften Das G tritt gem. Art. 68 Abs. 1 am 1.1.1995 in Kraft, soweit in den Absätzen 2 bis 4 und in Art. 69 nichts Abweichendes bestimmt ist.
PflegeVG000-EingangsformelDer Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen:
PflegeVG000-InhaltsübersichtErster Teil Ergänzung des SozialgesetzbuchesArtikel 1Sozialgesetzbuch (SGB) - Elftes Buch (XI) -Soziale PflegeversicherungZweiter Teil Änderung des SozialgesetzbuchesArtikel 2Erstes Buch SozialgesetzbuchArtikel 3Viertes Buch SozialgesetzbuchArtikel 4Fünftes Buch SozialgesetzbuchArtikel 5Sechstes Buch SozialgesetzbuchDritter Teil Änderung weiterer GesetzeArtikel 6Gesetz zur Sicherung und Strukturverbesserung der gesetzlichen KrankenversicherungArtikel 7ReichsversicherungsordnungArtikel 8ArbeitsförderungsgesetzArtikel 9BundesversorgungsgesetzArtikel 10Zweites Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Entschädigung für Opfer von GewalttatenArtikel 11ArbeitssicherstellungsgesetzArtikel 12KünstlersozialversicherungsgesetzArtikel 13Zweites Gesetz über die Krankenversicherung der LandwirteArtikel 14Gesetz über die Angleichung der Leistungen zur RehabilitationArtikel 15Gesetz über eine Altershilfe für LandwirteArtikel 16Gesetz zur Förderung der Einstellung der landwirtschaftlichen ErwerbstätigkeitArtikel 17KrankenhausfinanzierungsgesetzArtikel 18BundessozialhilfegesetzArtikel 19HeimgesetzArtikel 20LastenausgleichsgesetzArtikel 21BundesbesoldungsgesetzArtikel 22Regelung für AmtsverhältnisseArtikel 23Abgeordnetengesetz und EuropaabgeordnetengesetzArtikel 24FlüchtlingshilfegesetzArtikel 25BundesvertriebenengesetzArtikel 26EinkommensteuergesetzArtikel 27UmsatzsteuergesetzArtikel 28BewertungsgesetzArtikel 29VersicherungssteuergesetzArtikel 30BundeshaushaltsordnungArtikel 31BundesausbildungsförderungsgesetzArtikel 32WohngeldgesetzArtikel 33SozialgerichtsgesetzArtikel 34EignungsübungsgesetzArtikel 35UnterhaltssicherungsgesetzVierter Teil Überleitungsvorschriften zu den Artikel 1 bis 35Artikel 36BeitragsüberwachungsverordnungArtikel 37BeitragszahlungsverordnungArtikel 38Verordnung über die Erstattung von Aufwendungen nach dem Gesetz zur Überführung von Ansprüchen und Anwartschaften aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen des Beitrittsgebiets durch den BundArtikel 39Rückkehr zum einheitlichen VerordnungsrangArtikel 40Familienversicherung der BehindertenArtikel 41Übergangsregelungen für Fristen bei Wahlrechten der VersichertenArtikel 42Behandlung der bestehenden privaten PflegeversicherungsverträgeArtikel 43(weggefallen)Artikel 44(weggefallen)Artikel 45Bezieher von Pflegeleistungen nach den §§ 53 bis 57 des Fünften Buches SozialgesetzbuchArtikel 46(weggefallen)Artikel 47(weggefallen)Artikel 48(weggefallen)Artikel 49(weggefallen)Artikel 49a(weggefallen)Artikel 49b(weggefallen)Artikel 50Übergangsregelung zum Bundessozialhilfegesetz, Bundesversorgungsgesetz und LastenausgleichsgesetzArtikel 51Pflegegeld nach dem BundessozialhilfegesetzArtikel 52Finanzhilfen für Investitionen in Pflegeeinrichtungen im BeitrittsgebietArtikel 52a(weggefallen)Fünfter Teil Änderung der Entgeltfortzahlung an Feiertagen und im KrankheitsfallArtikel 53Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)Artikel 54Arbeitsgesetzbuch der DDRArtikel 55BerufsbildungsgesetzArtikel 56Bürgerliches GesetzbuchArtikel 57BundesurlaubsgesetzArtikel 58GewerbeordnungArtikel 59HandelsgesetzbuchArtikel 60LohnfortzahlungsgesetzArtikel 61SeemannsgesetzArtikel 62FeiertagslohnzahlungsgesetzArtikel 63Einführungsgesetz zum Bürgerlichen GesetzbucheArtikel 64BinnenschiffahrtsgesetzArtikel 65Gesetz betreffend die privatrechtlichen Verhältnisse der FlößereiArtikel 66Unanwendbarkeit von MaßgabenSechster Teil Überleitungsvorschriften zu Artikel 5 Nr. 5 und zu den Artikeln 53 bis 66Artikel 67ÜberleitungsvorschriftenSiebter Teil SchlußvorschriftenArtikel 68Inkrafttreten der häuslichen Pflege und sonstiger VorschriftenArtikel 69(weggefallen)
PflegeVG010Erster TeilErgänzung des Sozialgesetzbuches PflegeVG010010Art 1Sozialgesetzbuch (SGB) - Elftes Buch (XI) - Soziale Pflegeversicherung PflegeVG020Zweiter TeilÄnderung des Sozialgesetzbuches PflegeVG020020Art 2 bis 5 PflegeVG030Dritter TeilÄnderung weiterer Gesetze PflegeVG030060Art 6 bis 21 PflegeVG030220Art 22Regelung für AmtsverhältnisseFür die Empfänger von Amtsbezügen des Bundes gilt § 3a des Bundesbesoldungsgesetzes sinngemäß.
PflegeVG030230Art 23 bis 35 PflegeVG040Vierter TeilÜberleitungsvorschriften zu den Artikeln 1 bis 35 PflegeVG040360Art 36 bis 38 PflegeVG040390Art 39Rückkehr zum einheitlichen VerordnungsrangDie auf den Artikeln 36 bis 38 beruhenden Teile der dort geänderten Rechtsverordnungen können auf Grund der jeweils einschlägigen Ermächtigung durch Rechtsverordnung geändert werden.
PflegeVG040400Art 40Familienversicherung der BehindertenFamilienversicherung besteht auch für Behinderte, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes die Voraussetzungen nach § 25 Abs. 2 Nr. 4 zweiter Halbsatz des Elften Buches Sozialgesetzbuch nicht erfüllen, diese aber erfüllt hätten, wenn die Pflegeversicherung zum Zeitpunkt des Eintritts der Behinderung bereits bestanden hätte.
PflegeVG040410Art 41Übergangsregelungen für Fristen bei Wahlrechten der Versicherten(1) Personen, die am 1. Januar 1995 in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind, können sich bis zum 30. Juni 1995 von der Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung befreien lassen. Befreiungsanträge können bereits vor dem 1. Januar 1995 mit Wirkung ab dem 1. Januar 1995 gestellt werden. § 22 Abs. 1 und 2 Satz 2 und 3 des Elften Buches Sozialgesetzbuch gilt.
PflegeVG040420Art 42Behandlung der bestehenden privaten Pflegeversicherungsverträge(1) Wer bei Inkrafttreten des Gesetzes bei einem privaten Versicherungsunternehmen gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit versichert ist, wird auf Antrag von der Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung befreit, wenn der Vertrag mit dem privaten Versicherungsunternehmen vor dem 23. Juni 1993 abgeschlossen wurde. Dies gilt auch, wenn der Versicherte für sich und seine Angehörigen, für die nach § 25 des Elften Buches Sozialgesetzbuch Anspruch auf Familienversicherung bestünde, Vertragsleistungen erhält, die den Leistungen nach dem Vierten Kapitel des Elften Buches Sozialgesetzbuch noch nicht gleichwertig sind. Verträge, die unzureichende Vertragsleistungen vorsehen, sind bis zum 31. Dezember 1995 an den Leistungsumfang der sozialen Pflegeversicherung anzupassen. § 23 Abs. 3, 5 und 6 des Elften Buches Sozialgesetzbuch gilt.
PflegeVG040430Art 43(weggefallen)- PflegeVG040440Art 44(weggefallen)- PflegeVG040450Art 45Bezieher von Pflegeleistungen nach den §§ 53 bis 57 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch(1) Pflegebedürftige Versicherte, die bis zum 31. März 1995 Leistungen bei Schwerpflegebedürftigkeit nach den §§ 53 bis 57 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch erhalten haben, werden mit Wirkung vom 1. April 1995 ohne Antragstellung in die Pflegestufe II eingestuft und erhalten Leistungen nach dem Vierten Kapitel des Elften Buches Sozialgesetzbuch in dem Umfang, der für Pflegebedürftige im Sinne des § 15 Abs. 1 Nr. 2 des Elften Buches Sozialgesetzbuch vorgesehen ist.
PflegeVG040510Art 51Pflegegeld nach dem Bundessozialhilfegesetz(1) Personen, die am 31. März 1995 Pflegegeld nach § 69 Bundessozialhilfegesetzes in der bis zum 31. März 1995 geltenden Fassung bezogen haben, erhalten dieses Pflegegeld und zusätzlich das bis zum 31. März 1995 nach § 57 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch gezahlte Pflegegeld vom Träger der Sozialhilfe nach Maßgabe der Absätze 3 bis 5.
PflegeVG040520Art 52Finanzhilfen für Investitionen in Pflegeeinrichtungen im Beitrittsgebiet(1) Zur zügigen und nachhaltigen Verbesserung der Qualität der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung der Bevölkerung und zur Anpassung an das Versorgungsniveau im übrigen Bundesgebiet gewährt der Bund den Ländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den Jahren 1995 bis 2002 Finanzhilfen in Höhe von jährlich 800 Millionen Deutsche Mark, insgesamt 6,4 Milliarden Deutsche Mark, zur Förderung von Investitionen in Pflegeeinrichtungen; im Land Berlin dürfen die Finanzhilfen nur für Maßnahmen im östlichen Teil eingesetzt werden. Die Finanzhilfen dürfen nur dazu verwendet werden, die für den Betrieb von Pflegeeinrichtungen notwendigen Gebäude und sonstigen abschreibungsfähigen Anlagegüter herzustellen, anzuschaffen, wiederzubeschaffen, zu ergänzen, instandzuhalten oder instandzusetzen sowie die Erstausstattung mit den betriebsnotwendigen Wirtschaftsgütern zu finanzieren (Investitionsmaßnahmen).
PflegeVG040521Art 52a(weggefallen) PflegeVG050Fünfter TeilÄnderung der Entgeltfortzahlung an Feiertagen und im Krankheitsfall PflegeVG050530Art 53Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz) PflegeVG050540Art 54 bis 61 PflegeVG050620Art 62 PflegeVG050630Art 63 bis 65 PflegeVG050660Art 66Unanwendbarkeit von MaßgabenDie in Anlage I Kapitel VIII Sachgebiet A Abschnitt III Nr. 4 des Einigungsvertrages vom 31. August 1990 in Verbindung mit Art. 1 des Gesetzes vom 23. September 1990 (BGBl. 1990 II S. 885, 1021) aufgeführte Maßgabe ist nicht mehr anzuwenden.
PflegeVG060Sechster TeilÜberleitungsvorschriften zu Artikel 5 Nr. 5 und zu den Artikel 53 bis 66 PflegeVG060670Art 67Überleitungsvorschriften(1) Ist der Arbeitnehmer im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Artikels 5 Nr. 5 sowie der Artikel 53 bis 66 arbeitsunfähig oder befindet er sich zu diesem Zeitpunkt in einer Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation, bleiben die bisherigen Vorschriften maßgebend, soweit diese günstigere Regelungen enthalten. Entsprechendes gilt, wenn im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Artikels 5 Nr. 5 sowie der Artikel 53 bis 66 ein Verfahren vor den zuständigen Gerichten anhängig ist.
PflegeVG070Siebter TeilSchlußvorschriften PflegeVG070680Art 68Inkrafttreten(1) Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 1995 in Kraft, soweit in den Absätzen 2 bis 4 nichts Abweichendes bestimmt ist.
PflegeVG070690Art 69(weggefallen)-