Gesetz zu den Notenwechseln vom 25. September 1990 und vom 23. September 1991 über die Rechtsstellung der in Deutschland stationierten verbündeten Streitkräfte und zu dem Übereinkommen vom 25. September 1990 zur Regelung bestimmter Fragen…
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Rechtsstellung der in Deutschland stationierten verbündeten Streitkräfte und bestimmte Fragen bezüglich Berlin, basierend auf Notenwechseln und einem Übereinkommen aus den Jahren 1990 und 1991. Es befasst sich insbesondere mit Entschädigungen für Besatzungsschäden und der fortgesetzten Nutzung von Grundstücken durch die Streitkräfte.
Für wen: Die Bundesrepublik Deutschland und die Staaten Belgien, Frankreich, Kanada, die Niederlande, die Vereinigten Staaten von Amerika sowie das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland; Personen, die Besatzungsschäden in Berlin erlitten haben.
Fristen:
- Entschädigungsansprüche für Besatzungsschäden müssen innerhalb von 6 Monaten nach Inkrafttreten dieses Gesetzes geltend gemacht werden.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Rechtsgebiet
- Sonstige Rechtsvorschriften
- Quelle
- gesetze-im-internet.de
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Zustimmung zu mehreren Notenwechseln und einem Übereinkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und verschiedenen Staaten bezüglich der Rechtsstellung ihrer Streitkräfte.
- Die Entschädigung für Besatzungsschäden, die in bestimmten Zeiträumen und Gebieten Berlins verursacht wurden.
- Die Anwendung von Regelungen zur Abgeltung von Schäden, die nach dem 2. Oktober 1990 in den neuen Bundesländern durch verbündete Streitkräfte verursacht wurden.
- Die rechtliche Inanspruchnahme von Grundstücken in Berlin durch amerikanische, britische und französische Streitkräfte.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Die Bundesrepublik Deutschland und die Staaten Belgien, Frankreich, Kanada, die Niederlande, die Vereinigten Staaten von Amerika sowie das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.
- Personen, die Besatzungsschäden in Berlin erlitten haben.
Was sind die Eckpunkte?
- Entschädigungsansprüche für Besatzungsschäden müssen innerhalb von 6 Monaten nach Inkrafttreten dieses Gesetzes geltend gemacht werden.
- Die fortdauernde Inanspruchnahme von Grundstücken durch die Streitkräfte in Berlin gilt ab dem 3. Oktober 1990 als vorzeitige Besitzeinweisung.
- Die Rechtsstellung der Truppen, ihrer zivilen Gefolge, Mitglieder und Angehörigen in Berlin erstreckt sich auch auf zivile Arbeitskräfte und andere Personen mit rechtlichen Beziehungen zu ihnen.
- Bei strafrechtlichen Angelegenheiten können Strafverfolgungsbehörden auf Ersuchen des Entsendestaates vorläufige Festnahmen, Beschlagnahmen und Durchsuchungen durchführen.
Sonstige Rechtsvorschriften
Gesetzestext
Gesetzestext
1991 über die Rechtsstellung der in Deutschland stationierten verbündeten Streitkräfte und zu dem Übereinkommen vom 25. September 1990 zur Regelung bestimmter Fragen in bezug auf BerlinStandZuletzt geändert durch Art. 12g Abs. 2 G v. 24.8.2004 I 2198 (+++ Textnachweis ab: 14.1.1994 +++) StreitkrNotWG000-EingangsformelDer Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen:
StreitkrNotWG010Art 1
- September 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Belgien, der Französischen Republik, Kanada, dem Königreich der Niederlande, den Vereinigten Staaten von Amerika sowie dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland zu dem Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikvertrages über die Rechtsstellung ihrer Truppen vom
- Juni 1951 und zu dem Zusatzabkommen zu diesem Abkommen vom
- August 1959 nebst zugehörigen Übereinkünften (Notenwechsel vom
- September 1990 zum NATO-Truppenstatut), b)Notenwechsel vom 23.
September 1991 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Belgien, Kanada und dem Königreich der Niederlande über Besuche der Streitkräfte dieser Staaten in Berlin (Notenwechsel vom
- September 1991 über Besuche von Streitkräften in Berlin), c)Notenwechsel vom
- September 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik, den Vereinigten Staaten von Amerika sowie dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland zu dem befristeten Verbleib von Streitkräften der Französischen Republik, der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königsreichs Großbritannien und Nordirland in Berlin (Notenwechsel vom
- September 1990 über den befristeten Verbleib von Streitkräften in Berlin), d)Übereinkommen vom 25.
September 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik, den Vereinigten Staaten von Amerika sowie dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland zur Regelung bestimmter Fragen in bezug auf Berlin (Übereinkommen vom 25. September 1990 in bezug auf Berlin),
StreitkrNotWG020Art 2
- Mai 1955 bis zum Ablauf des
- Oktober 1990 im Gebiet der früheren 3 Westsektoren von Berlin verursacht worden sind, werden nach Maßgabe der Absätze 2 bis 5 Entschädigungen geleistet.
- August 1945 bis zum Ablauf des
- Oktober 1990 von dem in § 2 Nr. 1 bis 5 des Gesetzes über die Abgeltung von Besatzungsschäden genannten Personenkreis der amerikanischen, britischen oder französischen Besatzungsmächte im Gebiet des früheren Ostsektors von Berlin oder auf den früheren Transitwegen von und nach Berlin verursacht worden sind.
StreitkrNotWG030Art 3Die Artikel 6 bis 14 und 25 des Gesetzes zum NATO-Truppenstatut und zu den Zusatzvereinbarungen vom
- August 1961 (BGBl. 1961 II S. 1183) gelten sinngemäß für die Abgeltung von Schäden, für die die Streitkräfte des Königreichs Belgien, der Französischen Republik, Kanadas, des Königreichs der Niederlande, der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland verantwortlich sind, wenn diese Schäden nach dem
- Oktober 1990 im Gebiet der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen verursacht worden sind.
StreitkrNotWG040Art 4
- Oktober 1990 auf dem Gebiet des Landes Berlin zur Verfügung stehenden Grundstücke gelten mit Wirkung vom
- Oktober 1990 als rechtlich in Anspruch genommen, soweit sie für die im Notenwechsel vom
- September 1990 zu dem Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikvertrags über die Rechtsstellung ihrer Truppen vom
- Juni 1951 und zu dem Zusatzabkommen zu diesem Abkommen vom
- August 1959 nebst zugehörigen Übereinkünften sowie zu dem befristeten Verbleib von Streitkräften der Französischen Republik, der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland in Berlin genannten Zwecke weiterhin benötigt werden.
StreitkrNotWG050Art 5
StreitkrNotWG060Art 6Die Artikel 3, 4b, 4c und 5 des Gesetzes zum NATO-Truppenstatut und zu den Zusatzvereinbarungen vom
- August 1961 (BGBl. 1961 II S. 1183), zuletzt geändert durch Gesetz zu dem Abkommen zur Änderung des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut und zu den weiteren Übereinkünften vom
- März 1993 gelten auch in den Ländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Art 7Die in den Notenwechseln vom 25.
September 1990 in Verbindung mit Artikel VII Abs. 5 Buchstabe a und Abs. 6 Buchstabe a des NATO-Truppenstatuts geregelte Zusammenarbeit in strafrechtlichen Angelegenheiten ist nach den folgenden besonderen Bestimmungen auszuführen:
Art 7
§ 1Soweit die Behörden des Entsendestaates die Gerichtsbarkeit ausüben, sind die Strafverfolgungsbehörden auf deren Ersuchen befugt, zur Erfüllung der sich aus Artikel VII Abs. 5 Buchstabe a und Abs. 6 Buchstabe a des NATO-Truppenstatuts ergebenden Verpflichtungen den Verfolgten vorläufig ergebenden Verpflichtungen den Verfolgten vorläufig festzunehmen und bis zur Übergabe an die Militärbehörde des Entsendestaates festzuhalten sowie Beschlagnahmen und Durchsuchungen durchzuführen und sonstige zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ermittlungshandlungen vorzunehmen. Die Bestimmungen der Strafprozeßordnung gelten entsprechend, soweit nachstehend nichts anderes bestimmt ist.
Art 7§ 2Die auf Grund eines Ersuchens nach Artikel VII Abs.
6 Buchstabe a des NATO-Truppenstatuts erforderliche Beschlagnahme und Durchsuchung werden von dem Amtsgericht angeordnet, in dessen Bezirk die Handlungen vorzunehmen sind. Sind Rechtshilfehandlungen in den Bezirken mehrerer Gerichte vorzunehmen, so richtet sich die Zuständigkeit danach, welches Gericht oder, solange noch kein Gericht befaßt ist, welche Staatsanwaltschaft zuerst mit der Sache befaßt wurde.
Art 7§ 3
Art 7§ 4Die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Abs.
2 Satz 1 des Grundgesetzes), der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) werden nach Maßgabe der §§ 1 bis 3 eingeschränkt.
StreitkrNotWG080Art 8
- September 1990 zum NATO-Truppenstatut mit Ausnahme seiner Nummer 4 Buchstabe c und der Notenwechsel vom
- September 1990 über den befristeten Verbleib von Streitkräften in Berlin sind am
- Oktober 1990 in Kraft getreten (BGBl. 1990 II S. 1250). Die Nummer 4 Buchstabe c des Notenwechsels vom
- September 1990 zum NATO-Truppenstatut und der ergänzende Notenwechsel vom
- September 1991 über Besuche von Streitkräften in Berlin treten zu dem in Absatz 1 vorgesehenen Zeitpunkt in Kraft.