Gesetz zu dem Abkommen vom 9. Oktober 1975 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen über Renten- und Unfallversicherung nebst der Vereinbarung hierzu vom 9. Oktober…
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Umsetzung eines Abkommens zwischen Deutschland und Polen über Renten- und Unfallversicherung. Es legt fest, wie polnische Versicherungszeiten bei deutschen Renten berücksichtigt werden und wie Kosten zwischen deutschen Versicherungsträgern aufgeteilt werden.
Für wen: Personen, die in Deutschland wohnen und polnische Rentenversicherungszeiten haben; Versicherungsträger in Deutschland, die Renten- und Unfallversicherungsleistungen erbringen.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Rechtsgebiet
- Bank-, Versicherungs- und Finanzmarktrecht
- Quelle
- gesetze-im-internet.de
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Berücksichtigung polnischer Rentenversicherungszeiten für deutsche Renten.
- Die Anwendung von Gesetzen zur Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
- Die Neufeststellung von Ansprüchen und Anwartschaften unter Berücksichtigung des Abkommens.
- Die Verteilung der Kosten von 643,5 Millionen DM, 396 Millionen DM, 247,5 Millionen DM, 6,5 Millionen DM und 6,5 Millionen DM auf verschiedene deutsche Versicherungsträger.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Personen, die in Deutschland wohnen und polnische Rentenversicherungszeiten haben.
- Versicherungsträger in Deutschland, die Renten- und Unfallversicherungsleistungen erbringen.
Was sind die Eckpunkte?
- Ein gewöhnlicher Aufenthalt bedeutet, sich unbefristet rechtmäßig aufzuhalten.
- Polnische Rentenversicherungszeiten werden bei der deutschen Rentenfeststellung berücksichtigt, solange der Berechtigte im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach dem Stand vom 2. Oktober 1990 wohnt.
- Überschneiden sich polnische und deutsche Versicherungszeiten, werden die polnischen Zeiten berücksichtigt, außer es wurden Beiträge zur deutschen Rentenversicherung entrichtet.
- Anträge auf Neufeststellung von Ansprüchen müssen innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Abkommens gestellt werden, um rückwirkend zu wirken.
Bank-, Versicherungs- und Finanzmarktrecht
Bank-, Versicherungs- und Finanzmarktrecht
Gesetzestext
Gesetzestext
RV/UVAbkPOLG1976-03-12BGBl II1976, 393Gesetz zu dem Abkommen vom 9. Oktober 1975 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen über Renten- und Unfallversicherung nebst der Vereinbarung hierzu vom 9. Oktober 1975StandZuletzt geändert durch Art. 57 Abs. 12 G v. 12.12.2019 I 2652 (+++ Textnachweis ab: 17.3.1976 +++) RV/UVAbkPOLGEingangsformelDer Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen:
RV/UVAbkPOLGArt 1- RV/UVAbkPOLGArt 1aEinen gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne des Artikels 1 Nr. 2 des Abkommens hat im Geltungsbereich des Gesetzes nur, wer sich dort unbefristet rechtmäßig aufhält.
RV/UVAbkPOLGArt 2(1) Zeiten, die nach dem polnischen Recht der Rentenversicherung zu berücksichtigen sind, sind bei der Feststellung einer Rente aus der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung in Anwendung des Fremdrentengesetzes und des Fremdrenten- und Auslandsrenten-Neuregelungsgesetzes zu berücksichtigen, solange der Berechtigte im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach dem Stand vom 2. Oktober 1990 wohnt. Wohnt der Berechtigte in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet, sind für die Berücksichtigung der in Satz 1 genannten Zeiten die in diesem Gebiet geltenden Rechtsvorschriften maßgebend. Satz 2 gilt auch im Falle einer Verlegung des Wohnortes in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach dem Stand vom 2. Oktober 1990, wenn der Berechtigte am 2. Oktober 1990 in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet wohnte.
RV/UVAbkPOLGArt 3(1) Das Fremdrenten- und Auslandsrenten-Neuregelungsgesetz findet auf diejenigen der in Artikel 7 des Abkommens genannten Berechtigten, die die Voraussetzungen des § 1 und des § 5 Abs. 1 Nr. 1 oder des § 5 Abs. 4 Satz 2 des Fremdrentengesetzes nicht erfüllen, solange entsprechend Anwendung, als sie im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach dem Stand vom 2. Oktober 1990 wohnen. Wohnt der Berechtigte in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet, finden die in diesem Gebiet für die Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten geltenden Rechtsvorschriften Anwendung. Satz 2 gilt auch im Falle einer Verlegung des Wohnortes in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach dem Stand vom 2. Oktober 1990, wenn der Berechtigte am 2. Oktober 1990 in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet wohnte.
RV/UVAbkPOLGArt 4(1) Hat ein Versicherungsträger im Geltungsbereich dieses Gesetzes Ansprüche oder Anwartschaften für Personen, die im Geltungsbereich dieses Gesetzes wohnen, bereits vor dem Inkrafttreten des Abkommens bindend festgestellt oder abgelehnt, so werden sie unter Berücksichtigung dieses Gesetzes mit Wirkung vom Inkrafttreten des Abkommens an neu festgestellt oder festgestellt, falls dies innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Abkommens beantragt wird. Wird der Antrag nach Ablauf dieser Frist gestellt, so erfolgt die Neufeststellung oder Feststellung mit Wirkung von dem der Antragstellung folgenden Monat an.
RV/UVAbkPOLGArt 5(1) Von dem in Artikel 1 Abs. 1 der Vereinbarung genannten Betrag werden 643,5 Millionen DM von der knappschaftlichen Rentenversicherung, 396 Millionen DM von der Rentenversicherung der Arbeiter, 247,5 Millionen DM von der Rentenversicherung der Angestellten, 6,5 Millionen DM vom Bund als Träger der Unfallversicherung und 6,5 Millionen DM von den gewerblichen Berufsgenossenschaften getragen.
RV/UVAbkPOLGArt 6Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Durchführungsvereinbarungen über das Antrags-, Feststellungs- und Zahlungsverfahren der zuständigen Behörden gemäß Artikel 11 Buchstabe b des Abkommens in Kraft zu setzen oder in Ermangelung solcher Vereinbarungen Näheres über diese Verfahren zu regeln. Dabei kann den Betroffenen die Pflicht zur Vorlage von Bescheinigungen, zur Verwendung von Vordrucken und zur Antragstellung auferlegt werden. Weiter kann festgelegt werden, wie beim Zusammentreffen von deutschen und polnischen Leistungen zur Vermeidung doppelter Leistungen zu verfahren ist. Darüber hinaus können Zahlstellen, Zahlwege und Zahlungsart vorgeschrieben werden.
RV/UVAbkPOLGArt 7Dieses Gesetz gilt auch im Land Berlin, sofern das Land Berlin die Anwendung dieses Gesetzes feststellt. Rechtsverordnungen, die auf Grund dieses Gesetzes erlassen werden, gelten im Land Berlin nach § 14 des Dritten Überleitungsgesetzes vom 4. Januar 1952 (Bundesgesetzbl. I S. 1).
RV/UVAbkPOLGArt 8(1) Dieses Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung in Kraft.
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