Verordnung zur tarifbezogenen Ermittlung der steuerlich berücksichtigungsfähigen Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a des…
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Diese Verordnung regelt, wie der steuerlich absetzbare Anteil von Beiträgen zur Krankenversicherung ermittelt wird, insbesondere wenn der Versicherungsschutz Leistungen enthält, die über den Standard der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen.
Für wen: Personen, die Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes leisten; Versicherungsnehmer von privaten Krankenversicherungen.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Rechtsgebiet
- Steuerrecht
- Gerichtsentscheidungen
- 1
- Quelle
- gesetze-im-internet.de
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Ermittlung des nicht abziehbaren Teils von Krankenversicherungsbeiträgen, die auf bestimmte Leistungen entfallen.
- Die Definition von Leistungen, die nicht mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind.
- Die Zuordnung von Punktwerten zu verschiedenen versicherten Leistungen zur Berechnung des Abschlags.
- Sonderregelungen für Tarife, die nach dem 1. Mai 2009 neu angeboten werden und bestimmte Leistungen nicht umfassen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Personen, die Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes leisten.
- Versicherungsnehmer von privaten Krankenversicherungen.
Was sind die Eckpunkte?
- Beiträge für Krankentagegeld oder Leistungen, die nicht mit denen des Dritten Kapitels des Fünften Buches Sozialgesetzbuch vergleichbar sind, sind nicht oder nur teilweise abziehbar.
- Leistungen wie die Erstattung von Aufwendungen für ein Einbettzimmer, Chefarztbehandlungen, Zahnersatz oder kieferorthopädische Leistungen sind Beispiele für nicht vergleichbare Leistungen.
- Der nicht abziehbare Beitragsanteil wird durch eine Punktberechnung ermittelt, bei der bestimmte Leistungen spezifische Punktwerte erhalten (z.B. ambulante Leistungen 54,60 Punkte, Leistungen für Einbettzimmer 3,64 Punkte).
- Für bestimmte neue Versicherungstarife, die nach dem 1. Mai 2009 angeboten werden und keine allgemeinen Krankenhaus-, ambulanten Arzt- oder Zahnbehandlungen vorsehen, wird ein Abschlag von 99 Prozent vorgenommen.
Rechtsprechung zu dieser Vorschrift
Steuerrecht
Gesetzestext
Gesetzestext
KVBEVOKVBEVO2009-08-11BGBl I2009, 2730Krankenversicherungsbeitragsanteil-ErmittlungsverordnungVerordnung zur tarifbezogenen Ermittlung der steuerlich berücksichtigungsfähigen Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a des EinkommensteuergesetzesStandGeändert durch Art. 2 Abs. 9 G v. 1.4.2015 I 434 (+++ Textnachweis ab: 1.1.2010 +++) KVBEVOEingangsformelAuf Grund des § 10 Absatz 5 und des § 51 Absatz 1 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Oktober 2002 (BGBl. I S. 4210; 2003 I S. 179), von denen § 10 Absatz 5 durch Artikel 1 des Gesetzes vom 16. Juli 2009 (BGBl. I S. 1959) neu gefasst worden ist, verordnet die Bundesregierung:
KVBEVO§ 1Anwendungsbereich und Grundsätze(1) Durch diese Verordnung wird bezogen auf den Tarif bestimmt, wie der Teil der Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes, der auf das Krankentagegeld und auf Leistungen entfällt, auf die ein Anspruch besteht und die in Art, Umfang oder Höhe den Leistungen nach dem Dritten Kapitel des Fünften Buches Sozialgesetzbuch nicht vergleichbar sind, durch einheitliche prozentuale Abschläge auf den zugunsten des jeweiligen Tarifs gezahlten Beitrag zu ermitteln ist, soweit diese Versicherungsleistung nicht bereits als gesonderter Tarif ausgewiesen wird.
KVBEVO§ 2Definitionen und Leistungsbestimmungen(1) Leistungen im Sinne des § 1 Absatz 1 liegen insbesondere vor bei 1.ambulanten Leistungen durch einen Heilpraktiker im Sinne des Heilpraktikergesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2122-2, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 15 des Gesetzes vom 23. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2702) geändert worden ist,2.der Erstattung von Aufwendungen für ein Einbettzimmer,3.der Erstattung von Aufwendungen für Chefarztbehandlungen oder eines Zweibettzimmers,4.Leistungen für Zahnersatz oder implantologische Leistungen,5.kieferorthopädischen Leistungen.
KVBEVO§ 3Ermittlung des Abschlags(1) Zur Ermittlung des nicht abziehbaren Teils des Beitrags ist die Summe der Absatz 2 zu entnehmenden Punkte für die im Tarif vereinbarten Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 1 bis Nummer 5 zu ermitteln. Die nach Satz 1 ermittelte Summe ist durch die Summe der Absatz 2 zu entnehmenden Punkte für die im Tarif insgesamt versicherten Leistungen zu teilen. Das Ergebnis ist auf die vierte Nachkommastelle zu runden und mit dem vom Steuerpflichtigen geleisteten Beitrag zu multiplizieren. Der sich ergebende Betrag ist auf die zweite Nachkommastelle zu runden.
KVBEVO§ 4InkrafttretenDiese Verordnung tritt am 1. Januar 2010 in Kraft.
KVBEVOSchlussformelDer Bundesrat hat zugestimmt.