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Dieses Gesetz regelt die Grundlagen des Steuerrechts und der Steuerverwaltung, einschliesslich der Definitionen von Steuern und der Zuständigkeiten der Behörden

De quoi traite ce texte ?

Dieses Gesetz regelt die Grundlagen des Steuerrechts und der Steuerverwaltung, einschliesslich der Definitionen von Steuern und der Zuständigkeiten der Behörden. Es legt fest, welche Steuern unter die Abgabenordnung fallen und wie diese verwaltet werden.

Pour qui: Alle, die Steuern zahlen müssen, da es die Grundlagen der Steuerpflicht festlegt; Staats-, Gemeinde- und Gemeindeverbandsbehörden, die für die Verwaltung von Steuern zuständig sind.

L’essentiel

Pays
Luxembourg
Domaine du droit
Droit fiscal
Paragraphes
364
Source
legilux.public.lu
Texte récupéré le
Explication mise à jour le

Que réglemente ce texte ?

  • Die Definition von Steuern und die Abgrenzung zu Gebühren und Beiträgen.
  • Das Anwendungsgebiet der Abgabenordnung für Staatssteuern und Realsteuern.
  • Die Zuständigkeiten des Finanzministers und des Innenministers bei der Durchführung von Steuergesetzen.
  • Die Organisation und Aufgaben der Steuerbehörden, einschliesslich des Steuergeheimnisses.

Qui est concerné par ce texte ?

  • Alle, die Steuern zahlen müssen, da es die Grundlagen der Steuerpflicht festlegt.
  • Staats-, Gemeinde- und Gemeindeverbandsbehörden, die für die Verwaltung von Steuern zuständig sind.

Quels sont les points clés ?

  • Steuern sind einmalige oder laufende Geldleistungen, die nicht als Gegenleistung für eine besondere Leistung erhoben werden.
  • Die Abgabenordnung gilt für Staatssteuern und, mit Einschränkungen, für Realsteuern (Grundsteuer und Gewerbesteuer).
  • Der Finanzminister kann Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften zur Durchführung von Steuergesetzen erlassen.
  • Das Steuergeheimnis ist unverletzlich; Amtsträger dürfen keine steuerrelevanten Informationen unbefugt offenbaren.

Droit fiscal

8

Droit fiscal

Texte de loi

Texte de loi
Sommaire (364)
  1. §1
  2. § 3
  3. § 4
  4. §2 Steuern nicht von der Steuerverwaltung ver­
  5. § 232 ),
  6. § 8 Diese Verordnung tritt
  7. §5
  8. § 8a Gestrichen
  9. §6 Für andere als die im § 4 bezeichneten
  10. §7
  11. §8 (1) Die im § 1 Absatz 1 enthaltenen Begriffsbestimmungen sowie die Vor
  12. §9 Gestrichen
  13. § 10 Gestrichen
  14. § 11 Gestrichen
  15. § 12 (1) Der Finanzminister kann zur
  16. § 13 (1) Für bestimmte Arten von Fällen kann
  17. § 14 (1) Der Finanzminister kann anordnen, dass
  18. § 15 R e c h t s h i l f e an
  19. § 16
  20. §17 (1) Die Staatssteuern werden von Staatsbe­
  21. § 18 Ausser der Verwaltung der Staatssteuern
  22. § 19 (1) In den Fällen des § 18 Ziffer 2 steht die
  23. § 20 ....................... der Steuerverwaltung ob­
  24. § 23
  25. § 23a Denjenigen Amtsträgern (§ 22 Absatz 3
  26. § 21 Zweiter
  27. § 22 Steuerkontrollstellen
  28. § 24 3. wer ein Geschäfts- oder Betriebsgeheim­
  29. § 25 (1) Die Gemeinde-, Ortspolizei- und sonstigen
  30. § 26 (1) Der Finanzminister oder die von ihm
  31. § 27 (1) Soweit Gemeindebehörden oder andere
  32. § 28 Gestrichen
  33. § 30 (1) Bei jeder Steuerkontrollstelle, die Steuern
  34. § 31 Der Beirat berät die Steuerkontrollstelle:
  35. § 32 (1) Unter den Voraussetzungen des § 31 soll
  36. § 33 In Einzelfällen (§ 32 Absatz 1 Ziffer 2 und
  37. § 34 (1) Dem Beirat gehören als Mitglieder an:
  38. § 35 (1) Die Mitglieder kraft Amts (§34 Absatz
  39. § 36 (3) Welche Mitglieder des Beirats jeweils
  40. § 193 ) zu gestatten, die bei Gewerbesteuer­
  41. § 36a (1) Die Mitglieder des Beirats werden von
  42. § 38 (1) Die Mitglieder des Beirats und die Stell­
  43. § 44
  44. § 45
  45. § 46 (1) Der Steuerdirektor hat die Leitung der
  46. § 37 nister können im Aufsichtsweg Verfügungen
  47. § 47
  48. § 48
  49. § 49
  50. § 50
  51. § 51 (2) Wer nicht mitwirken soll, darf nicht zu­
  52. § 68 Handlungen einer Steuerbehörde sind nicht
  53. § 69 Ein Amtsträger kann sich der Ausübung
  54. § 70 Vierter
  55. § 67 (1) In Steuersachen soll nicht mitwirken:
  56. § 71
  57. § 72 Für die in den §§ 214 und 215 bezeichneten
  58. § 73 (1) Soweit nicht die Vorschriften der §§ 72
  59. § 73a (1) Für die Besteuerung nach dem Einkom­
  60. § 74
  61. § 75
  62. § 76 In anderen als den im § 71 bezeichneten
  63. § 77 Lässt sich aus den Vorschriften der Steuergesetze die Zuständigkeit ei
  64. § 78
  65. § 79 (1) Handlungen einer Steuerkontrollstelle
  66. § 80 Gestrichen
  67. § 81 Gestrichen
  68. § 82 Für die Berechnung einer Frist gelten die
  69. § 83 (1) Fristen zur Einreichung von Erklärungen
  70. § 84 Fristen zur Einreichung von Rechtsmitteln
  71. §85 Solange die Behörde nicht entschieden hat, zugegangen ist
  72. § 86 Nachsicht wegen Versäumung einer Rechts­
  73. § 87 (1) Über den Antrag auf Nachsicht entschei­
  74. § 88 (1) Für Zustellungen gelten die Vorschriften
  75. § 89 Steuerpflichtige, die ihren Wohnsitz oder
  76. § 90 Ist der Aufenthaltsort dessen, dem zuge­
  77. § 91
  78. § 92 (1) Bis zu ihrer Bekanntgabe (§ 91) können
  79. § 93 Erachtet die Behörde eine Verfügung
  80. § 94
  81. § 95
  82. § 96
  83. § 97 (1) Steuerpflichtiger im Sinn der Abgaben­
  84. § 98 Gestrichen
  85. § 99 Wird eine Frist für die Zahlung einer Steuer­
  86. § 100 (1) Ist ungewiss, ob oder inwieweit die Vor­
  87. § 101
  88. § 105 Hat ein Steuerpflichtiger eine Umsatzsteuer
  89. § 102 (1) Für die Geschäftsfähigkeit von Privat­
  90. § 103 Die gesetzlichen Vertreter juristischer Per­
  91. § 104 Steht eine Vermögensverwaltung nach Ge­
  92. § 106
  93. § 107 (1) Wer durch Abwesenheit oder sonst ver­
  94. § 107a (1) Personen, die geschäftsmässig Hilfe in
  95. § 108 Wer als Bevollmächtigter oder als Verfü­
  96. § 109 (1) Die Vertreter und die übrigen in den §§
  97. § 110 Das Erlöschen der Vertretungsmacht oder
  98. § 111 (1) Wenn Vertreter, Verwalter oder Bevoll­
  99. § 115 (1) Gehören Gegenstände, die einem gewerb­
  100. § 116 (1) Wird ein Unternehmen oder ein in der
  101. § 113
  102. § 114 einer anderen Person übereignet, so haftet der
  103. § 112 Übereignung liegenden Rechnungsjahrs zu ent­
  104. § 117 (1) Wenn nach dem Tod oder. Wegfall eines
  105. § 118 Die Steuerkontrollstelle, die die Steuerschuld
  106. § 119 (1) Wer neben dem Steuerpflichtigen oder
  107. § 120 (1) Wenn jemand ausser in den Fällen der
  108. § 120a
  109. § 121
  110. § 122 (1) Zahlungen können, sofern nichts anderes
  111. § 123 (1) Schuldet ein Steuerpflichtiger mehrere
  112. § 124 Die Steuerpflichtigen sind berechtigt, gegen
  113. § 125 Bestehen zwischen dem Steuerpflichtigen
  114. § 126 Gestrichen
  115. § 127 (1) Zahlungen von Steuern und sonstigen
  116. § 128 Gestrichen
  117. § 129
  118. § 130
  119. § 131 (1) Der Finanzminister kann für einzelne
  120. § 132 (1) Eine Sicherheit kann der Steuerpflichtige
  121. § 133
  122. §137 Andere als die in den §§ 132 bis 136 bezeich­
  123. § 138 Ist die Leistung von Sicherheiten der in den
  124. § 134
  125. § 139
  126. § 135
  127. § 140 Wer nach den §§ 132, 136 und 137 Sicherheit
  128. § 136
  129. § 141 Inwieweit der Pflichtige in anderer Weise
  130. § 142 Gestrichen
  131. § 143 Die Ansprüche des Steuerberechtigten aus
  132. § 152
  133. § 144
  134. § 145
  135. § 146
  136. § 147
  137. § 148
  138. § 149 5. E r s t a t t u n g s und
  139. § 153
  140. § 150 (1) Kann die Rückzahlung entrichteter
  141. § 151 Wird eine Steuerfestsetzung durch Aufhebung, Rücknahme oder Änderung d
  142. § 154
  143. § 155 Zweiter
  144. § 156 P f l i c h t e n der S t e u e r p f l i c h t i g e n
  145. § 157 Was für die Erstattung gezahlter Steuern
  146. § 158 (1) Gewähren Steuergesetze in Fällen, wo
  147. § 159 Die Abtretung oder Verpfändung eines Er­
  148. § 160 (1) Wer nach anderen Gesetzen als den
  149. § 161 **
  150. § 162 vollständig und formell und sachlich richtig
  151. § 163 das Guthaben, die Wertsachen oder der In­
  152. § 164 (1) Wer Rechte, die auf seinen Namen lauten
  153. § 164a Schliessfach geben lassen. Das Verbot gilt auch
  154. § 165
  155. § 165a (1) Wer nach den Bestimmungen, die das
  156. § 165b (1) Die Grundstücksbesitzer haben bei der
  157. § 165c
  158. § 165d (1) Steuerpflichtige, die nicht natürliche
  159. § 165e
  160. § 166 (1) Bei Steuererklärungen (Erklärungen, die
  161. § 167 (1) Dem Steuerpflichtigen im Sinn der §§
  162. § 168 (1) Die Steuerpflichtigen können die Steuer­
  163. § 171 (1) Auf Verlangen (§ 205 Absätze 1 und 2)
  164. § 172 (1) Steuerpflichtige, die Handelsbücher im
  165. § 169 Wenn sie nach ihrer Buchführung eine GewinnWenn sich die Steuererkläru
  166. § 170 (1) Im Fall des § 205 Absätze 1 und 2 hat gebucht sind, ist der Betrag
  167. § 173 Auskunft geben, so hat er Schriftstücke und
  168. § 174
  169. § 175 (1) Auch wer nicht als Steuerpflichtiger be­
  170. § 176 In den Fällen des § 175 kann der Befragte
  171. § 177 (1) Die Auskunft können ferner verweigern:
  172. § 178 Ein Geistlicher darf nicht über solche Tat­
  173. § 179 (1) Die Verpflichtung öffentlicher Behörden
  174. § 180
  175. § 181 Auskunftspersonen kann auf Verlangen eine
  176. § 182
  177. § 183
  178. § 184
  179. § 185 (1) Zur Ermittlung des Steuerwerts von
  180. § 186 Als Sachverständiger hat auf Verlangen
  181. § 187a V. Beistandspflicht der Behörden
  182. § 188 (1) Die Staats- und Gemeindebehörden, die
  183. § 187
  184. § 189 *
  185. § 189a
  186. § 192
  187. §189b
  188. § 189c
  189. § 189d
  190. § 189e Die Träger der Sozialen Versicherung und
  191. § 190
  192. § 191 (1) Wer Gegenstände gewinnen, herstellen
  193. § 194 (1) Den Aufsichtsbeamten ist jede für die
  194. § 195
  195. § 196
  196. § 197
  197. § 198 (1) Wenn jemand in der Absicht der Steuer­
  198. § 199 (1) Wer geschäftsmässig oder gegen Entgelt
  199. § 200
  200. § 200a
  201. § 201 (1) Die Steuerkontrollstellen haben darüber
  202. § 202 (1) Die Steuerkontrollstellen können Anord­
  203. § 203 (1) Wenn das Gesetz die Gewährung von
  204. § 205 Die Steuerkontrollstelle hat die Steuer­
  205. § 204 (1) Die Steuerkontrollstelle hat die steuer­
  206. § 205a
  207. § 206 (1) Die Steuerkontrollstellen können Sach­
  208. § 207 (1) Die Steuerkontrollstelle soll die Vorle­
  209. § 209 (1) Wenn es sich um die Ermittlung von
  210. § 210 (1) Nach Abschluss seiner Ermittlungen setzt
  211. § 210a (1) Der Realsteuerbescheid richtet sich auch
  212. § 210b (1) Für die Steuern vom Einkommen, vom
  213. § 211 (1) Steuerbescheide, die nach den Steuer­
  214. § 212 Ist ein förmlicher Steuerbescheid nicht zu
  215. § 212a (1) Bei den Realsteuern setzt die Steuerkon­
  216. § 212b (1) Die Steuerkontrollstellen teilen die fest­
  217. § 212c (1) Besteht Streit darüber, ob und inwieweit
  218. § 213 (1) Die Feststellung der Besteuefungsgrund­
  219. § 214 Gesondert festgestellt werden die der Besteu­
  220. § 215 (1) Die im § 214 vorgesehenen gesonderten
  221. § 216 (1) In dem Feststellungsbescheid (§§ 214 und
  222. § 217 (1) Soweit die Steuerkontrollstelle die Be­
  223. § 218 (1) Auf Feststellungsbescheide, die nach den
  224. § 219
  225. § 220 Der Finanzminister kann Bestimmungen
  226. § 221 Gestrichen
  227. § 222 (1) Hat bei Steuern...................................,die
  228. § 223 Nachforderungen von Steuern sind, soweit
  229. § 224 Wenn bei einer Nachprüfung durch die Auf­
  230. § 225 Wo das Gesetz wegen bedingter, befristeter
  231. § 225a (1) Ein Feststellungsbescheid über einen Ein­
  232. § 225b Besteht Streit darüber, ob ein gewerblicher
  233. § 226 (1) Ist ein Vermögensteuerbescheid oder ein
  234. § 227 Das Steuerermittlungsverfahren ist (ausser in
  235. § 228
  236. § 229
  237. § 230
  238. § 231 (1) Einen Feststellungsbescheid der in den
  239. § 232a Rechtsmittel können nicht darauf gestützt
  240. § 233 Der Steuerkontrolleur-Steuerinspektor kann
  241. § 235 ....... Rechtsmittel................................sind ferner
  242. § 236
  243. § 237
  244. § 234
  245. § 238 Bei Steuerbescheiden, die frühere Steuerbe­
  246. § 239 (1) Zur Einlegung von Rechtsmitteln, die
  247. § 240
  248. § 245 ihn auch von Amts wegen als Beteiligten
  249. § 246 insbesondere wer auf Grund dieser Gesetze
  250. § 242 In Steuersachen ist der Rechtsweg vor den
  251. § 243 (1) Soweit die Rechtsmittelbehörden zur
  252. § 247 Wer berechtigt ist, ein Rechtsmittel einzu­
  253. § 248 (1) Auf Einlegung von Rechtsmitteln kann
  254. § 252 wer das Rechtsmittel eingelegt hat. Einlegung
  255. § 253 stelle der Behörde anzubringen, deren Bescheid
  256. § 254 Stelle oder einer für eine frühere Rechtstufe
  257. § 250
  258. § 251 einzelnen Fall bestimmt.§255
  259. § 256 Die Unterlagen der Besteuerung, die dem
  260. § 257 Wenn Auskunftspersonen oder Sachverstän­
  261. § 258 (1) Bei Zurückweisung des Rechtsmittels soll
  262. § 382 Soweit eine Steuerzerlegung (Zerlegung von
  263. § 383 (1) Im Zerlegungsverfahren haben die Steuer­
  264. § 384 Beteiligte am Zerlegungsverfahren sind:
  265. § 385 (1) Die beteiligten Gemeinden können von
  266. § 338 (1) Über die Zerlegung erteilt die Steuer­
  267. § 387 (1) Ist ein Einkommensteuerbetrag oder ein
  268. § 388
  269. § 388a
  270. § 389 Den Gemeinden stehen im Sinn des § 385
  271. § 390 (1) Ist ein Steuerbetrag oder Steuermessbe­
  272. § 391 Das Strafgesetzbuch gilt, soweit die Steuer­
  273. § 392 (1) Steuervergehen im Sinn dieses Gesetzes
  274. §393 Wenn in Betrieben von juristischen Personen
  275. § 394 Gestrichen
  276. § 395 (1) Straffrei bleibt, wer in unverschuldetem
  277. § 396 (1) Wer zum eigenen Vorteil oder zum Vor­
  278. § 397 (1) Der Versuch der Steuerhinterziehung ist
  279. §400 Wird wegen Steuerhinterziehung auf eine
  280. § 401 (1) Bei Verurteilung wegen Steuerhinter­
  281. § 401a
  282. § 398 Die Strafe für die T a t gilt auch für eine Bei­
  283. § 401b
  284. § 399 Wenn wegen Steuerhinterziehung auf eine
  285. § 402 (1) Wer fahrlässig als Steuerpflichtiger oder
  286. § 403
  287. § 404 Rückfall
  288. § 411 Gestrichen
  289. § 412 Gestrichen
  290. § 410
  291. § 413 Selbstanzeige
  292. § 405 §§ 406 bis 409
  293. § 414 (3) Die im ersten und zweiten Absatz vor­
  294. § 415 Wird auf Einziehung erkannt, so geht das
  295. § 417 (1) Wer neben dem Schuldigen für Geld­
  296. § 418
  297. § 419
  298. § 416 V erj äh r u n g
  299. § 420 Die Strafprozessordnung gilt, soweit die
  300. § 421 (1) Die Steuerkontrollstellen haben bei allen
  301. § 422 Ist ein und dieselbe Handlung zugleich als
  302. § 423 Besteht gegen einen Rechtsanwalt der Ver­
  303. § 424 (1) Sachlich zuständig zur Untersuchung und
  304. § 425 Die Steuerkontrollstellen sind befugt, sich
  305. § 426 (1) Solange nicht die Steuerkontrollstelle
  306. § 427 (1) Die Behörden und Beamten des Polizeiund Sicherheitsdienstes haben
  307. § 428 (1) Örtlich zuständig ist die Steuerkontroll­
  308. § 429
  309. § 430 (1) Die Steuerkontrollstellen können Be­
  310. § 431 Um die Beschlagnahme von Briefen und Sen­
  311. § 432 (überholt durch die Streichung des § 407)
  312. § 433
  313. §436 Die Steuerkontrollstellen können die nach
  314. § 437 digten und dem Eigentümer möglichst vorher
  315. § 434 soweit in den Steuergesetzen nichts Abwei­
  316. § 435 deutung haben, der Steuerkontrollstelle mit­
  317. § 438
  318. § 440 Die Hilfstellen und die Beamten der Steuer­
  319. § 441 (1) Die Steuerkontrollstellen haben die
  320. § 442 (1) Gegen den Beschuldigten soll ein Straf­
  321. § 443 (1) Wer neben dem Beschuldigten für Geld­
  322. § 444 Der Beschuldigte und die Nebenbeteiligten
  323. §445 Wenn der Beschuldigte das Steuervergehen
  324. § 446 (3) Ist auf Einziehung zu erkennen und steht
  325. § 448
  326. § 449
  327. § 447 Gebilden mehrere Vertreter, Vorsteher oder
  328. § 454 nicht der Antrag auf gerichtliche Entscheidung
  329. § 451 verkehr zu entrichtende Fernsprech­
  330. § 452 g) Kosten der Erhaltung beschlagnahm­
  331. § 453
  332. § 455 (1) Gegen andere Verfügungen der Steuer­
  333. § 460 Geldstrafen und Gegenstände, deren Ein­
  334. § 456
  335. § 457 Gestrichen
  336. § 458 Vollstreckbare Strafbescheide und Beschwer­
  337. § 459 (1) Die Steuerkontrollstellen haben die Strafund Beschwerdebescheide s
  338. § 461 Hat der Beschuldigte oder ein Nebenbe­
  339. § 462 (1) Wird der Strafbescheid nicht zurückge­
  340. § 463 (1) Das Gericht hat den Antrag auf gericht­
  341. § 464
  342. § 467 (1) Nach Übersendung der Verhandlungen
  343. § 465 (1) Der Beschuldigte oder der Nebenbe­
  344. § 468
  345. § 469 (1) Das Gericht ist bei der Entscheidung an
  346. § 466
  347. § 470 (1) Hat der gesetzliche Vertreter eines noch
  348. § 471
  349. § 474 Beamte der Steuerkontrollstellen dürfen aus­
  350. § 472 (1) Erhebt die Staatsanwaltschaft wegen
  351. § 475 Auslagenerhebung
  352. § 476 Der Steuerdirektor kann die Befugnisse, die
  353. § 477 (1) Der Finanzminister ist befugt, von der
  354. § 478
  355. § 483
  356. § 484 Gestrichen
  357. § 485
  358. § 479
  359. § 480 Gestrichen
  360. § 486
  361. § 481
  362. § 487
  363. § 482
  364. § 488 Gestrichen

A. — Abgabenordnung *) V o m 22. Mai 1931 Einleitende Vorschriften Erster Abschnitt Grundbegriffe

§1

2.das Bewertungsgesetz, 3. die steuerlichen Vorschriften des Finanz­ ausgleichsgesetzes, 4. das Gesetz über gegenseitige Besteu­ erung, 5. die Gesetze, die die einzelnen Steuern, für deren Verwaltung die Abgabenord­ nung gilt, regeln oder sichern.
(1)Steuern sind einmalige oder laufende Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von

Zweiter Abschnitt

einem öffentlichrechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einkünften allen auferlegt wer­ den, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den Anwendungsgebiet das Gesetz die Leistungspflichtknüpft.................... der Abgabenordnung ................................ ; nicht darunter fallen Gebühren für besondere Inanspruchnahme der Verwal­

§ 3

tung und Beiträge (Vorzugslasten).

Die Abgabenordnung gilt für die Staats­

(2)Staatssteuern sind die Steuern, die ganz steuern. oder zum Teil zugunsten des Staates erhoben werden, ferner die Kraftfahrzeugsteuer (ein­

§ 4

schliesslich Zuschlag), ..........

(1)Für die Realsteuern gelten, soweit diese
(3)Realsteuern sind die Grundsteuer und Steuern von der Steuerverwaltung verwaltet die Gewerbesteuer (Steuer vom stehenden werden, die Vorschriften der Abgabenordnung.

Gewerbe).

(2)Für die Realsteuern gelten, soweit diese

§2Steuern nicht von der Steuerverwaltung ver­

(1)Gesetz im Sinn der Abgabenordnung ist waltet werden, sinngemäss die folgenden Vor­ schriften der Abgabenordnung: jede Rechtsnorm.
(2)Steuergesetze im Sinn der Abgabenord­ 1. die Vorschriften über die Haftung ........ nung sind 2. die Vorschriften über Erlass, Erstattung 1. die Abgabenordnung und das Steuer­ und Anrechnung von Steuern (§ 131 anpassungsgesetz, Absatz 2 Satz 1 und § 131 Absatz 3), 3. die Vorschriften über die Abhängigkeit *) Eingeführt in Luxemburg durch die „Verordnung über Anwendung von steuerrechtlichen Vorschriften" des Realsteuerbescheids vom Steuermess­ vom 30. September 1940. ( V . Bl. Nr 3 vom 10. Okto­ bescheid (§ 212b Absätze 2 und 3 und ber 1940, S. 17.)

§ 232

),

§ 4Soweit das sachliche Reichssteuerrecht in Luxem­

burg anzuwenden ist, finden auch die folgenden Vor­ 4. die Vorschriften über Rechtsnachfolger schriften Anwendung: und Haftpflichtige (§§ 210a und 240), ) Die Reichsabgabenordnung vom 3 2 . M a i 1931 ........

5.die Vorschriften über das Steuerstraf­

§ 8Diese Verordnung tritt

.......... am 1. Oktober 1940 in Kraft. recht.

1

§5

§ 8aGestrichen

Vorschriften, aus denen sich ein weiterreichendes Anwendungsgebiet der Abgabenordnung ergibt, bleiben unberührt.

§6Für andere als die im § 4 bezeichneten

Steuern der Gemeinden (und der Gemeindeverbände)................................geltendie Vorschriften der Abgabenordnung über die Erhebung und die Beitreibung (§§ 122 und 123) insoweit, als die Steuern von der Steuerverwaltung erhoben und beigetrieben werden.

§7

Für diejenigen öffentlichrechtlichen Abgaben, die unter die Vorschrift des § 18 Ziffer 5 Satz 1 fallen, gelten, soweit die Abgaben von der Steuerverwaltung verwaltet werden, die Vorschriften der Abgabenordnung sinngemäss mit der Massgabe, dass gegen Verfügungen der Steuerverwaltung lediglich die Beschwerde an den Steuerdirektor, gegen Beschwerdeentscheidungen und sonstige Verfügungen des Steuerdirektors ein Rechtsmittel nicht gegeben ist.

Remarque: (voir arrêt du Conseil d'Etat, Comité du Contentieux rendu à la date du 16 juillet 1947). L a distinction prévue à la Abgabenordnung entre p. ex. la Beschwerde, Anfechtung, Einspruch etc. etc. a cessé d'exister.

L'art. 8 de l'arr. du 26 octobre 1944 déroge à la Abgabenordnung, qui, au surplus, est toujours en vigueur.

§8(1) Die im § 1 Absatz 1 enthaltenen Begriffsbestimmungen sowie die Vorschriften über

das Steuergeheimnis (§§ 22 und 412) und die Ersatzpflicht (§ 23) gelten für alle Steuern des Staates, der Gemeinden, der Gemeindebeverbände und .......................................

(2)Die Vorschriften der Abgabenordnung über das gerichtliche Verfahren in Steuerstrafsachen (§§461 bis 467, §§ 469, 470, 472 bis
476)gelten, soweit sie nach § § 3 bis 5 nicht unmittelbare Abwendung finden, sinngemäss für alle öffentlichrechtlichen Abgaben. ...........

Dritter Abschnitt Steuerrechtliche Grundsätze

§9Gestrichen

§ 10Gestrichen

§ 11Gestrichen

Vierter Abschnitt Durchführung der Steuergesetze

§ 12(1) Der Finanzminister kann zur

Durchführung und zur Ergänzung der vom Staat erlassenen Steuergesetze, insbesondere auch zur Überleitung der Gesetzgebung und der Behördenorganisation, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften erlassen. Er kann insbesondere den Umfang der Befreiungen, Steuerermässigungen und Steuervergütungen näher bestimmen. Er kann auf dem Gebiet der Staatssteuern für einzelne Gruppen von Fällen bestimmen, dass die Steuer im Abzugsverfahren durch Dritte zu entrichten ist; dabei kann er das Nähere insbesondere über die Haftung des Dritten und die Entlastung des Steuerpflichtigen bestimmen.

(2)Zu Vorschriften (Absatz 1), die eine Realsteuer, ....................................... unmittelbar betreffen, bedarf der Finanzminister der Zustimmung des Innenministers.
(3)Vorschriften (Absatz 1), die lediglich die den Gemeinden als eigene Aufgabe obliegende (nicht nach § 26 übertragene) Verwaltungstätigkeit auf dem Gebiet der Realsteuern ......... betreffen, erlässt der Innenminister mit Zustimmung des Finanzministers. Für andere als die im Satz 1 bezeichneten Gemeinde­ steuern werden alle Vorschriften (Absatz 1) vom Innenminister mit Zustimmung des Finanz­ ministers erlassen.

§ 13(1) Für bestimmte Arten von Fällen kann

der Finanzminister aus Billigkeitsgründen all­ gemein anordnen, dass abweichend von den Vorschriften des allgemeinen Rechts (Steuer­ rechts) 1. von Staatssteuern Befreiung gewährt wird oder die Steuern niedriger festgesetzt werden;

2.von Realsteuern Befreiung gewährt wird oder die Steuermessbeträge für die Real­ steuern niedriger festgesetzt werden;
3.die Besteuerungsgrundlagen für die Be­ steuerung nach dem Einkommen, dem Ertrag, dem Vermögen oder dem Um­ satz niedriger festgestellt werden.
(2)Zu Vorschriften, die eine Realsteuer un­ mittelbar betreffen (Absatz 1 Ziffer 2), bedarf der Finanzminister der Zustimmung des Innen­ ministers.

§ 14(1) Der Finanzminister kann anordnen, dass

die Festsetzung, die Erstattung und die Ver­ gütung von Steuern und anderen steuerrecht­ lichen Geldleistungen unterbleiben, wenn der Betrag, der festzusetzen, zu erstatten oder zu vergüten ist, eine gewisse Grenze voraussicht­ lich nicht übersteigt.

(2)Der Finanzminister kann Bestimmungen über die Abrundung von Steuern und anderen steuerrechtlichen Geldleistungen treffen.

§ 15R e c h t s h i l f e an

ausländische Steuerbehörden, A u s g l e i c h u n g der inund ausländischen Besteuerung, Vergeltungsrecht Der Finanzminister kann Vorschriften über die Gewährung von Rechtshilfe an ausländische Steuerbehörden erlassen und zur Ausgleichung der in- und ausländischen Besteuerung oder zur Anwendung eines Vergeltungsrechts die Steuerpflicht und das Verfahren abweichend von den Gesetzen über die Staatssteuern und von den rechtlichen Vorschriften über die Real­ steuern regeln.

§ 16

ERSTER TEIL

Behörden Erster Abschnitt Allgemeine Vorschriften

§17(1) Die Staatssteuern werden von Staatsbe­

hörden verwaltet (Steuerbehörden).

(2)Die oberste Leitung steht dem Finanz­ minister zu. Unter ihm steht der Steuerdirek­ tor und unter diesem Steuerkontrollstellen und Steuerkassen.
(3)................................
(4)................................

§ 18Ausser der Verwaltung der Staatssteuern

liegen die folgenden Verwaltungsgeschäfte der Steuerverwaltung und dem Steuerdirektor ob:

1.die Festsetzung und Zerlegung der Steuermessbeträge bei den Realsteuern.

Eingeschlossen sind die Vorbereitung, die Nachprüfung, die Steueraufsicht, das Rechtsmittelverfahren und das Strafver­ fahren;

2.sonstige (nicht unter Ziffer 1 fallende) Verwaltungsgeschäfte auf dem Gebiet der Realsteuern und Verwaltungsge­ schäfte auf dem Gebiet anderer Steuern der Gemeinden und Gemeindeverbände, soweit der Finanzminister die Verwal­ tungsgeschäfte der Steuerverwaltung übertragen hat. Derartige Verwaltungs­ geschäfte werden der Steuerverwal­ tung nicht mehr neu übertragen. Ver­ waltungsgeschäfte der in Satz 1 be­ zeichneten Art, die der Steuerverwal­ tung bereits übertragen sind, sind spätestens bis zum 1. April 1940 zurückzuübertragen;
3........................................
4........................................ kann, dass die Festsetzung der Abgaben der SteuerVerwaltung übertragen wird.

§ 19(1) In den Fällen des § 18 Ziffer 2 steht die

oberste Sachleitung der obersten Gemeinde­ behörde zu.

(2)Zur obersten Sachleitung gehören weder Massnahmen der Personalleitung noch orga­ nisatorische Massnahmen.
5.die Verwaltung anderer (nicht unter
(3)Soweit zur Herbeiführung einer einheit­ die Ziffern 1 bis 4 fallender) öffentlich­ lichen Verwaltungsübung allgemeine Verwal­ rechtlicher Abgaben, soweit der Finanz­ tungsanordnungen (allgemeine Verfügungen) minister die Verwaltung dieser Abgaben zulässig sind, ist für die Verwaltungsanord­ der Steuerverwaltung überträgt. Auf nungen der Finanzminister zuständig. § 12 Antrag der zuständigen Stelle muss Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. dies insoweit geschehen, als die Abgaben sich an die nach den §§ 214 und 215 ge­
(4)................................. sondert festzustellenden Besteuerungs­
(5)Der Abgabenberechtigte (Gemeinde, .......­ grundlagen, an das einkommensteuer­ ........... oder sonstige Körperschaft des öffent­ pflichtige oder körperschaftsteuerpflich­ lichen Rechts) kann über seine von der Steuer­ tige Einkommen, an das vermögensteuer­ verwaltung verwalteten öffentlichrechtlichen pflichtige Vermögen, an die Einkom­ Abgaben Auskunft (und zwar grundsätzlich mensteuer, an die Körperschaftsteuer, nicht schriftliche Auskunft, sondern münd­ an die Vermögensteuer, an die Steuer­ liche Auskunft) verlangen. messbeträge für die Gewerbesteuer oder (soweit die Festsetzung der Realsteuern

§ 20....................... der Steuerverwaltung ob­

In den Fällen des § 18 werden die Kosten liegt) an die Realsteuern ................................. der Verwaltung: anschliessen. Im übrigen kann es auf 1. vom Staat getragen:

Antrag der zuständigen Stelle geschehen; soweit die Realsteuern von der Steuer­ 6. die Mitteilung von Besteuerungsgrund­ lagen, Steuermessbeträgen und Steuer­ beträgen an Körperschaften des öffent­ lichen Rechts, soweit der Finanzmi­ nister die Steuerverwaltung zu derarti­ gen Mitteilungen anweist. Auf Antrag der zuständigen Stelle muss dies inso­ weit geschehen, als die öffentlichrecht­ lichen Körperschaften zur Festsetzung öffentlichrechtlicher Abgaben der Be­ steuerungsgrundlagen, Steuermessbe­ träge oder Steuerbeträge bedürfen und für die öffentlichrechtlichen Abgaben die Voraussetzungen vorliegen, unter denen nach Ziffer 5 Satz 2 verlangt werden verwaltung verwaltet werden. Soweit Behörden oder Beamte der Gemeinden oder Gemeindeverbände oder soweit Personen mitwirken, die für eine Ge­ meinde oder einen Gemeindeverband ehrenamtlich tätig sind, fallen die Kosten der Gemeinde oder dem Gemeindever­ band zur Last. Abdrucke seiner Gesetze, Verordnungen und allgemeinen Ver­ waltungsanordnungen stellt die Gemeinde oder der Gemeindeverband in der erfor­ derlichen Anzahl unentgeltlich zur Ver­ fügung.

2.dem Staat vergütet:
a)soweit der Steuerverwaltung Ver­ waltungsgeschäfte obliegen, deren Übertragung der Finanzminister nach

§ 18Ziffern 4 bis 6 nicht ablehnen

kann: nach Massgabe von Entschädi­ gungsgrundsätzen, die der Fi­ nanzminister aufstellt;

b)im übrigen (soweit weder Ziffer 1 noch Ziffer 2a Platz greift): nach Massgabe der Vereinba­ rungen, die bei der Übernahme der Verwaltung zwischen dem Finanzminister und der sonst be­ teiligten Stelle getroffen werden.

§ 23

§ 23aDenjenigen Amtsträgern (§ 22 Absatz 3

Satz 1) der Steuerverwaltung, die bei der Be­ kämpfung strafbarer Handlungen (insbeson­ dere bei der Bekämpfung von Schmuggel, Steuerflucht, anderen Steuervergehen, Mono­ polvergehen und Devisenzuwiderhandlungen) mitwirken, können die Rechte und Pflichten übertragen werden, die nach der Strafpro­ zessordnung den Hilfsbeamten der Staatsan­ waltschaft zustehen.

§ 21Zweiter

Abschnitt

§ 22Steuerkontrollstellen

(1)Das Steuergeheimnis ist unverletzlich.
(2)Einer Verletzung des Steuergeheim­ nisses macht sich schuldig:
1.wer Verhältnisse eines Steuerpflichtigen, die ihm als Amtsträger oder amtlich zugezogenem Sachverständigen im Be­ steuerungsverfahren, im Steuerstrafver­ fahren oder auf Grund einer Mitteilung einer Steuerbehörde in einem anderen Verfahren bekanntgeworden sind, unbe­ fugt offenbart;
2.wer den Inhalt von Verhandlungen in Steuersachen, an denen er als Amtsträger oder als amtlich zugezogener Sachver­ ständiger beteiligt war, unbefugt offen­ bart;

§ 243. wer ein Geschäfts- oder Betriebsgeheim­

nis, das ihm als Amtsträger oder amtlich zugezogenem Sachverständigen im Be­ steuerungsverfahren oder im Steuerstraf­ verfahren anvertraut worden oder zu­ gänglich geworden ist, unbefugt verwertet.

(3)Amtsträger ist ein Beamter oder wer, ohne Beamter zu sein, dazu bestellt ist, obrig­ keitliche Aufgaben wahrzunehmen. .................
(1)Der Finanzminister bestimmt den Sitz und den Bezirk der Steuerkontrollstellen.
(2)Der Finanzminister bestimmt ferner den Umfang der Geschäfte der Steuerkontrollstellen; er kann insbesondere Steuerkontrollstellen auf die Verwaltung bestimmter Steuern oder die Wahrnehmung bestimmter Aufgaben be­ schränken.

§ 25(1) Die Gemeinde-, Ortspolizei- und sonstigen

Ortsbehörden haben den Steuerkontrollstellen auch neben der im § 188 vorgesehenen Bei­ standspflicht Hilfe zu leisten, soweit dies wegen ihrer Kenntnis der örtlichen Verhältnisse oder zur Ersparung von Kosten oder Zeit zweckmäs­ sig ist.

(2)Eine Entschädigung wird nicht gewährt.

§ 26(1) Der Finanzminister oder die von ihm

beauftragte Staatsbehörde kann aus dem Auf­ gabenkreis der Steuerkontrollstellen einzelne Arten von Geschäften, insbesondere die Erhe­ § bung, die Beitreibung, die 29 Zustellung oder die Bearbeitung der Stundungsangelegenheiten, sei es allgemein, sei es für eine Abgabe oder für mehrere Abgaben, Behörden der Gemeinden oder der Gemeindeverbände übertragen.

(2).....................................
(3)Der Finanzminister oder die von ihm beauftragte Staatsbehörde kann, vorbehaltlich abweichender Vereinbarungen, die Übertra­ gung zurücknehmen.
(4)Soweit auf Grund einer Übertragung, die auf Absatz 1 beruht, Steuern von Behörden einer Gemeinde oder eines Gemeindeverbandes verwaltet werden, finden die Vorschriften der Abgabenordnung Anwendung. Der Finanzmi­ nister kann jedoch zulassen, dass auf die Bei­ treibung die für Gemeindesteuern geltenden Vorschriften Anwendung finden.
(5)Sind auf dem Gebiet der Staatssteuern Verwaltungsgeschäfte Behörden der Gemein­ den oder Gemeindeverbände übertragen wor­ den, so erhalten die Gemeinden oder Gemeinde­ verbände für diese Verwaltung vom Staat eine Entschädigung. Im übrigen wird eine Ent­ schädigung nur dann gewährt, wenn der Staat auf Grund des § 20 Ziffer 2 eine Vergütung erhält. Für die nach den Sätzen 1 und 2 zu gewährenden Entschädigungen stellt der Finanzminister Entschädigungsgrundsätze auf.

§ 27(1) Soweit Gemeindebehörden oder andere

Behörden oder Beamte Geschäfte der Steuer­ kontrollstellen wahrnehmen, haben sie den Weisungen der Steuerbehörden zu folgen.

(2)Soweit bei Verkehrsteuern, die von der Steuerkontrollstelle verwaltet werden, andere Behörden oder Beamte........................mitwirken, kann die Steuerkontrollstelle ihre Tätigkeit nachprüfen.

§ 28Gestrichen

(1)Die Steuerkontrollstellen stehen unter Leitung von Vorstehern, (Steuerinspektoren oder Steuerkontrolleuren), denen die erforder­ lichen Beamten beigegeben werden. Mit Ver­ tretung der Vorsteher im allgemeinen oder mit Wahrnehmung einzelner Dienstgeschäfte der Vorsteher können andere Beamte betraut werden.
(2)Die Vorsteher haben darauf zu halten, dass die Steuern in ihrem Bezirk nach dem Ge­ setz verwaltet und alle Steuerpflichtigen gleich­ mässig behandelt werden. Sie haben alles, was für die Festsetzung der Steuern in ihrem Be­ zirk wichtig ist, sorgfältig zu erkunden und die Nachrichten darüber zu sammeln und fort­ laufend zu ergänzen.

§ 30(1) Bei jeder Steuerkontrollstelle, die Steuern

vom Einkommen, vom Ertrag, vom Vermögen oder vom Umsatz verwaltet, besteht ein Beirat.

(2)......................................

§ 31Der Beirat berät die Steuerkontrollstelle:

1.Bei der gesonderten Feststellung der Be­ steuerungsgrundlagen in den Fällen der §§ 214, 215 und 220 Ziffer 2 ;
2.Bei der Festsetzung der Steuermessbe­ träge für die Gewerbesteuer;
3.bei der Festsetzung der Steuern vom Einkommen und vom Umsatz und bei der Festsetzung der Vermögensteuer.

Ausgenommen sind diejenigen Steuern, die regelmässig durch Steuerabzug er­ hoben werden.

§ 32(1) Unter den Voraussetzungen des § 31 soll

die Steuerkontrollstelle ein Mitglied oder meh­ rere Mitglieder des Beirats hören:

1.in Angelegenheiten von allgemeiner Be­ deutung (z. B . bei der Festsetzung von Durchschnittsätzen);
2.in wichtigen Einzelfällen, zum Beispiel:
a)bei Musterfällen;
b)wenn die Steuerkontrollstelle in be­ sonderen Fällen Aufschluss wünscht über die soziale Lage eines Steuer­ pflichtigen, über besondere örtliche Verhältnisse oder über Umstände, die für eine Schätzung von Bedeutung sind.
(2)Vor der Entscheidung über einen Ein­ spruch, der sich gegen eine der im § 31 be­ zeichneten Steuerfeststellungen und Steuer­ festsetzungen richtet, hat die Steuerkontroll­ stelle ein Mitglied oder mehrere Mitglieder des Beirats zu hören.

§ 33In Einzelfällen (§ 32 Absatz 1 Ziffer 2 und

§32 Absatz 2) ist eine Anhörung des Beirats nicht erforderlich:

1.soweit es sich um reine Rechtsfragen handelt;
2.wenn bereits in einer früheren Lage des Verfahrens ein Mitglied oder mehrere Mitglieder des Beirats über den Fall gehört worden sind;
3.wenn bereits in einem anderen, entspre­ chend liegenden Einzelfall (in einem Musterfall) ein Mitglied oder mehrere Mitglieder des Beirats gehört worden sind und die Steuerkontrollstelle ent­ schlossen ist, an der Entscheidung fest­ zuhalten, die in dem Musterfall getroffen worden ist.

§ 34(1) Dem Beirat gehören als Mitglieder an:

1.kraft ihres Amts: die Bürgermeister derjenigen Gemein­ den, die ganz oder zum Teil im Be­ zirk der Steuerkontrollstelle belegen sind;
2.kraft Berufung durch den Vorsteher der Steuerkontrollstelle: eine Anzahl Personen, die den Erfor­ dernissen des Absatzes 2 genügen.
(2)Die Mitglieder kraft Berufung (Absatz 1 Ziffer 2) müssen wenigstens fünfundzwanzig Jahre alt, Luxemburger Staatsbürger und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sein. Sie müssen im Bezirk der Steuerkontrollstelle (wenn eine Gemeinde zu den Bezirken mehrerer Steuerkontrollstellen gehört: in der Gemeinde) wohnen, mit den örtlichen Verhältnissen ver­ traut und in wirtschaftlichen Fragen erfahren sein.
(3)Bei der Berufung in den Beirat hat der Vorsteher der Steuerkontrollstelle die Vor­ schläge der Wirtschaftszweige und (soweit für einzelne Wirtschaftszweige durch Gesetz eine ständige Gliederung durchgeführt ist) der Berufs­ stände zu berücksichtigen, und zwar entspre­ chend der wirtschaftlichen Bedeutung, die die einzelnen Wirtschaftszweige und Berufstände in dem Steuerkontrollbezirk haben. Der Vor­ steher der Steuerkontrollstelle kann ausser den Personen, die er auf Grund von Vorschlägen der Wirtschaftszweige und Berufstände in den Beirat beruft, auch andere geeignete (den Er­ fordernissen des Absatzes 2 entsprechende) Personen in den Beirat berufen.

§ 35(1) Die Mitglieder kraft Amts (§34 Absatz

1 Ziffer 1) gehören dem Beirat für die Dauer ihres Hauptamts an. Sie können sich im Bei­ rat vertreten lassen.

(2)Die Mitglieder kraft Berufung (§ 34 Absatz 1 Ziffer 2) können sich im Beirat nicht ver­ treten lassen. Der Vorsteher der Steuerkon­ trollstelle kann die Berufung unter Angabe des Grunds zurücknehmen.

§ 36(3) Welche Mitglieder des Beirats jeweils

heranzuziehen sind, bestimmt der Vorsteher der Steuerkontrollstelle je nach den zu be­ handelnden Fragen.

(2)Bei der Einkommensteuer oder Körper­ schaftsteuer eines Gewerbesteuerpflichtigen und bei der Gewerbesteuer soll die Steuerkontroll­ stelle den Bürgermeister der Gemeinde, in der der Steuerpflichtige eine Betriebstätte hat, hören, wenn es sich um einen Fall von grösserer Bedeutung handelt oder wenn im einzelnen Fall der Bürgermeister seine Zuziehung ver­ langt. Das gilt nur für Gemeinden, die zum Bezirk der Steuerkontrollstelle gehören.
(3)Auf Verlangen des Bürgermeisters (Ab­ satz 2) ist ihm oder einem anderen Beamten der Gemeinde Einsicht zu gewähren in die den Gewerbesteuerpflichtigen betreffenden Be­ triebsprüfungsberichte, Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerakten der Steuerkontrollstelle.
(4)Auf Verlangen des Bürgermeisters (Ab­ satz 2) ist ihm oder einem anderen Beamten der Gemeinde die Teilnahme an denjenigen Be­ triebsprüfungen (§ 162 Absätze 9 und 10 und

§ 193) zu gestatten, die bei Gewerbesteuer­

pflichtigen in der Gemeinde stattfinden.

§ 36a(1) Die Mitglieder des Beirats werden von

dem Vorsteher der Steuerkontrollstelle schrift­ lich oder mündlich zur Tagung einberufen.

(2)Den Ort der Tagung bestimmt der Vor­ steher der Steuerkontrollstelle.
(3)Er leitet die Tagung, sofern er nicht einen anderen Beamten der Steuerkontrollstelle mit der Leitung beauftragt.
(4)Er bestimmt, welche Beamte und Ange­ stellte der Steuerkontrollstelle an der Tagung teilnehmen.
(5)Der Finanzminister und der Steuerdirek­ tor können Beamte entsenden, die an der T a ­ gung des Beirats teilnehmen.
(6)Eine Abstimmung findet nicht statt.
(2)Das Amt als Mitglied des Beirats ist ein Ehrenamt. Jedoch kann eine angemessene Entschädigung gewährt werden.

§ 38(1) Die Mitglieder des Beirats und die Stell­

vertreter (§ 35 Absatz 1 Satz 2) haben bei Eintritt in ihre Tätigkeit dem Vorsteher der Steuerkontrollstelle durch Handschlag an Eides Statt folgendes zu geloben:

Ich werde mein Amt unparteiisch und nach bestem Wissen und Gewissen ausüben, nur dem Allgemeinwohl dienen, keine Sonderinteressen ver­ folgen und das Steuergeheimnis wahren.

(2)Über die eidesstattliche Verpflichtung ist eine Niederschrift aufzunehmen. §§ 39 bis 43 (eingearbeitet in die § § 36 und 38) Dritter Abschnitt Steuerdirektor

§ 44

§ 45

§ 46(1) Der Steuerdirektor hat die Leitung der

Steuerverwaltung. Er überwacht die Gleich­ mässigkeit der Gesetzesanwendung und beauf­ sichtigt die Geschäftsführung der Steuerkon­ trollstellen.

(2)Der Steuerdirektor und der Finanzmi­

§ 37nister können im Aufsichtsweg Verfügungen

(1)Die Mitglieder des Beirats und die Stell­ nachgeordneter Behörden von Amts wegen vertreter (§ 35 Absatz 1 Satz 2) sind Amts­ oder auf Gegenvorstellung hin ausser Kraft träger. setzen und nur dann ausser diese Behörden anweisen;

Verfü­ gungen können jedoch Kraft gesetzt werden, wenn sie von den nachgeord­ neten Behörden zurückgenommen werden könn­ ten.

§ 47

§ 48

§ 49

§ 50

§ 51(2) Wer nicht mitwirken soll, darf nicht zu­

gegen sein, solange über die Angelegenheit be­ raten und entschieden wird.

§ 68Handlungen einer Steuerbehörde sind nicht

deshalb unwirksam, weil ein Amtsträger, der nicht mitwirken sollte, sie vorgenommen oder bei ihnen mitgewirkt hat.

§ 69Ein Amtsträger kann sich der Ausübung

seines Amts wegen Befangenheit enthalten. Er bedarf hierzu der Zustimmung des Leiters der Behörde, der er angehört; bei dem Leiter der Behörde entscheidet die vorgesetzte Be­ hörde, .......................................

§ 70Vierter

Abschnitt Finanzhof §§ 52 bis 66 .....

Fünfter Abschnitt Ausschliessung und Ablehnung der A m t s t r ä g e r

§ 67(1) In Steuersachen soll nicht mitwirken:

1.wer selbst beteiligt ist, 2. wessen Angehöriger beteiligt ist, 3. wer für einen Beteiligten als gesetzlicher Vertreter oder als Bevollmächtigter auf­ zutreten berechtigt ist, 4. wer Beamter oder Angestellter eines Beteiligten oder Mitglied des Aufsichts­ rats einer beteiligten Gesellschaft ist, 5. wer bei einer angefochtenen Entschei­ dung oder Rechtsmittelentscheidung mit­ gewirkt hat; diese Vorschrift gilt nicht für die Entscheidung über den Einspruch.
(1)Beiratsmitglieder, die ein gleiches oder ähnliches Geschäft betreiben wie der Steuer­ pflichtige oder bei einer Gesellschaft beteiligt oder angestellt sind, die ein gleiches oder ähn­ liches Geschäft betreibt, können zur Wahrung von Geschäfts- oder Betriebsgeheimnissen ab­ gelehnt werden, wenn im Besteuerungsverfah­ ren über Erwerbs- oder Vermögensverhältnisse des Steuerpflichtigen Auskunft gewünscht wird, die nicht ohne Offenbarung eines solchen Ge­ heimnisses dargelegt werden können.
(2)Das Ablehnungsgesuch ist bei der Steuer­ kontrollstelle anzubringen. Diese entscheidet endgültig.
(3)......................................

ZWEITER TEIL Besteuerung

Erster Abschnitt

AllgemeineVorschriften E r s t e r Unterabschnitt V o r s c h r i f t e n zum V e r f a h r e n I. Oertliche Zuständigkeit

§ 71

Für die Besteuerung nach dem Einkommen, dem Ertrag, dem Vermögen und dem Umsatz richtet sich die örtliche Zuständigkeit, soweit nichts anderes bestimmt ist, nach den §§ 72 bis 75.

§ 72Für die in den §§ 214 und 215 bezeichneten

gesonderten Feststellungen (einschliesslich ihrer Vorbereitung, Nachprüfung, Berichtigung und Fortschreibung) sowie für Massnahmen der Steueraufsicht (ausgenommen die Massnah­ men nach § 201) ist örtlich zuständig:

1.bei land- und forstwirtschaftlichen Be­ trieben, bei Grundstücken, Betriebs­ grundstücken und Gewerbeberechtigun­ gen: die Steuerkontrollstelle in deren Be­ zirk der Betrieb, das Grundstück oder das Betriebsgrundstück belegen ist (Belegenheitskontrollstelle). Erstreckt sich der Betrieb, das Grundstück oder das Betriebsgrundstück auf die Be­ zirke mehrerer Steuerkontrollstellen, so ist die Steuerkontrollstelle zustän­ dig, in deren Bezirk der wertvollste Teil belegen ist;
2.bei gewerblichen Betrieben: die Steuerkontrollstelle in deren Be­ zirk sich
a)bei einem inländischen Betrieb: die Geschäftsleitung,
b)bei inländischen Betriebstätten eines ausländischen Betriebs: die inländische Betriebstätte oder bei mehreren inländischen Be­ triebstätten die wirtschaftlich be­ deutendste der inländischen Be­ triebstätten befindet (Betriebssteuerkontrollstelle);
3.in den Fällen des § 215 Absatzes 2 Ziffer 3: die Steuerkontrollstelle ,von deren Be­ zirk aus die Berufstätigkeit vorwiegend ausgeübt wird.

§ 73(1) Soweit nicht die Vorschriften der §§ 72

and 74 Platz greifen, bestimmt sich für die Be­ steuerung nach dem Einkommen, dem Ertrag, dem Vermögen und dem Umsatz die örtliche Zuständigkeit nach den Vorschriften der Ab­ sätze 2 bis 4 und nach den Vorschriften des § 73a,

(2)Für die Festsetzung und Zerlegung der Steuermessbeträge (gegebenenfalls auch für ihre Berichtigung und Fortschreibung) ist bei der Grundsteuer die Belegenheitssteuerkon­ trollstelle und bei der Gewerbesteuer die Be­ triebssteuerkontrollstelle zuständig.
(3)Soweit die Festsetzung, Erhebung und Beitreibung von Realsteuern den Steuerkon­ trollstellen übertragen ist, ist dafür die Steuer­ kontrollstelle zuständig, zu deren Bezirk die hebeberechtigte Gemeinde gehört.
(4)Für die Besteuerung nach dem Umsatz, soweit es sich um Lieferungen oder sonstige Leistungen oder um Eigenverbrauch handelt, ist die Steuerkontrollstelle zuständig, von deren Bezirk aus der Unternehmer sein Unterneh­ men betreibt. Geschieht dies vom Ausland aus, so ist die Steuerkontrollstelle zuständig, in deren Bezirk der Unternehmer sein Unternehmen im Inland betreibt, und, wenn dies in den Bezirken mehrerer Steuerkontrollstellen geschieht, die Steuerkontrollstelle in deren Bezirk der Unter­ nehmer sein Unternehmen im Inland vorwie­ gend betreibt. Für Ärzte, Rechtsanwälte und andere Personen in freien Berufen bestimmt sich die Zuständigkeit nach den Vorschriften des § 73 a Absätze 2 bis 5. Hat ein Unternehmer mehrere Betriebe, so ist die Steuerkontrollstelle zuständig, in deren Bezirk sich die Geschäfts­ eitung des Unternehmens befindet.

§ 73a(1) Für die Besteuerung nach dem Einkom­

men und dem Vermögen (ausschliesslich der Besteuerung nach den Vorschriften über die Realsteuern, jedoch einschliesslich der Zerle­ gung von Einkommensteuerbeträgen und Kör­ perschaftsteuerbeträgen) sowie für die im § 201 bezeichneten Massnahmen der Steueraufsicht bestimmt sich, soweit nicht die Vorschriften der §§ 72 und 74 Platz greifen, die örtliche Zu­ ständigkeit:

1.bei natürlichen Personen: nach den Vorschriften der Absätze 2 bis 5;
2.bei Körperschaften, Personenvereini­ gungen und Vermögensmassen: nach den Vorschriften des Absatzes 6.
(2)Bei natürlichen Personen ist die Steuer­ kontrollstelle zuständig, in deren Bezirk der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz hat (Wohn­ sitzsteuerkontrollstelle) .
(3)Bei mehrfachem Wohnsitz im Inland ist massgebend:
1.regelmässig: der Ort, an dem sich der Steuer­ pflichtige vorwiegend aufhält;
2.bei einem Amtsträger, dem ein öffent­ liches Amt dauernd verliehen ist: der Wohnsitz, der mit dem Dienst­ ort zusammenfällt. Dienstort im Sinn der Steuergesetze ist der Ort, der dem Amtsträger zur Ausübung seines Amts zugewiesen ist.
(4)Wenn ein Steuerpflichtiger im Inland kei­ nen Wohnsitz hat, so ist die Steuerkontrollstelle zuständig, in deren Bezirk der Steuerpflichtige seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hat ein Steuerpflichtiger seinen gewöhnlichen Aufent­ halt zwar im Inland, aber nicht im Bezirk einer bestimmten Steuerkontrollstelle, so ist die Steuerkontrollstelle zuständig, die zuerst mit der Besteuerung (Besteuerung nach dem Einkom­ men oder Vermögen) des Steuerpflichtigen befasst wird.
(5)Wenn ein Steuerpflichtiger im Inland weder einen Wohnsitz noch seinen gewöhnli­ chen Aufenthalt hat, so ist die Steuerkontroll­ stelle zuständig, in deren Bezirk sich Vermö­ gen des Steuerpflichtigen befindet und, wenn dies für mehrere Steuerkontrollstellen zutrifft, in deren Bezirk sich der wertvollste Teil des Vermögens befindet. Hat der Steuerpflichtige kein Vermögen im Inland, so ist die Steuerkon­ trollstelle zuständig, in deren Bezirk die gewerb­ liche oder berufliche Tätigkeit im Inland vor­ wiegend ausgeübt oder verwertet wird oder worden ist.
(6)Bei Körperschaften, Personenvereinigun­ gen und Vermögensmassen ist die Steuerkon­ trollstelle zuständig, in deren Bezirk sich die Geschäftsleitung befindet (Steuerkontrollstelle der Geschäftsleitung) oder von deren Bezirk aus die Berufstätigkeit im Inland vorwiegend ausgeübt wird. Ist die Geschäftsleitung nicht im Inland, so ist die Steuerkontrollstelle zu­ ständig, in deren Bezirk sich Vermögen des Steuerpflichtigen befindet und, wenn dies für mehrere Steuerkontrollstellen zutrifft, in deren Bezirk sich der wertvollste Teil des Vermögens befindet. Wenn der Steuerpflichtige im Inland weder die Geschäftsleitung noch Vermögen hat, so ist die Steuerkontrollstelle zuständig, in deren Bezirk der Steuerpflichtige seinen Sitz hat.

§ 74

§ 75

Für die Besteuerung nach dem Einkommen, dem Ertrag, dem Vermögen und dem Umsatz ist die Steuerkontrollstelle von dem Zeitpunkt ab örtlich zuständig, in dem es von den seine Zuständigkeit begründenden Voraussetzungen Kenntnis erlangt. Die Zuständigkeit endet mit dem Zeitpunkt, in dem eine andere Steuer­ kontrollstelle örtlich zuständig wird.

§ 76In anderen als den im § 71 bezeichneten

Fällen ist, soweit nichts anderes bestimmt wird örtlich zuständig:

1........................................
2........................................
3........................................
4........................................
5.für die Besteuerung nach dem Kraft­ fahrzeugsteuergesetz : die Steuerkontrollstelle die sich, bei entsprechender Anwendung des § 73a ergibt. Befindet sich der gewöhnliche Standort (Einstellraum) des Kraft­ fahrzeugs in dem Bezirk einer anderen als der im Satz 1 bezeichneten Steuerkontrollstelle, so ist auch die andere Steuerkontrollstelle zuständig.
6........................................
7.für die Besteuerung nach dem Beförderungsteuergesetz: die Steuerkontrollstelle, in deren Bezirk sich die Geschäftsleitung des Unternehmers befindet;
8.........................................

§ 77Lässt sich aus den Vorschriften der Steuergesetze die Zuständigkeit einer bestimmten

Steuerkontrollstelle für einen einzelnen Fall oder für gewisse Arten von Fällen nicht herleiten, so bestimmt der Finanzminister, welche Steuerkontrollstelle zuständig sein soll.

§ 78

(1)Im Einvernehmen mit der Steuerkontrollstelle, die nach den Vorschriften der Steuergesetze örtlich zuständig ist, kann (insbesondere wenn ein Steuerpflichtiger es beantragt) für einen einzelnen Fall oder für gewisse Arten von Fällen eine andere Steuerkontrollstelle die Besteuerung übernehmen, wenn dies zweckmässig ist.
(2)Wenn in einem Fall des Absatzes 1 die beteiligten Steuerkontrollstellen sich nicht einigen oder wenn sonst zwischen mehreren Steuerkontrollstellen Meinungsverschiedenheiten oder Zweifel über die Zuständigkeit enstehen, so entscheidet die nächste gemeinschaftliche obere Behörde. Bei mehrfacher Heranziehung eines Steuerpflichtigen zu derselben Steuer bestimmt sie, welche Heranziehung, bei mehrfacher Feststellung derselben Besteuerungsgrundlagen, welche Feststellung ausser Kraft zu setzen ist.

§ 79(1) Handlungen einer Steuerkontrollstelle

sind nicht deshalb unwirksam, weil die Steuerkontrollstelle örtlich unzuständig war.

(2)Dass eine Steuerkontrollstelle örtlich unzuständig sei, kann nur bis zum Ablauf der Einspruchs-, Anfechtungs- oder Beschwerdefrist geltend gemacht werden.*)

§ 80Gestrichen

§ 81Gestrichen

II. Fristen. Nachsicht wegen Versäumung einer Ausschlussfrist.

Zustellungen

§ 82Für die Berechnung einer Frist gelten die

Vorschriften des Bürgerlichen Rechtes.

§ 83(1) Fristen zur Einreichung von Erklärungen

und Fristen, die von Steuerbehörden gesetzt sind, können verlängert werden. Die Behörde kann die Verlängerung von einer Sicherheit abhängig machen. Ausschlussfristen können nicht verlängert werden.

(2)Fristen zur Einlegung eines Rechtsmittels sind Ausschlussfristen. Unter Rechtsmitteln im Sinn der §§ 83, 84 und 87 ist auch der Antrag auf Nachsicht im Fall des § 86 zu verstehen.

§ 84Fristen zur Einreichung von Rechtsmitteln

und Erklärungen beginnen für Steuerpflichtige, die zu Anfang der Frist nicht im Grossherzogtum sind, mit ihrer Rückkehr nach dem Luxemburger Land unter der Einschränkung, dass sie für die in aussereuropäischen Ländern und Gewässern Abwesenden höchstens sechs Monate, für andere Abwesende höchstens sechs Wochen betragen. Dies gilt nicht, wenn Bevollmächtigte oder Betriebsleiter im Inland vorhanden sind oder sein müssten. *) Remarque: L a distinction prévue à l'AO entre p. ex. Einspruch, Anfechtung, Beschwerde etc. etc. à cessé d'exister (arrêt du Conseil d'Etat, Comité du Contentieux du 16.7.1947). empfänger nachweist, dass ihm das zuzustel­ lende Schriftstück nicht innerhalb dieser Zeit

§85Solange die Behörde nicht entschieden hat, zugegangen ist

hat sie auch das nach Ablauf einer Frist Vor­

(4)Als Zustellung an eine Behörde genügt gebrachte zu prüfen. die Vorlegung der Urschrift.

§ 86Nachsicht wegen Versäumung einer Rechts­

mittelfrist kann beantragen, wer ohne sein Ver­ schulden verhindert war, die Frist einzuhalten.

Das Verschulden eines gesetzlichen Vertreters oder eines Bevollmächtigten steht dem eigenen Verschulden gleich.

§ 87(1) Über den Antrag auf Nachsicht entschei­

det die Stelle, die über das versäumte Rechts­ mittel zu entscheiden hat.

(2)Der Antrag ist innerhalb zweier Wochen nach Ablauf des Tags zu stellen, an dem der Antrag zuerst gestellt werden konnte; dabei sind die Tatsachen, die den Antrag begründen sollen, anzuführen und glaubhaft zu machen.

Innerhalb dieser Frist ist die Einlegung des versäumten Rechtsmittels nachzuholen.

(3)Auslagen, die durch den Antrag auf Nach­ sicht entstehen, trägt in allen Fällen der An­ tragsteller.
(4)Die Nachsicht kann auch ohne Antrag bewilligt werden, falls das versäumte Rechts­ mittel innerhalb der im Absatz 2 bezeichneten Frist eingelegt ist.
(5)Nach Ablauf eines Jahrs, von dem Ende der versäumten Frist an gerechnet, kann die Nachsicht nicht mehr begehrt oder ohne An­ trag bewilligt werden.

§ 88(1) Für Zustellungen gelten die Vorschriften

der Zivilprozessordnung über Zustellungen von Amts wegen.

(2)Zustellen können auch Beamte der Steuer-, der Polizei- oder der Gemeindever­ waltung.
(3)Die Behörde kann durch eingeschrie­ benen Brief zustellen. Die Zustellung gilt mit dem dritten Tag nach der Aufgabe zur Post als bewirkt, es sei denn, dass der Zustellungs­

§ 89Steuerpflichtige, die ihren Wohnsitz oder

Sitz im Ausland, aber Inlandsvermögen oder im Inland eine Niederlassung oder Geschäfts­ stelle haben oder Steuer- oder sicherheitspflich­ tig sind, haben der Steuerkontrollstelle auf Verlangen einen Vertreter im Inland zu be­ stellen, der ermächtigt ist, Schriftstücke zu empfangen, die für sie bestimmt sind. Unter­ lassen sie dies, so gilt ein Schriftstück mit der Aufgabe zur Post als zugestellt, selbst wenn es als unbestellbar zurückkommt.

§ 90Ist der Aufenthaltsort dessen, dem zuge­

stellt werden soll, unbekannt oder seine Woh­ nung nicht zu ermitteln, so kann die Zustellung an ihn dadurch bewirkt werden, dass das Schrift­ stück an der zu Aushängen der Behörde be­ stimmten Stelle angeheftet wird. Die Zu­ stellung gilt als bewirkt, wenn seit der Anhef­ tung, mag auch das Schriftstück früher ent­ fernt sein, zwei Wochen verstrichen sind. Statt des Schriftstücks, das zuzustellen ist, kann eine Benachrichtigung angeheftet werden, in der das Schriftstück im allgemeinen zu bezeich­ nen und zu bemerken ist, dass und wo es eingesehen werden kann. Diese Art der Zu­ stellung ist auch zulässig, wenn bei einer Zu­ stellung im Ausland die Befolgung der dafür bestehenden Vorschriften unausführbar ist oder keinen Erfolg verspricht, oder wenn in einer Wohnung zugestellt werden müsste, die Zustellung aber unausführbar ist, weil der Inhaber der Wohnung der inländischen Ge­ richtsbarkeit nicht unterworfen ist.

III. Verfügungen

§ 91

(1)Verfügungen (Entscheidungen, Beschlüsse, Anordnungen) der Behörden für einzelne Per­ sonen werden dadurch wirksam, dass sie dem­ jenigen zugehen, für den sie ihrem Inhalt nach bestimmt sind (Bekanntgabe). Öffentliche Be­ kanntmachung oder Auslegung von Listen ge­ nügt, wo sie nach den Steuergesetzen zuge­ lassen ist. Zustellung ist nur erförderlich, wo sie ausdrücklich vorgesehen ist.
(2)Einem Anwesenden kann eine Verfü­ gung mündlich bekanntgegeben werden; auf Verlangen ist ihm eine Abschrift der Verfü­ gung zu erteilen.

§ 92(1) Bis zu ihrer Bekanntgabe (§ 91) können

Verfügungen zurückgenommen, geändert oder durch andere Verfügungen ersetzt werden.

(2)Entscheidungen, die auf Grund einer mündlichen Verhandlung verkündet werden, können nach ihrer Verkündung nicht mehr zurückgenommen oder geändert werden.
(3)Schreibfehler, Rechenfehler und ähnliche offenbare Unrichtigkeiten können auch nach der Bekanntgabe oder Verkündung berich­ tigt werden.

§ 93Erachtet die Behörde eine Verfügung

nachträglich für ungerechtfertigt, so ist sie, soweit in den §§ 94 bis 96 oder sonst in den Steuergesetzen nichts Abweichendes bestimmt ist, berechtigt, sie zurückzunehmen oder zu ändern; wenn eine Verfügung nur auf Antrag erlassen werden kann und der Antrag zu­ rückgewiesen worden ist, darf die Verfügung nur auf Antrag geändert werden.

§ 94

(1)Einen Steuerbescheid (§§ 211 und 212), Feststellungsbescheid (§§ 214 und 215), Steuer­ messbescheid (§ 212a Absatz 1) oder einen Bescheid der in den §§ 235 und 236 bezeichneten Arten kann die Behörde, die ihn erlassen hat, zurücknehmen oder ändern:
1.........................................
2.wenn der Bescheid andere Steuern be­ trifft: falls der Steuerpflichtige zustimmt oder soweit einem Antrag des Steuer­ pflichtigen der Sache nach entspro­ chen wird; ist jedoch der Bescheid bereits unanfechtbar geworden, so darf er nur zum Nachteil des Steuer­ pflichtigen zurückgenommen oder ge­ ändert werden.
(2)Die Vorschriften des Absatzes 1 sind auch dann anwendbar, wenn bereits Einspruch, An­ fechtung oder Berufung eingelegt worden ist, nicht dagegen, wenn bereits Rechtsbeschwerde eingelegt worden ist. Wird dem Rechtsmittel­ antrag des Steuerpflichtigen der Sache nach in vollem Umfang entsprochen und findet da­ durch das Rechtsmittel in der Hauptsache seine Erledigung, so ist eine Entscheidung über die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nicht erforderlich, wenn die Steuerkontrollstelle (in den Fällen des § 236 der Steuerdirektor) dem Steuerpflichtigen erklärt, dass der Staat die Kosten des Rechtsmittelverfahrens trägt. (Voir remarque du § 7).
(3)Die Vorschriften über die Nachforde­ rung hinterzogener Steuern, über die Nachund Neuveranlagung und über die Berichti­ gung von Veranlagungen bleiben unberührt.
(4)Einspruchsentscheidungen können unter den gleichen Voraussetzungen wie Steuerbe­ scheide zurückgenommen oder geändert wer­ den. Andere Rechtsmittelentscheidungen kön­ nen nicht zurückgenommen oder geändert werden. (Voir remarque du § 7).

§ 95

Verfügungen, die Ungehorsamsfolgen (Zwangsmittel, Sicherungsgelder oder Steuer­ zuschläge) festsetzen, dürfen nur zugunsten der Betroffenen zurückgenommen oder geändert werden.

§ 96

(1)Wo eine Anerkennung, Genehmigung, Bewilligung oder Erlaubnis ausgesprochen wor­ den ist, die den Beteiligten Befugnisse oder Ver­ günstigungen gewährt oder sie von Pflichten befreit, kann diese Verfügung, soweit nicht Widerruf oder weitere Bedingungen vorbe­ halten sind, nur zurückgenommen oder ein­ geschränkt werden:
1.wenn die Verfügung von sachlich unzu­ ständiger Stelle erlassen worden ist, 2. wenn sich die tatsächlichen Verhältnisse geändert haben, die für die Erlassung der Verfügung massgebend waren, oder das Vorhandensein dieser tatsächlichen Verhältnisse auf Grund unrichtiger oder irreführender Angaben des Beteiligten irrig angenommen worden ist, 3. wenn der Beteiligte die Bedingungen oder Verpflichtungen, die ihm bei Gewäh­ rung der Vergünstigung auferlegt wor­ den sind, nicht erfüllt oder eine nach­ träglich geforderte Sicherheit nicht lei­ tet.
(2)Hat der Beteiligte die Verfügung durch unlautere Mittel, wie Täuschung, Zwang, Be­ stechung, veranlasst, so kann sie mit rückwir­ kender Kraft zurückgenommen werden.

Zweiter Unterabschnitt

SachlicheVor I. D e r Schriften Steueranspruch 1. Entstehung. Fälligkeit

§ 97(1) Steuerpflichtiger im Sinn der Abgaben­

ordnung ist, wer nach den Steuergesetzen eine Steuer als Steuerschuldner zu entrichten hat.

(2)Die Vorschriften für die Steuerpflichtigen gelten sinngemäss für die, die nach den Steuer­ gesetzen neben den Steuerpflichtigen oder an deren Stelle persönlich für die Steuer haften.
(3)Die in der Abgabenordnung enthaltenen Vorschriften über den Steueranspruch und den Erstattungsanspruch sowie das für diese Ansprüche geltende Verfahren finden auf das Recht, Erstattung eines zu Unrecht entrichteten Betrags zu verlangen, sinngemäss Anwendung.

§ 98Gestrichen

§ 99Wird eine Frist für die Zahlung einer Steuer­

schuld gesetzt, so wird die Steuerschuld, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, mit Ablauf der Frist fällig.

§ 100(1) Ist ungewiss, ob oder inwieweit die Vor­

aussetzungen für die Entstehung einer Steuer­ schuld eingetreten sind, insbesondere, ob j e ­ mandem ein Gegenstand gehört oder ob ein Recht verwirklicht werden kann, so kann die Steuerkontrollstelle die Steuer vorläufig fest­ setzen oder die Festsetzung gegen oder ohne Sicherheitsleistung aussetzen. Das gleiche gilt, wenn aus besonderen Gründen der Wert eines Gegenstands nicht sofort ermittelt werden kann.

(2)Bei Steuerpflichtigen, die der Betriebs­ prüfung (§ 162 Absätze 9 und 10 und § 193) unterliegen, kann die Steuerverwaltung, auch wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 nicht gegeben sind, die Steuer vorläufig festsetzen.

Dabei soll angegeben werden, dass der vor­ läufige Steuerbescheid auf dieser Vorschrift beruht. Eine weitere Begründung dafür, dass ein vorläufiger Bescheid erlassen wird, ist nicht erforderlich.

(3)Ergeben sich im Steuerermittlungsver­ fahren Meinungsverschiedenheiten zwischen der Steuerkontrollstelle und dem Bürgermeister (§36 Absatz 2) und betreffen die Meinungsver­ schiedenheiten die Gewerbesteuer (z. B. Ge­ winn aus Gewerbebetrieb), so kann der Bür­ germeister, wenn eine Einigung mit der Steuer­ kontrollstelle nicht zustande kommt, verlangen, dass die Steuerkontrollstelle zunächst nur einen vorläufigen Bescheid erlässt und der Steuer­ direktor im Weg der Dienstaufsicht entscheidet, ob die Steuerkontrollstelle beim Erlass des endgültigen Bescheids der Auffassung des Bür­ germeisters Rechnung zu tragen hat.
(4)Wenn das Gesetz bei bedingten oder be­ fristeten Verhältnissen die Steuerfestsetzung hinausschiebt, kann die Steuerkontrollstelle Sicherheitsleistung verlangen.

Verfügung anderen Personen zu als den Eigen­ tümern oder deren gesetzlichen Vertretern, so haben sie, soweit ihre Verwaltung reicht, die gleiche Pflicht (§ 103).

§ 101

§ 105Hat ein Steuerpflichtiger eine Umsatzsteuer

mehrfach nicht rechtzeitig entrichtet oder lie­ gen Gründe vor, aus denen der Eingang der Umsatzsteuer gefährdet erscheint, so kann die Steuerkontrollstelle verlangen, dass die auf die Steuer zu leistenden Zahlungen jeweils zu einem von der Steuerkontrollstelle zu bestim­ menden, vor der gesetzlichen Fälligkeit aber nach der Entstehung der Steuerschuld liegenden Zeitpunkt entrichtet werden oder dass Sicher­ heit geleistet wird.

(1)Bei Personenvereinigungen, die als solche steuerpflichtig sind, aber keine eigene Rechts­ persönlichkeit besitzen, haben die Vorstände oder Geschäftsführer und, soweit solche nicht vorhanden sind, die Mitglieder die Pflichten zu erfüllen, die den Personenvereinigungen wegen der Besteuerung auferlegt sind. Die §§ 103 und 104 gelten entsprechend.
(2)Das gleiche gilt für Zweckvermögen und sonstige einer juristischen Person ähnliche Ge­ bilde, die als solche der Besteuerung unter­ liegen.
(3)Entstehen dadurch Schwierigkeiten, dass es in den Fällen der ersten beiden Absätze an Vorständen oder Geschäftsführern fehlt und Beteiligte in grösserer Zahl vorhanden sind, so haben die Beteiligten einen oder mehrere Bevollmächtigte im Inland zu stellen. Unter­ lassen sie dies, so kann die Steuerkontrollstelle einen oder einzelne Beteiligte als Bevollmäch­ tigte mit Wirkung für die Gesamtheit behan­ deln.
2.Geschäftsfähigkeit. Vertretung Vollmacht. Haftung

§ 102(1) Für die Geschäftsfähigkeit von Privat­

personen gelten in Steuersachen die Vor­ schriften des bürgerlichen Rechts.

(2)Das gleiche gilt von der Vertretung und Vollmacht, soweit in den §§ 103 bis 111 nichts anderes vorgeschrieben ist.

§ 103Die gesetzlichen Vertreter juristischer Per­

sonen und solcher Personen, die geschäftsun­ fähig öder in der Geschäftsfähigkeit beschränkt sind, haben alle Pflichten zu erfüllen, die den Personen, die sie vertreten, obliegen; insbe­ sondere haben sie dafür zu sorgen, dass die Steuern aus den Mitteln, die sie verwalten, entrichtet werden. Für Zwangsgeldstrafen und Sicherungsgelder, die gegen sie erkannt, und für Kosten von Zwangsmitteln, die gegen sie festgesetzt werden, haften neben ihnen die von ihnen vertretenen Personen.

§ 104Steht eine Vermögensverwaltung nach Ge­

setz, Anordnung der Behörde oder letztwilliger

§ 106

(1)Bei Wegfall eines Steuerpflichtigen (Tod, Auflösung einer juristischen Person, einer Per­ sonenvereinigung oder eines Zweckvermögens) haben die Rechtsnachfolger, Testamentsvoll­ stecker, Erbschaftsbesitzer (.......................................), Pfleger, Liquidatoren, Verwalter und die Bevollmächtigten dieser Personen dafür zu sor­ gen, dass Mittel zur Bezahlung der vorher ent­ standenen Steuerschulden zurückgehalten und diese Steuerschulden bezahlt werden. Auf Ver­ langen ist aus dem Nachlass oder der Masse Sicherheit zu leisten,
(2)Die gleichen Pflichten haben wegen der Steuern, die aus einem Nachlass zu entrichten sind, die Erben, Testamentsvollstrecker, Erb­ schaftsbesitzer, Pfleger, Verwalter und die Be­ vollmächtigten dieser Personen.
(3)Ist zweifelhaft, wer zur Vertretung eines Nachlasses oder eines sonst verbleibenden Ver­ mögens befugt ist, so hat das Nachlassgericht und beim Wegfall einer juristischen Person oder eines dieser ähnlichen Gebildes das Amts­ gericht des nach § 73a zuständigen Orts auf Antrag der Steuerkontrollstelle einen Pfleger für den Nachlass oder die sonstige Masse zu bestellen; ........................... Die Steueransprüche können gegen ihn geltend gemacht werden, und er ist befugt, Rechtsmittel gegen die Heran­ ziehung einzulegen.

§ 107(1) Wer durch Abwesenheit oder sonst ver­

hindert ist, Pflichten zu erfüllen, die ihm im Interesse der Besteuerung obliegen, oder Rechte wahrzunehmen, die ihm nach den Steuerge­ setzen zustehen, kann dies durch Bevollmäch­ tigte tun.

(2)Bevollmächtigte, die aus der Erteilung von Rat und Hilfe in Steuersachen ein Geschäft machen oder denen die Fähigkeit zum geeig­ neten schriftlichen oder mündlichen Vortrag mangelt, können zurückgewiesen werden.
(3)Der Absatz 2 gilt nicht:
1.für Rechtsanwälte oder Notare;
2.für Personen, die vom Steuerdirektor zugelassen worden sind. Der Steuerdirek­ tor kann die Zulassung jederzeit zurück­ nehmen. Weder die Verwaltungsge­ richte (.........................) noch die ordent­ lichen Gerichte sind zu einer Nachprü­ fung befugt, ob die Zurücknahme zu­ lässig war.
(4)Die Steuerkontrollstellen können auch sonst Bevollmächtigte zulassen. Es bleibt ihnen aber unbenommen, sich neben dem Bevoll­ mächtigten an den Steuerpflichtigen selbst zu wenden.
(5)Der Steuerpflichtige kann sich in jeder Lage des Verfahrens eines Beistands bedienen.

Auf den Beistand finden die Vorschriften der Absätze 2 und 3 Anwendung.

(6)Hat eine Steuerverwaltungsbehörde oder ein Verwaltungsgericht (..............................) jeman­ den als Bevollmächtigten oder als Beistand zurückgewiesen, so ist das, was der Zurück­ gewiesene trotz der Zurückweisung schriftlich oder mündlich in Sachen eines anderen vor­ bringt, ohne steuerrechtliche Wirkung.
(7)Gegen eine Zurückweisung, die von einer Steuerkontrollstelle oder vom Steuer­ direktor verfügt wird, ist lediglich die Be­ schwerde, gegen eine Zurückweisung, die von einem Verwaltungsgericht oder vom Finanz­ minister ausgesprochen wird, ist ein Rechts­ mittel oder ein sonstiger Rechtsbehelf nicht gegeben. Die ordentlichen Gerichte sind nicht zur Nachprüfung befugt, ob eine Zurückwei­ sung zulässig war; das gleiche gilt für die Ver­ waltungsgerichte, soweit es sich nicht um Zu­ rückweisungen handelt, die sie selbst ausge­ sprochen haben. Voir remarque du § 7.
(8)Eine Vereinbarung, durch die als Ent­ gelt für die Tätigkeit eines Vertreters oder Bei­ stands ein Teil an der von ihm zu erzielenden Steuerermässigung oder Steuerersparung aus­ bedungen wird, ist nichtig.

§ 107a(1) Personen, die geschäftsmässig Hilfe in

Steuersachen leisten, insbesondere geschäfts­ mässig Rat in Steuersachen erteilen, bedürfen dazu der vorherigen allgemeinen Erlaubnis der Steuerkontrollstelle. Sie sind, wenn ihnen diese Erlaubnis erteilt ist, befugt, die Bezeichnung „Helfer in Steuersachen" zu führen.

(2)Für die Erstattung wissenschaftlich be­ gründeter Gutachten bedarf es der im Absatz 1 Satz 1 bezeichneten Erlaubnis nicht.
(3)Absatz 1 gilt nicht für 1. Behörden, .................., Körperschaften des öffentlichen Rechts ...................., soweit sie im Rahmen ihrer Zuständigkeit Hilfe in Steuersachen leisten;
2.Rechtsanwälte, Notare, Verwaltungs­ rechtsräte, Patentanwälte, Prozessagen­ ten, allgemein zugelassene Steuerberater, öffentlich bestellte Wirtschaftsprüfer und vereidigte Bücherrevisoren;
3.............................................
4.Verwahrer und Verwalter fremden oder zu treuen Händen oder zu Sicherungs­ zwecken übereigneten Vermögens, so­ weit sie hinsichtlich dieses Vermögens Hilfe in Steuersachen leisten;
5.Unternehmer, die ein Handelsgewerbe betreiben, soweit sie in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Geschäft, das zu ihrem Handelsgewerbe gehört, ihren Kunden Hilfe in Steuersachen leisten;
6.genossenschaftliche Prüfungsverbände und deren Spitzenverbände, genossen­ schaftliche Treuhand- und ähnliche ge­ nossenschaftliche Stellen, soweit sie im Rahmen ihres Aufgabenbereichs ihren Mitgliedern Hilfe in Steuersachen leisten;
7.auf berufständischer oder ähnlicher Grundlage gebildete Vereinigungen oder Stellen, soweit sie im Rahmen ihres Auf­ gabenbereichs ihren Mitgliedern Hilfe in Steuersachen leisten;
8.Angestellte, soweit sie Steuersachen ihres Dienstherrn erledigen;
9.Angestellte, soweit sie bei den in den Ziffern 1 bis 7 bezeichneten Personen oder Stellen mit der Bearbeitung von Steuersachen beschäftigt sind und ihre Tätigkeit in Steuersachen sich in den Grenzen hält, die für die steuerrecht­ liche Betätigung des Dienstherrn be­ stehen.
(4)Die im Absatz 3 Ziffern 4, 7, 8 und 9 be­ zeichneten Rechtsformen dürfen nicht zu einer Umgehung des Erlaubniszwangs missbraucht werden. Soweit ein solcher Missbrauch vorliegt, kann die Steuerkontrollstelle die Hilfeleistung in Steuersachen untersagen; im übrigen kann der Finanzminister im Einvernehmen mit den beteiligten Ministern den im Absatz 3 Ziffer 7 bezeichneten Vereinigungen und Stellen die Hilfeleistung in Steuersachen untersagen.
(5)Der Finanzminister kann durch Verord­ nung den Erlaubniszwang einschränken oder erweitern.
(6)Die Steuerkontrollstelle kann die Erlaubnis (Absatz 1 Satz 1) jederzeit zurücknehmen, auch wenn dies bei Erteilung der Erlaubnis nicht vorbehalten ist. Durch die Zurücknahme er­ lischt die Befugnis, die Bezeichnung „Helfer in Steuersachen" zu führen.
(7)Die Erlaubnis nach Absatz 1 Satz 1 um­ fasst nicht die Befugnis, als Bevollmächtigter oder Beistand vor Behörden aufzutreten. Die Vorschriften des § 107 Absätze 2, 4 bis 8 gelten auch für Personen, denen eine Erlaubnis nach Absatz 1 Satz 1 erteilt worden ist.

§ 108Wer als Bevollmächtigter oder als Verfü­

gungsberechtigter auftritt, hat die Pflichten eines gesetzlichen Vertreters (§ 103). Für Zwangsgeldstrafen und Sicherungsgelder, die gegen ihn erkannt, und für Kosten von Zwangs­ mitteln, die gegen ihn festgesetzt werden, haftet neben ihm der Vertretene.

§ 109(1) Die Vertreter und die übrigen in den §§

103 bis 108 bezeichneten Personen haften in­ soweit persönlich neben dem Steuerpflichtigen, als durch schuldhafte Verletzung der ihnen in den §§ 103 bis 108 auferlegten Pflichten Steuer­ ansprüche verkürzt oder Erstattungen oder Vergütungen zu Unrecht gewährt worden sind.

(2)Rechtsanwälte sind wegen Handlungen, die sie in Ausübung ihres Berufs bei der Bera­ tung in Steuersachen vorgenommen haben, dem Staat gegenüber nur dann schadenersatz­ pflichtig, wenn diese Handlungen eine Ver­ letzung ihrer Berufspflicht enthalten. O b eine solche Verletzung der Berufspflicht vorliegt, wird auf Antrag des Steuerdirektors im ehren­ gerichtlichen Verfahren entschieden.

§ 110Das Erlöschen der Vertretungsmacht oder

der Vollmacht lässt die Pflichten der Vertre­ ter und Bevollmächtigten unberührt, soweit es sich um die vorangegangene Zeit handelt.

§ 111(1) Wenn Vertreter, Verwalter oder Bevoll­

mächtigte im Sinn der §§ 103 bis 108 bei Aus­ übung ihrer Obliegenheiten Steuerhinter­ ziehungen oder Steuergefährdungen begehen (§§ 396 und 402), so haften die Vertretenen für die verkürzten Steuereinnahmen und die zu Unrecht gewährten oder belassenen Steuer­ vorteile.

(2)Das gleiche gilt für den Geschäftsherrn oder den Haushaltsvorstand, wenn Angestellte oder sonst im Dienst oder Lohn stehende Per­ sonen sowie Familien- und Haushaltsange­ hörige bei Ausübung von Obliegenheiten, die sie im Interesse dieser Personen wahrnehmen, Steuerhinterziehungen oder Steuergefährdun­ gen begehen; diese Haftung tritt jedoch, sofern sie nicht aus anderen Gründen besteht, nicht ein, wenn festgestellt wird, dass die Steuerhin­ terziehung oder Steuergefährdung ohne Wissen des Geschäftsherrn oder des Haushaltsvor­ stands oder einer zu seiner Vertretung nach aussen befugten Person begangen worden ist und die genannten Personen bei der Aus­ wahl oder Beaufsichtigung der Angestellten oder der Beaufsichtigung der Familien- und Haushaltsmitglieder die erforderliche Sorgfalt aufgewandt haben. so haftet sie für diejenigen Steuern des be­ herrschenden Unternehmens (Unternehmers), bei denen die Steuerpfiicht sich auf den Betrieb des Unternehmens gründet.

§ 115(1) Gehören Gegenstände, die einem gewerb­

lichen Unternehmen dienen, nicht dem Un­ ternehmer, sondern einem seiner Angehörigen oder einer an dem Unternehmen wesentlich beteiligten Person, so haftet der Eigentümer der Gegenstände mit diesen für diejenigen Steuern des Unternehmers, bei denen die Steuerpflicht sich auf den Betrieb des Unter­ nehmens gründet.

(2)Eine Person ist an einem Unternehmen wesentlich beteiligt, wenn sie und ihre Ange­ hörigen zusammen zu mehr als einem Viertel beteiligt sind. Beteiligung durch Vermittlung eines Treuhänders oder einer Gesellschaft steht einer unmittelbaren Beteiligung gleich.

§ 116(1) Wird ein Unternehmen oder ein in der

Gliederung eines Unternehmens gesondert ge­ Wer eine Steuerhinterziehung ................................führter Betrieb im ganzen übereignet, so haftet begeht, haftet, auch wenn er nicht Steuer­ der Erwerber neben dem früheren Unterneh­ schuldner ist, für den Betrag, in dessen Höhe mer für 1. Steuern, bei denen die Steuerpflicht sich Steuereinnahmen verkürzt oder Steuerver­ auf den Betrieb des Unternehmens grün­ günstigungen zu Unrecht gewährt oder be­ det, vorausgesetzt, dass die Steuern auf lassen werden. die Zeit seit dem Beginn des letzten, vor der Übereignung liegenden Steuerab­

§ 113

schnitts oder Kalenderjahrs entfallen;

Wo Gesellschaften, Vereine oder Genossen­ 2. Steuerabzugsbeträge, die seit dem Be­ schaften als solche der Besteuerung unterlie­ ginn des letzten, vor der Ubereignung gen, gelten für die persönliche Haftung der liegenden Kalenderjahrs an die Steuer­ einzelnen Gesellschafter und Mitglieder sinn­ kontrollstelle abzuführen waren. gemäss die Vorschriften des bürgerlichen Rechts.

(2)Wird ein der Grundsteuer unterliegen­ der Steuergegenstand ganz oder zu einem Teil

§ 114einer anderen Person übereignet, so haftet der

Ist eine Rechtsperson (eine juristische Per­ Erwerber neben dem früheren Eigentümer für son) dem Willen eines anderen Unternehmens die auf den Steuergegenstand (Teil des Steuer­ (dem Willen eines Unternehmers) derart un­ gegenstands) entfallende Grundsteuer, die für tergeordnet, dass sie keinen eigenen Willen hat, die Zeit seit dem Beginn des letzten vor der

§ 112Übereignung liegenden Rechnungsjahrs zu ent­

richten ist. Die dingliche Haftung des Steuer­ gegenstands bleibt unberührt.

(3)Für Erwerbe aus einer Konkursmasse gelten die Absätze 1 und 2 nicht. Der Absatz 2 gilt auch nicht für Erwerbe im Vollstreckungs­ verfahren.

§ 117(1) Wenn nach dem Tod oder. Wegfall eines

Steuerpflichtigen die Testamentsvollstrecker, Pfleger, Liquidatoren, Verwalter und Erb­ schaftsbesitzer, welche nicht zugleich Rechts­ nachfolger des Steuerpflichtigen sind, erkennen, dass Erklärungen, die der Steuerpflichtige zur Festsetzung oder Veranlagung von Steuern abgegeben hat, unrichtig oder unvollständig sind, oder dass er pflichtwidrig unterlassen hat, solche Erklärungen abzugeben, so haben sie dies binnen Monatsfrist der Steuerkontroll­ stelle anzuzeigen; andernfalls haften sie per­ sönlich für die vorenthaltenen Steuerbeträge.

(2)Das gleiche gilt für die Erwerber von Unternehmen, auf deren Betrieb eine Steuer­ pflicht gegründet ist, sowie für Sondernach­ folger in land- und forstwirtschaftliches Ver­ mögen, Grundvermögen oder Betriebsvermögen.
(3)Dasselbe gilt sinngemäss bei einem Wech­ sel in der Person des gesetzlichen Vertreters, Betriebsleiters oder Bevollmächtigten sowie dann, wenn eine gesetzliche Vertretung ange­ ordnet wird.

§ 118Die Steuerkontrollstelle, die die Steuerschuld

des Steuerpflichtigen festzusetzen hat, ist be­ fugt, die Vertreter und Bevollmächtigten und die übrigen in den §§ 103 bis 108 bezeichneten Personen zur Erfüllung der ihnen obliegenden Verpflichtung anzuhalten und diejenigen, die neben dem Steuerpflichtigen oder an dessen Stelle persönlich für die Steuer haften (§ 97 Absatz 2), in Anspruch zu nehmen.

§ 119(1) Wer neben dem Steuerpflichtigen oder

an dessen Stelle persönlich auf Zahlung einer Steuer in Anspruch genommen wird (§ 97 Ab­ satz 2) kann gegen seine Heranziehung die Rechtsmittel geltend machen, die dem Steuer­ pflichtigen zustehen. Die Frist zur Einlegung des Rechtsmittels beginnt mit Ablauf des Tags, an dem ihm der Beschluss über seine Heran­ ziehung zugestellt oder, wenn keine Zustellung vorgeschrieben ist, bekanntgemacht worden ist.

(2)Ist die Steuerschuld dem Steuerpflich­ tigen gegenüber unanfechtbar festgestellt, so hat dies gegen sich gelten zu lassen, wer als Rechtsnachfolger des Steuerpflichtigen haftet oder wer in der Lage gewesen wäre, den gegen den Steuerpflichtigen erlassenen Bescheid als dessen Vertreter, Bevollmächtigter oder kraft eigenen Rechts anzufechten.

§ 120(1) Wenn jemand ausser in den Fällen der

§§ 103 bis 116 nach den Vorschriften des bür­ gerlichen Rechts kraft Gesetzes verpflichtet ist die Verbindlichkeiten eines anderen zu er­ füllen oder wegen solcher Verbindlichkeiten die Zwangsvollstreckung in ein Vermögen zu dulden, das seiner Verwaltung unterliegt, so gilt diese Verpflichtung auch für die Steuer­ schulden des andern. Es gelten die Vorschrif­ ten des bürgerlichen Rechts.

(2)Hat sich jemand durch Vertrag ver­ pflichtet, eine Steuerschuld eines anderen zu bezahlen oder dafür einzustehen, so ist der Anspruch des Staates nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts zu verfolgen.

§ 120a

(1)Bei einer öffentlichrechtlichen Abgabe, die als öffentliche Last auf Grundbesitz ruht, kann die dingliche Haftung gegen den jewei­ ligen Eigentümer des Grundbesitzes geltend gemacht werden.
(2)Das gilt auch dann, wenn der Eigentü­ mer des Grundbesitzes nicht persönlicher Schuldner der Abgabe ist.

§ 121

3.Zahlung. Stundung.

E r l a s s . Sicherheitsleistung

§ 122(1) Zahlungen können, sofern nichts anderes

vorgeschrieben ist oder im einzelnen Fall aus­ drücklich Barzahlung verlangt wird, einem Postscheck- oder Bankkonto des Empfangs­ berechtigten überwiesen werden. Alle Steuer­ ämter müssen ein Postscheck- oder Bankkonto haben. In Steuerbescheiden und Zahlungs­ aufforderungen ist das Postscheck- oder Bank­ konto der zum Empfang berechtigten Stelle anzugeben. Wer Zahlung von einer Steuer­ behörde fordert, soll, wenn er ein Postscheckoder Bankkonto hat, dies gleichfalls angeben.

(2)Barzahlungen an Steuerbehörden sind bei der zuständigen Kasse zu leisten oder ihr durch die Post zu übersenden. Barzahlungen der Steuerbehörden sind an der Kasse der Be­ hörden oder an der in der Benachrichtigung bezeichneten Stelle in Empfang zu nehmen.
(3)Der Finanzminister bestimmt, unter welchen Bedingungen durch Scheck gezahlt werden kann.
(4)Kosten, die lediglich durch bargeldlose Überweisung entstehen, dürfen nicht nachge­ fordert oder angerechnet werden. Kosten, die dadurch entstehen, dass die Steuerbehörde einem Steuerpflichtigen, der mit einer Zah­ lung im Rückstand ist, eine Postnachnahme zugehen lässt, hat der Steuerpflichtige zu tragen. den verrechnet.Jedoch gehen Geldstrafen (ein­ schliesslich Ordnungstrafen und Erzwingung­ strafen) allen sonstigen Schulden vor.
(3)Ist der Steuerpflichtige mit mehreren Hauptschulden im Rückstand, so werden aus dem gezahlten Geldbetrag, soweit er nicht auf Geldstrafen, Kosten und Zinsen zu verrechnen ist (Absatz 2), zunächst die Realsteuern ge­ tilgt, sofern deren Erhebung dem Steueramt übertragen worden ist. Werden die Realsteuern für Rechnung verschiedener öffentlichrecht­ licher Körperschaften erhoben, so wird unter den auf diese Steuern entfallenden Schulden die früher fällig gewordene Schuld vor der später fällig gewordenen, gleichzeitig fällig ge­ wordene Schulden werden anteilmässig getilgt.

Satz 2 gilt nicht, wenn der gezahlte Betrag nicht höher ist als zehn Rm. (100 F r . ) ; in die­ sem Fall bestimmt das Steueramt, welche der auf die Realsteuern entfallenden Schulden getilgt wird. .............................

(4)Wird durch die Verrechnung nach Ab­ satz 3 der gezahlte Betrag nicht aufgebraucht, so bestimmt das Steueramt, welche Haupt­ schuld aus dem verbleibenden Betrag zuerst getilgt wird. Dies gilt nicht, wenn die Schuld­ beträge für Rechnung verschiedener öffent­ lichrechtlicher Körperschaften erhoben wer­ den und der verbleibende Betrag (Satz 1) zehn Rm. (100 Fr.) übersteigt; in diesem Fall wird die früher fällig gewordene Schuld vor der später fällig gewordenen, gleichzeitig fällig gewordene Schulden werden anteilmässig ge­ tilgt.

§ 123(1) Schuldet ein Steuerpflichtiger mehrere

Schuldbeträge (Steuern oder andere steuer­ rechtliche Geldleistungen) und reicht bei frei­ williger Zahlung der gezahlte Betrag nicht zur Tilgung sämtlicher Schulden aus, so wird die Schuld getilgt, die der Steuerpflichtige bei der Zahlung bestimmt.

(2)Trifft der Steuerpflichtige keine Bestim­ mung, so wird eine Zahlung, die die Haupt­ schulden nebst Zinsen und Kosten nicht voll­ ständig deckt, zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die Hauptschul­

§ 124Die Steuerpflichtigen sind berechtigt, gegen

Steueransprüche mit unbestrittenen oder rechts­ kräftig festgestellten Gegenansprüchen aufzu­ rechnen.

§ 125Bestehen zwischen dem Steuerpflichtigen

und dem Steueramt Meinungsverschiedenheiten darüber, ob eine Zahlungsverpflichtung er­ loschen ist, so hat das Steueramt dem Steuer­ pflichtigen auf Antrag einen schriftlichen Be­ scheid (Abrechnungsbescheid) zu erteilen.

§ 126Gestrichen

§ 127(1) Zahlungen von Steuern und sonstigen

Geldleistungen können gestundet werden, wenn ihre Einziehung mit erheblichen Härten für den Steuerpflichtigen verbunden ist und der An­ spruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Die Stundung soll in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung gewährt werden.

(2)Die Steuerkontrollstelle kann, wenn ihr die Erhebung einer Realsteuer übertragen worden ist, dem Steuerpflichtigen die Stun­ dung der Realsteuer insoweit nicht versagen, als die steuerberechtigte Gemeinde sich der Steuerkontrollstelle gegenüber mit der Stundung einverstanden erklärt hat.*)

§ 128Gestrichen

§ 129

§ 130

Steuern dürfen niedergeschlagen werden, wenn feststeht, dass die Beitreibung keinen Erfolg haben wird oder wenn die Kosten der Beitreibung ausser Verhältnis zu dem Betrag stehen.

§ 131(1) Der Finanzminister kann für einzelne

Fälle (auch für eine Mehrheit von einzelnen Fällen, wie bei Unwetterschäden oder son­ ....................... stigen Notständen) Staatssteuern, deren Ein­ ziehung nach Lage des einzelnen Falls unbillig wäre, gans oder zum Teil erlassen oder in sol­ chen Fällen die Erstattung oder Anrechnung bereits entrichteter Staatssteuern verfügen.

Bemerkung: Bez. der Gewerbesteuer ab 1.4.43 n i c h t mehr verwendbar. (D.StZ 43 S. 163.)

(2)Für Steuern, die nicht Staatssteuern sind, stehen die im Absatz 1 bezeichneten Befugnisse den öffentlichrechtlichen Körperschaften zu, für deren Rechnung die Steuern erhoben werden. ......................................
(3)Für die Grundsteuer kann der Finanz­ minister mit Zustimmung des Innenministers für bestimmte Arten von Fällen Richtlinien aufstellen, nach denen die Grundsteuer ganz oder teilweise zu erlassenist..................................
(4)Die Befugnisse, die sich aus den Ab­ sätzen 1 und 2 ergeben, können dem Steuer­ direktor oder den Steuerkontrollstellen über­ tragen werden.

§ 132(1) Eine Sicherheit kann der Steuerpflichtige

nach seiner Wahl leisten durch 1. Hinterlegung von Geld, 2. Hinterlegung von Schuldverschreibun­ gen des Staates ..............................

3.........................................
4.Hinterlegung von Schuldverschreibun­ gen, deren Verzinsung der Staat ge­ währleistet hat, 5. Hinterlegung von inländischen Pfand­ briefen und sonstigen von einer inlän­ dischen kommunalen Körperschaft oder der Kreditanstalt einer solchen Körper­ schaft ausgestellten Schuldverschreibun­ gen, wenn die Wertpapiere für geeignet zur Anlegung von Mündelgeld erklärt worden sind, 6. ....................................
7.........................................
8.Verpfändung eines Guthabens bei einer inländischen öffentlichen oder unter öf­ fentlicher Aufsicht stehenden Sparkasse, wenn sie von der zuständigen Behörde zur Anlegung von Mün­ delgeld für geeignet erklärt ist, unter Übergabe des Sparkassenbuchs und einer Bescheinigung der Sparkasse, dass ihr die Verpfändung vom Verpfändenden mitgeteilt worden ist, 9. ..................................
10......................................
11.Verpfändung von Forderungen, für die eine Hypothek an einem inländischen Grundstück besteht, 12. Bestellung von Hypotheken, dischen Grundstücken. an inlän­
(2)Mit den Wertpapieren sind die Zins-, Renten-, Gewinnanteil- und Erneuerungscheine zu hinterlegen.
(3)Statt der Verpfändung genügt Abtretung zur Sicherheit.
(4)Ein unter Steuerverschluss befindliches Lager steuerpflichtiger Erzeugnisse gilt als ge­ nügende Sicherheit für die darauf lastende Steuer.

§ 133

§137Andere als die in den §§ 132 bis 136 bezeich­

neten Werte kann die Steuerkontrollstelle nach ihrem Ermessen als Sicherheit annehmen. Vor­ zuziehen sind Vermögensgegenstände, die grös­ sere Sicherheit bieten oder bei Eintritt auch ausserordentlicher Verhältnisse ohne erheb­ liche Schwierigkeit und innerhalb angemesse­ ner Frist verwertet werden können.

§ 138Ist die Leistung von Sicherheiten der in den

§§ 132 bis 137 bezeichneten Art in der dort geforderten Form für den Steuerpflichtigen mit Härten verbunden, so darf sich die Steuer­ kontrollstelle mit anderen Sicherungen be­ gnügen, zum Beispiel mit der Annahme von gesperrten Sparkassenbüchern, Versicherung­ scheinen oder Hypothekenbriefen.

§ 134

§ 139

Hypothekenforderungen, ................................. ................ sind zur Sicherheitsleistung nur geeignet, wenn sie den Voraussetzungen ent­ sprechen, unter denen Mündel­ geld in Hypothekenforderungen, angelegt werden darf.

Mit der Hinterlegung erwirbt der Staat ein Pfandrecht am hinterlegten Geld oder den hinterlegten Wertpapieren oder, wenn das Geld oder die Wertpapiere in das Eigentum des Fiskus oder der als Hinterlegungstelle bestimm­ ten Anstalt übergehen, ein Pfandrecht an der Forderung auf Rückerstattung.

§ 135

Soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, bestimmt der Finanzminister, zu welchen Wer­ ten die im § 132 Absatz 1 Ziffern 2 bis 12 auf­ geführten Gegenstände als Sicherheit anzu­ nehmen sind.

§ 140Wer nach den §§ 132, 136 und 137 Sicherheit

geleistet hat, ist berechtigt, die Sicherheit oder einen Teil davon durch eine andere nach den §§ 132 und 136 geeignete Sicherheit zu ersetzen.

§ 136

§ 141Inwieweit der Pflichtige in anderer Weise

nach seiner Wahl Sicherheit leisten kann, ins­ besondere durch Wechsel und Zahlungsver­ sprechen, die von zahlungsfähigen Personen ausgestellt worden sind, oder durch taugliche Bürgen, bestimmt der Finanzminister.

Wird eine Sicherheit unzureichend, so ist sie zu ergänzen, oder es ist anderweitige Sicher­ heit zu leisten.

§ 142Gestrichen

4.Verjährung

§ 143Die Ansprüche des Steuerberechtigten aus

Steuergesetzen unterliegen der Verjährung.*)

§ 152

§ 144

(1)Ist eine Steuer zu Unrecht beigetrieben, weil der Steueranspruch erloschen oder gestundet war, oder das Zwangsverfahren gegen den, gegen den es gerichtet war, nicht hätte erfolgen dürfen, oder ist eine Steuer doppelt bezahlt, so ist der zu Unrecht gezahlte Betrag zu erstatten.
(2)Das gleiche gilt:
1.wenn eine Steuer für Rechnung eines Steuerpflichtigen ohne Mitwirkung des Steuerpflichtigen oder seines Vertreters zu Unrecht entrichtet worden ist, 2. wenn eine nicht festgesetzte Verkehrsteuer zu Unrecht entrichtet worden ist.
(3)Der Anspruch auf Erstattung erlischt, falls nichts anderes bestimmt ist, wenn er nicht bis zum Ablauf des Kalenderjahrs, das auf die Entrichtung folgt, geltend gemacht wird.

§ 145

§ 146

§ 147

§ 148

§ 1495. E r s t a t t u n g s und

Vergütungsansprüche

§ 153

§ 150(1) Kann die Rückzahlung entrichteter

Steuern verlangt werden, so genügt zur Geltendmachung des Anspruchs, dass der Antrag rechtzeitig schriftlich oder mündlich bei einer Steuerkontrollstelle gestellt wird. Diese hat ihn der zuständigen Stelle zu übermitteln.

(2)Wird ein Erstattungsanspruch abgelehnt, so ist ein Bescheid zu erteilen. Der Bescheid soll eine Belehrung enthalten, welches Rechtsmittel zulässig ist und binnen welcher Frist und bei welcher Behörde es einzulegen ist.

§ 151Wird eine Steuerfestsetzung durch Aufhebung, Rücknahme oder Änderung des früher

*) voir arrêté g r . - d .

27.n o v e m b r e 1 9 3 3 . du 29.10.1946 erlassenen Bescheids berichtigt, so ist, was zu Unrecht gezahlt ist, zurückzuzahlen. Der Anspruch auf Erstattung erlischt, wenn er nicht bis zum Schluss des Jahrs, das auf die Berichtigung folgt, geltend gemacht wird. e t loi du Wo ausser den Fällen der §§ 151 und 152 Erstattungsansprüche aus Rechtsgründen zugelassen sind, erlöschen sie, falls nichts anderes bestimmt ist, wenn sie nicht bis zum Schluss des Jahrs geltend gemacht werden, das auf das J a h r folgt, in dem die Ereignisse, die den Anspruch begründen, eingetreten sind.

§ 154

(1)Die Ausschlussfrist für die Geltendmachung eines Erstattungsanspruchs läuft nicht, solange der Berechtigte innerhalb der letzten sechs Monate durch höhere Gewalt oder deshalb verhindert ist, den Anspruch geltend zu machen, weil er geschäftsunfähig ist und keinen gesetzlichen Vertreter hat.
(2)Gehört der Anspruch zu einem Nachlass, so erlischt er nicht vor Ablauf von sechs Mona- ten, nachdem die Erbschaft von den Erben angenommen oder Konkurs über den Nach­ lass eröffnet worden ist.

§ 155Zweiter

Abschnitt E r m i t t l u n g und F e s t s e t z u n g der Steuer Gestrichen

Erster Unterabschnitt

§ 156P f l i c h t e n der S t e u e r p f l i c h t i g e n

und a n d e r e r Personen Was zur Tilgung eines erloschenen Erstat­ tungsanspruchs geleistet ist, kann nicht zurück­ gefordert werden.

§ 157Was für die Erstattung gezahlter Steuern

gilt, gilt entsprechend für die Erstattung an­ derer Geldleistungen, die nach den Steuerge­ setzen entrichtet worden sind.

§ 158(1) Gewähren Steuergesetze in Fällen, wo

eine Steuer entrichtet worden ist, unter be­ sonderen Voraussetzungen einen Anspruch auf Vergütung, so kann dieser Anspruch, soweit nicht andere Fristen vorgeschrieben sind, nur bis zum Ablauf des Jahrs geltend gemacht werden, das auf das Jahr folgt, in dem er zuerst hätte geltend gemacht werden können.

(2)Der § 150 Absatz 2 und die §§ 154 und 156 gelten entsprechend.

§ 159Die Abtretung oder Verpfändung eines Er­

stattungs- oder Vergütungsanspruchs ist nur wirksam, wenn sie der Gläubiger der Steuer­ behörde anzeigt, die über den Anspruch ent­ schieden oder zu entscheiden hat. Bei Pfän­ dung eines Erstattungs- oder Vergütungsan­ spruchs gilt diese Behörde als Drittschuldner im Sinn . ..................... der Zivilprozessordnung.

I. Allgemeine Vorschriften

§ 160(1) Wer nach anderen Gesetzen als den

Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch im Interesse der Besteuerung zu erfüllen.

(2)*) Wer nach den bei der letzten Veran­ lagung getroffenen Feststellungen Reinein­ künfte gehabt hat, die eine gewisse vom Fi­ nanzminister zu bestimmende Grenze über­ schreiten, ist verpflichtet, seine Einnahmen und Ausgaben fortlaufend aufzuzeichnen und alljährlich eine Zusammenstellung über sein Vermögen anzufertigen. Von dieser Verpflich­ tung kann die Steuerkontrollstelle für einzelne Fälle Erleichterungen widerruflich (§ 161 Ab­ satz 2 Satz 2) bewilligen.

§ 161**

(1)Ausser denen, die unter die Vorschrift des § 160 fallen, sind die folgenden Unternehmer und Unternehmen zur Führung von Büchern oder Aufzeichnungen nach näherer Massgabe der folgenden Vorschriften verpflichtet: *) Hinweis auf die Verordnung zur Durchführung des § 160 Absatz 2 der Abgabenordnung vom 2 4 . März 1932. * * ) Hinweis auf die Verordnung zur Führung eines Wareneingangsbuchs vom 20. J u n i 1935 und die Waren­ ausgangsverordnung vom 20. J u n i 1936.
1.Für Zwecke der Besteuerung nach dem
(2)Die Eintragungen in die Bücher sollen Einkommen, dem Ertrag und dem Ver­ fortlaufend, vollständig und richtig bewirkt mögen sind die Unternehmer und Un­ werden. Der Steuerpflichtige soll sich einer ternehmen, die nach den bei der letzten lebenden Sprache und der Schriftzeichen einer Veranlagung getroffenen Feststellungen solchen bedienen. entweder
(3)Geschäftsbücher sollen keine Konten ent­
a)Gesamtumsatz (einschliesslich des halten, die auf einen falschen oder erdichteten steuerfreien Umsatzes) von mehr als Namen lauten.

200 000 Rm. (2 000 000 Fr.) oder

(4)Die Bücher sollen, soweit es geschäfts­
b)Betriebsvermögen von mehr als 50 000 üblich ist, gebunden und Blatt für Blatt oder Seite für Seite mit fortlaufenden Zahlen ver­ Rm. (500 000 Fr.) oder sehen sein.
c)Iand- und forstwirtschaftliches Ver­
(5)An Stellen, die der Regel nach zu be­ mögen von mehr als 100 000 R m . schreiben sind, sollen keine leeren Zwischen­ (1 000 000 Fr.) oder räume gelassen werden. Der ursprüngliche In­
d)Gewerbeertrag von mehr als 12 000 Rm. halt einer Eintragung soll nicht mittels Durch­ (120 000 Fr.) oder sreichens oder auf andere Weise unleserlich ge­
e)Einkünfte aus Land- und Forstwirt­ macht, es soll nicht radiert, auch sollen solche schaft von mehr als 12 000 Rm. Veränderungen nicht vorgenommen werden, (120 000 Fr.) deren Beschaffenheit es ungewiss lässt, ob sie gehabt haben, verpflichtet, Bücher zu bei der ursprünglichen Einträgung oder erst führen und auf Grund jährlicher Be­ später vorgenommen sind. standsaufnahmen regelmässig Abschlüsse
(6)In Bücher soll, wo dies geschäftsüblich zu machen. ist, mit Tinte eingetragen werden. Trägt der 2. Für Zwecke der Umsatzsteuer sind die Steuerpflichtige nach vorläufigen Aufzeich­ nach dem Umsatzsteuergesetz steuer­ nungen ein, so soll er diese aufbewahren. Belege pflichtigen Unternehmer und Unterneh­ sollen mit Nummern versehen und gleichfalls men verpflichtet, zur Feststellung der aufbewahrt werden.

Entgelte Aufzeichnungen zu machen.

(7)Kasseneinnahmen und -ausgaben sollen Aus den Aufzeichnungen muss zu ersehen im geschäftlichen Verkehr mindestens täglich sein, wie sich die Entgelte auf die Um­ aufgezeichnet werden. sätze, für welche verschiedene Steuersätze
(8)Die Bücher, Aufzeichnungen und, soweit bestehen, verteilen. Die näheren Be­ sie für die Besteuerung von Bedeutung sind, stimmungen trifft der Finanzminister auch die Geschäftspapiere und die sonstigen
(2)Die Steuerkontrollstelle ist berechtigt, Unterlagen sollen zehn Jahre aufbewahrt wer­ unter Abweichung von den Vorschriften des den; die Frist läuft vom Schluss des Kalender­ Absatzes 1 für einzelne Fälle Erleichterungen jahrs an, in dem die letzte Eintragung in die zu bewilligen. Eine solche Bewilligung kann Bücher und Aufzeichnungen gemacht ist oder jederzeit zurückgenommen werden, auch wenn die Geschäftspapiere oder die sonstigen Unter­ dies bei der Bewilligung nicht vorbehalten lagen entstanden sind. worden ist.
(9)Die Steuerkontrollstelle kann prüfen, ob die Bücher und Aufzeichnungen fortlaufend,

§ 162vollständig und formell und sachlich richtig

(1)Wer nach den Vorschriften der §§ 160 und geführt werden. Die Prüfung ist auch insoweit 161 oder sonst nach den Steuergesetzen Bücher zulässig, als es sich nicht um die Verhältnisse zu führen oder Aufzeichnungen zu machen der Personen oder Unternehmen, deren Bücher hat, soll die folgenden Vorschriften beachten. geprüft werden, sondern um die Aufklärung der Verhältnisse von Arbeitnehmern handelt, die im Dienst der Personen oder Unternehmen gestanden haben oder stehen.
(10)Grossbetriebe sind mindestens alle drei Jahre einmal einer ordentlichen Betriebsprü­ fung durch entsprechend vorgebildete Beamte oder Sachverständige der Steuerverwaltung zu unterwerfen. Die Prüfung hat sich auf alle Verhältnisse zu erstrecken, die für die Besteu­ erung von Bedeutung sein können. Die Prüfung hat jeweils den Zeitraum bis zu der zuletzt er­ folgten Prüfung zu umfassen; bei Betrieben, die zum erstenmal einer Betriebsprüfung un­ terworfen werden, bestimmt der Finanzminister den Zeitraum, über den sich die Prüfung zu erstrecken hat. Als Grossbetriebe gelten Betriebe die nach den Unterscheidungsmerkmalen der amtlichen Betriebstatistik als solche anzusehen sind.

§ 163das Guthaben, die Wertsachen oder der In­

halt des Schliessfaches nur mit Zustimmung der Steuerkontrollstelle an den Antragsteller oder seinen Rechtsnachfolger herausgegeben werden; auch sonstige Verfügungen darüber bedürfen dieser Zustimmung. Wer vorsätzlich oder fahrlässig dieser Vorschrift zuwiderhandelt haftet, soweit dadurch Steueransprüche ode Verfallerklärungen vereitelt oder beeinträchbeeinträch­ tigt werden.

§ 164(1) Wer Rechte, die auf seinen Namen lauten

oder Wertsachen, die er besitzt, als Treuhänder, Vertreter eines andern oder Pfandgläubiger zu haben behauptet, hat auf Verlangen nachzu­­­­­­­­­­ weisen, wem die Rechte oder Wertsachen ge­ hören, oder dass sie ihm nicht gehören; andern­ falls sind sie ihm zuzurechnen. Das Recht der Steuerkontrollstelle, den Sachverhalt zu er­ mitteln, bleibt unberührt,

(2)Die Vorschrift gilt entsprechend, wenn Rechte auf Namen mehrerer Personen lauten, und diese berechtigt sind, gemeinschaftlich oder allein über die Rechte zu verfügen.
(1)Niemand darf auf einen falschen oder erdichteten Namen für sich oder einen anderen ein Konto errichten oder Buchungen vorneh­ men lassen, Wertsachen (Wertpapiere, Geld oder Kostbarkeiten) offen oder verschlossen hinterlegen oder verpfänden oder sich ein

§ 164aSchliessfach geben lassen. Das Verbot gilt auch

für den eigenen Geschäftsbetrieb. Die Steuer­ Verbot des geschäftsmässigen kontrollstelle kann in einzelnen Fällen Aus­ Hinweises a u f die Möglichkeit nahmen gestatten. von Steuerersparungen

(2)Wird die Errichtung eines Kontos, die Annahme von Wertsachen zur Hinterlegung Es ist verboten, geschäftsmässig in Angeboten oder Verpfändung oder die Überlassung eines oder Aufforderungen, die an einen grösseren Schliessfachs beantragt, so hat sich die Bank, Personenkreis gerichtet sind, darauf hinzu­ die Sparkasse, der Kaufmann oder wer sonst weisen, dass bei Geschäftsabschlüssen in be­ dem Antrag entsprechen will, über die Person stimmter Weise ausser dem geschäftlichen des Verfügungsberechtigten zu vergewissern. Zweck noch Ersparungen oder Vorteile bei der Vor- und Zuname und Wohnung des Verfü­ Besteuerung erreicht werden können. gungsberechtigten sind einzutragen, bei Frauen auch der Mädchenname. Anträgen, die für

§ 165

Sammlungen oder dergleichen gestelllt werden, ist nur zu entsprechen, wenn bestimmte na­

(1)Eine Personenstands- und Betriebsauf­ türliche oder juristische Personen als verfü­ nahme findet in der Regel jährlich statt. gungsberechtigt bezeichnetwerden...........................
(2)Die Art und den Umfang der Erhebun­
(3)Stellt sich später heraus, dass die Vor­ gen bestimmt der Finanzminister durch Ver­ schrift des ersten Absatzes verletzt ist, so dürfen waltungsanordnung. Er kann insbesondere Aus­ nahmen von Absatz 1 durch Verwaltungsan­ ordnung zulassen. Er kann auch den Steuer­ direktor ermächtigen, derartige Ausnahmen durch Verwaltungsanordnung zuzulassen.
(3)Die Personenstandsaufnahme erstreckt sich nicht auf diejenigen Angehörigen der Luxemburgischen Armee, der Polizei und der Gendarmerie, die in Mannschaftsräumen mili­ tärischer oder polizeilicher Dienstgebäude ........ .................... untergebracht sind und keine an­ dere Wohnung haben.
(3)Die Inhaber von Betriebstätten und Lager­ räumen haben über den Betrieb, der in den Betriebstätten oder Lagerräumen ausgeübt wird, diejenigen Angaben zu machen, die für Zwecke der Personenstands- und Betriebsauf­ nahme und etwaiger sonstiger Erhebungen (§ 165a Absatz 2) verlangt werden (insbeson­ dere Angaben über Art und Grösse des Betriebs und über die Betriebsinhaber).

§ 165a(1) Wer nach den Bestimmungen, die das

polizeiliche Meldewesen regeln, zu einer Per­ sonalmeldung (einer Meldung über Zuzug, Umzug oder Wegzug) verpflichtet ist, hat die Meldepflicht auch im Interesse der Besteu­ erung zu erfüllen.

(2)Die Voraussetzungen und der Umfang dieser Meldepflicht und die Form der Mel­ dungen werden durch eine Verordnung ge­ regelt, die der Innenminister im Einverneh­ men mit dem Finanzminister erlässt. Bis zum Inkrafttreten einer solchen Verordnung be­ wendet es bei der bisherigen (....................................) Regelung.
(1)Die Personenstands- und Betriebsauf­ nahme liegt den Gemeindebehörden ob. Sie werden dabei als Hilfstellen der Steuerkon­ trollstellen tätig und haben daher die gleichen Befugnisse wie die Steuerkontrollstellen, ins­ besondere das Recht zur Anwendung von Zwangsmitteln.
(2)Die Gemeindebehörden sind berechtigt, mit der Personenstands- und Betriebsaufnahme besondere Erhebungen zu verbinden, die ge­ meindlichen Zwecken dienen. Für solche Er­ hebungen gilt Absatz 1 Satz 2 nicht.

§ 165b(1) Die Grundstücksbesitzer haben bei der

Durchführung der Personenstands- und Be­ triebsaufnahme Hilfe zu leisten. Sie haben ins­ besondere die Personen anzugeben, die auf dem Grundstück eine Wohnung oder eine Betriebstätte, Lagerräume oder sonstige Ge­ schäftsräume haben.

(2)Die Haushaltsvorstände haben über die Personen, die zu ihren Haushalten gehören (einschliesslich der Untermieter und der Schlaf­ stellenmieter), diejenigen Angaben zu machen, die für Zwecke der Personenstands- und Be­ triebsaufnahme und etwaiger sonstiger Erhe­ bungen (§ 165 a Absatz 2) verlangt werden (ins­ besondere Angaben über Geburtstag, Ge­ burtsort, Religion und Beruf). Die Untermieter und Schlafstellenmieter sind verpflichtet, den Haushaltsvorständen die erforderlichen An­ gaben zu machen.

§ 165c

§ 165d(1) Steuerpflichtige, die nicht natürliche

Personen sind, haben der zuständigen Steuer­ kontrollstelle (§ 73a Absatz 6) diejenigen Er­ eignisse zu melden, die hinsichtlich einer Steuer vom Einkommen, vom Ertrag, vom Vermögen oder vom Umsatz die persönliche Steuerpflicht begründen, ändern oder be­ endigen.

(2)Wer einen land- und forstwirtschaft­ lichen Betrieb, einen gewerblichen Betrieb oder eine Betriebstätte eröffnet oder eine sonstige selbständige Erwerbstätigkeit beginnt, hat dies der Steuerkontrollstelle zu melden, in deren Bezirk der Betrieb oder die Betriebstätte eröff­ net oder die Erwerbstätigkeit begonnen wird.
(3)Die Meldungen (Absätze 1 und 2) sind binnen zwei Wochen (seit dem meldepflichti­ gen Ereignis) zu erstatten.
(4)Die Steuerkontrollstelle, der eine Mel­ dung erstattet worden ist, teilt den Inhalt der Meldung anderen Steuerkontrollstellen inso­ weit mit, als die Meldung für andere Steuer­ kontrollstellen von Bedeutung ist.

§ 165e

(1)Wenn ein Steuerpflichtiger nachträglich, aber vor dem Ablauf der Steuer Verjährungs­ frist erkennt, dass eine Steuererklärung oder eine andere Erklärung, die er einer Steuer­ behörde abgegeben hat, unrichtig oder unvoll­ ständig ist, und dass die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit zu einer Verkürzung von Steuereinnahmen führen kann, so ist er (ohne dass es einer besonderen Aufforderung bedarf) verpflichtet, dies unverzüglich der zuständigen Steuerbehörde anzuzeigen.
(2)Wer Erzeugnisse oder Waren, für die eine Steuervergünstigung unter einer Bedin­ gung gewährt worden ist, in einer Weise ver­ wenden will, die der Bedingung nicht ent­ spricht, hat dies vorher der Steuerkontrollstelle (gegebenenfalls der zuständigen Hilfstelle) an­ zuzeigen.
(3)Sind bei einem Gegenstand, der ganz oder teilweise von der Grundsteuer befreit war, die Vorausetzungen der Steuerbefreiung für den ganzen Gegenstand oder für einen Teil des Gegenstands weggefallen, so hat der Steuerpflichtige dies der Steuerverwaltung an­ zuzeigen. Die Anzeige ist binnen drei Mona­ ten seit dem Wegfall der Voraussetzungen zu erstatten.
(4).......................

II. Pflichten der Steuerpflichtigen

§ 166(1) Bei Steuererklärungen (Erklärungen, die

nach Vorschrift der Gesetze oder Ausführungs­ bestimmungen als Unterlage für die Feststel­ lung von Besteuerungsgrundlagen oder für die Festsetzung einer Steuer dienen) hat der Steuerpflichtige zu versichern, dass er die An­ gaben nach bestem Wissen und Gewissen ge­ macht hat. Die Erklärungen sind nach Form und Inhalt so abzugeben, wie es die Steuer­ kontrollstelle nach den Gesetzen und Ausfüh­ rungsbestimmungen vorschreibt. Die Versiche­ rung kann nach Anordnung der Steuerkon­ trollstelle allgemein abgegeben werden

(2)Bei der Ausfüllung von Vordrucken sind alle Fragen zu beantworten. Die Fragen und Antworten sind so zu fassen, dass die Prüfung, was steuerpflichtig ist und was nicht, der Steu­ erkontollstelle ermöglicht wird. In den Vor­ drucken ist zu betonen, dass diese Prüfung der Steuerkontrollstelle, nicht dem Steuer­ pflichtigen zusteht. Den Steuererklärungen sind die Unterlagen beizufügen, die nach den Gesetzen und Ausführungsbestimmungen ge­ fordert werden. Wenn diese Unterlagen in Bescheinigungen bestehen, die von anderer Seite zu erteilen sind, sind die beteiligten Stellen verpflichtet, sie auszustellen.
(3)Auf Verlangen haben die Steuerpflich­ tigen auch bei anderen Erklärungen, Anmel­ dungen, Anzeigen und Auskünften zu ver­ sichern, dass sie die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht haben.

§ 167(1) Dem Steuerpflichtigen im Sinn der §§

166, 168 bis 174 steht gleich, wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben.

(2)Soweit in den Steuergesetzen nichts an­ deres bestimmt ist, ist zur Abgabe einer Steuer­ erklärung jeder verpflichtet, der dazu von der Steuerkontrollstelle aufgefordert wird. Die Auf­ forderung kann durch öffentliche Bekannt­ machung erfolgen.
(3)Die Steuererklärungen für die Einkom­ mensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sind, sofern nicht der Finanzminister etwas anderes bestimmt, bis zum Ende des Monats Februar abzugeben.

Die Steuerkontrollstelle kann verlangen, dass ein Steuerpflichtiger, dessen Wirtschaftsjahr nicht mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, die Steuererklärung spätestens zwei Monate nach Abschluss des Wirtschaftsjahrs abgibt.

(4)Die Steuerkontrollstelle kann die Steuer­ erklärungsfrist in einzelnen Fällen verlängern.

Sie kann bei laufend veranlagten Steuern Steuerpflichtigen, die eine umfangreiche Buch­ führung haben, Fristverlängerung auch mit Wirkung für die späteren Jahre bewilligen. Die Bewilligung ist für die späteren Jahre jederzeit widerruflich. Bei der Einkommensteuer, Ge­ werbesteuer der natürlichen Personen, Vermö­ gensteuer der natürlichen Personen und Um­ satzsteuer darf die Frist nicht über den 30.

Juni hinaus verlängert werden.

§ 168(1) Die Steuerpflichtigen können die Steuer­

erklärungen schriftlich einreichen oder münd­ lich vor der Steuerkontrollstelle abgeben.

(2)Wenn sie die Frist nicht wahren, kann ihnen die Steuerkontrollstelle einen Zuschlag bis zu zehn vom Hundert der endgültig fest­ gesetzten Steuer auferlegen. Die Steuerkontroll­ stelle hat den Zuschlag zu unterlassen oder zurückzunehmen, wenn die Versäumnis ent­ schuldbar erscheint.
(2)Die Steuerkontrollstelle kann schriftliche Auskunft verlangen.

§ 171(1) Auf Verlangen (§ 205 Absätze 1 und 2)

hat der Steuerpflichtige die Richtigkeit seiner Steuererklärung nachzuweisen. Wo seine An­ gaben zu Zweifeln Anlass geben, hat er sie zu ergänzen, den Sachverhalt aufzuklären und seine Behauptungen, soweit ihm dies nach den Umständen zugemutet werden kann, zu beweisen, zum Beispiel den Verbleib von Vermögen, das er früher besessen hat.

(2)Er hat Aufzeichnungen, Bücher und Ge­ schäftspapiere sowie Urkunden, die für die Festsetzung der Steuer von Bedeutung sind, auf Verlangen (§ 207) zur Einsicht und Prü­ fung vorzulegen.

§ 172(1) Steuerpflichtige, die Handelsbücher im

Sinn des Handelsgesetzbuchs führen, haben auf Verlangen eine Abschrift ihrer unverkürz­ ten Bilanzen mit Erläuterungen einzureichen.

§ 169Wenn sie nach ihrer Buchführung eine GewinnWenn sich die Steuererklärungen auf WertaufWert­

angaben zu erstrecken haben, und sich der und Verlustrechnung aufstellen, ist auch diese Wert nicht aus dem Nennbetrag, dem Kurs­ beizufügen.

(2)Aus der Bilanz oder den Erläuterungen wert oder aus Zahlungen ergibt, hat der Steuerpflichtige, soweit er nicht den Wert zu soll klar hervorgehen, wie Gegenstände des Ge­ schätzen hat, die Tatsachen anzugeben, die brauchs und Lagerbestände bewertet und er zur Ermittlung des Werts beizubringen welche Beträge darauf und auf zweifelhafte und uneinbringliche Forderungen oder sonst vermag. abgeschrieben worden sind.
(3)Wenn Ausgaben für Anlagen als Unkosten

§ 170(1) Im Fall des § 205 Absätze 1 und 2 hat gebucht sind, ist der Betrag in den Erläute­

der Steuerpflichtige nach schriftlicher Mittei­ rungen anzugeben.

(4)Als Schuldposten dürfen Verpflichtungen lung der Punkte, über die er sich äussern soll, vor der Steuerkontrollstelle zu erscheinen, wenn aus Bürgschaften, Gefälligkeitsakzepten und er nicht durch trifftige Gründe daran verhin­ dergleichen in der Bilanz nur aufgeführt wer­ hindert ist. Er hat ihm wahrheitsgemäss nach den, wenn die Rückgriffsrechte berücksich­ tigt sind. bestem Wissen und Gewissen Auskunft zu geben. Kann er nicht aus dem Gedächtnis

§ 173Auskunft geben, so hat er Schriftstücke und

Geschäftsbücher, die ihm zur Verfügung stehen,

(1)Die Beamten der Steuerkontrollstellen einzusehen und, soweit nötig, Aufzeichnungen und ihre Beauftragten können Grundstücke daraus zu entnehmen. und Räume der Steuerpflichtigen betreten, um im Steuerinteresse an Ort und Stelle nötige Abschätzungen innerhalb der üblichen Geschäft- oder Arbeitstunden vorzunehmen.

Die Steuerpflichtigen haben ihnen jede Auskunft und Nachweisung zu erteilen, deren sie bedürfen.

(2)Wertsachen (§ 163 Absatz 1) hat der Steuerpflichtige auf Verlangen (§ 209) vorzu­ legen und Einsicht in die Behältnisse zu gewähren oder zu verschaffen, in denen er sie verwahrt.

§ 174

(1)Die Steuerkontrollstelle kann verlangen, dass der Steuerpflichtige Tatsachen, die er behauptet, durch Versicherung an Eides Statt erhärte (§ 209).
(2)Die Versicherung ist dem Steuerkon­ trolleur-Steuerinspektor abzugeben. Dieser zieht einen Schriftführer zu. Die Tatsachen, deren Richtigkeit versichert werden soll, sind schrift­ lich festzustellen und dem Steuerpflichtigen mindestens eine Woche vor Abgabe der Ver­ sicherung mitzuteilen. Die Versicherung be­ steht darin, dass der Steuerpflichtige erklärt: «Ich versichere an Eides Statt, dass ich nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt habe.»

Die Niederschrift ist vorzulesen; der Steuer­ pflichtige hat sie zu unterschreiben.

(3)Die Versicherung an Eides Statt kann nicht nach § 202 erzwungen werden.

III. Pflichten anderer P e r s o n e n zu Auskunft, Einsichtgewährung und Gutachten

§ 175(1) Auch wer nicht als Steuerpflichtiger be­

teiligt ist, hat mit Ausnahme der als nahe An­ gehörige bezeichneten Personen (§ 10 Steuer­ anpassungsgesetz) der Steuerkontrollstelle über Tatsachen Auskunft zu erteilen, die für die Ausübung der Steueraufsicht oder in einem Steuerermittlungsverfahren für die Feststel­ lung von Steueransprüchen von Bedeutung sind. Die Auskunft ist wahrheitsgemäss nach bestem Wissen und Gewissen zu erteilen. Wer nicht aus dem Gedächtnis Auskunft geben kann, hat Schriftstücke und Geschäftsbücher, die ihm zur Verfügung stehen, einzusehen und, soweit nötig, Aufzeichnungen daraus zu ent­ nehmen. Die Auskunft ist nach Form und In­ halt so zu erteilen, wie es die Steuerkontroll­ stelle nach den Gesetzen und Ausführungsbe­ stimmungen vorschreibt.

(2)Die Auskunft soll, soweit dies durchführ­ bar ist und nicht aus besonderen Gründen Abweichungen geboten sind, schriftlich erbeten und erteilt werden; die Steuerkontrollstelle kann jedoch das Erscheinen des Auskunfts­ pflichtigen anordnen.
(3)Wenn von Behörden, von Verbänden und Vertretungen von Betriebs- oder Berufszweigen, von geschäftlichen oder gewerblichen Unter­ nehmungen, Gesellschaften oder Anstalten Auskunft begehrt wird, ist das Ersuchen, falls nicht bestimmte Personen als Auskunftsper­ sonen in Frage kommen, an den Vorstand oder die Geschäfts- und Betriebsleitung zu richten.

§ 176In den Fällen des § 175 kann der Befragte

die Auskunft auf Fragen verweigern, deren Beantwortung ihm selbst oder einem Angehö­ rigen die Gefahr einer Strafverfolgung zuziehen würde.

§ 177(1) Die Auskunft können ferner verweigern:

1.Verteidiger und Rechtsanwälte, soweit sie in Strafsachen tätig gewesen sind, 2. Ärzte über das, was ihnen bei Ausübung ihres Berufs anvertraut ist, 3. Rechtsanwälte über das, was ihnen bei Ausübung ihres Berufs anvertraut ist;
4.die Gehilfen der zu 1 bis 3 bezeichneten Personen hinsichtlich der Tatsachen, die sie in dieser ihrer Eigenschaft erfahren haben.
(2)Diese Bestimmung findet auf die zu 3 und 4 bezeichneten Personen insoweit keine An­ wendung, als es sich um Tatsachen handelt, die bei Beratung oder Vertretung in Steuer­ angelegenheiten zu ihrer Kenntnis gekommen sind, es sei denn, dass es sich um Fragen handelt, deren Bejahung oder Verneinung ihre Auftrag­ geber der Gefahr einer Strafverfolgung aus­ setzen würde.

§ 178Ein Geistlicher darf nicht über solche Tat­

sachen befragt werden, über die er nach Annah­ me der Steuerkontrollstelle oder nach seiner Versicherung nicht aussagen kann, ohne die Pflicht der Verschwiegenheit, die ihm als Seel­ sorger obliegt, zu verletzen.

§ 179(1) Die Verpflichtung öffentlicher Behörden

und Beamten................................zur Verschwie­ genheit gilt nicht für ihre Auskunftspflicht ge­ genüber den Steuerkontrollstellen. Sie dürfen jedoch über Umstände, auf die sich ihre Pflicht zur Verschwiegenheit bezieht, nicht befragt werden, wenn ihnen die Behörde, die ihnen vorgesetzt ist, oder bei Beamten, die nicht mehr im Dienst sind, zuletzt vorgesetzt war, die Erteilung der Auskunft im Einzelfall un­ tersagt hat. Dies darf nur geschehen, wenn die Auskunft dem Wohl des Landes nachteilig sein würde.

(2)Für die Post- und Telegraphenbehörden und deren Beamte bleibt es bei der Unver­ letzlichkeit des Post-, Telegraphen- und Fern­ sprechgeheimnisses.

§ 180

§ 181Auskunftspersonen kann auf Verlangen eine

angemessene Entschädigung für Aufwand und Zeitverlust gewährt werden.

§ 182

(1)Die Steuerkontrollstelle kann verlangen, dass eine Auskunftsperson die Wahrheit ihrer Aussage durch Eid bekräftige. Wer die Aus­ kunft verweigern darf, kann auch den Eid ver­ weigern.
(2)Für die Abnahme des Eides gelten sinn­ gemäss die Vorschriften der Zivilprogressord­ nung. Der Eid wird vom Vorsteher der Steuer­ kontrallstelle unter Zuziehung eines Schrift­ führers oder auf Ersuchen der Steuerkontroll­ stelle vom Amtsgericht abgenommen.
(3)Die Auskunftsperson gilt als Zeuge im Sinne des Strafgesetzbuches.

§ 183

Wer Auskunft zu erteilen hat (§§ 175 ff.), hat, wenn es die Steuerkontrollstelle verlangt (§ 209), diejenigen Urkunden und Schriftstücke ein­ schliesslich der einschlagenden Stellen seiner Geschäftsbücher zur Einsicht vorzulegen, die sich auf bestimmt zu bezeichnende Rechts­ vorgänge beziehen. Unter den gleichen Vor­ aussetzungen hat er Wertsachen (§ 163 Absatz 1) vorzulegen, die er für den Steuerpflichtigen verwahrt, und Einsicht in verschlossene Be­ hältnisse zu gewähren, die er dem Steuerpflich­ tigen überlassen hat. Er kann die Vorlegung oder die Gewährung der Einsicht verweigern, soweit er die Auskunft über die Vorgänge ver­ weigern könnte.

§ 184

Wer Waren zum Weiterverkauf veräussert, deren Abgabe an den Verbraucher eine Steuer­ pflicht begründet, hat der Steuerkontrollstelle auf Verlangen seine Bücher und Geschäfts­ papiere insoweit zur Einsicht vorzulegen, als dies zur Feststellung erforderlich ist, wer solche Waren erhalten hat und um welche Mengen es sich handelt.

§ 185(1) Zur Ermittlung des Steuerwerts von

Aktien ........... und sonstigen Anteilen .................. an Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Genusscheinen haben die Vorstände undLiquidatoren der in Betracht kommenden Ge­ sellschaften, wenn die Gesellschaft ihren Sitz oder Vermögen im Inland hat, der Steuerkon­ trollstelle am Sitz ihrer Verwaltung oder der Steuerkontrollstelle des Bezirks, wo sich das Vermögen befindet, auf Verlangen binnen einer Frist von vier Wochen nachzuweisen:

1.die Höhe des Grundkapitals oder der Stammeinlagen, 2. den Betrag der in den letzten drei Jahren jährlich verteilten Gewinne, 3. die tatsächlichen Mitteilungen, die sie zur Schätzung des Werts der Aktien, ............, Anteile oder Genusscheine bei­ zubringen vermögen.
(2)Bei der Nachweisung haben sie zu ver­ sichern, dass sie die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht haben.

§ 186Als Sachverständiger hat auf Verlangen

der Steuerkontrollstelle ein Gutachten abzu­ geben, wer zur Erstattung von Gutachten der geforderten Art öffentlich bestellt ist oder die Wissenschaft, die Kunst oder das Gewerbe, deren Kenntnis Voraussetzung zur Begutach­ tung ist, öffentlich zum Erwerb ausübt oder zu ihrer Ausübung öffentlich bestellt oder er­ mächtigt ist.

(2)Die Gründe, aus denen eine Auskunft verweigert werden darf, berechtigen einen Sach­ verständigen zur Verweigerung des Gutachtens.
(3)Die §§ 181 und 182 gelten entsprechend.
(4)Öffentliche Beamte sind nicht als Sach­ verständige zuzuziehen, wenn ihre vorgesetzte Behörde erklärt, dass dies dem Dienst nach­ teilig sein würde.

§ 187aV. Beistandspflicht der Behörden

und berufständigen Vertretungen

§ 188(1) Die Staats- und Gemeindebehörden, die

Beamten und Notare sowie die Verbände und Vertretungen von Betriebs- oder Berufszweigen haben den Steuerkontrollstellen jede zur Durch­ führung der Besteuerung und der den Steuer­ kontrollstellen obliegenden Prüfung und Auf­ sicht dienliche Hilfe zu leisten, insbesondere Einsicht in ihre Bücher, Verhandlungen, Listen und Urkunden zu gewähren. Die Unverletz­ barkeit des Post-, Telegraphen- und Fernsprech­ geheimnisses bleibt unberührt.

(2).........................., Postscheckämter, Spar­ kassen und Banken, die die Stellung von Be­ hörden haben, fallen nicht unter diese Vorschrift.
(3).....................................
(4)Wenn in einem Rechtsmittelverfahren, das die Feststellung eines Einheitswertes be­ trifft, eine Behörde oder ein Beamter einer Gemeinde oder eines Gemeindeverbands auf Ersuchen einer Behörde der Steuerverwaltung Ermittlungen an Ort und Stelle (zum Beispiel Vermessungen) vornimmt, so vergütet der Staat der Gemeinde oder dem Gemeindever­ band den vierten Teil der Auslagen, die durch die örtlichen Ermittlungen entstehen. Im übri­ gen ist der Staat nicht zum Ersatz von Kosten verpflichtet, die dadurch entstehen, dass Behör­ den oder Beamte der Gemeinden oder Gemein­ deverbände am Bewertungsgeschäft mitwirken.

IV. Anzeigepflicht

§ 187

Der Finanzminister kann anordnen, dass, wer Rechte, die auf seinen Namen lauten, oder Wertsachen, die er besitzt, als Treuhänder, Vertreter eines anderen oder Pfandgläubiger hat, dies der Steuerkontrollstelle auf öffentliche Aufforderung unter Bezeichnung des Berech­ tigten mitzuteilen hat.

§ 189*

Sämtliche Behörden, Beamten und Notare haben Steuervergehen, die sie dienstlich er­ fahren, den Steuerkontrollstellen mitzuteilen.

Die Unverletzbarkeit des Post-, Telegraphenund Fernsprechgeheimnisses bleibt unberührt. * Hinweis auf den § 20 der ersten Steueramnestiever­ ordnung vom 23. August 1931.

§ 189a

§ 192

§189b

§ 189c

§ 189d

§ 189eDie Träger der Sozialen Versicherung und

die Träger der Versicherung nach den Ange­ stelltenversicherungsgesetzen haben den Steuer­ behörden jede Hilfe zu leisten, die zur Durch­ führung (einschliesslich der Beaufsichtigung und Nachprüfung) der Lohnsteuer dienlich ist VI. Steueraufsicht

§ 190

Inhaber von Betrieben oder Unternehmen, die der Steueraufsicht unterliegen, haben die Verpflichtungen, die ihnen gegenüber der Steuerverwaltung obliegen, selbst zu erfüllen oder, wenn sie den Betrieb oder das Unterneh­ men nicht selbst leiten, hierfür einen geeigneten Betriebsleiter zu bestellen. Die Bestellung eines Betriebsleiters ist der Steuerkontrollstelle an­ zuzeigen.

§ 191(1) Wer Gegenstände gewinnen, herstellen

oder umsetzen will, an deren Gewinnung, Her­ stellung oder Umsatz eine Steuerpflicht geknüpft ist, hat dies der Steuerkontrollstelle vor Eröff­ nung des Betriebs anzumelden. Das nähere über Zeitpunkt, Form und Inhalt der Anmeldung regeln Ausführungsbestimmungen.

(2)Das gleiche gilt für den, der ein Unter­ nehmen betreiben will, das einer besonderen Verkehrsteuer unterliegt.

Die Ausführungsbestimmungen ordnen an, welchen Bedingungen die nach § 191 Absatz 1 anmeldepflichtigen Betriebe nach ihrer Eröff­ nung zur Sicherung der Steuer zu genügen haben. Insbesondere können sie anordnen:

1.dass bestimmte Gewerbehandlungen nur in angemeldeten oder solchen Räumen vorgenommen werden dürfen, deren Be­ nutzung für diesen Zweck von der Steuerkontrollstelle besonders geneh­ migt ist, 2. dass hergestellte Erzeugnisse in be­ stimmter Weise gelagert, verpackt oder bezeichnet werden müssen, 3. dass, wenn neben der Herstellung steuer­ pflichtiger Erzeugnisse deren Verkauf im kleinen erfolgt, dieser besonders zu überwachen ist, 4. dass über den Betrieb und über die gewonnenen, hergestellten oder in den Verkehr gebrachten steuerpflich­ tigen Erzeugnisse Buch zu führen ist und die Bestände festzustellen sind, 5. dass Vorgänge und Massnahmen in den Betrieben, die für die Steueraufsicht wichtig sind, der Steuerkontrollstelle an­ zumelden sind, 6. dass die Steueraufsichtsbeamten in den der Steueraufsicht unterliegenden Be­ trieben Proben von steuerpflichtigen Erzeugnissen oder von Stoffen, die zur Herstellung solcher Erzeugnisse bestimmt sind, für steuerliche Zwecke unentgelt­ lich entnehmen dürfen.

§ 193(1) Für Zwecke der Besteuerung kann die

Steuerkontrollstelle auch ausserhalb eines Steuerermittlungsverfahrens Nachschau halten bei den Personen, die nach § 160 Absatz 2 Auf­ zeichnungen zu machen haben, sowie bei sol­ chen Unternehmern und in solchen Unterneh­ men, die entweder einer Steuer oder der Steuer­ aufsicht unterliegen oder bei denen nach dem Ermessen der Steuerkontrollstelle eine Steuer­ pflicht in Betracht kommt. Die Nachschau ist auch insoweit zulässig, als es sich nicht um die Verhältnisse des Unternehmers oder des Un­ ternehmens, bei dem die Nachschau stattfindet, sondern um die Aufklärung der Verhältnisse von Arbeitnehmern handelt, die im Dienst des Unternehmers oder des Unternehmens stehen oder gestanden haben.

(2).....................................
(3)Es dürfen keine Einrichtungen getroffen werden, die die Ausübung der Aufsicht hin­ dern oder erschweren.

§ 194(1) Den Aufsichtsbeamten ist jede für die

Steueraufsicht oder zu statistischen Zwecken erforderliche Auskunft über den Betrieb zu erteilen, auch sind ihnen bei ihren Amtshand­ lungen die Hilfsmittel (Geräte, Beleuchtung usw.) zu stellen und die nötigen Hilfsdienste zu leisten.

(2)Den Oberbeamten des Aufsichtsdienstes sind die Geschäftsbücher und die Schriftstücke über Herstellung und Absatz von steuerpflich­ tigen Erzeugnissen auf Erfordern zur Einsicht vorzulegen.
(3)Auf Verlangen der Steuerkontrollstelle hat der Steuerpflichtige für die Steuerbeamten, die sich in seinem Betrieb dienstlich aufzu­ halten haben, einen geeigneten Raum zur Verfügung zu stellen und instand zu halten

§ 195

Wenn die Steuerkontrollstellen befugt sind, zu prüfen, ob Bücher, Aufzeichnungen und Verzeichnisse wie vorgeschrieben geführt und vorgeschriebene Bescheinigungen ausgestellt werden, können ihre Beamten und die von ihnen nach § 206 beauftragten Personen die Geschäftsräume in den üblichen Geschäft­ stunden betreten und diese Prüfung vornehmen.

Die Steuerpflichtigen und ihre Angestellten haben ihnen jede Auskunft und Nachweisung zu erteilen, deren sie für die Prüfung bedürfen und ihnen alle für die Prüfung in Betracht kommenden Schriftstücke zur Einsicht vorzu­ legen.

§ 196

§ 197

§ 198(1) Wenn jemand in der Absicht der Steuer­

hinterziehung in seinem Betrieb oder Beruf Bücher oder Aufzeichnungen unrichtig führt, unrichtige Geschäftsabschlüsse vorlegt oder ähnlichr arglistige Mittel anwendet, oder wenn bei Betrieben, die der Steueraufsicht unter­ stehen, Tatsachen vorliegen, aus denen her­ vorgeht, dass der Betriebsinhaber steuerlich unzuverlässig ist, so kann ihm der Steuerdirek­ tor, wenn er deshalb wiederholt wegen Steuer­ hinterziehung bestraft ist und diese Tatsachen in den Straferkenntnissen festgestellt sind, nach Rechtskraft des zweiten oder eines späteren Straferkenntnisses auf Zeit oder Dauer unter­ sagen, seinen Betrieb oder seinen Beruf fort­ zusetzen oder durch andere zu seinem Vorteil fortsetzen zu lassen.

(2)...........................
(3)Liegen die Voraussetzungen des ersten Absatzes bei Vertretern oder Angestellten eines Steuerpflichtigen vor, so kann ihnen der Steuer­ direktor die weitere Tätigkeit in dem Unter­ nehmen verbieten.
(4)Gegen den Beschluss des Steuerdirektors ist die Beschwerde zulässig. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung.
(5)Die Steuerkontrollstelle kann die Durch­ führung des Verbots nach § 202 erzwingen.
(6)Nach Ablauf eines Jahrs seit der Rechts­ kraft des Untersagungsbeschlusses kann der Steuerdirektor den Beschluss aufheben.

§ 199(1) Wer geschäftsmässig oder gegen Entgelt

anderen Rät oder Hilfe in Steuerangelegen­ heiten erteilt, hat der Steuerkontrollstelle auf Verlangen in die Geschäftspapiere, die diese Tätigkeit betreffen; Einsicht zu gewähren.

Wird er wegen Steuerhinterziehung oder Teil­ nahme an einer solchen verurteilt, so kann ihm der Steuerdirektor nach der Rechtskraft des Urteils untersagen, seine Tätigkeit fortzusetzen.

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde .............. zulässig. Nach Ablauf eines Jahrs seit der Rechtskraft des Beschlusses kann der Steuer­ direktor den Beschluss aufheben.

(2)Der Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für Rechts­ anwälte und Notare, sofern sie nicht wegen Steuerhinterziehung oder Teilnahme an einer solchen verurteilt sind.

§ 200

§ 200a

§ 201(1) Die Steuerkontrollstellen haben darüber

zu wachen, ob durch Steuerflucht oder in sons­ tiger Weise zu Unrecht Steuereinnahmen ver­ kürzt werden.

(2)In Ausübung dieser Steueraufsicht können die Steuerkontrollstellen verlangen, dass eides­ stattliche Versicherungen abgegeben werden.
(3)Hierbei finden die Vorschriften, die für eidesstattliche Versicherungen im Steuerer­ mittlungsverfahren gelten, entsprechende An­ wendung mit folgenden Ergänzungen:
1.Eidesstattliche Versicherungen kann die Steuerkontrollstelle auch ausserhalb eines Steuerermittlungsverfahrens verlangen.
2.Eidesstattliche Versicherungen kann die Steuerkontrollstelle nur von den Steuer­ pflichtigen (§ 97 Absätze 1 und 2) sowie von solchen Personen verlangen, die nach den §§ 103ff. die Pflichten eines Steuerpflichtigen zu erfüllen haben; von anderen Personen (§ 175 ff.) können eidesstattliche Versicherungen im Steuer­ aufsichtsverfahren nicht verlangt werden.
3.Eidesstattliche Versicherungen kann die Steuerkontrollstelle nicht nur dann ver­ langen, wenn die Steuerpflicht bereits feststeht, sondern auch dann, wenn nach dem Ermessen der Steuerkontrollstelle eine Steuerpflicht in Betracht kommt.
4.Der § 209 Absatz 2 findet keine An­ wendung.
5.Wird eine von der Steuerkontrollstelle verlangte Versicherung an Eides Statt verweigert, so hat die Steuerkontroll­ stelle nach pflichtmässigem Ermessen zu entscheiden, welche Schlüsse aus der Verweigerung zu ziehen sind ( § 2 1 7 Ab­ satz 2 Satz 1). Falls nicht besondere Um­ stände zu einer anderen Würdigung führen, ist anzunehmen, dass die Be­ hauptung, über welche die eidesstatt­ liche Versicherung verweigert worden ist, nicht zutrifft.
6.Auf Grund der Schlüsse, die aus der Ver­ weigerung der eidesstattlichen Versiche­ rund gezogen werden, sind die bisherigen Steuerfestsetzungen zu berichtigen. Die Berichtigungen (Berichtigungsveranla­ gungen, Berichtigungsfeststellungen) sind bis zum Ablauf der Verjährungsfrist, im übrigen uneingeschränkt zulässig.

VII. Zwangsmittel und Sicherung sgelder

§ 202(1) Die Steuerkontrollstellen können Anord­

nungen, die sie im Besteuerungsverfahren (ein­ schliesslich der Vorbereitung, Sicherung und Nachprüfung der Besteuerung) innerhalb ihrer gesetzlichen Befugnisse treffen, durch Geld­ strafen, Ausführung auf Kosten der Pflichtigen und unmittelbar erzwingen.

(2)Die einzelne Geldstrafe darf fünftausend Rm. (50 000 Fr.) nicht übersteigen.
(3)Die Kosten der Ausführung durch Dritte und des unmittelbaren Zwangs können im vor­ aus in einem vorläufig zu veranschlagenden Betrag zwangsweise eingezogen werden.
(4)Unmittelbarer Zwang darf nur ange­ wandt werden, wenn die Anordnung sonst nicht durchführbar ist oder Gefahr im Verzug liegt.
(5)Gegen öffentliche Behörden sind Zwangs­ mittel nicht zulässig.
(6)Bevor ein Zwangsmittel festgesetzt wird, muss der Pflichtige unter Androhung des Zwangsmittels mit Setzung einer angemessenen Frist zur Vornahme der von ihm geforderten Handlung aufgefordert werden. Die Aufforde­ rung und die Androhung müssen schriftlich geschehen, ausser wenn Gefahr im Verzug liegt.
(7)Wer meint, zur Erfüllung der Aufforde­ rung nicht verpflichtet zu sein, hat dies der Steuerkontrollstelle rechtzeitig unter Darlegung der Gründe mitzuteilen. hältnisse zu ermitteln, die für die Steuerpflicht und die Bemessung der Steuer wesentlich sind.

Sie hat Angaben der Steuerpflichtigen auch zugunsten der Steuerpflichtigen zu prüfen.

(2)Personen, die im Inland einen Wohnsitz haben oder sich im Inland aufhalten (dauernd oder vorübergehend), sind der Steuerkontroll­ stelle auf Verlangen zur Auskunft, zur Vorle­ gung von Unterlagen und zu sonstigen Nach­ weisungen insoweit verpflichtet, als die Aus­ künfte, die Unterlagen und die sonstigen Nach­ weisungen erforderlich sind zur Prüfung der Frage, ob die Personen einer Steuer unterliegen.

Die Steuerkontrollstelle kann verlangen, dass die im Satz 1 bezeichneten Personen zur Er­ örterung der Steuerpflicht auf der Steuerkon­ trollstelle erscheinen.

§ 203(1) Wenn das Gesetz die Gewährung von

Steuervergünstigungen oder Erleichterungen bei der Entrichtung oder Berechnung von Steuern zulässt, können dem Steuerpflichtigen, insbesondere auch zur Überwachung, besondere Bedingungen auferlegt, und es kann bestimmt werden, dass bei Nichteinhaltung dieser Be­ dingungen Geldbussen als Ungehorsamsfolgen verwirkt sein sollen (Sicherungsgelder). Soweit kein höherer Betrag zugelassen ist, kann das Sicherungsgeld für den einzelnen Fall bis auf zehntausend Rm. (100 000 Fr.) bemessen wer­ den. Die Steuerkontrollstelle legt das Siche­ rungsgeld auf und bestimmt seine Höhe.

(2)Das Sicherungsgeld ist nicht aufzuerlegen, wenn der Steuerpflichtige nachweist, dass bei der Nichteinhaltung der Bedingung weder ihm noch seinen Vertretern, Angestellten oder Arbeitern ein Verschulden zur Last fällt.

§ 205Die Steuerkontrollstelle hat die Steuer­

erklärungen (§ 166) zu prüfen. Soweit nötig, hat sie tunlichst durch schriftliche Aufforderung zu veranlassen, dass Lücken ergänzt und Zwei­ fel beseitigt werden.

(2)Trägt die Steuerkontrollstelle Bedenken gegen die Richtigkeit der Erklärung, so hat sie, wenn nötig, Ermittlungen vorzunehmen. Sie kann den Steuerpflichtigen, falls eine Auf­ forderung zu schriftlicher Erklärung nicht angezeigt ist oder keinen Erfolg hat, vorladen und ihn nach den §§ 170 ff. zu Auskunft und weiteren Nachweisungen anhalten.
(3)Wenn von der Steuererklärung abge­ wichen werden soll, sind dem Steuerpflichtigen die Punkte, in denen eine wesentliche Abwei­ chung zu seinen Ungunsten in Frage kommt, zur vorherigen Äusserung mitzuteilen.

Zweiter Unterabschnitt

Ermittlungsund Festsetzungsverfahren

§ 204(1) Die Steuerkontrollstelle hat die steuer­

pflichtigen Fälle zu erforschen und von Amts wegen die tatsächlichen und rechtlichen Ver­

§ 205a

(1)Wenn der Steuerpflichtige beantragt, dass Schulden oder andere Lasten (zum Bei­ spiel Niessbrauchlasten oder Rentenlasten) bei der Feststellung des Vermögens ............................. abgesetzt werden, so kann die Steuerkontroll­ stelle verlangen, dass der Steuerpflichtige die Gläubiger genau bezeichnet.
(2)Wenn der Steuerpflichtige beantragt, dass Betriebsausgaben oder Werbungskosten bei der Feststellung des Einkommens abgesetzt werden, so kann die Steuerkontrollstelle ver­ langen, dass der Steuerpflichtige die Empfänger genau bezeichnet.
(3)Soweit der Steuerpflichtige die von der Steuerkontrollstelle verlangten Angaben nicht macht, werden die beantragten Absetzungen nicht vorgenommen.

§ 206(1) Die Steuerkontrollstellen können Sach­

verständige zuziehen oder Prüfungsbeamte, die ihnen zugeordnet sind, verwenden. Sie können sich ferner der Hilfe von Vertretern und Angestellten der Verbände und Vertre­ tungen des Betriebs- oder Geschäftszweigs, dem der Steuerpflichtige angehört, bedienen. Die so hinzugezogenen Personen und Sachverstän­ digen haben über das, was ihnen durch ihre Tätigkeit bekannt wird, strengstens zu schwei­ gen und dürfen diese Kenntnisse nicht unbe­ fugt verwerten. Sie sind hierauf eidlich zu ver­ pflichten.

(2)Soweit nicht Gefahr im Verzug liegt, hat die Steuerkontrollstelle die Person, die es beauftragen will, und den Verband, dem sie angehört, dem Steuerpflichtigen mitzuteilen.

Befürchtet der Steuerpflichtige von der Tätig­ keit dieser Person die Verletzung eines Ge­ schäfts- oder Betriebsgeheimnisses oder Scha­ den für seine geschäftliche Tätigkeit, so kann er sie ablehnen und, wenn diesem Antrag nicht stattgegeben wird, beantragen, die Prüfung auf seine Kosten durch besondere Sachver­ ständige vornehmen zu lassen. Er hat Per­ sonen, die hierzu bereit und geeignet sind, zu bezeichnen. Einigt man sich nicht, so entschei­ det der Steuerdirektor endgültig.

§ 207(1) Die Steuerkontrollstelle soll die Vorle­

gung von Büchern und Geschäftspapieren in der Regel erst verlangen, wenn die Auskunft des Steuerpflichtigen nicht genügt oder Beden­ ken gegen ihre Richtigkeit vorliegen.

(2)Bücher und Geschäftspapiere sind auf Wunsch des Steuerpflichtigen tunlichst in sei­ ner Wohnung oder in seinen Geschäftsräumen einzusehen.

§ 203(1) Bücher und Aufzeichnungen, die den

Vorschriften des § 162 entsprechen, haben die Vermutung ordnungsmässiger Führung für sich und sind, wenn nach den Umständen des Falls kein Anlass ist, ihre sachliche Richtigkeit zu beanstanden, der Besteuerung zugrunde zu legen. Wenn eine vom Finanzminister bezeich­ nete Stelle bescheinigt, dass sie die Bücher und Aufzeichnungen geprüft hat, und dass die Eintragungen, für die sie bestimmt sind, fort­ laufend und vollständig gemacht und formell und sachlich richtig sind, so darf die Beanstan­ dung nur mit Genehmigung des Steuerdirek­ tors erfolgen.

(2)Bücher, Geschäftspapiere, Bilanzen und deren Erläuterungen dürfen einem Beirat nur mit Zustimmung dessen, der sie vorgelegt hat, zur Einsicht mitgeteilt werden. Sonst ist der Buchbeweis durch den Vorsteher der Steuer­ kontrollstelle oder unter dessen Leitung durch die im § 206 genannten Personen zu erheben.

Wenn über das Ergebnis schriftlich berichtet wird, soll dem Steuerpflichtigen eine Abschrift mitgeteilt werden.

§ 209(1) Wenn es sich um die Ermittlung von

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