Amtliche Quellengesetze-im-internet.de · EUR-Lex
Europaius

§ 520 ZPO – Berufungsbegründung

Zivilprozessordnung (ZPO) · Buch 3 – Rechtsmittel › Abschnitt 1 – Berufung

Kurz erklärt

Die Vorschrift verpflichtet den Berufungskläger zur Begründung der Berufung. Die Frist beträgt zwei Monate ab Zustellung des vollständigen Urteils, spätestens ab fünf Monaten nach Verkündung. Der Vorsitzende kann sie auf Antrag mit Einwilligung des Gegners verlängern, ohne Einwilligung nur bis zu einem Monat, wenn keine Verzögerung droht oder erhebliche Gründe vorliegen. Die Begründung ist beim Berufungsgericht einzureichen und muss Berufungsanträge, die Rechtsverletzung, Zweifel an Tatsachenfeststellungen sowie neue Angriffs- und Verteidigungsmittel enthalten; ferner soll sie Streitwertangaben und eine Äußerung zur Einzelrichterentscheidung enthalten. Die Vorschriften über vorbereitende Schriftsätze gelten entsprechend.

Verständliche Zusammenfassung. Rechtlich maßgeblich ist allein der Wortlaut der Vorschrift.

(1)Der Berufungskläger muss die Berufung begründen.
(2)Die Frist für die Berufungsbegründung beträgt zwei Monate und beginnt mit der Zustellung des in vollständiger Form abgefassten Urteils, spätestens aber mit Ablauf von fünf Monaten nach der Verkündung. Die Frist kann auf Antrag von dem Vorsitzenden verlängert werden, wenn der Gegner einwilligt. Ohne Einwilligung kann die Frist um bis zu einem Monat verlängert werden, wenn nach freier Überzeugung des Vorsitzenden der Rechtsstreit durch die Verlängerung nicht verzögert wird oder wenn der Berufungskläger erhebliche Gründe darlegt.
(3)Die Berufungsbegründung ist, sofern sie nicht bereits in der Berufungsschrift enthalten ist, in einem Schriftsatz bei dem Berufungsgericht einzureichen. Die Berufungsbegründung muss enthalten:
1.die Erklärung, inwieweit das Urteil angefochten wird und welche Abänderungen des Urteils beantragt werden (Berufungsanträge);
2.die Bezeichnung der Umstände, aus denen sich die Rechtsverletzung und deren Erheblichkeit für die angefochtene Entscheidung ergibt;
3.die Bezeichnung konkreter Anhaltspunkte, die Zweifel an der Richtigkeit oder Vollständigkeit der Tatsachenfeststellungen im angefochtenen Urteil begründen und deshalb eine erneute Feststellung gebieten;
4.die Bezeichnung der neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel sowie der Tatsachen, auf Grund derer die neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel nach § 531 Abs. 2 zuzulassen sind.
(4)Die Berufungsbegründung soll ferner enthalten:
1.die Angabe des Wertes des nicht in einer bestimmten Geldsumme bestehenden Beschwerdegegenstandes, wenn von ihm die Zulässigkeit der Berufung abhängt;
2.eine Äußerung dazu, ob einer Entscheidung der Sache durch den Einzelrichter Gründe entgegenstehen.
(5)Die allgemeinen Vorschriften über die vorbereitenden Schriftsätze sind auch auf die Berufungsbegründung anzuwenden.

Amtliche Quelle: gesetze-im-internet.de · Stand: · Gesamter Gesetzestext · Inhaltsübersicht

Rechtsprechung zu § 520 ZPO

755
2026-05-19
2026-05-12
2026-04-09
2026-03-26
2026-03-26
2026-03-11
2026-03-10
2026-02-26

Verweise in dieser Vorschrift

1

Verweise auf diese Vorschrift

4

Weitere Vorschriften in diesem Abschnitt

Wortlaut nach der amtlichen Quelle. Maßgeblich ist die amtliche Veröffentlichung.